Wenig Hoffnung auf Zigarettung

25. Februar 2011
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Die Gier nach Nikotin: Viele Menschen leben davon, viele sterben daran. Trotz vieler Bemühungen ist die Prognose düster. Als viel versprechend gelten Impfstoffe; sogar „Cognitive Enhancers“ oder Antidementiva sind im Gespräch. Doch noch überwiegt das Prinzip Hoffnung.

Trotz Verboten, Werbeeinschränkungen und hohen Steuern blieben Zigaretten ein „tolles Geschäft“, meldete 2010 die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. 50 Prozent Gewinn vom Umsatz seien immer noch drin. Nur die Jugendlichen machten der Branche Sorge: Sie rauchen weniger. Dennoch strotze die Tabakindustrie vor Kraft. Auch der Staat kann sich freuen: Obgleich leicht gesunken, betrugen die Einnahmen aus der Tabaksteuer im vergangenen Jahr in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes immer noch 13,4 Milliarden Euro. Auf der anderen Seite der Medaille stehen direkte Kosten aufgrund des Tabakkonsums in Höhe von jährlich 17 bis 20 Milliarden Euro – und außer den zusätzlichen indirekten Kosten vor allem die medizinischen Folgen der Nikotin-Sucht.

Eine Milliarde Tote im 21. Jahrhundert?

Schwer besorgt ist daher unter anderen die Weltgesundheitsorganisation. Mehr als fünf Millionen Menschen werden nach ihrer Einschätzung in diesem Jahr an den Folgen ihres Tabakkonsums sterben. Rund acht Millionen Menschen würden es 2030 sein. Und während im 20. Jahrhundert etwa 100 Millionen Menschen an der Sucht-Erkrankung starben, könnte es in diesem Jahrhundert rund eine Milliarden Todesfälle geben.

In Deutschland rauchen nach Angaben von Privatdozent Dr. Nenad Vasic von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm „nach wie vor etwa 35 Prozent der Männer und etwa 25 Prozent der Frauen“. Ein eigenständiger Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören und nach einem Jahr abstinent zu bleiben, gelinge nicht einmal fünf Prozent. Mit Beratung und Verhaltenstherapie könne diese Zahl verdoppelt werden, durch Psychopharmaka zur Unterstützung sogar bis auf 25 Prozent gesteigert werden, schreibt Vasic in einer Übersichtsarbeit. Dies bedeutet allerdings auch, dass mindestens 75 Prozent der Abstinenz-Willigen langfristig scheitern. Die bisherigen pharmakologischen Optionen – Nikotin-Ersatztherapie (NET), Antidepressiva (einschließlich Bupropion) und auch Clonidin sind nicht erfolglos; die relativ geringen langfristigen Abstinenzraten lassen aber noch viel Spielraum nach oben. Als Hoffnungsträger gilt der Nikotinrezeptor-Partialagonist Vareniclin. Laut Vasic verdoppele er die Wahrscheinlichkeit der Abstinenz nach einem Jahr und ist dem Bupropion und der NET überlegen.

Unstreitige Wirksamkeit, umstrittene Sicherheit

Ähnlich wie Bupropion oder andere zentral wirksame Substanzen ist auch Vareniclin (Pfizer) nicht unumstritten, wobei es allerdings nicht um die Wirksamkeit geht. Immer wieder in der Diskussion sind ein möglicherweise erhöhtes kardiovaskuläres Risiko sowie Suizide und Suizidgedanken. Das Präparat stand sogar schon in Verdacht, gewalttätiges Verhalten zu fördern. 26 Kasuistiken dazu haben die US-Wissenschaftler gesammelt und in den „Annals of Pharmacotherapy“ publiziert. Das alles sind jedoch nur Kasuistiken ohne Beweiskraft. Für mehr Klarheit sorgen in der Regel wissenschaftliche Studien. Aber selbst große Studien einschließlich einer im April 2010 publizierten Metaanalyse und einer britischen Kohortenstudie („British Medical Journal“) haben Zweifel an der Sicherheit von Vareniclin für die Psyche nicht völlig beseitigen können. Entweder wird das Standardargument vorgebracht, Studienautoren seien nicht glaubwürdig, weil sie für Beratungsleistungen Honorare von Pfizer erhalten haben. Oder die Aussagekraft der Publikation wird als – methodisch bedingt – limitiert eingeschätzt. Als methodisch sogar unzureichend wurde zum Beispiel eine Studie zur kardiovaskulären Sicherheit kritisiert, die 2010 in „Circulation“ veröffentlicht wurde. Ergebnis war, dass Vareniclin nicht das kardiovaskuläre Risiko erhöhe. Die 12-wöchige Studie sei jedoch zu klein, die Dauer zu gering gewesen, um ein Risiko überhaupt erkennen zu können, meinte der US-Kardiologe und Assistenzprofessor Joseph S. Ross in einem Kommentar auf “CardioExchange“, dem Kardiologen-Portal des „New England Journal of Medicine“.

Noch ganz am Anfang: Antidementiva

Im Gegensatz zu NET, Antidepressiva und Vareniclin steht das so genannte „cognitive enhancement“ mit Antidementiva wie Galantamin, Donepezil und Rivastigmin noch ganz am Anfang. Dieser Forschungsansatz beruht auf der Erkenntnis, dass Nikotin kognitive Funktionen bessert und so zum Suchtpotenzial beiträgt. Obwohl Untersuchungen zur Wirksamkeit bei der Nikotin-Abhängigkeit noch fehlen, erscheint laut Vasic „eine ähnliche Strategie der „kognitiven Verstärkung“ auch zur Unterstützung der Nikotinentwöhnung denkbar“.

Deutlich weiter: Spritzen gegen die Sucht

Noch nicht auf dem Markt, aber schon deutlich in der Forschung weiter sind Vakzine gegen die Nikotin-Abhängigkeit. Untersucht werden Impfstoffe übrigens auch gegen andere Sucht-Krankheiten, etwa gegen Kokain- sowie Heroin- und Alkohol-Sucht. Die Grundidee bestehe, so Vasic, darin, das Immunsystem durch nikotinhaltige Impfstoffe zu sensibilisieren und die Produktion von Antikörpern gegen Nikotin anzuregen, die Nikotin im Blut binden. Ein so gebildeter molekularer Komplex kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren, der Übertritt von Nikotin ins Gehirn sinkt laut Vasic um bis zu zwei Drittel. Dadurch würden sowohl die Ausschüttung von Dopamin als auch die vegetativen Symptome und das Nikotin-Verlangen („Craving“) reduziert.

Warten auf Phase-III-Daten

Am weitesten sind derzeit angeblich die Impfstoffe der Unternehmen Nabi Biopharmaceuticals in den USA, Cytos AG in der Schweiz und Celtic Pharma in Großbritannien. Die Nase klar vorne haben Nabi Biopharmaceuticals und GlaxoSmithKline, die vor zwei Jahren, wie DocCheck berichtet hat, einen Kooperationsvertrag geschlossen haben. Derzeit laufen zwei Placebo-kontrollierte Phase-III-Studien mit dem Nikotin-Konjugat-Impfstoff NicVAX®; die erste Studie wurde 2009 gestartet; bei der zweiten wurde vor wenigen Monaten die Patienten-Aufnahme abgeschlossen. Insgesamt nehmen rund 1000 Patienten teil. Endgültige Ergebnisse zur Abstinenzrate nach 12 Monaten sind für die zweite Hälfte dieses Jahres und 2012 angekündigt. Eine Phase-IIb-Studie hat nach Angaben von Nabi Abstinenzraten nach 12 Monaten von 18 Prozent unter der Vakzine im Vergleich zu sechs Prozent unter Placebo ergeben, wobei die Impfung insgesamt gut vertragen worden sei.

Cytos Biotechnology – Partner ist Novartis – hat hingegen im Oktober 2009 gemeldet, dass nach Zwischenergebnissen einer Phase-II-Studie mit dem Impfstoff NIC002 der primäre Endpunkt nicht erreicht wurde. Nur in einer Subgruppenanalyse einer zweiten Phase-II-Studie wurde eine signifikant bessere Abstinenzrate nach 12 Monaten unter dem Impfstoff im Vergleich zu Placebo erzielt. Phase-III-Daten liegen nicht vor. Auch zu dem Impfstoff TA-NIC vom britischen Unternehmen Celtic Pharma gibt es bislang keine Phase-III-Studie. Eine Phase-II-Studie wurde im Sommer 2009 beendet, aber noch nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

Summa summarum muss angesichts ausstehender Daten bei den Impfstoffen noch das Prinzip Hoffnung herrschen. Daher ist auch unklar, wie hoch die Kosten für eine Vakzine sein werden. Die Kosten der verfügbaren Optionen (NET, Nortriptylin, Bupropion und Vareniclin) belaufen sich auf etwa knapp zwei bis fast vier Euro pro Tag bei in der Regel sechs- bis 12-monatiger Therapie. Selbst wenn eine Impfung deutlich teurer sein sollte: So kostspielig wie jahrzehntelanger Tabakkonsum wird kaum eine Impfung sein – mal ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Schäden durch die Sucht.

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Allgemeinmedizin, Medizin

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19 Kommentare:

Tierärztin

Ad1)und9): Leider haben sie recht.Auch ich habe wenig Hoffnung auf eine suchtfreie Gesellschaft. Weil man eben niemanden ändern kann, außer sich selbst. Bestenfalls kann man als Vorbild fungieren, oder motivierend jemandem zur Seite stehen.Ich werde bald 40 und habe in meinem Leben noch keine einzige Zigarette geraucht, keinen Alkohol getrunken und auch sonst keine Drogen ausprobiert. Ich bin dankbar für mein Bewusstsein und für meinen Verstand. Ich verspüre nicht den geringsten Wunsch meine geistigen Fähigkeiten zu betäuben oder zu manipulieren. Ich möchte meine Entscheidungen unbeeinflusst treffen und zu ihnen stehen können.Ich möchte so frei wie möglich sein, und meinen Tagesablauf nicht einem Suchtverhalten anpassen müssen.Man muss nicht unbedingt alles selbst ausprobieren um die Folgen selbst zu erfahren. Es reicht oft schon das Beobachten, um sich der Folgen bewusst zu werden.Ja, das Leben hat auch seine Schattenseiten und es gibt Leid und Plage. Ich bin froh, dass ich mich nur den unvermeidlichen Problemen stellen muss, und nicht auch noch einer selbst gewählten Sucht, die nur scheinbar kurzfristige Erleichterung zu bringen im Stande ist. Langfristig gesehen genießt kaum jemand sein Suchtverhalten.Ich wünsche allen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, oder es vorhaben viel Erfolg. Sie können es schaffen.

#19 |
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Dipl. Ing. Hagen Wilde
Dipl. Ing. Hagen Wilde

Der Bericht passt da nun gerade mal ganz gut bei mir.
Ich rauche nun seit einer Woche nicht mehr, und ich muss sagen, wenn ich gewußt hätte wie einfach das Aufhören ist, hätte ich es schon viel früher durchgezogen.
Ich fühle mich ruhiger, besser und freue mich darüber, dass ich diese Last los bin. Dabei bin ich auf der Arbeit durchaus auch bei meinen Rauchenden Kollegen – das macht mir nichts aus. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich meine Ernährung zeitgleich umgestellt habe (keine vorgefertigten Nahrungsmittel, Getreide selbst mahlen bzw. flocken) ist die Belohnung nun schon deutlich feststellbar; viel bessere Ausdauer; viel Leistungsfähiger; viel ausgeglichener und psychisch fühle ich mich sehr viel selbstsicherer. Noch dazu zeigt auch die Wage weniger an und der prozentuale Körperfettgehalt geht auch noch runter (in der vergangenen Wche um 2%), wobei ich meine sportliche Aktivität (zwischen 8h und 12h / Woche) nicht ausgedehnt habe.
Meine Gedanken gehen eher dahin, dass man den Menschen eher mal sagen sollte wie einfach das Aufhören ist, anstatt durch einen gigantischen Aufwand ihnen zu suggerieren, dass es nahezu nicht zu schaffen ist mit dem Rauchen aufzuhören.

#18 |
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Jürgen Hellwig
Jürgen Hellwig

Was allgemein auffällt ist die Tatsache, dass Rauchen immer noch als Sucht dargestellt wird. Dabei weiß jeder, dass Nikotin in erster Linie ein Gift ist, welches zwar vergiftet aber nicht süchtig macht. Bis jetzt fehlt mir also der Beweis der Sucht.
Zudem ist festzustellen, dass Rauchen irgendwann mal erlernt wurde, meistens in der Pubertät oder kurz danach und die ersten Zigaretten haben alles andere als gut geschmeckt. Rauchen ist immer eine Reaktion auf positiven oder negativen Stress.
Was mich an dem Artikel stört, ist die Tatsache, dass es fast ausschließlich um medikamentöse Interventionen geht. Immerhin ist wenigstens in einem Satz die Rede von Verhaltensänderung. Mag ja sein, dass ich als Hypnosetherapeut in ein Wespennest stoße indem ich sage, dass wir durch Hypnose diese Verhaltensänderung herbeiführen können. Mit dem Rauchen aufhören hat immer etwas mit Eigenverantwortung zu tun. Wenn diese zu 100 Prozent gegeben ist, dann klappts auch mit dem Aufhören. Rauchen ist auch heute noch eingebettet in Strukturen unserer Gesellschaft. Das heißt, es hat gerade im jugendlichen Alter bis hin in dei Phase der Ausbildung etwas mit “Dazugehören” zu tun.
Wenn die Eigenverantwortung nicht ausreichend vorhanden ist, nützt auch Hypnose nichts, nur dass dies hier nicht mißverstanden wird. Ich halte diesen Weg aber immer noch für akzeptabler als eine Impfung oder die Gabe anderer Medikamente

#17 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Was ist “Sucht”? IMHO ist es die Suche des Menschen, nach einem Ritual der Ruhe und Entspannung… Gefördert von den Suchtmachern aus der Industrie, die sich eine goldene Nase am Süchtigen (oder Suchenden?) verdient…

Ich bin mittlerweile über ein Jahr von den Zigaretten weg und immer noch “süchtig”, ich werde auch vermutlich nie wieder ein Leben ohne Sucht haben… So ehrlich bin ich mittlerweile mir selbst gegenüber geworden.

Es ist schade, dass unsere Gesellschaft immer mehr dazu neigt, die Menschen zu verurteilen, anstatt ihnen zu helfen, ihrer Selbst bewusst zu werden und sich den Dämonen zu stellen, die ihr Leben bestimmen.

“Wer such(e)t, findet!” heisst es gemeinhin, aber was finden wir, ausser Missgunst und Hass? Hilfe? Unterstützung zur Selbsthilfe? Weit gefehlt! Nur gegenseitige Angriffe der Fraktionen bestimmen den Tenor der Lager und nicht Wenige sind versucht, einem Lager zuzustimmen. Und das, obwohl mittlerweile doch bekannt sein dürfte, dass wir alle nur fehlbar und klein sind.. Sogar der Papst gibt das zu, nur nicht die selbsternannten “Experten”.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

#16 |
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Dr. med Karen Awiszus
Dr. med Karen Awiszus

Wenn durch die Impfung nur noch ein Teil des Nikotins zentral aufgenommen wird, führt das nicht zu dem Effekt, dass ich noch mehr rauchen muss, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen?
Konnte nachgewiesen werden, dass das Nikotin-Verlangen dadurch tatsächlich reduziert wird?

#15 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Als ein früherer Bundesärztekammerpräsident vom
“sozialverträglichen Frühversterben” sprach hat
man ihn beschimpft.-
Inzwischen lese ich aus einigen Kommentaren hier,
daß es auf den Zeitpunkt ankommt in dem eine Wahr-
heit ausgeprochen wird.
Die Fürsten verkauften ihre Leibeigenen.
Wirtschaftliche Macht ist viel subtiler.-
Wer wird heute nicht alle “für dumm verkauft”–.
Die dreidimensionale euklidische Geometrie
war ein Gipfel griechischer Weisheit und alltags-
tauglicher Sicherheit.. Seitdem ist die Welt
des gekrümmten Raums und der Rotverschiebung
unsicherer geworden.-

#14 |
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Die intensive Antinikotinkampagne provozeirt nicht wenige Meschen.Ich werde häufig mit dem ” Slogan it takes a man to face cancer ” konfrontiert!

#13 |
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Sicher können Psychopharmaka und Ersatztherapie zeitweilig einen gewissen Erfolg sichern – da jedoch eine zur Sucht neigende Person sich bei nicht hinreichender Motivation aufzuhören (Da reicht ja nicht mal da Zeigen von Raucherbeinen in den schlimmsten Stadien) anderen”Möglichkeiten” zuwendet” (siehe Nr. 1) ist die Frage, ob Ersatzdroge oder Pillen überhaupt dauerhaft das Verhalten ändern. Der Erfolg bleibt vorübergehend, wenn die Patienten z. B. in den stressigen Alltag mit den kurzen, zum Rauchen einladenden Pausen zurückkehrt. Falsche Pillen- oder Medikamentengläubigkeit führt da möglicherweise zu “erweitertem” Mißbrauch.

#12 |
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Raucher meiden? Weshalb denn? Solange ich dem Irrtum aufsitze, dass mir etwas Wertvolles genommen wird, ist natürlich jeder Raucher eine Provokation. Habe ich jedoch erkannt, dass die physiologisch angenehmen Wirkungen des Nikotin gewöhnlich binnen der ersten 100 Zigaretten in ein blosses Erleichtern von Entzugserscheinungen übergeht, bleibt nicht mehr viel, das ich entbehren müsste. Im Gegenteil, jeder Raucher wird dann zu einem Menschen, der das leider noch nicht erkannt hat und zu einem wertvollen Übungsobjekt für neue Bahnungen im Gehirn. Rausch mag ein Erhaschen von verlorenen Einheitsbewusstseinszuständen sein, wenn Rausch jedoch in Sucht übergeht ist es aus mit der Mystik. Allan Carr ist ein spannender Anfang. Arbeitet man weiter bei Maja Storchs Ressourcenmodell und Ursula Grohs tiefenpsychologischer Methode sind die Kleinigkeiten, die die ersten Tage des körperlichen Entzugs und die ersten Wochen des seelischen Ungleichgewichts mit sich bringen ein Leichtes und das Verändern von Denkweisen und Gewohnheiten kann ein Auftakt für ein neues Gesundheits- und Lebensbewusstsein an sich sein.

#11 |
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Nach einer schweren Operation musste ich wegen ständiger Übelkeit mit dem Rauchen aufhören. Das war vor 9 Jahren.
Ich habe das Prinzip der Anonymen Alkoholiker angewandt und jeden Tag ohne Zigaretten mir als Erfolg und Ansporn vor Augen geführt und nach 3 Monaten meine letzte Reserve entsorgt.
Aus Gesprächen weiß ich, dass die meisten “Nikotinsüchtigen” große Ängste vor den Entzugserscheinungen haben und sich auf die Position ich-kann-nicht-aufhören zurückziehen. Selbst mit extremen Gefäßkrankheiten, Bronchialkarzinomn und COPD wird bestenfalls “weniger” geraucht.
Information über die Schädlichkeit des Rauchens ist meist sehr stark angstbestzt und wird daher gerne ausgeblendet.
Zudem werden auch nichtrauchende Menschen von schweren Erkrankungen heimgesucht, was für eine rauchende Person eine enorme Argumentationshilfe ist.

#10 |
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Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

Hallo Nr 9.:
(egal ob “Sabine” oder “Dieter”)
Danke! Besser hätte ich (siehe Nr.1) das nicht rüberbringen können.

Gruß, Martin

#9 |
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ach Leute…ich rauche seit 11 Jahren nicht mehr,davor 80-100/Tag.es ist völlig irrsinnig ,raucher zu meiden.bei den unvermeidlichen aufeinandertreffen gibt es dann entweder widerwärtiges gekeife oder es ensteht ein plötzlicher anflug von craving.wieso ethisch/moralisch im allgemeinen? es ist selbstverständlich wichtig, dass ein arzt das rauchen ins gespräch bringt und motivierend zum entzug einwirkt, sicher nicht belehrend von oben herunter. auch wenn es als nichtraucher wirklich leichter fällt!wie vehement meine kollegen oder ich nichtraucher sind,ist für unseren patienten völlig uninteressant.leidenschaft “gegen” etwas kitzelt keine motivation hervor.moralisch/ethisch und anekdotisch unter uns: rauchen schadet auch den nichtrauchern drum herum,immerhin schaden unsere medikamente nur dem,der sie nimmt!ps:ich habe ohne hilfe abgenommen,würde aber heutzutage wegen der gewichtszunahme doch nikotinpflaster nutzen wollen.
ansonsten s.Huxley “The doors of perception”……..huxley ist eine gute anregung

#8 |
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Birgit Mündel
Birgit Mündel

Ich Rauche seid dem 03.02.2011 nicht mehr.
Nach einer Bronschitis.
Birgit

#7 |
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Benno Mertens
Benno Mertens

Allen Carr: “Endlich Nichtraucher” lesen, sich mit Sport belohnen und Raucher meiden ist immer noch der erfolgversprechendste Weg.

#6 |
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Tja, woran mag das wohl liegen, das die Sucht nach Nikotin sich so bizarr festgesetzt hat? Sind es wirklich die biologischen Mechanismen, die wir klären müssen um den körperlichen Entzug zu erleichtern? Nach drei Tagen ist der letzte Rest an Nikotin ausgeschieden, nach spätestens drei Wochen Abstinenz hat sich der hormonelle Gehirnstoffwechsel wieder auf Selbstversorgung umgestellt und die emotionale Balance lässt sich auch ohne Nikotin wieder selbst herstellen. Nachfolgende Verhaltenstherapien können die Abstinzenzquote nach einem Jahr wesentlich verbessern doch auch gesellschaftliche Aspekte können bei der Ursachenforschung nicht ausser Acht gelassen werden. Hierbei geben sich der Staat, der mit 60-80 Prozent Tabaksteuer in Europa einer der Hauptverdiener ist, die Tabakindustrie – unterstützt von einer Crew von hemmungslosen Werbepsychologen und die Medien, die Augenauswischerei statt massiver Berichterstattung betreibt die schmutzigen Hände.

#5 |
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Dipl.Psychologin Doris Konrad-Rückel
Dipl.Psychologin Doris Konrad-Rückel

Das ist ja bitter, dass es nur 5% der Raucher gelingt, eigenständig langfristig abstinent zu werden. Also bloß nicht anfangen mit dem Gift.

#4 |
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Peter Wolff
Peter Wolff

Es wäre schön wenn möglichst viele Menschen zu Nichtrauchern würden (allein schon von den järhlichen Kosten), aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen das man mit einer Impfung einen Menschen der jahrelang Raubbau an seinem Körper begangen hat “bekehren” kann.

#3 |
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Also,werdet zu Nichtraucher!

#2 |
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Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

Leider zu kurz gehüppt! Das Gegenteil von “gut” ist bekanntlich “gut gemeint”:
Sehen Sie sich die Zahlen der Kokainsüchtigen in Staaten (z.B. USA, Sanien) an, in denen bereits seit längeren Jahren restriktive “Antirauchergesetze” herrschen!!!
Beelzebub grüßt Teufel …
Der wunderbare Glaube an die suchtfreie Gesellschaft (siehe auch Huxley/Orwell) ist eine Schimäre! Seit 200.000 Jahren gibt es sie nicht und sie wird es in den nächsten 200.000 Jahren ebenso nicht werden.
Ethisch / moralisch ist die Forderung zum Nichtrauchen übrigens vehement zu bejahen (ich bin ebenso vehementer Nichtraucher!) Die rein fiskalische Argumentation hinkt allerdings noch mehr und ist somit gänzlich untauglich!!! Raucher verursachen bei Licht betrachtet im Gegnteil unter dem Strich WENIGER gesamtgesellschaftliche Kosten! Das klassische Bronchialkarzinom hat bis zum 60. Lebensjahr gearbeitet und “stirbt” dann “NUR” ca. 6-12 Monate lang ohne jemals Rente zu beziehen. Der “gesunde” Mensch “stirbt” nach ca. 20 Jahren Rentenbezug im Durchscnitt ca. doppelt so lange bei weitaus höheren Kosten! (Wie gesagt das ist die rein fiskalische Betrachtung nicht die ethisch/moralische!)
Diese Betrachtungsweise gilt übrigens für praktisch ALLE Präventivmaßnahmen: Sie kosten selbstverständlich mehr als sie “bringen”; alles andere ist Augenwischerei – ehrlicherweise MUSS dies aber in der Diskussion immer wieder erwähnt werden!

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