Kommt ein Besserwisser zum Arzt …

4. November 2016
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Die Zahl der Patienten, die vorinformiert eine Praxis aufsuchen, steigt. Ärzte sehen dies kritisch, da Patienten nach der Recherche im Internet mitunter selbst die Medikamentendosis verändern. Patienten wiederum wünschen sich von ihrem Arzt Hilfe bei der Suche im Netz.

Sei es Google oder eine der vielen anderen Suchmaschinen – fast jeder Patient macht sich im Internet „schlau“, bevor er den Arzt konsultiert. Nach Angabe des Statistische Bundesamtes (Destatis) suchten 40 Millionen Menschen (67 % der Internetnutzer ab 10 Jahre) im Jahr 2015 online nach Informationen zum Thema Gesundheit. Eine Befragung unter Ärzten zeigte, dass sie diese Art der Informationsbeschaffung durch ihre Patienten kritisch sehen. Andererseits zeigte eine andere Befragung unter Patienten, dass sie sich bei der Internetrecherche Unterstützung durch ihren Arzt wünschen. So würden sie gerne Medikamenten-Apps nutzen, wenn der Arzt etwas empfiehlt. Wie können also Arzt und Patient von Dr. Google profitieren?

Wer ist Dr. Google?

Der Internet-Doktor hat viele Gesichter: Ministerien, Krankenkassen, Zeitschriften, Pharmafirmen, Arztpraxen bis hin zu Selbsthilfegruppen und Privatpersonen – alle stellen Informationen rund um das Thema Gesundheit bereit.

Die zunehmende Bedeutung des Internets ist abzulesen an der Anzahl verfügbarer Gesundheitsportale (8.000), an dem sich rasant entwickelnden Markt rund um Gesundheits-Apps, aber auch an den diversen Studien zum Thema. Der App-Markt mit seinen Chancen und Risiken für die Nutzer wurde z.B. in der vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Studie „Charismha“ untersucht. Anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse bezifferte Bundesgesundheitsminister Gröhe die Zahl verfügbarer Apps im April 2016 mit 100.000.

Wie gut ist Dr. Google?

Die kurze Antwort lautet leider: „Selten gut.“. Hinsichtlich der Qualität gibt es eine riesige Bandbreite. Welche Informationen bereit gestellt werden, ist oft von Interessen geleitet. Empfehlenswert ist die gesamte Lektüre des Info-Kompasses von der unseco. „Fall 9: Gesundheitsinformationen“ (S. 75 ff) befasst sich mit unserem Thema.

Der Info-Kompass warnt unter anderem vor geschickt aufgemachten Werbeseiten von Pharmaherstellern und nennt exemplarisch die neutral wirkende Seite „kopfschmerzen.de“, die sich bei näherem Hinsehen als Werbeseite der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG entpuppt.

Vom Grundsatz her schlecht bewertet werden Chats und Foren (Info-Kompass, Seite 77). Hier sind vornehmlich ungeprüfte Informationen von Patienten und medizinische Laien zu lesen. Oft seien Foren-Geschichten frei erfunden. Mal aus „Spaß“, manchmal auch, weil – so der Info-Kompass – bezahlte PR-Profis der Pharmaindustrie (sogenannte „U-Boot-Patienten“) den Absatz bestimmter Medikamente fördern wollten.

Hilfreich für die Bewertung eines Portals ist laut Info-Kompass das Qualitätslogo „Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem“ (afgis e.V.). Dieses Logo erhalten Seiten, die Inhalte und Werbung in ihrem Angebot deutlich trennen, den Anbieter sichtbar machen und die den Zweck, die Quellen und die Zielgruppe benennen. Die Schweizer Stiftung Health On the Net (HON) überprüft Webseiten bzw. die Autoren darauf, ob sie sachverständig sind, ihre Quellen angeben sowie über Vor- und Nachteile von Therapien berichten.

Von wem wird Dr. Google aufgesucht?

Das Surfverhalten in Sachen Gesundheit wird seit 2010 alljährlich vom EPatient Survey untersucht – eine Online-Befragung im deutschsprachigen Raum mit wechselnden Fragestellungen. Der Survey befasste sich 2015 mit dem Thema „Die Internetnutzung von Patienten und deren Auswirkungen auf ihre Therapie und den Gesundheitsmarkt“; 2016 lautete der Titel „Patient im Netz

Nach Gesundheitsinformationen suchten laut EPatient-Survey 2016 oft auch ältere Personen (Durchschnittsalter 59 Jahre) und solche, die über eine bessere Bildung verfügen. Die Geschlechterverteilung sei annähernd ausgeglichen, Frauen dominieren mit 54 % nur leicht.

Problematisch scheint das Internet besonders für Menschen, die ängstlich motiviert im Web surfen. Hypochondrie beschreibt die ausgeprägte Angst von Menschen, eine ernsthafte Krankheit zu haben, ohne dass entsprechende Befunde gesichert werden können. Zusammengesetzt aus den Wörtern „Cyber“ und „Chondrie“ wurde der Begriff der „Cyberchondrie“ geprägt. Der Begriff beschreibt die pathologische Angst vor ernsten Krankheiten, die durch die Kenntnisnahme von Webinhalten verursacht oder verstärkt wird.

In dieser Personengruppe sind nach Eichenberg et al. (Christiane Eichenberg, Carolin Wolters,  Cyberchondrie – ein modernes Syndrom? In NeuroTransmitter, 2013, Seite 24 ff) Chats und Foren als Informationsquelle mit Abstand am beliebtesten. Das bedeutet leider, dass gerade Patienten, die durch die Internetrecherche besonders gefährdet sind, durch gute Seiten eher schlecht erreicht werden.

Warum befragen die Menschen Dr. Google?

Die Menschen suchen zu Gesundheitsthemen nach allem denkbaren. Die private Krankenversicherung Central stellte im September 2015 ihre Studie „Praxis Dr. Internet“ vor. Anhand der unter Google in der Zeit von November 2013 bis Oktober 2014 eingegebenen Suchbegriffe wurde geschaut, wonach die Menschen im Netz suchen. Absoluter Spitzenreiter war die Schilddrüsenvergrößerung, gefolgt von Diabetes und Hämorrhoiden. Die Symptome Durchfall und Kopfschmerzen gehörten ebenfalls zu den 10 meistgesuchten Begriffen.

Der EPatient Survey 2016 (aaO) erfuhr, dass 43 % der Befragten Medikamenten- und Medikamenten-Verträglichkeits-Checks nutzten oder sich mit Hilfe von Apps bei der regelmäßigen Einnahme der Medikamente unterstützten ließen. Bedenklich ist, dass ein Teil der Leute nach der Internetrecherche auch die Dosierung selber veränderte.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch Coaching-Apps, die Menschen helfen, mit ihrer Erkrankung im Alltag umzugehen.

Dr. Google hat den Vorteil, jederzeit verfügbar zu sein, unabhängig von Praxis-Öffnungszeiten und Terminvergaben. Manchmal wird er auch im Nachgang zu einem Arztbesuch befragt, wenn die Erklärung des Arztes nicht verstanden wurde. Auch wird er gern als Zweitmeinungs-„Arzt“ befragt. Das Filtern, wie seriös und fundiert die diversen Meinungen sind, bleibt dem User selber überlassen, es sei denn, er bespricht die Internetergebnisse im Nachgang mit seinem Arzt.

Ein weiterer Vorteil des Netzes ist die Anonymität. Hier traut sich manch einer eher, das eine oder andere intimere Problem anzusprechen. Je nachdem um welches gesundheitliche Problem es sich handelt, wird das persönliche Gespräch auch schon mal als unangenehm erlebt.

Beeinflusst Dr. Google das Arzt-Patient-Verhältnis?

Viele Ärzte sehen diese Art der Informationsbeschaffung durch ihre Patienten kritisch. So jedenfalls das Ergebnis einer Befragung des Gesundheitsmonitors (Bertelsmann und BARMER GEK) am Ende des letzten Jahres. Befragt wurden 804 niedergelassene Ärzte zu ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit informierten Patienten. Fast alle Ärzte gaben an, dass die Zahl derer steigt, die vorinformiert ihre Praxis aufsuchen.

Immerhin fast jeder zweite Arzt weist nach dem Gesundheitsmonitor seine Patienten auf qualitativ gute Internetseiten hin oder sucht gelegentlich sogar selbst für seine Patienten nach geeigneten Informationen.

Weit über die Hälfte der Ärzte sehen sowohl das Arzt-Patienten-Verhältnis als auch die Compliance durch die Gesundheitsportale des Internet beeinflusst – mal positiv, mal negativ.

Der EPatient-Survey 2015 bestätigte die in internationalen Publikationen veröffentlichte Aussage, dass Gesundheits-Apps die medizinische und medikamentöse Therapie optimieren können. Fast die Hälfte der Befragten gab an, die Anweisungen ihres Arz­tes zu ihren Medikamenten aufgrund von Informationen aus dem Netz besser zu verstehen und zu befolgen. Knapp 40 % der User gibt an, das Internet helfe ihnen im Alltag und im Umgang mit ihrer Er­krankung, und zwar seelisch, beruflich und praktisch. Dass die App die regelmäßige Medikamenteneinnahme deutlich verbessere, gibt jeder dritte Anwender an.

Wie Ärzte die Recherchen ihrer Patienten beurteilten, hängt nach Gesundheitsmonitor von zwei zentralen Faktoren ab: Bildungsstand des Patienten und Offenheit des Arztes gegenüber den Internetangeboten.

Ärzte, die mehr geringer qualifizierte Patienten behandeln, bewerten deren Suche nach Internetinformationen problematisch. Die Patienten würden verunsichert und kämen oft mit der Sorge um eine schwerwiegende Erkrankung in die Praxis. Das Vertrauen in den Arzt werde durch die Art der Vorinformation beeinträchtigt.

Andererseits bewerten Ärzte die Recherchetätigkeiten grundsätzlich positiver, wenn sie sich in den Onlineangeboten für Patienten auskennen, oder schon an einer Fortbildung zum Thema „Patienteninformation“ teilgenommen haben.

Was wünscht sich der Patient?

Ärzte, die ihre Patienten bei Internetrecherchen unterstützen, erfüllen den Wunsch der suchenden Patienten. Nach einer EPatient-Befragung wünschen sich die meisten Nutzer des digitalen Gesundheitsmarktes Ärzte und Krankenkassen, die Orientierungshilfen geben. So würden sie Medikamenten-Apps weit eher Vertrauen schenken, wenn sie diese vom Arzt oder der Krankenkasse erhalten hätten, als wenn sie sich diese selber bei Google oder aus dem App-Store gesucht hätten.
Groß ist laut dem EPatient-Survey auch das Interesse der Patienten an Online-Terminvergabe, digitalen Gesundheitsakten und App-gestützter Nachsorge. (Die datenschutzrechtliche Problematik dahinter ist ein anderes Thema.) Immerhin 16 % würden solche Hilfen im Anschluss an Klinik- und Reha-Aufenthalte in Anspruch nehmen wollen, um den Behandlungserfolg zu sichern.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass bei der Gegenüberstellung von Dr. Google und dem Arzt aus Fleisch und Blut Welten aufeinander treffen. Während der reale Arzt eingebettet ist in ein hochkomplexes und durchstrukturiertes (überstrukturiertes?) Gesundheitssystem, agiert Dr. Google in einem anarchistisch funktionierendem Umfeld.

Die Konfrontation mit dieser neuen Wirklichkeit müssen unser Gesundheitssystem und die darin arbeitenden Leistungserbringer noch verarbeiten. Die passende Antwort ist noch nicht gefunden.

Der Autorin bekannte positiv bewertete Beispiele Patienten-geeigneter Gesundheitsportale:

gesundheitsinformation.deInstitut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
patienten-information.deÄrztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
gesundheitpro.de Apotheken-Umschau bzw. zu deren Verlag Wort & Bild
netdoktor.deTeil der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck
vitanet.devitapublic GmbH, (nach eigener Darstellung eine Plattform für Apotheken, die ein Interesse daran haben, sich ihren Kunden auch im Internet bekannt zu machen und zu präsentieren)
73 Wertungen (4.15 ø)
Allgemeinmedizin, Medizin

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44 Kommentare:

Christian Wolff
Christian Wolff

J.g. Bischoff: Sie haben offensichtlich nicht zu Ende gelesen, worum es hier geht.
Selbstverständlich erörtert der Arzt das “Thema” mit dem Patienten und erklärt ihm die Dinge aus seiner Sicht. Er muss sich aber nicht die Zeit nehmen, Artikel aus der Regenbogenpresse oder dem Internet zu erörtern, er ist dem anerkannten “Stand der Technik” und v.a. sich selbst, seiner ärztlichen Ethik und seinem Gewissen verpflichtet. Wer Intenet-Errungenschaften erörtern will, soll das mit den jeweiligen “Experten” und Redakteuren tun.
Es macht obendrein wenig Sinn, einen Arzt zu konsultieren, wenn man dessen Meinung gar nicht hören will, sondern nur nach (Selbst-) Bestätigung dessen sucht, was man selbst vorher verstanden zu haben glaubt . Na, denn viel Erfolg … Und nochwas : Heilen muss immer (!) der Patient, wir können ihm nur sagen, was er tun sollte, damit ihm dieses gelingt. Der erste Schritt dazu ist, dass er weiß, was er will. Hierzu braucht er Wissen, das er in der Regel (auch wenn diese Erkenntnis schmerzt) nicht hat. Genau deshalb sucht er ja einen Arzt auf, wozu denn sonst ?

#44 |
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Clara B
Clara B

@Anja Kunitz
An der von ihnen so gescholtenen Seite stört mich lediglich, daß die Macher ihre Namen nicht nennen.
Quellen der „unseriösen Behauptungen“ werden genannt, i.d.R. gibt es auch Links dazu.
Über den Zusammenhang von Vitamin-D-Mangel und der Ausprägung von MS ,sowie der Wirksamkeit von hohen Dosen im therapeutischen Bereich sind mittlerweile so viele Studien veröffentlicht , daß auch der letzte Zweifler ins Grübeln käme, wenn er sie denn lesen und zur Kenntnis nehmen würde.
Ich schlucke das „Wundermittel“ auch.
Seit ich- auch mit Hilfe des Internet meine Skepsis gegenüber „gefährlich hohe Dosierungen“ überwunden habe und höchst bedenkliche Mengen nehme, sind chronische Schmerzen, ehemals Fibromyalgie getauft endgültig Geschichte. Gebessert hatten sie sich vorher schon durch die üblichen ärztlich verordneten 20000IE pro Woche eigenmächtig verordneten NEM
wie Mg, Vit.K, D-Ribose,Q10 usw. angepasster Ernährung.
Meinen Hausarzt stört es nicht und der Vitamin-D-Spiegel ist im Normbereich.

#43 |
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Christian Wolff
Christian Wolff

Eigentlich ist das ganz einfach : ich nehme an, dass ein Patient mich aufsucht, weil er von mir wissen will, was er tun soll, um seine Gesundheit wieder zu erlangen. Diese Information einschließlich der Therapien bekommt er und dafür bezahlt er mich (bzw. sein pflichtversichernder “Vormund”). Alles andere ist selbstverständlich möglich, jedoch weder im Gkv- noch im GoÄ- Honorarkatalog vorgesehen. Also muss man individuelle Honorarvereinbarungen treffen. Genau wie bei Rechtsanwälten, Architekten u.a. auch. Gratis zu arbeiten ist standesrechtlich verboten, Gratisarbeit zu erwarten oder gar zu fordern ist sittenwidrig.

#42 |
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Anja Kunitz
Anja Kunitz

@ #8: Schauen sie sich zum Beispiel den Artikel zu Multipler Sklerose beim Zentrum der Gesundheit an. Schon in den ersten 3 Sätzen liest man Wörter wie “außerordentlich” und “verheerend”. So etwas hat bei objektiver Patienteninformation nichts zu suchen und macht unnötig Angst. Vit. D wird als Wunderheilmittel dargestellt, das von Ärzten natürlich völlig ignoriert wird, weil sie dadurch keinen Profit durch die Pharmalobby erhalten können. Reißerische Phrasen und hetzende Aussagen helfen weder Patienten noch Ärzten sich zielführend der Behandlung einer Krankheit zu widmen. Die o.g. Seite ist voll davon.

@ #28: Vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich stehe voll und ganz hinter Ihren Aussagen. Zu einem Arzt-Patienten-Gespräch gehört gegenseitiger Respekt, aber man wird es wohl nie jedem Recht machen können. Ich hoffe, dass ich später eine ebenso respektvolle Beziehung zu meinen Patienten aufbauen kann, wie Sie es tun.

#41 |
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Gast
Gast

Die Zeit, in der der Patient demütig vor dem Doktor niederknien musste, ist bei einigen Ärzten hier und im “Reallife” noch nicht vorbei, leider.

#40 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Sehr geehrter Herr Dr. rer.nat. Stefan Graf,

die Überschriften liegen in der Verantwortung der Redaktion und in diesem Falle stammt sie nicht von Frau Nadolski-Standke.

Viele Grüße von der DC-News Redaktion

#39 |
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Es ist schon bemerkenswert, wie viel Emotionen in den einzelnen Beiträgen je nach Betroffenheit mitschwingen (34,35,36,28 etc.). Dabei scheinen sich die Unterschiede zwischen Information und Wissen im Gegeneinander “aufzulösen”.
Dass Heilungsuchende berechtigter Weise ihr eigenes “Kranksein” verstehen wollen und auf der Suche zu diesem Verständnis “informieren” ist legitim, auch wenn dann oft unter dieser Informationssuche die Selbstwahrnehmung gestört wird. “Information” bedeutet aber NICHT “automatisch” “Wissen”. Dieses entsteht erst dann, wenn “Heilungssuchender” und “Heilungsanbietender” in einen gemeinsamen Dialog treten, in dem die Informationen in einen Wissenszusammenhang gebracht werden, der dann zu einem “gemeinsamen Verständniszusammenhang” wird, in dem sich Patient und Therapeut gemeinsam begegnen und verstehen – und aus dem dann die Heilungshandlung resultiert.
Dazu ist es aber notwendige Voraussetzung, dass der Kranke aus diesen Verständnis seiner Krankheitssituation auch die ihm zufallende Verantwortlichkeit für diese Situation anzuerkennen bereit ist – und der Therapeut aus seiner Erkenntnis dieses Prozesses von Achtsamkeit und Empathie getragene Heilungsangebote vermittelt. Diese können dann aber erst ihre Wirksamkeit entfalten, wenn sie einem von gegenseitiger Achtung, Respekt, Akzeptanz und Würdigung getragen werden – in dem beide sich auf Augenhöhe begegnen und wahrnehmen.
Dies ist leider heute mehr als erschwert, sind doch die zunehmenden nach Autonomie strebenden Menschen in dem Gegensatz zum autoritätserzogenen Mediziner ein Gegensatz per se. Wir leben noch immer in einem männlich geprägten und dominierten Medizinsystem (einschließlich aller darin agierenden Verbände und Interessengruppierungen) , in dem das Bilden von “Seilschaften” (männliches Strukturverständnis sozialer Zusammenhänge) in ihrem streng hierarchisch verstandenen Ablauf von OBEN und UNTEN “noch” eine conditio sine qua non darstellen.
Weibliche sozialstrukturierende Fähigkeit im Bilden von Netzwerken (waagrechte gleichberechtigte Gestaltungs- und Begegnungsformen) sind in einem solchen System nicht akzeptiert bzw. gewünscht, sondern höchstens auf die Ebene der “pflegerisch Beteiligten” verschoben.
Insofern stellen die im Urartikel beschriebenen Konflikte nicht primär einen Konflikt zwischen “Information” und “Wissen” dar, sondern sie beschreiben zutiefst menschliche Konfliktelemente, die im sozialen Begegnungsraum angesiedelt sind. Dass dazu die “Einmaligkeit” eines Krankheitsprozesses und dessen nicht Vergleichbarkeit mit scheinbar ähnlichen Symptomatiken bei Menschen in der Umgebung gehört -ebenso wie die Einmaligkeit der therapeutischen Beziehung zwischen Heilungssuchendem und Heilungsanbietendem sollte hier als Selbstverständlichkeit trotzdem erwähnt sein.
Wenn dies so verstanden und verinnerlicht ist, wäre die in den verschiedenen Beiträgen beschriebenen Sprachlosigkeit, Nichtverständnis oder Abgewiesenwerden weniger erlebbar – Heilung entsteht nur dort, wo sich in der therapeutischen Begegnung “auf Augenhöhe” im gegenseitigen Angenommen sein, Respekt und Würdigung der Heilerimpuls zwischen den beiden Beteiligten wahrnehmbar macht und wirksam werden kann.

#38 |
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Gast
Gast

Bzgl. der letzten drei Kommentare: Halbwissen, weil es gar nicht so einfach ist, zum Thema Gesundheit seriöse Quellen im Internet zu finden bzw. von unseriösen Quellen zu unterscheiden.
Das ist ja auch kein Wunder, so viele Quacksalber, Esoteriker und sonstige Anbieter ihre Methode lautstark als das Non-Plus-Ultra darstellen bzw. gleich noch “Diagnosekriterien” aufzeigen, die dann meist ergeben dass man ihre Behandlung braucht.
Sicherlich kann man auch mal die für sich richtige Methode herausfinden, aber das kann auch gehörig schief gehen.
Gegen einen informierten Patienten ist absolut nichts zu sagen, aber wenn dann schon eine feste Überzeugung besteht, was man hat und wie es zu behandeln ist, und von dieser Überzeugung auch nicht mehr abrückt, dann macht das eben eine sinnvolle Behandlung nicht gerade einfacher…

#37 |
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Weitere medizinische Berufe

Halbwissen aus dem Internet, das ist eine arrogante Aussage eines ewigen gestrigen Gotte in Weiß
Würde ich sofort gehen!
Über das Internet habe ich vor einigen Jahre herausgefunden, dass Blauläser Prostata OP in meinem Fall sinnvoll wäre.
Ich habe dann im Internet nach Krankenhäusern mit Blaulaser gesucht und in D 80 gefunden (da noch neu) Mit dem Operateur habe ich mich eingehend beraten
Mit dem Ergebnis meinem Falle beste Lösung
Hätte ich die Information über das Internet nicht gehabt…..

#36 |
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Weitere medizinische Berufe

Kommentar von
Christian Wolff
Wenn andere Berufe auch so denken würden?
Sitz wohl im Käfig der Schulmedizin von Früher, ganz schön arrogant!
Mit Internet-Information kann man bei diesem Arzt wohl gut entscheiden einen anderen Azt zu suchen

#35 |
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Weitere medizinische Berufe

Es ist doch gut wenn man sich im Internet vor dem Kauf informiert.
Man kann in Ruhe, zu Hause vieles nachlesen oft im mehren Veröffentlichungen
z. B. Test, Funktionswissen usw.
Warum soll ich das ausgerechnet nicht im Medizinische Bereich tun für mich persönlich?
Umfassendes Wissen, auch gerade bei Ärzten gibt es nicht!
Ziel ist bei der Beratung kritisch zu hinterfragen.
Beispiel die Gesellschaft für Ernährung empfiehlt hirnrissige Empfehlungen die Krank machen. Vergleicht man dann die Zielwerte der Blutwerte der Labors, da sind die schon um Jahre weiter (Beispiele D3; B12 usw.

#34 |
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Kenn´se den: Kommt ein Besserwisser zum Arzt.

(Nun, ich hab mir die letzten 32 Kommentare noch nicht durchgelesen, aber heute kann sich doch jeder, egal wohin er sich wendet, also auch beim Installateur, Tischler, Autohändler mit vorher angelesenem Internetwissen punkten. Wenn beide Seiten damit gelassen und tolerant umgehen, muss daraus weder für uns Ärzte, noch für Patienten, Tischler, Architekten, … ein Problem erwachsen. Besserwisserei gab´s schon vor dem Internet)

#33 |
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Dr. med. A. Krämer
Dr. med. A. Krämer

Ich bin zuweilen über das hohe Maß emotionaler Erregung in diesem Forum verwundert… Meiner Meinung nach ist ein wirklich informierter Pat. für die Behandlung hilfreich, jedenfalls soweit es gelingen kann, über offene Fragen und Ängste wirklich ins Gespräch zu kommen. Die auch im Beitrag angesprochene Realität aber ist doch die, dass nicht wenige Pat. im Netz ungeeignete Plattformen nutzen, in denen zuweilen zugespitzt ungeprüfte schlechte (ste) Erfahrungen widergegeben werden. Beim Lesen solcher Beiträge bekomme ich fast selber Angst, z. B. Ibuprofen einzunehmen, weil – worunter man auch immer leiden mag – es nur schlimmer werden kann. Ähnliches gilt für die Beschreibung von Krankheitsverläufen. Was im Übrigen gut erklärbar ist: Der Druck, Erfahrungen ins Netz zu stellen, ist bei Komplikationen und schlechten Verläufen ungleich höher als bei “Normalverläufen”. Die Folge sind in ihrer Gesamtheit verzerrte Darstellungen. Fazit: Ob wir es gut finden oder nicht, Pat. können sich heute fast unbegrenzt informieren. Unsere Aufgabe: auf die Gefahren hinweisen und diese mindern durch Nennung seriöser Seiten/Quellen.

#32 |
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Gast
Gast

Guten Tag, als Fachdozent der Notfallmedizin und Gerontopsychiatrie verfolge ich im Rahmen meiner Zeit und vor Allem Geduld sehr oft die eingehenden doccheck-news. Auch zu diesem Thema existieren wieder sehr kontroverse Meinungen. Ich denke alle Meinungen von Seiten der Kommentatoren haben einen großen Wahrheistgehalt. Zum einen spielen Erfahrungen, unterschiedliche Standpunkte zum anderen das Hart erarbeitete Wissen eine eminient große Rolle. Im Tenor wird wieder einmal deutlich dass es sich hier um eine überaus desolate Politik (Gesundheitspolitik) handelt. Solange Heilung an betriebswirtsachftlichen Wurzeln hängt (stetige Gewinnmaximierung) siehe auch aktuelle Situation im Notzfallesektor, wird es auch zukünftig eine ausgedehnte und Zwischenmenschliche Ambivalenz geben. Ich erinere mich besonders an dieser Stelle, an den Kontroversen ” Dreisatz” wie ich ihn nenne, Pharmalobby Medizin Apotheken. Gelenkt und geleitet von einer befähigten und kontrollierten Ärtzekammerschaft. Wo bitte soll der Patient seine Stellung beziehen. Es ist schlimm welche korrupten Strukturen sich seit Jahrzenten völlig frei auf dem Markt bewegen dürfen. Bundesschatzmeister Spekulanten und Co aus dem Finanzgewerbe haben ein riesiges Vertrauensloch in das Bürgertum ( gemeine Volk) gerissen. Wie sollte es in der Medizin anders aufgestellt sein, welche von fortan vondenselben Aristokraten gesteuert und gelenkt werden. Das Volk schafft sich nicht ab, im Gegenteil es lebt – zerfleischt und spaltet sich zusehens mehr. Das Paradoxon, jeder braucht doch den Anderen? Aktuelle Politische Tagesgeschehen bestätigen es stets aufs neue. Ich meine wir sollten über dieses Pseudophänomen auf das >> greifbare kanzerogene hinoperieren oder besser (disskutieren). Der Fisch stinkt immer nur vom Kopf her..!

#31 |
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Gast X
Gast X

@ Dr. Wilhelm: Bester Kommentar überhaupt! Vielen Dank dafür.

#30 |
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Antischwurbler
Antischwurbler

@ Jörg Zink

Zitat: “in Anbetracht, daß es über 70% Fehldiagnosen sind, ist die Verunsicherung sehr groß geworden.”

Woher haben Sie diese Zahl? Zentrum der Gesundheit? Laut diversen Quellen liegt die Häufigkeit von Fehldiagnosen in Deutschland unter 20%, und das ist noch aufgerundet. Und die moderne westliche Medizin geht nicht die Ursache an? Ich weiß worauf Sie hinaus wollen. Schwurbeln Sie doch bitte auf Seiten, wo solche Ansichten gerne geteilt werden. Sie nennen sich selbst “Naturwissenschaftler”, irgendwelche Abschlüsse von “richtigen” Lehranstalten? Oder aus Schwurbelbüchern resp. Schwurbelseiten aus dem Netz? Letzteres trifft wohl eher zu, wenn man ihre Posts auf dieser Seite verfolgt.

Was empfehlen Sie denn bei einem grippalen Infekt? Tigerpenis? Bärenleber? Oder darf man vielleicht doch die Symptome mit richtigen Medikamenten lindern? In diesem Fall muss man die Ursache aussitzen. Aber “Ursache” ist in Ihren Kreisen nicht = Ursache, richtig?

#29 |
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Ich bin selbst Hausarzt in einem vorstädtischen Dorf. Unser Patientengut ist sehr gemischt. Es reicht von Personen mit hochkomplexen Erkrankungen die aber nur “Tabletten” wollen um wieder zu funktionieren ohne sich weiter um irgendwas kümmern zu müssen bis hin zu gut gebildeten sehr differenzierten Menschen. Insgesamt spricht kaum einer über Internetrecherche offen. Man hört es eher zwischen den Zeilen im Patientengrspräch. Ich spreche meist dann den Patienten an und warne ggf. vor unseriösen Dingen. Insgesamt ist es Patienten wohl peinlich vor dem Arzt zuzugeben dass man sich anderweitig informiert hat. Es scheint sogar die Angst zu herrschen man würde mich als Arzt beleidigen. Ich sage immer dass ich es gut finde wenn sich Patienten informieren. Das zeigt mir Interesse an der Erkrankung und Wille zur Mitarbeit an, was meiner Erfahrung nach ja wünschenswert ist. Ich muss als Arzt einerseits kritikfähig sein um einräumen zu können, dass ich bei Krankheitsbildern, die nicht originär meinem Facharzteissen entsprechen, nich immer den letzten Stand der Forschung im Blick habe und sie zu spezialisierten Fachärzten überweise. Andererseits muss ich als beratender Arzt so gut sein, dass ich Patienten, die augenscheinlich durch die Imternetrecherche fehlinformiert sind, auf Augenhöhe zu korrigieren und von der Richtigkeit meiner Aussage zu überzeugen. Manchmal muss man sich eben auch selbst Infos aus dem Netz beschaffen. Allerdings mit der Fähigkeit die Informationen professionell zu gewichten oder ich mache mich bei einem Kollegen mit entsprechendem Eissen über den kurzen Dienstweg schlau. So sieht der Patient, dass ich zwar als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung stehe aber nie den Abspruch habe als Pseudoalleswisser über jede Kritik erhaben zu sein. Wenn man geschickt ist, passen solche Gespräche auch in den normalen Sprechstundenablauf ohne “Zusatzhonorar”.

#28 |
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@ Christian Wolf#24
Wenn sie nicht willens und in der Lage sind dem Patienten ihre Diagnose und die dazugehörige Behandlung auf dessen Niveau zu erläutern sind Sie meiner Ansicht als Arzt fehl am Platz.
Im Übrigen ist es Ihre Pflicht.

“Der Behandelnde ist verpflichtet, dem Patienten in verständlicher Weise zu Beginn der Behandlung und, soweit erforderlich, in deren Verlauf sämtliche für die Behandlung wesentlichen Umstände zu erläutern, insbesondere die Diagnose, die voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung, die Therapie und die zu und nach der Therapie zu ergreifenden Maßnahmen.”

Siehe:
https://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/30_Berufsrecht/10_Gesetzesaenderungen/55_Patientenrechtegesetz.htm

#27 |
  27
Medizinischer Fachhändler

in Anbetracht, daß es über 70% Fehldiagnosen sind, ist die Verunsicherung sehr groß geworden. ( Vor allem werden die Patienten dann auch falsch behandelt) und das im Sinne der symptomatsichen Behandlung. Aber für Heilung muss man die Ursachen angehen. Bei uns werden Tabletten zur symptomatsichen Unterdrückung verabreicht. Aber das ist keine Heilung. Da ist die chinesische Medizin und meilenweit voraus.

#26 |
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jeder 2. Arzt soll Patienten auf Webseiten aufmerksam machen? Das halte ich für ein Gerücht. Ich kenne keinen (und ich kenne viele) und mich hat auch noch NIE ein Patient danach gefragt. Und ich werde auch NIE mit einem Patienten dazu etwas erzählen, es sei denn er “bucht” diese Beratung (s. Kommentar Christian Wolff)

#25 |
  20
Christian Wolff
Christian Wolff

Arbeite gerne alles mit dem Patienten gemeinsam durch wenn er das wünscht. Wir müssen uns nur über das Honorar für diese zusätzliche Arbeit einigen, das recht hoch ausfallen muss, schließlich raubt er mir die Zeit, Dinge zu tun, die nützlicher sind.

#24 |
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Dipl.Psych. Gertrud Rust
Dipl.Psych. Gertrud Rust

Gertrud Rust, Brustkrebspatientin:
so so, nun wird man also bereits als Besserwisserin abgekanzelt, wenn man sich selbständig Informationen zur Horizonterweiterung sucht. Also zurück zum allwissenden Papa Arzt, der wird`s schon richten. Und vor allem, bloß keine Zweitmeinung. In welchem Jahrhundert leben Sie eigentlich, Frau Nadolski-Standke? Schon mal was von den seriösen und informativen Veröffentlichungen auf den Internetseiten des DKFZ oder Comprehensive Cancer Centers gehört?

#23 |
  11
Lars Sauter
Lars Sauter

Leider weiß ich nur all zu gut, wie es aussieht, wenn sich ein Patient im Internet mit gefährlichen Halbwissen beschäftigt. Bei Krankheiten kommen verschiedenste Faktoren zur richtigen Diagnosesrellung in Betracht und daher halte ich es für grundsätzlich Falsch, das es solche Seiten gibt. Denn die Gefahr, das ein Patient dann auch noch auf eine selbstheilung mit im Internet angebotenen Medikamenten eingeht, ist relativ groß, wie man aus Berichten vom Rettungsdienst entnimmt. Daher mein Rat, immer zum Arzt ohne vorher das Orakel Internet zu befragen.

#22 |
  18
Ulrike Kellner-Goodwin
Ulrike Kellner-Goodwin

Warum befragen die Menschen Dr. Google? Weil sie ihrem Arzt nicht vertrauen und das in zu vielen Fällen zu Recht. Dass ein Heer schlechter Ärzte das kritisch sieht, – wen wunderts?
Ein wirklich kompetenter Arzt muss es nicht kritisch sehen. Immerhin zeigt sein Patient die Fähigkeit mitzudenken und gesund werden zu wollen. Das, was er sich ergoogelt hat, eignet sich ausgezeichnet als Grundlage für ein sachorientiertes Gespräch.

#21 |
  9
Gast
Gast

Patient und Arzt sind Partner in der Behandlung. Je besser die Informationen (auf beiden Seiten), desto besser kann diese Partnerschaft funktionieren. Informierte Patienten fnde ich sehr wichtig. Und dazu ist ja das persönliche Gespräch in der Praxis da, um evtuelle Fehlinformationen aufzudecken und aufzuklären.

#20 |
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GastKlaus Jürgen Obergfell
GastKlaus Jürgen Obergfell

Sich im Vorfeld zu informieren, kann Lebensrettend sein, den die Schulmedizin
ist zu sehr von der Pharma-Lobby abhängig geworden, beim Arztbesuch, einige
Minuten Gespräch, dann der Rezeptblock raus, Pillen verschreiben fertig.

#19 |
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Katharina Münstermann
Katharina Münstermann

Ein Arzt, der etwas dagegen hat, dass der Patient sich informiert, hätte mein Vertrauen jedenfalls nicht. Die Überschrift finde ich auch entsprechend unglücklich.

Im Übrigen erwarte ich als Patient nicht von meinem Arzt, dass er über jede superseltene Erkrankung jederzeit auf dem aktuellen Stand der Forschung ist, weil das für einen Kliniker logischerweise genauso unmöglich ist wie in jeder anderen Wissenschaft. Wenn ich also nun das Pech habe, mir eine solche Krankheit auf den Hals gezogen zu haben, bleibt mir wohl oder übel nichts anderes übrig, als mich selbst zu belesen. Es soll Patienten geben, die dazu in der Lage sind, wissenschaftliche Informationen zu selektieren und zu verstehen, auch wenn sie nicht dem eigenen Fachgebiet entstammen. Man kann Menschen auch mal was zutrauen. ;-)

#18 |
  2
Gesundheits- und Krankenpfleger

Es ist doch rechtens, mal nachfragen zu dürfen, es ist schließlich MEIN Körper und der ist mir schon etwas wert !!!
Es gibt auch den mündigen Patienten, der sich erlaubt, wenn er etwas nicht versteht, nach zu fragen. Das ist keine Besserwisserei.
In der Autowerkstatt werde ich auch aufgeklärt, das ist selbstverständlich, da ist man schon immer fortschrittlich und dem Werkstattmeister bricht kein Zacken aus der Krone, er wird weiterhin als sehr wertvoller Fachmann geschätzt …..
Ich wurde von einem Arzt auch schon gefragt : Bin ich der Arzt oder sie ???
Das ist dann schon peinlich und hat mit Augenhöhe nichts zu tun.
Ja dann muß ich mir einen anderen Arzt suchen, leider .

#17 |
  5

@Autorin: Liebe Frau Nadolski-Standke, so sehr ich Ihren Artikel inhaltlich schätze, so unglücklich finde ich die Überschrift gewählt. Die an Informationen interessierten Patienten gleich vorab als “Beserwisser” darzustellen, gießt völlig unnötig Öl ins Feuer. Gerade Sie als Ärztin sollten doch auch an einem guten Arzt-Patienten-Verhältnis interessiert sein. Ich kann zwar jeden Arzt/Ärztin verstehen, der sich über Patienten ärgert, die eigenmächtig Medikationen verändern. Aber prinzipiell ist doch das Interesse von “Laien” an medizinischen Themen zu begrüßen. So jemanden dann pauschal als “Besserwisser” herabzuwürdigen, wird sein Wohlwollen den Ärzten gegenüber nicht eben verbessern. Sehr schade, das muss doch nicht sein.
MfG

#16 |
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Dr. med. Martina Löscher
Dr. med. Martina Löscher

Gott sei Dank gibt es nun Informationen im Netz, denn leider ist so mancher Arzt schon lange nicht mehr gut genug informiert oder auf aktuellem Stand gebildet.

#15 |
  3
Regina Clasen
Regina Clasen

Ich freue mich über alle interessierten Patienten und begrüße es, wenn sie sich aaweiteruch im Internet weiter informieren. Dadurch, dass ich “Dr. Google“ nicht ablehne, besprechen die Patienten dann auch offen die Ideen , die sie dort gefunden haben. Oft ist das durchaus für die Therapie bereichernd.

#14 |
  3
Gast
Gast

Was soll das denn? Ärzte sehen das kritisch, wenn Patienten sich informieren? Wenn der Arzt nicht zuverlässig aufklären kann, wer denn dann? Die Ärzteschaft sollte dankbar sein, dass das Bewusstsein für die eigene Gesundheit etwas zu tun wächst. Ist aber nicht so. Ist das nicht eigenartig? Leider nicht, wenn man weiß, dass eine Arztpraxis 1000 (!) Patienten im Monat haben muss um sich überhaupt zu tragen. Da bleibt wenig Zeit für den Patienten – bzw. für den Arzt. Das muss Ruck-Zuck gehen, für “Fragen” des Patienten bleibt da keine Zeit – und dann sogar eventuell Fragen, die Diagnose oder Therapie(oft nicht zu Unrecht) in Frage stellen – das ist dann nicht zur Freude des Arztes…er muss dann ein paar Treppchen runter steigen und erklären, womöglich in einer für den Patienten verständlichen Sprache…

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Gast X
Gast X

Kann Remidias Cortes in vielen Punkten zustimmen:
Manchmal fehlt es schlicht und ergreifend am Grundwissen, und manch überflüssiger Arztbesuch könnte sogar vermieden werden. Es gibt im Internet hervorragende Sammlungen von Hausmitteln gegen allerlei Alltagsbeschwerden, wie z.B. Erkältungen, Obstipation, juckende Mückenstiche usw. ausserdem findet man auch Empfehlungen für die Grundausstattung einer jeden Hausapotheke sowie den verantwortungsbewussten Umgang mit rezeptfreien Medikamenten. Dass die Patienten sich darüber selbstständig informieren ist auch im Interesse der Ärzteschaft.
Leider gibt es sehr viele Patienten denen ein Arzt nicht auf Anhieb weiterhelfen kann, bei manchen Beschwerden müssen erst viele häufige oder gefährliche Verdachtsdiagnosen ausgeschlossen werden bevor man sich der eigentlichen Ursache nähert. Wer dann seinen Patienten nicht reinen Wein einschenkt und ihm unmissverständlich mitteilt warum diese oder jene Untersuchung empfohlen wurde obwohl sie nicht unmittelbar zu einem funktionierenden Therapieansatz geführt hat braucht sich nicht wundern wenn die Tatsache dass die Verdachtsdiagnose eines Arztes sich nicht bestätigt oder ein Therapieversuch misslingt als Unvermögen missinterpretiert wird und die Patienten woanders nach Antworten suchen.

Einige wenige leiden auch an einer seltenen Erkrankung von der die meisten Ärzte seit dem Studium nichts mehr gehört haben, dann kann es unter Umständen auch eine richtige Odyssee werden der Sache auf den Grund zu gehen. Diese Patienten haben oft einen sehr langen Weg hinter sich und fühlen sich oft von Ärzten missverstanden oder im Stich gelassen.

Wer als Arzt mit solchen Defiziten nicht ehrlich umgeht, der kann auch mit informierten Patienten nicht klarkommen.

Allerdings gibt es auch leider viele Fehlinformationen im Internet, diese muss man dann offen ausräumen, aber der Patient darf sich dabei nicht bloßgestellt fühlen, seine Recherchearbeit sollte man trotzdem würdigen.

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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Mann sollte nicht so pauschal Arzt und Laien unterscheiden. Ich denke, dass es da fließende Übergänge gibt, besonders, wenn es um bestiimmte Erkrankungen geht.

#11 |
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Gast
Gast

Um einmal direkt auf die Thematik “Schilddrüse” einzugehen – in Deutschland ist der Wissenstand der Hausärzte was Schilddrüsenerkrankungen anbelangt geradezu unterirdisch.

#10 |
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Gast
Gast

Ohne meine eigene Recherche hätte der Hausarzt meiner Mutter immer weiter das falsche Medikament verordnet. In Zeiten des Internets müssen die Ärzte mit informierten Laienklar kommen und das ist auch gut so. Die meisten sind doch ohnehin überfordert/nicht interessiert.

#9 |
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Gast
Gast

Frau Kunitz, eine Frage, warum halten Sie “Zentrum der Gesundheit” für unseriös? Ich – Laie – habe dort schon sehr viele für mich wertvolle Tipps erlesen. Bin ich da jemandem auf den Leim gegangen? So finde ich z.B. die Tipps zum Thema Ernährung sehr gut. Ich lasse Zucker weitestgehend weg und es geht mir besser.

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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

#2 Natürlich wäre das gut. Dafür müssten die Ärzte zunächst aber erst mal selbst Bescheid wissen.
Es gibt inzwischen durchaus eine Reihe von Ärzten, die z.B. mit der Patientenselbsthilfe zusammenarbeiten und informierte Patienten schätzen. Und es gibt da auch durchaus seriöse Informationen, teilweise auf Facharztniveau und halbwegs patientenfreundlich aufbereitet.
Auf der anderen Seite sind es gerade die dazu eher kritisch eingestellten Ärzte, die selbst wenig Ahnung haben, wo seriöse und verlässliche Informationen zu erhalten sind.

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Bernd H.K. Hoffmann
Bernd H.K. Hoffmann

Man darf nicht nur die kritischen/ negativen Effekte im Netz sehen. Es ist doch so: 50% der meisten Wehwehchen gehen von selbst weg, und Placebos helfen oft fast genau so gut, wie was “Richtiges” vom Doktor.

Wenn nun jemand einen schönen Bio-Kräutertee im Netz findet, oder sich eine D12- Verdünnung irgendeiner Substanz besorgt, nimmt das ein und ist wieder ok., dann sind die Praxen und Kassen schön entlastet und ersiees hatte eine garantiert risikofreie Therapie…

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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Diagnosen können auf mehrere Ursachen hinweisen. Um das weiter abzuklären recherchiert man auch selbst aber auch wegen Neuerungen und Alternativen. Angst vor schlimmen Diagnosen ist auch beteiligt. –

#5 |
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Gast
Gast

Was soll man aber machen?
Man läuft von Pontius über Pilatus zum nächsten Achselzucken und keiner weiss was los ist! Blutwerte werden ignoriert weil nicht sein kann was sehr sehr selten ist und überhaupt….. aber was es ist weiss trotzdem niemand!

Wen wunderts wenn dann der Patient selbst nach Krankheiten sucht die mit den Sympthomen und Werten schlüssig sein können. Wenn dann auch noch auf Basis einer Diskussion auf Augenhöhe dennoch weitere Untersuchungen angestellt werden die die Patientendiagnose bestätigen?

Wer hat da versagt? Und ein Einzelfall scheint es anscheinend nicht zu sein, so denn ich nicht das Internet mit vielen falschen Informationen in Frage stellen muss, sondern vielleicht. Nur den Mangel an Zeit und Selbsterkenntnis nicht allwissend zu sein und ggf. Hilfe durch Kollegen zuzulassen.

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Nichtmedizinische Berufe

Vielleicht sollte man auch nach den Gründen fragen, die Patienten bewegen, im Internet zu recherchieren , denn soo toll aus Jux und Dollerei ist die Lektüre auch nicht. Ich kann jetzt nur von mir ausgehen – in dieser Reihenfolge.
1) Entscheidung, OB ich überhaupt zum Arzt gehe. Drei Stunden Wartezeit wg. etwas Harmloses, 5 Minuten Arztkontakt – mir ist das peinlich.
2) Suche nach Selbsthilfe. Also das, was man früher auch “Hausmittel” nannte und was einem die Großmutter riet. Nur – heutzutage lebt die Familie zerstreut, der Rat einer älteren, weisen Familienangehörigen ist eher selten.
3) Suche nach unterstützenden Heilmethoden. Der Arzt schreibt ein Medikament auf – doch was kann ich selbst noch tun? Und vor allendingen wie? Abnehmen ist bei Bluthochdruck kein schlechter Ratschlag, aber es ist genauso klar, dass ich nicht dick wäre, wenn ich wüßte, wie es geht.
Da sind aber auch die 10 Minuten beim Arzt schon wieder rum. ( Und nebenbei gesagt könnte hinter einer Gewichtszunahme auch die Schilddrüse, andere hormonelle Probleme oder gar die Nebenwirkung eines Medikamentes, das mir der selbe Doc verordnet hat, stecken.) Wenn ich das das nächste Mal anspreche, reagieren Ärzte in der Regel aufgeschlossen. “Ja, können wir überprüfen.”. Ich mache sozusagen ein bißchen seinen Job. Gefällt mir nicht, aber es ist meine Gesundheit.
4) Hilfe bei Themen, die der Arzt schlicht nicht auf seinem Radar hat. Das war bei mir das Absetzen eines Psychopharmakons. Ich hatte große Schwierigkeiten damit, die der Psychiater bestritten hat. Mit Hilfe der User eines Internetforums habe ich es dann gut hinbekommen. Danke hierfür.

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M.A. Evelyne Hohmann
M.A. Evelyne Hohmann

Gut wäre: Ärzte würden qualitativ gute Seiten für die Vergewisserung insbesondere für chronisch verlaufende Erkrankungen empfehlen.

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Anja Kunitz
Anja Kunitz

Das Beste wäre, wenn unseriöse Seiten wie zentrum-der-gesundheit nicht in den ersten 3 Ergebnissen jeder google-Suche erscheinen würden.
Patienten können diese Seiten nicht einschätzen, während sich bei mir nach nur 2 Sätzen eines Artikels der Magen umdreht. Ich hatte erst gestern dieses Thema mit einem Arbeitskollegen meines Lebensgefährten, der an MS leidet.

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