Homöobauern: Die mit den Glo-Muh-lis

10. November 2016
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Trotz warnender Stimmen aus der Bundesregierung verordnen Tierärzte Antibiotika in rauen Mengen. Manche Landwirte widersetzen sich dem Trend und geben nur homöopathische Präparate ab. Die Kühe nehmen das gelassen. Aber das Problem löst man damit nicht.

Europaweit ziehen sich 2,6 Millionen Menschen pro Jahr nosokomiale Infektionen zu und 90.000 sterben an den Folgen. Das berichtet Alessandro Cassini vom European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Grundlage seiner Arbeit waren Daten aus 30 Ländern mit insgesamt 510 Millionen Einwohnern. Resistente Keime haben sie zwar nicht erfasst. Bekannt ist aber, dass gut ein Zehntel aller Erreger nicht mehr auf Standard-Wirkstoffe reagiert. Als Grund sehen Forscher nicht nur die Humanmedizin, sondern auch die Massentierhaltung.

Tonnenweise Pharmaka

Deshalb versucht die Bundesregierung gegenzusteuern. Bei der deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) ist nicht nur vorgesehen, entsprechende Keime zu erfassen. Darüber hinaus werden abgegebene Präparate protokolliert. Die Resultate bleiben laut dem aktuellen „Bericht über den Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin in Deutschland“ (GERMAP) hinter allen Erwartungen zurück.

antibiotika-tabelle

 © GERMAP 2015 – Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch

Auf den ersten Blick fallen sinkende Verordungszahlen auf. „Der Rückgang der Abgabemengen in den Jahren 2011 bis 2014 um 27 Prozent kann aktuell nicht als Indiz für weniger Antibiotikatherapien gewertet werden“, heißt es dazu im GERMAP-Report. Experten sehen hier zwei Schwachpunkte: „Die Abnahme der Gesamtmengen im Erfassungszeitraum von 2011 bis 2014 steht möglicherweise in direktem Zusammenhang mit der öffentlichen Diskussion zur Antibiotikaresistenz und der Forderung nach Reduktion des Antibiotikaeinsatzes.“ Wächst der Druck, verordnen Tierärzte in Summe weniger Präparate. Von nachhaltigen Strategien ist diese Praxis weit entfernt. Gleichzeitig ändern sie ihr Verordnungsverhgalten, wie ein Blick auf Details zeigt.

Heimlich ausgeglichen

Abgabemengen an Fluorchinolonen.

Abgabemengen an Fluorchinolonen © GERMAP 2015 – Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch

Im Berichtszeitraum stieg die Menge an Fluorchinolonen um vier Tonnen. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent. Tierärzte verordnen besonders oft Enrofloxacin (plus 63 Prozent). „Möglicherweise wurde der Rückgang der Gesamtmenge abgegebener Antibiotika auch durch den vermehrten Einsatz von Wirkstoffen, die in geringerer Dosierung pro Kilogramm angewendet werden, ausgeglichen“, schreiben die Autoren. Es überrascht wenig, dass Resistenzen gegen Fluorchinolone weiter zunehmen.

Gleichzeitig gibt es eine kritische Gegenströmung.

Homöopathie im Saustall

Erna Rieder aus der Nähe von Regensburg will von Antibiotika nichts wissen. „Wenn eine Kuh krank ist, siehst du das sofort“, sagt die Landwirtin. Dann greift sie in ihre homöopathische Schatztruhe. Von A wie Arnika bis Z wie Zinnkraut ist dort alles zu finden – natürlich verabreicht sie es nur in homöopathischen Dosen. Rund 120 Präparate umfasst ihre Sammlung mittlerweile.

Wissenschaftler sind skeptisch: Große Metaanalysen, um Effekte in der Veterinärmedizin zu belegen, fehlen bislang. Klinische Studien zeigten keinen Effekt. Befürworter berufen sich nur auf Anwendungsbeobachtungen.

Paul Enck, Professor für Medizinische Psychologie und Forschungsleiter der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen, ist um eine Erklärung nicht verlegen. „Wenn wir ein Medikament nehmen und eine Erwartungshaltung bezüglich seiner Wirkung haben, hat das schon eine Wirkung auf den Gesundungsprozess – das ist der Placeboeffekt“, so Enck. „Das Tier hat diese Erwartungshaltung bezüglich der Pillen natürlich nicht, aber sein Besitzer.“ Er spricht in diesem Zusammenhang vom „Placebo by Proxy“-Effekt. Und nicht zuletzt bleibt das angenehme Gefühl, etwas getan zu haben.

Therapie Marke Eigenbau

Zwei von DocCheck befragte Veterinärmediziner wollen sich zu dem Thema nicht äußern. Beide verweisen übereinstimmend auf deutsche Besonderheiten: Landwirte erwerben homöopathische Präparate in der Apotheke, nicht beim Tierarzt. Beliebt seien Lösungen, denn die könne man schön auf die Schnauze von Tieren sprühen. Alle Präparate sind nicht für Tiere zugelassen.

Schließlich hat sich die Europäische Union zu Wort gemeldet. Im Rahmen ihrer Verordnung COM (2014) 558 will sie das Arzneimittelrecht im Veterinärbereich überarbeiten. Wer Nutztiere züchtet, darf dem Entwurf zufolge nur noch Präparate mit Zulassung einsetzen. Die Abgabe soll auf Rezept erfolgen, ohne Ausnahme.

Damit gibt sich die Bundesregierung nicht zufrieden. Bei einer Sitzung des Petitionsausschusses im Juni meldete sich Dr. Maria Flachsbarth (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, zu Wort. Deutschland setze sich dafür ein, dass bei homöopathischen Arzneimitteln über einem bestimmten Verdünnungsgrad (D4 – 1:10.000) „unter bestimmten Umständen und bei bestimmten Anwendungen Erleichterungen erforderlich sind“, so Flachsbarth. Die Bundesregierung habe außerdem auf europäischer Ebene vorgeschlagen, eine neue Regelung in die Verordnung aufzunehmen, wonach es bei mengenmäßig begrenzter Herstellung zu keiner Registrierung mehr kommen müsse, „um die Verfügbarkeit homöopathischer Arzneimittel zu verbessern“. Ob sich dadurch Antibiotika-Resistenzen eindämmen lassen, bezweifeln Experten der Universität Kassel.

Bio – und trotzdem krank

Sundrum

Professor Dr. Albert Sundrum © Uni Kassel

Beim Projekt IMPRO haben sie ein Jahr lang ausgewählte Leiden wie Eutererkrankungen und Lahmheiten in mehr als 200 Öko-Betrieben untersucht. Professor Dr. Albert Sundrum zufolge seien die Ergebnisse ernüchternd. Trotz besserer Haltungsstandards unterschieden sich die Erkrankungsraten auf ökologischen Milchviehbetrieben nicht von Höfen mit konventioneller Milchviehhaltung.

Sundrums Fazit: „Ganz ohne Antibiotika wird auch die ökologische Landwirtschaft künftig nicht auskommen.” Alternative Therapien stellen für ihn keine Option dar: “In wissenschaftlichen Studien mangelt es weiterhin an belastbaren Nachweisen der Wirksamkeit von homöopathischen und pflanzlichen Mitteln. Zudem fehlt vielen Landwirten die hinreichende fachliche Kompetenz, um solche Mittel zielführend zur Verbesserung des therapeutischen Erfolges und zur Vermeidung von Schmerzen, Leiden und Schäden einzusetzen.”

Vom Gesetzgeber fordert der Forscher, das Thema Tiergesundheit nicht nur Landwirten zu überlassen. Er wünscht sich Systeme zur flächendeckenden Erfassungvon Krankheiten, aber auch konkrete Zielvorgaben.

134 Wertungen (2.63 ø)

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52 Kommentare:

Tierarzt

#49
Sie bestätigen nur das Bild, dass man es in der Homöopathie nicht so genau mit Logik und kausalen Zusammenhängen nimmt und trotzdem IMMER maximalen Erfolg erlangt, was jene Ihrer Kollegen, die ernsthaft und interessiert behandeln Kollegen in Misskredit bringt.

Tatsächlich ist eine D4-Potenzierung, eine Verdünnung von 1:10^4, somit also 1:10000

#52 |
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Christian Becker
Christian Becker

Oh je, Frau 49, jetzt haben Sie sich aber so richtig zum Obst gemacht.
D steht für Dezimal und 4 für 4. Potenz.

10⁴ = 10000 und damit stimmt Verdünnung 1:10000

Wofür steht denn die 4 bei D4 Ihrer Meinung nach? Und was wäre der Unterschied zwischen D4 und D6? 4 mal geschüttelt und 6 mal geschüttelt?

Vielleicht sollten Sie Ihre Kenntnisse in Homöopathie auch noch mal auffrischen.

#51 |
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Gast
Gast

Lieber Gast #49, D4 ist 1:10.000 (oder 1:10hoch4) – vielleicht doch einfach nochmals nachlesen :-)

#50 |
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Gast
Gast

Die Angabe über die Verdünnung ist FALSCH!!
D 4 ist nur 1:10 verdünnt, das D steht für DEZIMAL.
Wenn schon gegen die Homöopathie gewettert wird, dann sollte man sich vorher informieren und nicht so einen Mist verbreiten.

Heilpraktikerin und Tierheilpraktikerin

#49 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ #44 Gast

Sie: “Samuel Hahnemann fuhr seine ersten Lorbeeren ein, als er bei einer herannahenden Scharlachepidemie allen Kindern eines Kinderheims Bella Donna C 30 Globuli prophylaktisch verabreichte.””

Aha.

Hahnemann führte also an Kindern eines Heims eine Homöopathische Arzneimittelprüfung durch. An Kindern der Ärmsten.

Denn genau das ist ja, was Sie da beschreiben. Gibt man dieselbe(!) Substanz an Gesunde, so ist das im Gedankengebäude eine HAMP. Homöopathie ist von ihrem Wesen her – selbst dann, wenn sie denn funktionieren würde – NICHT prophylaktisch.

#48 |
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Dr. Udo Moosmann
Dr. Udo Moosmann

#20:
Werte Kollegin: Zysten haben eine “Selbstheilungsquote” von 60 %; meine “Männergrippe” ist jetzt auch in der 2. Woche “besser” – trotz aller “Behandlung” und die bakteriologische (!) Heilungsrate von Mastitiden in der Laktation ist nicht besser, als die von Zysten. Wenn dann aber Krüger die 3malige (1,5 tägige) lokale Gabe eines cefquinom-Präparates mit der Verabreichung von Ketoprofen …. vergleicht ist das auch …. :-(((( NICHT evidenzbasiert.
Einzig Antibiogramme im konkreten Einzelfall machen Sinn; diese werden aber von den überregional tätigen Arzneimittelhändlern / Antibiotika-Dealern nicht gemacht, oder wenn, dann für 50 (z.B). Mastitiden “gleichzeitig !
Für mich ist nicht zwingend “Volkswagen” (nur) böse, sondern wir haben eine von Papier überwucherte inkompetente “Überwachung” zumindest der “Großen” / “Cleveren”.

#47 |
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Dr. Udo Moosmann
Dr. Udo Moosmann

#44: Wenn also ein Bauer bei einen Maul und Klauenseuche – Ausbruch seinen Tieren homöopathische Globulis verabreicht bleiben diese gesund und wenn einer “die Schotten dicht macht” und wenn im Allgemeinen und im speziellen Seuchenfall die Hygiene stimmt … sterben die Tiere zu 100 % ?
…. was hält wohl Trump von Globuli s ?

#46 |
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#44 Hahnemann hatte einfach nur Glück. Oder die Anekdote ist erfunden. Denn eine bakterielle Infektion kann man nicht mit Winzigdosen von Atropin behandeln.

#45 |
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Gast
Gast

Samuel Hahnemann fuhr seine ersten Lorbeeren ein, als er bei einer herannahenden Scharlachepidemie allen Kindern eines Kinderheims Bella Donna C 30 Globuli prophylaktisch verabreichte. Das Ergebnis: Keines der Kinder erkrankte. Alles nur Placebo?

#44 |
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Nichtmedizinische Berufe

@#30 Laie

Sie:”Wenn ich mit einem homöopathischen Mittel eine Krankheit behandeln kann, die sonst den Einsatz eines Antibiotikums oder eines anderen *richtigen* Arzneimittels erfordert und damit letzteres einsparen kann, dann ist das schlecht weil…?
Das verstehe ich nicht.”

Weil Sie es nicht können. Homöopathika sind Placebos – Scheinmedikamente. Sie behandeln damit nicht gezielt. Das ist die übereinstimmende Erkenntnis aus naturwissenschaftlicher Unplausibilität und Gesamtstudienlage.

Natürlich kommt es auch bei Tieren immer wieder vor, dass auch unter Placebobehandlung Tiere gesund werden. Ein Placebo verhindert ja nicht die natürlichen Ausheilungsraten, die bei NICHT behandelten Tieren auch vorkommen. Schließlich haben Tiere ja auch ein funktionierendes Immunsystem.

Diese natürlichen Genesungen können wie beim Menschen auch die Wirksamkeit einer Globuligabe vortäuschen. (Zusammen mit anderen Kontexteffekten wie der Regression zur Mitte oder auch dem Placebo-by-Proxy-Effekt)

Ein Tier hat aber allein aus tierschutzrechtlichen Gründen den Anspruch auf eine wirksame Behandlung, wenn es erkrankt ist. Wo also eine solche wirksame Behandlung existiert, darf sie einem Tier allein aus tierschutzrechtlichen Gründen zugunsten einer Placebobehandlung (die ja niemals indiziert ist!) vorenthalten werden.

#43 |
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Nichtmedizinische Berufe

@#20 Dipl.Vet.Med. Kristin Heilmann

Sie: “Landwirte sind froh über Präparate ohne Wartezeit auf Milch oder eßbares Gewebe”

Richtig. Der Wegfall der Wartezeit ist für den Landwirt lukrativ. Ebenso natürlich auch die Möglichkeit, sich selbst Tierheilpraktiker zu nennen und den Tierarzt auch noch einzusparen.

Ein Argument für die Placebobehandlung von erkrankten Tieren ist das nicht.

Sie: “In den letzten Jahren sind zunehmend auch zeitnahe Schmerzbehandlung bei beginnenden Mastitiden oder Pododermatitiden ohne Antibiotika-Einsatz erfolgreich eingesetzt worden.”

Ein Bericht der Erfolgsfälle allein belegt eben keine Placeboüberlegenheit. Richtig ist natürlich, dass die Rahmenbedingungen, die Früherkennung der Erkrankung und die Haltungsbedingungen erheblichen Einfluss haben.

Aber auch das rechtfertigt keine Behandlung der Tiere mit Placebos. Die fehlende Placeboüberlegenheit ist gerade bei der Mastitis sehr eindrucksvoll belegt:

P.L. Ruegg fasste auf dem Congreso Internacional ANEMBE de Medicina Bovina 2010 die Beleglage kurz und bündig zusammen:

“Of 3 published studies investigating the effect of homeopathic nosodes on mastitis outcomes, none have demonstrate efficacy (Egan, 1998; Hektoen et al., 2004; Holmes et al., 2005). Evidence that demonstrates efficacy of veterinary homeopathy is completely lacking and practitioners seeking to apply concepts of EBVM will not be able to support the use of these products.”

Neuere Studien bestätigen dies:

C. Notz, M. Hässig:”Zur Wirksamkeit einer homöopathischen Mastitisprophylaxe zum Trockenstellen und Abkalben beim Rind”
Schweizer Archiv für Tierheilkunde (2015), 155, pp. 405-409. DOI: 10.1024/0036-7281/a000482.

“Die eingesetzte homöopathische Prophylaxe zum Trockenstellen zeigte keinerlei Effekt bezüglich des Auftretens von Galtmastitiden und Mastitiden in den ersten 120 Tagen der Laktation”

Die Arbeit von J.H. Williamson und S.J. Lacy-Hulbert belegt widerum, dass bei klinischer Mastitis antibiotische Behandlung signifikant bessere Ergebnisse erzielt als eine Behandlung mit Homöopathika. (J.H. Williamson, S.J. Lacy-Hulbert:”Lack of efficacy of homeopathic therapy against post-calving clinical mastitis in dairy herds in the Waikato region of New Zealand”
In: N Z Vet J. 2014 Jan;62(1):8-14. doi: 10.1080/00480169.2013.796435. Epub 2013 May 24.)

#42 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ #21 Dr. Jutta Backert-Isert

Sie: “Es wirkt nur dann nicht, wenn das falsche Mittel verabreicht wird. Und das ist gnadenlos, denn Homöopathie beruht eben nicht auf Placeboeffekt. Flasches Mittel-Null Wirkung! Leider glauben immer noch Leute, ein Homöopathiebuch quer gelesen macht sie zum Homöopathen. Weit gefehlt! ”

Das ist falsch. Das belegt gerade die Studienlage im Bereich der Veterinärhomöopatthie sehr deutlich.

So schreibt V. Krömker vom Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Hannover in seiner Studie “Zur Wirksamkeit der homöopathischen Mastitistherapie im Rahmen einer integrierten Bestandsbetreuung” ganz klar:

“”Die Anwendung homöopathischer Therapeutika erfolgt in den Betrieben zumeist nach Erfahrungswerten. Allerdings muss gesagt werden, dass in den Fällen in denen das homöopathische Therapeutikum auf der Basis klassischer homöopathischer Therapielehren ausgewählt wurde, keine signifikant besseren Heilungsraten als mit Anwendung der Erfahrungsmedizin erreicht wurde. Wahrscheinlich hat die Therapieform keine maßgeblichen Auswirkungen auf die Heilungsrate. Vielmehr wird die Heilungsrate von den Rahmenbedingungen des Betriebsmanagements beeinflusst.””

Gerade bei der Mastitis ergeben Studien immer wieder keine Placeboüberlegenheit der Behandlung (z.B. L. Hektoen, S. Larsen, S. A. Odegaard, and T. Loken (2004) Comparison of homeopathy, placebo and antibiotic treatment of clinical mastitis in dairy cows – methodological issues and results from a randomized-clinical trial. J Vet.Med.A Physiol Pathol.Clin.Med. 51(9-10), pp. 439-446. ) und sogar die Carstens Stiftung schreibt “Darüber hinaus ist die Studienlage in der Veterinärhomöopathie nicht derart, dass ein Nutzen der Homöopathie bei Prophylaxe oder Therapie der klinischen oder subklinischen Mastitis bewiesen wäre”.

Das gilt nicht nur für die Mastitis, sondern für die Veterinärhomöopathie ganz allgemein: Eine Placeboüberlegenheit ist nicht nachweisbar.

#41 |
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Gast
Gast

zu #39
“Tiefpotenzen unterhalb D4 können noch Arzneisubstanzen in einer Menge enthalten, die pharmakologische Wirkungen entfalten kann. Solche Tiefpotenzen sind deshalb teilweise sogar rezeptpflichtig. Oberhalb von D6 bis D8 sind pharmakologische Wirkungen nicht mehr möglich, obwohl noch (geringste) Arzneisubstanzen vorhanden sind.”
Quelle: http://www.xn--homopedia-27a.eu/index.php/Artikel:D-Potenzen

Sollte Ihre Frage ein Plädoyer für die Wirkung der Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus sein, dann fehlt außerdem ein entscheidender Gedankenschritt. Die Wirkung der Substanz wird doch erst durch das Potenzieren mittels Verschütteln erreicht. Diesen Prozess macht Ihr Adrenalin aus der Zahnarztpraxis doch gar nicht mit, oder?

#40 |
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Dr. Gerd Kruse
Dr. Gerd Kruse

Hier mal ein Wort zu Arzneimittelkonzentrationen:
Gängige Adrenalinkonzentrationen in zahnärztlichen Lokalanästhetika sind bei FORTE-Zubereitungen 1:100000, also D5. Es wird diskutiert, ob bei entsprechend morbiden Patienten besser mit 1:400000 oder ohne Adrenalinzusatz gearbeitet wird, das entspricht fast einer D6. Sind da Kreislaufreaktionen auch alles nur Plazeboeffekte??

#39 |
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Zum Thema: Bio-Tierhaltung und konventionelle Tiermedizin in Gegnerschaft zu stellen ist falsch.
Und: Mit Homöopathie lassen sich keinesfalls Managementdefizite und fehlender Tierkomfort kompensieren, da ist schon eine gewissenhafte ( tierärztliche ) Aufklärung nötig !
Die ( in Mode gekommene ) dilettantische Anwendung von Homöopathika bei Tieren beruhigt allenfalls kurzfristig den Tierbesitzer, sie ist aber schmerzlich leider nur ein Pflaster für die esoterisch angehauchten Protagonisten.
Derweilen leiden die Tiere und ihr Leiden und Sterben wird als schicksalshaft angesehen.
STEHT AUF ! Gegen Kinderlähmung hilft eine Impfung – und das Kalb kann nur seine Gesundheit erhalten indem es eine keimarme, saubere Umgebung erfährt und sich wohlfühlt.
Sicherlich sind mehr als 90 % aller Infektionskrankheiten haltungsbedingt .- ( Thema meiner Doktorarbeit !)
Gegen Drecksställe und Intensivstationen, wo Patienten mit Lungenentzündung neben frischen OP-Patienten liegen kommt kein Antibiotikum an – denn so viel Hilfe von Medikamenten zu erwarten ist völlig illusorisch !

#38 |
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Dr. Christina Schlumbohm
Dr. Christina Schlumbohm

Ich bin Tierärztin, Mitte 50. Mir wurden schon das eine oder andere Mal Antibiotika verordnet. Resistenztests? Fehlanzeige! Aus Erfahrung kann ich sagen mit unwirksamen AB-Therapien tötet man alles außer die resistenten Keime, was logischerweise zu einer Verschlimmerung einer bakteriellen Infektionserkrankung führt. Eine ungezielte oder diagnostische AB-Therapie ist ein sehr gefährliches Unterfangen beim Menschen wie auch bei Tieren. Durch die Behandlung mit dem falschen AB selektiert man die resistenten Keime und die konkurrierenden “guten” Keime verschwinden. Ist das auch unseren humanmedizinischen Kollegen bewusst? Ich glaube nicht.

#37 |
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Dr. Rüdiger Gall
Dr. Rüdiger Gall

Frau Dr. Elena Habersetzer, BRAVO !! Ihre Kritik trifft voll ins Schwarze! Selbst mir als recht aufmerksamem Leser ist der deutliche Hinweis auf die offenbar ungenügende oder fehlende Wirkung der Antibiotika nicht aufgefallen. Chapeau !

#36 |
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Gast
Gast

Wie Homöopathie in der Tiermedizinfunkioniert:
Cracknell NR, Mills DS: A double-blind placebo-controlled study into the efficacy of a homeopathic remedy for fear of firework noises in the dog (Canis familiaris)’ in: The Veterinary Journal 177 (2008) 80 – 88

Seventy-five dogs that showed a fear response to fireworks participated in a double-blinded, placebo-controlled clinical trial to assess the efficacy of a homeopathic remedy for the alleviation of their behavioural signs. Dogs were randomly assigned to one of two treatments; the homeopathic treatment or the placebo treatment. ( … ) There were significant improvements in the owners’ rating of 14/15 behavioural signs of fear in the placebo treatment group and all 15 behavioural signs in the homeopathic treatment group. Both treatment groups also showed significant improvement in the owners’ rating of the global severity of their dog’s responses. However, there was no significant difference in the response seen between the two treatment groups

#35 |
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Der Antibiotikaeinsatz in der sog. Nutztierhaltung korreliert zum Einen mit den Haltungsbedingungen und zum Anderen mit dem `Know-how´ des Tierhalters – ganz besonders was die Hygienebedingungen anbelangt.
Wenn der Keimdruck durch die oben genannten Faktoren zu hoch wird, dann werden Antibiotika ohne (glückliches ) Ende eingesetzt…
Kernpunkte dabei sind:
1. Haltungsbedingungen verbessern – was nur durch höhere Lebensmittelpreise zu verwirklichen ist !!!
2. Kontinuierliche Schulung bzw. Beratung durch Tierärzte bzgl. der Hygienestandarts bei der Tierhaltung.
Betreibe seit 25 Jahren eine Großtierpraxis.
Wenn der Landwirt das nötige Geld hat, einen ordentlichen Stall zu bauen, dann ist er – unter der Kenntnissetzung der erforderlichen Hygiene im Stande, seine `Behandlungs-bzw. eingesetzten Antibiotikamengen auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Dann esse ich gerne und mit gutem Gewissen Fleisch- und Milchprodukte !
P.S. Hab schon so viele `homöopatisch zugrundegerichtete ´ Tiere gesehen – Das ist keine Alternative !!!!
Noch was: Der Keimdruck in Krankenhäusern ließe sich bestimmt durch einfaches Fensteröffnen verringern, anstatt durch die schmuddeligen Belüftungsanlagen – Keimdruck durch einfache Mittel verringern !

#34 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

Die Frage ist doch nicht, ob Homöopathie bei Tieren wirkt. Wir haben hier ein Tierschutzproblem: Eine kranke Kuh oder ein lahmes Pferd haben gesetztlich (!) Anspruch auf adäquate Behandlung (Tierschutzgesetz). Ob der Tierarzt das nun mit dieser oder jeder Methode behandelt, er wird in vielen Fällen nicht um Antibiotica-Einsatz herumkommen. Und 10 kranke Schweine brauchen dann 10 Tagesdosen.
Die Verbrauchszahlen sind übrigens in der Summe deutlich zurückgegangen, das kommt bei dem Totschlagargument “tonnenweise Verbrauch” nicht rüber. Auf menschliche Patienten fressen jährlich tonnen von Antibiotica, wenn sie sie nicht direkt ins Klo spülen…
Ich halte es für einen Skandal, daß Landwirte nur um (Tierarzt-)Kosten zu sparen, zur Selbsthilfe greifen und illegal (Medikamente für Lebensmitteltiere und Pferde unterliegen Verschreibungspflicht und strenger Kontrolle nebst Einzelnachweisen) Selbstmedikationen vornehmen. Sieht dann im Ökomäntelchen immer nett aus, aber die wenigsten Tierkrankheiten lassen sich mit Globuli und Räucherstäbchen heilen.
Übrigens: Ja, Tierhomöopathie kann eine wirksame Behandlung sein, aber nicht für alle Probleme. und sichelich nicht gesetzlich oder Verbandsmäßig verordnet.
Der Denkfehler im System ist, daß Tierärzte scharf kontrolliert werden, sich der Bauer aber in der Apotheke und im Internet oder auf dem holländischen Wochenmarkt mit verschreibungspflichtigen AM eindecken kann. Das sind Straftaten, aber es kümmert anscheind niemanden….

#33 |
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Ach so wir Tierärzte sollen mal wieder an der Resistenzmisere schuld sein….warum haben unsere Patienten dann im Vergleich zum Humanpatienten seltener multiresistente Keime? Warum sind es dann gerade die Krankenhäuser in denen sich die Menschen anstecken?
Man bedenke: Wir dosieren nach Gewicht des Patienten, oft aufs Kilogramm bzw. Gramm Körpergewicht genau. Nicht wie in der Humanmedizin wo oft ein Erwachsener die gleiche Tablette bekommt ob er nun 50, 80 oder 160kg wiegt.
Was in der Tierhaltung ein wirkliches Problem ist, ist die Selbstmedikation durch den Tierbesitzer. Da werden “günstig” Medikamente aus dem Ausland per Internet gekauft, oder unter dem Tresen im Futtermittelhandel. Ja, auch Antibiotika. Ist illegal, wird aber von den Behörden nicht verfolgt, weil es so schwer nachzuweisen ist.
Was natürlich viel einfacher zu kontrollieren ist, ist ein normaler niedergelassener Tierarzt. So schön einfach zu kontrollieren weil wir genau nachweisen müssen was wir an Antibiotikum eingekauft und wann, wem und in welcher Menge aufgrund welcher Diagnose wir abgegeben haben. Ja, tatsächlich: Bei der Apothekenprüfung wurde auch in meiner Kartei nachgesehen ob ich denn die geforderten Antibiogramme habe im Labor machen lassen. Ganz einfach. Ganz übersichtlich.
Und dann gehen Sie mal in den Stall des ach so besorgten Bauern, der lieber “natürliche” Mittel verabreicht. Der kauft sich die seltsamsten Pülverchen aus dubiosesten Quellen (nein, aus der Apotheke ist zu teuer) und verabreicht seinem Tier illegale ungeprüfte Medikamente oder Medikamentenfälschungen. Sicher meist im guten Glauben an das was er tut. Diese Medikamente enthalten VIELLEICHT das was draufsteht. Oder sie enthalten ganz etwas anderes, durchaus nicht selten Antibiotika-Cocktails aus einer Hinterhofküche im Ausland.
Seltsam eigentlich, daß heute so viele “Big-Pharma” und die Ärzte/Tierärzte böser Machenschafen verdächtigen und andererseits vertrauensvoll von anonymen dubiosen Internethändlern Medikamente und Nahrungsmittel kaufen.
Was soll’s, was soll man sich noch wundern: Wir leben in einer Welt in der eine gemeingefährliche Witzfigur zum US-Präsidenten gewählt wurde…

#32 |
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Wolfgang Schmitt-Nolden
Wolfgang Schmitt-Nolden

Antibiotika und Statistiken
…vom bekannten Landwirt nach Spritzen und Kanülen gefragt….
wofür?…war in England und habe Antibiotika geholt…
bekomme ich dort ohne Rezept…so viel zur Statistik!!!
Ein Giftmischer wird sich doch vom Staat nicht davon abhalten lassen so lange er nicht erwischt und verurteilt wird!!!

Homöopathie?…wo sind die Studien?…wie sagte mein alter Oberarzt…
wer heilt hat recht…und so lange dies ohne Gifte und Antibiotika geschieht soll es uns doch egal sein wie es zustande kommt…ich habe noch nie Globuli verschrieben und bin bei Antibiotika auch sehr zurückhaltend…auch das klappt gut…

#31 |
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Laie
Laie

Darf ich hier mal eine ganz dumme Frage stellen?
Wenn ich mit einem homöopathischen Mittel eine Krankheit behandeln kann, die sonst den Einsatz eines Antibiotikums oder eines anderen *richtigen* Arzneimittels erfordert und damit letzteres einsparen kann, dann ist das schlecht weil…?
Das verstehe ich nicht.

#30 |
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Dr. med. vet. Uwe Kästner
Dr. med. vet. Uwe Kästner

Ist die Homöopathie eine “Wunderwaffe der Medizin” oder nicht doch eher eine Form der “Selbstheilung”?
Homöopathie gibt es in dieser Ausbreitung nur in Deutschland. In den restlichen EU Staaten (außer Niederlande) wird die “Heilmethode” maximal geduldet, aber auch nur dann, wenn Ärzte diese anwenden.
Die steigenden Resistenzen gegen die in der Humanmedizin angewandten Antibiotika verwundert nicht. Mangelnde Hygiene in den Krankenhäusern, starker Publikumsverkehr (selbst auf Intensivstationen), das Fehlen von Fachärzten für Hygiene, der Kostendruck durch die Privatisierung der Krankenhäuser sowie die in den meisten Fällen zu kurze Verordnungsdauer von Antibiotika, das sind die maßgeblichen Gründe für die Entstehung von Resistenzen. Antibiotika oder auch Impfungen zu verteufeln, das ist sehr unklug.
Welcher Homöopath würde denn noch am Leben sein, wenn es nicht die moderne Medizin mit den entsprechenden Methoden und Medikamenten geben würde?
Den Tierärzten die Hauptschuld für Antibiotikaresistenzentwicklung zu geben, erscheint mir jedenfalls nach der Methode “Haltet den Dieb” zu gehen!
Wir könnten alle Veganer werden aber das Problem der Resistenzen wäre damit nicht gelöst.

#29 |
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Gast
Gast

@ Dr. Backert- Iser
Das richtige Mittel -0k
Leider ist die Zahl der hom. Schulen ziemlich gross, und multipliziert mit der Anzahl der Mittel, verschiedenen Potenzen und dazu noch den Komplexmitteln lässt die Auswahl doch sehr gewaltig ansteigen.
Dazu kommt dass nach Hahnemann ein eingehendes Gespräch mit dem Patienten unabdingare Vorraussetzung für die richtige Mittelfindung und ihrer Potenz ist, was bei der Tiermedizin wohl wegfällt.
Dass es keine klare Linie in der Homoöapthie gibt hat einen guten logischen Grund : die Wirkung ist immer diesselbe, nämlich = 0. Es wirken nur die inneren Selbstheilungskräfte, eben mal besser, mal schlechter, woraus dann die berühmten positiven Anektoden resultieren, denn über die Misserfolge wird nicht berichtet.
Im Vorstand der österreichischen hom. Gesellschaft tobte in den 80iger Jahren ein erbitterter Konkurrenz- Streit über die von Hahnemann nicht vorgesehenen Komplexmittel. Es wäre eine gute Gelegenheit für eine aussgekräftige Studie gewesen, aber letztlich wurde der Konflikt mit dem Familienstellen nach Hellinger beigelegt

#28 |
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Zu#24
offensichtlich haben Sie mich falsch verstanden. Antibiotika sind nicht generell zu verteufeln, aber sie sind Waffen, die sich bei falschem Einsatz gegen uns wenden. Wer undifferenziert diese einsetzt z.B. bei virusbedingten Erkankungen trägt zur Immunschwächung des falsch behandelten Individuums und zur Resistenzentwicklung der Bakterien, die das ganze Kollektiv bedrohen, bei.

#27 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

Im übrigen sind die meisten Infektionskrankheiten, die zu Keulung und Massensterben führen virueller Art. Ein Hoch auf die Antibiotika die dort helfen.

#26 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

Kühe im Saustall, was für eine Schweinerei : )
Der Autor scheint allerdings wenig kompetent, wie auch schon Elena Habersetzer feststellen musste.

#25 |
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Gast
Gast

@ Dr. Winter
wie kam es dann dass vor der Endeckung der Antibiotika ganze Landstriche durch Seuchen entvölkert wurden ? Besseren Hygiene, ist nur Prophylaxe, es geht um die Erkrankten, deren Immunsystem ja nach ihrer Argumentation die Infektion hätte verhindern sollen

#24 |
  4
Gast
Gast

Leider sind einige der Kommentare polemisch und zeugen von krassester Unkentnnis. Homöopathie besteht weder aus “Zuckerkügelchen” noch schlicht aus Wasser. Die genauen Vorschriften für die Herstellung der Präparate sind vorhanden und letztendlich ist Homöopathie nur besser zu verstehen, wenn sich jemand mit Kybernetik auseinandergesetzt hat. Über die Wirkung gibt es keinen Zweifel, wenn Krankheit und Präparat zusammenpassen wie Topf und Deckel. Aber um den passenden Deckel zum Topf zu finden gehört fundiertes homöopathisches Wissen dazu, Polemik reicht daher aus diesem Grunde absolut nicht aus, um die Homöopathie widerlegen zu wollen. Ich empfehle daher, tiefer in die Materie einzudringen, bevor ein ignorantes statement abgegeben wird.

#23 |
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schlecht und unsinnig recherchiert, einfach nur peinlich!

#22 |
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Es ist immer das Gleiche: Blinde reden von Farben. Homöopathie wirkt, ob es Leute glauben oder nicht. Es wirkt nur dann nicht, wenn das falsche Mittel verabreicht wird. Und das ist gnadenlos, denn Homöopathie beruht eben nicht auf Placeboeffekt. Flasches Mittel-Null Wirkung! Leider glauben immer noch Leute, ein Homöopathiebuch quer gelesen macht sie zum Homöopathen. Weit gefehlt! Homöopathie wird aber weiterhin der Einzug in die Unis und Wissenschaften verwehrt. Und natürlich hat auch Hahnemann schon erkannt und doziert, dass die Lebenshaltung und Ernährung bei der Gesunderhaltung und -werdung eine nicht unmaßgebliche Rolle spielt. Beides wird zu wenig oder überhaupt nicht in Human- und Tiermedizin berücksichtigt. Eine Reform beider Medizinrichtungen und natürlich der Haltungsbedingungen bei Tieren ist längst überfällig und damit verbunden unser Konsumverhalten. Denn wenn wir weniger Zucker, Tiere und Tiermilchprodukte verzehren, wirkt sich das sowohl auf die Haltungsbedingungen als auch auf unsere Gesundheit aus. Aber Veganer werden ja immer noch verteufelt und Leute sind überglücklich, wenn sie ihr täglich Fleisch und Milch zu Dumpingpreisen im Supermarkt nachgeschmissen bekommen. Die Dummheit der Menschen ist leider unendlich.

#21 |
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Schlecht und sehr einseitig recherchierter Artikel. Nutze seit Jahren in der Nutztierpraxis speziell dafür zugelassene homöopathische Arzneimittel – Landwirte sind froh über Präparate ohne Wartezeit auf Milch oder eßbares Gewebe.
In den letzten Jahren sind zunehmend auch zeitnahe Schmerzbehandlung bei beginnenden Mastitiden oder Pododermatitiden ohne Antibiotika-Einsatz erfolgreich eingesetzt worden. Es gibt aber wie überall auch bei Tierärzten und Landwirten solche und solche.
Kristin Heilmann
Tierärztin

#20 |
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Dr. rer. nat. André Voges
Dr. rer. nat. André Voges

Ist es wahr, dass Deutschland – wie Frau Flachsbarth laut Artikel gesagt haben soll – sich für “Erleichterungen” bei der Anwendung von stärker als D4 verdünnten Präparaten einsetzen will? Wenn man nicht an einen “Proxy-Placebo-Effekt” glaubt, muss man doch aus naturwissenschaftlicher Sicht davon ausgehen, dass solche Tier-“Arzneimittel” wirkungslos sind. Wie kann man solchen Hokuspokus fördern wollen? Nur damit – auch wo vielleicht indiziert – weniger Antibiotika eingesetzt werden?
Ich schlage vor, dass beim nächsten Ausbruch einer Tierseuche eine Task Force aus staatlich anerkannten und unabhängig zertifizierten Voodoo-Priestern die Tiere gesundbetet. Und dann: Nehmet und esset alle davon ;D

#19 |
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Dr. med. vet. Dörte von Bremen
Dr. med. vet. Dörte von Bremen

Dünnsinn.

#18 |
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Habe als Orthopäde in freier Praxis mit der Homöopathie viel Erfolg gehabt. Habe oft Ferien auf dem Bauernhof gemacht-einem Milchviehbauernhof. Die ständigen Eutererkrankungen nervten die Bauersfrau. Habe deshalb Homöopathie bei den Kühen eingesetzt. Der Erfolg war da. Also hat die Bauersfrau sich ein Homöopathisches Buch gekauft zum Selbstlernen. Hat ihre Kühe nun auch und in Ergänzung zu normalen Veterinärmedizin homöopathisch behandelt. Die Bilanz: die Kühe seine sehr gesund und die Kosten für den Tierarzt seien um 75 Prozent zurückgegangen. Soviel zu einem Anwendungsprotokoll

#17 |
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Tierärztin

Na klar, mal wieder Antibiotika und Tierärzte.
Dabei ist klar, daß Tierärzte mehr Antibiotika verschreiben als Humanmediziner.
80 Mio Menschen (wiegen ca. 4.800.000 Tonnen) brauchen auch weniger als mind. 10.000.000. Tonnen (“Fleisch” im Jahr) Rinder, Pferde, Hund, Katze, etc.
Jedoch verschreiben Tierärzte keine Antibiotika für eine Influenza weil die Mutterkuh das für ihr Kalb haben will! ;-D
Gründe für Resistenzen sind wohl überall zu finden: bei Bauern und “anderen” Menschen. ;-)

#16 |
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Wenn sich die Erkrankungsraten in den ökologischen Betrieben trotz deutlich geringerem Antibiotikaverbrauch von den Erkrankungsraten in den konventionellen Tierhaltungsbetrieben nicht unterscheiden, spricht es rein statistisch gesehen gegen den Antibiotikaeinsatz. Die fachliche Kompetenz des Verfassers ist deutlich anzuzweifeln.

#15 |
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Gast
Gast

“Zudem fehlt vielen Landwirten die hinreichende fachliche Kompetenz”: mir fällt schon lange auf, dass das scheinbar eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist. Das ist nicht ironisch gemeint.

#14 |
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Weitere medizinische Berufe

Hier
http://www.homöopedia.eu/index.php/Hom%C3%B6opedia:Startseite
gibt es sachliche Aufklärung über die Homöopathie, nicht auf einer seite von Homöopathen. Ist aber noch im Aufbau.

#13 |
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Leider wird in einigen Kommentaren die eigentliche Problematik des Antibiotika-Einsatzes nicht wirklich reflektiert. Die logische Konsequenz aus der Resistenzentwicklung muss eine Beschränkung des Einsatzes von Antibiotika bei Mensch und Tier bedeuten. Seuchen entstehen gerade erst durch übermäßigen Einsatz von Antibiotika in deren Folge das Immunsystem in seiner Funktion eingeschränkt wird und resistente Erreger in Krankenhaus bzw. Stall Raum gewinnen. Wer das nicht verstehen will, lenkt in der Diskussion auf Homöopathie oder sonstiges ab, ändert aber sein auf Dauer schädigendes Handeln nicht.

#12 |
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Was mir in dem Artikel völlig fehlt, sind die Indikationen zur Antibiotikagabe. Wenn wirklich nur Antibiotika bei erkrankten Tieren abgegeben würden, hätten wir das Problem nicht.

#11 |
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Stefan Kaa
Stefan Kaa

Ihr könnt es einfach nicht lassen, oder….

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

Der Artikel behandelt den Aspekt der vorgeblichen “Alternative” Homöopathie meines Erachtens mit zu großer Zurückhaltung.
Homöopathie -einschließlich Tierhomöopathie, von Hahnemann übrigens nicht praktiziert- ist von vornherein eine unwirksame Methode. Den Placeboeffekt ins Spiel zu bringen, dürfte bei Infektionskrankheiten auch kaum am Platz sein.
Was wird geschehen, wenn eine homöopathiebasierte “Strategie im Kuhstall” wirklich durchgezogen wird? Eine Häufung von Infektionsfällen bis hin zu Stallseuchen, die in der Keulung von Beständen enden könnten. Es entfällt ja angesichts einer unwissenschaftlichen Hokuspokusmethode jeder Schutz.
Ein Verbraucherschutzproblem dürfte hinzukommen: Sowohl bei einer Umstellung der Prophylaxe auf Homöopathika als auch bei der homöopathischen Behandlung akut erkrankter Tiere besteht selbst bei einem Verschwinden der Symptome ein hohes Risiko bakterieller Belastung von Milch- und Schlachtvieh.
Das Problem ist immerhin erkannt. Homöopathie ist aber keine Lösung, Phythotherapie wohl ebensowenig. Leider ergehen sich die Verantwortlichen in Landratsämtern und Landwirtschaftskammern derzeit eher nur in der Verwaltung des Unheils – und der Propagierung von tierhomöopathischen Fortbildungsveranstaltungen:
https://keineahnungvongarnix.com/2016/10/27/hoemoeopathie-im-viehstall-kann-nicht-wahr-sein/

#9 |
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Dr. med. vet. Ralf Michling
Dr. med. vet. Ralf Michling

Sachliche und wissenschaftlich fundierte Aufklärung über Homöopathie. 80 % aller Patienten schwören auf sie, doch nur 17 % wissen, was sie wirklich ist:

http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/

#8 |
  8
Bettina
Bettina

Die Lösung muss heißen “bessere Haltungsbedingungen”, wodurch sich automatisch der Antibiotikaeinsatz eindämmen lässt. Kranke Tiere nicht adäquat (also mit wirkungsloser Homöopathie) zu behandeln, ist ganz schlicht und ergreifend Tierquälerei!

#7 |
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TeslaDriver
TeslaDriver

“Fachliche Kompetenz”, um mit wirkungslosen Zuckerkügelchen zu quacksalbern? WTF?!

#6 |
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Gast
Gast

Zuckerkügelchen lösen eben das Antibiotika-Problem nicht. Wie logisch.

#5 |
  6

Oder Massen- und Nutztierhaltung einfach komplett abschaffen . . .

#4 |
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Tierarzt
Tierarzt

Interessant. Ich wusste noch gar nicht, dass es in Kassel überhaupt eine Veterinärmedizinische Fakultät gibt. Aber immerhin gibt es dort “Experten”: “Trotz besserer Haltungsstandards unterschieden sich die Erkrankungsraten auf ökologischen Milchviehbetrieben nicht von Höfen mit konventioneller Milchviehhaltung.” Konsequenterweise würd ich aber ganz schnell wieder Raum, Licht, Luft, Hygiene, Bewegung, Sozialkontakte etc. einsparen, wenn sich das doch eh nicht auszahlt!? Auch beim Menschen sehe ich diesbezüglich ein ungeahntes Einsparpotential. Und die Ärzte müssen sich zukünftig auch nicht mehr den Mund fusselig reden von wegen Stress abbauen, Bewegung etc.
P.S. was sagt uns eingentlich eine “Erkrankungsrate”? Genauso oft? Genauso schwer? Genauso lang? Genauso teuer? Genausoviele Abgänge?

#3 |
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Gast
Gast

Wenn Vertreter der Homöopathie dafür sorgen, dass Landwirte statt prophylaktisch Antibiotika ins Futter zu geben den Tieren Wasser auf die Schnauze sprühen, dann ist das ja begrüßenswert.
Bzgl. der oben auch genannten nicht nachweisbaren Wirkung könnten sie natürlich auch Leitungswasser nehmen, das dürfte ihren (ohnehin knappen Gewinn) zumindest ein klein wenig vergrößern.

#2 |
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Dr. med dent. Matthias Pfeiffer
Dr. med dent. Matthias Pfeiffer

Sag ich schon seit Jahren!

#1 |
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