Früherkennung: Im Namen der Arthrose

11. November 2016
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Ein neu entwickeltes Testverfahren soll Aufschluss darüber geben, welchen Typ von Arthritis ein Patient entwickeln wird und Arthrose bereits im Anfangsstadium identifizieren. Die Erkrankung könnte deutlich früher und effizienter behandelt werden als bisher.

Patienten könnte schon bald frühzeitige Arthritis diagnostiziert werden und zwar einige Jahre bevor physische und irreversible Symptome auftreten. Das soll mittels eines neuen Tests möglich werden, den das Forscherteam um Dr. Naila Rabbani der University of Warwick entwickelt hat.

Bisher gab es keine spezifische Untersuchungsmethode, um eine frühzeitige Arthrose festzustellen, in den klassischen ACPA-Tests für Rheumatoide Arthritis (RA) bleibt die Arthrose oft unerkannt.

Signaturenvergleich

Der Test, der laut Experten voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Jahre erhältlich sein wird, identifiziert die chemischen Signaturen durch Oxidation, Nitrierung und Glykierung geschädigter Plasmaproteine in der Gelenkflüssigkeit.

An der Studie nahmen Patienten mit beginnender oder vorangeschrittener Arthrose, RA oder entzündlichen Gelenkserkrankungen teil sowie eine Kontrollgruppe von gesunden Personen. Plasma- und Gelenkflüssigkeitsproben beider Gruppen wurden mittels Massenspektrometrie analysiert.

Neuer Biomarker entdeckt

In den Proben fanden die Experten beschädigte Proteine mit charakteristischen Mustern. Diese Muster waren deutlich öfter bei jenen Patienten vorhanden, die an früher oder fortgeschrittener Arthrose und RA leiden als bei der Kontrollgruppe – ein Biomarker für die frühe Identifizierung und Diagnose war gefunden.

„Zum ersten Mal haben wir kleine Fragmente von beschädigten Proteinen gemessen, die vom Gelenk ins Blut durchsickern. Das Zusammenspiel aus Veränderungen in oxidierten, nitrierten und glykierter Aminosäuren im Blut ermöglichte die Entdeckung und Einordnung von Arthritiserkrankungen in einem sehr frühen Stadium“, erklärt Dr. Rabbani. „Es ist ein wichtiger Schritt, der uns dabei hilft, früh zu behandeln und schmerzhaften Erkrankungen vorzubeugen.“

Originalpublikation:

Protein oxidation, nitration and glycation biomarkers for early-stage diagnosis of osteoarthritis of the knee and typing and progression of arthritic disease

Usman Ahmed et al.; Arthritis Research & Therapy, doi: 10.1186/s13075-016-1154-3; 2016

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3 Kommentare:

Gast
Gast

Mitochondrientherapie!

#3 |
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Heilpraktiker

Ist es nicht möglicherweise so, dass diese “Para”proteine auch die Folge , nicht Ursache sind?! Und zwar von langanhaltender Fehlbelastung.
Zum Arzt , HP oder Osteopathen kommt jeder erst wenn Schmerzen da sind, also entweder Warnschmerz oder schon Schädigung.
Also zweifelhaft aob diese Forschungsergebnisse wirklich Aufschluss geben in Richtung FRÜherkennung, die diesen Namen auch verdient.
Dass die Untersuchung auf RA da nichts bringt ist nicht verwunderlich, handelt es sich doch um völlig unterschiedliche Ursachen.

#2 |
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Das erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts war als Jahrzehnt der Gelenke ausgerufen worden. Jetzt endlich kommen Forschungsergebnisse, die Hoffnung machen.

#1 |
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