Kontrazeption: Wieder mal unter Beschuss

19. Oktober 2016
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Die „Pille“ ist bei Frauen im gebärfähigen Alter beliebt wie eh und je. Sie gilt als vergleichsweise sichere Möglichkeit der Empfängnisverhütung. Jetzt zeigen Forscher, dass Präparate zu psychischen Funktionsstörungen führen. Doch die Studie wirft Fragen auf.

Repräsentativen Erhebungen zufolge nehmen bundesweit etwa sechs bis sieben Millionen Frauen orale Antikontrazeptiva ein. Zwischen dem 18. und dem 20. Lebensjahr greifen 80 Prozent auf diese Methode zurück. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich bei den Präparaten um Estrogen-Gestagen-Kombinationen. Doch „die Pille“ zeigt nicht nur den erwünschten Effekt, wie Holly Brockwell aus Großbritannien berichtet. Die 26-jährige Journalistin rief Leidensgenossinnen auf, über Twitter (#MyPillStory) von ihren Erfahrungen zu berichten.

Frauen klagten teilweise über depressive Symptome, die sie mit ihrer „Pille“ in Zusammenhang brachten. Jetzt stellten Charlotte Wessel Skovlund und Øjvind Lidegaard von der Universität Kopenhagen die Beobachtung auf eine wissenschaftliche Basis .

Wissenschaft trifft Wahrheit

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Beliebteste Verhütungsmethoden in Deutschland. Quelle: Statista / Screenshot: DocCheck

Zusammen mit Kollegen werteten sie Daten des National Prescription Register und des Psychiatric Central Research Register aus. Alle 1,1 Millionen Teilnehmerinnen waren zum Zeitpunkt der Erhebung 15 bis 34 Jahre alt und lebten in Dänemark. Medikationsdaten wurden zwischen Januar 1995 und Dezember 2013 erfasst. Das beinhaltete auch Rezepte mit Antidepressiva.

Malen nach Zahlen

Wessel Skovlund und Lidegaard fanden zwar statistisch signifikante Zusammenhänge bei allen Arten der Verhütung. Verglichen mit Frauen ohne Kontrazeption lag das relative Risiko (RR), Antidepressiva verordnet zu bekommen, bei 1,23. Dabei gab es deutliche Unterschiede je nach Wirkstoff und Galenik. Das Spektrum reichte von 1.34 (Gestagene), 1,4 (intrauterine Pessare mit Levonorgestrel) und 1,6 (Vaginalringe mit Etonogestrel) bis hin zu 2,0 (Norelgestromin-Pflaster). Ähnliche Zusammenhänge galten für Depression als Diagnose.

Besonders gefährdet waren junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren, die Kombinationspräparate (RR 1,8) oder Kontrazeptiva mit Progestinen (RR 2,2) erhielten. Sechs Monate nach Einnahmebeginn erreichte das Risiko, an Depressionen zu erkranken, ein Maximum.

Die Veröffentlichung wirft mehrere Fragen auf. Skovlund und Lidegaard vermuten einen kausalen Zusammenhang zwischen Depression und Hormonen, beweisen ihn aber nicht. Kohortenstudien haben ein erhebliches Potenzial für Störfaktoren. Im Mittelpunkt steht die Frage, aus welchen Gründen Frauen hormonell verhüten und wer sich beispielsweise gegen die Pille, aber für nichthormonelle Methoden der Geburtenkontrolle entscheidet. Offen bleibt auch, ob Faktoren wie feste Beziehungen eine Rolle spielen. Diese Faktoren könnten ebenfalls mit Depressionen assoziiert sein. Nicht zuletzt kritisieren Ärzte wenig praxistaugliche relative Risiken. Denn gemessen an absoluten Zahlen bleibt die Gefährdung überschaubar. In Dänemark erhalten 1,7 Prozent aller Frauen unabhängig von ihrer Verhütung Antidepressiva. Unter hormonellen Kontrazeptiva liegt der Wert bei 2,2 Prozent.

Lustkiller aus der Apotheke

Depressionen sind aber nur ein Aspekt aus dem weiten Bereich psychischer Störung, die mit Hormonpräparaten in Zusammenhang stehen. Christian W. Wallwiener aus Tübingen untersucht seit Jahren, ob die „Pille“ sexuelle Dysfunktionen auslöst. Bereits im Jahr 2010 veröffentlichte er Ergebnisse einer Studie mit rund 1.000 Medizinstudentinnen aus Deutschland. Wallwiener erfragte Details über den Female Sexual Function Index (FSFI). Gleichzeitig erfasste er, wie verhütet wurde. Unter hormoneller Verhütung fand der Forscher deutlich höhere Risiken für eine sexuelle Dysfunktion.

Kürzlich veröffentlichte Daten bestätigen Wallwieners Erkenntnis. Seine neue Kohorte umfasste 2.612 Medizinstudentinnen bis zum Alter von 30 Jahren. Gleichzeitig erfasste der Forscher weitere Einflussfaktoren. Sein Fazit: Rund 40 Prozent aller Medizinstudentinnen sind gefährdet, eine sexuelle Dysfunktion zu entwickeln. Zu den Risikofaktoren gehören in erster Linie hormonelle Kontrazeptiva. (Weitere Risikofaktoren sind Nikotinkonsum, Übergewicht, das Fitnesslevel sowie der Beziehungsstatus.)

„Pille gegen die Pille“ – ein großer Misserfolg

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Schlechte Noten für Addyi in allen Bereichen: Das National Women’s Health Network spart nicht an Kritik. © NWHW / Screenshot: DocCheck

Ganz klar, dass sie Frauen – aber auch deren Partner – eine andere Pille wünschen, um die Lust anzukurbeln. Für pharmazeutische Hersteller ist das Thema eine Steilvorlage. Letztes Jahr gab die US Food and Drug Administration (FDA) nach mehreren Anläufen grünes Licht für Flibanserin. Der Serotonin-Modulator soll bei Patientinnen mit Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) zum Einsatz kommen. Valeant setzte parallel auf massive Kampagnen in der Öffentlichkeit und verbreitete Euphorie.

Wissenschaftlich betrachtet sieht die Sache deutlich schlechter aus. Loes Jaspers aus Rotterdam untersuchte, welchen Effekt Addyi® wirklich zeigt. Basis waren Daten von 5.914 Frauen. Die vermeintliche Lustpille führte lediglich zu einer weiteren befriedigenden sexuellen Erfahrung innerhalb von zwei Monaten, schreibt Jaspers. Er spricht von „minimalen Veränderungen“. Gleichzeitig litten viele Patientinnen an Schwindel, Übelkeit, Erschöpfung und Schläfrigkeit.

Noch deutlichere Worte fand das National Women’s Health Network. „Klinische Studien zeigen mittlerweile, dass neun von zehn Frauen keine Verbesserung ihres sexuellen Verlangens spüren“, heißt es in einem Report. Kritisiert werden fehlende Studien, aber auch fehlende Informationen zu Wechselwirkungen. Die „Pille gegen die Pille“ hat kaum zu Verbesserungen in der Praxis geführt.

66 Wertungen (4.21 ø)
Gynäkologie, Medizin

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22 Kommentare:

Romana Ruth Eder
Romana Ruth Eder

So, Ich schreibe zum ersten MAl ein Kommentar und hoffe mich damit nicht total der Kritik aus zu setzen. Ich bin Hebamme und nach zwei Kindern wollte wir, mein Partner und ich, die Familienplanung abschließen. Deshalb ließ ich mir die Hormonspirale einsetzen. Nach einem halben Jahr war ich total depressiv hatte null Spaß am Sex und wollte mich auf einmal von meinem Partner trennen, zum damaligen Zeitpunkt waren wir 12 Jahre zusammen. Irgendwie kamen wir auf die Idee, dass mein Zustand etwas mit der Verhütung zu tun haben könnte. Nachdem Entfernen der Spirale dauerte es 4 Wochen bis ich Sex wieder genießen konnte und fast 3 Monate bis alle depressiven Gedanken, einschließlich Selbstmord verschwunden waren. Dann habe ich herumgefragt und viele Frauen gefunden, die gerade in langjährigen Partnerschaften die Hormonspirale genommen haben und sich getrennt und depressiv geworden sind!! Seit dem bin ich misstrauisch, wenn es heißt Hormone wirken rein lokal! Natürlich keine Studie , nicht wissenschaftlich usw. aber vielleicht zum Nachdenken?!

#22 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

(Staatsex. Chemie u. biologische Anthropologie)
zu #19:
Sie sollten mir nichts in den Mund legen, was ich nicht gesagt oder “gemeint” habe. Schwangerschaften haben für j e d e s Volk die grundlegende Bedeutung !! Ich stehe aber nicht an, wenn Sie wollen, hier besonders das deutsche Volk zu nennen. Wir sind eines der kreativsten Völker, aber das letzte bei der Geburtenzahl.
Wenn Sie glauben, das deutsche Volk lächerlich machen zu sollen, darf ich Sie daran erinnern, dass Sie sich hier der deutschen Sprache und Schrift bedienen und z. B. die Vorteile von Strassen, Schulen, Gesundheitspflege genießen – ja und auch die der Sicherheit. Vielleicht sollten Sie ein Mal für 1 bis 2 Jahre in Afrika leben – Herr Anonymus!

#21 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

a

#20 |
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Gast
Gast

“… für das gesamte Volk”. Auweia. Ich denke, die Schwangerschaft hat Bedeutung für die Frau, den Mann und Freunde und Familie. Aber definitv nicht für das “Volk”. Das stolze “toitsche Volk”, meinen sie wahrscheinlich.

#19 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

zu Herrn Dr. Schätzler (#17): Wenn der Mann keine Hormonpräparate einnimmt, muss für ihn auch keine Erhebung gemacht werden. Auf die Gender-Politik würde ich mich nicht berufen, da sie nur zu abstrusen Ergebnissen führt.
Die informelle Selbstbestimmung der Frauen ist nicht verletzt, da diese immer nur die einzelne Frau betrifft und die Erhebungen ja der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. Außerdem sollten m.E. über Grundsätzliches zur Schwangerschaftsverhütung nicht die Frauen allein entscheiden. Sie hat auch Bedeutung für den Mann und letztlich für das gesamte Volk.

#18 |
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Nur, damit die Verschwörungstheoretiker hier nicht die Oberhand gewinnen: Hier nur zu “Skovlund und Lidegaard vermuten einen kausalen Zusammenhang zwischen Depression und Hormonen, beweisen ihn aber nicht.” (M. van den Heuvel) als Ergänzung.
Da ist es wohl auch die “Medikalisierung des Alltags”, welche bei der oralen hormonellen Kontrazeption (OC) durchschlägt. Wer die “Pille” nimmt, hat eine Viel geringere Hemmschwelle, täglich Antidepressiva einzunehmen, bzw. Ärzte und Psychotherapeuten bei leichteren Beschwerden diesbezüglich in Anspruch zu nehmen.
Die Studie ist auch keine prospektive, sonst hätten die Studien-Hypothesen schon im Jahr 2000 bzw. 1995 publiziert werden müssen. Sie ist nicht mal ansatzweise eine Follow-up Studie, sondern nur eine retrospektive ex-post Registerdaten-Analyse. Unschwer daran zu erkennen, dass die AutorInnen lapidar mitteilen “Exposures – Use of different types of hormonal contraception”. Damit ist z. B. ausgeschlossen zu erfahren, welche anderen Formen der Empfängnisverhütung bzw. Enthaltsamkeiten denn vor klinisch relevanten Depressionen schützen könnten und wenn ja, warum? Nein, “Association of Hormonal Contraception With Depression” von C. W. Skovlund et al. untersuchen nur und ausschließlich den Gebrauch von verschiedenen Arten hormoneller Kontrazeption.
Stutzig macht auch, dass der Follow-up angeblich erst im Jahr 2000 startete, die Datensammlungen aber bereits am 1.1.1995 starteten. [“All women and adolescents aged 15 to 34 years who were living in Denmark were followed up from January 1, 2000, to December 2013, if they had no prior depression diagnosis, redeemed prescription for antidepressants, other major psychiatric diagnosis, cancer, venous thrombosis, or infertility treatment. Data were collected from January 1, 1995, to December 31…”].
Und wieso weiß eigentlich der Dänische Staat offensichtlich personenbezogenen seit 1.1.1995 lückenlos über die Gepflogenheiten hormoneller Empfängnisverhütung und den Umgang mit Depressionen seiner Mitbürgerinnen Bescheid, währenddessen ebenso lückenlose Angaben zu Verhütungsgewohnheiten und Depressionsraten bei den Männern völlig zu fehlen scheinen?
Die vorliegende Studie ist gender-politisch eine Blamage, missachtet m. E. einseitig die informationelle Selbstbestimmung von Frauen und ist inhaltlich reines Kaffeesatz-Lesen, weil wieder einmal Birnen mit Äpfeln verglichen wurden.
Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Quelle http://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2552796

#17 |
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Antikontrazeptiva gibt es nicht. Entweder Kontrazeptiva oder Antipercipiens.
Dr. Elmar Becker

#16 |
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Gast
Gast

@Rentenberater: interessant interessant, die Alterspyramide. Am Ende des Kommentars kommen Sie tatsächlich an den Punkt, der sie bewegt. Es geht um ihre Rente, nicht um die jungen Frauen. Ich finde das richtig süß: es gibt tatsächlich noch Leute, die glauben dass es einen Zusammenhang zwischen Geburtenraten und Rente geben. Das gibt es doch nur, weil die Rente das einzige Schneeballsystem ist, für das man nicht in den Knast kommt. Dieses unerträgliche Gerede aus den Achtzigern, als ob allein schon die menschliche Biomasse die Rente sichern könnte. Innen ist leider noch nicht aufgefallen, dass allein erziehende Sozialhilfe empfangen die Mütter keine Beiträge bezahlen, und ihre Kinder von klein auf lernen, dass man morgens nicht zur Arbeit geht, wenn man gross ist, denn bekanntlich bringt Erziehung ja nichts, weil die Kinder einem doch alles nachmachen. Dass das nicht funktioniert hat jeder kapiert, der heutzutage versucht, einen Auszubildenden zu finden, in der kein Problem damit hat, jeden Morgen zur Arbeit zu erscheinen. Und wenn es ein Skandal ist, dass junge Mädchen mit 13 oder 14 die Pille bekommen, dann ist es vor allem ein Skandal, dass sie mit 13 oder 14 die Pille brauchen. Aber ich nehme mal stark an, ihr Interesse an ihrer Rente rechtfertigt auch Schwangerschaften bei 13-jährigen.

#15 |
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Wassiliki Delesou
Wassiliki Delesou

Gähn…

Artikel von Männern FÜR Männer – und den unbeschwerten Genuss.

Sorry, aber wer heutzutage immer noch glaubt, dass man mit “Smarties” und ohne jegliche Risiken eine Empfängnis verhüten kann…

Ich könnte darüber Bücher schreiben. Rege mich mittlerweile aber nicht mehr darüber auf.

Ich kläre auf, wenn ich kann. Den Rest muss jede Frau – und der Mann, der sie dann ggf. mit “gesundpflegen darf” – mittragen.

In diesem Sinne.

#14 |
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Rentenberater Johann simon Genten
Rentenberater Johann simon Genten

Danke für den Artikel. Die Pillenindustrie, ein Riesenmarkt! Es ist ein Skandal, dass heutzutage bereits 13 und 14 jährigen die Pille verschrieben wird, nein nicht wegen Verhütung, sondern etwa wegen Menstruationsbeschwerden, unreiner Haut etc. Die Eltern brauchen noch nicht eimal um Erlaubnis gefragt werden ! Die Pillenindustrie hat es so geschafft, den wegen der Altersrpyramide wegbrechenden Teil der Frauen, die die Pille nicht mehr brauchen, mehr als zu kompensieren. Risiken und Nebenwirkungen werden verschwiegen…..oder kleingeredet. Ein Skandal.

#13 |
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Gast
Gast

@Angelika Oetken:
Erster Abschnitt: Super
Zweiter Abschnitt: Also nach 55 Jahren Pille von unkalkulierbaren Risiken zu sprechen, ist einfach albern. Da kann man auch darauf warten, dass endlich mal jemand beweist, dass die Erde keine Scheibe ist. Einfach mal Aluhut absetzen und Wissenschaft zur Kenntnis nehmen.

#12 |
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Gast
Gast

Liebe Frau Barz, Sie irren: Sie beziehen sich wahrscheinlich auf die Metaanalyse, die (mit dünnen Zahlen aufgrund der Jugend der Anwenderinnen) die Häufigkeit von Mammakarzinomen bei aktuellen Anwenderinnen untersucht hat. Es gibt aber eine viel interessantere Metaanalyse aus 2011, die die Häufigkeit von Mammakarzinomen bei ehemaligen Pillenanwenderinnen im typischen Erkrankungsalter untersucht hat. Die kommt auf eine GEGENTEILIGE Korrelation! Es ist evident, warum diese Untersuchung nirgends gehypt wurde: Sie klingt nach einer beruhigenden Nachricht, das will also niemand wissen. Als ich diese Studie bei den Recherchen für meine Masterarbeit (Preventive Medicine) gefunden hatte, schien mir das biologische durchaus plausibel. Unter Ovulationshemmern gibt es keine hormonelle Schwankungen, die Brust hat nichts zu tun. We nicht arbeitet, macht keine Fehler, muss also weniger “Fehlproduktion” in die Apoptose schicken.
Hätte ich eine Tochter, so würde ich wollen, dass sie fünf bis sechs Jahre die Pille nimmt, denn auf der einen Seite habe ich weniger Ovarialkarzinome, auf der anderen Seite habe ich “wird in Zusammenhang gebracht” ohne die Frage “von wem?” Klar, danach schlägt die Stunde der intrauterinen Kontrazeption. Aber ich würde mich mit aller Kraft dazwischen werfen, wenn jemand versuchen würde, ihr eine Kupferkette statt Spirale anzudrehen, nur weil junge Mädchen dem Guerillia Marketing im Internet regelmäßig auf den Leim gehen.

#11 |
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Gast
Gast

Wieso findet sich eigentlich nie jemand, der mal Frauen vor und nach Verordnung eines Verhütungsmittels standardisiert auf Depressionen testet, damit mal was anderes bekommt als das, was die Patientinnen mit der Behandlung in Zusammenhang bringen? Das ist doch keine Wissenschaft, da muss man sich ja fremdschämen für solche Veröffentlichungen.
Wie wäre es denn damit: Frauen, die Verhütungsmittel verwenden, leben in Beziehungen, in denen Kinder aktuell unerwünscht sind. Wie wäre es, wenn wir mal die RELEVANTEN Daten erfassen würden? Hat da mal jemand die Dreiecksbeziehungen rausgerechnet? Was ist mit den Frauen ohne Festanstellung (zum Beispiel die Lehrerinnen, die immer nur außerhalb der Sommerferien Angestellte sind)? Welches Glück hat eine Frau, die so ein geborgenes Leben führt, dass sie sich einfach auf eine Schwangerschaft einlassen kann, nicht erst noch das Dach über dem Kopf finanzieren muss, eine echte Partnerschaft hat, eben glücklich ist? Wer wundert sich ernsthaft, dass diese Frauen seltener Antidepressiva nehmen?

#10 |
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Gast
Gast

OK, alles schlüssig erklärt, angenommen, die Pille wäre vom Markt, was machen die Frauen dann? Sex vor der Ehe ächten? Uneheliche Kinder zur gewünschten Normalität erklären, auch von mehreren verschiedenen Erzeugern? Vermehrte Abtreibungen inkauf nehmen? Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit der Temperaturmethode.

#9 |
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Nicht nur Vit.B6 sondern auch B12, Folsäure, Zink, Magnesium und Vit.C werden im Organismus durch diesen Mist (anders kann ich sie als auf Hormonersatztherapie spezialisierter Arzt nicht nennen) reduziert. Dies sind so etwa die Hauptkofaktoren des gesamten Neurotransmitter- und Steroidhormonstoffwechsel. Ohne Vit.C-abhängige Amidierung läuft auf Sexualhormonebene nichts, der Methylstoffwechsel wurde erwähnt (B-Vitamine), Zinkmangel hemmt die Aromatase etc. Man sollte den Firmen, Kollegen und Patientinnen die Pille um die Ohren hauen und danach wegschmeissen.

#8 |
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Dr. med Siegfried Schlett
Dr. med Siegfried Schlett

“Pillen” enthalten Zombiehormone, die in die Chefetage eingreifen. Daß sie sehr zweckdienlich sind, steht außer Frage. Substanzen mit hormonoller Wirkung (z.B. Levonorgesterel, Desogestrel, Dienogest für die Progestine und Ethylestradiol als Östrogenüberlister), die wir in Pillen finden, können nicht wie unsere eigenen Hormone weiterverarbeitet werden. Zudem imponieren diese unphysiologischen Fremdsubstanzen an den Hormonrezeptoren durch lange Halbwertszeiten. Der Körper reagiert logisch und bei vielen jungen Frauen wird die endogene Produktion ihrer eigenen Sterane (Kortison, Progesteron, Östrogen) heruntergefahren. Die meisten Nebenwirkungen, von denen junge Frauen berichten, sind Hormonmangelzeichen (häufig bezogen auf das Progesteron) wie depressive Verstimmung, Schlafstörungen, fehlende Libido oder Migräne. Gleichzeitig kommt es nicht selten durch das Ethinylestradiol (längere HWZ) zu einer tendenziellen Östrogendominanz (Wassereinlagerung, dicke Beine, Thrombosen, Hashimoto). Jetzt wundern Sie sich, warum Daueranwenderinnen psychische Probleme haben. Ja, weil wir Ärzte den Zweck durch die Mittel heilen lassen.

#7 |
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Gast
Gast

Den psychischen Aspekt mal anders betrachtet: Allein die Möglichkeit, bei sexueller Aktivität schwanger werden zu KÖNNEN, macht doch schon einen gewissen Nervenkitzel aus, welcher mit Hormongabe (oder Sterilisation) komplett wegfällt. dies ist doch auch manches Mal der Fall, wenn eine Schwangerschaft geplant wird und just dann Flaute im Bett herrscht. Oft stellt sich doch dann heraus, dass eine/r von Beiden sich der Sache (noch) nicht ganz sicher ist…

#6 |
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Manche Männer und Frauen haben das Pech, dass ihr(e) Partner(in) mit einem anderen Menschen eine bessere Partnerschaft haben kann als mit ihnen…

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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Wenigstens mit einem Halbsatz hätte erwähnt werden können/sollen, dass es auch die Möglichkeit gibt, die Schwangerschaft auszutragen.

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SABINE Barz
SABINE Barz

OH machen einen B6 Mangel welches zur Synthese der Neurotransmitter notwendig ist!
Ausserdem erhöht sie das Brustkrebsrisiko und die Frauen scheiden die Hormone aus die dann wieder im Trinkwasser erscheint en.
Alles Gründe um anders zu verhüten!!

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Armin Eckers
Armin Eckers

Manche Männer haben Glück und finden eine Partnerin, die mit einem anderen Menschen eine sexuelle Partnerschaft führen kann.

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Angelika Oetken
Angelika Oetken

Häufig ist die beste “Lustpille” eine sexuelle Paarberatung und unter Umständen ein Partnerwechsel. Manche Frauen haben Glück und finden einen Mann, der mit einem anderen Menschen eine sexuelle Beziehung führen kann, anstatt lediglich zu versuchen, seinen Lieblingsporno nachzuspielen. Viele resignieren.

In einer echten Partnerschaft klappt es unter Umständen auch mit einer Verhütung, bei der die Frau keinen Hormoncocktail zu sich nehmen muss, der kaum kalkulierbare Risiken in Bezug auf gesundheitliche Spätfolgen und die Fruchtbarkeit hat.

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