Skoliose: Eine ganz krumme Nummer

21. Januar 2011
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Verformt sich die Wirbelsäule in jungen Jahren, ist meist Skoliose im Spiel. Durch eine seitliche Verdrehung des Rückgrats entstehen gegenläufige Bögen. Rechtzeitzeitig behandelt, haben die Patienten ein relativ beschwerdefreies Leben.

Kein seltenes Leiden: Ein bis zwei Prozent aller Kinder haben eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Meist entdecken Pädiater die Erkrankung als Zufallsbefund oder besorgte Eltern bemerken eine zunehmende Asymmetrie der Schultern. Diese so genannte adoleszente idiopathische Skoliose (AIS) verschlimmert sich vor allem während der Pubertät. Oft läuft sie über die einseitige Zunahme der Wirbelsäulenlänge. Die Folge: Knochen weichen aus – es entsteht zuerst ein Hohlkreuz, später verschiebt sich die Wirbelsäule zur Seite hin. Im Vorneigetest finden Kollegen dann vor allem einen Rippenbuckel. Nach ersten Hinweisen erfolgt in der Facharztpraxis die genaue Untersuchung.

Mit Strahlen auf der Skoliose-Spur

Zur exakten Diagnostik und zur Erfolgskontrolle der Therapie sind neben Lotschnur und Winkelmesser vor allem bildgebende Verfahren unumgänglich. Gerade im Röntgenbild lässt sich das Ausmaß der Verkrümmung gut messen. Hierzu dient der so genannte Cobb-Winkel: Ausgehend von den Wirbeln mit der stärksten Krümmung am oberen und unteren Ende des Bogens ziehen Orthopäden von der Basis aus Linien, die sich schneiden und dabei den Cobb-Winkel einschließen.

Trotz wertvoller diagnostischer Erkenntnisse ist hierbei die Strahlenempfindlichkeit von Kindern zu beachten. Prozesse der Krebsentstehung dauern zwar Jahrzehnte – Forscher des National Institute of Health, USA, weisen in diesem Kontext aber auf die lange Lebenszeit, die Kinder noch vor sich haben, hin. Und gerade bei langfristigen Behandlungen wie der Skoliose-Therapie werden zur engmaschigen Kontrolle etliche Röntgenaufnahmen angefertigt. Mittlerweile zeigen mehrere epidemiologische Studien ganz klar ein erhöhtes strahlenassoziiertes Risiko von malignen Erkrankungen auf, etwa Brustkrebs oder Leukämie. Andere Methoden, etwa der Einsatz von sichtbarem Licht zur Vermessung des Körpers, erreichen laut Ergebnissen des Hospital Clinico Universitario in Valencia, Spanien, mittlerweile gute Korrelationen zu computertomographischen Variablen. Sie erfordern jedoch entsprechende Geräte und geschultes Personal.

Abnutzungserscheinungen: Mit 17 schon wie 70

Unbehandelt leiden Skoliose-Patienten vor allem an Rückenschmerzen. Heidelberger Forscher stellten bereits bei jungen Patienten Verschleißerscheinungen fest, die eigentlich erst Jahrzehnte später auftreten sollten. „Erstaunlicherweise waren nicht die typischen Moleküle, die für den Gewebsabbau verantwortlich sind, in den Bandscheiben der jungen Skoliose-Patienten vermehrt nachweisbar, sondern vielmehr Bausteine, die auf einen vermehrten Gewebsaufbau schließen lassen“, so Dr. Helge Bertram vom Uniklinikum Heidelberg. Und trotz der Aktivierung körpereigener Reparaturmechanismen verschlimmert sich der Schaden. Bertram: „Dies könnte auf veränderte Druckverhältnisse, schlechtere Ernährungsbedingungen und erhöhte mechanische Belastungen von Bandscheiben in den gekrümmten Wirbelsäulen zurückzuführen sein“. Auch die Belastbarkeit von Lunge und Herz ist bei extremen Skoliosefällen eingeschränkt. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, beobachteten Ärzte der University of Iowa, USA, Patienten mit unbehandelter Skoliosis über 50 Jahre hinweg. Anzeichen einer erhöhten Mortalität oder Hinweise auf neurologische Schäden konnten die US-Wissenschaftler hingegen nicht finden.

Therapie: Korsett oder Klinge?

Je früher die Skoliosetherapie bei Jugendlichen beginnt, desto erfolgreicher sind alle Maßnahmen. Ziel ist, bis zum Ende des körperlichen Wachstums die Krümmung der Wirbelsäule in Zaum zu halten. Ob allerdings ein routinemäßiges Screening in jungen Jahren Sinn macht, sei dahin gestellt. Zu einem vernichtenden Ergebnis kommt eine Metaanalyse der Universität von Hong Kong, China, in der verschiedene diagnostische Methoden verglichen wurden. Vor allem der Vorneigetest allein zeigt die größte Ungenauigkeit. Diese Methode reiche definitiv nicht aus, so die Autoren. Auf falsche positive Ergebnisse folgten dann weitere kostenintensive Untersuchungen, Strahlenbelastung inklusive.

Weicht der Cobb-Winkel nur gering von der Norm ab, helfen physiotherapeutische Maßnahmen. Vor allem bei der Schroth-Therapie, bereits seit 100 Jahren etabliert, werden in der Literatur gute Erfolge beschrieben. Kontrollierte Langzeitstudien gibt es aber nicht.

Ab einem Cobb-Winkel von 20 Grad empfehlen Orthopäden bei Patienten im Wachstumsalter ein Chêneau-Korsett. Es besteht neben Bereichen, die Druck aufbauen, auch aus Zonen, die eine Expansion zulassen. Eine aktuelle Studie des Italian Scientific Spine Institute, Mailand, bescheinigte dem Verfahren entgegen früheren Ergebnissen hohe Effizienz. In den verschiedenen Raumrichtungen verringerte sich den Daten zufolge die Krümmung durchschnittlich um sieben bis acht Grad.

Reißen alle Stricke, lässt sich die gekrümmte Wirbelsäule chirurgisch ausrichten und fixieren, was vor allem bei Cobb-Winkeln ab 45 Grad angezeigt ist. Gerade junge Patienten überstehen operative Eingriffe meist ohne Probleme – sie haben auch die besseren Karten, dass sich die Wirbelsäule wieder aufrichtet. Allerdings führen manche Orthopäden an, dass die künstliche Versteifung ein Hindernis für das Größenwachstum sein könnte. Sie raten, eher bis zum Ende der körperlichen Entwicklung abzuwarten.

Der Vergleich zwischen Korsett und Klinge zeigt keine nennenswerten Unterschiede. Forscher an der Göteborg University, Schweden, nahmen mit modernen diagnostischen Verfahren Langzeiteffekte beider Verfahren unter die Lupe. Sie fanden keine Abweichungen hinsichtlich der Schmerzen oder der Lebensqualität.

Frauen – das schwache Wirbelsäulengeschlecht?

Doch wie entsteht eine Skoliose? Ein Anhaltspunkt: Aus zahlreichen Studien geht hervor, dass Mädchen in der Pubertät weitaus häufiger eine Skoliose entwickeln als Jungen. Krümmungen von 20 bis 30 Grad Cobb sind fünfmal häufiger, und Werte über 30 Grad Cobb sogar siebenmal öfter zu finden. Auf der Suche nach auslösenden Faktoren werteten Wissenschaftler des niederländischen University Medical Centers Utrecht die Literatur aus. Ihr Ergebnis: Obwohl zahlreiche Faktoren eine Rolle zu spielen scheinen, konnte keine allumfassende Theorie für den Ausbruch der Skoliose gefunden werden. Einzig und allein die familiäre Häufung der Erkrankung spricht für starke genetische Determinanten – ein Skoliose-Gen ließ sich bis heute aber nicht zweifelsfrei nachweisen.

Vor allem Hormone kommen als Risikofaktoren in Betracht, da sie einen starken Einfluss auf Wachstum und Umbau der Knochen haben. Wissenschaftler der Université de Montréal aus Québec, Kanada, sehen hier Östrogene als Kandidaten für das Fortschreiten der Missbildungen am Rückgrat. Und Fachärzte am englischen Centre for Spinal Studies and Surgery des Nottingham University Hospitals entwickelten das NOTOM-Modell (neuro-osseous timing of maturation): Ein spezielles System, so die Hypothese, kontrolliert das Wachstum und die körperliche Reifung. Ständig erfolgt dabei ein Abgleich zweier synchroner Prozesse, die einerseits die Skelettentwicklung bzw. die Knochenmasse und andererseits neuronale Prozesse wie das Voranschreiten der Pubertät in Einklang bringen. Die Nottinghamer Forscher vermuten hinter dem Krankheitsbild einer Skoliose die Störung zumindest von Teilen des NOTOM-Systems.

Auf neurologischer Ebene könnte auch Leptin, ein Eiweiß mit Hormonfunktion, mit von der Partie sein. Zwar wird Leptin hauptsächlich von Fettzellen hergestellt. Geringere Mengen konnten mittlerweile aber auch im Knochenmark und in Skelettmuskeln nachgewiesen werden. Und zumindest im Tierexperiment beeinflusste dieses Eiweiß auch das Längenwachstum von Knochen.

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14 Kommentare:

Medizinischer Fachhändler

Das im Beitrag Nr. 10 erwähnte SM-System von Dr. Smisek, Prag, habe ich ebenfalls kennengelernt. Hiermit können bei aktiver Mitarbeit des Patienten sehr gute Ergeb-nisse erzielt werden. Ich möchte noch auf die im Artikel erwähnte Problematik der Strahlenbelastung wegen der regelmäßigen Röntgenscreenings eingehen. Auch hier gibt es eine hervorragende Alternative. Die Verlaufskontrolle der Therapie kann mittels des handlichen Geräts “MediMouse” von Lucamed strahlungsfrei erfolgen. Wie auch in einigen anderen Beiträgen anklingt, gibt es oftmals für den Patienten schonendere Verfahren als die altbekannten invasiven Methoden. Es wäre schön, wenn unser Gesundheitssystem hier Schritt halten würde.

#14 |
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Rosina Mayer
Rosina Mayer

Bei mir (jetzt 53) entwickelte sich eine Skoliose vermutlich zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr und wurde ab dem 14.Lebensjahr mit Korsett, Gipsschale, Einlagen und Krankengymnastik behandelt.
Das Korsett trug ich konsequent fast bis zu meinem 17. Lebensjahr, die Gipsschale hatte ich etwas länger.
Ich vermutete bisher, dass durch wenig Sonnenlicht (ich war im Internat und dadurch bedingt wenig im Freien) und durch vieles Sitzen die Entwicklung einer Skoliose begünstigt haben.
Die Wirbelsäule hat sich stabilisiert, d.h. die Skoliose konnte nicht mehr begradigt werden, ich wirke aber “gerade”, habe sehr selten Rückenschmerzen. Meine Wirbelsäule ist ziemlich biegsam, da ich seit ich das Korsett nicht mehr trage, versuche, die WS bewußt durch Bücken, Beugen, etc. bei den täglichen Arbeiten (keine Krankengymnastik) in Bewegung zu halten. Vermutlich durch das Korsett habe ich mir bis heute ein gerades Sitzen und aufrechte Körperhaltung angewöhnt.
Ich habe zwei Kinder, die ein relativ schweres Geburtsgewicht hatten, aber von Seiten der WS während der Schwangerschaft und der Kleinkindzeit (schweres Tragen und Heben) keine Beschwerden gehabt.
Da in einem Bericht die Zähne angesprochen wurden, so kann ich sagen, dass im Alter von vermutl. 10-12 Jahren (weiß nicht mehr genau) der 3.Zahn rechts oben gerissen wurde (kleines Gebiss), dadurch ergab sich eine minimale Verschiebung der Mitte und die hinteren Backenzähne lockern sich seit einiger Zeit etwas (der Zahnarzt vermutet, dass dieser fehlende Zahn die Ursarche dafür sei).

#13 |
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Karola Albrecht-Kumi
Karola Albrecht-Kumi

Interessanter Beitrag.
Als HP und Chiropraktikerin, ausgebildet nach den US-Technikenen, wie SOT (Sacrum-Occipital-Technik), Cox-Technik u.a. sanften Methoden der WS-Behandlungen, kann ich aus über 15jähriger Erfahrung mitteilen, dass diese Methoden sehr erfolgreich sind.
Ich arbeite mit einem Spezial-Chirotisch und sensorischen Geräten, welche genau Auffschluss geben, an welcher Stelle der WS das NS im Fluss eingeschränkt ist. Je früher die “erworbene” Skoliose diagnostiziert wird, desto erfolgreicher ist sie zu behandeln. Näheres können Sie lesen unter http://www.chiropraktik-bund.de. Schade, dass die gesetzlichen KK die Kosten für Skoliose-Behandlug durch den HP nicht übernehmen.

#12 |
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Bin incl. Assistenzjahren nun gut 20 Jahre im Beruf. Befund ist nicht gleich Befinden, dass wird einfach jeder feststellen, der bei seiner Arbeit einigermaßen aufmerksam ist. Tatsächlich ist es so, dass Skoliose nicht gleich Skoliose ist (da pflichte ich Herrn Dr. Nixdorf zu), dass aber andererseits haufensweise Patienten in die Praxen kommen, deren Beschwerden fachärztlich aufgrund von “Spondylarthrosen” (hat ab einem gewissen Alter fast jeder), “Skoliose” (haben immer mehr Menschen) usw. bestehen. Bei fachgerechter Funktionsdiagnostik lassen sich als Ursachen für die Beschwerden aber sehr oft reine Funktionsstörungen feststellen. Das Problem ist tatsächlich die Sichtweise des Therapeuten, und ich kann allen, die sich mit dem Bewegungsapparat professionell beschäftigen, nur wärmstens empfehlen, sich mit Osteopathie zu befassen.
Dann klappt’s auch mit dem Rücken.
Sapere aude!

#11 |
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Ärztin

sehr gut,dank

#10 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

tja herr nixdorf angesichts ihrer fundamentalen defizite hätte ich an ihrer stelle den bettel längst hingeschmissen.
weiter so…

#9 |
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Hubert Schulte
Hubert Schulte

Ich halte den noch recht neuen Ansatz des tschichen Arztes Dr. Richard Smisek, die Rücken-SM-System Methode, auch bei Skoliosen für sehr vielversprechend. Hierbei wird in einer Kombination aus manueller Therapie und einer speziellen Gymnastik, die bisher vernachlässigte spiralig verlaufende Muskelketten aktiviert, eine schnelle Traktion und Zentrierung der Wirbelsäule erreicht.

#8 |
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Übersichtlicher Artikel.
Zu Frau Schütt-Berg: Sollte irgendjemand, egal mit welcher Methode, bei einer 40 jährigen eine “mittelgradige Skoliose” zum Verschwinden bringen, dann war dies eben keine Skoliose, sondern allenfalls eine skoliotische Fehlhaltung. Man sollte schon die Definitionen kennen, damit man Diagnosen stellen kann.Ich weiß gar nicht, warum ich Facharzt bin, wenn ein Heilpraktiker bei seiner Auzsbildung das alles besser weiß und kann. Und zu Herrn Nitzsche: Leider hat er recht.Ich habe mir während meiner jahrzehntelangen Praxis etliche Verfahren der Prüfungsgremien anhängen lassen müssen wegen sehr intensiver Verordnung von Krankengymnastik; das letzte Verfahren wurde nur eingestellt weil “wegen Aufgabe der kassenärztlichen Tätigkeit ein Lerneffekt meinerseits nicht mehr zum Tragen käme”.

#7 |
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Dipl.-biol. Ulrike Schütt-Berg
Dipl.-biol. Ulrike Schütt-Berg

Gute Übersicht? Nicht wirklich, nur durch die Kommentare wird dieser Artikel ergänzt! Hat es sich denn in der “Fachwelt” noch nicht herumgesprochen wie sich kleinste Veränderungen auf das gesamte Skelett/Muskulatur auswirken?

Wie Curly auch schreibt, sind Beinlängendifferenzen, Verdrehungen und Blockaden im ISG mitunter für Skoliosen verantwortlich und bringen die gesamte Statik aus der Balance. Frühzeitige Korrektur durch Dorn/Breuss, Osteopathie und Touch for Health u.a.können hier wirkungsvoll gegensteuern. Wichtig ist auch der Bezug zum Kiefergelenk und den Zähnen, denn häufig werden die Schiefstände dort durch “falschen” Aufbiss zementiert. So gibt es Untersuchungen an Hunden denen künstlich um µm die Zähne einseitig erhöht wurden, die daraufhin Skoliosen entwickelten.
Kurioserweise sind die häufig festgestellten Wirbelarthrosen und anderen scheinbar nicht umkehrbare Skelettveränderungen wie sie einem von Orthopäden durch Röntgenbilder bescheinigt werden (man geht als 25jährige zum Orthopäden und kommt als 70jähriuge wiederaus, zumindest gefühlt)durchaus veränderbar. Durch Osteoklasten und Osteoblasten im Zusammenspiel von Muskel-Knochenzusammenspiel findet an Wirbeln und Gelenken ständiger Umbau statt. Das heißt wenn die Fehlbelastungen durch verkürzte oder schwache Muskeln (sowie Hypermobilität) aufhören und verändert werden baut sich auch der Knochen wieder um. So habe ich bei einer 40 jährigen Patientin mit mittelgradiger Skoliose die sich mit Kinesiologie und Dorn-Breuss von mir behandeln ließ, nach 2 Jahren eine gerade Wirbelsäule vorgefunden.
Wichtig scheint mir noch dass bei Hypermobilität (oft auch verursacht durch Stoffwechselveränderungen wie Kryptopyrrolurämie) in allen Gelenken die zuviel “Spiel” haben Osteophyten entsstehen die irgendwann Schmerzen verursachen.
Studien in den Niederlanden zeigen dass 10% der Frauen dort Krypropyrrolurämie aufweisen, eine genetische Komponente wird vermutet und hormonellbedingte Beschwerden gehören ebenso zum typischen Erscheinungsbild wie ISG-Beschwerden und Hypermobilität. Mein Fazit ist, dass hier mal wieder dringend ganzheitlich geschaut und behandelt werden muss um ein “gerades” und beschwerdefreies Leben zu erreichen!

#6 |
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Christa Samluck
Christa Samluck

Ich kann mich den Erkenntnissen und Erfahrungen von Herrn Nitzsche nur anschliessen, ebenso denen von Curly und Frau Biesdorf.
Da ich selbst im geingen Maße betroffen bin, aber erhebliche Auswirkungen auf andere Gelenke, Organe und Muskeln habe, ist meine Erfahrung, dass eine Physiotherapie, die den ganzen Körper betrachtet und die Psyche mit einschliesst und auch so behandelt, einschließlich den Möglichkeiten eines guten Heilpraktikers und Arztes, das Beste, was dem Menschen passieren kann.
Eine sinnevolle Zusammenarbeit ist immer hilfreich für den Patienten.

#5 |
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Heilpraktikerin

Hier zeigt sich mal wieder, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sinnvoll wäre. Sprich nicht nur eine Weisungsgebundenheit, sonder mündige Physiotherapeuten, die Kontakt zu den Ärzten aufnehmen, Ärzte die Anfrage und Kritik zulassen und ggf. auch Heilpraktiker die eben nicht weisungsgebunden sind, mit ins Boot nehmen. Hier würde sich ein großes erfolgversprechendes Behandlungsfeld eröffnen. Schade, dass das meist nur Wunschdenken von wenigen ist.

#4 |
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Jörg-A. Nitzsche
Jörg-A. Nitzsche

Ich therapiere seit annähernd 30 Jahren (erfolgreich) Patienten mit Skoliose- auch über 20° n. Cobb.
Die Methode n. K. Schroth ist in der Tat sehr effektiv- es fehlt nur eine Perspektive: die der propriozeptiven Fehlinformation an das ZNS, soll heißen, dass während der Zeit des Längenwachstums ein ständiger Abgleich der Lage des Körpers im Raum, speziell im antigravitatorischen Sinn, zwischen den Mechano-/ Propriozeptoren und dem ZNS stattfindet und damit eine Fehlprogrammierung stattfindet, die den Ist- mit dem Sollwert vertauscht! Also ist “schief” “gerade”…
Therapeutisch kommt man da am besten und effektivsten mit der Vojta-Methode zu positiven Veränderungen- vorausgesetzt, es wir täglich durch physiotherapeutische Anleitung zu Hause zur Anwendung gebracht!!! Nur so kann allmählich ein neues “Bewußtsein” für “gerade” geschaffen werden, und der Körper wird zur Aufrichtung und Rerotation gebracht, durch die sog. muskuläre kontraktive Umkehr, d. h. punctum fixum und punctum mobile des Muskelursprungs und-ansatzes werden vertauscht. Der Haken an der Sache ist: kein Facharzt (Orthopäde) wird im Rahmen der Heilmittelrichtlinien eine Krankengymnastik nach Vojta (s. Veröffentlichungen von Prof. Niethardt, Aachen), also “KG ZNS” bei “Störung der neurologischen Organisation/ idiopathische Skoliose” verordnen. Das wäre aber “außerhalb des Regelfalles” möglich, doch wer will sich schon der KV erklären???
Da ich als Therapeut “weisungsgebunden” bin, therapiere ich seitdem nicht mehr nach Vojta und damit weit unter den therapeutischen Möglichkeiten. Schade. Hier ist eindeutig medizinischer Rück- statt Fortschritt die Folge…
Was wir brauchen? Helden braucht die Medizin. So long.

#3 |
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Lavinia Horling
Lavinia Horling

Sehr schön. Danke.

#2 |
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gute Übersicht+Danke

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