Schwester klaut Arztkittel

7. Februar 2011
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Der Mangel macht's möglich. Weil besonders im Osten und in ländlichen Gebieten immer mehr Gebrechliche auf immer weniger Ärzte treffen, sollen Hilfskräfte Aufgaben des Hausarztes übernehmen. Werden sie zu einer Bedrohung das Arztberufs?

Der Bayrische Ärztetag fand vor drei Jahren deutliche Worte für Helfer, die scheinbar zu Konkurrenten der Mediziner geworden waren. Vorstandsmitglied Wolfgang Krombholz nannte die Aus- und Weiterbildungskonzepte „Generalangriffe auf das ärztliche Berufsbild, die auf den Kompetenzerweiterungen für nichtärztliche Gesundheitsberufe beruhen“.

AGnES, EVA und VERAH

AGnES war das Ziel des Gegenangriffs. Hinter dem harmlosen Mädchennamen verbirgt sich eine Helferin, die auf Weisung des Arztes seinen Patienten Hausbesuche abstattet. In unterversorgten Gebieten, zuerst auf der Insel Rügen, inzwischen aber auch in vielen anderen Regionen der neuen Bundesländer, schauen sie und ihre Kolleginnen besonders nach älteren Kranken, messen Blutdruck und Puls oder nehmen Blut ab. AGnES steht für „Arzt-entlastende, Gemeinde-nahe, E-Healthgestützte, Systemische Intervention“. In der Modellphase lief das Projekt so gut, dass die Pflegekraft auf Rädern noch weitere Kompetenzen bekommt. In Brandenburg soll zu den Aufgaben noch die soziale Betreuung der Patienten als Fallmanagerin kommen. Das haben die KV, AOK und Barmer beschlossen.

Auch westliche Bundesländer wollen Ärzte von immer mehr zeitaufwändigen Pflichten entbinden. Unter Mitarbeit des Hausärzteverbands wird nach einer Weiterbildung aus der Medizinischen Fachangestellten die Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (Verah) oder EVA, die entlastende Versorgungsassistentin.

Immer weniger Ärzte für immer mehr Kranke

Hintergrund der vielen Initiativen ist der immer größere Ärztemangel – besonders auf dem Land in vermeintlich unattraktiven Gebieten. Die ZEIT zitiert Wolfgang Hoffmann von der Universität Greifswald: „Die wenigen Ärzte, die in fünf bis zehn Jahren übrig bleiben, brauchen Unterstützung.“ Und Landrat Dieter Harrsen vom Kreis Nordfriesland ist sich sicher: „Wo keine Ärzte sind, wird sich die Bevölkerung verabschieden.“ Die Zahlen der KBV und BÄK: etwa 52000 Ärzte allein im ambulanten Bereich suchen einen Nachfolger, davon sind knapp die Hälfte Hausärzte. Kassenmanager meinen dagegen, dass es genug Ärzte in Deutschland gäbe, sogar mehr als noch vor einigen Jahren. Das Problem sei allein die Verteilung.

Bis Mitte des Jahres soll es, so die Nachrichten aus dem politischen Berlin, ein Versorgungsgesetz geben, mit dem gegen die Schief- oder Notlage angegangen wird. Dass es allein aufgrund der Demographie einer alternden Bevölkerung dringenden Versorgungsbedarf gibt, zeigen die Zahlen aus Greifswald. 91% mehr Fälle an Demenz bis zum Jahr 2020, ein Drittel mehr Diabetiker und Darmkrebs-Patienten. Bei einer extrem hohen Nachfrage wird auch eine ökonomische Nutzung der Arzt-Zeit immer wichtiger. „Bisher verbringen die Hausärzte zehn bis fünfzehn Prozent ihrer Arbeitszeit im Auto“, so Hoffmann.

„Die kann das wie ich.“

Dabei sollen die neuen Helfer den Arzt keineswegs ersetzen. Beim Deutschen Ärztetag 2008 in Ulm waren sich die Teilnehmer einig, dass Anamnese und Diagnose, Therapieentscheidung und Aufklärung des Patienten – etwa vor Operationen – Sache des Arztes sind und bleiben müssen. Auch die Patienten wollen vorerst zumindest nicht den vollen Arzt-Ersatz. Ein Drittel der Befragten des „Gesundheitsmonitors“ der Bertelsmann-Stiftung sind gegen die Delegation von ärztlichen Tätigkeiten. Dabei ist es ja nicht so, dass die Arzthelferin aus der Praxis einmal kurz ins Auto steigt und Hausbesuche absolviert. Hinter „AGnES“ steht eine gründliche Ausbildung: 622 Stunden Theorie und 200 Stunden Praktikum sollen es entsprechend dem Curriculum der Greifswalder Gesundheitsstrategen sein.

Das Projekt ist das bisher einzige, das wissenschaftlich evaluiert wurde. Ärzte und Patienten akzeptieren inzwischen, dass der Doktor nur mehr selten persönlich beim Patienten vorbeikommt. 92 Prozent der Ärzte stimmten der Aussage auf dem Evaluierungsbogen zu: „Die kann das wie ich.“ Mit der Gewöhnung an die neue Rolle der Arztassistentinnen steigt aber auch die Zufriedenheit der Patienten. Das zeigen mehrere Untersuchungen aus England. Besonders bei kleineren Erkrankungen schätzen die Behandelten das Mehr an Zeit und Zuwendung. Wie die Greifswalder errechnet haben, muss AGnES jetzt auch nicht öfter raus früher ihr Chef. Die Zahl der Hausbesuche blieb in etwa gleich, der Arzt war jedoch deutlich seltener unterwegs als noch vor 2006.

Delegieren, nicht ersetzen!

Nach dem Erfolg von AGNeS wollen jetzt auch andere Medizin-Sparten Entlastung für die akademischen Mediziner. Die Asklepios-Kliniken setzen auf den chirurgischen OP-Assistenten (COA), der Wunden zunäht, desinfiziert und auch bei der Vor- und Nachbehandlung der Operation mithilft. Bei Langzeit-OPs sollen COAs die zweite Assistenz übernehmen. Kritik kommt dabei jedoch von Assistenzärzten, die um ihre Facharzt-Weiterbildung fürchten. Ganz ähnliche Aufgaben kommen auch auf einen chirurgisch-technischen Assistenten (CTA) zu – ein Modell, das Kliniken im Rheinland erproben. Lehrgeld mit neuen Berufsbildern musste jedoch die Helios-Klinik in Erfurt bereits 2005 zahlen. Bei einer Operation machte ein MAfA (medizinischer Assistent für Anästhesie) bei der Narkose einen Fehler und der Patient erlitt eine Gehirnschädigung. Das Votum der entsprechenden Fachgesellschaften bestimmte, dass die Anästhesievorbereitung und -durchführung keine delegierbaren Tätigkeiten seien. Zwei Jahre später endete das MAfA-Ausbildungsprojekt.

Wenn es statt der Arzt-Entlastung eher um die Kosteneinsparung geht, die Kliniken und Kassen vorantreiben, ist die Gefahr von Unfällen und wachsender Unzufriedenheit bei den Patienten groß. So gelang es den Kassen, die Pauschale für die mobilen Hilfskommandos um rund ein Viertel zu senken, die Weiterbildungsanforderungen sogar um zwei Drittel. Ob das Modell dann noch so effektiv ist, bezweifeln viele. Gut organisiert scheint sich aber besonders die technisch-unterstützte Teamarbeit durchzusetzen. “Das deutsche System war hinsichtlich der Arbeitsteilung zwischen Arzt und Schwester regelrecht rückständig”, sagt Wolfgang Hoffmann in der ZEIT. „Bis vor zwei Jahren durften Schwestern nicht einmal außerhalb der Rufweite des Arztes behandeln. Hausbesuche lagen in einer rechtlichen Grauzone. Um in unserem AGnES-Forschungsprojekt Rufweite zwischen Arzt und Schwester herzustellen, war eine Videokonferenz nötig”. Doch die Zahlen bestätigen den Erfolg der vielen Mühe nach rund fünf Jahren AGnES“: 98 Prozent Zustimmung von den Patienten.

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Medizin

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23 Kommentare:

Fachpfleger Anästhesie/intensivmed. Alois Rackl
Fachpfleger Anästhesie/intensivmed. Alois Rackl

es ist schon schizophren, von unserer ärzteschaft, bestens ausgebildetes anästhesiepflegekräfte ihre kompetenz im op-saal abzusprechen aber was ist mit dem aufwachraum? im aufwachraum sind wir meist auf uns alleine gestellt! es ist halt etwas schwieriger auf mehr als einen patienten aufzupassen!schmerztherapie,-antiemetische therapie,der nächste möchte das bett verlassen und außerden sollte noch jemand auf station verlegt werden. dies alles ohne einen arzt gesehen zu haben!!!! auch das anlernen junger anästhesisten sind wir gut genug, wer kann nach dem studium eine braunüle legen, wer einen pazienten maskenbebeuteln, wer intubieren vom ausleiten überhaupt nicht zu reden!wir in der pflege lernen sehr viel durch abschauen von erfahrenen anästhesisten. die armen jungen ärzte müssen sehr früh schon einen eigenen op-saal übernehmen, viele patienten würden schwere komplikationen erleiden, wenn wir ältere anästhesiepflegekräfte nicht einschreiten würden. ich wünsche mir viel mehr teamdenken als konkurrenzgenken, denn nur so kann man vernünftig arbeiten. außerdem profentiert der patient so am meisten.

#23 |
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Ich muss sagen, bei der Überschrift war mir erstmal gar nicht klar, um was es gehen soll. Aber ein interessantes Thema…
Allerdings sehe ich das Problem selbst gar nicht, wie es viele hier zu verstehen scheinen. Weder früher noch jetzt als Arzt kann ich eine Konkurrenzsituation erkennen, nur ähnliche Probleme und die Notwendigkeit einer besseren Kooperation mit Rechtssicherheit.
“Immer weniger Ärzte für immer mehr Kranke” – ja sicher, aber geht es uns mit Pflegekräften nicht genauso?
Vielleicht sollten wir mal versuchen, das Grundproblem selbst anzugehen und nicht nur seine Folgen. Von der Medizin wird das ja stets verlangt, wann zieht die Politik nach? Die wahrren Probleme sind und bleiben die Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Arbeitszeit, Belastung, patientenferne Aufgaben und auch die Ausbildung… für Pflegekräfte wie Ärzte gilt das gleichermaßen.
Aber wo sollte denn eine reale Konkurrenz entstehen, die Ärzte fürchten müssten, wenn doch auch Pflegekräfte nicht wie Sand am Meer zur Verfügung stehen?
Das Einzige das man damit erreicht, und das halte ich für durchaus erstrebenswert, wäre ja, dass einer Praxis, die z.B. für Hausärzte auf dem Land längst zum Alltag gehört, nämlich ihre erfahrenen Arzthelferinnen zu Verbandwechseln oder anderen kleinen Wehwehchen zu schicken und z.B. nur jeden 2. Besuch persönlich durchzuführen, eine legale Grundlage gegeben wird.

#22 |
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Nichtmedizinische Berufe

Sehr geehrte Frau Cencipere,

Herr Lederer ist nicht für die Überschrift des Artikels verantwortlich. Wir als Redaktion behalten uns vor, das Redigieren der Artikel – dazu zählen auch die Überschriften – zu übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DocCheck News Team

#21 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Guten Abend,
Dr. Lederer bitte die Überschriften für gemeinsame Diskussion angebrachter zu wählen.
Das es ein heißes und zu diskutierendes Thema ist, ja, aber bitte keine “sarazinisierung”!
Wir klauen Ihnen nichts und haben es auch nicht vor zu tun.
Beste Grüße aus Hamburg

#20 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Als Pflegedienstleiter in der ambulanten Krankenpflege verstehe ich nicht warum man nicht einfach auf das besthende Sytem der häsulichen Krankenpflege zurückgreift, sondern mit viel Geld ein zweites System mit Arzthelferinnen aufbauen muss. Diese Fachkräfte sind mit dem Management der Praxen vollends ausgelastet. Das einzige was die Kassen damit erreichen wollen, ist möglichst billige Alibiversorgung zu schaffen. Denn eine Arzthelferin ist billig zu entlohnen – Fachlich adäquate Pflege durch eine examinierte Pflegefachkraft ist teuerer.

#19 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Schon alleine die Überschrift ist eine Unverschämtheit… Pflegepersonal hat es nicht nötig, den Ärzten irgendwelche Tätigkeiten zu “klauen”, im Gegenteil, es werde immer mehr ärztliche Tätigkeiten an Pflegepersonal deligiert…

An Frau Sielicki: Ich spreche Ihnen die Kompetenz ab, über die Qualifikation von Pflegepersonal zu urteilen. Wir haben sehr gut aus- und weitergebildetes Pflegepersonal, aber leider nicht in der gewünschen Anzahl.
Und nur, weil eine Ausbildung den Namen Studium erhält, ist sie nicht qualifizierter…

Es ist richtig, das Pflegepersonal in anderen Ländern wesentlich mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen, aber in diesen Ländern ist die Ausbildung auch mehr medizinorientiert.
Da ist meine Frage: Wollen wir Ärzte Light haben?

#18 |
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Margrit Gräser
Margrit Gräser

All diese Aufgaben waren für uns vor 20-30 Jahren in unserem Beruf in der Gemeindepflege, so wie auch im Krankenhaus normal und keine(r) von uns fühlte sich als Arztersatz und für die Ärzte war das auch normal.
Erst später wurde das umorganisiert. Das hatte mehrere Gründe: Unsere Berufsgruppe (Pflege) sagte: Warum sollen wir den Ärzten die Arbeit abnehmen, wir haben mit der Pflege genug zu tun und die ärztliche Seite kam plötzlich auf die Idee, dass viele ärztliche Arbeit ist und auch so abgerechnet werden kann. Die Krankenkasse aber wollte die Abrechnungen nur akzeptieren, wenn die Tätigkeit auch vom Arzt durchgeführt wird.
Der richtige Ansatz für die heutige Zeit wäre,zu prüfen, warum Ärztemangel besteht. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass in Deutschland der Beruf in mancherlei hinsichtlich nicht attraktiv genug ist. Das gleiche trifft allerdings auch auf die Pflege zu.
Die Pflege könnte mehr differenziert sein. Das würde für mich bedeuten, dass es verschiedene Ausbildungsstufen gibt, natürlich mit unterschiedlichen Kompetenzen. Ein Ansatz ist bereits da, aber noch nicht zufriedenstellend, auch wenn die Berufsbezeichnung sich geändert hat.
Bisher war es unseren Arbeitgebern am liebsten, dass wir alle anfallenden Arbeiten auf einer Station erledigen.
Eine Krankenschwester(pfleger) sollte am besten von Putzarbeiten über die Pflege bis hin zur ärztlichen Tätigkeit (alles was delegiert werden kann) alles beherrschen und alles machen. Hinzu kamen in letzter Zeit noch die administrativen Aufgaben, also Bürofachfrau/mann. Kurz ausgedrückt, Pflegepersonal war (ist) in der Form der “eierlegenden Wolfsmilchsau” am günstigsten.
Ich beobachte das jetzt schon 40 Jahre und habe fast die Hoffnung aufgegeben, dass sich da grundlegend etwas ändert.
Aber nun bin ich vom Thema abgekommen.
Nein, liebe Ärzte, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass wir zur Bedrohung ihres Berufes werden könnten. Denn wenn wir das wollten, hätten wir Medizin studiert.
Nach wie vor ist unser(e) Beruf(ung) die Pflege.

#17 |
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Wer gut ausgebildetes Assistenzpersonal als Konkurrenz sieht und nicht als Partner und Chance zur (dringend erforderlichen) Leistungsverbesserung des Gesundheitssystems gegenüber dem Patienten, hat seine ärztliche, fachliche und ethische Kompetenz schon eingebüßt.

#16 |
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Knut Hofmayer
Knut Hofmayer

Ich bin absolut für diese “Neuerung”. Ich kann auch nicht verstehen, das wir uns in unserem ach so modernen und fortschrittlichen Land mit Dingen sehr schwer tun, die es in anderen Ländern seit Jahrzehnten gibt.
Und mal Hand aufs Herz, Blutdruck messen und zu fragen, wie es den den Patienten heute geht kann man ruhigen Gewissens auf eine kompetente Arzthelferin delegieren.
Aber “Kompetenzen” aus der Hand geben scheint leider nicht im Sinne der Ärzteschaft zu sein, da man sich gerne als Kopf eines Teams und nicht als ein Teil eines solchen sieht.

#15 |
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Heilpraktikerin

Die Zeiten sind hoffentlich bald vorbei,das KONKURRENZ regiert.KOOPERATION im wahrsten Sinne des Wortes weist den Weg in die medizinische Zukunft! Von ersetzen kann ja nicht die Rede sein,sondern von Ergänzen und Wissen. Ich bin selbst Kranken-Gesundheitspflegerin und hätte nichts gegen eine Ausbildung und Schulung mit klar umrissenen Aufgabenfeld,das die Grenzen der Verantwortung und Handlung berücksichtigt.Die Ärzte sollten sich ohne Zweifel und Angst entlasten können!

#14 |
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Herrn Prof. Dr Wagner kann man nur sagen, daß er wohl nciht dsie höchstrichterliche Entscheidung des BGH kennt, daß nämlich die Überwachung einer Narkose NUR ein Arzt machen darf und eben NICHT eine Schwester. MafA läßt grüßen. BGH = quasi Grundgesetz Herr Professor! Anders gedacht und gesagt, was halten Sie davon wenn auf Ihrem nächsten Interkontinentalflug mal zur Abwechslung im Cockpit – weil ja so komplikationslos – statt einem Piloten die Stewardess sitzt!?! Prost Mahlzeit

#13 |
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Na, ja…das ganze ist schon eine sinnvolle Entlastung bzgl. einiger Routine-Grundaufgaben wie Blutdruckmessen.

Abwendbar gefährliche Verläufe werden jedoch so gut wie sicher übersehen!!! Wenn was schiefgeht ist dann der Vorgesetzte, also der Arzt, schuld…

Schwensternbesuche dürfen nicht forciert als Arztersatz ausgebaut werden. Das ganze macht nur Sinn, wenn regelmäßige Arztkontakte ebenso stattfinden!

#12 |
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Na endlich regt sich in Deutschland etwas- aus der ärztlichen Personalnot geboren!Was in andern Ländern der 1. Welt seit Jahrzehnten üblich ist sollte doch auch hier funktionieren. Daß man nämlich den Arzt/in durch gut ausgebildete Schwestern- und Pfleger in der Anästhesie,Chirurgie und im hausärztlichen Dienst entlastet.Muß ein Arzt immer nur einen Patienten bei einer komlikationslosen Anästhesie überwachen oder kann er nicht zwei Patienten in Obhut haben,die von versierten Pflegekräften betreut werden.Noch vor wenigen Jahren sind z.B meine niedergelassenen urologischen Kollegen Trepp-auf-Trepp-ab gelaufen um einen Katheter zu wechseln.Noch wichtiger wäre es die administrativen Aufgaben der Ärzte drastisch zu durchforsten um mehr Zeit für die Arbeit am und mit dem Patienten zu gewinnen.Doch wohl nur durch einen dramatischen Ärztemangel könnte es in all diesen Fällen zu einer Bewegung kommen

#11 |
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Rainer Beikirch
Rainer Beikirch

Liebe Leute!
Was regt Ihr Euch auf!. Das deutsche Gesundheitssystem ist krank und Herr Rösler gibt ihm den Rest. Ich arbeite seit
38 Jahren in der Medizin und habe dementsprechend eine
gewisse Beobachtungsgabe entwickelt.
In der VR China gibt es übrigens schon seit vielen Jahren
“Barfußärzte.

#10 |
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Student der Humanmedizin

Ich selbst bin Krankenpfleger und Studienplatzanwärter. Ich finde das es jetzt endlich Zeit wird sowohl über die Aufgaben der Ärzte als auch der Pflegekräfte konstruktiv zu diskutieren. Das deutsche Pflegeexamen gilt im Ausland nicht allzuviel. Tätigkeiten die hier von einer examinierten Pflegefachkraft gemacht werden übernehmen z.B. in den skandinavischen Ländern,Frankreich und England Hilfskräfte. Was fehlt ist das Medizin und Pflege ein für alle Mal klarstellen was sie an Aufgaben haben und wer was machen darf. Z.B. das Pflegekräfte mit einem Zusatzkurs Kanülen oder i.v.Spritzen geben dürfen.
Was aber keinesfalls geschehen darf ist das wir ohne Sinn und Verstand Kräfte aus dem Ausland holen. Allein die Sprachbarriere ist gefährlich. Oder die Leute in eindeutig ärztlichen Tätigkeiten ausbilden(MAFA,selten was irrsinnigeres gehört) und dann auf die Patienten loslassen.
Beim OTA,MTA,etc sind noch ausgebildete und erfahrene Medizinier die Weisungsgebenden. Einer langjährig erfahrenen Anästhesiepflegekraft kann man die Überwachung in der Narkose durchaus anvertrauen,da hier Erfahrung und Wissen vorhanden sind. Aber Ein-und Ausleitung?
Das schaffen von neuen Ausbildungen und das importieren von Fachkräften führt zu einer Entlastung,weil mehr Arbeitskraft da ist,aber wo bleibt die Qualität und der Berufsstand?
Es gibt in Deutschland genug an einem Medizinstudium Interessierte und auch teilweise genung für Krankenpflegehilfe und Krankenpflege. Eine Lehrerin meiner Krankenpflegeschule sagte das sie 2 Krakenpflegehelferkurse im Jahr machen könnte.
Allerdings wurden in den letzten 15 Jahren sowohl Ausbildungs-und Studienplätze abgebaut und wir alle und unsere Patienten müssen diesen Mangel ausbaden.
Gleichzeitig ist aber die Bürokratie und der Papierkrieg so massiv geworden,bei gleichzeitig höherer Belastung und Verantwortung, das sehr viel Zeit nur für das Berichte schreiben draufgeht.
Das trifft sowohl auf die Pflege als auch auf die Ärzte zu.
Und was auch noch eine Gemeinsamkeit beider Gruppen ist:
Die Bezahlung ist nicht besonders gut,die Zahl derer die auch wirklich im praktischen Bereich arbeiten fallen und in der Gesellschaft wird die Arbeit nicht sonderlich geschätzt.
Es gibt genung Artikel und Berichte wo die Ärzteschaft als geldgeil beschrieben wird und genug in denen Sätze fallen wie:”Pflegen kann jeder”.
Doch wo wäre ich als Pfleger im Operationsbereich ohne Chirurg?Wo der Chirurg ohne geschultes Personal?

Sehr geehrter Herr Dr. Gubitz:
Ich persönlich hätte kein Problem damit,mit Zusatzausbildung und dadurch besseren Verdienstmöglichkeiten, Hausbesuche zu machen.
Aber nur wenn geklärt ist was ich mache und was SIE machen. Die Pflege möchte und kann nicht bei dem massiven Bürokratieaufwand der jetzt herrscht auch noch weitere Aufgaben übernehmen.
Was ich gerne von England hätte wären die Kompetenzen die die Pflegenden dort haben aber auch die Organisation. Dort sind alle Pflegkräfte registriert und so organisiert wie die Ärzteschaft bei uns.

Ich persönlich wünsche allen Pflegekräften und Mitgliedern der Ärzteschaft das sie nicht am Ende zu den Verlieren einer in Politikergehirnen unausgegorenen Idee werden.

#9 |
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Zuerst sollte einmal die Bürokratie (10-15 %)reduziert werden. Dann verbringen Ärzte mit dem Erwerb von Kenntnissen zu ständigen Neuerungen, die mit ärztlichen Aufgaben kaum etwas zu tun haben, viel zu viel Zeit. Sollte dann noch eine kompetente Hilfe die Kollegen unterstützen, dann dürfte auch eine vernünftige Arbeitszeit möglich sein.
Für ländliche Gebiete gab es schon einmal eine Gemeindeschwester, die die Patienten sehr gut kannte, immer ansprechbar war und mit dem Arzt kooperierte.

#8 |
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Verkehrte Welt! Ist es nicht merkwürdig, dass die schlechter qualifizierte Schwester Agnes mit Verdi und Tarifvertrag im Rücken mehr Geld für ihre Hausbesuche erhält, als der Arzt?
Und ausgerechnet England wird als Beispiel für ein modernes Gesundheitssystem herangezogen? Ausgerechnet England, das deutsche Ärzte ad den Wochenenden braucht, um seine medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten? Die Zufriedenheit der englischen Patienten liegt wohl eher in ihrer großen Leidensfähigkeit begründet …..

#7 |
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Sandra Natalia Sielicki
Sandra Natalia Sielicki

Wie schon erwähnt, ein längst überfälliges Thema, welches auch in den Krankenhäusern zur Sprache gebracht werden müsste.
Würde Deutschland die Krankenschwesterausbildung wie auf EU Ebene in vielen Ländern auch als 3 jähriges Studium anbieten, gäbe es genügend qualifiziertes Personal, dass den Arzt auf Station entlassten könnte und viele Aufgaben (unter anderem von der Blutentnahme, Kanülenlegen, i.v. Medikamentengabe und Wundnachsorgung)eigenständig nach Arztanweisung ausführen könnte, die als “Kleinarbeit” sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und von der eigentlichen Heiltätigkeit ablenken.
Somit ist dieser Schritt ein hoffentlich wegweisender.

#6 |
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Diese entlastenden Berufe sind nicht nur offensichtlich sinnvoll, sondern auch gut. Dadurch kann der Arzt sich seiner eigentlichen Tätigkeit mehr zuwenden. Geld ist wichtig, aber nicht alles.

#5 |
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Dipl.-Pflegewissenschaftler Martin Siefers
Dipl.-Pflegewissenschaftler Martin Siefers

Ein ehrlicher und konstruktiver Umgang mit diesem Thema ist längst überfällig. In der Zukunft wird die kurative Medizin immer mehr an ihre Grenzen stoßen. Das Interesse an chronisch erkrankten, insbesondere hochbetagten und demenziellen beeinträchtigten Menschen, die in der Regel unter verschiedenen Begleit- und Folgeerkrankungen leiden, ist bei vielen Ärzten (…auch Hausärzten…) doch eher begrenzt oder bestenfalls verloren gegangen. Die Gesundheits- und Krankenpflege, die sich zu Recht von ärztlicher Einflussnahme zu emanzipieren versucht, leistet bereits heute ihren Beitrag und ist sich auch für die Zukunft ihrer Verantwortung bewusst. Hier gilt es, lieber Herr Lederer, nicht zu “klauen”, sondern zu kooperieren und neue Aufgabenfelder zuzuschneiden – denn was nutzt der Kittel, wenn es derselbe bleibt? ¿ Im Sinne einer besseren Versorgung Betroffener wird es nur gemeinsam gelingen!

#4 |
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Dr. med. Jens Freiburg
Dr. med. Jens Freiburg

Ein Studienkollege von mir verdient in Klagenfurt/Österreich als normaler Arzt in einer dortigen Klinik mit 32!!! Std. Woche 16.800 Euro brutto monatlich.
Er hatte vor 5 Jahren in D einen schlechten Abschluss mit dem er in D keine Stelle bekam.
Ich werde demnächst auch nach ÖSterreich gehen. Denn was ich hier z.Z. in D verdiene ist gerade mal 3600 brutto mit mind. 70-80 Std. Woche.

#3 |
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Die Aerzte in Deu sind schlecht behandelt,überbelastet und schlecht bezahlt, keiner will mehr in Deu arbeiten- wenn man 100-500km geht- bekommt man 3-5x ,ehr Geld und wenig Arbeit.

#2 |
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Dr.Dr. Peter Ehrl
Dr.Dr. Peter Ehrl

Aus einer ähnlichen Lage entstand ja das noch geltende Heilpraktikergesetz. Endlich wieder ein vernünftiger Einsatz für die Heilpraktiker :)

#1 |
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