E-Health: German Angst

30. September 2016
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Deutschland schneidet beim „Future Health Index“ überraschend schlecht ab. In der Studie wurden Daten zur elektronischen Gesundheitsversorgung und -vernetzung in 13 Ländern ausgewertet. Die Reihenfolge der Platzierungen überrascht.

E-Health oder Electronic Health wird in Zukunft in der Medizin eine immer größere Rolle spielen. Sie steht für den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen – etwa zur Prävention, Diagnostik und Behandlung oder zur Verwaltung von Gesundheitsdaten. Beispiele gibt es viele: Etwa die Telemedizin, bei der räumlich entfernte Ärzte bei Diagnostik und Therapie zusammenarbeiten können, die elektronische Patientenakte, das Datentracking mit tragbaren Geräten und Gesundheits-Apps oder die Internetmedizin, bei der die persönliche Beratung, Diagnostik oder das Monitoring von Patienten über das Internet stattfindet.

Nun hat sich ein neuer Forschungsbericht mit der Frage beschäftigt, wie gut es um den Zugang zum Gesundheitssystem, vernetzte Gesundheitstechnologien und die so genannte „integrierte Gesundheitsversorgung“ in verschiedenen Ländern der Welt bestellt ist. Der Bericht namens „Future Health Index“ (FHI) wurde von der Firma Philips in Auftrag gegeben. Er soll Experten im Gesundheitssystem und Entscheidungsträger dazu anregen, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie vernetzte Gesundheitstechnologien zu einer besseren Gesundheitsversorung beitragen können.

Deutschland schneidet bei Vernetzung schlecht ab

Deutschland schneidet beim Future Health Index überraschend schlecht ab und nimmt einen der hintersten Ränge ein: Platz 11 von 13. Dabei erzielt die Bundesrepublik zwar gute Werte beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, weist aber bei der integrierten Gesundheitsversorgung und der Anwendung vernetzter Gesundheitstechnologien laut Bericht „deutliche Schwächen“ auf.

Rangliste der Länder im Future Health Index:

1. Vereinigte Arabische Emirate (Wert: 65,3)

2. Niederlande (58.9)

3. China (58,1)

4. Australien (57,9)

5. Singapur (57,7)

6. USA (57,4)

7. Schweden (57,3)

8. Südafrika (56,7)

9. Großbritannien (56,4)

10. Frankreich (54,6)

11. Deutschalnd (54,5)

12. Brasilien (50,6)

13. Japan (49,0)

In der Untersuchung, die vom unabhängigen, nicht kommerziellen Institute for the Future (IFTF) in Palo Alto (USA) durchgeführt wurde, wurden 2659 medizinische Fachkräfte (Ärzte und Krankenpfleger) und 25.355 erwachsene Patienten aus insgesamt 13 Ländern befragt. Diese umfassten hoch entwickelte Industrieländer – Australien, die USA, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Schweden, Großbritannien, Japan und Singapur – sowie Schwellenländer, nämlich Brasilien, China, Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Pro Land wurden etwa 200 Fachkräfte und 2000 Patienten befragt, wobei die Patientengruppe soweit möglich repräsentativ für die Bevölkerung ihres Landes war. Ergänzend wurden 30- bis 45-minütige Interviews mit Mitarbeitern im Gesundheitswesen, Versicherern und öffentlichen Entscheidungsträgern geführt.

Unter vernetzten Gesundheitstechnologien wurden Technologien verstanden, die den Austausch medizinischer Informationen über das ganze Gesundheitssystem hinweg ermöglichen: zwischen Ärzten und Patienten, Pflegepersonal, Fachärzten und Krankenhäusern, aber auch mit Versicherungen und staatlichen Einrichtungen. Der Begriff „integrierte Gesundheitsversorgung“ bedeutet, dass alle genannten Gruppen zusammenarbeiten, um die Gesundheitsversorgung effektiv zu koordinieren – etwa, indem medizinische Ergebnisse und Daten ausgetauscht werden. „Der Future Health Index misst, inwieweit ein Land dazu bereit ist, die zukünftigen Herausforderungen auf dem Gesundheitsmarkt zu bewältigen“, heißt es im Bericht.

Gerüstet für die Zukunft – oder etwa nicht?

Insgesamt liegen die Vereinigten Arabischen Emirate beim Future Health Index – bei dem Punkte von 0 bis 100 erreicht werden können – an erster Stelle, während Japan das Schlusslicht darstellt. So erzielen die VAE bei „Integration“ und „Annahme neuer Technologien“ Werte über 60, während Japan Werte von 50 bzw. 38 erreicht. Deutschland liegt ebenfalls im unteren Bereich: Es erzielt 53 Punkte bei „Integration“ und 41 Punkte bei der „Annahme neuer Technologien“.

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Werte des Future Health Index in den 13 untersuchten Ländern. Deutschland nimmt einen der hintersten Ränge ein (5. Säule von links). © Future Health Index, Philips GmbH

Beim Zugang zum Gesundheitssystem – zu Prävention, Diagnostik, Behandlung, häuslicher Pflege und zu Möglichkeiten, ein gesundes Leben zu führen – schneiden die hoch entwickelten Länder erwartungsgemäß besser ab als die Schwellenländer. Dagegen erzielen einige Schwellenländer wie die VAE und Südafrika bei vernetzten Gesundheitstechnologien deutlich höhere Werte als die Industrienationen. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass vernetzte Technologien von den Befragten als wichtig angesehen werden, um räumliche Entfernungen und mangelnde Infrastruktur im Gesundheitssystem auszugleichen – ein Aspekt, der vor allem in weniger entwickelten Ländern von Bedeutung ist.

Vernetzung überwiegend als wichtig angesehen

Eine stärkere Integration des Gesundheitssystems wird von den Befragten jedoch länderübergreifend als wichtig angesehen: So gaben 83 Prozent der medizinischen Fachkräfte und 77 Prozent der Patienten an, dass eine stärkere Integration in ihrem Land wichtig sei und die Gesundheitsversorgung verbessern könne. 74 Prozent der Patienten kritisieren an der mangelnden Vernetzung, dass sie die gleichen Informationen bei verschiedenen Ärzten immer wieder nennen müssen, und 60 Prozent geben an, dass mehrfach die gleichen Untersuchungen durchgeführt werden.

Dies gilt ähnlich auch für Deutschland. Hierzulande sehen die Befragten bürokratische Hürden und hohe Kosten als Haupthindernisse für eine stärkere Vernetzung im Gesundheitssystem an. Die medizinischen Experten äußerten zudem vielfach Bedenken, durch die Flut der Daten überfordert zu werden.

Hürden für neue Technologien

Als wichtigste Hürden für „Integration“ und „Annahme neuer Technologien“ werden über alle Länder hinweg hohe Kosten, Bedenken hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz und bürokratische Hürden im Gesundheitssystem genannt. Bedenken zu Privatsphäre und Datensicherheit werden vor allem in den entwickelten Ländern als wesentliches Hindernis für ein stärker integriertes Gesundheitssystem ansehen – insbesondere in Deutschland, wo dieser Punkt von 50 Prozent des medizinischen Fachpersonals genannt wurde. „Solche Daten könnten von Hackern missbraucht werden oder von Versicherern genutzt werden, um die Beiträge eines Patienten zu erhöhen“, sagt ein befragter Facharzt für Intensivmedizin an einer deutschen Klinik.

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Sowohl von medizinischen Experten als auch von Patienten werden hohe Kosten und bürokratische Hürden als Haupthindernisse für eine stärkere Vernetztung im Gesundheitssystem genannt. © Future Health Index, Philips GmbH

Weitere Bedenken gegenüber den neuen Technologien sind die Notwendigkeit, Patienten im Umgang damit zu schulen sowie Zweifel an der Zuverlässigkeit der Daten von mobilen Geräten und Apps. Viele der medizinischen Fachkräfte befürchten außerdem, dass eine fehlerhafte Anwendung für sie auch rechtliche Folgen haben könnte.

Mangelndes Vertrauen und mangelnde Kenntnisse

Weiterhin vertrauen zwar 72 Prozent des medizinischen Fachpersonals, aber nur 57 Prozent der Patienten dem Gesundheitssystem in ihrem Land – in Deutschland liegen die Werte bei 77 und 50 Prozent. „Das vermindert ebenfalls die Bereitschaft, Gesundheitdaten zu teilen und vernetzte Technologien anzunehmen“ heißt es im Bericht.

Ein weiteres Problem liegt in mangelnden Kenntnissen: Sowohl medizinisches Personal als auch Patienten sind zum Teil wenig mit den Möglichkeiten der neuen Technologien vertraut. So gaben 43 Prozent der medizinischen Fachkräfte an, im Bereich vernetzter Gesundheitstechologien nur geringe Kenntnisse zu haben. „Das deutet darauf hin dass hier mehr Aufklärung und Training notwendig sind – vor allem in den entwickelten Ländern“, heißt es im Bericht. Dabei nutzen junge Patienten und medizinische Fachkräfte mit wenig Berufserfahrung eher vernetzte Gesundheitstechnologien als ältere. Dies lasse darauf schließen, dass solche Technologien in den kommenden Jahren zunehmen würden, so der Bericht.

Patienten in Datenschutz-Entscheidungen einbeziehen

Die Ergebnisse sind zwar im Auftrag eines Unternehmens entstanden, das ein Interesse an der Förderung neuer Gesundheitstechnologien hat. Gleichzeitig geben sie jedoch wichtige Hinweise darauf, wo die Hürden für eine bessere Vernetzung im Gesundheitssystem liegen und wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

Fraglich ist, ob der Schutz sensiber Patientendaten allein als Innovationshindernis zu sehen ist. Wenn Daten in sicheren Netzwerken elektronisch zur Verfügung stehen und beispielsweise mehrere Ärzte Zugriff auf eine elektronischen Patientenakte haben, kann dies sicher viele Abläufe erleichtern. Ob auch „Außenstehende“ wie Versicherer oder staatliche Einrichtungen Zugriff auf solche Daten haben sollten, ist jedoch fraglich. Dies spiegelt sich auch in den Aussagen der Befragten wider: 75 der medizinischen Fachkräfte und 71 Prozent der Patienten finden es in Ordnung, wenn Gesundheitsdaten unter medizinischem Personal ausgetauscht werden, dagegen sind nur 25 bzw. 33 Prozent bereit, solche Daten auch mit Versicherungen oder staatlichen Einrichtungen zu teilen.

Insgesamt werde es immer wichtiger, dass Ärzte und medizinisches Fachpersonal Patienten in Entscheidungen mit einbeziehen – auch, was den Umgang mit ihren persönlichen Daten angehe, schreibt Carolyn Peterson von der Mayo-Klinik (USA) in einem aktuellen Artikel. Eine mögliche Lösung, die Vernetzung mit Datenschutz kombiniert, könnten Systeme sein, wie sie von Forschern der ETH Zürich entwickelt werden. Dort können die Patienten die Zugriffsrechte auf ihre Daten selbst verwalten und sie gezielt für einzelne Personen oder Institutionen freigeben.

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15 Kommentare:

Gast
Gast

Das mit dem USB-Stick wäre theoretisch eine gute Idee, jedoch gibt es mehrere Argumente die eindeutig dagegen sprechen:

1. Es kann gestohlen oder verloren werden und bietet deshalb auch nicht mehr Datensicherheit.

2. Dann wenn es wirklich darauf ankommt hat ihn keiner dabei, wir sind ja jetzt schon froh wenn die Leute überhaupt ihre Krankenkassenkarte mitbringen, meistens nur deshalb weil sie so schön in den Geldbeutel passt… einen USB-Stick würden wohl die meisten zu Hause aufbewahren und ihn dann im Zweifelsfall entweder vergessen, oder schlimmer: nicht mehr finden.

3. In Kliniken darf es an den stationären Arbeitsrechnern (IGEL) grundsätzlich keine Möglichkeit zum Auslesen von externen Datenträgern geben, sehen sie sich in einer Klinik um: kein einziger Rechner verfügt über einen USB-Anschluß oder ein CD-Laufwerk! Wieso? Aus Sicherheitsgründen! Man darf nicht riskieren, dass ein sagen wir mal “verunreinigter” externer Datenträger das gesamte System kompromittiert, damit wären nämlich augenblicklich alle Daten, aller jemals behandelnten Patienten schlagartig ungeschützt. Man kann dann also nicht mal eben schnell mitten in der Nacht die daten des Patienten in das System einlesen, das müsste dann über einen speziell geschützten Rechner der EDV-Abteilung gemacht werden.

#15 |
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Kein geringerer als Royal Philips (NYSE: PHG, AEX: PHI) hat diese globale Studie, den Future Health Index (FHI) in Auftrag gegeben.
Philips (“Good shave the Queen with Philips”) ist weltweit führender Anbieter im Bereich der gesamten Gesundheitstechnologie und neben Siemens und General Electrics (G&E) Weltmarkt-Führer bei medizinischen Großgeräten wie CT, MRT, PET, SONO in Kardiologie, Rhythmologie, Angiologie etc.
Als technischer und logistischer Ausrüster von Kliniken, Funktionsbereichen, MVZ’S gehört Philips zum medizinisch-industriellen Komplex. Das Unternehmen hat vitales Interesse an Zukunftstechnologien in Kommunikation, Kooperation, EDV, Telekommunikation und Automation.
Deswegen ist eigennütziges Ziel des Unternehmens mit Hauptsitz in den Niederlanden, die Vernetzung und EDV-Kontrolle auf allen Ebenen von Anamnese, Untersuchung, Diagnostik, Differenzialdiagnostik und differenzierten Therapie-Maßnahmen voranzutreiben.
Doch alles, was hier unter Telemedizin, elektronischer Patienten-Akte und E-Health bzw. E-Health-Card subsumiert wird, ließe sich von heute auf morgen mit einem einfachen USB-Stick realisieren, der der alleinigen Verfügungsgewalt unsere Patientinnen und Patienten unterliegt. Dieser USB-Stick ist in seiner Speicher- und Kommunikations-Kapazität dem lächerlich kleinen Chip der elektronischen Versichertenkarte (E-GK) der GKV haushoch überlegen.
An einer derartigen “Billig”-Lösung haben aber global operierende und beherrschende “Gesundheits”-Konzerne kein Interesse.
Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

#14 |
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Und wenn dann Stromausfall ist können wir nichts mehr

#13 |
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Assistenzärztin
Assistenzärztin

Sehr geehrte Frau Schlösser, sehr geehrter Hr. Meyer

Bitte glauben sie mir wenn ich sage, wir Klinikärzte würden sehr gerne dafür sorgen dass bereits im Vorfeld der Entlassung alles für den Patienten vorbereitet ist und eine lückenlose Übergabe an den Hausarzt erfolgen kann. Nicht zuletzt auch deshalb weil unsere lieben Chefärzte, Pflegedienstleiter, Casemanager und Geschäftsleitungen das von uns mit Nachdruck verlangen. Leider werden auch gleichzeitig andere Dinge verlangt die dieser Vorbereitung zuwider laufen.

Zum Beispiel Patienten die unbedingt vorzeitig entlassen werden wollen (“ich will gefälligst bis spätestens Freitag entlassen werden, ich sehe nicht ein am Wochenende hier zu bleiben, da wird doch eh den ganzen Tag nichts gemacht…”) blöd nur wenn der Patient erst am Mittwoch eingecheckt hat und nun erwartet wird Diagnositk für eine Woche innerhalb von 2 Tagen unterzubringen. Noch viel blöder wenn seine Antibiotikatherapie eigentlich mindestens 5 Tage laufen sollte und man dann auf mglw. weniger wirksame Tabletten umstellen muss (aber i.v. Medikation, supportive Therapie und 3xtgl Vitalwerte messen bedeutet ja schließlich das ganze Wochenende wird NICHTS gemacht).

Ausserdem das Problem dass mit diesem von Patienten und Krankenkassen gewollten knappen Zeitmanagement bis zum einschließlich letzten Tag noch Untersuchungen laufen müssen, so kann ich zum Teil erst 10 Minuten vor der Entlassung noch die letzten Befunde in den Brief einfügen und entsprechende Änderungen der Entlassmedikation vornehmen.
Wenn alles schon Tage vorher abgeschlossen ist dann werden die restlichen Tage der Klinik von der Vergütung gestrichen also muss bis zur letzten Sekunde der Aufenthalt medizinisch begründet sein. Aber wehe die Untersuchungsergebnisse fallen schlecht aus und der Patient kann doch nicht entlassen werden, dann werden schnell Vorwürfe laut obwohl man doch nur der Sorgfaltspflicht nachkommt.

Bei einer Station mit 20 Betten pro Assistenzarzt und etwa 4-6 Entlassungen und 4-6 Neuzugängen pro Tag und ständigen Last-Minute-Änderungen kann sich durchaus mal ein Fehler einschleichen.

Von den Patienten die 2 Wochen lang stationär lagen und mehrfach die Sozialdienstliche Unterstützung zur Verbesserung der häuslichen Versorgung abgelehnt haben und deren Angehörigen dann am Tag der Entlassung einfällt dass nun doch schnell ein Kurzzeitpflegeplatz benötigt werde weil es daheim nicht gehe will ich gar nicht erst anfangen…
Genauso wenig von “Kurzliegern” die bereits wenige Stunden nach Aufnahme beschließen auf eigene Verantwortung nach Hause zu gehen aber trotzdem augenblicklich einen lücken- und fehlerlosen Brief für ihren Hausarzt haben wollen. Und 2 Stunden später wird man vom zornigen Hausarzt angerufen, er habe den Patienten schließlich nicht zum Spaß eingewiesen und warum man ihm weder geholfen, noch die Ursache seiner Beschwerden identifiziert habe…

Also bitte liebe Hausärzte und Patienten, verzeiht uns wenn sich in solchen Situationen Fehler und Versorgungslücken einschleichen, die meisten Klinikärzte versuchen das zu kompensieren indem sie Patienten noch fehlende Medikamente bis zum nächsten Werktag mitgeben und gegebenenfalls auch einen poststationären Verbandswechsel am Wochenende in der Notaufnahme anbieten.

Insofern kann ich Herrn Dr. Ceccucci-Völker nur recht geben, die elektronische Patientenakte kann diese Probleme auch nicht lösen.

#12 |
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Michaela, geb. Hoßfeld Schlösser
Michaela, geb. Hoßfeld Schlösser

Sehr geehrter Herr Meier,
seit ein paar Monaten darf und soll das Krankenhaus bis zu 1 Woche nach Entlassung alles für den Patienten vorbereiten: Rezepte für Medikamente, Hilfsmittel und Verbandsmittel; eine Verordnung für Krankengymnastik und häusliche Krankenpflege. Das funktioniert in meinem Einzugsbereich nur bei einer Klinik und einzelnen sporadisch. Wir Hausärzte hätten gerne vorab den Entlassungsbrief per FAX, um gerade vor einem Wochenende alles vorzubereiten. Nach wie vor ist es leider üblich, die Patienten erst Freitags Nachmittag zu entlassen, wenn der Neuzugang gerade eingetroffen ist.
Ich schließe mich in diesem Zusammenhang der Meinung meiner Kollegen an, dass die Menschen daran denken müssen die Informationstechnik zu nutzen. Vernetzten bedeutet, eine Informationsfluß auch Sektor-übergreifend zu gewährleisten. Das gelingt aufgrund technischer Schwierigkeiten z.Z. nicht einmal mit dem KV-Safe-Net innerhalb eines Praxisnetzes; aber für die Hardware mussten die Ärzte trotzdem in ihre Tasche greifen. So gewinnt man keine Mitstreiter!
MfG M. Schlösser

#11 |
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Lieber Herr S.Meyer. Die von Ihnen angesprochenen Probleme wurden mit einer IT Lösung nicht besser. Wenn im Arztbrief nicht steht wann Fäden gezogen werden müssen dann hat ein Mensch (!) vergessen dies einzutragen. Dies würde in den Programm dann genauso passieren. Im Arztbrief sollten alle relevanten Dinge stehen. Gruß

#10 |
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Dipl.med. Frank Leistner
Dipl.med. Frank Leistner

Verstaatlicht das ganze System und schon ist das Problem gelöst oder sie fangen erst an. Man kann einfach nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen. Dieses deutsche System scheint weltweit einmalig zu sein. Wie kann man dann von ‘German Angst’ labern. Wer wird denn die Kosten tragen,sich in neue technische Abhängigkeiten, Überwachungen, Kontrollen und noch nicht absehbaren Konsequenzen begeben? Mit Sicherheit nicht der Patient.

#9 |
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Leber Herr Stefan Meyer, man muß daran denken! Ein patient wie Sie muß versorgt werden, ohne Frage. Vor dreißig Jahren haben wir einen Zettel geschrieben mit allen wichtigen Unterlagen, haben beim Hausarzt vorab angerufen und die Sache mündlich geklärt. Das ging ohne Computer. Wenn aber das PErsonal jetzt nicht daran denkt, dann läuft was schief – auch mit Computer. Der Glaube : der Computer wird es richten ist ein schöner aber falscher Glaube. Es bleibt dabei, der Mensch muß die Sache überblicken. Dann kann er sich eines Mediums bedienen, ob Zettel und Anruf oder Computer ist letztlich egal. Er muß nur daran denken dem Patienten helfen zu wollen.

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Mitarbeiter von DocCheck

@ #1 Danke für den Hinweis. Wir haben es korrigiert.
Viele Grüße aus der DocCheck News Redaktion

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Dr. med. Andreas Rutz
Dr. med. Andreas Rutz

Es gibt schlimmere Defizite. In über 30 Jahren Tätigkeit als niedergelassener Arzt
habe ich immer wieder erfahren, wie wichtig “personale Kontinuität” für die Patienten ist – die wollen eben ihre Geschichte nicht jedes Mal neu erzählen, das schreibt ja auch Frau Amrhein. Dieser wichtige Faktor wird immer mehr vernachlässigt. Ungeachtet dessen: wir kommen nicht drum herum, uns mit den neuen Kommunikationstechnologien auseinanderzusetzen. Das kann der eigenen geistigen Beweglichkeit auch ein wenig auf die Sprünge helfen …

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Nichtmedizinische Berufe

Da möchte ich mich mal als Patient zu Wort melden. Ich wurde aus dem Krankenhaus an einem Mittwoch mit einer offenen, vier Zentimeter tiefen Wunde am Bauch, entlassen. Das Krankenhaus organisierte einen Pflegedienst, welcher täglich die Wunde säubert und neu verbindet.
Verbandsmaterial reicht knapp zwei Tage, welches das Krankenhaus mitgegeben hat. Der Hausarzt soll es richten.
Fakt ist jedoch, dass die Hausärzte damit weit überfordert sind, so mal sie keine Chirurgie Praxis haben. Welche Größen und welche Anzahl des Verbandmaterials muss bei welcher Fa. bestellt werden? Diese Problematik könnte mit einer funktionierenden Datenübermittlung ohne Probleme geklärt werden.
Entschuldigung, Herr Dr. med. Herbert Schultz-Gora, wenn ich den Eindruck gewinne, dass Ihre Argumentation unsachlich und etwas angestaubt klingt.
Diese Neuen Technologien werden kommen, ob Sie das wollen oder nicht.
Es währe besser, wenn sich die erfahrenen Ärzte mit dieser Sache integrieren würden und darauf achten, dass Möglichkeiten geschaffen werden um z. B. die Schweigepflicht und weitere Dinge zu gewährleisten.
So wie das jetzt zum Teil läuft, ist es für die Betroffenen menschenunwürdig, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden und jegliche Unterstützung fehlt. Aus den Entlassungsunterlagen ist für den Hausarzt nicht zu erkennen ob z. B. Fäden gezogen werden müssen oder weitere Maßnahmen. Das hochspezialisierte Klinikum hat alle Daten vorrätig. Sie müssten zum Wohle des Patienten weiter gegeben werden. Vor lauter Datensicherheit wird das dann wahrscheinlich weggelassen. Mit der “Datensicherheit” hat man ein Instrument in der Hand, wo sich herrlich alle fortschrittlichen Ideen in Keimen ersticken lassen.
Ja, warum soll ich auch als gestandener Arzt meine Bequemlichkeit aufgeben, mich auf die Ebene eines Patienten herablassen, mit Nichtmedizinern über Medizin Diskutieren, mir zusätzliche Probleme aufladen, neues Lernen. Ja, warum sollte ich das Tun?

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Dr. med. Herbert Schultz-Gora
Dr. med. Herbert Schultz-Gora

“Neue” Technologien sind nicht unbedingt “gute” Technologien. Daß der IT-Furor um die Welt rast und alle verfügbaren Daten miteinander vernetzt, so daß jemand mit einem gripp. Infekt dann bald automatisch die Raumtemperatur zuhause höher gestellt bekommt und das Automobil auf unebenem Gelände von selbst langsamer fährt, damit die schmerzhaften Glieder nicht so stark geschüttelt werden, wird wohl alles so kommen. Daß auf zentralen Servern gespeicherte Gesundheit- bzw. Krankheitsdaten aller Art gegen befugten ebenso wie unbefugten Abgriff nicht zu schützen sind, liegt auf der Hand, wenn zigtausende Heilbefugte ohnehin einen Zugriff bekommen.
Da die Mehrzahl der deutschen Heilkundigen (Ärzte etc.) von solchen “Segnungen” nichts hält, sondern in hohem Maße die “Schweigepflicht” bedroht sieht, wird hierzulande und in “old Europe” gebremst mit diesen Entwicklungen.
Dies als “Defizit” darzustellen, ist m. E. daneben. Eher sollte Widerstand aufgebaut werden gegen jegliche Art von Datenvernetzung im Gesundheitsbereich.

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Mich erfreut die Bodenständigkeit der Deutschen. Wir sind also auf Platz 3. nach Japan und Brasilien. Habe einen sehr hohen Datenschutz in der Praxis, der sehr viel Aufwand bedeutet, möchte mich nicht vorstellen, wie es im Krankenhaus sein sollte. Also, den Ball flach halten, dann kommen wir vielleicht noch auf den Platz 1.

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Wurscht. Mit einem SCH!!!

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Dr. Robert Prinz
Dr. Robert Prinz

Philips mit einem “p”.

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