Lipödeme: Fette Rechnung für Versicherte

31. Oktober 2016
Teilen

Leiden Patienten an schweren Lipödemen, bleibt oft nur noch die Liposuktion als Ultima Ratio. Bis heute liegt keine Bewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses vor. Deshalb weigern sich Gesetzliche Krankenversicherungen, die Kosten zu übernehmen.

Ärzte diagnostizierten bei Madeleine T. aus Chemnitz vor zwölf Monaten ein Lipödem. Nach jahrelanger Unsicherheit empfand die 33-Jährige ihren Befund zwar als große Erleichterung. Bald darauf erfuhr sie von ihrer Krankenkasse jedoch, dass eine dringend erforderliche Liposuktion nicht erstattet wird. Was steckt medizinisch und sozialrechtlich dahinter?

Behandlung je nach Schweregrad

Beim Lipödem vermehrt sich Fettgewebe vor allem an Hüften und Oberschenkeln. Betroffen sind in erster Linie Frauen. Da die Ursache der Erkrankung bisher unbekannt ist, gibt es keine kausalen Therapien. Wissenschaftler vermuten genetische Prädispositionen und hormonelle Veränderungen als Ursachen. Sie forschen aber nach wie vor ohne erkennbaren Durchbruch.

 

Lipödeme

Lipödeme bei Madeleine T. Quelle: Leetchi.com, Screenshot: DocCheck

 

Ein Blick in die S1-Leitlinie zeigt, welche Möglichkeiten Ärzte haben. Ihr Ziel ist, sowohl Beschwerden zu lindern als auch Komplikationen zu vermeiden. Bei fortschreitender Ausprägung steigt laut Leitlinie das Risiko dermatologischer (Mazerationen, Infektionen), lymphatischer (Erysipelen, Lymphödem) und orthopädischer Komplikationen (Gangbildstörungen, Achsenfehlstellungen).

Dabei werden drei Stadien unterschieden:

  • Stadium I: glatte Hautoberfläche, verdickte Subcutis, kleinknotige Fettstruktur
  • Stadium II: unebene Hautoberfläche, grobknotige Fettstruktur
  • Stadium III: verhärtetes Gewebe; großlappige, deformierende Fettlappen

Letzte Hoffnung Liposuktion

Konservative Therapien wie Lymphdrainage, Kompression oder Bewegungstherapie lindern allenfalls Beschwerden. Die Fettvermehrung kann dadurch nicht reduziert werden. Bleibt noch die Liposuktion als „etablierte und risikoarme Methode“. Sie ist sinnvoll, falls trotz konsequent durchgeführter konservativer Therapie Beschwerden persistieren oder falls die Erkrankung messbar fortschreitet.

Laut Leitlinie führen Liposuktionen in Tumeszenz-Lokalanästhesie verglichen mit älteren Verfahren nicht zu Schäden an Lymphgefäßen. Erfolge bleiben über viele Jahre bestehen. Patienten profitieren auch von ergänzenden Maßnahmen wie der Korrektur von Beinfehlstellungen. Hautschäden bessern sich aufgrund der Entfernung von Fettdepots ebenfalls.

Liposuktionen in Tumeszenz-Lokalanästhesie:

Die Kasse bleibt zu

Was medizinisch schlüssig ist, wirft trotzdem sozialrechtliche Fragen auf. Gesetzliche Krankenkassen weigern sich in vielen Fällen, Liposuktionen zu erstatten. Es handelt sich um keine Regelleistung. Im Mai 2014 kündigte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zwar an, ein Beratungsverfahren zur operativen Behandlung des Lipödems mittels Fettabsaugung zu initiieren. Ein Jahr später folgte schließlich eine Aufforderung an Medizinproduktehersteller, eigene Stellungnahmen abzugeben. Mehr ist bislang nicht passiert.

Ansonsten liegt ein negatives Gutachten des Medizinischen Diensts der Krankenkassen aus 2011 vor. Es wurde zwar in 2015 aktualisiert. Der Duktus änderte sich nicht. Patienten müssen bei fortgeschrittenem Verlauf alle Kosten selbst übernehmen.

Keine Unterstützung vom Fiskus

Bleibt noch das Einkommensteuergesetz (EStG). Über Paragraph 33 lassen sich außergewöhnliche Belastungen wie Arztkosten oder Zuzahlungen geltend machen.

Praktisch sieht die Sache nicht so gut aus. Vor wenigen Monaten stellte der Bundesfinanzhof klar, dass Krankheiten die Steuerlast nur begrenzt verringern (Az.: VI R 32/13 und VI R 33/13). Ein Ehepaar aus Rheinland-Pfalz mit 650.000 Euro Bruttoeinkommen gab ohne Erfolg 1.250 Euro bei der Steuererklärung an. Richter argumentierten jedoch mit der zumutbaren Belastung. Sie liegt je nach Einkommen und Kinderzahl bei einem bis sieben Prozent der Einkünfte.

Darüber hinaus legt der Fiskus weitere Daumenschrauben an. Therapieverfahren müssen laut Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz „wissenschaftlich anerkannt“ sein. Justitias Vertreter stuften demnach alle Kosten zur Beseitigung eines Lipödems nicht als außergewöhnliche Belastung im Sinne des Gesetzes ein (Az.: 4 K 2173/15). Grundlage ihrer Argumentation ist ein Urteil des Bundesfinanzhofes (Az.: VI R 68/14) zur Absetzbarkeit von Ausgaben. Diese sei nur möglich, falls „Aufwendungen nach den Erkenntnissen und Erfahrungen der Heilkunde und nach den Grundsätzen eines gewissenhaften Arztes zur Heilung oder Linderung der Krankheit angezeigt (vertretbar) sind und vorgenommen werden (…), also medizinisch indiziert sind“. Wissenschaftlich anerkannt sei eine Behandlungsmethode, falls “Qualität und Wirksamkeit dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen”. Richter forderten „zuverlässige, wissenschaftlich nachprüfbare Aussagen“, sprich „wissenschaftlich einwandfrei durchgeführte Studien über die Zahl der behandelten Fälle und die Wirksamkeit der Methode“.

Kohle von der Crowd

Madeleine T. gab sich trotz aller Einschränkungen nicht geschlagen. Sie verteilte 5.000 Briefe in ihrer Umgebung und erstellte ein Spendenprofil im Web. Ihr Ziel, rund 12.000 Euro für drei OPs zu sammeln, ist in greifbare Nähe gerückt. Zwei Eingriffe konnte sie schon bezahlen. Trotzdem wächst der Druck auf den G-BA, Farbe zu bekennen.

78 Wertungen (4.03 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

21 Kommentare:

Christiane Lücker
Christiane Lücker

Noch vor Jahren galt das Dogma, dass die Anzahl der Fettzellen in der Kindheit festgelegt wird und danach lebenslang konstant bleibt. Heute weiss man, dass sich im Fettgewebe Vorläuferzellen befinden, aus denen während der gesamten Lebensdauer reife Adipozyten gebildet werden können. Die Zahl der Fettzellen kann auf 200 Milliarden steigen (normal ca. 20 Milliarden).
Bereits eine Dissertation aus dem Jahre 2004 belegte, dass bei 15 Probandinnen, denen bei einer Liposuktion 2,2 kg Körperfett entfernt wurde, eine Wiederherstellung bzw. eine Zunahme der Fettmenge 12 Wochen nach der Liposuktion festgestellt wurde (Dr. Janert, Humboldt-Universität, 2004).

Dieses wurde inzwischen auch durch eine aktuelle randomisierte Studie von hoher Evidenz belegt:
” Fat redistribution following suction lipectomy: defense of body fat and patterns of restoration.”
von Hernandez TL et al., Department of Medicine, University of Colorado; Obesity (Silver Spring). 2011 Jul;19(7):1388-95. doi: 10.1038/oby.2011.64. Epub 2011 Apr 7.

Ergebnis: “Nach operativer Entfernung von Fettgewebe erneuert sich nicht nur das entfernte Fettgewebe wieder-
sondern die Gesamtkörperfettmenge nach Liposuktion vermehrte sich nach kurzer Zeit so stark, dass sie den Status vor der Operation sogar überschritt !
Zitat aus dem Abstract: ”  After 1 year the thigh region remained reduced …, but AT ( = Fettgewebe) reaccumulated in the abdominal region …”

Wenn Körperfett, welches sich präoperativ an metabolisch inaktiven Stellen wie Beinen, Gesäß, Armen und Brust befand- sich nach einer Liposuktion überschießend neu bildet, tut es das v.a. abdominell- da dort die meisten Stammzellen sind- s.o.,
damit wird es metabolisch aktiv und hat damit die o.g. negativen Effekte auf die Gesamtgesundheit und Mortalität.
Dieser Effekt ist nicht reversibel.

Zusammenfassend ergeben sich daher aus den Beobachtungen bisher- erklärt durch die aktuelle Forschung- hochrelevante medizinische Befunde, die gegen Liposuktionen oder sonstige operative Maßnahmen der Fettentfernung zur Körpermodellierung sprechen, da sie das Problem des Übergewichtes nicht beheben – sondern nur verlagern-
und zwar aus metabolisch inaktiven- und damit unbedenklichen Bereichen
in metabolisch aktive und damit die Gesundheit negativ beeinflussende Bereiche –
womit sich die gesundheitlichen Konsequenzen für die Patienten deutlich verschlechtern.

Apropo: die Hälfte der Bevölkerung ist inzwischen übergewichtig- davon 10 % massivst fettleibig ( also BMI > 50 kg/ m²). Die Auswertung der Ernährungsprotokolle zeigt, das das ganz klar v.a. an der Art und Menge der Nahrung liegt- in Kombination mit wenig bis garkeiner Bewegung.

Ein Hauptrisikofaktor für die Ausprägung des Lipödemes ist die Adipositas.

Damit sollte die Haupttherapie das erreichen und halten eines Körpergröße- angepassten, schlanken Taillenumfanges sein in Kombination mit Kompressionsbestrumpfung und Lymphdrainage.

#21 |
  10
Weitere medizinische Berufe

Nach meinen mehr als 5 Jahren Recherchen und den Angaben mancher Komplementärmediziner sowie Patientinnenbefunde ist Lipödem, die weitgehend unbekannte aber sehr weit verbreitete Volkskrankheit fast nur bei Frauen, eine primäre Mitochondriopathie (also Erkrankung der Mitochondrien, das sind die Zellorganellen, in den Fettzellen!) Da demnach Lipödem ein Gendefekt in der mitochondrialen DNA (mtDNA) in den 37 (bis 39 Genen) in den Zellkraftwerken wäre, scheint bei den meisten Patientinnen eine Fettabsaugung nicht geeignet, da es technisch nicht möglich ist, nur die durch Erbkrankheit defekten extrem kleinen Mitochondrien IN den Zellen bzw. Fettzellen einer Patientin abzusaugen, bei einer Liposuktion werden ganze Areale gebietsweise abgesaugt einschließlich aller gesunden Mitochondrien und es können zudem Lymphgefäße manchmal geschädigt werden.

Am St. Georg College in London (Dr. Pia Ostergaard) gibt es Genstudien zu Lipödem seit März 2016 bis voraussichtlich Februar 2018, zu den innovativen Behandlungsansätzen wie der multimodalen Mitochondrientherapie bei dieser erblich bedingten Fettstauungskrankheit sollte m.E. dringend weiter geforscht werden. Die Ursache von LIPÖDEM ist also inzwischen bekannt und somit auch eine neue kausale Therapie möglich! Hierzu bedarf es allerdings umgehend wissenschaftlicher Studien mit einer größeren Betroffenenzahl.

Herzliche Grüße
Ihre
Dagmar Schmidt-Neuhaus
Freie Publizistin seit 2011 (Fachgebiet Mitochondrienmedizin),
nominiert für den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2017 mit:
http://www.lipolymphoedem.de
(ca. 130 Seiten zu LIPÖDEM mit 2.400 Schlagwörtern und Details zu den mitochondrialen Dysfunktionen inkl. wissenschaftlicher Referenzen und Quellen, Selbst-Test, Ernährungsempfehlungen bei Mitochondriopathien und vielem mehr) sowie dem neuen Expertenverzeichnis für die Besondere Untersuchungs- und Behandlungsmethode Mitochondriale Medizin:
http://www.mitochondriopathien.de/experten

#20 |
  1
Manuela Aull
Manuela Aull

@ Constanze von der Lohe:
nach einer Mama- Ablatio entstehen immer nur sekundäre Lymphödeme!, nie Lipödeme!!!
Es sei denn die Patientin hatte vorher bereits Lipödeme (oder Disposition hierfür), die durch die Resektion der Lymphknoten bedingten Abflussstörungen verstärkt wurden.

#19 |
  0
Gast
Gast

Und, Herr Börold, wie schaut´s aus mit der erfolgreichen Therapie der silent inflammation? Was steckt hinter dem Versprechen, dass das Lipödem damit verschwinden kann.
Gibt es eine Publikation zu dieser Interpretation und ihren Therapiemöglichkeiten?
Ich kenne keine einzige Patientin, deren Lipödem jemals verschwunden ist und fände es wirklich spannend zu wissen, was hinter Ihrem Versprechen steckt.

#18 |
  0
Constanze von der Lohe
Constanze von der Lohe

Es ist wirklich zum Verzeifeln…! Da reden Ärzte vom Abnehmen bei stark adipösen Patienten. Dabei sollte es inzwischen unstrittig anerkannt sein, dass ab einem MBI 40 und mehr, es eben NICHT mehr eine Schuld des Patienten bzw. Essens ist oder sein kann, sondern dass hier massiv gestörte Verstoffwechselungen stattfinden. Kein normaler Me nsch würde es schaffen, selbst wenn er dies wollte, sich mal eben auf 150 kg hochzufuttern, das ist einfach nur absurd. Wir sollten endlich aufhören, den Schuldschieberiegel dauerzunutzen, sobald wir einen dicken Patienten vor uns wähnen. Lipödeme sind nicht erforscht, haben aber mit dem lamphatischen System zu tun und dessen Dysregulation, z.B. bei Z.na.Adektomie beim Mamma CA u.a.! In den seltensten Fällen beherrschen Physiotherapeuten, trotz Spezialausbildung, diese manuellen Lymphdrainagen: die einen streicheln zu sanft, die anderen zu fest, kaum einer macht es richtig. DAS IST DIE (TRAURIGE) REALITÄT HIERZULANDE!

#17 |
  6

Als wir noch weniger Englisch konnten, war die Silent Inflammation eine Herderkrankung. “Herde” sind in der Regel stumm, machen sich aber durch “Rauch” bemerkbar. Und wo der Rauch, da die Ursache – so die einfache Meinung. Eine chronische Adnexitis, eine chronische Appendicitis, eine chronische Kieferosteitis oder eine chronische Lebensmittelunverträglichkeit führen zu einer gestörten Immuntoleranz und je nach Veranlagung zu Symptomen an den unterschiedlichsten Stellen. Die Silent Inflammation ( wegen der Entzündungsmediatoren so benannt ) zu finden , erfordert ungewöhnliche diagnostische Verfahren wie die EAV oder die Kinesiologie, die aber nicht anerkannt werden. Was man nicht findet, kann man nicht behandeln, also dreht sich die Schlange im Kreis.

#16 |
  2
Sylvia Gabel
Sylvia Gabel

*darauf
*Luchs
Sorry.

#15 |
  6
Sylvia Gabel
Sylvia Gabel

@Doktor.
Ich habe ein Lipödem und war noch nie adipös und an Bauch/Hüfte/Rücken/Nacken/Gesicht/Hände/Füße immer normal bis sehr schlank.

Mir ist auch aufgefallen, dass viele Patientinnen ein Lipödem und Adipositas gleichzeitig haben. Aber ich denke Adipositas verursacht es nicht, sondern macht es “nur” schlimmer.

Wie ich daraus komme? Als ich mal leicht übergewichtig war (weil sehr deprimiert/Frustfuttern), war das Lipödem schlimmer.

Jetzt (normalgewichtig und nach Liposuktionen) fühle ich mich besser und passe auf wie ein Fuchs, dass ich nicht wieder zunehme.

#14 |
  0
Physiotherapeut

Vor 26 Jahren habe ich meine Lymphdrainageausbildung absolviert und mich seit ca. 20 Jahren auf Lipödeme spezialisiert. Dass es heutzutage noch so viele Lipödempatientinnen geben muss, liegt hauptsächlich daran, dass nur wenige Ärzte (manchmal nicht einmal ein Dermatologe) Lipödeme im Stadium I und II diagnostozieren können, oder auch wollen (Budget). Denn diese sind wunderbar mit der Kombination Manuelle Lymphdrainge (nicht zu vergleichen mit der Lymphdrainage bei Lymphödemen – das verwechseln leider auch einige Therapeuten) und !ganz wichtig! einer konsequent getragenen, passenden Kompressionsstrumfhose und die richtige Dosis an Bewegung (zu viel verstärkt das Ödem) zu beseitigen. Beim Stadium III, muss ich recht geben, kann man nur noch die Schmerzen beseitigen bzw. lindern. Wir gehen allerdings von einem sehr langen Behandlunszeitraum aus, was viele Ärzte nicht bereit sind zu verordnen: ca. 30-50 Beh. 2 x pro Woche, dann min. ein Jahr 1 x pro Woche, je nach Stärke und Festigkeit des Ödems auch Dauerbehandlung. Mit Liposuktionen habe ich in dem großen Zeitraum keine guten Erfahrungen gemacht, da muss ich den Vorrednern Recht geben. Es werden sehr viele intakte Lymphgefäße dabei zerstört, die man für den Abtransport eigentlich bräuchte und ohne Nachbehandlung kommen die Ödeme wieder. Oft setzt sich dann noch ein Lymphödem drauf.
@Remedias Cortes: in meinen Praktikas in Lymphkliniken und auch in meinen Praxen sind mir viele Fälle wie der Ihre begegnet, die von Arzt aus abnehmen sollten bis teilweise zur Unterernährung (die BMI- Grenzen verschieben sich bei Lipödempatienten!) und die Ödme sind geblieben.
Ausgenommen bei Pat. bei denen sich durch eine Immobilität aufgrund Schmerzen eine Adipositas aufgesetzt hat, oder diese vorher bereits hatten, wird der Gesamtzustand durch Diät besser. Übrigens sind ca. 70 % meiner Patienten normalgewichtig, oder drunter.
M. A. Masseurin, Physiotherapeutin, Fachlehrerin für Physiotherapie

#13 |
  2
Ulrike Reuter
Ulrike Reuter

Es ist wichtig die Richtige Behandlung zu erhalten. Ich habe super Behandlungserfolge dabei, aber der Patient muß mitarbeiten und es geht nur mit Therapiekombinationen. Bis die Ursache entgültig gefunden ist kann doch keine Frau warten.

#12 |
  2
Doktor
Doktor

Das Lipödem stritt nur in Verbindung mit Adipositas auf. Früher hat man über das Syndrom Lipödem nicht gesprochen, aber es läßt sich damit Geld verdienen.
Auch an der Eßstörung Adipositas sucht die Industrie verzweifelt nach Möglichkeiten eine Krankheit zu basteln und Geld zu verdienen.
Mehr Verantwortung sollte jeder für sich übernehmen.
Erhöhte Krankenkassenpreise für Adipöse würde das Problem an der Wurzel packen.

#11 |
  89
Dr. Karl Balusek
Dr. Karl Balusek

Mit den gleichen Argumenten hätten Akupunktur und Homöopathie in der GKV auch nichts verloren. Also um was geht es wirklich?

#10 |
  2
dokuet
dokuet

– mein Beitrag war wohl wieder einmal zu nahe an der Wahrheit, die zu vielen natürlich weh tut, vor allem aber den angesprochenen Richtern. –> Kuschen scheint einfacher als progressives Denken und Handeln. Oder nähern wir uns schon der Türkei an?

dokuet

#9 |
  13
Sylvia Gabel
Sylvia Gabel

für die betroffenen ist das ein schlag ins Gesicht, nicht mehr. es ist eine Krankheit fr die niemand etwa kann. ich bin in miner Freiheit sehr eingeschränkt, aber das interessiert von meine kk wohl niemand…… ich für meinen teil weiß, sehr lange halte ich das nicht mehr aus.!!!!!!!!! ich hab den Mist seit fast 4 jahren und langsam bin ich der Ansicht, es reicht. ich habe genug gelitten!!!! in diesem sinne

#8 |
  2
Gast
Gast

@Boris Alexander Hörold. Ich schliesse meiner Vorrednerin Frau Uhler an und ich bin keine Medizinerin, sondern Patientin mit, wenn ich ” systemische silent inflammation” einfach mal mit Autoimmunerkrankungen wie Diabetis Typ I, Hashimoto, Kreisrunder Haarausfall und der Tatsache das meine Blutwerte immer anzeigen, das irgendwelche Körperzellen angegriffen werden, gerne wissen, wie Sie diese behandeln. Mit tun die betroffenen Patientinen leid, wei ich weiß , wie belastend es ist, wenn jeder meint, er dürfte einem Kranken Vorschriften machen ohne das sie Linderung oder Heilung bringen.

#7 |
  0
Ärztin

@Boris Alexander Hörold:
Ich bin nicht nur Ärztin (kurz vorm Facharzt für Allgemeinmedizin) sondern leide auch selbst unter Lipödemen Stadium II. Was genau bedeutet die von Ihnen beschriebene systemisch antiinflammatorische Therapie? Das fände ich sowohl für meine Patienten als auch für mich selbst sehr interessant :)

#6 |
  1
Nichtmedizinische Berufe

Hallo Gast,

ich hatte mich aus Verzweiflung über mein Lipödem Stadium 2 auf 38 Kilo bei 1,75 cm runtergehungert – und hatte es IMMER NOCH !!! Viele Betroffene sind normalgewichtig oder sogar untergewichtig.

Wenn die KK die Rechnungen machen mit Folgeschäden und Psychotherapien, eventuell ist dann Fettabsaugen gar nicht so teuer im Vergleich..
Das Problem ist, das das allgemein als Ästhetische Chirurgie gilt. Und
dass man genau klassifizieren müsste, wer krank ist und wer “nur” ein paar Fettpölsterchen untenrum hat, die ihn stören.

#5 |
  1
Gast
Gast

Meine Patientinnen mit Lipödem erleben einen enormen Zuwachs an Lebensqualität sobald sich die Zufuhr von Kalorien unter dem Verbrauch einpendelt und die richtige Sportart regelmäßig ausgeführt wird. Auch die Schmerzen bilden sich dann prompt zurück.
Im Gegensatz zu den Erfolgsberichten durch Liposuktion sehe ich Patientinnen, die nach Liposuktion wieder zulegen und auch wieder alle Beschwerden haben wie vor dem Eingriff.
Zudem möchte ich eine Lanze brechen für die Hunderte von jungen Frauen mit beginnendem Lipödem, die nicht erkannt werden, jahrelang Beschwerden haben usw. Es wäre gut, wenn mehr Kollegen ein Lipödem diagnostizieren könnten und dann auch gezielt beraten würden. (Norm-)Gewicht zu halten ist die oberste Prämisse. Zu wissen, welcher Sport gut ist und was Kompression bringt, wäre ein großer Schritt nach vorn.
Das Internet ist voll mit Horrorfotos und -berichten zum Lipödem, die Frauen, die hören, dass sie ein Lipödem haben, verzweifeln – zu Unrecht, wie ich meine.

#4 |
  24
Dr. med Siegfried Schlett
Dr. med Siegfried Schlett

Als Ergänzung zu meinem Vorredner Hörold: Nicht jedes, aber manches Lipödem reagiert auf eine Anregung des Östrogenstoffwechsels mit Rückbildung. Dies gelingt mittels Indol-3-Carbinol und verdünnten Jodlösungen (wässrige Jodlösung). Damit werden depotierte Östrogenformen, die wasserbindende Eigenschaften aufweisen, durch Aktivierung der Cytochrom P-450 Systeme in Richtung des leichter auszuscheidenden Östriols gedrängt. Je stärker der Stoffwechsel darauf reagiert, desto mehr Wasser wird ausgeschieden. Ich versuche schon länger, Studien zu finden, die sich mit dem Östrogengehalt im Lipödem beschäftigen. Kann mir vielleicht eine/r der Kollegen weiterhelfen, die sich mit derartigen histochemischen Untersuchungen beschäftigen.

#3 |
  0
Weitere medizinische Berufe

Es ist traurig, dass PatientInnen, die sowieso schon sehr unter Schmerzen, ihrem Aussehen, und den offenen bzw. verdeckten Vorwürfen ihrer Umgebung leiden, sie sollten doch “einfach weniger essen”, sowohl von den Kassen als auch vom Fiskus im Stich gelassen werden. Was wird denn bei einem Lipödem als “allgemein anerkannter Stand der medizinischen Erkenntnisse” bezeichnet? Das ist doch alles nur Gewäsch!

#2 |
  0

Dem Lipödem liegt ursächlich eine systemische “silent inflammation” zu Grunde. Ähnlich wie bei Diabetes Typ II, Hashimoto-Thyreoiditis, Arthrose, Depression, Colon irritabile, Bluthochdruck, Migräne, usw. Wird diese stumme systemische Entzündung gestoppt, kann auch das Lipödem verschwinden. Ebenso die oben genannten häufig begleitenden Erkrankungen. Durch eine Liposuktion verschwinden diese Begleiterkrankungen definitiv nicht. Aus meiner Sicht ist die Liposuktion deshalb keine kausale Therapieoption, wenngleich sie für viele leidende Frauen, die die Bedingungen einer systemisch-antiinflammatorischen Therapie nicht erfüllen wollen, eine schnelle Erleichterung darstellt. Ich habe in den letzten Jahren relativ viele Frauen mit Lipödem systemisch-antiinflammatorisch behandelt. Vorzugsweise handelte es sich um Frauen, die einer Liposuktion kritisch gegenüber standen oder bereits mehrere Liposuktionen hinter sich hatten und trotzdem wieder über eine Vermehrung des Fettgewebes klagten. Auch ich wünsche mir, dass solche Therapiekonzepte, die nachweislich in der Lage sind mehrere Erkrankungen bei einer Patientin zu beherrschen, von den Kostenträgern übernommen werden. Das Lipödem ist definitiv kein alleinig kosmetisches Problem, sondern Ausdruck einer chronischen System-Entzündung, die Folgekrankheiten mit sich bringt und nach sich zieht. Allein aus volkswirtschaftlichem Interesse wäre es hier schon interessant Abhilfe zu schaffen.

#1 |
  7
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: