Vorläuferzellen: Verwandtschaft neu aufgerollt

14. Juni 2013
Teilen

Wissenschaftler erhielten nun im Zuge einer Studie neue Erkenntnisse zum Verwandtschaftsgrad verschiedener Vorläuferzellen menschlicher Blutstammzellen zueinander.

Blutbildende Stammzellen sind für die gesamte Zellneubildung des Blutes einschließlich des Abwehrsystems verantwortlich. Aus den Stammzellen entstehen zunächst Vorläuferzellen, die sich einem Stammbaum gemäß in zwei getrennte Entwicklungswege aufteilen. Traditionell unterscheidet man den Zweig der Lymphozyten und den der Myelozyten, zu dem auch die Zellen der roten Blutreihe gehören.

In ihrer soeben veröffentlichten Arbeit untersuchte eine Arbeitsgruppe um Priv.-Doz. Dr. Bernd Giebel aus dem Institut für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Essen mit Hilfe eines Stammzellmarkers den Verwandtschaftsgrad verschiedener humaner Vorläuferzellen zueinander. Dr. Giebel: „Überraschenderweise zeigten funktionelle Analysen, dass es andere Verwandtschaftsverhältnisse gibt, als bisher angenommen. Wir fanden heraus, das die myeloischen Vorläuferzellen, die als Granulozyten-Makrophagen-Progenitoren bezeichnet werden, nicht wie bislang angenommen alle drei Arten von Granulozyten hervorbringen, sondern nur neutrophile Granulozyten.“

Existenz verneint

Außerdem sind diese Vorläufer eindeutig dem lymphatischen Entwicklungszweig zuzuordnen. Ihr Verwandtschaftsgrad zu den übrigen myeloischen Zellen ist somit deutlich entfernter als bislang angenommen, so Giebel. Aus den neuen Ergebnissen formulierte die Arbeitsgruppe ein neues hämatopoetisches Modell, das auch die seit längerem angenommene Existenz gemeinsamer myeloischer Vorläuferzellen verneint.

Originalpublikation:

Revision of the Human Hematopoietic Tree: Granulocyte Subtypes Derive from Distinct Hematopoietic Lineages
Bernd Giebel et al.; Cell Reports, doi: 10.1016/j.celrep.2013.04.025; 2013

17 Wertungen (3.41 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: