Die krieg ich, die mach ich.

Einmal Depression mit Mayo, bitte

24. Februar 2011

Nahrungsfette beeinflussen nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit. Daten zeigen, dass ungesunde Fette wie Transfette das Depressionsrisiko erheblich erhöhen. Ungesättigte Fettsäuren wirken dagegen neuroprotektiv.

Was in den Mittelmeerländern traditionell auf den Tisch kommt, ist geradezu Medizin – diese Erkenntnis ist inzwischen unbestritten und wissenschaftlicher Konsens. Zahlreiche Studien haben hinreichend belegt, dass die mediterrane Ernährung umfassende gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt. Angesichts dessen wird sie offiziell, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zur Prävention als auch unterstützenden Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen empfohlen. Die Liste der Indikationen für die Mittelmeerkost ist jedoch noch länger. So finden sich darauf auch Typ-2-Diabetes, Adipositas, gastrointestinale Beschwerden sowie Tumorkrankheiten. Nun wird eine weitere Erkrankung hinzukommen: die Depression. Denn das Risiko, daran zu erkranken, wird durch die mediterrane Ernährung erheblich beeinflusst: Sie schützt nicht nur Herz und Gefäße, sondern auch das Gemüt. Ein Effekt, der vor allem auf die konsumierten Fettarten zurückgeht.

Markantes Nord-Süd-Gefälle

Gemäß Daten aus epidemiologischen Untersuchungen sind jährlich knapp sechs Millionen erwachsene Bundesbürger von einer Depression betroffen. In den Mitgliedsstaaten der EU sind es zwanzig Millionen Menschen pro Jahr. Dabei bestehen deutliche Unterschiede zwischen den nord- und südeuropäischen Ländern: In Nordeuropa treten Depressionen weitaus häufiger auf als in den südlichen EU-Staaten. So erfreuen sich die europäischen Mittelmeeranrainer insgesamt einer besseren psychischen Gesundheit als allen voran die Menschen in den skandinavischen Ländern. Zweifelsohne, die UV-Einstrahlung ist hier ein bedeutender Faktor. Doch das markante Nord-Süd-Gefälle resultiert keineswegs nur aus weniger oder mehr Sonnenstunden. Dass es um das psychische Befinden in nördlicheren Breiten schlechter bestellt ist, liegt auch an den Ernährungsgewohnheiten. Das Risiko für psychische Erkrankungen servieren wir uns selbst – das bestätigte jetzt eine groß angelegte Studie spanischer Wissenschaftler.

“Essen hält Leib und Seele zusammen…”

Dafür lieferte das so genannte “Sun Project” nun erstmals den wissenschaftlichen Beweis: die psychische Gesundheit und besonders die Inzidenz von Depressionen ist auch abhängig von der Ernährung. Ein Zusammenhang, der länger diskutiert und vermutet wird. So kam beispielsweise eine Studie bereits im September 2009 zu dem Schluss, dass die mediterrane Ernährung das Risiko senkt, an einer Depression zu erkranken. Die Wissenschaftler der Universitäten Navarra und Las Palmas/Gran Canaria führten dies damals nicht auf einen bestimmten Nährstoff zurück. Vielmehr vermutete man die Synergie mehrerer potenziell gesundheitsfördernder Substanzen als Ursache für den neuroprotektiven Effekt. Dieser gründet jedoch vielmehr, wie sich der Gruppe unter Leitung von Dr. Almudena Sánchez-Villegas nun zeigte, in der Art der konsumierten Fette: “Zwischen der Aufnahme unterschiedlicher Fettsäuren und dem Auftreten von Depressionen besteht tatsächlich ein direkter Zusammenhang”, bestätigt Dr. Sánchez-Villegas.

In dem von ihrem Team durchgeführten Sun Project waren 12.059 Universitätsabsolventen – 5.038 Männer und 7.021 Frauen – aus ganz Spanien eingeschlossen. Die prospektive Kohortenstudie startete 1999 und wurde Ende 2010 abgeschlossen. Zu ihrem Beginn litt keiner der heute durchschnittlich 37,5 Jahre alten Probanden unter einer Depression. Die Ernährungsgepflogenheiten der Teilnehmer des Sun Projects wurden regelmäßig per Mail durch 136 Punkte umfassende Befragungen erhoben. Im Vordergrund standen dabei Häufigkeit und Menge von Fleisch und Fleischprodukten, Fisch, Milch und Milchprodukten, Gemüse und Obst, Nüssen und Getreideprodukten sowie Alkohol. Auf diese Weise ließ sich der Konsum von Fettsäuren differenziert analysieren: “Wir erfassten explizit die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, Transfetten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren”, so Dr. Sánchez-Villegas. In Follow-Up-Tests wurden die Probanden auf Depressionen untersucht. Dabei fanden sich nach 6,1 Jahren im Median schließlich 657 neue Fälle.

Transfette: größter Risikofaktor

Die Befunde aus dem Sun Project bestätigen eindrucksvoll eine lang gehegte These: Der steigende Konsum von Transfetten und gesättigten Fettsäuren und die sinkende Zufuhr ungesättigter Fettsäuren wirkt sich nicht nur auf die physische Gesundheit negativ aus. Auch die Psyche wird davon bedroht.
Die höchste Gefahr geht dabei von den Transfetten (TFA, trans unsaturated fatty acids) aus. Vor allem in Chips, Pommes frites, Backwaren und industriellen Fertigprodukten enthalten entpuppten sie sich als beträchtlicher Risikofaktor: Laut Dr. Sánchez-Villegas erhöhen sie das Risiko an Depressionen zu erkranken, signifikant um 48 Prozent (p = 0,003). Diese bedenkliche Entwicklung dürfte nach Auffassung der Wissenschaftler aus Navarra und Las Palmas in anderen Ländern noch ausgeprägter sein. Allen voran in den USA, denn hier liegt der Kalorienanteil der Transfette bei 2,5 Prozent. In Spanien hingegen entfallen von den 36,7 Prozent der Gesamtkalorien durch Fett nur 0,4 Prozent auf Transfette.

Kardioprotektiv = neuroprotektiv

Positiv auf die psychische Gesundheit wirken sich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus. Auch deren Einfluss wurde vom Team um Dr. Sánchez-Villegas untersucht. Nach ihren Worten fand sich ein dosisabhängiger inverser Zusammenhang zwischen der Aufnahme einfach ungesättigter (p = 0,053) und mehrfach ungesättigter Fettsäuren (p = 0,031) und dem Auftreten von Depressionen. Das Gleiche gilt für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Olivenöl erwies sich ebenfalls als neuroprotektiv (p = 0,030) – was laut Dr. Sánchez-Villegas vor allem an seinen antiinflammatorischen und antioxidativen Eigenschaften liegt. “Unsere Ergebnisse zeigen”, so die Spanierin, “dass die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Fettarten und Depressionen jenen zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und Nahrungsfetten vergleichbar sind”.

Kardioprotektiv ist mithin zugleich neuroprotektiv. Dies könnte in Substanzen begründet sein, die auch bei Herz-Kreislauf-Krankheiten von Bedeutung sind. Die Initiatoren des Sun Projects verweisen hier unter anderem auf proinflammatorische Zytokine, die den Metabolismus von Neurotransmittern modifizieren und die Expression des Brain-Derived-Neurotrophic-Factor hemmen. Dieser Wachstumsfaktor, kurz BDNF, könnte die Brücke zur Neuroprotektion schlagen. Diese wird laut Dr. Sánchez-Villegas mit von der endothelialen Produktion von BDNF beeinflusst: “Menschen mit Depressionen haben im Vergleich zu Gesunden erniedrigte BDNF-Level und Antidepressiva können diese erhöhen”. Ein Profil an Fettsäuren, dass die Endothelfunktionen verbessert, könnte entsprechend auch vor neuropsychologsichen Erkrankungen schützen, vermutet man beim Sun Project.

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Medizin, Neurologie

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21 Kommentare:

vronerl Veronika Echtler
vronerl Veronika Echtler

…ich persönlich beschäftige mich im Moment damit, warum Singen u.a. bei Depressionen hilft bzw. glücklich macht. Auch ein sehr spannendes Thema, aber schwierig nachzuweisen. Hat vielleicht jemand Ideen, wo ich Informationen/Studien finde? Danke…

Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

Zu 20:

Ich weiß nicht, ob sie meinen Kommentar (Nr 1) als “bissig” empfinden …
Aber hier gerne mein BMI: 19 !!!
(68 kg, 189 cm)
Noch Fragen?

Dipl.-Ing. Erhard Hölzer
Dipl.-Ing. Erhard Hölzer

Kann mich bitte mal wer aufklären? Stand ist ja wohl, daß gesättigte Fettsäuren bzw. Fette die daraus entstanden schlechter für die Gesundheit sind, als solche mit ungesättigten.
Nur; sowohl trans- als auch cis-Fettsäuren sind ungesättigt! Lediglich in in verschiedner Isometrie. Sollte man da nicht endlich eine zutreffende Bezeichnung wählen?

@Dr. med Hoyer, Palmin besteht hauptsächlich aus gesättigten Fetten.Schon vom Ursprung her. Deswg. ist es ja auch bei ZT fest. Darüber hinaus werden auch gehärtete Fette zugesetzt. Na ja und über Butter einfach nochmals den Artikel lesen, Milch und Milchprodukte. Wobei ich zugebe, mir schmeckt Butter -in Maßen- allemal besser als Margarine

Na, ist doch interessant – und über langen Zeitraum und mit relativ hoher Teilnehmerzahl!
Natürlich gibt es VIELE Faktoren, die hineinspielen (Bewegung, Streß etc), also Ergebnisse cum grano salis.
Aber trotzdem: Danke für den Beitrag!
UND – vielleicht sollte man bei den teils bissigen Kommentaren auch den jeweiligen BMI hinzufügen ;-)
Meiner ist 24….

Danke für diese Darstellung,

ABER: Ist das hier eine

KORRELATION

oder

KAUSALITÄT????

Das fehlt (leider)…

Die Anzahl der Kernkraftwerke und der Lebenserwartungs-ZUNAHME korrelieren in Europa auch positiv, die Anzahl der Störche und Neugeburten auch, das Erstere und das letztere korrelieren negativ!

Aber ist irgendetwas davon KAUSAL?

Was ist mit “Frust-Fressen”, “Kummerspeck”, oraler Regression usw. in anders verursachten neurobiologischen Imbalancen/Depression etc.?

Insofern bleibt das, wie vieles offen….

GLEICHWOHL sind es gerade die TRANSFETTE, also gehärtete, (HYDRIERTE) ehemals ungesättigte Omega3/6-Fettsäuren (BEIDE uvm.) und deren Glyceride, die für SEHR VIELE

GESUNDHEITSSCHÄDEN mehr verantwortlich sind, als die historische Framingham-Doktrin elaborierte…

Also weg mit Margarine Napoleons, Butter ist harmloser, natürlicherweise bereits feste Fette, Kokos, Palmin (R) uvm., also Palmitate erleben verdient eine Renaissance (Anm.: Wie schreibt man das jetzt in “Neu-Sprech-Schreib-Deutsch??” ;) )

Also bleibt die Take-Home-Message:

- Die Nahrungsmittel der EVOLUTION sind und BLEIBEN die besten! Mrd. Jahre erprobt, back to the roots, der Mensch hat ein “Alles-(FR)esser-Gebiß” und modifiziertes von Zweibeinern, die sich für “weiser als die 5 Mrd. Testreihenjahre der irdischen Evolution halten” sollten mit großer Vorsicht betrachtet werden, also “roter Punkt wie in Großbrittanien”!

Man ist, was man isst!! Gleichwohl wird nicht ein gelegentliches Schmankerl, das die Evolution nicht bot, gleich töten, die Menge machts (s. Paracelsus=Theophrastus Bombastus Aureolus Phillippus von Hohenheim – what a name…)

Wer einem Typ II-Diabetiker alles wegnimmt, wird egal mit welchem medikamentösen “REGIME” in seiner “TERROR-pie” scheitern, besser “LOGI”, (=low glycaemic index nutrition), dabei konnte ich seeeehr oft sogar Medikamente reduzieren und die Compliance war besser, HbA1c zwischen 6 und 7 praktisch immer und die Großmütter haben nichts gegen Palmin (R) und Co., damit sind die aufgewachsen und nun stellt man fest, das was man in den 50iger und 60iger Jahren in der Küche und im Einkauf tat, ist und bleibt GESÜNDER – wie schön, bei Oma war es doch auch lecker, oder?

Es ginge also…. – wenn es dann auch diese Geissel den Menschen nimmt oder deren Inzidenz reduziert – ein Grund zum Jubeln.

So sei es.

Dirk Blanke
Dirk Blanke

Geringe Lichtaufnahme führt zu einer schlechten Gemütsverfassung. Die Stimmung wird dann durch Nahrungsaufnahme kompensiert, denn ein voller Bauch sorgt für Zufriedenheit. Was liegt da näher, als Pommes mit Majo und abends die reichlich gesalzenen Chips mit Bier, oder Wein runterzuspühlen. Die prallen Hüften vor dem Spiegel lassen die Stimmung dann wieder sinken und der Teufelskreis beginnt.
Wenn nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen wird, sind kardiovaskuläre folgen vorprogrammiert.
Sorum wird ein Schuh draus…

Rettungsassistent

Halten wir doch einfach fest, dass es wahrscheinlich ist, dass gesunde Fette u.a. auch dazu beitragen können, Depressionen zu mildern. Dass dies nicht alleine den Fetten zuzuordnen ist, sondern sehr viel mehr Faktoren eine wichtige Rolle spielen, ist ebenfalls jedem klar. Vielleicht folgt irgendwann der Beweis in Form einer Doppelblindstudie (wobei ich nicht wüsste, wie man die Sinnvoll aufbauen will) und bis dahin müssen wir uns mit solchen Studien zufrieden geben.

Doktor Georg Dorn
Doktor Georg Dorn

Wie auch immer,ich werde meinen Olivenölkonsum deutlich erhöhen!

vronerl Veronika Echtler
vronerl Veronika Echtler

Als ich das gelesen habe, kamen mir sofort mehrere andere Faktoren in den Sinn, die das Depressionsrisiko in südlichen Ländern senken: die schon erwähnte längere Sonneneinstrahlung, die entspanntere Lebenseinstellung, und der Zusammenhang zwischen Ernährung und finanziellen Möglichkeiten und noch dazu eventuell ein anderer Umgang mit Trauer/Gefühlen, ein besserer Familienzusammenhalt, mehr Halt in der Religion, andere Lebensgewohnheiten wie die Siesta in Spanien, etc. Ich finde die Studie folglich etwas einseitig. Das ändert nichts daran, dass ich persönlich gerne selbst Olivenöl beim Kochen verwende und nur wenn es schnell gehen muss zu den Pommes greife.

Hier wünscht man sich die Angaben zur Originalpublikation. Es wäre interessant zu wissen, welche zusätzlichen Faktoren da berücksichtigt wurden oder nicht. Z. B. dass Menschen, die auf die Qualität ihrer Fette achten, sich vielleicht auch mehr bewegen? Das alles erinnert mich an eine Publikation aus den 90ern, in der Haferkleiekonsum allen Ernstes mit erhöhter Selbstmordrate in Verbindung gebracht wurde.

Angebrachte kritische Feststellungen der Stellungnahmen ändern nichts an der Beweisführung der Beziehung zwischen Transfetten und der Depression.Alle Faktoren dieser Erkrankung sind weit zu verbreiten, um den sorgenden Therapeuten jede nur mögliche Option zu vermitteln.

Ernährungswissenschaftlerin / Ökotrophologin

Nun ist wirklich schon alles gesagt worden,positiv als auch negativ. Ich werde jedenfalls weiterhin mit gutem Gewissen als Dozentin ( für ernährungsabhängige Krankheiten )im Rahmen einer Ernährungstherapie die mediterrane Küche (siehe herzstiftung.de)empfehlen.

Benno Mertens
Benno Mertens

wieder mal eine herrliche statistische Schlussfolgerung! ungeachtet dessen, dass Transfette sicherlich schlechte Nahrungsmittel sind, und Olivenöl ein Gutes, stösst mir (entschuldigung ;-) ) die kausale Schlussfolgerung auf: genausogut kann man Armut mit Depression kauslieren (weniger Geld= schlechteres Essen) , oder geringere Bildung (anfälliger für Werbung von Master foods &Co) mit schlechteren Ernährungsgewohnheiten – diese Korrelationen sind alle schon statistisch “bewiesen”. Nicht verwunderlich wäre auch ein statistischer Zusammenhang zwischen Depression und RTL Konsum oder Zwanghaftigkeit mit Persilverbrauch – bitte Korrelation nicht mit Kausalität zu verwechseln! (obwohl ich natürlch gerne lese, dass der Lachs mit Salat nicht nur gesünder ist, sondern mich auch glücklicher macht).
Guten Appetit!

Medizininformatiker

Ich möchte an dieser Stelle einmal gewisse Kommentatoren und Kommentatorinnen bitten, die Ausdrucksweise an dieser Stelle etwas anzuheben. Man liest hier teilweise Kommentare mit Formulierungen, die hier so nicht hingehören. Diese Kritik hat nichts speziell mit diesem Artikel zu tun, muß aber mal gesagt werden. Manche Menschen bringen es zwar zu einem akademischen Grad, können aber gewählten Ton nicht vom primitiven Ton unterscheiden.

Ich verstehe nicht, warum Nr. 1 bis 5 an der Sache vorbei diskutieren. Insbesondere Nr. 1-3 weigern sich zur Kenntnis zu nehmen, dass Menschen die sich mehr mit ungesunden Fetten ernähren häufiger an Depessionen erkranken als diejenigen welche sich “mediterran” ernähren und das bei gleicher, günstiger, südlicher Lichtexposition. Ein um 48 % erhöhtes Risiko, an Despressionen (und auch kardiovaskulär) zu erkranken, müsste bei verantwortungsvollen Fachleuten doch Anlass sein, sich den Ernährungsempfehlungen der WHO nicht zu verschließen.

Wie bereits gesagt ist der wissenschaftliche Wert dieser Studie als mäßig einzustufen (gschätzter Evidenzgrad C-D). Das Problem ist, das hinsichlich Ernährung kaum hochwertige Studien (randomisiert, verblindet …) durchzuführen sind. Daher werden sich alle Aussagen hinsichltich Ernährung auf Tierversuche oder schwache Studein stützen müssen.
Die Unsicherheit wird bleiben und noch viele Besserwisser werden kluge Bücher über Ernährung verzapfen (die angeblich alle wisscnschaftlich fundiert sind).

Also das Transfettsäuren gesundheitlich negativ wirken ist mir längstens bekannt und so gesehen ist diese Studie für mich eher eine Bestätigung, denn wir empfehlen als gesunde Fette keine Transfette und die anderen gesunden Fette wie Olivenöl, Leinöl und Omega-3 Fette in Fischen sind auf jeden Fall ein fester Bestandteil der mediterranen Ernährung, was gesundheitlich von Vorteil ist. Aber sicher spielt beim Ganzen auch das Vitamin D aus der vermehrten Sonneneinstrahlung eine grosse Rolle. Ich wohne selbst im Süden und fühle mich psychisch absolut viel wohler als im Norden, meine Ernährung enthält seit Jahren keine Transfettsäuren, also muss es in meinem Fall das Licht sein. Aber das man Transfettsäuren kritisch betrachtet ist sicher höchste Zeit, denn sie gehören nicht in eine gesunde Ernährung, das sagen die Vollwertköstler unter der Fahne von Prof. Leitzmann sicher schon fast 20 Jahre, nun ist es endlich auch für andere ein Thema.

Naturwissenschaftlerin

Nicht die UV-Einstahlung direkt – aber dadurch wird ja mehr Vitamin D gebildet …

Medizinphysiker

Die UV-Einstrahlung spielt bekanntermaßen bei der Entwicklung einer Depression keine Rolle, es ist das sichtbare Licht, welches protektiv wirkt!

Sigrid Wentz-Reuter
Sigrid Wentz-Reuter

Diese Untersuchung ist so schlüssig, wie der Zusammenhang der Abnahme der Geburtenrate mit der Abnahme der Störchepopulation!
Die Autoren haben anscheinend noch wenig von der Fehlervarianz gehört. Wie sieht es aus mit dem Faktor der Lichteinstrahlung, die in südlichen Ländern verstärkt da ist?Welche Auswirkung hat eine andere Lebenseinstellung…..?

Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung!
Oder besser gesagt: politisch korrekter geht es nicht mehr …
Volkommen außer Acht gelassen wird, dass nicht automatisch die Depression die logische Folge der “schlechten” Fettaufnahme sein muss, sondern beide zusammen (Depression + “schlechte” Fettaufnahme) gemeinsame Ursache/n haben könnten; der klassischste aller “wissenschaftlicher” Fehler. Alle “wissenschaftliche” Untersuchungen, die in der Beweisführung diesen logischen Fehler nicht ausschließen können sind bekanntermaßen wertlos!

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