Depression: FDA checkt Ketamin

4. Oktober 2016
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Die FDA prüft derzeit im Fast-Track-Verfahren, ob Ketamin zur Behandlung von Depressionen zugelassen werden kann. Mehrere Studien zeigten eine Wirksamkeit – insbesondere bei Patienten, die auf herkömmliche Therapien nicht ansprachen.

Wie Janssen Pharmaceutical im August bekannt gab, prüft die US-Amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA derzeit in einem beschleunigten Verfahren, ob Ketamin offiziell zur Behandlung von Depressionen zugelassen werden kann. In Studien konnte Ketamin bei einigen Patienten – darunter auch therapieresistente Fälle – Depressionen binnen weniger Stunden lindern. Mit einer Zulassung stünde Psychiatern nun eine völlig neue Therapieoption zur Behandlung der Major Depression zur Verfügung.

Ketamin – geschätzt und verrufen

Als Wirkstoff ist Ketamin eigentlich ein alter Hut: Bereits 1962 erstmals synthetisiert, erhielt es in den USA 1970 die Zulassung der FDA zur Anwendung am Menschen. Ärzte der US-Armee schätzten das Mittel besonders während des Vietnam Kriegs wegen seiner guten analgetischen und sedierenden Wirkung. Seither gehört es auf der ganzen Welt zu den Standardmedikamenten in der Notfallmedizin und auch in der Tiermedizin ist es als Bestandteil von Injektionsnarkosen nicht mehr wegzudenken. Wegen seiner dissoziativen Eigenschaften und halluzinogener Nebenwirkungen ist Ketamin jedoch auch als Rauschmittel, mitunter auch als „Vergewaltigungsdroge“, in Verruf geraten.

Mensch Depression

Menschen mit Depressionen benötigen rasche Hilfe

Schon seit einigen Jahren beschäftigen sich internationale Forscher mit der Frage, ob Ketamin sich auch zur Behandlung von Depressionen eignen könnte. So zeigte eine kleine, randomisierte US-Studie bereits 2006 bei therapierefraktären Depressions-Patienten eine stimmungsaufhellende Wirkung binnen weniger Stunden nach einer einzigen Injektion des Wirkstoffs und sorgte damals für Aufsehen. Seither folgten zahlreiche weitere Studien zur Wirkung von Ketamin bei Depressiven.

Vor allem die rasche Linderung der Symptome macht das Narkotikum für den potenziellen Einsatz gegen Depressionen so attraktiv, denn die meisten zur Verfügung stehenden Antidepressiva entfalten ihre Wirkung erst nach Wochen – zu lange, meint Roland Duman; Psychiater an der amerikanischen Yale School of Medicine. „Ketamin hat hier großes Potenzial, es könnte die Behandlung der Depression revolutionieren, besonders bei selbstmordgefährdeten Patienten, die können nicht so lange warten.”, lautet die Einschätzung Dumans. Das Suizidrisiko gilt besonders in den ersten neun Tage der Therapie als hoch.

Schlüssel zum Erfolg: Wirkmechanismus von Ketamin

Bevor Ketamin als mögliche Behandlungsalternative bei Depressionen einsetzbar wird, müssen Forschern jedoch noch mehr über seine Wirkweise im Gehirn herausfinden. „Wir wissen nicht genau wie es wirkt“, sagt Dr. Julie Coffman von der Abteilung für Internistik und Palliativmedizin des OHIO Health Riverside Methodist Hospital. Mit einer tieferen Kenntnis über den Wirkmechanismus ließen sich jedoch eventuell abgewandelte Moleküle synthetisieren, bei denen Nebenwirkungen wie Halluzinationen und auch die Suchtproblematik entfielen.

Bisher glaubten Forscher, dass Ketamin die NMDA-Rezeptoren im Gehirn blockiert, was aber genau die antidepressive Wirkung auslöst, wussten sie nicht. Nun ist man einen Schritt weiter, denn im Mai dieses Jahres lieferte eine in Nature publizierte Untersuchung der School of Medicine der Universität in Baltimore, Maryland, neue Erkenntnisse. Die Wissenschaftler entdeckten in Experimenten mit Mäusen, dass nicht Ketamin selbst, sondern sein Metabolit (2R,6R)-Hydroxynorketamin die antidepressive Wirkung hervorruft. Auch stellten sie fest, dass die Blockierung des AMPA-Rezeptors – und nicht wie bisher angenommen des NMDA-Rezeptors – dafür verantwortlich war. Vielversprechend an der Untersuchung war auch, dass die Tiere weder in ihrer Sinneswahrnehmung beeinträchtigt schienen, noch Hinweise auf ein Suchtverhalten zeigten.

Auch Wissenschaftler der Berliner Charité suchen aktuell nach einer Möglichkeit wie Ketamin eingesetzt werden könnte, ohne größere Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen. Studienleiter Prof. Dr. Malek Bajbouj etwa setzt auf einen neuen Applikationsweg: „Ab Juni hoffen wir, eine deutschlandweite Studie starten zu können, bei der erstmals ein Ketamin-Nasenspray zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird“, so der Leiter des Centrums für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie der Charité.

USA wollen schnell handeln

Hierzulande verfolgen Wissenschaftler den Ketamineinsatz gegen Depressionen zwar mit Enthusiasmus, eine euphorische Stimmung in Erwartung auf ein neues Wundermittel herrscht hingegen nicht. Auch Christoph Turck, der seit Jahren als Leiter am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München zu Ketamin forscht, sieht die Chancen für eine Zulassung von Ketamin nüchtern: „Es bedarf noch an mehr Forschungsergebnissen, welche uns die Wirkung und Gefahren von Ketamin besser zu verstehen helfen.“ Eine Behandlung gegen Depressionen mit Ketamin zu etablieren, könnte seiner Ansicht nach noch mindestens fünf bis sieben Jahre dauern.

In den USA hingegen will man schnell handeln. Derzeit arbeitet Janssen an klinischen Untersuchungen für zwei Indikationen von Ketamin: Eine bei therapieresistenten Depressionen, eine weitere bei Depressionen mit Selbstmordgedanken. Ergebnisse der Phase III Studien will das Unternehmen für die erste Indikation bis 2018 präsentieren und bei der FDA einreichen. Bedeutend ist dabei vor allem der rasche Wirkungseintritt von Ketamin im Gegensatz zu anderen Antidepressiva.

Der medizinische Leiter der Ketaminforschung bei Janssen, Psychiater Dr. David Hough, unterstreicht die Notwenigkeit des Wirkstoffs mit Zahlen: „Über 41.000 Menschen sterben jedes Jahr durch Selbstmord in den USA“, so Hough, das seien mehr Menschen als jährlich an Brustkrebs sterben. Und die Selbstmordrate steige an.

86 Wertungen (4.65 ø)
Medizin, Psychiatrie

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41 Kommentare:

Gast
Gast

Gast Nr. 5, kann Ihnen nur zustimmen. Sicherlich gibt es einige extreme Notfälle, für die es im 1. Augenblick ein Bedarf von einem schnellwirkenden Medikament Bedarf, aber Änderung des bisherigen Lebenswegs u. des umliegenden Umfelds sind oft genauso wichtig!

#41 |
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Gast
Gast

Zitatanfang
“Dass Depression eine Verschiebung von Neurotransmittern sei, die man durch AD ausgleichen könne, das stimmt mit Sicherheit nicht. Das würde heute auch ein informierter Kollege auch nicht mehr so sehen. Aber das wurde mit sekundären Interessen auch von den Firmen so verbreitet. Da gabs Broschüren an die Ärzte und auch Patientenbroschüren, in denen das in dieser Weise, wie Sie es gerade formuliert haben, dargestellt wurde.”

Warum aber war die Mär vom Serotonin dann so erfolgreich?

Tom Bschor erklärt:

“Das ist das Ergebnis von Marketing. Das ist eine Kampagne aus den 90er Jahren der pharmazeutischen Industrie, die genau dieses simplifizierende, unzutreffende Modell primär auch unter die Ärzte gebracht hat. Die ärztliche Weiterbildung wurde und wird immer noch in großen Teilen von der Industrie durchgeführt. Die Meinungsbildner sind im großen Umfang finanziell verknüpft mit der Industrie, haben Beraterverträge, bekommen Honorare, bekommen Symposien bezahlt. Und keiner dieser Kollegen würde sagen, ich bin dadurch beeinflusst. Und doch ist es so.”
Zitatende

http://www.deutschlandradiokultur.de/antidepressiva-und-ihre-wirksamkeit-tabletten-gegen-die.976.de.html?dram:article_id=367696

#40 |
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Apotheker Lutz Mothes
Apotheker Lutz Mothes

Lutz Mothes, Apotheker
eigene Untersuchungen vor ca. 10 Jahren haben gezeigt, daß Ketamin auch oral resorbiert wird. Nicht nur ein Nasenspray wäre denkbar sondern auch eine orale Form wie z.Bsp. eine Tablette.
10.10.2016

#39 |
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K.Klein
K.Klein

#15 Hier von glorreichen Chancen zur Änderung des Lebenskurses zu sprechen, klingt aber ein wenig so, als hätte der Traumatisierte vorher etwas falsch gemacht….und somit doch irgendwie bafatellisierend….

Niemand hat von “glorreichen Chancenzur Änderung des Lebenskurses” etc. geschrieben. Also das sind nicht meine Worte.

Traumatisierte sind niemals schuld an einem Trauma und ich wundere mich, dass Sie das aus meinen Worten herauslesen?

Dennoch kann, aber natürlich nicht in jedem Fall, ein Trauma bewältigt werden. Das hängt von den Ressourcen des Traumatisierten, dem Trauma oder den Traumata an sich, dem richtigen Hilfsangebot bzw. der Kombination an Hilfsmöglichkeiten und den helfenden Personen (der unterschiedlichen Professionen) bzw. aus dem direkten Umfeld ab. Und wenn die Persönlichkeit eines Traumatisierten gebrochen wurde, dann gibt es sehr wahrscheinlich sehr wenig Hoffnung auf Heilung.
Mit Schuldzuweisung an einen Betroffenen hat das überhaupt nichts zu tun.

Heilung eines Traumas oder einer Depression würde ich dennoch nicht als abwegig betrachten. Es ist meistens jedoch ein langer und schwerer Weg, jedoch nicht unmöglich.

Auch wenn es erst einmal so scheinen mag, dass der Betroffene fast keine Ressourcen in sich hat, weil das Nervensystem dermaßen entgleitet ist, so können Medikamente durchaus eine neue Ressource darstellen. Und mit Beruhigung des Nervensystems und einer geeigneten Threrapie mit geeigneten Therapeuten werden weitere Ressourcen geschaffen. Und dann wird sich zeigen, ob sich Heilung einstellen kann.

Ich sehe in meiner hier dargelegten Haltung einen sehr großen Unterschied zur Idee von glorreichen Heilungschancen, die ich nicht verfolge.

#38 |
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#36 ich verstehe ihre Frage nicht.
Ich habe Ihre Antwort #26 auf meinen Post #2 gesehen,
Bei dem der letzte Satz “am Morgen ein Joint… ” natürlich ironisch gemeint war.
Weil Psychiatern meist nichts einfällt außer Drogen aller Art (z.B, Ketamin) zu verabreichen anstatt nach der Ursache zu suchen.
In Post 31 habe ich dargelegt was ich für richtig halte.

#37 |
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Gast
Gast

# 31 : Sollte das etwa eine adäquate Antwort sein ?

#36 |
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Gast-SB
Gast-SB

Mir ist jedoch vollkommen klar dass, falls eine andere Stoffwechselstörung im Gehirn vorliegt, diese keinesfalls weder mit Leinöl noch mit Vitamin D wirksam therapiert werden kann!
Sondern natürlich gegebenfalls mit Pschopharmaka und/oder Psychotherapie

#35 |
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Gast-SB
Gast-SB

Als jahrzehnetelang von Depressionen Betroffene kann man über manche Kommentare nur den Kopf schütteln.
Dass Depression eine Erkrankung ist, die sowohl Körper als auch Geist betrifft, muß denke ich, wohl nicht mehr wirklich diskutiert werden.
Deshalb macht es Sinn beides zu theraperieren. Da bei mir eine familiäre Vorbelastung bestand (mehrere Familienmitglieder litten an schweren Depressionen) war ich, weil ich sowohl die manchmal begrentzten Wirkungen, als auch die Nebenwirkungen von Physopharmaka kannte, nicht bereit diese einzunehmen.
Als Ernährungsewissenschaftlerin bin in dann auf die Wirkung von Vitamin D und Eicosapentaensäure in Leinöl gestoßen.
Ich hatte Vitamin D Mangel, diesen mit Tabletten behoben und nehme zusätzlich täglich 2 “gehäufte” Esslöffel Leinöl.
Seitdem bin ich frei von Depressionen und Panikattacken. Ich hatte jahrelang Therapie, die mir sehr gut geholfen hat weiter zu arbeiten und mit der Erkrankung zu leben.
Wirklich behoben hat die Erkrankung das Leinöl. Der Gehirnstoffwechsel beinflußt eben das Denken und umgekehrt.
Es ist übrigens preiswert und hat keine Nebenwirkungen!

#34 |
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@gästin
Das mit dem Cannabis das war ein Witz.

Zu EKT:
Ich habe ausser Psychologie auch Elektrotechnik studiert.

Ihr Satz
” Zweitens entspricht die angewendete Stromstärke kaum der einer Schweineschlachtung, sonder eher der eines cerebralen Krampfanfalles…”

zeigt, dass sie nicht den Hauch einer Ahnung haben was bei einem EKT passiert.

Beim EKT wird von Aussen eine Spannung angelegt, und es wird wird u.a. ein cerebraler Krampfanfall erzeugt. Die sonstigen Wirkungen haben aber mit einem cerebralem Krampfanfall überhaupt nichts zu tun, sonder eher damit dass dabei Substanz zerstört wird.

Vergleichen sie einmal die Spannung und die Stromstärke

http://shop.freund.eu/media/wysiwyg/pdf/BA_STUN-E514_web.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokrampftherapie#Geschichte

ob ihnen da was auffällt.

Die Aufsetzpunkte am Kopf sind übrigens die gleichen.
Das Bild dazu erspare ich Ihnen.

Und natürlich gibt es Menschen die lieber Drogen nehmen als Ihr Leben zu ordnen.

#33 |
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Gästin
Gästin

Also ehrlich Herr Bischoff, ich kann Ihnen nicht mehr folgen. Einerseits wird jede Art von pharmakologischer Therapie von Ihnen abgelehnt und verunglimpft. Von Dauertherapie halten Sie schon mal gar nichts obwohl Sie selbst einräumen müssen dass einige psychisch kranke Patienten durchaus gerne freiwillig ihre Medis einnehmen, weil sie die Erfahrung gemacht haben dass es ihnen hilft. Dabei ist die einzige Medikamentengruppe die sie immer wieder aufzählen die SSRI, (nur nebenbei, es gibt auch noch andere und man kann die eben nicht alle über einen Kamm ziehen…) Ketamin ist natürlich auch ihrer Ansicht nach auch völlig ungeeignet, … als Argument führen Sie einen Wikipediaartikel auf… ist Ihnen klar dass in den meisten Fällen die mögliche halluzinogene Nebenwirkung von Ketamin an den Patienten vorübergeht weil sie schlafen? Die meisten berichten hinterher auch nicht über Träume, lesen Sie sich doch einmal statt einem Wiki-Artikel Literatur für Anästhesie und Notfallmedizin durch (Studien, Lehrbücher, Patientenberichte)

Andererseits empfehlen Sie selbst wenn ich Sie richtig verstanden habe allgemein eine pharmakologische Therapie: CANNABIS. Das soll Ihrer Meinung nach ein universell einsetzbares Mittel zur Behandlung von Depressionen sein? Ist Ihnen klar das das auch eine pharmakologische Therapie ist? Ist Ihnen klar das man eine Therapie niemals ohne individuelle Beratung empfehlen sollte? Ist ihnen klar dass die psychische Dämpfung durch Cannabis bei manchen depressiven Beschwerden wie Antriebsmangel und unverhältnismäßige Müdigkeit äusserst kontraproduktiv wäre?

Zum Thema EKT haben sie wohl auch ein paar falsche Quellen zurate gezogen, selbst ich als Internistin weiss, dass es erstens heute kaum mehr Kliniken gibt, die diese Methode anwenden (vermutlich weil Leute die die falschen Hollywood-Horror-Filme gesehen haben oder Literatur aus dem 19. Jahrhundert für aktuell halten solchen Unsinn verbreiten) und deshalb die Patienten die diese Therapie bei sich durchführen lassen möchten oft erst durch die halbe BRD reisen müssen. Zweitens entspricht die angewendete Stromstärke kaum der einer Schweineschlachtung, sonder eher der eines cerebralen Krampfanfalles und die Patienten sind hinterher auch nicht dümmer als vorher (Mich würde interessieren ob Sie im wahren Leben auch den Mut haben solche unsinnigen Gemeinheiten von sich zu geben, also fragen Sie doch einmal einen Epileptiker ob ihn seine Dummheit glücklich macht… )

#32 |
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#26 Gast

Bevor ich Psychologie studiert habe, war habe ich in der Elektrotechnik gearbeitet.

Dort habe ich gelernt, wenn ein System nicht funktioniert.
1. Fehler suchen.
2. Fehler beheben.

und nicht das Teil an die Wand werfen oder irgendwas rein schütten, in der Hoffnung dass es danach wieder funktioniert.
wie es die Psychiatrie teilweise macht.

Ich bin schon lange der Meinung, dass es im Gehirn Regelkreise gibt, deren Störung zu psychischen Erkrankungen führt und es keinerlei Sinn macht in diesen herumzupfuschen in dem diese Blockiert oder Daueröffnet was man durch die Dauergabe von Psychopharmaka macht. Wobei ich nicht behaupte, dass manche Psychopharmaka, auch Haldol, als Notfallmedikament nicht ein Segen sind.

In einem Artikel der FAZ

konnte ich dann nachlesen, dass es das National Institut of Mental Health der USA ähnlich sieht.
Zitatanfang:
„Unsere Forscher studieren nicht länger Menschen mit dem Symptom Angst“, heißt es auf der Instituts-Website, „sie erforschen vielmehr den neuronalen Angst-Regelkreis.“

Das Gehirn ist in Netzwerken organisiert,

Ist eine der Untereinheiten oder auch nur die Verbindung in dem Regelkreis gestört, führt das zu ganz bestimmten Symptomen.

Zitatende

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/psychiatrie/schizophrenie-die-unverstandene-krankheit-13775766.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Ich kann diesem Artikel nur zustimmen.

#31 |
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@ Michael Mészár

Zur EKT
Die gleiche Spannung und der gleiche Stromstärke wie bei der Schweineschlachtung. Ich hab das mal durch recherchiert.
Ich würde sogar behaupten die gleichen Geräte.
Natürlich kann man jemand Teile des Gehirns wegbrutzeln, bis er nichts mehr merkt. Dummheit ist immer glücklich.

#30 |
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#2 Daumen runter.
Alle denen das nicht gefällt was ich geschrieben habe
hier der Link dazu.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ketamin

Die Wahnwahrnehmung zeigt, wie neutrale Wahrnehmungen durch Vorstellungsinhalte überlagert werden. Statt die Wahrnehmung so stehen zu lassen, wie sie ist, werden Vermutungen und subjektive Deutungen hinein­interpretiert. Resultat sind privatistische Weltbilder, deren Struktur von den Ängsten und Wünschen des Ego bestimmt wird.

#29 |
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@gast #24
selbst angebautes Cannabis kostet garnichts.

#28 |
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@Gästin #6
Das Unvermögen der meisten Psychiater eine Ursache zu finden, ist noch lange nicht der Beweis dass es keine Ursache gibt.
Wenn man nur einen Hammer hat ist jedes Problem ein Nagel.

#27 |
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Gast
Gast

#2 : Herr Bischoff, Sie wollen doch wohl nicht ( außerkörperliche Erfahrungen ) die andere Welt ( Jenseits, Paradies ) dem schnöden Mammon psychotherapeutischer Praxen – gleichwohl semi-angesehen – opfern ? :-)

#26 |
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Gast
Gast

#23 und #24. Das sind mal verständliche Argumente pro Ketamin. Ich stehe den gängigen Psychopharmaka genau aus diesen Gründen kritisch gegenüber Wie Sie es erklärt haben, beseitigt dann auch meine Resentiments wegen etwaiger Beteiligung der Pharmaindustrie. Also hätte Ketamin noch vor gängigen SSRI und NRSSI zur Behandlung von Depression zugelassen werden sollen und der Einsatz wurde lediglich lange aus Lobbyismus unterdrückt.
Wenn Ketamin in seiner Wirkweise für Depression -egal ob nur Depression oder reaktive Depression, denn in beiden Fällen kann je nach Schweregrad ein “reset” nötig sein- so wie beschrieben wirkt und keine Abhängigkeit entsteht, ist es definitiv einen Versuch in Ergänzung zu anderen Therapien oder als Einzelgabe im Krisenfall wert und sollte dann für die Indikation Depression auch freigegeben werden.

#25 |
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Gast
Gast

Nachtrag:

Eine einmalige Ketaminbehandlung kostet 5 Cent und kann bereits helfen.

Ein Monat SSRI kostet 80€. Behandlungsdauer und Behandlungserfolg ungewiss.

Die Pharmakonzerne haben kein Interesse an der Zulassung von Ketamin, weil sie damit pro Patient auf 10 Jahre gerechnet 9600€ – 0,05€ = 9599,95€ weniger Umsatz machen können.

Pharmakologische Studien werden nicht von wohltätigen Vereinen finanziert.

#24 |
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Gast
Gast

Ketamin funktioniert!
Einnahme – 15 Minuten Wirkung – Reset – eine Woche Erholung, fertig und das Leben geht weiter! Basta!

SSRI sind dagegen reines Gift!
Die Einnahme wirkt erst nach Wochen, wenn überhaupt. Das Ausschleichen ist ein Entzug über Monate. Eigentlich sind SSRI eine “Zwangsfixierung” via Pille inklusive Persönlichkeitsveränderung. SSRI eignen sich zur Zwangs-Libido-Senkung von Sexualstraftätern und widersprechen der Natur des Menschen.

SSRI überteuern unser Versicherungssystem.
Die Pharma macht die Patienten “abhängig” und dabei Riesengewinne.

#23 |
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Gast
Gast

@Frida Stern:

Deutschland ist mitnichten “Schlusslicht” in der Behandlung weder von Depressionen noch Schmerzen wie sie behaupten.

Gehen Sie doch mal nach GB oder in die USA…

Dass es Länder auch besser machen können steht außer Zweifel, aber diese pauschale Verunglimpfung womöglich verzerrt durch ihre eigenen, sicher bedauerlichen! negativen Erfahrungen ist nicht objektiv und fair.

Im Übrigen ist die “Depression” auch keine neue oder moderne Erkrankung sondern schon seit Jahrtausenden bekannt und war womöglich auch eine Art evolutiver Vorteil in mancher Situation. (Draufgänger riskieren mehr).

Was nicht heißen soll, man müsse diese hinnehmen und sollte nicht alles erdenklich versuchen um die im individuellen Falle negativ bewerte Emotionslage zu bessern.

Kollegiale Grüße

#22 |
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Gästin
Gästin

@ Gast Nr.5 bzw. 11: Zunächst einmal ist die Einteilung in “endogene” und “exogene” Depression längst veraltet, zweitens haben Sie auch hier etwas falsch verstanden: Depressionen welche von Stoffwechselstörungen (wie z.B. Hypothyreose oder Eisenmangel) herrühren werden ebenfalls zu den “exogenen” Depressionen gerechnet (vermutlich deshalb weil das betroffene Organ ausserhalb des Entstehungsortes “echter” Depressionen liegt, das ist das Gehirn.)
Man darf nicht verwechseln wann eine Depression eine Erkrankung ist (das was ich hier der Einfachheit halber ganz frech als “echte” Depression bezeichne) und wann die Depression “nur” ein Symptom für etwas anderes ist (Eisenmangel, Mobbing, Armut, unverhältnismäßige Trauerreaktion, Trauma, usw. ) Das meinte ich mit 2 Paar Schuhen.

Was Ketamin angeht: ich glaube kaum das die “böse” Pharmaindustrie oder sonst jemand ein Vermögen damit verdienen wird: es ist seit vielen Jahren zugelassen, man bekommt es für einen Spottpreis hinterhergeschmissen, und selbst wenn es nun teurer werden sollte, es ist eine kurzfristige Intervalltherapie mit nur wenigen Anwendungen, eine Dauereinnahme ist nicht vorgesehen, also wird auch niemand davon reich.

Wenn es also Menschen die sonst alles versucht haben hilft, wieso nicht?

#21 |
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noch ein Fehkler ist dem tippenden Finger unterlaufen: halluzinogene Wirkung.

#20 |
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statt “sensorischen Synapsen” muss es natürlich heißen: “Synapsen-Potentiale”.

#19 |
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Die Depression ist das erste Symptom von nicht abgebauten sensorischen Synapsen; danach folgen “Nihilismus”, “Aggression” und “Eigen-Aggression” (Suizid). Es handelt sich also um eine Enzym-Schwäche beim Öffnen der Vesikel für die Neurotransmitter. Alle vertretbaren Substanzen, welche vikariierend die Vesikel öffnen, verändern nicht die Rezeptoren (wie z. B. Myrrhe, Weihrauch u. a.). Werden die Rezeptoren durch Substanzen unempfindlich für die eigenen Enzyme, so entsteht eine zwanghafte Sucht nach den Substanzen. Ketamin scheint aber auch die Synapsen der hemmenden Neurone im kortikalen Bewusstseinszentrum des Unterbewusstseins zu tangieren, wodurch eine holuzinogene Wirkung resultiert. Damit ist nichts gegen den einmaligen Gebrauch einzuwenden, doch chronisch-depressive Patienten sind hierfür sicher nicht geeignet. Mit freundlichem kollegialen Gruß!

#18 |
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Gast
Gast

Ich hoffe sie meinten nicht mich. Ich hatte vor ihnen kommentiert. Mit anderen Therapien meinte ich sicher nicht EKT. Solche Methoden haben Horrorfilm Charakter.
“Wenn es hilft”, da stimme ich im Kontext mit Ketamin voll zu……aber bitte auch hier unter Beachtung der Gefahren….sich alle Seiten beim Einsatz von harten Drogen/Medikation anzusehen ist doch nicht ignorant.
Sofern als “Nebenwirkung” Abhängigkeit entsteht, dann bitte nicht den Patienten stigmatisieren oder die Erkrankung verantwortlich machen.
Das passiert leider auch öfter als man denkt und führt dann wieder zu Kurzschlussreaktionen und Depression. Ein Teufelskreis.

#17 |
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bis jetzt habe ich mich nur mal durch die Kommentare gelesen und bin wirklich geschafft – auch von der geballten Ignoranz, die fachkundiege Menschen offenbaren.
Einige wenige äußern immerhin eine “wenn es hilft, …” – Haltung.
Wissen alle diese Schreiber, daß derzeit als ultima ratio, nach Scheitern anderer sowohl pharmako- wie verhaltenstherapeutischer Ansätze EKT (Elektrokrampftherapie) durchgeführt (und nicht selten von Patienten eingefordert) wird, deren Wirkung nun niemand detailliert kennt. Aber man braucht dazu eine kurze Narkose und vollständige medikamentöse Relaxation. Was könnte man dann einwenden gegen eine kurze subnarkotische Ketamingabe ohne Relaxation, die möglicherweise schon ausreichend wäre ?

#16 |
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Gast
Gast

Forschung nach Medikamenten wurde von mir nicht als durchweg schlecht bezeichnet #12#Chemie Gegner.
Die Forschung finde ich lediglich zu einseitig, wenn ich etwas über Depression lese dreht es sich in letzter Zeit ständig um reine Medikamentforschung. Jeder neu entdeckte Stoff wird erstmal als DAS Heilmittel gegen Depression gehypt…nun das Ketamin…….aber wie sie selbst sagen sind die Ursachen und der individuell optimalste Behandlungsweg einer Depression vielschichtig…..von den Nebenwirkungen vieler Medikamente mal ganz zu schweigen.
Um genau zu sein wurde von #6 nur der Tod von Verwandten als angemessen Depressiv im Kontext einer Belastungsreaktion erachtet. Tatsächlich sind es aber ja wie sie völlig zurecht feststellen, alle.
Hier von glorreichen Chancen zur Änderung des Lebenskurses zu sprechen, klingt aber ein wenig so, als hätte der Traumatisierte vorher etwas falsch gemacht….und somit doch irgendwie bafatellisierend.
Natürlich, es ist immer gut sein Schicksal als Chance zu begreifen. Es ist aber in der knallharten Realität doch eher so, das die aufgezwungene, meist negative Veränderung durch das Erlebnis, neben allen zusätzlichen körperlichen Reaktionen, meist nur durch Anpassung bewältigt wird…..und dazu gehört dann eben, das man aus der Not eine Tugend macht und sich mit ändert. Es kann auch ein Medikament angezeigt sein, und desto wirksamer, desto besser. Manchmal unterdrückt man damit aber auch nur Symptome statt Wege zu finden mit ihnen umzugehen und sie vor allem erstmal zu akzeptieren. Richtig. Jeder will immer seine Depression schnellstmöglich loswerden, weil es furchtbar ist. Aber auch weil einem von der Umwelt viel suggeriert wird das man besser bald wieder “normal” zu funktionieren hätte…..oder weil einem -und das ist der Punkt den ich machen wollte- zusätzlich zur Erkrankung, wegen der Stigmatisierung und fehlenden gesellschaftlichenAkzeptanz und Unterstützung, viele Nachteile erwachsen. Besonders auch wirtschaftlicher Art. Das wiederrum macht auch depressiv. Also wieder ne Pille damit man wieder “funktioniert”. Klar schafft das dann oft auch Lebensqualität…..wenn es aber trotz aller Bemühungen nicht gelingt negativs in der Umwelt zu verändern nützt auch die Änderung im Hirn durch Drogen nichts.
Ich will nur auf die 2 Seiten der Medaille aufmerksam machen.

Natürlich, im Bewältigungsprozess entdeckt man sich gern neu, sucht sich andere Hobbies, zieht um, reist oder schafft sich ein Haustier an. Die Chance ist aber auch allen physischen Krankheiten und selbst Situationen wie Verlust des Arbeitsplatzes immanent. Nicht nur der Diagnose Depression oder PTBS.

#10…..das die Suizidraten steigen beziehen sie nur darauf das in der Psychiatrie kein Ketamin verwendet wird? Das hab ich nicht ganz verstanden. Ich stimme zu. Das Thema Depression wird gern negiert, die Betroffenen bleiben oft ohne Hilfe und trotz Einnahme von Medikamenten geht es ihnen nicht besser
….sie nehmen sich schlimmstenfalls das Leben.
Liegt das aber nicht eher daran, dass diese befremdliche (lebensfremde) These , auch unter Psychiatern, kursiert, Depression hätte keine greifbare Ursache? So wie #6 das behauptet?
Ist das der Grund warum man sie nur im Hirn, nicht aber in der Seele sucht? Oder ist nicht viel eher die wissenschaftliche Gegenthese verantwortlich, nämlich das es keine Seele gibt und alle Ursachen biologisch begründet sind……..
Wenn ein Apell erfolgen sollte dann der endlich Körper/Seele und seine Umwelt als sich wechselseitig beeinflussendes Biotop zu betrachten und in all seinen Erscheinungsformen ernst zu nehmen und nicht zu stigmatisieren.

Für mich gibt es eine materielle und eine immaterielle Welt. Letzterer ist die Seele zuzuschreiben. Diese kann jedoch genauso verletzt/traumatisiert werden wie der Körper…..und zwar sowohl durch körperliche, als auch psychische Gewalt. Das erzeugt in den allermeisten Fällen sowohl eine Belastungsreaktion als auch Depression. Die Traurigkeit die völlig ohne kausale Ursache da ist, wird von guten Psychologen eher als Neurose denn als Depression identifiziert. Und selbst eine Neurose hat eine Ursache.

Ich bezweifle also nicht das Ketamin in einigen Fällen hilft und begrüße auch die Forschung hierzu. Mein Apell and Politik und Forschung ist dennoch auch andere Therapiemethoden, sowie deren Kostendeckung durch Krankenkassen, nicht zu vernachlässigen.

#15 |
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Christine Hoffmann
Christine Hoffmann

A propos “Bevor Ketamin bei Depressionen einsetzbar wird, müsste noch der Wirkmechanismus gefunden werden” – bei der Lithiumtherapie ist die Wirkweise bis heute noch ungewiss.
Wenn es den Betroffenen hilft und sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten, sollte ihnen eine Therapie mit Ketamin ermöglicht werden.

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Gast #3 Ich stimme Ihnen aus vollem Herzen zu. Deutschland ist nicht nur bei der Depression Schlusslicht, sondern auch bei anderen Bereichen, wie z.B. der Schmerztherapie oder etwa der palliativen Betreuung. Und was die Effizienz des Gesundheitswesen insgesamt betrifft, so gäbe es genügend gute Vorbilder im Ausland.

#13 |
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K.Klein
K.Klein

Es ist eine so vielschichtige Erkrankung, die Depression.
Ursachenforschung, Ursachenbekämpfung (wenn überhaupt möglich, wie in den anderen beiträgen schon erwähnt), medikamentöse Einstellung mit all den Nebenwirklungen, die vom Patienten ebenfalls in Kauf genommen werden müssen, und diese manchmal noch “einen drauf setzen”. Der Leidensweg ist enorm und manchmal enorm lang, bis sich die richtige Kombination aus Medikation, Therapie und TherapeutIn findet. Und tatsächlich, für die Chemie-Gegner: Eine waschechte Depression ist ohne Medikation häufig gar nicht therapiefähig im Sinne einer Psychotherapie /Körpertherapie/ Verhaltenstherapie / Traumatherapie usw. Jede weiterführende Möglichkeit darf deshalb dankbar aufgenommen werden und ich verstehe die Suche nach geeigneten Medikamenten nicht als einen einfachen oder kurzen Weg zur Heilung, sondern als Ermöglichung oder Ergänzung einer ganzheitlichen Therapie.
# 6
Danke, das Sie Belastungsreaktionen als angemessen depressiv bezeichnen. Sie schaffen zwar erheblichen Leidensdruck und niemamd will diese haben. Und gleichzeitig – so meine persönliche Haltung – können sie auch wichtig für eine Neuorientierung im Leben sein, ohne sie bagatellisieren zu wollen.

#12 |
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Gast
Gast

Ergänzend:
Zu sagen das es für Depression pauschal keine erkennbare Ursache gibt ist der Bullshit den ich seit langem gehört habe.

Es gibt erstmal 2 Formen der Depression: endogen und exogen

Die endogene Depression wird durch organische Erkrankungen und der damit verbundenen Stoffwechselstörung verursacht wie z. Bsp. bei Schilddrüsen Erkrankungen oder Krebs.

Eine Depression exogener Ursache kann durchaus ganz klar eine Ursache haben……die meisten Menschen, die sich bereitwillig einer Psychotherapie unterziehen und aktiv mitarbeiten kommen dem Übel irgendwann auf die Spur. Depression ist oft auch unterdrückte Aggression, die sich dann in Apathie äußert. Deshalb ist es auch oft ein wirksamer TherapieAnsatz den Patienten in Aktivität zu bringen, und ihm behilflich zu sein die gestaute psychische negative Energie -meist ursächlich durch negative und nicht förderliche Umstände- für sich gewinnbringend und kreativ um bzw. einzusetzen.
Je nachdem wie tief die seelische Verletzung geht oder ob sie durch Verletzungen über einen langen Zeitraum anhielten und erst sehr viel später behandelt werden konnten, kann die Depression chronisch werden.
Ja, ein glückliches, förderliche Leben und eine wertschätzende, gewaltfreie Umgebung kann das unter Umständen auch nicht mehr vollständig reparieren.
Ohne das, wird es jedoch keine Pille der Welt geben, die in der Lage sein wird allein durch die Blockade irgendwelcher Rezeptoren im Gehirn Depressionen zu heilen.

#11 |
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Gast
Gast

Ketamin ist der Wirkstoff, der in der Psychiatrie genau fehlt. Suizidale Gedanken kommen bei schweren Depressionen ohne Absicht des Erkrankten. Sobald der Erkrankte nicht abgelenkt ist, kommen diese Gedanken ganz automatisch. Die Gedanken lassen sich nicht argumentativ abschalten. Die Gedanken sind für den Depressiven die letzte Lösung die Depression und die grausamen Symptome zu beenden. Der Depressive möchte im Suizid nicht sein Leben beenden sondern seine Depression, die nicht mehr erträglich ist. Das ist ein unbeschreibliches hartes und einsames Ringen eines jeden Erkrankten, der an diesem Punkt angekommen ist.

Mein Apell an Politik und Forschung ist, auch in Deutschland den Zulassungsprozess beschleunigt durchzuführen und für die erforderliche Forschung mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Zahl der Suizide ist in Deutschland doppelt so hoch wie die Zahl der Verkehrstoten.
10.000 Suizide jährlich, die Mehrzahl durch Depressionen bedingt! Das Thema ist ein Tabu. Doe Erkrankten sterben verlassen und in völliger Einsamkeit. Die Zahlen sind einfach schockierend.

Politik und Forschung taten in der Vergangenheit zu wenig.

Jetzt ist die Chance!

#10 |
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Gast
Gast

Korrektur : “Sicht/Forschung” und “Durchsage”

#9 |
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Gast
Gast

Wer hier was nicht verstanden hat, lasse ich an dieser Stelle gerne mal offen….
Hier sind offenbar ein paar sehr aggressive Pharmavertreter unterwegs.
Sie kennen mich doch gar nicht. Vielleicht weiß ich durchaus aus leidvoller persönlicher Erfahrung was Depression ist – in all ihren Ausprägungsstufen. Vielleicht habe ich selbst genug Erfahrungen mit Psychopharmaka, Psychotherapie und Einsatz von Hormonen, Botenstoffen und ähnlichem. Von rosarot kann hier keine Rede sein. Die Behauptung das sei zu schwierig, da könne man nichts dran ändern…..klar……aus der Sicht einer Person die am Medikamentenverkauf verdient ist meine Aussage natürlich unbequem. Statt den Personen aktiv zu helfen, und ja, auch gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen, ist es da doch viel einfacher und wirtschaftlicher -für den Verkäufer- ne Pille aufzuschreiben.
Von Traumata und wodurch diese, abgesehen vom Tod eines Angehörigen was wie sie sagen traurig aber ganz normal
ist, sonst noch entstehen und das in Folge sprich als Symptom natürlich auch schwerste Depression auftreten kann
…damit kennt sich Gast Nr. 5 offenbar überhaupt nicht aus. Aber Hauptsache die Kommentare und Meinungen der anderen ZUM THEMA angreifen.

Psychopharmaka sind sicher nicht durchweg schlecht und ihr Einsatz manchmal notwendig und hilfreich.
Gerade die Forschung zur Depression entbehrt meiner Ansicht nach dennoch gravierend einer ganzheitlichen Sichtung Forschung. Ich finde sie zu einseitig auf die medikamentöse Behandlung ausgelegt.
Ende der Durchsatz.

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@Gast #5: “..einfach die Ursachen der Traurigkeit im echten Leben zu beseitigen..” – Das klingt wunderschön, ist aber leider oft sehr realitätsfern. Zunächst einmal müssen die auslösenden Ursachen gefunden werden und “einfach” sind diese dann oft nicht zu beseitigen. Und selbst, wenn das gelingt, wird ein tief in einer Depression gefangener Mensch nicht “stante pede” genesen. Der Medikamenteneinsatz ist bisweilen absolut notwendig (und aus Patientensicht ein Segen), um einen Patienten überhaupt erst in einen therapiefägigen Zustand zu bringen.
Natürlich ist es immer besser, ohne “Chemie” zu heilen. Aber eine Major Depression ist eine derart vernichtende Krankheit, dass Ihr in der Theorie sicher sehr rosig klingender Vorschlag, die Welt zu verbessern, in der Praxis schwerlich umsetzbar ist. Und was ist z.B. wenn der Verlust geliebter Meschen eine Depression befördert? Da lässt sich die Welt durch “Ursachenbekämpfung” für den Betroffenen nicht “lebenswerter” machen.

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Gästin
Gästin

@Gast Nr.5: Sie haben die Krankheit nicht verstanden. Genau das ist doch der Punkt bei einer echten Depression! Sie hat keine erkennbare adäquate Ursache für die unverhältnismäßige Traurigkeit die die Betroffenen empfinden! Bei den sogenannten “Depressionen” die von entsprechenden Lebensumständen herrühren handelt es sich zumeist um eine Belastungs-, Burnout- oder Trauerreaktion (welche manchmal mit depressiven Episoden einhergehen können), solchen Menschen die Diagnose Depression zu verpassen wird weder den wahrlich Depressiven, noch denen mit einer Belastungsreaktion gerecht, das sind einfach 2 verschiedene Paar Schuhe. Niemand würde eine Ketamintherapie bei jemandem versuchen der sich nach dem Verlust eines Angehörigen oder als Reaktion auf ein Trauma “angemessen depressiv” verhält, das steht diesen Menschen nämlich für eine gewisse Zeit und in gewissem Ausmaß auch zu, da muss man dann auf andere Weise unterstützen.

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Gast
Gast

Sorry….med. Forschung in allen Ehren…..aber anstatt ständig nach neuen Wegen zu suchen die natürliche Gehirnchemie eines Menschen zu manipulieren, zu blockieren etc…….wäre es da nicht besser einfach die Ursachen der Traurigkeit im echten Leben zu beseitigen? Also für gute lebenswerte Lebensbedingungen zu sorgen, und dem Menschen ein Leben zu ermöglichen, das ihn glücklich macht? Könnte mehr und besser helfen als jedes Medikament der Welt ;-)

#5 |
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Interessanter Ansatz. Im Rettungsdienst wird Ketamin S tagtäglich verwendet und gilt als sicher und zuverlässig. Zumindest habe ich bisher nur positive Erfahrungen damit. Aber die Indikation für das Medikament ist sehr eng.
Es ist durchaus erfolgversprechend, neue Anwendungsgebiete erschließen zu können. Berichten Sie gern wieder, wenn es Neues zur Zulassung gibt.

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Gast
Gast

Es ist eine Schande, wie schwach die Grundlagen- und klinische Forschung der Depression in Deutschland betrieben wird. Es gibt nur wenige Erkrankungen wie die Depression, die ein so großes Leid bei den Patienten verursacht. Derzeit verfügbare Antidepressiva wirken erst nach 4-6 Wochen. Das ist so, als würde man einem Unfallopfer mit abgerissenem Arm sagen: Ich gebe Ihnen jetzt ein Schmerzmittel, das in 4-6 Wochen wirkt!

Dass gerade Deutschlands Psychologen und Psychiater teilweise noch irgendwelchen Freud-Lehren mit Psychoanaylse hinterherhängen, ist nicht mehr zeitgemäß und wird auch nicht der Tatsache gerecht, dass die schwere Depression eine neurobiologische Erkrankung ist.

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In niedrigen Dosierungen induziert Ketamin eine Verzerrung des Raum- und Zeitempfindens, Pseudohalluzinationen sowie milde dissoziative Effekte. Ketaminkonsumenten gaben an, dass die besonders erwünschten Effekte in einer „Verschmelzung mit der Umgebung“ (‘melting into the surroundings’), visuellen Halluzinationen, außerkörperlichen Erfahrungen und Albernheit bestanden. Die psychoaktiven Effekte, welche mit der Rauschwirkung von Ketamin einhergehen (Derealisation, Depersonalisation, auditive sowie visuelle Halluzinationen, ungewöhnliche Gedankeninhalte, Euphorie, verstärkte Farbwahrnehmung, Verlust des Zeitgefühls sowie neuartige Körperempfindungen) wurden im Allgemeinen als positiv eingestu

chronischer Gebrauch verursacht allerdings erhebliche Beeinträchtigungen des Kurz- und Langzeitgedächtnisses; ob diese reversibel sind, ist noch offen

Am Morgen ein Joint und der Tag ist dein Freund.

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Frank Czichos
Frank Czichos

Ketamin is the best

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