Gräserpollen: Allergie-Impfstoff bekämpft Hepatitis

22. September 2016
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Bei der Therapie mit dem neuartigen Impfstoff BM32 gegen Gräserpollen-Allergien kommt man mit weniger Injektionen und Nebenwirkungen aus. Darüber hinaus könnte der Wirkstoff auch die Infektion mit Hepatitis B verhindern, legt eine Studie nahe.

Die Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus ist weltweit immer noch eines der größten Gesundheitsprobleme, bei rund 350 Millionen Menschen ist das Virus im Blut nachweisbar. Aber rund fünf bis zehn Prozent der Menschen, die mit einem konventionellen Impfstoff geimpft wurden, bauen keinen ausreichenden Antikörper-Titer auf.

Laut einer Studie darf nun Hoffnung auf BM32 gesetzt werden: Der Impfstoff, der bei Gräserpollen-Allergie eingesetzt wird, soll auch gegen den HPV-Virus schützen. Der Wirkstoff basiert auf einer innovativen, rekombinanten Peptid-Carrier-Technologie. Diese macht – im Vergleich mit anderen Immuntherapien für Allergiker – erheblich weniger Injektionen notwendig und hat auch geringere Nebenwirkungen.

Die rekombinante Peptid-Carrier-Technologie wurde am Christian Doppler Labor für Allergieforschung unter der Leitung von Rudolf Valenta an der MedUni Wien entwickelt. BM32 ist eine gemeinsame Entwicklung mit dem Unternehmenspartner Biomay AG, für den Valenta auch als Berater tätig ist.

Impfstoff BM32: Zwei auf einen Streich?

Nun hat Carolin Cornelius in ihrer Dissertation am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien im Rahmen einer Phase IIb-Studie herausgefunden, dass BM32 auch eine vielversprechende Behandlungsoption gegen die Infektion von Hepatitis B-Viren darstellt. Cornelius: „Es konnte gezeigt werden, dass eine Impfung mit BM32 bei Personen, die sich vorab keiner Immunisierung mit einem konventionellen Hepatitis-B-Impfstoff unterzogen haben, im Durchschnitt eine 80-prozentige Hemmung der Hepatitis B-Virus-Infektion bewirkt hat.“ Das lässt den Schluss zu, so die MedUni Wien-Forscherin, dass das Konzept der Peptid-Carrier-Fusionsproteine auch ein denkbarer Ansatz zur Weiterentwicklung der Hepatitis-B-Impfung sein könnte.

Keine wirksamen Antikörper bei bis zu 10 % der konventionell Geimpften

Cornelius: „Derzeit laufende Untersuchungen sollen zu einer umfassenden Charakterisierung der HBV-Neutralisationsfähigkeit des BM32 beitragen. Neben einer Präventivwirkung könnte möglicherweise auch ein zusätzlicher Nutzen für Patienten entstehen, die an einer chronischen Hepatitis B-Virusinfektion erkrankt sind.“

„Man muss damit davon ausgehen, dass diese Personen nicht vor einer Infektion geschützt sind.“ 
Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien
Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie, kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und Immunologie. Das vorliegende Paper fällt in die Themenbereiche des Clusters für Immunologie.

Originalpublikation:

Immunotherapy with the preS-based grass pollen allergy vaccine BM32 induces antibody responses protecting against hepatitis B infection.
C. Cornelius et al.; EBioMedicine; doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.ebiom.2016.07.023; 2016

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Forschung, Medizin

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1 Kommentar:

Flüchtiger Leser
Flüchtiger Leser

“Der Impfstoff, der bei Gräserpollen-Allergie eingesetzt wird, soll auch gegen den #HPV#-Virus schützen. ”
HPV oder HBV??

“Man muss damit davon ausgehen, dass diese Personen nicht vor einer Infektion geschützt sind.” Wer sagt das?

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