Diagnose Fibromyalgie: 3 × darfst du raten

3. November 2016
Teilen

Bei der Behandlung der Fibromyalgie tappen viele Ärzte nach wie vor im Dunkeln. Forscher haben fast 3.000 Studien analysiert und daraus aktuelle Empfehlungen für die Therapie entwickelt. Neu ist dabei die Einteilung der Betroffenen in drei Patiententypen.

Auf englischsprachigen Online-Seiten bezeichnen Betroffene die Fibromyalgie schon einmal als „irritable everything syndrome“ – „alles ist gereizt“. Verständlich, denn schließlich leiden die Patienten an vielen Beschwerden. Tatsache ist, dass es bisher keinen körperlichen Befund gibt, weswegen auch das Risiko einer Verlegenheitsdiagnose verhältnismäßig hoch ist.

Die klinische Diagnose beruht auf der Anamnese eines typischen Symptomenkomplexes, klinischer Untersuchungen und dem Ausschluss körperlicher Erkrankungen, welche diesen Symptomenkomplex ausreichend erklären könnten. Verabschiedet haben sich die Leitlinien von den „Tenderpoints“. Der Grund: Das „primäre Fibromyalgiesyndrom“ war wohl die einzige Erkrankung, bei der die Diagnose ausschließlich dadurch gestellt wird, dass mit dem Finger auf verschiedene Stellen am Körper gedrückt wird, ohne dass hierfür auch eine pathophysiologisch erklärbare Ursache dahinter steht. Die noch bis 2017 gültige deutsche S-3-Leitlinie schlägt statt Fibromyalgie die Bezeichnung Fibromyalgiesyndrom (FMS) vor.

EULAR-Leitlinie ante portas

Professor Gary Mcfarlane vom Institute of Medical Sciences der University of Aberdeen (Großbritannien) stellte im Juni 2016 auf dem EULAR-Kongress in London neue Empfehlungen vor, die zu einer Änderung der Leitlinien führen werden. Zu diesem Zweck wurden fast 3.000 Veröffentlichungen zur Behandlung der Fibromyalgie analysiert.

Fibromyalgie soll als ein komplexes und heterogenes Krankheitsbild angesehen werden, das von einer veränderten Schmerzverarbeitung und anderen Aspekten geprägt ist. Die Behandlung soll so früh wie möglich erfolgen. In der Praxis ist dies leichter gefordert als getan.

Höchsten Empfehlungsgrad haben aerobes Ausdauertraining, Amitriptylin, kognitive Verhaltenstherapie, multimodale und Spa-Therapie.

Neu ist die Einteilung der Betroffenen in drei Patiententypen:

  • Stehen schmerzbedingte Depression, Ängstlichkeit, Neigung zur Katastrophisierung oder übermäßig passives oder aktives Coping im Vordergrund, werden psychologische, kognitive Therapien empfohlen. Bei stark ausgeprägter Depression oder Angststörungen wird auch eine psychopharmakologische Behandlung empfohlen.
  • Stehen dagegen starke Schmerzen und Schlafstörungen im Vordergrund, wird zur Pharmakotherapie geraten. Bei starken Schmerzen zu Duloxetin, Pregabalin und Tramadol. Bei starken Schlafstörungen zu niedrig dosiertem Amytriptilin, Cyclobenzaprin und Pregabalin zur Nacht.
  • Hat der Patient dagegen schwere Funktionseinschränkungen und fehlt er häufig am Arbeitsplatz, wird eine multimodale Reha empfohlen.

Drei von vier FMS-Patienten sind depressiv

In einer retrospektiven Studie bei 1.111 Fibromyalgie-Patienten zeigte sich, dass 89 Prozent der Patienten zusätzlich zur muskulären Symptomatik unter chronischen Gelenkschmerzen leiden. 62 Prozent litten an Migräne, und bei 75 Prozent lag eine Depression vor.

Gemäß der aktuellen deutschen Leitlinie kann FMS mit depressiven Störungen assoziiert sein. Das FMS ist aber nicht als depressive Störung zu klassifizieren. Die Behandlung erfolgte oft mit unspezifischen, stark wirksamen Medikamenten: 22 Prozent nahmen Opioide ein, und 19 Prozent Benzodiazepine.

Eine Reihe neuer Erkenntnisse hat in den letzten Jahren auch die neuronale Bildgebung geliefert. So gibt es Hinweise, dass das Kleinhirn bei Patienten mit Fibromyalgie stärker als bei anderen Menschen in die Schmerzverarbeitung eingebunden ist.

Mikroschäden nachgewiesen

Die Neurologin Dr. Nurcan Üçeyler der Universität Würzburg fand mit ihrem Team heraus, dass die in der Haut endenden ­­Nervenfasern einiger Fibromyalgie-Patienten deutliche strukturelle Schäden aufweisen. An Üçeylers Unter­suchung nahmen 35 Patientinnen teil: 25 mit Fibromyalgie und zehn Frauen mit Depressionen ohne Schmerzen. Untersucht wurden Sensibilitätsprüfungen, Hautstanzproben und elektrische Leitungsstudien. Bei einigen Fibromyalgie-Patientinnen sind die C-Fasern, die unter anderem für die Weiterleitung von Schmerzreizen zuständig sind, erheblich verändert. Die Zahl der Nerven­fasern und ihre elektrische Erregbarkeit ist reduziert.

Bei den depressiven Patientinnen ohne Schmerzsymptome fand sich kein Hinweis auf Strukturdefekte der Nerven. Ein Mix aus biologischen, psychischen und sozialen Faktoren verursacht nach heutigem Kenntnisstand die Fibromyalgie. „In der Hautstanzbiopsie war die Anzahl der kleinen Fasern deutlich reduziert – ein Befund, der typisch ist für Erkrankungen mit small-fiber-Beteiligung“, so Nurcan Üçeyler.

In der Tat können die Studienergebnisse zu einem Paradigmenwechsel führen und das FMS zu einer „echten Krankheit“ zu befördern. Das war bisher nicht der Fall, da der Nachweis des krankmachenden Auslösers beziehungsweise einer fassbaren Pathologie fehlte.

Multiple Veränderungen erschweren Therapie

In Deutschland leiden zwischen 0,7 und 3,3 Prozent der Bevölkerung an diesem Symptomenkomplex, der Neurologen, Psychologen und Rheumatologen gleichermaßen vor hohe therapeutische Anforderungen stellt. Ätiologisch und pathogenetisch herrscht noch Unklarheit, lediglich in der Symptomklassifizierung und in der symptomatischen Therapie ergeben sich Hoffnungsschimmer.

Definierter Schmerz im Bewegungsapparat, psychische Veränderungen und multiple funktionelle Organveränderungen kennzeichnen diese Erkrankung, die meist bei Frauen im Alter von 30 – 50 Jahren auftritt. Hinzu kommen eine Vielzahl funktioneller Symptome, wie Schlafstörungen, kardiale und pulmonale Erkrankungen und eine ausgeprägte Stresssymptomatik.

Pharmakotherapie meist off-label

Von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA sind zur Therapie des FMS die Wirkstoffe Pregabalin, Duloxetin und Milnacipran zugelassen worden, nicht jedoch von der europäischen Zulassungsbehörde EMA.

In der deutschen S3-Leitlinie zum Fibromyalgiesyndrom werden Pharmaka empfohlen, ihr Nutzen bewertet beziehungsweise in Frage gestellt.

 

TherapieverfahrenEmpfehlungsgrad
AmitriptylinEmpfehlung
AnxiolytikaStark negative Empfehlung
CannabinoideNegative Empfehlung
DopaminagonistenStark negative Empfehlung
DuloxetinEmpfehlung bei komorbider depressiver
oder generalisierter Angststörung
FlupirtinNegative Empfehlung
Hormone (Calcitonin, Testosterone, Östrogene,
lukosteroide, Schilddrüsenhormone,
Wachstumshormon)
Stark negative Empfehlung
HypnotikaStark negative Empfehlung
KetaminStark negative Empfehlung
LokalanästhetikaStark negative Empfehlung
MilnacipranStark negative Empfehlung
MonoaminooxidasehemmerNegative Empfehlung
NatriumoxybatStark negative Empfehlung
NeuroleptikaStark negative Empfehlung
Nicht-steroidale AntirheumatikaStark negative Empfehlung
MetamizolKeine positive oder negative Empfehlung möglich
MuskelrelaxantienNegative Empfehlung
Opioide schwach (Tramadol)Keine positive oder negative Empfehlung möglich
Opioide starkStark negative Empfehlung
ParacetamolKeine positive oder negative Empfehlung möglich
PregabalinOffene Empfehlung (off-label-use)
SSRIOffene Empfehlung bei komorbider depressiver Störung
Serotoninagonisten (Topisetron)Stark negative Empfehlung
VirustatikaStark negative Empfehlung

Quelle: S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom

Tramadol – kein Leitlinienkonsens

Das Opioidanalgetikum agiert auch als Serotonin-Noradrenalin-Reuptakehemmer und wird häufig in der Therapie des FMS eingesetzt. In der kommenden EULAR-Leitlinie wird seine Position bestärkt. Die derzeitige deutsche Leitlinie spricht weder eine Empfehlung aus noch rät sie ab.

Amitriptilin – Dosis beachten

Sowohl die deutschen als auch die neuen europäischen Leitlinien empfehlen Amitriptilin. Dies gilt jedoch ausschließlich für die Dosis von 25 mg pro Tag. Schmerz, Schlafstörungen und Fatigue-Syndrome werden wirkungsvoll gelindert.

Quetiapin – nie mit Makroliden

Das mittelpotente Neuroleptikum Quetiapin linderte in einer Studie Schmerzen, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände bei Fibromyalgie-Patienten mit schweren Depressionen. Mögliche Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme machen eine Nutzen-Risikoabschätzung notwendig. In den deutschen Leitlinien taucht das Pharmakon nicht auf. Mit anderen Pharmaka sind lebensbedrohliche Wechselwirkungen beschrieben, beispielsweise mit einigen Makroliden.

Milnacipran – neue Zulassung, keine Empfehlung

Milnacipran gehört wie Venlafaxin und Duloxetin zu den selektiven Wiederaufnahmehemmern von Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt (SSNRI). In der Indikation Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist Milnacipran seit 2009 in den USA zugelassen, seit einigen Monaten ist die Substanz auch in Deutschland verfügbar. Eine Cochraneanalyse beurteilt die Wirksamkeit jedoch nicht euphorisch, nur eine Minderheit der Patienten bescheinigt dem Psychopharmakon eine schmerzlindernde Wirkung.

Insgesamt wurde die Wirkung an über 4.000 Patienten mit Fibromyalgie placebo-kontrolliert untersucht. In der deutschen Leitlinie erhielt die Substanz eine „stark negative Empfehlung“, in den USA ist es eines der wenigen bei FMS zugelassenen Pharmaka. Dennoch bewerten es die Empfehlungen zu den EULAR-Leitlinien genau wie Duloxetin zurückhaltend. Andere SSRI werden da großzügiger bewertet und zumindest bei Comorbidität empfohlen.

Gabapentin – Wirksamkeit nicht vorhersagbar

Cochraine führte ebenfalls eine Literatursuche nach klinischen Studien durch, die Gabapentin zur Behandlung neuropathischer Schmerzen oder von Fibromyalgie einsetzten. 37 Studien von befriedigender Qualität mit insgesamt 5633 Teilnehmern wurden analysiert. Das Pharmakon ist wirksam bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie und beim Zosterschmerz. Bei Fibromyalgie hilft es jedoch nur einer Randgruppe von Betroffenen.

Guaifenisin – Mythos oder Wundermittel?

Das Hustenmittel Guaifenisin wird im Internet quasi als Wundermittel propagiert. Wer seinen Namen und Fibromyalgie eingibt, erhält mehr als 20.000 Zitate. Dr. Paul St. Amands ist ein amerikanischer Arzt, der selber an FMS leidet. Seine umstrittene Theorie besagt, dass Fibromyalgie ein Gendefekt ist, der verhindert, dass bestimmte Stoffe wie Phosphate, Calcium und Natrium ausreichend renal eliminiert werden. Die Folge soll eine kontinuierliche Ablagerung in Knochen, Muskeln, Sehnen, Bändern und dem Gewebe sein.

Die Substanz Guaifenisin aus dem Pockenholzbaum bewirkt nach Dr. St. Amand, dass die Nierenfunktion normalisiert wird und Phosphate, Calcium und weitere Substanzen ausgeschieden werden. Kontrollierte Studien, u.a. von Bennett et al. bescheinigen dem Hustenmittel bei FMS Wirkungslosigkeit.

Es fehlt eine seriöse Datenbasis, um Guaifenisin zur Therapie bei FMS einzusetzen.

Ausblick

Die Erkenntnisse zur Pathogenese und zur Strukturveränderungen des FMS haben sprunghafte Fortschritte gemacht, es bleibt zu hoffen, dass sich dies in der Diagnose und Therapie niederschlägt.

126 Wertungen (4.17 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

29 Kommentare:

Sabine Koerner
Sabine Koerner

Bei mir wurde 2001 nach der Op zweier Bandscheibervorfaellen in der HWS diagnostiziert.
Da ich ausserdem schon 30 Jahre einen Morbus Crohn habe wurde ich immer wieder mit Cortison behandelt. Dabei fiel mir auf, dass ich unter Cortison kaum FMS Schmerzen hatte. Deshalb bekam ich irgendwann als tägliche Dosis von 5mg (+Amitriptylin 25mg). Damit geht es mir ganz gut.

#28 |
  2
Gast Christel Raikowski
Gast Christel Raikowski

Hallo, ich lebe seit 7 Jahren mit meiner Fibro. Nach mehreren Versuchen die unterschiedlichsten Medikamente zu testen,ob mir etwas hilft , habe ich jetzt bis auf das Amitryptilin alle anderen Medikamente angesetzt. Seit dem komme ich mit Krankengymnastik, Lymphdrainagen, Pilates, Callanetic,Yoga, FascienTraining , viel Wärme , leichtem GeräteTraining und Bewegung an der Luft sehr gut über die Runden. Nachdem ich auch Vitamin D, Vit.C, Magnesium und substituiert habe, geht es noch besser. Natürlich habe ich auch meine Tage bzw.Zeiten- z.B.nassklates Wetter oder nach hoher Belastung- wo ich dann zu Novalgin Tropfen greife. Lieber würde ich dann warm baden, das ist aber auch nicht immer möglich. Jetzt habe ich mir eine PowerPlate(Gallileo ist bekannter) gekauft und gehe fast täglich und oft mehrmals am Tag drauf. Das tut mir so gut, danach bin ich einige Zeit Schmerzfrei. Mit meinem Arzt habe ich auch einen Glücksgriff getan, er steht mir immer für ein Gespräch zur Verfügung…alles in Allem komme ich so sehr gut zurecht. Schließlich will ich mit der Fibro leben und nicht leiden.

#27 |
  1
Gast 2
Gast 2

Ich möchte die Ausführungen von “Gast” direkt vor mir unbedingt bestätigen! Danke dafür!

#26 |
  1
Gast
Gast

Ich habe auch die Diagnose “Fibromyalgie” auf dem Papier stehen. Ich begann damit, meine nach und nach auftretenden Symptome wie Schmerzen, Hautbrennen, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Brainfog, etc. zu googeln und kam darauf. Eine internistische Rheumatologin stellte die Ausschlussdiagnose. Ein Wert von 34nmol/l (entspricht ca. 10ng/ml= schwerer Mangel) Vitamin D wurde keines Kommentars gewürdigt, wie mir Jahre später erst auffiel. Dank eines Hinweises und vielen Recherchen und Austausch mit anderen kam ich schließlich drauf, dass all die Symptome, bzw. auch die Verschlechterung vorheriger Beschwerden wie LWS-Syndrom, durch die “Behandlung” mit Fluorchinolon-Antibiotika (Cipro-und Levofloxacin) herrührten. Die Zahl der Betroffenen steigt stetig und viele bekommen eine Fibro-Diagnose. Dank Geduld und vieler selbstfinanzierter Substitution mit Magensium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin D, C, K2, etc…………………. binn ich mittlerweile zumindest schmerzmäßig wieder ganz gut “verheilt. Hormonentgleisungen, Erschöpfungszustände, etc. kriegen wir auch in den Griff. Es mögen die Symptome auf eine Fibro passen- Auslöser war allerdings ein gefährlichens Reserve-Antibiotikum, das viel zu schnell verordnet wird.
http://www.ardmediathek.de/tv/Kontraste/Arzneimittelbeh%C3%B6rden-versagen-beim-Patie/Das-Erste/Video?bcastId=431796&documentId=37819694

#25 |
  1
Annegret G-P.
Annegret G-P.

Hallo,
bei mir hat auch mehrere Male die Diagnose Fibromyalgie im Raum und auch schon auf Arztrechnungen gestanden. Seit ich die – umstrittene – Diagnose HPU bekommen habe, Vitamin B6, Vitamin D und andere Mikronährstoffe substituiere, geht es mir so gut, dass ich nur noch manchmal durch Schmerzen daran erinnert werde, wie schlimm es schon mal war. Allerdings gehe ich auch zum Osteopathen und beschäftige mich aufarbeitend mit der Traumatisierungsgeschichte meiner Familie, habe auch schon eine multimodale Stresstherapie genossen und viel umgelernt.
Ich bin sehr, sehr froh, den Psychopharmaka und Schmerzmitteln noch entgangen zu sein. Meine Leber und Nieren werden es mir danken.

#24 |
  0
Clara B.
Clara B.

@Herr Semar,
wenn dem so wäre, müßte es in Zeiten von Leibeigenschaft und Sklaverei
vor Schmerzkranken nur so gewimmelt haben und überall, wo Krieg herrscht „Fibromyalgie“
eine Volkskrankheit sein. Natürlich ist es nicht gut für das Immunsystem, wenn Menschen
in jungen Jahren schlimme Dinge erleben, sie sind stärker als andere gefährdet, irgendeine
chronische Krankheit zu bekommen.
Ich habe keinen Mißbrauch erlebt, aber dennoch eine Hashimotothyreoiditis zzgl. v. a.
Vitamin B und D-Mangel, seit die Mängel behoben sind auch keine chronischen
Schmerzen mehr, aber natürlich muß ich auch darauf achten, was ich esse bzw . nicht esse.
Die Zahnmetalle sind raus, wirken aber ebenso wie die Gifte am Arbeitsplatz immer
noch nach. Wäre all das nur ein paar Jahrzehnte festgestellt worden, hätte ich wahrscheinlich
ein völlig normales Leben führen können.

#23 |
  0

Hallo, seid dem Jahre 2003 habe ich die Diagnose Fibromyalgie. Seid dieser Zeit habe ich etliche Pharmakotherapien hinter mir. Habe auch ganzheitliche Massnahemne ergriffen. Heute hat sich das Krankheitsbild relativ stabiliseiert.
Möchte hier nur eines bemerken, hier werden aussschließlich Psychopharmakas zur Behandlung von Fibromyalgie empfohlen, was ich sehr bedauerlich finde. Nach meiner Erfahrung gehören genauso auch ganzheitliche Behandlungen dazu, angefangen von Physitherapeutischen, Entspannungsverfahren, Akkupunktur, Ostheopatischen und einiges mehr zur Behandlung um eine relativen Stabilisierung der FMS herbei zuführen.
Diese Krankheit heißt nicht umsonst ” Fibromyalgie – Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern “. Nach meiner Erfahrung gibt es vielerlei Ursachen hierfür, deshalb bin ich nur mit der Aussage nur Pharmakotherapie nicht einverstanden.
Wenn es heißen würde in Kombination mit ganzheitlichen Ansätzen dann würde es zu mindestens in meinen Ohren versöhnlicher klingen.

#22 |
  1
Roman Semar
Roman Semar

Ursache ist und bleibt zu 80% Missbrauch

#21 |
  21
Mitarbeiter von DocCheck

@ Annika Diederichs: Danke für den Hinweis. Wir haben die Zwischenüberschrift korrigiert. Wir wünschen weiterhin viel Spaß beim Lesen, Grüße aus der DocCheck News Redaktion.

#20 |
  0
dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

Chron. Entzündungen,vorwiegend im Zahn-Mundbereich, Schwermetallbelastungen,unverträgliche Nahrungsmittel, Hormondefizite,Mitochondropathie—ATP – Mangel in den Synapsen/ Neurotransmitter u.fehlende,ausreichende Steuerung der Ionenkanäle , Übersaüerung,Gasotransmitter-FineTuning

#19 |
  2
Dr. med. Anselm Model
Dr. med. Anselm Model

In den vergangenen Jahren habe ich ca.220 Patientinnen, die mit der Diagnose Fibromyalgie zur Behandlung kamen, nachuntersucht. Die Diagnose Fibromyalgie war bereits von anderer Seite gestellt. Dabei habe ich bei allen diesen Patientinnen vier Faktoren gefunden, womit die Entstehung der Schmerzen bei den Patientinnen hinreichend erklärt werden konnten. Diese vier Faktoren waren von den Voruntersuchern und Therapeuten entweder nicht gesehen oder für wichtig erachtet worden.
Dies waren: 1. Eine leichte Skoliose um 10 Grad. 2. Ein Schiefstand des Beckenoberrandes, der nur im Sitzen und nicht im Stehen (also in der üblichen Untersuchungsposition) zu sehen war. 3. Eine oder mehrere Ansatztendinosen (darunter immer eine Trochantertendopathie, die sehr oft von der Voruntersuchern als „Ischialgie“ fehlgedeutet worden war. 4. Eine typische Serie von Wirbel- und Rippengelenkblockierungen aus manualtherapeutischer Sicht (darunter eine Blockierung im mittleren Brustkorbbereich (etwa Th5) als „ Schlüsselblockierung“.
Ich nenne dies Form der Fibromyalgie „Fibromyalgia simplex“, weil diese chronische Schmerzform im Grunde einfach zu erkennen und zu behandeln wäre. Auch wäre hier dem Übergang in eine schwere Verlaufsform mit einer sekundären Abhängigkeit von Medikamenten (insbesondere Analgetika, Opinoiden, Antidepressiva) gut vorzubeugen, wenn die vier genannten Faktoren rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt würden.
Nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen entsteht diese „Fibromyalgia simplex“ in zwei Stufen über mehrere Jahre. Zunächst leiden die Patientinnen, oft schon seit der Jugend, an häufig wiederkehrenden „nichtspezifischen Rückenschmerzen“ aufgrund der Gelenkblockierungen. Diese Blockierungen werden ausgelöst oder begünstigt durch die besondere Körperform der Skoliose und des Beckenschiefstandes, die sehr oft vererbt wird. Später, zumeist in den Wechseljahren, verstärken eine oder mehrere Ansatztendinosen das Schmerzbild. Die Ausbildung der Ansatztendinosen werden wohl mit bedingt durch Hormonspiegelschwankungen der Sexualhormone und oder der Schilddrüsenhormone. Es ist bekannt das diese Hormongruppen den Bindegewebs- und den Muskelstoffwechsel beeinflussen.
Gelenkblockierungen wie Ansatztendinosen lassen sich nach meinen Erfahrungen leicht und gut behandeln.
Vor kurezem habe ich meine Erfahrungen mit der Fibromyalgie in einen Schrift niedergelegt: Anselm Model, Fibromyalgie „(Fibromyalgia simplex“) einfach und anders behandeln und vorbeugen.
Dr. Anselm Model

#18 |
  3
Dr. Marcelle Henselmans
Dr. Marcelle Henselmans

Der Artikel interessierte mich vor allem als Ex-Fibromyalgie-Patientin. Die Diagnose wurde von einem Rheumatologen in den Niederlanden gestellt (wo ich zu der Zeit wohnte), bei dem ich wegen SLE unter Behandlung war. Nichts half gegen die Schmerzen in Gelenken, Gliedern und im Gesicht, gegen Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Konzentrationsprobleme, Depressionen usw. Als ich kein Amitryptilin nehmen wollte, machte er mich auf PersonalTuning Therapie aufmerksam, eine Atem- und Haltungstherapie in Kombination mit Ernährungsumstellung und einer guten Portion Selbstreflexion. Ich habe erfahren, dass ich mich selbst in die Klemme gesetzt hatte durch zu viel Stress, zu großes Verantwortungsgefühl, eine falsche Partnerwahl und nicht verarbeitete Probleme aus meiner Jugend. Durch die täglichen Übungen kann ich meine verkrampften Muskeln endlich entspannen und habe zu mir selbst gefunden. Ich nehme keine Medikamente mehr, habe keine Schmerzen, schlafe gut, bin nicht mehr depressiv und bezweifele, dass man je eine einheitliche Ursache für FMS finden wird.
Schade nur, dass PersonalTuning Therapie (noch) nicht “evidence based” ist. Es könnte so vielen Menschen aus der Klemme helfen.

#17 |
  1
Gast
Gast

Ich habe vor vier Jahren die Diagnose Fibromyalgie bekommen. Vor vier Jahren habe ich auf Anraten der Rheumatologin, bei der ich damals in Behandlung war, Amitriptylin ausprobiert. 10 mg haben nix gebracht, 25 mg schon eher – ich hatte eindeutig weniger Schmerzen, habe besser geschlafen und mich auch ein wenig ausgeglichener gefühlt. Warum ich das Zeug trotzdem nach drei Monaten wieder abgesetzt habe: Ich hatte ziemlich schnell einige Kilo zugenommen, weil ich davon faul und allgemein antriebsloser wurde; dadurch bewegte ich mich weniger und schlief mehr. Außerdem habe ich mehr gegessen. Und das alles bei dieser relativ niedrigen Dosierung. Hätte ich es weiter genommen, würde ich jetzt vermutlich über 100 kg wiegen. Fazit: Diese Nebenwirkungen haben mir gar nicht gefallen. Jetzt habe ich zwar wieder meine Schmerzanfälle, die mir immer wieder ganz schön zusetzen, aber das Amitriptylin war in meinen Augen ganz und gar nicht die perfekte Lösung. Nach dieser suche ich noch immer…..

#16 |
  1
Gast
Gast

Leider bin ich an noch keinen Mediziner geraten, der mich und meine Fibromyalgie ernst nimmt!
Das ich diverse Schmerzen in unterschiedlicher Stärke, unterschiedlicher Art und Dauer habe, interessiert nur am Rande.
Es sind ja nicht nur diverse Schmerzen, Schlaflosigkeit, Sehstörungen usw., ich fühle allgemein mit dieser Erkrankung sehr allein gelassen.

#15 |
  1
Gabriele Thiess
Gabriele Thiess

Mich wundert eigentlich, dass hier gar nichts davon zu lesen ist, dass über 70% der Fibromyalgie erkrankten einen fatal niedrigen Vitamin D Spiegel haben. Ebenfalls fehlt der Hinweis, dass eine Untersuchung des Vitamin B12 unerläßlich ist und zwar im Urin die Methylmalonsäure. Ich bin selbst Betroffene und habe allein mit diesen beiden “einfachen” Lösungen eine erhebliche Verbesserung sowohl meiner Schmerzen als auch der ständigen Erschöpfung erfahren.

#14 |
  1
Annika Diederichs
Annika Diederichs

Mathe unter Kurs:

“Jeder vierte FMS-Patient ist depressiv”

“… bei 75 Prozent lag eine Depression vor.”

Da hat offenbar jemand in der Redaktion einen Denkfehler gemacht beim Einfügen von Zwischenüberschriften.

#13 |
  0
Gast
Gast

Diese armen Menschen auch noch mit Psychopharmaka zu vergiften halte ich für den falschen Weg. Eher sollte man sie auf ME/CFS untersuchen, nach versteckten Entzündungen forschen und auch CMD ausschließen.

#12 |
  4
Monika Mähringer
Monika Mähringer

Ich nehme Langzeit Guaifenesin 2 x 600 mg. Mann muss die Medikation einschleichen, wenn verstärkt Schmerzen auftauchen, hat man die richtige Dosis gefunden. Dann sollte man jedoch auf salicylatfreie Kosmetika achten und die Ernährung anpassen.

#11 |
  4
Nichtmedizinische Berufe

Nicht vergessen sollte man bei der Fibromyalgie, wie auch bei Depressionen die DD Hashimoto-Thyreoditis. Auf jeden Fall sollte jeder Fibromyalgiepatient auch eine umfassende Abklärung (TSH, ft3, ft4, Autoantikörper, Ultraschall) machen lassen. Auch haben manche Patienten “Läuse und Flöhe”. Hat man ein latente Unterfunktion, kann dies auch das FMS verschlimmern, umgekehrt, hat bei mir die adäquate Dosis den Umgang mit dem FMS verbessert, die Schmerzen verringert. Ein Ergebnis, mit dem ich so gar nicht gerechnet hätte. Es war sozusagen ein Zufallsbefund.

@ Monika Mähringer
In welcher Dosierung nehmen Sie das Guaifenesin? Bin bisher eher Skeptikerin und habe es noch nie ausprobiert. Habe auch noch nie einen Arzt getroffen, der diese Therapiealternative angeboten hätte.

#10 |
  0

Als Orthopäde – nun im Ruhestand – war ich ausgiebig mit FMS konfrontiert. Es ist eine symptomatische Erkrankung, ausgelöst durch chronische Herde, nun als small systemic inflammation beschrieben. Ob es eine Bißstörung ist, die das Nerensystem irritiert, oder eine AMalganintoxikation oder eine Glutenunverträglichkeit ( s.u.), oder auch ein Psychotraume, immer liegt ein auslösendes Ereignis vor. Diesmuß man suchen und behandeln, und die FMS, die pathologische Reaktion des unspezifischen Bindegewebes hört auf. Hartmut Heine hat ausgiebig hierüber gearbeitet. Aber Lesen ist mühsam, eigene Vorstellungen zu korrigieren noch mühsamer, also bleibt es beim Nebel in der Diagnostik und Therapie des FMS.

#9 |
  1
Gast
Gast

Gut,dass man sich nochmal mit dieser Erkrankung auseinandersetzt!
Bin ein Patient mit small fiber Fibromyalgie!

#8 |
  0
Monika Mähringer
Monika Mähringer

Auch ich nehme seit 2 1/2 Jahren Guaifenesin. Meine Beschwerden haben sich deutlich gebessert. Ich bleibe bei Guiafenesin. Habe die Dosis reduziert und die Schmerzen traten wieder vermehrt auf. So habe ich die Dosis wieder erhöht. Also hilft es auch.

Ich habe eine Selbsthilfegruppe gegründet. 4 Teilnehmer nehmen Guaifenesin und bleiben dabei.

#7 |
  1

Es gibt doch in etwa 48% der Fälle ein gemeinsames Kriterium. Diese 48% sind durch Krankenhausdiagnosen belegt. In Wirklichkeit dürfte die Frequenz noch viel höher sein. Es zeigte sich, dass bei diesen 48% auch eine Bissstörung vorlag. Leider ist die übliche Behandlung mittels einer Bissschiene nicht wirklich hilfreich. Wenn Erfolge erzielt werden, beruhen sie meist auf Zufall und nicht etwa auf gezielte Therapie. Dass eine gezielte Therapie nicht möglich ist, beruht wiederum auf der Tatsache, dass unsere Lehrmeinung den gesamten Kau- und Bissvorgang falsch interpretiert. Wenn sich die Kollegen die Mühe machen würden und sich die Muskelansätze und Zugrichtungen am Unterkiefer genauer ansehen würden, kämen sie sofort zu der Erkenntnis, dass der Kauvorgang, so wie er jetzt gesehen wird, unmöglich so ablaufen kann. Das wiederum führt zur Reizung der Nervenzentren des n. trigeminus, die dann sogar die Beine beeinflussen. Auch die anderen beschriebenen Symptome treten auch bei Migräne und Trigeminusneuralgie auf.
Abschließend ist die Korrelation Mann/Frau ähnlich wie bei den Trigeminus Scherzzuständen.
Da der anatomisch-physiologische Ablauf des Kauvorgangs falsch gesehen wird, kann es auch keine wirkliche Therapie geben.

#6 |
  2
Renate Steinert
Renate Steinert

Sehr guter Überblick über die aktuelle Studienlage. Zu wenig weiß man, kaum etwas ist gesichert, alles im Fluss – damit ist hier kein Blumentopf zu gewinnen. Trotzdem danke! Ich kann jetzt wenigstens einer Menge Links folgen überall hin…

#5 |
  0
Ute Lobisch
Ute Lobisch

Als Betroffene kann ich auf diese Publikation verweisen
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4209093/
und mitteilen, dass nach einjähriger Glutenabstinenz kaum noch Schmerzen oder andere Symptome vorhanden sind.

#4 |
  3
DON
DON

Die Formulierung “negative Empfehlung” sollte nicht verwendet werden. Es sollte selbst in diesem Zusammenhang auf die Sprache geachtet werden.

#3 |
  2
Dr. Ludwig Singer
Dr. Ludwig Singer

Als Betroffener kann ich (mit ca. 30 weiteren Patienten die ich kenne) die Guaifenesintherapie nur wärmstens empfehlen, sie erweist sich als zuverlässige Hilfe auf Dauer, – Schmerzfreiheit und nur noch selten Erschöpfungen, eine enorme Verbesserung! Die zitierte Studie von Bennet aus dem Jahr 1995 (21 Jahre alt!) weist mit nur 32 gebliebenen Probanden am Ende gravierende Mängel auf, da die Dosierung einheitlich verabreicht wurde, – was bei der Guaifenesin-Therapie völlig kontraindiziert ist, da, was man inzwischen weiß, Patienten sehr unterschiedliche Dosen zwischen 100 – 2.400mg/Tag benötigen. Die Dosis muss schleichend auf die individuelle Stoffwechsellage angepasst werden. Man hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.

#2 |
  4
Clara B.
Clara B.
#1 |
  7
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: