Rx-Versandverbot: Wes Brot ich ess

22. November 2016
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Hermann Gröhe arbeitet mit Hochdruck am Rx-Versandverbot. Mittlerweile häufen sich kritische Stimmen. Geht es dem Bundesgesundheitsminister wirklich, wie er sagt, um Patienteninteressen? Oder kann die Apothekenlobby vielmehr einen großen Sieg für sich verbuchen?

Patienten reden Klartext: „Meine Frau (Rente netto 286,48 Euro) und ich (Rente netto 501,39 Euro) wünschen guten Erfolg gegen den Lobbydrachen“, schreiben Andreas und Beate B. Der Kunde Hans Z. ergänzt: „Ich habe die Rabatte auf Rezept sehr begrüßt. Nun will unser Gesundheitsminister den Versand bei Rezepten gänzlich verbieten. Was können wir Patienten tun, um dies zu verhindern? Ich kaufe da, wo ich will. Unsere Apotheken sollen endlich Wettbewerb bekommen und sich nicht auf der Preisbindung ausruhen. Für den Notdienst fahre ich schon jetzt etliche Kilometer … kein Argument, um abzuzocken.“

Preise sind eine Sache, aber die Beratung? Dieses Argument lässt Wolfram B. nicht gelten: „Ich bin seit Jahren bei einer holländischen Apotheke und bekomme mit jeder Bestellung eine Beschreibung der Wechselwirkungen mit den anderen dort bereits gekauften Medikamenten. So etwas habe ich in der örtlichen Apotheke noch nicht bekommen.“ Grund genug für DocCheck, der Frage nachzugehen, ob ein Rx-Versandverbot wirklich Patienten zu Gute kommt.

Mythos 1: Die Zuzahlungsbefreiung löst alle Probleme

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Zwei Drittel aller Patienten wünschen sich, Rx-Präparate weiterhin bestellen zu dürfen. Quelle: WiWo/Twitter

Apotheker fragen sich, warum Kunden wie Andreas und Beate B. sich nicht mit einer Zuzahlungsbefreiung zufriedengeben. Derzeit geltende Grenzen von zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen beziehungsweise einem Prozent belasten einkommensschwache Haushalte immer noch über Gebühr.

Ausnahmen machen die Sache nicht besser. Arzneimittel, die höhere als die vom Festbetrag abgedeckten Kosten verursachen, werden bei der Belastungsgrenze nicht angerechnet. Dabei kann es sich um Pharmaka mit geringer therapeutischer Breite handeln, die sich nicht problemlos austauschen lassen.

„Insbesondere chronisch Kranke, die im Monat mehrere Medikamente einnehmen, können bei der Bestellung bei ausländischen Online-Apotheken mehrere hundert Euro an Zuzahlungen sparen“, sagt Kai Vogel, Gesundheitsexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Mythos 2: Die flächendeckende Versorgung geht zu Grunde

Das BMG will sich zu monetären Aspekten nicht äußern. Auf Nachfrage wurde lediglich bestätigt, man arbeite weiterhin an einem Rx-Versandverbot. Hermann Gröhe beruft sich auf einen aus seiner Sicht zentralen Aspekt. „Für die Menschen in unserem Land ist Qualität und Sicherheit in der Arzneimittelversorgung unabdingbar mit einem flächendeckenden Netz wohnortnaher Apotheken verbunden“, sagt der Christdemokrat. „Der Versandhandel kann die wohnortnahe Versorgung durch Präsenzapotheken nicht ersetzen.“ Er begründet seine geplante Gesetzesinitiative einzig und allein mit strukturellen Aspekten. Hat der Bundesgesundheitsminister wirklich Recht?

Laut ABDA-Zahlen liegt der EU-Durchschnitt derzeit bei 31 Apotheken pro 100.000 Einwohner. In Deutschland sind es 24, in Frankreich 33, und in Polen 30. Was diese Zahlen genau aussagen sollen, bleibt unklar. Der Europäische Gerichtshof hatte in seinem Urteil moniert, es gebe keine Beweise für kausale Zusammenhänge zwischen Versorgungslücken und Rx-Boni. Das sieht der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ähnlich:

BVDAK-Karte

Dr. Bernhard Rohleder von Bitkom weist auf entscheidende Vorteile hin: „Besonders im ländlichen Raum, für chronisch kranke, alte und mobil eingeschränkte Menschen ist der Online-Versandhandel der einfachste Weg zur Arzteimittelversorgung“, erklärt Rohleder. „Die Menschen wollen möglichst lange autonom zu Hause leben und gleichzeitig gut versorgt sein.“

Gesetzliche Krankenkassen warten ab. Vom GKV-Spitzenverband kommen aber deutliche Worte: „Gerade der Versandhandel kann dazu beitragen, dass die Versorgung von Patienten, die bereits heute im ländlichen Raum längere Anfahrtswege zu niedergelassenen Apotheken haben, verbessert wird“, so Johann-Magnus von Stackelberg. Der stellvertretende Chef des GKV-Spitzenverbandes setzt auf alle Vertriebswege, sprich auf Pick-up-Stellen, Versender und traditionelle Apotheken. Sein Fazit: „Jenseits der Lobbyinteressen der niedergelassenen Apotheker lässt sich kein Grund erkennen, warum der Online-Versandhandel mit Medikamenten pauschal verboten werden sollte.“

Mythos 3: Die Akutversorgung funktioniert nur mit Präsenzapotheken

Viele Laien haben trotzdem Angst, rasch benötigte Medikamente stark verzögert zu bekommen. Und Standesvertreter gießen nur allzu gerne Öl ins Feuer. Tatsache ist, dass Betriebsstätten vor Ort viele Präparate auch vom Großhändler bestellen müssen.

Logistiker rüsten ihrerseits auf. Amazon wirbt mit Lieferungen im Stundenbereich, wenn auch nicht bei Medikamenten. In Berlin zeigt der Versender Aponeo, dass zumindest „Same Day Delivery“ funktioniert. Dem Prinzip sind keine Grenzen gesetzt.

Mythos 4: Arbeitsplätze sind in Gefahr

In diesem neuen Umfeld sieht die ABDA vor allem Arbeitsplätze gefährdet: ein komplexes Thema, das sich nicht auf einfache Sachverhalte reduzieren lässt.

Deutschland muss gleiche Bedingungen schaffen. Ansonsten klagen sich Marktteilnehmer quer durch alle Instanzen. Sollte der Gesetzgeber auch bei uns die Rx-Preisbindung für nichtig erklären, erwarten Gesundheitsökonomen folgenden Effekt: Große Apotheken, Filialverbünde oder Mitglieder in Kooperationen geben Einkaufsvorteile an Patienten weiter. Kleine Apotheken gehen zu Grunde.

Patienten bleiben trotzdem erhalten. Sie suchen sich andere Apotheken. Die Großen wachsen und benötigen Personal – die Kleinen verschwinden. Neue Jobs sind nicht mehr unbedingt wohnortnah. Es ist auch nicht Aufgabe von Patienten, dafür zu sorgen.

Gröhe unter Druck

Angesichts der vielen Argumente gegen Gröhes Verbot regt sich auch in Berlin Widerstand. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte sich auf Anfrage von DocCheck nicht zu Bedenken ihres Hauses äußern. Umso deutlicher sind Statements von Dr. Rainer Sontowski. Der Staatssekretär im BMWi sagte bei einem Kongress, man müsse auch Alternativen zum Verbot des Rx-Versands prüfen. „Zum Beispiel, ob zur Erhaltung der flächendeckenden Versorgung ein Nachteilsausgleich gewährt werden kann, oder ob nicht ein Teil des Festzuschlages für den Wettbewerb zwischen den Versorgern, gleich ob Apotheke oder Versandhandel, freigegeben werden kann.“

Professor Dr. Achim Wambach, Chef der unabhängigen Monopolkommission, lehnt Gröhes Ideen ebenfalls ab. Sein Gremium berät die Bundesregierung. „Durch eine solche Maßnahme wird der Wettbewerb mit Medikamenten im Versandhandel behindert, obwohl gerade dieser künftig an Bedeutung gewinnen wird“, warnt Wambach.

Auch der Koalitionspartner schießt quer. Professor Dr. Karl Lauterbach erklärte, die SPD sei nicht für „Schnellschüsse unter dem Lobbydruck und zugunsten der Apotheker“ zu haben. Sein Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) musste Hermann Gröhe jedenfalls ohne Rx-Versandverbot auf den Weg schicken. Ob er noch kurz vor der Bundestagswahl einen Koalitionskrach provoziert, ist unwahrscheinlich. Von neuen Honorierungsmodellen, die Beratungen vergüten, würden alle Beteiligten deutlich stärker profitieren.

306 Wertungen (2.23 ø)

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82 Kommentare:

Apotheker

Paragraph 1 Abs. 1 ApoG: “Den Apotheken obliegt die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung.” Daran müssen sich auch Veraandapotheken messen lassen. Sonst müsste außerdem sicher das Versandverbot für BtM etc. aufgegeben werden – für die Arzneimittelsicherheit nicht unbedingt wünschenswert!

#82 |
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Rückert
Rückert

Die Schreibtischtäter sollten mal einen Monat in einer Präsenz-Apotheke arbeiten. Dann wüssten sie, dass es jeden Tag einen Stapel Rezepte gibt, die zum Arzt zurückgehen, weil Formfehler, falsche Arzneimittel oder andere Probleme enthalten sind. Davon bekommen die Patienten meist nichts mit. Außerdem gibt es bei all den Vorzügen einer ausländischen Internetapotheke fast immer Äquivalente, die ohne Probleme auch von Präsenzapotheken angeboten werden. Diverse Fragestellungen und deren Klärungen ergeben sich erst bei Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Dabei passiert es oft, dass wir den Wunsch des Patienten so modifizieren, dass letztendlich daraus ein Arztbesuch wird, weil die Selbstmedikation zu gefährlich ist.

#81 |
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Hans Westphal
Hans Westphal

Wenn freier Wettbewerb, dann bitte auch bei der Notdienstgebühr.

Hier auf dem Land, nehm ich dann halt 25,00 Euro je Kunde, gibt ja glücklicherweise keinen Mitbewerber (:-))))

#80 |
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Apotheker

Die beiden “Klartextredner” würde ich gern persönlich kennenlernen.

Schade, dass so ein Quatsch hier zur Veröffentlichung kommt. Der Artikel heißt aber nicht umsonst:
Wes Brot ich es …

#79 |
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Apothekerin Verena Laudan
Apothekerin Verena Laudan

“Super Artikel” hier wurde wirklich gründlich geforscht. Patienten können also mehrere Hundert Euro pro Monat sparen? Selbst wenn ein Patient 10 Arzneimittel nimmt und jedes 10,-€ ZZ kostet bin ich bei hundert Euro, nur dass diese Packungen in der Regel 2-3 Monate reichen, macht also maximal wenn überhaupt 33-66€. Aber es stimmt schon lieber das Geld der Solidargemeinschaft nach Holland schieben als vor Ort halten.
Lieferung am selben Tag wird nur in Großstädten angeboten und eben nicht in der Fläche und so weiter und so weiter.

#78 |
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Erwin Müller
Erwin Müller

zu den Mythen: Einfach mal eine Woche Buden zu, Vor-Weihnachten geniessen. Dann glaubt auch Deutschland wieder an den Weihnachtsmann.
@Herr van den Heuvel: zu Ihrer zitierten WIWO-Quelle… da stehen seit einigen Tagen 60% PRO Versandverbot.

#77 |
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Rückert
Rückert

Meine Zeit ist zum Kommentieren zu schade!

#76 |
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Apothekerin

Sehr geehrter Herr Dr. Antwerpes, wenn Sie solchen Leuten eine Plattform bieten, brauchen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Seite für die Leser RTL – Niveau bekommt. Mich interessieren andere Meinungen und dachte immer hier könnte ich hochwertige Informationen erhalten. Aber in diesem Falle bekommen Lügenschreiber und Nichtswisser recht. Und jetzt sind nämlich Sie verantwortlich für den Mist auf Ihrer Plattform.

#75 |
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Gast
Gast

Ich suche eigentlich nur wo man diesen “junk” abstellen kann.
Information ist was anderes.

#74 |
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Bettina Alkemeyer
Bettina Alkemeyer

Was ist das für ein Schwachsinn. Bevor man ein Statement abgibt, sollte man sich über den wahren Sachverhalt informieren. Aber der Verfasser scheint sich ja in seiner Mythenwelt wohl zu fühlen.

#73 |
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Chefapotheker i.R. Oswald Ruckriegel
Chefapotheker i.R. Oswald Ruckriegel

Der deutsche Arzneimittelmarkt, einer der größten in der Welt, ist schon lange im Visier von sog. ‘Heuschrecken’
Und man glaubt es kaum, auch die Heuschrecken haben eine starke Lobby , besonders aus dem finanzpolitischen Raum , hinter sich. Dazu gehören zweifellos auch die ‘seriösen’ Medien.

Ohne Zweifel ist auch die ehemals deutsche Pharmaindustrie schon lange in ihrer Hand , auch die Arzneimittelforschung.
Langsam versteht wohl der ‘dümmste Apotheker’, warum sein Berufsstand seit Jahren zunehmend beschimpft und verunglimpft wird. Es geht nicht um die Sache, es geht nur noch um die Kohle im Haifischbecken…..

#72 |
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Gunnar Ott
Gunnar Ott

#61 Herr Dr. Antwerpes, wie scheinheilig und arrogant ist das denn? Kann man auf einem Portal für Heilberufe nicht erwarten, dass auch deren Interessen vertreten werden? Und anhand der Empörung dürften auch Sie mitbekommen haben, dass es uns Apothekern sehr ernst ist. Wo bleibt als Gegengewicht zu diesem polemischen Artikel ein Artkel, der sich für die niedergelassene Apotheke stark macht? Machen Sie nur weiter so, dann dürfen Sie diese Community nur noch für Ihre Ärztekollegen weiterführen! Wer in einem Glashaus sitzt…

#71 |
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Apotheker Michael Offer
Apotheker Michael Offer

So ein Bullshit! Ich möchte nicht wissen, was sich Herr van den Heuvel an Honoraren in die eigene Tasche steckt. Alle dürfen Geld verdienen. Nur wir Apotheker nicht!

#70 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Als Diplomchemiker hat Herr van der Heuvel sicher genug tatsächliche Recherche in einer öffentlichen Apotheke betrieben, um sich hier eine qualifizierte Meinung zu bilden!? Manches geht einfach nicht vom Schreibtisch aus. Zum wiederholten Male ist ein Artikel so schlecht, dass er nicht mehr dazu dient, sich Information zu verschaffen oder eine gegenteilige Meinung wahrzunehmen. Der Newsletter wird abbestellt.

Martina Jäger, PTA

#69 |
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Apothekerin

Sehr geehrter Herr Dr. Antwerpes,
Ihre Antwort ist eines Akademikers eines achtbaren Berufsstandes nicht würdig, sondern eher die Ausgeburt eines drittklassigen Journalisten. Beachte: nur mit Freiheit funktioniert diese Welt nicht. Und mit Journalisten, die auf diese grenzenlose Freiheit setzen, schon mal gar nicht.

Bis jetzt gab es 68 eindeutig negative Blogeinträge zu diesem Artikel. Vielleicht denken Sie mal nach, was das wohl bedeuten könnte. Oder ist das die Symptomatik, dass Ärzte ihren Patienten nicht zuhören, wenn sie in die Sprechstunde kommen, und beim kleinsten Pips sofort Antibiotika verschreiben, damit Ruhr ist, ohne die angfristigen Nebenwirkungen zu berücksichtigen. Bei dem jetzt angesagten Urteil gibt es eine menge negative Nebenwirlkungen, die sich aber wie auch bei Krankheiten erst viel später herausstellen. Dann ist es aber für die wohnortnahe Versorgung der Bürger vorbei. Selbst in England hat man erkannt, dass Apotheken vor Ort einen wichtigen Beitrag für den Patienten leisten.

Was für ein Interesse hat eigentlich Ihr Ärzteportal an diesem Thema? Wurden Sie fürstlich entlohnt, Propaganda für ausländische Unternehmen zu machen?

#68 |
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Gast
Gast

Liebes DocCheck-News-Team,

Ich nutzte Ihr Medium regelmäßig gerade auch um über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Bei der (wiederholt) miserablen Qualität einiger Beiträge zu Themen, deren Kontexte mir bereits bekannt waren, sehe ich mich gezwungen Ihren Newsletter abzubestellen. Ich hatte nicht mit derart schlecht recherchierten, populistischen Artikeln gerechnet und möchte meine Meinung nicht durch eben Solche beeinflussen lassen.

Da ich heute Notdienst habe, wollte ich mir die Mühe machen, dass zu schreiben was im Moment viele denken bzw. umsetzen.

Einen schönen Tag.

#67 |
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Sabine Schenck
Sabine Schenck

Sehr geehrter Herr van den Heuvel,

es wäre doch zu schön, wenn die Sachlage so klar und einfach wäre wie von Ihnen dargelegt.
In erster Linie handelt es sich nämlich um eine gehörige Wettbewerbsverzerrung, da die holländischen Kollegen nur etwa ein Drittel der bei uns anfallenden Mehrwertsteuer abführen müssen. An den holländischen Fiskus – versteht sich.
Und warum sollten denn, um Himmels Willen deutsche Krankenkassenbeiträge im holländischen System landen? Schlimm genug, dass Amazon und Konsorten Weltmeister im Nicht-Steuerzahlen sind.
Und die so viel bescholtene deutsche Vor-Ort Apotheke ist nun mal auf die Mischkalkulation angewiesen. Wenn ich die Zeit zusammennehme, die für Telefonate wegen Wechselwirkungen, unklarer Verordnungen, Lieferengpässen, Hilfsmittelgenehmigungen usw. anfallen, ist das ein beträchtlicher Teil meines Arbeitstages.
Von der Rezeptur, Verleih von Milchpumpen- und Parigeräten, Blutdruck und Blutwerte bestimmen, anmessen von Bandagen und Kompressionsstrümpfen mal ganz zu schweigen. Aber ich mache das gerne für meine Patienten.
Deshalb brauchen auch wir die korrekt ausgestellten, einfach zu beliefernden Rezepte um diese Kalkulation aufrecht erhalten zu können.
Außerdem stellen wir fest, dass mit kleiner werdendem Zeitfenster der Ärzte immer mehr Patienten zur Beratung und zum intensivem Austausch in die Apotheke kommen. Ich mache das sehr gerne, aber da ich im Gegensatz zum Arzt keine Beratungsleistung in Rechnung stellen kann, bin ich natürlich darauf angewiesen, dass mich der Patient mit seinem Rezept quasi dafür entlohnt.
Ich hätte überhaupt nichts dagegen die Beratungsleistung als eigenständige Leistung von der Verordnung zu entkoppeln. Denn auch unsere Fort- und Weiterbildungen sind zeit- und kostenintensiv!!
Ich lade Sie gerne ein mal einen Tag oder besser noch einen Wochenenddienst in der Apotheke mitzumachen und sich DANACH ein Urteil zu erlauben.
Ich hätte mir durchaus an dieser Stelle mehr Objektivität und weniger Populismus gewünscht!

#66 |
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Andreas Keller
Andreas Keller

Ein kleiner Hinweis mit Sprengkraft: Nicht der Patient ist der Kunde der Apotheke (Kunde im Sinne von Käufer und Rechnungsempfänger) sondern die KK – SACHLEISTUNGSPRINZIP!! Herr Höhnig und Herr Virkus haben wirklich gute Arbeit geleistet: Siehe: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/rx-boni-so-koennte-deutschland-das-eugh-urteil-aushebeln/?L=&cHash=ce311134b9144edc7eff1ce935789d44 Über diese Schiene ist DocMorris &Co nach wie vor beim Verstoß gegen die Arzneimittelpreisverordnung, die sie mit der Unterzeichnung des Rahmenvertrages AUSDRÜCKLICH und auf eigenen Wunsch anerkannt haben.
Und: Wenn zuzahlungsbefreite Patienten Geld für das Einlösen der Rezepte bekommen, könnte eine erhöhte Anzahl von Rezepten für den Betreffenden also Interessant werden und die Kosten – um die es ja immer nur geht – für die KK erhöhen. Außerdem läuft es der Idee des deuschen Solidarsystems entgegen.

Also: Populismus ohne Wissen führt zu Hexenjagd und Morido …
Immer schön kühlen Kopf behalten … Und Rx-Versand-Verbot? Nebelkerze vor der Wahl … da wird viel laue Luft durch lausige gehirngänge getrieben und viel papier und arbeitskraft vergeudet.

#65 |
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Oh, das ist schwach. Wenn ich schon eine Berufsgruppe heftigst angreife und für ihre Abschaffung, oder zumindest komplette Umkrempelung Partei ergreife, und dabei mich auch noch schlechter Recherche (Abschreiben bei anderen ist nicht Recherche) bediene, sollte ich nicht jammern, wenn ich heftigen Widerspruch ernte, Herr Antwerpes. Und auch nicht diesen “verstörend, wenn nicht alle das eigene Weltbild teilen”-Spruch machen. Der klingt nämlich irgendwie nach Arroganz und nach jemanden, der aus Angst vor einer faktenbasierten Diskussion lieber das Gegenüber als ignorant und intolerant bezeichnet. Hier geht es nicht um Weltbilder, sondern die Frage, wie wir es in Zukunft im Gesundheitswesen in diesem Lande halten wollen.
Übrigens, wo war die konträre Meinung, daß das EuGH-Urteil ein Schlechtes ist, welches die Medikamentenversorgung und die freien Berufe (ja, auch die Ärzte) in Deutschland gefährdet. Habe ich bei DocCheck nicht gelesen, aber wäre konträr zu allen anderen Medien gewesen?

#64 |
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@61 Sehr geehrter Herr Antwerpes,

wie Sie sicher dem Tonus der überwiegenden Mehrheit entnehmen können, echauffieren sich meine Kollegen in erster Linie über die Art und Weise, in der dieser Artikel geschrieben ist.

Aus eigener Erfahrung sage ich Ihnen, Apotheker sind ein streitbares und stets diskussionsbereites Völkchen, welches nebenbei bemerkt auch keinen freien und fairen Wettbewerb fürchtet.

Wenn der Autor hier allerdings Methoden brachialsten Populismus anwedelt, muss Kritik an seine rhetorischen Mitteln und auch seinen damit verbundenen Absichten erlaubt sein.

#63 |
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Annette Korte
Annette Korte

Sehr geehrteer Herr van Heuvel,
wessen Brot essen Sie denn?-also sich wirklich umfangreich informiert haben sie sich nicht! Das RX versandverbot gilt in dreiviertel aller EU-Länder! und ist absolut wichtig, um die flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.
Zudem geben wir nicht nur Arzneimittel ab, die natürlich jeder liefern kann(wir übrigens auch innerhalb ein paar Stunden), sondern stellen Rezepturen her(für 2,50€),geben BTM ab, machen Notdienst….
Irgentwo Arbeit finden können wir bestimmt- und wenn es im Nachbarland ist, die übrigens ganz anders einkaufen und somit abgeben können.
Schade das Sie sich für einen solchen Populismus hergeben und auf Docchek veröffentlichen
Korte/Apothekerin

#62 |
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@#37 Sehr geehrte Frau Ademes,

auf DocCheck werden verschiedene, auch konträre Meinungen vertreten. Wir publizieren Beiträge von Herrn Heuvel ebenso wie Beiträge von Apothekern und PTAs, die andere Standpunkte einnehmen. Schauen Sie einfach mal in unsere Blogs. Die Alternative wäre, wie facebook jede Berufsgruppe in ihren eigenen kleinen Echokammer mit der jeweils konformen Meinung zu bedienen.Dann wären alle zufrieden – würden aber leider nicht mehr mitbekommen, dass es auch Leute gibt, die die Dinge anders sehen. Es ist immer verstörend, dass nicht 100% der Menschheit das eigene Weltbild teilt. Aber das ist nun einmal die Wirklichkeit.

#61 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr van den Heuvel!
Frage: welche Einkommen hat Ihr benanntes “armes Rentnerpaar” noch? Ansonsten sind sie aufgrund des Einkommens befreit.
Beim Lesen des Artikels stelle ich fest, dass ein gewisser Populismus sich offenbar überall verbreiten lässt, bzw. “einfache Aussgen” zur Stimmungsmache genutzt werden.
Der Artikel strotzt vor Halbwahrheiten.
Sorry, dass ich ihn in meiner Mittagspause gelesen habe!
Haas/PTA

#60 |
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Anja Müller
Anja Müller

All meinen Kolleginnen und Kollegen ein herzliches Dankeschön für ihre Kommentare.
Wenig Ahnung und viel Meinung- und daraus einen Artikel gebastelt!

#59 |
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Stefan Körner
Stefan Körner

Stefan Körner
Stellen Sie sich mal vor Ihre Autowekstatt würde Ihnen bei Vollkaskoschäden Prämien zahlen! Die Zuzahlung wurde erhoben, damit dem Patienten klar wird, dass Medikamente Geld kosten. Für zuzahlungsbefreite Patienten ein nettes Zusatzeinkommen! In 21 von 28 EU- Ländern gibt es ein RX Versandverbot- alles die deutsche Apothekenlobby!?
Schlecht recherchierter oder bezahlter Artikel!
Die Oma die plotzlich ander Firmen oder ein Medikament das erste mal bekommt, die ein Problem damit hat, wird sicherlich eine Internettkonferenz eröffnen um das Problem zu erörtern!
Hoffentlich sind Ihre anderen Artikel nicht genauso ahnungslos !
Reagieren Sie eigentlich auf die Summe der Kritikpunkte oder…..

#58 |
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DR. H. SOTOUD, APOTHEKERIN
DR. H. SOTOUD, APOTHEKERIN

Der Autor hat weder Kenntnisse über den Apothekenalltag noch Interesse an ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung!
Der verfolgt nur die Interesse seine Auftraggeber!
Dieser Artikel ist auch eine Schande für Docchek news!

#57 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr van den Heuvel,
unsere Apotheke hatte letzte Woche nonstop 7 Tage Notdienst (Pflicht in Deutschland), den ich als angestellter Apotheker durchgeführt habe. Ich hatte die ganze Woche im Zeitraum von 19 bis 7 Uhr 5 Kunden. Von den Einnahmen wird sich meine Chefin zu Weihnachten einen neuen Sportwagen leisten (kleiner Scherz)!!?

#56 |
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Gast
Gast

Der Eigentümer dieser Seite sollten sich ernsthaft Gedanken machen, wen und was er für sich schreiben lässt. Ich habe selten so einen einseitigen und schlecht recherchierten Bericht gelesen, der Begriff Lügenpresse (ich bin absolut kein AfD-Fan) ist hier wohl angebracht! Warum stehe ich (angestellter Apotheker) eigentlich noch in der Offizin, rühre Salben und fahre am Abend über die Dörfer und liefere aus, wenn das in Holland oder anderswo ohnehin besser geht??! Armes Deutschland, es lebe die Globalisierung!

#55 |
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Thomas Müller
Thomas Müller

Zack, und schon braucht der Hollandfreund für einen weniger zu schreiben.

Leben Sie wohl!

Thomas Müller

#54 |
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Gast
Gast

Eine kleine Anmerkung muss ich noch loswerden: Auf meine letzte Bestellung bei DocCheck musste ich so lange warten, dass der Kunde, für den ich die speziellen Kühlkompressen geordert hatte, schon fast die Apotheke wechseln wollte, weil er so sauer war. Keine Nachricht, DASS und WARUM es länger dauert, keine Entschuldigung für die Verzögerung. DAS sind durchaus Grenzen des “Prinzips” aus Mythos 3.

#53 |
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Wow, na zumindest ein Newsletter weniger zu lesen. Kann man eigentlich auch Minuspunkte vergeben?

Wo soll man nur anfangen, bei dem Geschreibe: hätte der Autor (ich traue mich kaum, ihn so zu nennen) einfach nur Argumente gegenübergestellt, wäre das ja in Ordnung, aber da er wertet, und immer unreflektiert die Meinung der Apothekengegner nachblökt, ist dieser Artikel leider der zweitschlechteste, den ich zu dem Thema lesen mußte. Für ein Gesundheitsportal ist er einfach nur peinlich.
zu Mythos 1:
klar könnten die Versicherten Geld sparen, nur hier versuchen die Krankenkassen, einen Teil ihrer Kosten auf die Apotheker abzuwälzen. Wenn Politiker und Krankenkassen WIRKLICH das Wohl armer Patienten im Sinn hätten, würden sie alle unterhalb einer bestmmten Einkommensgrenze, Harz-4-Bezieher, etc. einfach generell von Zuzahlungen befreien. Was momentan geschieht, ist eine Heuchelei, unter dem Vorwand sozialen Handelns sollen Leistungserbringer ausgebeutet werden.
zu Mythos 2:
Die flächendeckende Versorgung geht zugrunde, denn es ist ja Ziel, mehr Patienten zu den billigen Versendern im Ausland zu lenken (Krankenkassen bereiten bereits Selektivverträge vor). Das heißt, Apotheken in der Fläche machen dicht, die Restlichen ballen sich in den Einkaufslagen. Das kann durch den Versand nicht wettgemacht werden, weil:
zu Mythos 3: “same-day-delivery” nur in Ballungszentren funktioniert. Machen Sie das mal in MeckPomm, viel Spaß beim Fahren. Übrigens, Herr van den Heuvel, Nachdenken hilft: da in einer Apotheke (auch im Versandhandel) das Rezept vor Abgabe vorliegen muß, KANN es hier kein same-day delivery geben. Erst muß das Rezept per Post zum Versende, dann das Medikament zum Kunden. Schade, wenn man die Abläufe nicht kennt; verwerflich, wenn man zu faul und/oder zu unfähig zum Recherchieren ist. Ich rate zum Berufswechsel…
zu Mythos 4:
wenn aber mehr Patienten zum Versand gehen, danken Sie, das die arbeitslosen Apotheker alle nach Holland oder Tschechien ziehen,um dort zu arbeiten? Versandhändler brauchen: viele Paketpacker, wenige PTA und Apotheker für die Beratung, noch weniger Apotheker für die Endkontrolle. die müssen die Lohnkosten nämlich klein halten. Die verbleibenden Apotheken (schätzen wir mal: 10000, aber so vielen werden nicht bleiben) stehen unter gewaltigem Kostendruck. Die stellen nicht neu ein, die effektivieren die Arbeit. D.h. kein Labor, kein Notdienst, keine Anfertigungen, weniger Beratung, mehr Verkaufen. Gesetzlich kann man denen dann auch nichts mehr vorschreiben, denn sie sind kein freier Beruf mit besonderer Gesundheitspolitischer Aufgabe mehr, sondern ein simpler Verkaufsberuf. Also, gibt mehr Arbeitslose, aber das werden wir erst sehen, wenn es zu spät ist.

Übrigens haben sich die vor-Ort-Apotheker seit Jahren mit dem Versandhandel arrangiert, so lange es einen fairen Wettbewerb gibt (gleiche Preise, gleiche Rabattgewährung, etc.). In diesen Jahren HAT der Kunde mit den Füßen abgestimmt, und der Versandhandel war nicht gerade siegreich. Was jetzt geschieht verzerrt den Wettbewerb, eine komplette Preisfreigabe egalisierte das zwar wieder, aber bevor man ein jahrzehntelang bewährtes System und über 10000 Betriebe unwiderruflich platt macht, sollte man vielleicht ganz genau über die Folgen nachdenken (z.B. auch Wegfall von Gewerbe- und Umsatzsteuern, gerade auch in ländlichen Gemeinden, weiterer Gewerbeleerstand u.s.w.).
Und – wenn die Apothekerlobby so stark wäre – warum hat sie nicht wenigstens eine überregionale Zeitung dazu bekommen, mal die Argumente der Apotheker ohne höhnischen, abwertenden Kommentar wiederzugeben. Das wäre eigentlich Sache eines informierenden Journalismus. Ohne die AfD-Quakerei von der “Lügenpresse” zu befürworten (oder sonst irgendwas von denen), ich frage mich schon, warum Medien, die sonst gerne gegen Großkonzerne in Feld ziehen, im Apothekenbereich die Kleinbetriebe zugunsten der Großbetriebe weghaben wollen? Geht es um Anzeigenkunden?

#52 |
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Apotheker Benno Leyerer
Apotheker Benno Leyerer

Genau, miete einen Politiker und erkläre ihm gegen ausreichendes Sponsoring, was für beide Seiten rentabel ist! Daher im Englischen auch “to rent”.

Hoffentlich kauft Dr. Ed bald genügend DocCheck-Aktien, so dass hier “schlüssig” erklärt wird wie man online und völlig kontaktfrei die Landbevölkerung flächendeckend und sogar im Palliativfall fachgerecht therapiert!

Schluss mit den weiten Wegen zu den wenigen verbleibenen Landärtzen! Die dortige Bevölkerung muss vor den horrenden Fahrtkosten geschützt werden! Auch die langwierige Suche nach einem Arzttermin fällt dann endlich weg. Echte Kontakte mit Menschen, die uns in Augenschein nehmen, sind nur etwas für Weicheier!

#51 |
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Apothekerin Heike Lengsfeld
Apothekerin Heike Lengsfeld

Ein schlecht und einseitig recherchierter Artikel.
Ist die in D EU-weit unterdurchschnittliche Apothekenversorgung erst einmal zerstört, dann geht ein Aufschrei durch unsere Geiz ist Geil Gesellschaft. Die verbleibende Apotheke um die Ecke darf dann weiter eine von den 14,1 Mio. unterbezahlten Rezepturen im Jahr machen, das dokumentationsaufwändige BTM oder das gekühlte Arzneimittel beliefern, die Notdienste und die in D üblichen 250000 Botendienste täglich sind sowieso selbstverständlich. Der GKV Ausgabenanteil für Apotheken und deren Beschäftigte lag 2015 bei 2,3% der GKV Verwaltungsanteil bei 4,9%. Der 19%USt. Anteil ist größer als der für die Apotheken! Ich sehe im reinen Versandhandel die Gefahren. Schon heute werden die Arznei-Pakete (Karton-Müllberge) bei Nachbarn/Kinder abgegeben, in überhitzten Autos transportiert und durch Rx.-Bonizahlungen bei Docm… können zuzahlungsbefreite Neukunden sogar noch Geld verdienen. Ist es das was Sie wollen Herr van den Heuvel?

#50 |
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Apothekerin

Hätten wir eine Politik, die Versandhandel generell verbieten bzw. drastisch einschränken würde, wären unsere Innenstätte nicht voll mit leerstehenden Geschäften, unsere Autobahnen wären nicht verstopft, wir hätten eine bessere Luft, es gäbe mehr wohnortnahe Arbeitsplätze und die Leute wären weniger gestresst und zufriedener.

#49 |
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Da sollte wohl jemand ganz schnell eine Richtigstellung herausgeben…

#48 |
  3

Da sollte wohl jemand eine richtig

#47 |
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Angestellter Apotheker

Mythos 5: Die Logistiker rüsten auf und liefern noch am selben Tag, teilweise schon innerhalb von Stunden. Aber wo? In Ballungszentren, die sowieso gut mit Präsensapotheken versorgt sind. In der Fläche, auf dem Land wird es aber für die Logistiker unrentabel. Hier wird ziemlich sicher keine Versorgung am gleichen Tag stattfinden. Die Präsensapotheke kann das mit ihrem Botendienst leisten.

#46 |
  2
Sabine Theißen
Sabine Theißen

Apothekenlobby?! Gibt es die ? Seltsam nur, dass niemand davon etwas merkt! Bis Herr Gröhe von rx Verbot spricht. Ich bin gespannt was aus unsern Apotheken wird .

#45 |
  1
Kristina Völkel
Kristina Völkel

Herr van den Heuvel, Frontal 21 hatte einen sehr interessanten Beitrag zum Thema Parteien Sponsoring. Interessant war ein Aufsteller im Hintergrund einer SPD Veranstaltung. Oben rechts war DocMorris als Sponsor zu finden… Ach und wer is nochmal gegen ein Rx-Versandverbot?

#44 |
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Apotheker

Zu Mythos 3:
Ja, häufig ist in Apotheken was nicht vorhanden, was zum großen Teil auch an den Rabattverträgen liegt; wie soll man das alles an Lager haben.
Und ja, die Apotheken bestellen beim Großhandel… und werden 4 oder mehr mal täglich von diesem beliefert.
Wer bei uns bis 15:30 bestellt, der kann ab 17:30 (wenn sich der Lieferant nicht um ein paar Minuten verspätet) sein Medikament abholen. Das ist immer noch ein Unterschied zum Versandhandel – oder es wird dem Kunden sogar geliefert.
Aber darauf auch noch Rabatte zu geben, selbst wenn es erlaubt wäre, wird dann ruinös.

#43 |
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Michael Hofheinz
Michael Hofheinz

1.Feststellung: Die Gesunden und die Kranken – Haben verschiedene Gedanken
Der Gesunde zahlt Leistungen an Andere – Der Kranke erhält Leistungen, die Andere zahlen. So ist es glücklicherweise in einem „gesunden“ Sozialstaat
2. Feststellung: Auch für alle Bonus- und Rabattüberlegungen gilt die kaufmännischen Regel: „Tausche Preis gegen Menge“: also wenn Apotheker billiger verkaufen sollen, müssen sie auch mehr verkaufen dürfen. Aber sollen/wollen Apotheker das?
3. Feststellung: Im Durchschnitt gibt eine Apotheke 30 000 Rx-Packungen pro Jahr ab. Gibt diese Apotheke pro Rx-Packung 1 Euro Bonus, verliert der Inhaber/Unternehmer 30 000 Euro an Gewinn pro Jahr – bei 2 Euro verliert er
60 000 Euro Gewinn, von dem er letztendlich lebt.
4. Feststellung: Das eigentliche und aktuelle die Apotheken bedrohende Problem ist nicht der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimittel, sondern die Aufhebung der Gleichpreisigkeit.
Wie die Älteren unter uns in den Siebzigern erlebt haben, ist der inhabergeführte Einzelhandel und insbesondere die Drogerien und der Elektrohandel an der Aufhebung der Preisbindung zusammengebrochen. Den von Investoren gesponserten Drogerieketten wurde damals politisch der Boden geebnet.
In einen Wettbewerb mit dem Versandhandel selbst könnten Apotheken vor Ort bei gleich langen Spießen schon bestehen. Aber wie schon, der eigentlich liberale, Daniel Bahr in seiner Rede am 28.9.2006 zum Antrag der GRÜNEN zur Aufhebung des Fremd-und Mehrbesitzverbotes entgegnet hat
(http://dipbt.bundestag.de/doc/btp/16/16054.pdf Seite 122) ist eine einseitige Liberalisierung halt doch eine ungerechte Rosinenpickerei.
5. Feststellung: Die beste Medizin gegen Vorurteile sind EHRLICHE ARGUMENTE
http://www.apotheken-informieren.de

#42 |
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Apotheker Benno Leyerer
Apotheker Benno Leyerer

Hat Herr van den Heuvel vielleicht holländisches Brot angeboten bekommen, dass er diesen versenderfreundlichen Artikel vorbei an den Fakten schreibt?

#41 |
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Apothekerin

Newsletter abbestellt, wenn ich schon bei DocCheck so einen Sch*** lese, der meinen Blutdruck schlimmer in die Höhe treibt, als bei der Lektüre von SpOn.
Lieferung am selben Tag: kann jede Apotheke vor Ort, der Versond nur in der Großstadt.
und ganz zu letzt. manche Leute gehen in die Apotheke, weil das neben dem Friseur der einzige Ort ist, an dem sie noch mit jemand reden können…..

#40 |
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Apothekerin

Genau, ich auch. Die ewige Rechtfertigerei geht mir schon lang auf die Nerven. Immer wieder das gleiche. Auch den Ärzten geht es in Ihren Qualitätszirkeln mit Bevormundungen langsam zu weit. Wir sind staatlich ausgebildete Apotheker mit einer besonderen Verantwortung im Umgang mit Arzneien. Der Staat hat dafür Sorge zu tragen, dass der Verkehr sicher abläuft und dafür braucht man eine Apothekenbetriebserlaubnis. Versandhandel kann das nicht sein.

#39 |
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Monika Pertl
Monika Pertl

Sehr geehrter Herr Heuvel,

bitte setzen Sie sich mit dem Apothekenwesen und dessen gesetzlichen Vorschriften auseinander, bevor Sie solche Artikel verfassen.
Wenn für alle europäischen Apotheken gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten sollen, brauchen wir zuerst einheitliche Gesetze bezüglich dem Apothekenwesen. Was die die deutsche Apotheke derzeit leisten muss (Notdienste, Rezepturen, Festbeträge, Sicherstellungsaufträge,…) plus die Dienstleistungen, welche zusätzlich direkt dem Patienten zugute kommen (falsche Verschreibungen erkennen und korrigieren inklusive etliche Telefonate mit den Arztpraxen, Einnahmefehler, Complianceförderung und und und) kann eine Versandhandelsapotheke nie leisten.
Noch so ein unglaublich schlecht recherchierter Artikel und ich werden doc check newsletter auf alle Fälle abbestellen!

#38 |
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Apothekerin

Sehr geehrter Herr Dr. Antwerpes,
wenn Sie ein solches Fachportal betreiben, haben Sie es mit Fachleuten zu tun, die es lesen. Warum achten Sie nicht darauf, was Ihre Journalisten hier veröffentlichen? Wie kann es sein, dass ein Journalist in Ihrem Namen einen solch falschen, verzerrenden und unsachlichen Artikel verfasst? Haben Sie nicht begriffen, dass Apotheken einen gesetzlich geregelten Auftrag erfüllen (Apothekengesetz, ApoBetriebsordnung, …) unter völlig reglementierten Preisgefügen, den die Krankenkassen vorgeben? So ein Artikel hätte gar veröffentlicht werden: er strotzt von voreingenommen Statements, die nichts mit der Realität zu tun. Warum müssen eigentlich wir Leser Ihren Artikel korrigieren? Wieso müssen wir Apotheker uns rechtfertigen? Wieso können und dürfen Journalisten ungehemmt und ungestraft Unwahrheiten veröffentlichen? Auch Apotheker sind Unternehmer, aber in einem staatlich reglementierten System mit sehr wenig Spielraum. Diese Apotheker haften mit Ihrem ganzen Vermögen, und deshalb beuten sich Apotheker bis auf Blut aus, um eine Privatinsolvenz zu vermeiden – und das sind eine ganze Menge Apotheker, ob Sie es glauben oder nicht. Und das Ganze ist staatlich reglementiert. Und da kommen Sie daher und verzapfen hier einen derartigen Blödsinn? Für wen haben Sie diesen Artikel eigentlich geschrieben? Sogar Montgomery als Ärzteführer hat sich pro Apotheken ausgesprochen!

Nehmen Sie das als offizielle Beschwerde gegen Ihr Portal! Setzen Sie sich mit Ihrem Qualitätsmanagementbeauftragten zusammen und überlegen sich, was qualitätsorientierter Journalismus bedeutet. Oder haben Sie gar kein QM-System? Die Apotheken schon – staatlich verordnet!

#37 |
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Erwin Müller
Erwin Müller

Herr Ott: Das ist der Chef Ihres “Schreiberlings”: http://news.doccheck.com/de/blog/post/4855-sankt-martin-bigott/?cat=22&context=category

Noch Fragen?

#36 |
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Gunnar Ott
Gunnar Ott

Ist dieser van den Heuvel nicht kürzlich schon einmal durch Halbwissen und Ressentiments gegen uns Apotheker aufgefallen?! Woher diese Abneigung gegenüber unserem Berufsstand? Neid? Warum gibt man diesem provokanten Schreiberling eine Plattform bei einer Medizin-Community, der zahlreiche Apotheker angehören?
Ich muss diese Provokation nicht haben, mir reicht der Hetzjournalismus der Tagespresse. Interessant wäre die Reaktion der Ärzteschaft, wenn auf diesem Portal gegen sie in diesem Ausmaß gehetzt werden würde.
Ich kann auch ohne DocCheck!

#35 |
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Daniel Andreas Eicke
Daniel Andreas Eicke

Sags mit OTTO:
Gute Idee!
Son Scheiss.

#34 |
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Dr. rer. nat. Rolf Bruns
Dr. rer. nat. Rolf Bruns

Bei all dem geht leider verloren, daß die Apotheken bundesweit für über 160.000 qualifizierte, wohnortnahe Arbeitsplätze sorgen, die zu über 80% von Frauen belegt werden. Nur zum Vergleich, die ach so arme Kaisers-Tengelmann-Kette biete gerade ein Zehntel und ist wochenlang prominent in den Medien vertreten, hier redet der BMWi auch ganz anders und setzt sich sogar über geltendes Recht hinweg, aber hier handelt es sich ja auch um einen Konzern und das sind dann alles potentielle SPD-wähler.
Ohne redundant sein zu wollen, kann ich meinen Vorrednern nur recht geben, dieser Artikel ist abgrundtief schlecht recherchiert und tendentiös. Wer zahlt für Sie für derartige Veröffentlichungen??

#33 |
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Gast
Gast

Man man. Selten einen so tendenziösen meinunsmachenden vergorenen Murks gelesen. Der arme kleine motzende Mann wird am Ende am meisten unter den RX-Boni leiden. Denn die stehen eh der Kasse/Solidargemeinschaft zu. Er selbst hat also wenn dann nur vorübergehend was davon. Später wenn seine Vorortapotheke pleite ist und die VersandOligopole die Preise wieder anziehen, guckt er dumm aus der Wäsche wenn er schnell mal ein paar Ibus braucht. Und wenn die unfähige MFA mal wieder auf den Blankorezepten des Doktors Propranolol statt Pantoprazol verordnet hat, dann ist da keiner mehr der es unkompliziert ausbügelt. Aber gut das der kleine arme Bauer 2 Euro gespart hat.

#32 |
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Dr. Kurt Berndl
Dr. Kurt Berndl

Newsletter abbestellt!

#31 |
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Weitere medizinische Berufe

Schade! Solche Artikel entstehen halt, wenn sich “Fachjournalisten” mit Dingen befassen, die zu komplex sind, um sie nur auf einer, in diesem Fall auf wirtschaftlicher Basis zu beurteilen.
Ihr Artkel, Herr van den Heuvel, zeugt entweder von schierer Unkenntnis, von bloßer Ignoranz oder er ist von den flaschen Intressengruppen bezahlt. Das ist mir im Übrigen bei Ihren Veröffentlichungen immer wieder aufgefallen und ich frage mich warum DocCheck so offensichtlichem Lobbyblödsinn, bzw. wahlweise so schlechtem Journalismus, eine Plattform bietet.
Hier werden persönlich eingefärbte Meinungen als Nachweis für bestimmte Zusammenhänge genutzt, Bilder mit Quellenangaben um Textfelder ergänzt und unbewiesene Behauptungen augfgestellt. Ist das die Verfahrensart die Sie in Ihrem naturwissenschaftlichen Studium gelernt haben? Dann ist es wohl besser das Sie ein sogenannter Fachjounalist geworden sind.
Für einen echten Wissenszuwachs lade ich Sie gerne in unseren Landapothekenverbund ein, in denen ich noch die Freude habe zu arbeiten. Im übrigen als einziger männlicher Angestellter. Die anderen Teammitglieder sind Frauen. Oft teilzeitbeschäftigte Mütter. Aber was solls, die können ja dann im Rahmen der Kostenersparnis in die Großapotheken in die nächste Stadt fahren und dort Masse machen. Hauptsache Packungszahlen, damit zumindest irgendwo noch die Kalkulation stimmt. Egal opfern wir halt wieder einmal ein funktionierendes System auf dem Altar der Kostenersparnis. Bleibt abzuwarten wer dann am Ende spart. Die Versicherten jedenfalls sicher nicht, denn der Bonus gehört nicht Ihnen, sondern dem Käufer, also den Versicherungen.
Aber egal, jedenfalls würden Sie hier bei uns bestimmt einige Antworten auf wichtige Fragen finden. Schade, dass Sie sich diese aber offensichtlich gar nicht stellen. Ich dachte unvoreigenommene Neugier wäre eine der wichtigsten Eigenschaften für einen Journalisten. Naja, vielleicht gilt das nicht für “Fachjournalisten”.
Sollte ich mich täuschen, stehe ich Ihnen als Insider-PTA gern zur Verfügung…

#30 |
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Christian Philipp Jüttner
Christian Philipp Jüttner

Wenn es Rx-Boni gibt, dann sollen die KK diesen bekommen. Ich zahle mit meinen Beiträgen für einkommensschwache Mitbürger mit, die sich alleine die meisten Behandlungen gar nicht leisten könnten, diese auf Grund der Solidargemeinschaft aber bekommen. Wenn noch Geld im System ist (und das war bisher immer das Argument um GH-Apotheke Boni zu kassieren) dann muss das der Allgemeinheit und nicht dem Einzelnen zu Gute kommen. Denn die Allgemeinheit bezahlt am Ende das Medikament.

#29 |
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Franz Brunner
Franz Brunner

Wirklich beeindruckend mit welcher Ahnungslosigkeit man gefährliche Halbwahrheiten und Mythen verbreiten darf ! Wer ist hier wohl der Lobbyist ?

#28 |
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Gast
Gast

Familie B. dürfte bei einem deutschlandweiten Fall der Preisbindung nicht lange von Bonis profitieren, denn faktisch zahlt die Krankenkasse (mal von Viagra etc. abgesehen) und diese wird sich Bonis bestimmt nicht lange entgehen lassen wollen.

#27 |
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Dr. Marcel Goubeaud
Dr. Marcel Goubeaud

Immerhin ist die Boni Geschichte ein für die Industrie geschäftbelebendes Modell! So werden bald nicht nur, wie bislang Teststreifen und Hilfsmittel, die -veranlasst durch findige Versender- in Massen am persönlichen Bedarf vorbei rezeptiert werden, bei ebay und co. zu kaufen sein, sondern auch nicht benötigte Medikamente, die um den Bonus einzutreiben fleissig bestellt werden. Ich hoffe eine entsprechende Budgeterhöhung bei den Ärzten ist vorgesehen!

#26 |
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Hallo Herr van den Heuvel,
es drängt sich doch sehr der Verdacht auf, nachdem wie Sie was schreiben, dass Sie ein Lobbyist einer holländischen Firma sind, die den deutschen Apotheken sicherlich nicht wohl gesonnen sein können. Im Prinzip geht es doch nur um Profit und Geldmache, sonst nichts. Das Studium, das schwer genug ist und noch lange keine grossen Erträge mehr verspricht, kann man sich nach Ihren Ansichten ja auch sparen. Weiterhin viel Erfolg bei der Demontage des deutschen Apothekenwesens!

#25 |
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Thorsten Junk
Thorsten Junk

Anmerkung:
Bei allen dargelegten Argumenten wird der Anschein erweckt, der deutsche Apotheker will mehr Geld verdienen. In Wirklichkeit ist es dem deutschen Apotheker verboten (im Gegensatz zum holländischen) Rabatte zu geben. Auch kaufen Holländische Apotheken RX-Medikamente zu ganz anderen Einkaufskonditionen ein, als der deutsche Apotheker (Rabattverbot im Einkauf).
Ohne dieses Rabattverbot wäre es auch für den deutschen Apotheker leicht, Rabatte dem Endverbraucher zu gewähren. Man sollte also wenigstens gleiche Bedingungen ermöglichen oder vielleicht die MwSt. auch in Europa harmonisieren. Wenn Wettbewerb, dann bitte auch im Einkauf, nicht nur im Verkauf.

#24 |
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Ulrich Geltinger
Ulrich Geltinger

Mythos 5:
§1 Abs.1 des Apothekengesetzes normiert den Sicherstellungsauftrag der deutschen Apotheken zur Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln.
Eine direkte Folge dieses Auftrages ist §15 Abs.1 der Apothekenbetriebsordnung, der uns auferlegt den durchschnittlichen Arzneimittelbedarf zur Versorgung der Bevölkerung für eine Woche lagernd zu halten.
Wie soll aber dieser Bedarf ermittelt werden, wenn große Teile des Umsatzes – insbesondere in der Chronikerversorgung – an Versandapotheken im In- und Ausland abfließen?
Die gebotene Lagerhaltung von lebenswichtigen Arzneimitteln zur Abdeckung des Bedarfes vor Ort in einer Notsituation, in welcher mit großer Wahrscheinlichkeit der Versandhandel versagen dürfte, ist so nicht mehr möglich.
Folglich wäre der Staat in der Pflicht, die auftretende Versorgungslücke zu schließen, um seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, was aber schon rein logistisch betrachtet nicht möglich ist.
Einzig ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sichert die ortsnahe Versorgung der Bevölkerung in einer Krisensituation, jedes andere mildere Mittel verfehlt durch die dann weiter bestehende Umsatzverlagerung sein Ziel.

#23 |
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Annette Dunin v. Przychowski
Annette Dunin v. Przychowski

Hallo Herr van den Heuvel!

Es ist traurig, dass gerade ein “freier”Medizinjournalist anscheinend keinerlei Ahnung von dem Sachleistungsprinzip der gesetzlichen Krankenkassen hat und auf die Lobby der Großkonzerne reinfällt.

Zu Mythos 1:
Falsch: Wenn die Festbeträge, die sehr viel Geld der Allgemeinheit sparen, weiterhin gelten sollen, bekommt auch die ausländische Versandhandelsapotheke nur den Festbetrag erstattet. Sollte hier eine ausländische Apotheke auf die Mehrzahlung verzichten, betreibt sie ruinösen Wettbewerb.

Und bei aller Diskussion sollte einmal klargestellt werden, dass die Rabatte sicher nicht auf dauern nur einzelnen Patienten zu Gute kommen können, weil nicht die Patienten sondern die Krankenkassen die Arzneimittel bezahlen. Damit ist die Rabattierung für einzelne Patienten höchst unsozial gegenüber der Solidargemeinschaft und verlässt das Sachleistungsprinzip!

Zu Mythos 2
Falsch: Jenseits der Lobbyinteressen weltweit agierender Großkonzerne ist es wohl völlig logisch, dass mittelständische, persönlich haftende Apotheken keine Chance gegen eine ruinöse Preispolitik von ausländischen Konzernen haben. Und somit natürlich gerade die kleineren Apotheken in ihrer Existenz massiv gefährdet werden. Verbietet man den Versandhandel nicht, kommt ausländisches Recht nach Deutschland in unser Gesundheitssystem, was nicht nur die Arzneimittelpreisverordnung gefährdet.

Mythos 3:
Falsch: Denn das Rezept im Original muss bei Versandhandel erst in der Apotheke sein, bevor die Lieferung ausgelöst werden kann. Im Gegensatz zur Zustellung durch Boten, die nicht verboten werden soll. Hier kann bei Lieferung mit pharmazeutischen Personal das Rezept auch beim Patienten bleiben. Das schafft kein Versandhandel!

Mythos 4: Arbeitsplätze sind in Gefahr
Wir haben über 70% Apothekerinnen, die mehrheitlich in Teilzeit in den Apotheken arbeiten. Das braucht kein Versandhandel. Danke, dass gerade solch qualifizierte Arbeitsplätze zu Gunsten von Kapitalgesellschaften und ihrer Aktionäre vernichtet werden. Außerdem ist der freie Beruf an sich und die Unabhängigkeit der freien Berufe in Gefahr. Ich glaube kaum, dass es Versandhandelsapotheken gibt, die bei einer Bestellung dem Verkäufer abraten, etwas zu kaufen.

Am schlimmsten ist es, dass man als angestellte Apothekerin einer Apotheke bei Kapitalgesellschaften sehr viel schneller seine Unabhängigkeit in der Beratung verliert! Denn der Patient kann ja nicht mehr mit den Füßen abstimmen, sondern erliegt falschen Anreizen. Bzw. in Folge, wenn die Krankenkassen die Rabatte für die Allgemeinheit haben wollen, geht das nur, wenn sie den Patienten vorschreiben, wo sie bestellen sollen.

Es ist schade, dass gerade die Medien auf diesen Lobbyismus der Kapitalgesellschaften so derart reinfallen. Über eine Antwort und weitere Diskussion würde ich mich freuen!

Annette Dunin v. Przychowski
przychowski@web.de

#22 |
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Apotheker

Also sorry, das ist der miserabelste Artikel, den ich je bei DocCheck gelesen habe. Bisher hielt ich DocCheck für zitierfähig – aber wenn auch Artikel, bei denen ich nicht so tief in der Materie “drin” bin, so grottenfalsch sind wie dieser Beitrag – dann gute Nacht.
Auch wenn ich Apotheker bin, so nehme ich für mich in Anspruch, ganzheitlich, nachhaltig und objektiv über den Tellerrand schauen, denken und kombinieren zu können. Zu den “Mythen” und den jeweils dazu abgesonderten Thesen will ich mich gar nicht äussern, weil ich nicht nur eigene Befindlichkeiten sehen möchte – sondern ich möchte das ZENTRALE Problem des EuGH-Urteils herausarbeiten: Apotheker hin, Patienten her – die Richter haben das Boot, in dem wir ALLE sitzen, Leck geschlagen. Wie meine ich das ? Ganz einfach: Eine kleine Kammer des EuGH hat (ohne Not !) die bisherige Rechtsprechung deutlich wichtigerer Kammern des EuGH Lügen gestraft und vor allem – am 19.10. ist die Justiz des angeblich souveränen Staates Deutschland von einer Handvoll Juristen, die mit der deutschen Verfassung so viel am Hut haben wie eine Herde Nilpferde, komplett entmachtet und willfährig den Interessen des ausländischen Grosskapitalismus unterworfen worden. Es ist höchst befremdlich, “chronisch kranke, alte und mobil eingeschränkte Menschen” argumentativ so zu instrumentalisieren, dass es ausländischer Schachtelschubser bedürfe. Es ist grotesk, die Klassenkampf-Parolen in den Trash-Medien verfolgen zu müssen. Denn die wahren Opfer des EuGH-Unrechts-Urteils sind genau die Menschen mit Handicap, sobald sie nicht mehr von den Versendern gemolken werden können. Wir kämpfen mit Campact gegen TTIP, wir bedauern den wachsenden Nationalismus in Europa einschliesslich Brexit und Trump jenseits des Atlantik, und die Mainstream-Medien ziehen über die Anhänger von Gruppierungen her, die die Unzufriedenheit über den Ausverkauf deutscher Interessen thematisieren. Und gleichzeitig wird der EuGH gefeiert, wenn er per Dekret Kernelemente nationalstaatlicher Hoheit kippt. Das ist schizo-affektiv !!!
Dass der Artikel ausgerechnet mit Hinweis auf Lauterbach, den Konzern-Oberlobbyisten im SPD-Kostüm schliesst, setzt dem irren Artikel noch die Narrenkappe auf.
Sorry – an wen hat der Autor eines solchen Artikel seine Seele verkauft ?

#21 |
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Yann Carstensen
Yann Carstensen

der Artikel ist so tedenziös, das ich mich frage, ob Sie überhaupt jemals in einer normalen Apotheke gewesen sind.

#20 |
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Dr. Thomas Wellenhofer
Dr. Thomas Wellenhofer

Journalismus auf dem Niveau eines Trump-Wahlkampfes.
Von einem Fachportal hätte ich an und für sich eine differenziertere Auseinandersetzung mit der Thematik erwartet, schade.

#19 |
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peter brunsmann
peter brunsmann

1. Arbeitsplätze gehen auf alle Fälle verloren. Größere Apotheken können ein Mehr an Kunden bewältigen, ohne gleich neues Personal einstellen zu müssen. Außerdem sind Apotheker ja auch irgenwo Kunden und Auftraggeber. Bei Verlagen, EDV-Firmen, Handwerkern und Apothekenaustattern uvm. Weniger Apotheker wenige Kunden!
2.Adhocversorgung ? Nach Krankenhausaufenthalt? Nacht und Notdienste an Sonn und Feiertagen? Uvm.
3.Apotheken sterben schon jetzt nur langsamer als mit ausländischen Versändern, der nächste Generationswechsel wird es zeigen. Junge Kollegen, welche sich kein Polster haben schaffen können werden die kleinen Apotheken nicht übernehmen.
4.Herr Wambach argumentiert um seinen Job zu behalten. Schauen wir uns den verbliebenen Einzelhandel an : Konzenration durch Verdrängung, ergo immer weniger Markteilnehmer mit immer größeren Strukturen ergo Tendenz zu Oligopolen ergo Arbeit für die Monopolkommission.
5.Wer zahlt die Steuern und Mieten in unserem Land?

Kurz noch die Mähr der Apothekerlobby. Diese “mächtige Lobby” hat die Einkünfte der Apotheker um bis zu 70% sinken lassen. Danke.

#18 |
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Gast
Gast

Liebe Leute, hat jemanden darüber nachgedacht wer am Ende die Rabatte bekommt? Glaubt wirklich einer das am Ende des Tages die Kunden die Nutznießer sind? Wenn ich Chef einer Krankenkasse wäre würde ich alles daran setzten diese Rabatte zu bekommen. Warum? Weil ich auch die Medikamente bezahle…
Und wenn das schon so ist. Warum verschlanken wir das System nicht, eine Krankenkasse, eine Apotheke… Ach was, eine Krankenapotheke für alle…

#17 |
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Apotheker

Hier wird auch ein Mythos aufgebaut, nämlich der von der Unterversorgung in ländlichen Gebieten. Der dann durch Versandapotheken angeblich gedeckt werden muss. Aber bald ist es ja geschafft: Durch eine Reihe von Reformgesetzen wurde den Apotheken im Lauf der Jahre der Hahn derart zugedreht, so daß die Apothekenzahl in Deutschland wieder auf den Stand der achtziger Jahre gefallen ist. Apotheken haben zwar die Pflicht jedes vorgelegte gültige Rezept zu beliefern, aber es gibt keine Pflicht zum betriebswirtschaftlichen Harakiri. Deshalb sind viele Apotheken geschlossen worden. Man erinnere sich nur an den Entrüstungssturm, als einer der letzten Apotheker in Husum aufgegeben hat. Die finanzielle Basis wurde nach und nach ausgedünnt, und jetzt kommt das nächste mit der De-facto-Preisgabe des Festpreises.
Natürlich sind Versandapotheken in gewisser Weise bequem, und preisgünstiger mögen sie in mancher Weise auch sein. Sie sind aber auch nicht vor Ort, machen keinen Notdienst mit, beliefern keine Rezepturen, BTM und Kühlarznei (=Vorgänge mit erhöhtem Bürokratie- und Arbeitsaufwand=höhere Stückkosten) und brauchen weder so hohe Lagerkosten noch Personalkosten wie die Vor-Ort-Apotheke zu tragen. Natürlich kann man da günstiger sein. Und die Apotheken haben untereinander sehr wohl Konkurrenz, auch das ist ein gern gepflegter Mythos, das Apotheken konkurrenzlos seinen. Man denke nur an die vielen Arzneimittel, die inzwischen aus der Apothekenpflicht herausgelöst und in Discounter platziert wurden. Im übrigen gibt es Versandapotheken, die sich um die Nicht-Rezeptpflichtigen Arzneimittel kümmern. Auch diese Umsätze fehlen den vor-Ort-Apotheken. Wovon profitieren letztendlich die Patienten?
Man kann nicht endlos fallende Peise haben, und dann immer mehr Service erwarten. Die Apotheken sind schon sehr gut aufgestellt, wie sie arbeiten.
Das hat aber einen gewissen Preis. Der ist auch nicht allzu hoch; gemessen an der allgemeinen Preisentwicklung der letzten Jahrzehnte sind die Arzneimittelpreise nicht überproportional gestiegen. Und mehrkostenpflichtige Medikamente, die so gern zitiert werden, sind die große Ausnahme.
Auch an der Stelle werden gern Mythen lanciert. Apotheken leisten an vielen Stellen einen kostenfreien Service, der sich nur durch den Verkauf von Ware finanziert. Honorarleistungen für die vielfältige Beratung gibt es nicht.
Und Klientelpolitik gibt es nicht, alle Parteien, sogar und besonders die FDP haben Gesundheitsreformen gemacht, die echt weh getan haben. Von Renditen der vergangenen Jahrzehnte kann man nur träumen. Den sprichwörtlichen Apothekenpreis gibt es nicht mehr. Noch ist das System halbwegs auskömmlich. Wenn dem nicht mehr so sein sollte, wird es bald noch stärker sinkende Apothekenzahlen geben. Neiddebatten sind vollkommen fehl am Platze, aber so was von.

#16 |
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Klaus Ikels
Klaus Ikels

Schade,
von Michael van den Heuvel hatte ich mehr erwartet als alle bekannten Gegner der gegenwärtigen Strukturen zu zitieren. wie war das noch:”Wes Brot ich ess”? Leider ist die Materie zu komplex, um sie mal eben kurz abzuhandeln. Ist die bestehende Struktur erst einmal zerstört, wird sie so niemand wieder aufbauen können. Dann helfen sicher die Konzerne um eine qualifizierte und liebevolle Versorgung der Patienten sicherzustellen.

Klaus Ikels

#15 |
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Christopher Kunzer
Christopher Kunzer

Bullshit

#14 |
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Apothekerin

Hallo Herr van den Heuvel,
ich fürchte Sie teilen die gleiche Meinung wie die Richter im EuGH, die meinen man müsse die Versandapotheken stärken, die ja so furchtbare Wettbewerbsnachteile haben, da sie keine Rezepturen anfertigen müssen, keinen Notdienst machen brauchen usw. . Ich mache derzeit jede 12. Nacht Notdienst, falls meine kleine Apotheke überlebt, meine Nachbarapotheke aber schließen muß,
darf ich dann vielleicht jede 10. Nacht Dienst schieben. Auf diesen Wettbewerbsvorteil kann ich gern verzichten !!!
Wieso brauchen eigentlich gerade die Patienten auf dem Lande den Versandhandel ?! Die bekommen doch jetzt auch die Medikamente ins Haus geliefert von ihren Apotheken in der Region. Im Übrigen haben wir sogar Patienten, die rufen an, lesen ihre Rezepte vor und wir bringen die Arznei. Die Auslieferung erfolgt dann nicht durch den Hermes-Fahrer sondern durch mich oder eine meiner PTAs – Beratung eingeschlossen !

Im Übrigen hätte ich eine Bitte: Sagen Sie mir doch bitte mal, wer die Lobby der Apotheker sein soll. Ich bin da ratlos, die ABDA können sie wohl nicht meinen und sonst fällt mir keiner ein.

#13 |
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Erwin Müller
Erwin Müller

Lieber Herr van den Heuvel, hmm. Hab mir Ihre hier recherchierte(?!) Quelle wiwo zum Thema angeschaut. (http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/arznei-versandhandel-wie-sich-apotheker-gegen-die-digitalisierung-wehren/14821650.html) . Irgendwie sieht das Bild ganz anders aus als bei Ihnen. War die restliche Recherche(?!) ebenso gründlich?

#12 |
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Stefan Dalewski
Stefan Dalewski

In der Diskussion wird immer so getan als ob der Kunde die Medikamente in der Präsenzapotheke persönlich abholen muss und der Versandhandel somit die bessere Alternative ist. Ich bin mir sicher, dass die meisten Apotheken einen Botendienst anbieten, der mit Sicherheit schneller liefert als eine Versandapotheke.
Dazu braucht man nicht Aponeo nicht in Berlin und auch nicht in anderen Großstädten.

Stefan Dalewski

#11 |
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Tobias Barth
Tobias Barth

Selten so einen Blödsinn gelesen…

#10 |
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Apotheker

Sehr geehrter Herr van den Heuvel,

ich frage mich, was wir Apotheker Ihnen getan haben, dass Sie immer wieder gegen uns agieren müssen. Oder sind Sie von einem der (ausländischen?) Versender “gesponsort” worden?

Bei all den halbwahren Mythen, die Sie hier anführen, vergessen Sie -wie Ihre schreibenden Kollegen- einen ganz wichtigen Punkt: die Arzneimittelpreisverordnung ist ein zentrales Element unseres Gesundheitswesens! Mit dem EuGH-Urteil ist eben dieses Steuerungs(!)instrument gefährdet. Denn natürlich werden die deutschen Versandhändler Gleichbehandlung einklagen. Wenn wir aber auf der einen Seite frei kalkulieren sollen, möchte ich auf der anderen Seite auch wieder frei einkaufen! Derzeit kann ich das Dank dem AMNOG von 2012 nicht mehr, sondern es gelten bei Ein- und Verkauf die gleichen Preise. Außerdem möchte ich dann keine Rabattverträge mehr abarbeiten müssen, sondern das abgeben, was ich günstig eingekauft habe. Denn wenn Wettbewerb herrscht, muss ich meine Rabatte, die ich gewähre, querfinanzieren.

Auch den Nacht- und Notdienst werde ich dann nicht mehr für 2,50 Euro pro Kunde, sondern mit zeitgestaffelten Tarifen durchführen. Wenn Sie dann Nachts um 1:00 Uhr für Ihr krankes Kind etwas benötigen, wird das eben teuer. Schließlich herrscht ja Wettbewerb!

Ein weiterer Denkanstoß, warum das mit dem “die Großen wachsen und benötigen Personal” nicht funktionieren wird: nehmen wir an, ich gewähre ebenfalls 2 Euro pro Packung Rabatt. Das sind bei einer durchschnittlichen Apotheke schlappe 60.000 Euro Ertrag (nicht Umsatz!), die mir dann eben mal schnell fehlen. Anders ausgedrückt muss da mindestens eine Kraft gehen (eher mehr). Denn in der Vor-Ort-Apotheke benötigt ein Kunde, der in der Offizin steht, eben auch einen Mitarbeiter, der ihn bedient. Im Versand sind das völlig andere Bedingugen, wenn Sie sich die Zahl der angestellten Apotheker bei DocMorris, EAV etc. mal anschauen und vergleichen welche Kundenmassen hier bearbeitet werden.

Und zu guter Letzt: Wettbewerb im Gesundheitswesen kann nicht funktionieren, denn hier gibt es nicht wie üblich Angebot und Nachfrage, sondern hier haben wir es mit kranken Menschen zu tun, die sich nicht aussuchen können, ob sie das verordnete Mittel benötigen oder nicht! Damit sollte man nicht spielen, nur weil der “freie Markt” so schön ist!

#9 |
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Wes Brot ich ess…

… des wahrheitsverdrehende Propaganda verteile ich auf allen Kanälen wie der Bauer die Gülle auf dem Acker. Indes, der Bauer tut ein gottgefälliges Werk.

Wohl bekomm’s, bei Wasser und Brot.

#8 |
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Stephanie Winkler
Stephanie Winkler

Da fragt man sich doch wer hier Lobbyarbeit betreibt!
Klar gibt es Patienten die durch Arzneimittelkosten sehr belastet werden, aber warum sollen einzelne Personen auf Kosten der Solidargemeinschaft Vorteile/Rabatte erhalten. Die Krankenkasse zahlt das Medikament und der Kunde kriegt den Rabatt. Das heißt je mehr Medikamente ich mir verordnen lasse, desto größer meine Vorteil!
Wäre nicht eine andere Regelung z. B. durch Anrechnung oder Erstattung der Mehrkosten im begründeten Einzelfall sinnvoller? Bei der Zuzahlung ist die Belastung ja durch die Möglichkeit der Befreiung gedeckelt.
Und: Ja, wenn es zu einer Preisfreigabe der verschreibungspflichtigen Medikamente kommt, werden nicht einige Apotheken sondern viele schließen.
Und das sind dann nicht die vielen Apotheke in der Einkaufsstraße, von denen wir nach Meinung einiger zu viele haben, sondern das sind die Apotheken in den Stadtteilen und auf dem Land die ihren Hauptumsatz mit Kassenrezepten machen (80-85%). Die wird es treffen und die werden auch nicht von anderen ersetzt, da diese Lagen nicht so lukrativ sind.
Die Apotheke vor Ort muß vieles leisten, was nicht kostendeckend ist. Versorgung mit Rezepturen, BtMs, Beratungen und Notdienste.
Klar braucht jemand der seine Medikament langjährig anwendet nicht jedes mal eine Beratung.
Bekommt aber jemand neue oder akute Medikamente, einen neuen Inhalator oder Blutzuckermessgerät geht gerne mal eine Viertelsunde drauf.
Wie häufig lässt sich jemand intensiv zu OTC beraten, geht da ohne etwas zu kaufen raus und zückt schon im gehen da Handy um die Preise im Netz zu checken.
Der Versand kann nicht besser sondern nur billiger! Ob man diesem Tatbestand die Wohnortnahe Versorgung opfern will, muß jeder selbst entscheiden.
Ich habe nichts gegen den Versandhandel, wohl aber gegen die Preisfreigabe bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Durch das unsägliche Urteil des EuGH beibt aber keine andere Möglichkeit.
Die Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten ist Aufgabe des Staates. Die BRD hat sich entschieden, dies nicht selbst zu organisieren und auch nicht direkt aus Steuermitteln zu bezahlen, sondern durch die gesetzlichen Bestimmungen einen Rahmen geschaffen, der es die Apothekeninhabern ermöglicht diesen Auftrag flächendeckend zu erfüllen.
Die meisten Apothekeninhaber verdienen sich keine goldene Nasen, die Zeiten sind längst vorbei. Nimmt man ihnen Ihr Kerngeschäft, wird vielen die Luft ausgehen, und ich weiß wovon ich Rede, ich bin nämlich selbst eine von Ihnen.

#7 |
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Stefan Heider
Stefan Heider

Ist denn jedem Gesunden klar, dass er durch seinen Krankenkassenbeitrag die Kranken mitbezahlt? Das nennt sich Solidargemeinschaft und ist sehr gut so. Bekommt nun der Kranke (und womöglich sogar von der Zuzahlung befreite) Patient einen Rabatt auf die Zuzahlung, so muss er diesen eigentlich der Versicherung geben, weil die ( resp. wir alle) seine Arzneimittel bezahlt. Noch kurioser wird es, wenn er zuzahlungsbefreit ist: Dann zahlt er nichts (sondern ALLE übernehmen seine Zuzahlung) und bekommt (man könnte auch sagen kassiert) den Rabatt. Er verdient Geld zulasten aller Versicherten. Das gilt es zu lösen und da ist eine Beschränkung der Verandhandels auf OTC Arzneimittel ein durchaus legitimes Vorgehen, zumal dies in gut 2/3 aller Länder in Europa so ist.

#6 |
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Apotheker

Hallo Herr van den Heuvel,
ich bin Mitglied der GKV und bezahle jeden Monat den Höchstbeitrag. Davon werden die Medikamente der GKV Mitglieder bezahlt, die nur einen niedrigen Beitrag bezahlen und krank sind. Wenn hölländische Apotheken Boni gewähren sollten die an die Krankenkasse gehen und für die Beitragssenkung zugunsten aller Mitglieder verwendet werden.

#5 |
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Apotheker Dr.med.Manneck
Apotheker Dr.med.Manneck

Wes Brot essen Sie, Herr van den Heuvel?
Und im Lutherjahr ganz besonders aktuell: Im Anfang war das Wort!
Und die Wortwahl Ihrer “Kronzeugen” und deren Auswahl durch Sie ist entlarvend.
Denn ich unterstelle einmal, daß Sie den etwas größeren Zusammenhang kennen und auch verstanden haben und dann ist Ihr Artikel reine Demagogie.
Trump und Co. lassen grüßen.

#4 |
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mühl wolfgang mühl
mühl wolfgang mühl

Es geht um rezeptpflichtige MNedikamente, nur um diese und um nix anderes.
Wieso da Kassenpatienten einen finanziellen Vorteil haben sollen, ist mir schleierhaft, da ja rezeptpflichtige AM von den Kassen bezahlt werden, nicht von den Patienten.
Wieso werden dann immer Patienten zitiert??

Böse Absicht, böse Absicht..

wolfgang mühl

#3 |
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Reinhold Romswinkel
Reinhold Romswinkel

Sehr geehrte Doc Checker!
Wessen Brot esst Ihr eigentlich? Mit Sicherheit nicht das der niedergelassenen Apotheker. Wir scheinen alles nur jammernde Millionäre zu sein, auf die man liebend gern verzichten kann.

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Karin Schlenker
Karin Schlenker

Hallo Herr van den Heuvel, Sie könnten noch die Erfahrungen aus Skandinavien einfließen lassen. Und dann könnten Sie mir noch erklären wie Amazon Dienstleistungen am Patienten durchführen würde ;-) Strumpfanpassung, Rezeptabholung, Antibiotikasaft ansetzen, Übungen zur Verwendung von Inhalatoren und Messgeräten…..uvm.

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