Bipolare Störung: Das neue T4-Tuning

24. Oktober 2016
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Depressive Episoden bei Menschen mit einer bipolaren Störung gelten als schwer behandelbar. Wie eine Studie nun zeigt, verbessert die Gabe von Schilddrüsenhormonen deutlich die Stimmung dieser Patientengruppe – und das mit nur geringen Nebenwirkungen.

Patienten mit einer bipolaren Störung leiden immer wieder an lang anhaltenden Depressionen, die nur schwer zu behandeln sind. Sie haben ein um ein Vielfaches erhöhtes Suizidrisiko – 10 bis 20 Prozent der Betroffenen nehmen sich das Leben. Wenn Patienten in die akute Phase einer Depression eintreten, versuchen die behandelnden Ärzte mit einer Mischung aus Antipsychotika, Antidepressiva und Stimmungsstabilisatoren, diese zu beenden. Gelingt das, erhalten die Patienten anschließend meist Lithium zur Rezidivprophylaxe. Warum bei schätzungsweise rund zwei bis drei Prozent aller Menschen eine bipolare Störung ausbricht, ist noch nicht endgültig geklärt: „Vieles spricht dafür, dass dieses Krankheitsbild im erheblichen Ausmaß genetisch verankert ist. Aber auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle“, sagt Michael Bauer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden.

Effekte von Schilddrüsenhormonen sind schon lange bekannt

Im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie haben er und seine Kollegen von der University of California und der Charité Berlin nun zeigen können, dass eine supraphysiologische Dosierung des Schilddrüsenhormons Levothyroxin (L-T4) bei Patienten mit einer bipolaren Störungen Änderungen des Stoffwechsels im Gehirn bewirkt und dadurch offenbar die Depressionsrate herabsetzt. Schon seit mehr als hundert Jahren ist bekannt, dass Menschen depressiv werden, wenn man ihnen die Schilddrüse entfernt, es ihnen aber wieder besser geht, wenn sie Schilddrüsenhormone bekommen.

Das brachte Forscher schon bald auf die Idee, auch Patienten mit Depressionen mit Schilddrüsenhormonen zu behandeln. Doch erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten begann man, die Effekte einer solchen Behandlung systematischer zu untersuchen. In einer Pilotstudie aus dem Jahr 2005 gelang Bauer und anderen Forschern der erste Nachweis, dass die Gabe von Schilddrüsenhormonen zu Veränderungen im Gehirnstoffwechsel führt. Aufgrund des Fehlens einer Kontrollgruppe blieb aber unklar, ob diese Veränderungen mit der Gabe des Schilddrüsenhormons tatsächlich zusammenhängen.

PET-Analyse des Zuckerstoffwechsels im Gehirn

Für die aktuelle Studie, deren Ergebnisse in einem Artikel im Fachmagazin Molecular Psychiatry veröffentlicht wurden, gewannen die Wissenschaftler um Bauer insgesamt 25 Patienten mit einer bipolaren Störung. Alle Probanden befanden sich in einer depressiven Phase und sprachen auf die übliche Behandlung mit Stimmungsstabilisatoren und Antidepressiva nicht an. Über einen Zeitraum von sechs Wochen erhielten 15 Probanden zusätzlich zu ihrer bisherigen Medikation, auf die sie nicht ansprachen, täglich das Schilddrüsenhormon in einer Dosierung, die über dem normalen körpereigenen Spiegel lag. Die anderen 10 Probanden dagegen erhielten zusätzlich nur ein Placebo. Keiner der Studienteilnehmer litt an einer Unterfunktion der Schilddrüse.

Vor Studienbeginn und direkt nach Beendigung der Behandlung untersuchten Bauer und seine Mitarbeiter den Zucker-Stoffwechsel im Gehirn aller Probanden mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) unter Verwendung von18F-Fluorodeoxyglucose als Radiopharmakon. Im besonderen Fokus ihrer Analyse stand das limbische System: Es enthält unter anderem den Hippocampus und die Amygdala und gilt als Steuerungszentrale für Emotionen, Gedächtnis und Angst.

Limbisches System zeigt die größten Veränderungen

Die Gabe von L-T4 führte zu einem bedeutenden Rückgang der Depressionsrate während der sechswöchigen Behandlung. Auch in der Placebo-Gruppe verbesserte sich das Befinden der Patienten, doch die Effekte waren relativ gering. „Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren statistisch signifikant und somit klinisch relevant“, sagt Bauer. Auch der Zuckerstoffwechsel im limbischen System erfuhr durch die Therapie mit dem Schilddrüsenhormon eine starke Deaktivierung, welche die Forscher bei den mit einem Placebo behandelten Patienten nicht beobachten konnten.

Bauer und sein Team gehen deshalb davon aus, dass eine starke Korrelation zwischen der klinischen Verbesserung der Depression und den Änderungen des Gehirnstoffwechsels besteht. Nebenwirkungen, wie sie bei einer Überdosierung von Schilddrüsenhormonen normalerweise zu erwarten wären, traten in der Studie nur in sehr geringem Umfang auf. „Die Patienten, die L-T4 erhielten, vertrugen diese Behandlung sehr gut“, berichtet Bauer. „Offensichtlich fehlt ihnen das Hormon im Gehirn trotz normaler Funktion der Schilddrüse.“

Nach der Studie beobachteten er und seine Mitarbeiter alle Probanden noch weitere sechs Monate, doch Bauer zufolge sind die Ergebnisse der Nachbeobachtungsphase noch nicht ausgewertet, so dass sich im Moment noch nicht abschließend sagen lässt, wie lange die Wirkung der Behandlung mit L-T4 anhält.

PET-Gehirnaufnahmen von Patienten, die mit L-T4 (oben) oder Placebo (Mitte) behandelt wurden. Je intensiver die Farbe desto größer die Deaktivierung des jeweiligen Gehirnareal. Untere Reihe zeigt Areale an, wo Unterschiede am größten waren.

PET-Gehirnaufnahmen von Patienten, die mit L-T4 (oben) oder Placebo (Mitte) behandelt wurden. Je intensiver die Farbe desto größer die Deaktivierung des jeweiligen Gehirnareals. Untere Reihe zeigt Areale an, wo Unterschiede am größten waren.

Schilddrüsenhormone binden an Rezeptorproteine im Gehirn

Was Schilddrüsenhormone auf molekularer Ebene im Gehirn bewirken, ist seit vielen Jahren Gegenstand intensiver Forschung. Bauer: „Lange Zeit ging man davon aus, dass das Gehirn kein Zielorgan für Schilddrüsenhormone ist, doch mehrere Studien aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass überall im Gehirn spezifische Rezeptorproteine vorhanden sind, an die Schilddrüsenhormone andocken können. Diese Rezeptorproteine finden sich unter anderem auch in besonders großer Menge im Hippocampus und in der Amygdala.“

Nach Ansicht von Bauer könnten Patienten mit einer bipolaren Störung über weniger sensitive oder sogar defekte Rezeptoren verfügen, so dass mehr Schilddrüsenhormon gebraucht wird, um die nötige Wirkung auszulösen. Ergebnisse aus Tierexperimenten deuten darauf hin, dass Schilddrüsenhormone auf bislang unbekanntem Weg mit dem Neurotransmitter Serotonin interagieren, der wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Stimmungsregulation spielt.

Bei Menschen lässt sich der Serotonin-Stoffwechsel im Gehirn nicht ohne weiteres untersuchen. Eine Möglichkeit bietet die Positronen-Emmissions-Tomographie, doch 18F-Fluorodeoxyglucose als Radiopharmakon eignet sich nicht für diese Untersuchungen sondern nur ein spezieller Serotoninrezeptor-Ligand. Da das Universitätsklinikum Dresden für eine solche Analyse nicht über die nötige Erfahrung verfügt, sucht Bauer noch einen akademischen Kooperationspartner.

Zusätzliche Option für therapieresistente Patienten

Die Gabe von Schilddrüsenhormonen könnte sich als Therapie von refraktären Depressionen bei Patienten mit einer bipolaren Störung etablieren: „Für die Gruppe der schwer behandelbaren Patienten mit hohem Suizidrisiko brauchen wir sie als zusätzliche Option. Zur Standardtherapie für alle Patienten wird sie sich aber mit Sicherheit nicht entwickeln“, erklärt Bauer.

Auch andere Experten halten Schilddrüsenhormone nicht für das Mittel der ersten Wahl: „Bei Patienten mit einer lang anhaltenden depressiven Phase sollte man die Gabe von Schilddrüsenhormone in Erwägung ziehen, wenn der erste oder zweite Medikationsversuch nicht geklappt hat. Sie dann solange geben, bis der Patient stabil ist und dann zu einer anderen langfristigen Medikation übergehen“, sagt Georg Juckel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin an der Universität Bochum.

Die Frage, ob die Gabe von Schilddrüsenhormonen sich auch zur Behandlung von Patienten mit einer unipolaren Depression eignet, ist noch offen: „Die Gruppe dieser Patienten ist wesentlich heterogener. Wahrscheinlich gibt es viele Subtypen mit unterschiedlichen genetischen Ursachen, so dass nicht auszuschließen ist, dass der eine oder andere Subtyp auch mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden könnte“, meint Bauer.

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Forschung, Medizin, Psychiatrie

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31 Kommentare:

Ich vermisse bei der Beurteilung der Schilddrüsen-Tätiugkeit bzw. von T4 und Ft4 die Bestimmung des TBG, denn ein zu hohes Bindungsprotein (wie bei der Einnahme von EE-Pillen) kann eine Unterfunktion vortäuschen; d. h. die zusätzliche Gabe von L-Thyroxin gleicht das nur aus.

#31 |
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Zu biplaren Störungen gibt es einen komplett anderen Ansatz von Stavros Mentzos.
“Depression und Manie.” Psychodynamik und Therapie affektiver Störungen

https://www.amazon.de/Depression-Manie-Psychodynamik-affektiver-St%C3%B6rungen-ebook/dp/B00GB5L976/ref=dp_kinw_strp_1

Die Depression tritt dann ein und ist lang anhaltend weil der Betroffene erkennt, was er in der Manie mal wieder angerichtet hat.

Mit einer Störung der Schilddrüsenhormone hat das herzlich wenig zu tun.
Wenn natürlich auch eine Schilddrüsenunterfunktion zu “psychiatrischen” Symptomen führen kann. Aber dann ist es eine Schilddrüsenunterfunktion und keine “Depression.

Zur “Serotoninhypothese” der Depression ist hoffentlich jetzt alles gesagt

http://www.deutschlandradiokultur.de/antidepressiva-und-ihre-wirksamkeit-tabletten-gegen-die.976.de.html?dram:article_id=367696

#30 |
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Ich bin tschechische Fachärztin für Psychiatri e und Psychotherapie,zur Zeit
im Gera.Ich habe 49 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet,letzte 5 Jahre im Deutschland.Zuert in der Universitätsklinik, dann lange Jahre, als ambulante
Psychiatrin im Prag.Die tschechische Psychiatrie ist sehr gut und es gibt in
Tschechien relativ viele Psychiater,weil dort ist Neurologie und Psychiatrie,
was postgradueles Studium betrifft schon seit mindestens zweiten Weltkrieg
getrent und wir mussten uns mehrPsychiatrie,als Neurologie widmen.
Ich habe Erfahrungen,dass viele depressive Fälle mit den Schildrüssestörungen verbunden sind und schon von Jahren,haben wir probiert die resistente Depressionen mit Thyroxin zu behandeln.
Ich muss sagen,dass er bei der Bipolaren Störung keine Erfahrungen damit
habe und werde das sofort einer mmeinen Patientin empfohlen.
Danke für die Artikel von Prof. Bauer, welcher einen von besten Fachnann
für Bipoare Störungen im Deutschland ist. MUDr.Lubica Schlupkova.

#29 |
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Dr Jutta Etscheidt
Dr Jutta Etscheidt

Bereits vor 25 Jahren habe ich in den USA Bücher und wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gelesen, dass Depressionen und Schilddrüse ganz eng verbunden sind und erstere mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden können. Die Therapie war bei Ärzten und Naturheilpraktikern bekannt und wurde auch angewandt. Jetzt wird das Ganze als neue Entdeckung verkauft??????
Glückwunsch, dass dieses Wissen nach einem viertel Jahrhundert endlich in Deutschland angekommen ist.

#28 |
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Nichtmedizinische Berufe

Vielleicht sollte man zuerst eine vernünftige SD Diagnostik durchführen, bevor man in den Hormonkreislauf derart eingreift…^^

#27 |
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Christian Becker
Christian Becker

@ Frida Stern und Korrektoren
Da liegt, denke ich, ein typisches Missverständnis vor.
L-Thyroxin-Präparate enthalten normalerweise kein zugefügtes Iod(id) (Iod selbst sowieso nicht).
Die Hormone an sich enthalten allerdings Iodatome als Teil ihrer Struktur, wie Gast 10 ja schon klargestellt hat.

#26 |
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Gast
Gast

@#21 weil eine längerfristige auch subklinische Überversorgung andere Risikofaktoren erhöht, insbsondere das für Herz-Kreislaufprobleme und Osteoporose. Da muss man eine Abwägung ziwschen dem kleineren und größeren Übel vornehmen.
Schilddrüsenkrebspatienten, die vielfach jahre- oder gar lebenslang aus Gründen der Redzidivprphylaxe sehr stramm am Rande einer physiologischen Überfunktion mit Thyroxin eingestellt werden, befinden sich in eben diesem Dilemma.
T4 und T3 wirken eben nicht nur im Hirn sonder auch in einer großen Zahl anderer Zielgewebe im ganzen Körper .

#25 |
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Barbara Kraus
Barbara Kraus

Da wird lieber an der Diagnose festgehalten anstatt in Erwägung zu ziehen, das Schilddrüsenerkrankungen als Depressionen fehldiagnostiziert werden.

#24 |
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Dr. Frank Antwerpes, CEO
Dr. Frank Antwerpes, CEO

Nur ein Test

#23 |
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Medizinische Dokumentarin

An den “Gast” #20
http://www.hashimoto-thyreoiditis.de/therapie/einfluss-von-jod-bei-hashimoto-thyreoiditis

T4 ist auch nicht gleich T4. Manche Hautveränderungen hängen eher mit den Zusatzstoffen in den verschiedenen Präparaten zusammen.

#22 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wer jahrelang die hier beschriebene Mischung von NL, AD und Stimmungsstabilisatoren nehmen muss, beziehungsweiuse mit all den Nebenwirkungen von Adipositas zu Abbau der grauen Gehirnmasse zu QT- Verlängerung – für den muss die Option “T4” die Rettung erscheinen. Ich habe allerdings nicht verstanden, warum das Hormon nur bei “therapieresistenten ” Fällen angwendet werden und dann doch wieder umgestellt werden soll.

#21 |
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Gast
Gast

Zum Thema Jod: “Iodine – Why you need it and why you can´t live without it” von David Brownstein.
Ich selbst nehme als Hashimotopatientin mit Atrophie ( 2 Jahren neben Selen,.. auch sehr viel Jod (>15 mg/die) und kann aktuell peu á peu meine Substitution mit T4 deutlich herunterfahren. Ob es mit dem Jod zusammenhängt, weiss ich nicht, es schadet mir aber offenbar auch nicht, im Gegenteil: mache merkwürdigen Hautveränderungen haben sich zurück gebildet!

#20 |
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Zur Jodfrage und anderem: ich behandle täglich Hashimotopatienten und der therapeutische Umgang mit (naturidentischen) Hormonen, Mikronährstoffen, Aminosäuren und die Darmsanierung sollte erfahrenen Ärzten vorbehalten sein. Was man hier für Unsinn und Halbwissen (siehe unten) gerade von den häufig völlig selbstüberschätzten Heilpraktikern (können ja noch nicht einmal schallen, kein buochemischer Background etc etc…) hört ist erschreckend und wird hoffentlich bald reglementiert und reformiert. Jod ist mitnichten kontraindiziert bei der AIT, man muss nur zunächst einige Faktoren kontrollieren (Selenstatus?, TRAK?, Autonomie?, liegt überhaupt Jodmangel vor?). Der Anstieg der AIT in USA verläuft gegensinnig (!) zur abnehmenden Jodversorgung in der Bevölkerung und DOCH, wir sind in D weiterhin Jodmangelgebiet in allen größeren Arbeiten und auch in meinen eigenen Labormessungen in der Praxis.

#19 |
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Na Halleluja! Wer jetzt noch zur Erkenntnis gelangt, dass eine zusätzliche T3-Gabe oder gar T1-4+Calcitonin (wie im altbewährten Schweineschilddrüsenextrakt) noch effektiver und positiver auf den mitochondrialen Stoffwechsel und damit auch das ZNS wirkt ist m.E. auf dem richtigen Weg. Nur die ewiggestrigen Graurücken pochen natürlich unverändert auf die unphysiologische Psychopharmakatherapie…

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe
#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Gast # 10

Ich habe nicht behauptet, dass Jod in Nahrungsmitteln etwas triggert, sondern die zusätzliche Gabe von Jod bei Hashimoto-Patienten m.E. nicht angeraten ist.

Ich weiß natürlich genauso wenig wie Sie, ob die Anreicherung von Jod in Nahrungsmitteln (die durchaus ihren Sinn hat) über das Ziel hinaus geschossen ist und, wie manche Ärzte vermuten, ein Grund für die Zunahme von Hashimoto sein könnte. Genauso könnte es natürlich der Fall sein, dass heute aufgrund verbesserter Diagnostik mehr Fälle diagnostiziert werden.

Sicher ist aber, dass man bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen generell immer sehr vorsichtig sein muss. Bei Hashimoto ist man sich bezüglich der Jodgabe nun wirklich nicht einig, die Kontroverse zieht sich quer durch´s Internet, bzw. die Ärztemeinungen. Noch mal: das betrifft nicht die Nahrungsmittel, sondern Jod in Tablettenform.

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe
#15 |
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Bei unzureichender Besserung schwerer vitalisierter Depressionen auf ausdosierte Antidepressiva wurde schon vor Jahren deren Augmentierung mittels L-Thyroxin auch bei Euthyreose als Stufe 2 Option empfohlen.
Ich hatte als Psychiater vor der Schilddrüse allerdings stets einen Heidenrespekt: Zum ersten Mal habe ich den Suizid einer meiner Patienten bei einer exogenen Psychose infolge einer Thyreotoxikose (nicht iatrogen) erlebt.

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
Haben Sie mir eine Referenzstelle, wo in L-Thyroxin Jod enthalten ist? Es wird häufig zusätzlich verabreicht, z.B. in Thyronajod. Vielleicht habe ich mich da nicht klar ausgedrückt.

#13 |
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Gast
Gast

die Älteren werden es noch kennen , die T 4 Aktion im 3. Reich.
Der Titel passt blendend zum Thema.

#12 |
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Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann

18F-Fluorodeoxyglucose zu Deutsch 18F-Fluordeoxyglucose

Frida Stern
Nichtmedizinische Berufe – aha
In Schilddrüsenhormonen ist kein Jod enthalten?

#11 |
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Gast
Gast

@#8 Richtigstellung der Richtigstellung
In SD-Hormonen ist sehr wohl Jod enthalten. T4 (Thryroxin) heißt als chemische Kurzbezeichnung auch Tetraiodthyronin und enthält 4 Iodatome pro Molekül. Das aktive SD-Hormon T3 heißt auch Triiodthyronin und enthält pro Molekül 3 Iodatome. Wäre es anders, würde die Schilddrüse zu deren Produktion gar kein Iod benötigen.

Und dass Iod in den Mengen, in denen es üblicherweise in iodierten Lebensmitteln enthalten ist irgendetwas “triggern” kann, sollten Sie bitte mit entsprechenden seriösen Quellen belegen.

Deutschland ist unter anderem *deshalb* unter anderem kein Iodmangelgebiet mehr, weil in den letzten Jahrzehnten vermehrt jodiertes Speisesalz eingesetzt wurde.

Allerdings macht der Vorschlag Iod von #6 Iod bei der Behandlung von Depresionen zu berücksichtigen auch eher wenig Sinn.

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

PS.: Insbesondere die Referenzbereiche der Schilddrüsenparameter müssen kritisch bewertet und im Gesamtzusammenhang gesehen werden. Ein Hausarzt kann dies z.B. gar nicht leisten, genausowenig wie ein Psych/Neurologe.

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Gast 16:14

Richtigstellung:
Die Schildrüse benötigt Jod, um Schilddrüsenhormone herzustellen. In Schilddrüsenhormonen ist kein Jod “enthalten”.

Und Vorsicht bei Hashimoto-Patienten: Hier ist die Gabe von Jod vermutlich eher schädlich, da sie die Entzündung triggern kann. Hier wird heute eigentlich nur mit L-Thyroxin behandelt.

Heutzutage reicht für Gesunde das in der Nahrung enthaltene Jod völlig aus. Manche vermuten sogar, dass die Anreicherung der Nahrung mit Jod zu einem vermehrten Auftreten von Hashimoto geführt haben könnte.

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Aus eigener Erfahrung: Die Schilddrüse ist vielleicht das am meisten unterschätzte endokrine Organ. Hausärzte und selbst Nuklearmediziner oder Endokrinologen sind häufig überfordert bei Patienten mit depressiven Erkrankungen, was eine ganzheitliche Betrachtung der Therapie (Antidepressiva, Sexualhormone, Schilddrüse etc.) betrifft. Selbst eine kleine Dosiserhöhung des L-Thyroxin kann Wunder bewirken.

Insbesondere werden viele Hashimoto-Patienten nicht erkannt und gegen Depression behandelt statt mit Schilddrüsen-Hormon. Was viele nicht wissen: Nicht immer sind die Werte bei Hashimoto schlecht, nicht immer sind im Ultraschall Entzündungszeichen nachweisbar, nicht immer sind Antikörper-Nachweisbar. Nur eine sorgfältige (Familien)anamnese und Analyse der klinischen Symptome können zusammen mit den Laborwerten zu einer adäquaten Therapie führen.

Jeder depressive Patient sollte eingehend zunächst die Schilddrüse untersuchen lassen und zwar umfassend. Eine TSH-Bestimmung ist kaum aussagekräftig.

Im übrigen gilt auch hier: Jeder kann “Läuse UND Flöhe” haben!

#7 |
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Gast
Gast

Wenn man weiß, dass in den Schildrüsenhormonen auch Jod enthalten ist und Jod nicht nur in der Schilddrüse gebraucht wird, dann sollte man sich mal mit Jod befassen, bzw. mit dem Menschen. Leo Pachole, Heilpraktiker

#6 |
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Stefanie Roché
Stefanie Roché

“Die Frage, ob die Gabe von Schilddrüsenhormonen sich auch zur Behandlung von Patienten mit einer unipolaren Depression eignet, ist noch offen”

Lediglich Anecdata, aber ja es funktioniert. Mit einem TSH gegen null und leicht erhöhtem fT3/fT4 sind meine depressiven Episoden deutlich leichter.

#5 |
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Eva-Maria Gößling
Eva-Maria Gößling

danke

#4 |
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Die Dosisangabe ist irreführend !

#3 |
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Weitere medizinische Berufe

Sehr interessant, bin gespannt auf Studien mit größeren Stichproben.

#2 |
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Gast
Gast

It`s the planet or slow learners…

#1 |
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