Automatisierung im Job: Die Roboter-PTA

18. November 2016
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Automatisierung ist ein großes Thema bei allen Berufsgruppen. Der von ARD-Experten entwickelte „Futuromat“ nimmt jetzt Apothekenjobs unter die Lupe – und kommt zu überraschenden Ergebnissen. Mit 67 Prozent scheinen PTA besonders leicht wegrationalisierbar zu sein.

„Kann ein Roboter meinen Job machen?“, will die ARD wissen. Basis des „Job-Futuromaten“ sind Informationen zu etwa 4.000 Einzelberufen. Sie stammen aus der Expertendatenbank BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (BA). Das neue Tool liefert überraschende Ergebnisse. Je nach Apothekenberuf liegt der Automatisierungsgrad zwischen 25 und 67 Prozent.

Apotheker

Rund 31 Prozent aller Tätigkeiten von Apothekenleitern könnten schon heute Maschinen übernehmen. Zu diesem Ergebnis kommt der ARD-„Futuromat“. Der Arbeitsalltag besteht im Wesentlichen aus 13 verschiedenen Teilbereichen, von denen vier automatisierbar sind. Dazu gehören verschiedene betriebswirtschaftliche Aufgaben, aber auch die Einhaltung internationaler Standards oder die Prüfung von Arzneimitteln.

Angestellte Apotheker lassen sich dem Tool zufolge nur in 17 Prozent ihrer Tätigkeiten durch neue Technologien ersetzen. Bei ihnen stehen zwei von zwölf Tätigkeiten zur Disposition: die Einhaltung internationaler Standards und die Prüfung von Arzneimitteln.

PTA

Pharmazeutisch-technische Assistenten scheinen besonders leicht wegrationalisierbar zu sein. Laut „Futuromat“ liegt der Anteil automatisierbarer Arbeitsschritte bei 67 Prozent. In Summe nennen Jobexperten neun Teilbereiche. Sechs davon könnten bereits heute Geräte übernehmen. Dazu gehören die Arzneimittelabgabe (ohne Beratung), die Rezeptur, die Arzneimittelprüfung, die Qualitätssicherung, die Prüfung von Substanzen und weitere Laborarbeiten.

PKA

Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte kommen auf den niedrigsten Automatisierungsgrad. Lediglich 25 Prozent aller Arbeiten lassen sich automatisieren, etwa Büro- und Verwaltungsarbeiten sowie das Auszeichnen von Waren.

Beratung macht den Unterschied

Warten also bald Cyborgs hinter dem HV-Tisch? Das glaubt niemand ernsthaft. Schon heute unterstützen Hardware und Software Apothekenteams bei wichtigen Aufgaben. Dazu gehören Warenwirtschaftssysteme, Kommissionierautomaten oder Maschinen zur Verblisterung. Pharmazeutisches Wissen können sie nicht ersetzen.

4 Wertungen (2 ø)
Pharmazie

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12 Kommentare:

Gast
Gast

Im Umkehrschluss heißt das aber auch dass 67% der PTAs einen anderen Job annehmen können in dem sie deutlich besser bezahlt und behandelt werden als in den öffentlichen Buden. Eigentlich eine Win-Win Situation.
Was machen aber die ganzen Senioren die dann nicht mehr adäquat belustigt werden?
Ob ein Roboter die gleiche Quengelei, Jammerei und Unhöflichkeit erlebt wie sein menschliches Vorbild?
Und wie ist es mit den sich ständig ändernden Rabattverträgen?
Gibt es eine Schaltfläche auf dem Touchscreen für wüste Unflätigkeiten und Beleidigungen weil das neue billige Rabattarzneimittel von Blödpharma und nicht mehr von Ruckelpharma ist?
Weil die Pantoprazol auf einmal rosa und nicht weiß ist?
Fragen über Fragen…

#12 |
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Tilman Kiener
Tilman Kiener

Bekommen diese Autoren eigentlich Geld für ihre Artikel?
Und wenn ja, wie viel im Vergleich zum Apothekentarifvertrag?
Im Übrigen sind Schreiberlinge wesentlich leichter durch Computer-
programme zu ersetzten als eine PTA, wer sagt uns, dasd das nicht
ein Cybertext ist?

#11 |
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Christian Becker
Christian Becker

Naja, wenn man die Roboter entsprechend ausstattet, können die auch knien, buckeln, niederfallen, in den Allerwertesten kriechen etc. – das kommt dann drauf an, welche Modelle die Hersteller liefern können.
Ohne das Unterwürfigkeitsmodul kommt mir sowas nicht ins Haus – ich muss ja dem Klischee gerecht werden, das es da offenbar gibt. :D

#10 |
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Gast
Gast

Standesdünkel natürlich.

#9 |
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Gast
Gast

Da hat Herr Becker aber ein Problem: Computer scheren sich nicht im Mindesten um Standesämter.
Roboter können nicht vor Ihnen niederknien.

#8 |
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Gast
Gast

Und noch ein Schritt zum Unpersönlichen.
Automatisches einlesen der Rezepte und anschließendes heraussuchen klappt ja heute schon (wenn auch nicht immer). Das Gespräch, das freundliche Lächeln, die Beratung und die Empathie lassen sich nicht mit Maschinen erreichen, oder????

#7 |
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Gast
Gast

Letztlich sind viele Berufe automatisierbar. Die Berufe in der Apotheke gehören definitiv auch dazu. Die Kunden werden das schon akzeptieren (sofern es günstiger ist).

Aber das ist ja keine Entwicklung die einem Angst machen muss. Wenn Robotor viele menschliche Tätigkeiten übernehmen werden (un diesen Tag werden Jüngeren unter uns auch noch erleben), dann haben wir ja Zeit für die sinnvollen Dinge im Leben (dazu gehört wohl kaum von 8:30-18:30 in der Apotheke zu hocken) … das ist dann allerdings eine politische Diskussion.

#6 |
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Christian Becker
Christian Becker

Hah, ja, die Medikamentenabgabe ohne Beratung können sicherlich Automaten übernehmen.
Nur sollte es die gar nicht geben. Zwar will nicht jeder Kunde eine Beratung, die Möglichkeit dazu muss aber dennoch vorhanden sein.

Ich kann mir auch keinen Automaten so richtig vorstellen, der PTA-gleich unterschiedliche Arzneimittel herstellt. Dass man AM natürlich weitgehend automatisiert herstellen kann, zeigt uns ja die Pharmaindustrie; da ist dann aber auch ein Maschinenpark für Kapseln, einer für Tabletten (OK, Tabletten in der Apotheke macht wohl niemand), einer für Cremes etc. vorhanden.

Ja, gut, in der Zukunft geht es vielleicht. Zukunft ist ja ein weit gefasster Begriff. Bis da hin hätte ich aber weiterhin gerne gute PTAs (um als Apotheker jemanden zum Rumkommandieren, Beschimpfen und Kleinhalten zu haben, wie man so unterstellt :P).

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Der EU-Gerichtshof steht was die Blau-Äugigkeit angeht nicht allein.

#4 |
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Dr. Viktor Gailius
Dr. Viktor Gailius

Immer wieder die so genannten Experten ! Diese sind mit Sicherheit an die 100 % überflüssig wie ein Kropf .

#3 |
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Da sieht man mal wieder, was rauskommt, wenn sich Leute mit Themen befassen, von denen sie keine Ahnung haben. Diese Leute können gerne mal einen Tag in meiner Apotheke verbringen und sich auf den Stand der Realität bringen ;-)

#2 |
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Coventina
Coventina

Automatisierung von Rezeptur und Labor in der Apotheke (über Rührgeräte für Cremes/Salben hinaus, die ja schon usus sind) stelle ich mir schwierig vor. Das Spektrum an sehr unterschiedlichen Aufgaben und Methoden ist groß. Wie soll der Gerätepark dazu aussehen? Automatisierung ist nur sinnvoll, wenn viel gleichartiges gemacht wird. Und auch dann braucht man z.B. bei der Prüfung von Ausgangsstoffen noch jemanden, der die Probe vorbereitet, ins Gerät schiebt und die Daten auswertet.

#1 |
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