Fentanyl: Ein neuer Stern im Darknet

23. September 2016
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In den USA überschwemmt Fentanyl aus Hinterhoflabors den Markt. Etliche Menschen sind bereits verstorben. Das liegt nicht nur an leicht zugänglichen Synthesevorschriften, sondern auch an neuen Vertriebswegen über das Darknet.

Seit dem Tod von Popstar Prince durch eine Fentanyl-Überdosierung ist das Opioid noch stärker in das Bewusstsein von US-Behörden gerückt. Jetzt berichten die Centers für Disease Control and Prevention (CDC) von rapide steigenden Zahlen an Todesopfern. An ärztlichen Verordnungen kann es nicht liegen. Hier zeigen sich sogar leicht rückläufige Trends.

Fentanyl Law Enforcement Submissions and Increases in Synthetic Opioid–Involved Overdose Deaths — 27 States 2013–2014 MMWR

Quelle: CDC

Aus dem Hinterhoflabor in die Welt

US-Ermittlungsbehörden haben im Jahr 2013 genau 1.015 Fälle mit illegal produziertem Fentanyl dokumentiert. Ein Jahr später waren es schon 5.343. Das FBI sieht Schwerpunkte in: Massachusetts, Maine und New Hampshire im Nordosten, Ohio im mittleren Westen bzw. Florida, Kentucky, Maryland und North Carolina im Süden. Zeitgleich stieg die Zahl der Todesopfer von 3.105 auf 5.544.

Verkauf bei Nacht und Nebel

Fentanyl wirkt mehr als zehnfach stärker als Heroin. Um illegal hergestelltes Fentanyl zu verbreiten, arbeiten Dealer mehr und mehr über das sogenannte Darknet. Hier handelt es sich um eine Netzwerkstruktur, die parallel zum bekannten Web läuft. Oft müssen interessierte Käufer von Dritten eingeladen werden, um Zugriff auf Online-Märkte zu erhalten. Die Portale selbst werden nur über das anonyme Tor-Netzwerk plus Browser angezeigt. FBI-Angaben zufolge erfolgt die Lieferung mit normalen Paketzustellern. Fentanyl wird mit wertlosem Schüttgut, etwa Zuckerpäckchen, getarnt. Die eigentlichen Drahtzieher bleiben meist unentdeckt – Ermittler finden meist nur Konsumenten.

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Screenshot: DocCheck

Therapie statt Strafe

Mit deren Bestrafung ist es allerdings nicht getan. Wissenschaftler gingen der Frage nach, wie Patienten mit Fentanyl-Abhängigkeit besser therapiert werden könnten. Ely Callaway vom Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, verabreichte Mäusen Fentanyl, das chemisch an das Tetanus-Toxoid gebunden vorlag. Die Tiere entwickelten neutralisierende Antikörper und überlebten sogar eine 30-fache Überdosierung. Bliebt zu klären, ob sich Callaways Ansatz auch auf Menschen übertragen lässt.

41 Wertungen (3.95 ø)
Pharmazie

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5 Kommentare:

Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Auf der einen Seite werden Drogen nicht zum Einsatz gebracht , wegen der Gesundheitsgefahr und dann werden Ersatzstoffe noch gefährlicher . Die Drogen die natürlich existent sind , wie Opiate könnten statt dessen in leichter Form vielleicht verabreicht werden in kleinen Dosen vielleicht ? Aber das muß erst noch bedacht werden. An den synthetischen Stoffen muß aber auch einiges überdacht werden .-

#5 |
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Dr.med Klaus Schwarzmaier
Dr.med Klaus Schwarzmaier

Das wird eine spannende Aufgabe für Anästhesisten, wenn so eine Person narkotisiert werden muß.

#4 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

Wenn das keine Bestrafung ist ? Die Probanten sollen dann wohl freiwillig gezwungen werden sich den Antikörper verabreichen zu lassen, damit keine Wirkung mehr eintritt !
: )

#3 |
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T.K
T.K

Hallo :)

Ich verstehe es so, dass es sich hier um die Therapie Möglichkeiten bei Fentanyl Abhängigen Patienten handelt. Deshalb wird es sich bestimmt um die 30-fache Dosis Fentanyl handeln…

Gruß T.K

#2 |
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Axel Pfau
Axel Pfau

30-fache von was ?

#1 |
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