Studienplatzvergabe: Auslaufmodell NC?

19. Juni 2013
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Der Präsident der BÄK zweifelt in einem Interview die Sinnhaftigkeit des NCs als alleinigen Indikator für die Studienplatzvergabe an. Er fordert die umfassende Einführung von Assessment-Centern, auch, um dem Landarztmangel entgegenzuwirken. Ist das realistisch?

„Hätte ich mich nur ein Jahr später auf das Medizinstudium beworben, hätte ich keine Chance mehr auf einen Platz gehabt“, so Daniel, sehr erfolgreicher Absolvent des Hammerexamens im Frühjahrsturnus dieses Jahres. Kaum ein Studium in Deutschland ist so beliebt wie das Medizinstudium. Im Wintersemester 2012/13 bewarben sich durchschnittlich 4,8 Bewerber auf einen Studienplatz der Humanmedizin. Viele nehmen jahrelange Wartezeiten in Kauf, um doch noch den angestrebten Wunschberuf ergreifen zu können. Die Frage nach dem richtigen Auswahlverfahren stellt sich hier schon lange. Kann die Abiturnote wirklich etwas über den Studienerfolg und die späteren Merkmale und Qualitäten eines Arztes aussagen? Steckt in einem 1,0-Abiturienten wirklich ein besserer Arzt als in einem Kandidaten, der wegen seines 1,9-Abiturs leider keinen Studienplatz bekommen hat?

Warum überhaupt ein Auswahlverfahren?

Da es für eine begrenzte Anzahl von Studienplätzen eine große Anzahl an Bewerben gibt, ist eine Auswahl nötig. Warum nicht einfach zufällig auswählen oder nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vorgehen? Ganz einfach: Weil bei der Auswahl der Medizinstudierenden eine Vielzahl von Interessen zusammen kommen, die berücksichtigt werden wollen.

Die Ausbildung der Mediziner kostet den Deutschen Staat sehr viel Geld. Aus diesem Grund hat er ein großes Interesse, die Abbrecherquoten so niedrig wie möglich zu halten. Gleichzeitig wollen die Universitäten, dass ihre Studierenden mit möglichst guten Noten in den Staatsexamina abschließen, da das ihre Reputation, ihre Position in Uni-Rankings verbessert und damit letztendlich zu mehr Einnahmen und einer besseren Stellung im Konkurrenzkampf zwischen den Fakultäten führt. Als drittes Interessenfeld kommen heutzutage immer mehr die Ärztekammern ins Spiel. Sie versuchen eine bestimmte geographische Verteilung der Fachärzte zu erreichen und möchten möglichst viele Hausärzte, die später als Landarzt arbeiten, heranziehen. Den geringsten Einfluss auf das Verfahren haben aber die Patienten: Denn die wollen einfach möglichst gute und empathische Ärzte.

Kein Auswahlverfahren ist objektiv

Gerade bei stetig steigenden NCs scheint sich aber immer deutlicher ein gewisser Effekt auf die Selektion des Studentenkollektivs zu zeigen. „Oft habe ich den Eindruck, vor allem weibliche Abiturienten mit Kunst- und Deutsch-Leistungskurs unter meinen Kommilitonen zu haben. Manchmal frage ich mich schon, ob das die besten Grundvoraussetzungen für ein naturwissenschaftlich fundiertes Studium sind“, erzählt Stefanie, die gerade vom Biochemiepraktikum kommt. „Aber auch wenn sie schon in der Schule einen naturwissenschaftlichen Hintergrund hatten, muss man doch ganz ehrlich sagen, dass vielen der Überfliegern bestimmte andere soziale Kompetenzen zu fehlen scheinen. Und da sind schon einige dabei, die ich mir nicht als meine späteren Ärzte vorstellen kann“, führt sie weiter aus.

Die Konzeption des idealen Auswahlverfahrens

Möchte man nun das ideale Auswahlverfahren konzipieren, werden natürlich zunächst die allgemeinen Prinzipien von Reliabilität, Validität und Objektivität verfolgt. Weiterhin ist der Kostenfaktor wichtig. Der Test darf nicht zu teuer sein. Und auch eine gewisse soziale Gerechtigkeit muss mit einbezogen werden. Das heißt bei Partnerschaft, Elternschaft oder Pflegeaufgaben kann unter Umständen eine Bevorzugung hinsichtlich des Studienortes ermöglicht werden.

Nimmt man nun alle diese Faktoren in Betracht, sind eine Vielzahl von Auswahlverfahren denkbar: Numerus Clausus, Assessment-Center, Medizinertests, Motivationsschreiben, Auswahlgespräche, Landarztquote und viele mehr. Alle diese Optionen lassen sich auch miteinander kombinieren. So ist zum Beispiel eine Kombination aus Numerus Clausus und einem Bonussystem, bei welchem man Punkte für eine vorangegangene Ausbildung im medizinischen Bereich erhält, durchaus üblich.

Wo ist nun das Problem?

Das Problem besteht nun darin, dass fast alle genannten Möglichkeiten bisher noch jeglicher wissenschaftlicher Evidenz entbehren. Niemand weiß wirklich genau, welches Verfahren das Beste und Aussagekräftigste bezüglich der gewünschten Faktoren ist. Einzig beim Numerus Clausus ist ein Zusammenhang zwischen Abiturnote und Studienerfolg belegt. Darüber hinaus gibt es auch Hinweise darauf, dass eine Kombination aus Abiturnote und Auswahlgesprächen zielführend sein könnte. Auch zeigen die Ergebnisse bei Medizinertests einen statistischen Zusammenhang mit dem späteren Studienerfolg. Allerdings ist fraglich, weshalb diese teuren Verfahren nötig sind, wenn die Aussage schon anhand des Numerus Clausus getroffen werden könnte.

Wie kriegen wir mehr Ärzte aufs Land?

Montgomerys Forderung nach Assessment-Centern klingt zunächst nachvollziehbar, will er doch möglichst viele Medizinstudenten gewinnen, die sich später auch in ländlichen Regionen niederlassen wollen. Der große Nachteil dieser Art von Auswahlverfahren ist aber sein großer Aufwand, die damit verbundenen hohen Kosten und das völlige Fehlen wissenschaftlicher Validität. Sind Assessment-Center wirklich der richtige Weg, um mehr Mediziner aufs Land zu bekommen? Diese Frage vermag zur Zeit niemand zu beantworten und es bleibt dahin gestellt, ob sich die finanzielle Investition in ein solches Verfahren lohnen würde.

Kann die Landarztquote eine Lösung sein?

Eine weitere Idee aus den Ärztekammern ist die bereits zuvor erwähnte sogenannte „Landarztquote“. Sie stellt ein Vergabeverfahren von Studienplätzen an Abiturienten dar, die sich zur späteren Tätigkeit in ländlichen Regionen verpflichten. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) sieht das skeptisch. Sie glaubt, dass von Bewerbern zum Zeitpunkt Ihrer Bewerbung nicht erwartet werden könne, dass diese abschätzen könnten, welcher Richtung sie sich nach dem Studium zuwenden möchten. Sind Medizinstudierende vielleicht gar nicht die richtigen Adressaten für diese Bemühungen? Sollten nicht vielmehr Fachärzten oder Ärzten in fortgeschrittener Weiterbildung Anreize für die Niederlassung auf dem Lande geboten werden?

Der NC: Nicht schön, aber die pragmatischste Lösung

Die Diskussion zur Thematik wird sich weiter fortsetzen und voraussichtlich auch so bald kein Ende finden. Egal, welche Vorschläge gemacht werden, solange es keine neuen Erkenntnisse seitens der Lehrforschung gibt, wird sich am Ende die Auswahl nach Abiturnote auf Grund ihrer preiswerten Durchführbarkeit und der bestätigten Validität immer wieder als die praktikabelste Lösung herausstellen. Ihre Aussage über den späteren Studienerfolg scheint gewiss, aber ob NC und auch die Note im Hammerexamen wirklich ein ausreichender Prädiktor für die Auswahl eines „guten“ Arztes sind, wird wohl auch in nächster Zeit unbeantwortet bleiben. Der Numerus Clausus ist zwar wahrlich keine schöne Lösung, es gibt zurzeit aber auch keine bessere.

58 Wertungen (3.67 ø)

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13 Kommentare:

Gast
Gast

Gestern war zu vernehmen, dass man darüber nachdenkt, wie man mehr ausländische Ärzte für die Provinz “gewinnen” könnte! Andere denken aber wiederum darüber nach, ob es vielleicht doch nicht verkehrt wäre, die Deutschkenntnisse der fremdsprachigen Kollegen auch dahingehend zu prüfen ob ein Arzt/Patientengespräch überhaupt möglich ist…-aber das geht ja nicht, weil es ja dann die Hälfte wieder nicht schafft! Arme Patienten!
Warum gehen so viele deutsche Absolventen ihrerseits ins Ausland, nachdem sie hier ein teures Studium gesponsert bekommen haben? Darf der Steuerzahler da nicht auch eine Gegenleistung verlangen?
Hier ein Vorschlag mit einem Reality-Assessment-Center, das nicht nur für lau zu haben wäre, sondern eine echte win-win-situation für alle wäre:
Wie wärs mit einem verpflichtenden Jahr Pflege oä. als Vorbedingung der Bewerbung? Und wie wärs, wenn die Beurteilung (nicht nur Pflegedienstleitung/ Ärzte/Kollegen etc., sondern auch “Sternchen” von Patienten?) dieses Engagements als Grundlage für die Zulassung genommen würde? Dann wäre unser Pflegenotstand deutlich gelindert, die Patienten hätten freundliche, motivierte Pfleger, die zukünftigen Ärzte hätten mehr Achtung vor der Leistung des Pflegepersonals und diejenigen, die nur Medizin studieren wollen, weil sie die passende Note haben werden abgeschreckt.
Warum soll das eine Zumutung sein, wenn jemand über eine Landarzt-Verpflichtung Zugang zu seinem Traumberuf bekommt? Ist 13 Semester Warten keine Zumutung?
In Norwegen muss JEDER fertige Mediziner erst mal für mehrere Monate in die Pampa (bzw über den Polarkreis).
Wer nicht bereit ist solche “Opfer” zu bringen und nur im weissen Kittel durchs City-Sprechzimmer rauschen will -am besten ohne jemals mit einem Patienten reden zu müssen- sollte nicht Arzt werden.

#13 |
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Hamburger
Hamburger

So lange überforderte, schlecht ausgebildete “Pädagogen” maßgeblich am schulischen Erfolg der Schüler beteiligt sind, ist die Abiturnote für mich kein guter Prädiktor für den beruflichen Erfolg!
Lehrer sind auch nur Menschen, die ihre Schüler teilweise mögen und fördern und teilweise nicht mögen und dementsprechend auch nicht fördern! Sie entscheiden darüber, ob Grundschüler die “gymnasiale Reife” haben…sie entscheiden über den Übergang in die Oberstufe. Sie fangen Konflikte als Vertrauenslehrer oder Oberstufenbetreuer ab…oder eben nicht.
Sie bereiten auf das Abitur vor…oder auch nicht (siehe den Fall, wo ein Lehrer ein komplettes Abitur-relevantes Thema vernachlässigt hat). Sie vergeben Noten in der mündlichen Prüfung (die subjektivsten unfairsten Prüfungen, die ich mir vorstellen kann: ein Schüler wurde z.B. so detailreich ausgefragt, dass der Prüfungsvorsitz dazwischen ging). Mir fällt gerade meine “mündlich/praktische” Sportprüfung ein: “Ich hätte erwartet, dass Du doppelt so schnell Slalom fährst, wie ein fast 60jähriger Lehrer!”. Es entbrannte ein Streit zwischen dem Prüfer und meinem Lehrer darüber, dass mir der Prüfer nicht ernsthaft eine 3 geben wolle…
Ich kenne genug Einser-Abiturienten, die ständig an den einfachsten Prüfungen scheitern und nicht gerade mit ihrem IQ glänzen. Manchmal entscheidet halt wirklich die Schule, der Wohnort, der familiäre Hintergrund und der persönliche Kontakt zu den Lehrern über das ganze Leben…darum ist der NC als ungerechtes Maß nicht geeignet, die wichtigste Hürde auf dem Weg zum Mediziner zu sein.
P.S. Trotz meines schlechten Abiturs gehöre ich heute zu den 20% der besten nach 6 Jahren Studium…

#12 |
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Gast
Gast

Zudem gibt es auch genug Leute, die durch stures Auswendig-Lernen ein gutes Abitur machen. In der Schule gibt es ja doch einige Fächer in denen man damit sehr weit kommt, verstanden hat man dann aber noch nicht unbedingt was davon. Mit dieser Methode kommen viele dann zum Medizinstudium und teilweise auch hier noch damit durch mal mehr mal weiniger gut. Verstanden haben sie von der Medizin dabei nix und davon dann auch vieles wieder vergessen (da nur auf kurze Zeit für die Prüfung gelernt). Aber wenn sie dann im Alltag kombinieren und herleiten müssen, da es nicht mehr wie im Lehrbuch oder MC ist, dann geht nix mehr….. und so sieht es leider bei vielen aus….

#11 |
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Gast
Gast

Klar gibt es auch Ärzte mit gutem Abi die richtig toll sind, das bezweifelt ja keiner. Aber es ist ein Trugschluss zu denken wer ein gutes Abi macht ist für ein Studium besonders geeignet. Es gibt soviele Studiengänge die alle ihr Spezielgebiet haben und das Schulsystem ist so allgemein (zum Glück denn man soll ja die allgemeine Hochschulreife machen also auch gut, dass es so allgemein ist, denn jeder Fachidiot soll auch eine gewisse Allgemeinbildung besitzen aber auch die wir in der Abinote nicht unbedingt gezeigt aber das ist eine anderes Sache……) aber es spiegelt daher überhaupt nicht wieder wer für was geeignet ist. Es gibt Leute die in vielem eher schlecht sind aber top in Geisteswissenschaften, also oft mittelmäßiges Abi aber später top Leuten in Philosophie, oder eine Stärke in Sprachen aber Mathe scheiße also schlechtes Abi aber später top zb Englischlehrer oder eben welche die mit nix wirklich probleme haben also gutes Abi…… aber heißt das gleich guter Arzt?? Nein einfach nur, dass sie viele Möglichkeiten haben und wahrscheinlich in vielen Studiengängen ganz gut sind aber vielleicht auch nirgends richtig gut vielleicht aber auch doch usw. man weiß es eben einfach nicht. Ich glaube für alle Studiengänge gilt: wer sich dafür interessiert und die Leidenschaft hat ist gut darin, Abinote hin oder her, es zählt das Interesse an einem Fach und nicht wie gut das Abi (das ZUM GLÜCK so breit gefächert ist) war. Und daher: Wer zuerst kommt und sich einschreibt hat den Studienplatz. Dann kommen vor allem die die es echt interessiert. Die NC-Fächer sind oft nur so beliebt weil es NC-Fächer sind…….. ohne NC verlieren sie für viele an Reiz.

#10 |
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Studentin der Humanmedizin

Leider wird mir im Forum und im Artikel zu oft von den “Überfliegern” mit 1,0 gesprochen, deren ärztliche Qualitäten anzuzweifeln sind! Ich kenne so einige Gegenbeispiele sehr reifer, umsichtiger, empathischer 1,0-Medizinstudenten! Der Umkehrschluss funktioniert in dem Fall eben nicht, na klar kenne ich auch viele, die lange warten mussten und deswegen hochmotiviert an ihr Studium rangehen und wunderbare leidenschaftliche Ärzte werden!

#9 |
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Carolin Pretzer
Carolin Pretzer

Ich persönlich hätte nichts dagegen als Pädiaterin auf dem Land zu arbeiten (denn auch dort gibt es ja bald Versorgungslücken). Allerdings studiert mein Freund ebenfalls Medizin, wir möchten beide nicht auf Familie und Kinder verzichten. Das stellt uns vor einige Probleme. Also warum nicht einfach Anreize schaffen für Familien? Professionelle und flexible Kinderbetreuung, die Möglichkeit der Förderung und Freizeitaktivitäten. Die Möglichkeit haben, nicht in der gleichen Gemeinde wohnen zu müssen, wo man in einer Praxis arbeitet, damit man vielleicht in einer größeren (Klein-)Stadt wohnen kann. Das wäre zumindest für mich und einige die ich kenne ein Anreiz auf’s Land zu gehen!

#8 |
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Gast
Gast

“Gleichzeitig wollen die Universitäten, dass ihre Studierenden mit möglichst guten Noten in den Staatsexamina abschließen, da das ihre Reputation, ihre Position in Uni-Rankings verbessert und damit letztendlich zu mehr Einnahmen und einer besseren Stellung im Konkurrenzkampf zwischen den Fakultäten führt.”

Und diejenigen, die darunter leiden, sind mal wieder die Patienten, weil die Ärzte, bis auf wenige Außnahmen, alle Fachidioten und null sozial kompetent sind. Und andere absolvieren 2,3 oder mehr med. Ausbildungen und werden nicht angenommen, nur weil sie nen schlechtes Abi haben.

#7 |
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Studentin der Humanmedizin

Ich muss auch sagen, dass der NC leider sehr sehr wenig darüber aussagt, wer geeignet ist und wer nicht. Zum einen kann man sich taktisch eine bessere Abiturnote erarbeiten, zb eben durch Lks wie Deutsch und Kunst, wer die entsprechende Begabung hat, hat eben Glück. Zum anderen fehlt bei einigen NC-Kandidaten eindeutig die soziale Kompetenz. Ich selber hatte Physik und Biologie-LK und bin in Österreich über den Medizinertest reingekommen. Ich habe keinerlei Probleme im Studium obwohl ich nicht den perfekten Schnitt habe.

#6 |
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Henriette Beyer
Henriette Beyer

Was spricht dagegen, die berufsnahe Ausbildungen, die vorm Studium absolviert werden, stärker zu bonieren? Warum nicht auch die Abschlussnote der Ausbildung heranziehen? Ist diese nicht Aussagekräftiger, da sie doch mehr mit dem Bereich zu tun hat als ein Abi in Deutsch?

#5 |
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Peppe Pepe
Peppe Pepe

Hallo Herr Mößner,
Also als Unfallchirurg/Orthopäde reicht es ja auch legasteniker zu sein ^^

#4 |
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Gast
Gast

Ich bin selbst Ärztin und der NC ist eine schlechte Auswahlmöglichkeit. Denn wie oft habe ich gehört “oh eigentlich wollte ich ja BWL machen oder Lehramt oder sonst was aber mit dem Abi muss ich wohl Medizin machen sonst wäre das ja vergeudet” Und keine Ahnung darüber, dass es Studiengänge gibt die einen höheren NC haben. Zudem gibt es Zahlen, dass gerade in naturwissenschaftlich basierten Fächern die guten Abiturienten eher schlechter werden oder Mittelmaß bleiben und Leute mit schlechtem Abi oft in Hochform auflaufen, da das Schulsystem schlecht zeigt wer für was geeignet ist. Wie ein Vorgänger schon schrieb: mit Kunst, Religion und sonst was ein 1,2 Abi. Aber keine Ahnung von Medizin……… Es bewerben sich auch nur soviele Leute weil es einen so hohen NC gibt, da vielen denken es wäre was besonderes. Und sind wir ehrlich es ist einfach ein Beruf für den man berufen sein muss und das kann keine Abinote zeigen. Wer zuertst kommt mal zuerst, dann kommen auf kurz oder lang nur noch die die es wirklich wollen…… und die ganzen die denken sie sind toll nur weil sie Medizin studiern bleiben weg weil es ja plötzlich ein “normaler” Studiengang ist. Meine Meinung auch aus Erfahrung.

#3 |
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Dirk Mößner
Dirk Mößner

Hallo
Ganz ehrlich ich hab damals eine Klage eingereicht darüber einen Vorläufigen Platz erhalten und danach einen Studienplatz über die “Güte” Medizinertests erhalten. Auf Grund meiner Legastenie war ich immer zu dumm für die höhere Schule. Meine Abiturnote über dem Umweg Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium war eine 2,4. Ich bin jetzt dabei meinen Facharzt als Unfallchirurg/Orthopäde zu machen und mein oberärztlicher Kollege, ein sicherlich prillianter Kopf mit NC usw. hat 2 linke Hände und ist ein leider nicht so guter Arzt, dem ich handwerklich häufiger unter die Arme greifen muss. Wann bitteschön kommen wir von der altertümlichen Vorstellung von Bildung weg die die güte des Schülers, Studenten an den Noten und nicht an seinen Talenten fest macht. Sorry aber ich werde wütend wenn ich lese, dass der NC noch das günstigste Mittel ist sicher zu stellen, dass die Studenten auch gut abschneiden. Es sollten zu dem Themen auch mal Leute gefragt werden, die die Dinge nicht nur von der Seite eines BWLers sehen, wie z.B. ein Philosoph wie Herr Precht. Dann wären Assessments vielleicht doch nicht der schlechteste Weg, wenn sie das richtige Testen.
Grüße
Dirk

#2 |
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Gast
Gast

Als Medizinstudentin sehe ich es ähnlich:
Der NC ist zwar unschön und sagt wenig über die sozialen Kompetenzen eines angehenden Arztes aus – aber bessere Lösungen gibt es kaum. Die Abiturnote sagt teilweise wenig über den angehenden Studenten aus, kaum jemand weiss bei Studiumsantritt schon, was er werden will (bzw. aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich dies noch mehrmals ändern wird).. Assesments wären die einzige andere Möglichkeit – doch das würde bedeuten, dass nur noch sturer auswendig gelernt werden müsste – was immernoch nichts über das Können als Arzt aussagt (Physiologie, Anatomie etc.). Aufnahmegespräche/ Motivationsschreiben wäre denkbar, doch der zeitliche Aufwand würde den Rahmen definitiv sprengen!

Es gibt keine faire Lösung – aber irgendeine Begrenzung der Teilnehmer muss rein aus Ressourcen-Sicht gewählt werden! In der Schweiz ist der NC für ALLE Mittelschulabgänger frei, so sind die Chancen fair verteilt (keine Berücksichtigung des Abitur-Schnitts).

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