OP-Saal: Chirurgen droht Totalüberwachung

5. Oktober 2016
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Sollte man Ärzte beim Operieren filmen? In den USA gibt es dafür nun ein Gesetzesvorhaben. Patientenschützer hoffen, dass sich dadurch Behandlungsfehler später eindeutig belegen lassen. Chirurgen erwidern: Überwachung führe zu Stress – und Stress zu Fehlern.

Der Patient hatte sich nichts Böses dabei gedacht, als er kurz vor der Darmspiegelung die Aufnahmetaste seines Handy drückte. Er hatte nur die Anweisungen, die die Ärzte ihm für die Nachsorge gaben, aufzeichnen wollen. Versehentlich ließ er die Rekordfunktion laufen – und traute seinen Ohren kaum, als er nach dem Eingriff sein Handy abhörte. Während der Mann bewusstlos vor ihnen lag, hatten die Ärzte ihn grob verspottet, ihn einen Deppen genannt und sich über einen Ausschlag an seinem Penis lustig gemacht.

Während der OP sagte die Anästhesistin über den narkotisierten Patienten, dass sie ihn beim Vorgespräch am liebsten ins Gesicht geschlagen hätte. Das Handy zeichnete außerdem auf, wie die Ärzte dem Mann „aus Spaß‟ die falsche Diagnose Hämorrhoiden in den Bericht schrieben. Vor Gericht wurden die Anästhesistin und ihre Praxis zu einer Zahlung von 500.000 Dollar verurteilt. Doch für amerikanische Patientenschützer ist der Fall, der sich im US-Bundesstaat Virginia ereignete, damit noch nicht erledigt. Sie fordern bereits seit Jahren eine Kameraüberwachung für den OP. Durch den neuen Skandal fühlen sie sich bestätigt.

Patientenschützer fordern Black Box

Für die Einführung einer „Black Box‟ für den OP, die Audio und Videoaufnahmen fertigt, setzt sich in Amerika unter anderem die National Organization for Medical Malpractice Victims ein, eine Vereinigung von Opfern medizinischer Behandlungsfehler. Gegründet wurde diese von Wade Ayer, dessen Schwester 2003 nach einer Brustvergrößerung an einer Überdosis Propofol verstarb.

Die Organisation kann bereits erste Erfolge verbuchen: So wurde in Wisconsin bereits im Juni eine Gesetzesinitiative vorgebracht, die Kameraaufnahmen im OP verpflichtend machen will – wenn Patienten sie wünschen. „Julie Ayer Rubenzer Law‟ wird der Entwurf auch genannt, nach Wade Ayers verstorbener Schwester.

Durch eine Kameraüberwachung des OP ließen sich Behandlungsfehler später eindeutig belegen, so die Hoffnung der Patientenschützer. Sie könne außerdem Vorfällen wie in Virginia vorbeugen, sagte eine der Politikerinnen, die die Gesetzesinitiatve eingebracht hat, laut Washington Post. Sie könne aber auch den Ärzten helfen, sich gegen unbegründete Patientenklagen zu wehren.

Ein Fehler pro 100 Behandlungen

Behandlungsfehler gibt es auch in deutschen Krankenhäusern. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen schätzte in einer Erhebung von 2007, dass es bei einer von 100 Krankenhausbehandlungen zu Fehlern kommt, und in einem von 1.000 Behandlungen zu Todesfällen, die auf einen Fehler bei der Behandlung zurückgehen. Bei etwa 19 Millionen Krankenhausbehandlungen pro Jahr entspricht das 190.000 Fehlern und 19.000 Todesfällen. Von diesen Zahlen geht auch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) aus. Könnte eine Kameraobservation die Sicherheit zumindest im OP erhöhen? Was halten deutsche Patientenschützer von der amerikanischen Initiative?

Überwachung verhindert Fehler nicht

Frank Lepold ist der Leiter der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Patientenschutzbundes. Er findet: „Das wäre sicher kein schlechtes Mittel zur Dokumentation, wenn es um die Beweislage geht, und könnte in Zweifelsfällen zur Aufklärung beitragen.‟ Andererseits könne er verstehen, dass sich Ärzte nicht permanent observiert fühlen wollen. Lepold glaubt auch nicht, dass eine lückenlose Kameraüberwachung im OP die Sicherheit der Patienten erhöhen würde. Schließlich seien Behandlungsfehler ja nicht dem Mangel an Überwachung, sondern zum Beispiel der verheerenden Personalnot auf vielen Stationen geschuldet: „Je mehr das Personal unter Stress steht, desto größer ist die Gefahr, dass Fehler passieren.‟

Zudem führten Fallpauschalen oder Bonusverträge für Ärzte dazu, dass oft unnötig operiert wird – und Patienten damit überflüssigerweise Risiken ausgesetzt werden. Und immer noch gebe es Hygieneprobleme in deutschen Krankenhäusern, die zu Infektionen mit resistenten Keimen führen. Um die Patientensicherheit zu erhöhen, setzt sich der Deutsche Patientenschutzbund daher für andere Maßnahmen ein, zum Beispiel für einen verbindlichen Personalschlüssel für jede Abteilung im Krankenhaus, oder eben ein verbessertes Hygienemanagement und die Verbesserung der Kommunikation zwischen Arzt und Patienten bei Sprachproblemen.

Das Gefühl der permamenten Beobachtung

Und wie sehen deutsche Chirurgen die amerikanische Initiative? Claus-Dieter Heidecke ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Qualität und Sicherheit und Versorgungsforschung (CAQS-V) der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). „Die Idee finde ich nicht so wahnsinnig gut‟, sagt Heidecke. Nicht etwa weil „die Chirurgen etwas zu verbergen hätten.‟ Aber die Sicherheit würde dadurch nicht erhöht. Im Gegenteil, wenn Ärzte sich permanent beobachtet fühlten, könne das dazu führen, dass diese aus Angst vor Fehlern zu einer unerwünschten Art der „Sicherheitsmedizin‟ tendieren und zum Beispiel unnötig viele Röntgenaufnahmen fertigten, sagt Heidecke. Und das sei schließlich nicht im Interesse der Patienten. Um die Qualität zu überwachen gebe es bereits sinnvollere Instrumente, wie etwa das Critical Incident Reporting Systeme (CIRS). Und wer ein schlechter Chirurg sei, werde durch eine Kameraobservation „sicher nicht besser.‟

Ärztefehler sind schwer zu beweisen

Etwas anders sieht Sandra Leßmann das ganze. Die Anwältin ist Mitglied der auf Medizinrecht spezialisierten Kanzlei Gellner und Collegen. Sie vertritt Patienten, die durch Behandlungsfehler geschädigt wurden. „Eine Videoüberwachung im OP wäre natürlich von Vorteil für die Patienten‟, sagt sie. Denn oft sei es schwierig, ein Fehlverhalten der Ärzte bei einer Operation nachzuweisen: „In einem gerichtlichen Verfahren haben wir nur die OP-Berichte zur Verfügung.‟ Die seien mal länger, mal kürzer. „Meistens eher kürzer‟, so Leßmann.

Anhand der Dokumentation muss ein Gutachter dann entscheiden – keine leicht Aufgabe anhand von ein paar Notizen. Noch dazu werden diese nicht von unabhängiger Seite erstellt. Leßmann wurde in einem Verfahren auch schon eine Dokumentation vorgelegt, die bewusst gefälscht worden war. „Hätte man aber ein Video der OP zur Verfügung, ließe sich hingegen nachvollziehen, ob wirklich alle Handgriffe richtig erfolgt sind: Für die Beurteilung von Fehlverhalten wäre das ein riesiger Vorteil‟, sagt Anwältin Leßmann.

So besteht also aktuell schon eine Dokumentationspflicht der Vorgänge im OP. Die Art und Weise, wie dieser nachgekommen wird, kann es Patienten aber schwer bis unmöglich machen, Fehler nachzuweisen. Sie stehen in der Beweisschuld und haben wenig, worauf sie sich stützen können. Das kann man unfair finden, denn die Geschädigten sollten zumindest ihr Recht auf Schmerzensgeld und Schadensersatz geltend machen können.

Ob die Kamera auch vorbeugend die Sicherheit erhöhen kann, indem sie zum Beispiel die Aufmerksamkeit steigert oder nicht, ist dann im Grunde unerheblich. Mit einer Kamera im OP würden Patienten ein Instrument in die Hand bekommen, das tatsächlich benötigt wird: Denn leider, so Leßmanns Erfahrung, geben die Ärzte vor Gericht ein Fehlverhalten praktisch nie zu. Andernfalls, so die Juristin, müssten sie Probleme mit ihrer Haftpflichtversicherung fürchten.

Einige Mediziner argumentieren auch, dass Kameraobservationen ohnehin schon bei einigen Eingriffen üblich sind. Doch mit einer Verpflichtung, wie sie Patientenschützer fordern, ist das nicht gleichzusetzen. Bei ihnen im Herzkatheterlabor, erzählte ein befreundeter Kardiologe Leßmann, werde zum Beispiel gefilmt. Immer dann jedoch, wenn es bei einer Untersuchung „brenzlig werde‟, so sagte der Arzt, schalte man als erstes die Kamera aus.

44 Wertungen (4.45 ø)

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33 Kommentare:

Gast
Gast

Dass eine Anwältin für Medizinrecht gerne die Überwachung möchte, ist klar: Diese Zunft scharrt schon mit den Hufen, wenn sich neue Geschäftsfelder bieten…

#33 |
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Sandra Düvel-McKeever
Sandra Düvel-McKeever

Kameras im OP? Finde ich ein gute Idee, nachdem auch Kameras in Autowerkstätten, Schulzimmern, Anwaltskanzleien, Steuerkanzleien, Dash-Cams in Autos mit automatischer Strafzettelfunktion und Kameras über den Kontobewegungen von Politikern Pflicht werden.
Dann macht doch wenigstens keiner mehr einen Fehler und jeder freut sich über die Bedingungen seiner Tätigkeit..

#32 |
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Gast
Gast

Spannende Diskussion. Warum hat man soviel Angst vor Transparenz??? Fehler passieren und sollen helfen zukünftige Fehler zu vermeiden. Bei Spitzensportler werden z.B. die Bewegungsabläufe aufgezeichnet um sie ggf. auszuwerten und Abläufe zu vebessern. Ich glaube dass die Haftpflichtversicherer die dikutierte BlackBox fordern werden. Ohne BlackBox steigt der Versicherungsbeitrag. Oder der Kunde bevorzugt Kliniken wo gefilmt wird. Dann entscheidet der Markt über überleben oder sterben.

#31 |
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Gast X
Gast X

Ganz Recht: ein derartig gemeines und abwertendes Verhalten gegenüber Patienten ist einfach das Letzte. Solchen Kollegen verdanken wir es dass die Kluft zwischen Patienten und Ärzten immer tiefer wird. Kein Wunder dass Patienten wie Gast Nummer 28 das Vertrauen in uns verloren geht.

Ich zitiere mal frei Dr. Cox aus Scrubs: “Ärzte sind heutzutage nicht weiter als wandelnde Kunstfehlerprozesse mit einem Diplom an der Wand und einer Zielscheibe auf dem Rücken”

Erschwerend kommt hinzu dass es sich nicht nur im Bereich der operativen Medizin (OP, Endoskopie, invasive Diagnostik usw.) um eine höchst anspruchsvolle Tätigkeit handelt. Selbst wenn man nicht leichtsinnig, schlampig oder gar grob fahrlässig handelt, sondern gewissenhaft, gründlich und fachlich korrekt arbeitet passieren trotzdem Fehler… die meisten davon sind harmlos oder betreffen oft nur den Papierkram oder werden schnell erkannt und korrigiert bevor sie ein Problem verursachen, aber manchmal entstehen auch Komplikationen daraus und was dann? Was wenn wir Ärzte in Zukunft auch für diese Fehler denen kein absichtliches oder leichtfertiges Fehlverhalten vorausging voll haftbar gemacht und an die Wand gestellt werden? Wer kann und will dann überhaupt noch Arzt sein? Niemand dürfte mehr seine Approbation behalten…

Wenn wir wollen dass uns unsere Patienten irgendwann wieder ein kleines bisschen Resprekt und Vertrauen entgegen bringen, dann dürfen wir uns selbst nicht zu respektlosem Verhalten hinreissen lassen (auch wenn uns Angehörige und Patienten noch so viele Gemeinheiten an den Kopf werfen…). Ausserdem ist gnadenlose Ehrlichkeit wichtig und das Kernstück davon ist die Risikoaufklärung: wenn eine junge Frau bei einer Brustimplantation verstirbt ist das zwar tragisch, aber ganz besonders bei solchen Eingriffen bei denen die Indikation derart fragwürdig ist muss vorab eine volle Risikoaufklärung bis zum Tod stattfinden! Jede Vollnarkose kann tödlich enden! Dass das Risiko für Zwischenfälle in den letzten Jahrzehnten durch viel harte Arbeit und eine Unzahl an Sicherheitsbestimmungen durch die Anästhesie so wunderbar gesenkt werden konnte soll nicht darüber hinwegtäuschen dass immer etwas schiefgehen kann.

Alle Beteiligten wünschen sich die Medizin könne so automatisiert und reguliert werden dass jedes Restrisiko ausgelöscht wird, aber das wird nie passieren! Man muss sich damit abfinden, aber darf gleichzeitig nie seine Vorsicht, Wachsamkeit und Gründlichkeit reduzieren. Ob Überwachung das auch unterstützt, wer weiss… in jedem Fall wäre es besser sich freiwillig dazu zu entschließen, ein Überwachungszwang wäre vermutlich eher kontraproduktiv.

#30 |
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Ärztin

Das im Text beschriebene Team hat eine menschliche und nicht eine fachliche Verfehlung begangen. Überwachung und bildliche Dokumentation von Operationen/Interventionen ist in vielen Bereichen bereits üblich. Bis hin zur Echtzeit-Übertragung von Operationen mit Ton zu Lehrzwecken.
Despektierliches Verhalten gegenüber Patienten aber auch Mitarbeitern / Kollegen disqualifiziert für den ärztlichen Beruf. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Auch der allgegenwärtige Stress darf nicht als Rechtfertigung angebracht werden. Im Team sollte solches Verhalten gegenseitig kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert werden.

#29 |
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Gast
Gast

“Doch es darf das Vertrauen des Patienten zum Arzt, durch zu viel Kontrolle, nicht gestört werden.” Soll das ein Witz sein ? Welches Vertrauen ? Ein Ärzte-Team das nicht bereit ist, sich bei seiner beruflichen Tätigkeit zu dokumentieren, wenn ich bewußtlos auf dem OP-Tisch liege, hat mein Vertrauen weder verdient noch wird es das bekommen! Das Vertrauen beruht im Grunde auf einem Vorurteil, das sogenannte “Urvertrauen” wurde uns im Laufe unserer Entwicklung längst genommen!

#28 |
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Phil
Phil

Wann werden denn einmal die Gerichtsprozesse gefilmt und zur Überwachung und Kontrolle ins Netz gestellt, damit jeder prüfen kann, ob sich die Richter und Anwälte korrekt verhalten haben?

#27 |
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Kamera eher nein, Black Box kann man drüber nachdenken, denn es würde die Disziplin im Op.-Saal sicher verbessern und kann, wenn nötig, zum Beweis herangezogen werden. Denn leider, wie hier u.a. belegt ist der Umgang mit dem narkotisierten Patienten nicht immer fair ! Wir müssen uns nur so verhalten wie wir auch behandelt werden wollen, oder wir nicht möchten das man mit uns umgeht, wenn wir nichts hören. Doch es darf das Vertrauen des Patienten zum Arzt, durch zu viel Kontrolle, nicht gestört werden.
Dr. Anne Steinbeck-Klose Allgemeinmed. Berlin

#26 |
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Gast
Gast

Sie sind auf dem richtigen Weg. Weiter so.

#25 |
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Gast
Gast

Hallo,
Danke für Diesen Beitrag im Newsletter, denn es zeigt und wie dieses Beispiel überaus deutlich macht, in welcher Situation der Betroffene Patient eigentlich ist.
Klar und deutlich gesagt – hilflos und ” BEWUSTLOS ” und was mit ihm noch alles
geschehen kann, nämlich: als Folge von ? zuviel ? Narkose abgekriegt zu haben und einer Reihe von bleibenden Dauerschäden auf der Basis von neurologischen Auswirkungsbasis. Dies genau ist mir leider passiert und ich weiß nicht ob eine Ärztekommision hieraus etwas positives erkennt und auch anerkennt.

#24 |
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Student der Humanmedizin

Eine stationäre Kamera würde nicht auffallen, so dass kein zusätzlicher Stress entstände.
Gut zu arbeiten ist selbstverständlich und das man seinen Stress nicht im OP abläßt (egal, ob an dem Patienten oder den Kollegen) ist eigentlich auch selbstverständlich!!! Wenn manche durch die Kamera diszipliniert werden, ist dagegen nichts auszusetzen!

#23 |
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Dr. med. Gabriele Schmidt-Dorn
Dr. med. Gabriele Schmidt-Dorn

Es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist man bestens ausgebildet, weiss was man kann und akzeptiert auch Videoaufzeichnungen und auf der anderen Seite hat diese Art der “Überwachung” einen faden Beigeschmack. Man fühlt sich so kontrolliert.

#22 |
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Dr. Frank Reider
Dr. Frank Reider

Wenn wir Ärzte unter solchen Bedingungen weiter operieren würden ist dem Berufsstand nicht mehr zu helfen. Andere verteidigen ihre Menschenrechte, wenn es um Überwachung ihrer Person geht. Selbst die Patientenplattformen wie Jameda, bei denen sich Patienten anonym über Ärzte äussern können, sind aus rechtlicher Sicht mehr als zweifelhaft.

#21 |
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Da wird dann so werden wie mit den Geburtshelfern in den USA: der Nächste 1000 mil weit weg

#20 |
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Student der Humanmedizin

Wäre denn ein Kompromissvorschlag mit Bild, aber ohne Ton-Aufnahme für die hier Diskutierenden in Ordnung? Dann hätte man die Handgriffe dokumentiert, könnte aber trotzdem stressablassende Kommentare (#14) bringen. Ich denke auch, dass Durchleuchtungsvideos und auch die minimalinvasiven Aufnahmen ohne Ton aufgenommen werden.

#19 |
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Gast
Gast

Angesichts der vielen Fehler und Schlampereien die ich in Ops erlebt habe, ist eine permanente Video- und Gesprächsüberwachung längst überfällig. Die wenigsten waren auf Stress oder Übermüdung zurück zu führen, sondern einfach nur auf Schlamperei und/oder Inkompetenz.

#18 |
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Lächerlich,oder gute Idee??? Dann wird eventuell erschreckend deutlich, dass es keine qualitativ hochwertige Vorbilder mehr gibt, die adäquat Wissen vermitteln können. Schlimm,aber ich bin über 30 Jahre in diesem System zu Hause. Aber die ganze Misere hat mit Frau Ulla Schmidt angefangen. Kennt die eigentlich noch jemand?? Aber ihr hohen Würdenträger,fahrt die Kiste ruhig an die Wand

#17 |
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Monika
Monika

Ich als minimal-invasiver Chirurg nehme bereits alle meine Operationen auf. Ich habe nichts zu verbergen und die rountinemässige Dokumentation aller Eingriffe schützt mich vor falschen Anschuldigungen. Wie auch Piloten haben wir eine grosse Verantwortung und sollten uns offen den höchsten Sicherheitsstandards stellen. Eine breitflächige Datenerhebung ermöglicht zudem auch noch viele zukunftsträchtige Bereicherungen auf unserem Gebiet wie z.B. Data Analytics, was zur Optimierung von Entscheidungen, Training und vielen anderen Bereichen genutzt werden kann.

#16 |
  3
Gast
Gast

Hier kann ich mich nur Herrn Dr. Deg und Frau Dr. Sim anschließen. Oder wie ein Schlangenmelker mit vier fehlenden Fingern mal im TV sagte:“ Man kann nicht jeden Moment seines ganzen Lebens 100% perfekt sein“. Welcher der jüngeren Kollegen wird sich noch anlernen lassen, wenn bereits die Anwesenheit eines Chefarztes ihn zum Schwitzen und Zittern bringt? Wie wirkt das in einem Film? Wie wird es in einem Prozeß rüberkommen, wenn eine Person (Student, Assistent) im Op. umkippt und es danach zu einer Komplikation kommt? Selbst wenn er gar nicht am Tisch stand? Eine unerfahrene Schwester ein falsches Instrument anreicht? Der Operateur den Anästhesisten anfährt, weil der Patient anfängt, sich zu bewegen? Mit welchen Augen werden Eltern die Operationen ihrer Kinder verfolgen und was werden sie alles hinterfragen? Was wird man auch bei einem routineeingriff erklären und rechtfertigen müssen? In brenzligen Situationen möchte ich mich nur noch auf die Operation konzentrieren, und nicht, ob ich dabei möglichst fotogen rüberkomme.

#15 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Ich habe bei meiner früheren Op-Helfer-Tätigkeit den Eindruck gewonnen, dass sarkastische, nicht dokumentationsfähige Kommentare des Chirurgen, für ihn und auch für die Helfer dem Stressabbau dienten.

#14 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter wolfsaisle

Ich wünsche ihnen viel Erfolg beim Suchen der Blackbox im Südchinesischen Meer NACH dem Absturz ihrer Maschine.

#13 |
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Wolfaisle
Wolfaisle

Für die hier so ablehnend reagierenden Ärzte stehen am Flughafen demnächst separate Einstiegstreppen in einen eigenen Flieger ohne Blackbox und Voicerecorder bereit.
Wir wollen doch nicht, dass diese Damen und Herren von unnötig gestressten Piloten geflogen werden!

#12 |
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Als interventionell tätiger Neuroradiologe habe ich, wie sehr viele Kollegen, schon seit vielen Jahren alle Durchleuchtungsvideos aufgezeichnet. Als Gutachter kann man auch auf solche objektiven Dokumente zugreifen und sogar feststellen, wenn das Material manipuliert wurde. Das entspricht also der Video Dokumentation analog zu dem, was die Hände des Chirurgen machen. In den Kommentaren wurden zahlreiche Ursachen für Fehler genannt, die weit schlimmer sind und auch häufiger vorkommen, als manuelle Fehler. Ich würde das also aus eigener Erfahrung nicht so dramatisch sehen wollen. Wenn was passieren sollte, dann gibt es wenigstens klare Verhältnisse.

#11 |
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Dr Jutta Deg
Dr Jutta Deg

Vielleicht sollten wir endlich einmal lernen, dass wir keine 100% Sicherheit generieren können.
Führen wir ähnliches dann auch in Küchen und Metzgereien ein, um die Hygienbedingungen zu kontrollieren?
Anstatt die Fehlerkultur zu verändern wird noch mehr überwacht.
50% meiner Zeit verbringe ich damit zu belegen, dass ich nicht als böser Wolf geboren wurde.
Es gibt auch so etwas wie ein Persönlichkeitsrecht für Dienstleister.
Wie lange sollen denn die Filmchen archiviert werden? Ich denke in allen Bereichen ist genug Datensammlung betrieben worden.
Und daher kann ich Herrn Dr Simm nur zustimmen. Für mich wäre spätestens dieser Schritt das Ende eines ehemals von Zuwendung und Vertrauen geprägten Berufsstandes. Aber die zukünftigen Op-Roboter stören die Filmaufnahmen sicher nicht.
Ich hoffe noch immer, dass es weiter Menschen sein werdem, mit all ihren Fehlern und dem damit verbundenen Lebensrisiko, die in Zukunft unser Gesundheitssystem ausfüllen und dass wir wieder an unserer Gesprächskultur und nicht an unserer Überwachungskultur arbeiten.

#10 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

Ich weiß zwar nicht was eine Russenkamera ist, aber ich habe prinzipiell nichts gegen eine Kamera, die eine (Un-)Schuldbeweisführung ermöglicht, speziell wenn Leib und Leben bedroht werden.

#9 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

sehr lustig, jetzt hat die visuelle Dokumentation gleich 2 mal zugeschlagen, wo bleiben da die Nettikette. : )

#8 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

Herr Dr Hans-Peter Simm, an Ihrer Äußerung erfährt man die wahre Gesinnung “Totale Überwachung”, wie wäre es mit “Gegenseitiger Rückversicherung”, schließlich könnten auch Sie Nutznießer der Dokumentation sein. Nicht nur wenn Sie bewußtlos auf einem OP-Tisch liegen, sondern wenn Sie sich ungerechtfertigten Anschuldigungen zu erwehren haben.

#7 |
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Ach ja! Die Russenkameras im Auto sollen nicht zugelassen werden zur Beweissicherung im Straßenverkehr! Aber im Op soll die Kamera zur Beweissicherung zugelassen werden. Ist doch zweierlei Maß. Wenn im Op, dann auch im Straßenverkehr eine zugelassene Überwachung durch Kameras.

#6 |
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Gast
Gast

Ich denke es ist ein hervorragendes Instrument solche herabsetzenden demütigenden Kommentare ud Handlungen vorzubeugen – und als zusätzlichen Benefit eine Absicherung für Patienten als auch die Ärzte – denn wenn Ärzte ihrem Eid gemäß handeln was haben sie zu befürchten ?! Fehler passieren – das ist menschlich doch sich ohne Respekt einem hilflos ausgelieferten Patienten nicht. Ein Arzt der seine Approbation zurückgibt wenn diese Art der Dokumentation eingeführt wird hat ggf eine andere Motivation als den Patienten auf dem Heilungswege zu helfen !

#5 |
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Dr.med, Dr.rer.nat. Hans-Peter Simm
Dr.med, Dr.rer.nat. Hans-Peter Simm

Dr.Simm
Sollte diese Vorgehensweise in Deutschland je eingeführt werden, dürfte sich dann niemand wundern wenn in kurzer Zeit OP-Termine Monate Wartezeit haben; weil wir kein Chirurgen mehr haben die diese totale Überwachung bereit sind mitzumachen ! Es könnte unüberschaubare negative Auswirkungen haben. Ich selbst würde mich einem solchen System nicht anschließen!

#4 |
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Eine OP auf diese Weise zu dokumentieren halte ich für eine gute Idee. Gerichte wollen halt Beweise sehen, wenn sich jemand schlecht behandelt fühlt. Und – wir alle sind jedermann, oder etwa nicht.
Opberichte könnten freilich entfallen.

#3 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

Das würde ich sehr begrüßen Frau Dr Deg! Es wird mit Sicherheit nicht, oder vermutlich nur unwesentlich zu einer Reduktion von Behandlungsfehlern führen, es seit denn, es sind weit mehr als befürchtet schwarze Schafe im weißen oder grünen Kittel unterwegs. Allerdings wäre die Beweisführung wesentlich erleichtert und diejenigen, die unter einem Behandlungsfehler (sei er vorsätzlich, grobfahrlässig oder fahrlässig) zu leiden haben, wäre das unsäglich Leiden in einer folgenden juristischen Auseinandersetzung teilweise erspart. Ich fordere schon seit langem auch die visuelle Dokumentation von zahnärztlichen Eingriffen. Eine Video Dokumentation würde mit Sicherheit nicht zu erhöhtem Stress bei Chirugen oder sonstigen Ärzten führen, dies ist eine lächerliche Schutzbehauptung. Wer bei Behandlungen die das Wohl oder Leben eines Menschen “bedrohen” keinen Stress erfährt, ist vermutlich im falschen OP-Saal. Nach Einführung würde dieser minimal Stress mit absoluter Sicherheit innerhalb kürzer Zeit verschwinden, wenn sich diese Methode etabliert hat.

#2 |
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Dr Jutta Deg
Dr Jutta Deg

Sollte das jemals in Europa Thema werden, gebe ich meine Approbation gerne zurück und arbeite im “freien” Gesundheitssektor, in dem nicht einmal die Ausbildung geregelt ist….

#1 |
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