Diabetes-OP: Weniger Magen wagen

16. Januar 2013
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Fast acht Millionen Deutsche leiden an Diabetes – Tendenz steigend. Das Heidelberger Universitätsklinikum erprobt nun eine OP-Methode, bei der durch eine Magenverkleinerung Diabetes Typ 2-Patienten geheilt und Folgeerscheinungen verhindert werden sollen.

Die zehnjährige DiaSurg-2-Studie mit 400 nur mäßig übergewichtigen Diabetikern (BMI: 26-35 kg/m²) zwischen 18 und 65 Jahren untersucht unter Federführung der Chirurgischen Uniklinik Heidelberg mit fünf weiteren chirurgischen Kliniken (Frankfurter Krankenhaus Sachsenhausen, Münchner Klinikum Bogenhausen, Berliner Charité, Chirurgische Uniklinik Dresden, Klinikum Karlsruhe sowie Kooperationspartnern in Memmingen, Kiel und Düsseldorf), ob ein Magenbypass, bei dem der größte Teil des Magens ausgeschaltet wird, den Blutzuckerspiegel und die Stoffwechselfunktion normalisieren und dadurch Spätschäden der Diabetes zu verhindern kann. 200 Patienten erhalten eine Magenbypass-OP, 200 Patienten werden nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Diabetes durch medikamentöse Therapie behandelt.

Positive Ergebnisse bisheriger Studien

Die neue DiaSurg-2-Studie baut auf den positiven Ergebnissen bisheriger Untersuchungen auf. Bei übergewichtigen Patienten führte ein Magenbypass nicht nur zur Gewichtsreduktion, sondern in vielen Fällen auch zur Heilung oder Besserung der Diabetes, sodass kein Insulin mehr gespritzt werden musste. Eine Heidelberger Pilotstudie – die DiaSurg-1-Studie – an der 20 nur mäßig übergewichtige Diabetiker teilgenommen haben, hat bereits erfolgsversprechende Ergebnisse erzielt. Internationale Studien haben darüber hinaus ergeben, dass der Blutzucker bei Übergewichtigen und Diabetikern durch die Operation normalisiert werden konnte.

In einer kürzlich im “New England Journal” publizierten schwedischen Studie wurden rund 1.700 operierte Patienten mit 1.800 medikamentös behandelten Patienten nachträglich verglichen: Nach 15 Jahren hatten 392 mit Medikamenten behandelte, aber nur 110 operierte Patienten einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt. Bei bisherigen kontrollierten Studien war der Untersuchungszeitraum auf Monate bzw. wenige Jahre nach der Operation beschränkt. Zwei prospektiv randomisierte Studien aus dem April 2012 belegen die metabolische Wirkung unterschiedlicher Adipositas-chirurgischer Eingriffe. Je nach genauem Operationsverfahren erreichten in der Studie von Geltrude Mingrone und Kollegen 75 bis 95 Prozent der operierten Patienten nach drei Monaten einen HbA1c-Wert von ≤ 6,5 Prozent, aber kein einziger der 20 ausschließlich medikamentös behandelten Patienten.

In einer weiteren Studie behandelte Philip Schauer und seine Forschergruppe aus Cleveland 150 Patienten entweder konservativ oder mit zwei unterschiedlichen OP-Verfahren. Die Remissionsraten waren in den Operationsgruppen mit 37 respektive 42 Prozent deutlich niedriger als bei der Mingrone-Studie. Allerdings war Remission in der Schauer-Arbeit mit einem HbA1c-Wert von ≤ 6,0 Prozent definiert. Bei zwölf Prozent der medikamentös behandelten Patienten gelang es, den HbA1c-Wert unter sieben Prozent zu senken. “Diese klinischen Studien zeigten positive Ergebnisse. Bevor die OP aber in die klinische Routine eingeführt wird, müssen wir wissenschaftliche Gewissheit haben, dass sie den Diabetikern tatsächlich langfristig nützt und keine Langzeitschäden auftreten”, berichtet Professor Markus W. Büchler, geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Uniklinik Heidelberg.

Veränderte Hormonausschüttung im Darm

In Deutschland leiden fast acht Millionen Menschen an Typ 2-Diabetes, von denen zwei Millionen mit Insulin behandelt werden. Nach Schätzungen liegen die Behandlungskosten pro Patient bei 6.000 Euro im Jahr. Vielen Patienten drohen langfristig schwere Gefäßschäden an Nieren, Augen und Herz. “Die Zahl der Diabetiker steigt nach wie vor”, sagte Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg. “Trotz optimaler medikamentöser Therapie können wir Langzeitschäden häufig nicht verhindern.” Warum die Bypass-OP wirkt, ist derzeit noch nicht bekannt. An den um 80 Prozent verringerten “Rest-Magen” schließen die Chirurgen direkt den um 1,5 Meter verkürzten Dünndarm an.

Die Verkleinerung des Magens und die Verkürzung der Verdauungsstrecke im Magen-Darm durch Umleitung des Nahrungsbreis sorgen dafür, dass weniger Nahrungsbestandteile aufgenommen und verwertet werden. So gelangt durch die Umgehung des Zwölffingerdarms vergleichsweise unverdauter Nahrungsbrei in die unteren Dünndarmabschnitte. Diese Umleitung ist Auslöser der Hormonausschüttung im Darm. Bei der DiaSurg-2-Studie soll der Wirkmechanismus untersucht werden. Alle 400 Patienten werden zunächst von internistischen Diabetes-Experten untersucht und nach den mondernsten Richtlinien behandelt, bevor sie in eine der beiden Studiengruppen – mit oder ohne OP – zugeordnet werden. “Das könnte ein Meilenstein werden”, sind die Heidelberger Mediziner auf die ersten Studienergebnisse gespannt, die in einem Jahr vorliegen sollen.

Die neue Studie wird von der Manfred Lautenschläger-Stiftung mit 1,5 Mio. Euro unterstützt. “Ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse der DiaSurg-2-Studie Durchschlagskraft haben werden und Diabetikern auf der ganzen Welt ein besseres Leben ermöglichen”, betont Dr. Manfred Lautenschläger, Gründer des Finanz- und Vermögensberaters MLP.

Minimal-invasive Schlüssellochtechnik

Die Adipositas-Chirurgie nutzt bei den unterschiedlichen Varianten zwei Prinzipien, wie Professor Rudolf Weiner aus Frankfurt berichtet: Die Verkleinerung des Magenvolumens (“Restriktion“) und die Verkürzung der intestinalen Resorptionsstrecke (“Malabsorption“). Mit häufigen Komplikationen durch die OP, die minimal-invasiv, also ohne großen Bauchschnitt durch Einführen feiner OP-Instrumente durch die Bauchdecke durchgeführt wird, ist voraussichtlich nicht zu rechnen. Weltweit wurden damit bereits Zehntausende übergewichtige Patienten behandelt. “Die Komplikationen der Magenbypass-OP liegt bei übergewichtigen Patienten, die ein höheres Risiko als die weniger übergewichtigen Diabetiker haben, bei rund zehn Prozent”, erklärt Privatdozent Beat Müller, Leiter der Sektion Minimal-Invasive Chirurgie, der für die Studienleitung verantwortlich zeichnet.

Die schonende Technik sorgt überdies dafür, dass die Patienten schon bald nach dem Eingriff wieder fit sind. Bei allen Patienten wurden die Blutzuckerwerte positiv verändert. Zwei Drittel der Patienten waren ihre Diabetes kurz nach der Operation wieder los. Zudem veränderte sich der Gesundheitszustand insgesamt: Die Operierten verloren an Gewicht, ernährten sich gesundheitsbewusster und litten unter keinen Begleiterscheinungen wie Potenzstörungen oder Krämpfen. Nach ersten Erfahrungen verbessert sich zudem ihre Lebenserwartung deutlich, denn durch Diabetes wird das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko erhöht.

Metabolische Chirurgie

Weil die OP offensichtlich metabolische Effekte hat, ist häufig auch von metabolischer Chirurgie die Rede. Im Jahr 2006 unterzogen sich in Deutschland 1.759, im Jahr 2011 bereits 6.164 Patienten einem Adipositas-chirurgischen Eingriff. Das ist innerhalb von fünf Jahren eine Zunahme von 251 Prozent. Diese Zahlen seien ermutigend, wenn auch im internationalen Kontext noch eher niedrig, konstatiert Matthias Blüher, Endokrinologe und Adipositas-Experte der Universität Leipzig. Eine vor etwa drei Jahren gegründete interdisziplinäre Expertengruppe beschäftigt sich mit den mittlerweile auch in internationalen Journalen gut belegten metabolischer Effekte bestimmter Adipositas-chirurgischer Eingriffe.

Trotz aller Fortschritte in der chirurgischen Versorgung ist für Weiner eines klar: “Die OP allein reicht zur Sicherung des Therapieerfolges nicht aus. Die OP ist für den adipösen Diabetespatienten so etwas wie die Gehstütze für den Orthopädiepatienten. Sie wirkt unterstützend, aber laufen lernen muss der Patient trotzdem noch.” Mit anderen Worten: Patienten, die sich einem Adipositas-chirurgischen Eingriff unterziehen, benötigen eine qualifizierte Vor- und Nachbetreuung sowie einen einzigen Ansprechpartner, der alle notwendigen Maßnahmen koordiniert.

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26 Kommentare:

Ärztin

@ Echhoff:
Sie haben richtig mitgedacht! Auch die Chirurgen diskutieren einen solchen hormonellen Auslöser für Adipositas und Diabetes. Darüber hinaus ist bekannt, dass bei adipösen (diabetischen, bzw mit metabolischem Syndrom)Patienten die Magenverweildauer der Nahrung wesentlich länger ist als bei schlanken nichtdiabetischen Patienten.Mit einer Magenresektion wird die Magenverweildauer auf 0 reduziert, die Nährstoffentnahme der unvorverdauten Nahrung minimiert
Menschen, die sich bereits an eine minimalistische Ernährung gewöhnt haben mögen die Bypassoeration nebenwirkungsarm überstehen, überwiegend aber werden die Patienten von Früh- und Spätdumpingsyndromen mit lebensbedrohlichen Hypoglycämien geplagt. Die weiß man auch in der Chirurgie schon von der Tumorchirurgie des Magens. Nur der Ansatz eine Diabetestherapie durch Magenchirurgie zu betreiben ist relativ neu.
Leider verschweigt Herr Büchler die gefährlichen Nebenwirkungen der verstümmelnden Magen-Bypass-Operation.
Als allerletzten Ausweg, wenn nichts mehr hilft, kann man eventuelle ein operatives Verfahren ins Auge fassen. Grundsätzlich sollte man aber doch versuchen die endokrinologische, genetisch veranlagte Grunderkrankung zu therapieren.

#26 |
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Als Orthopäde im Ruhestand , Examen vor 42 Jahren, habe ich wenig eigene Erfahrung mit dem Diabetes. Kann mich nur auf die Ausbildung stützen, die ich in der Literatur ( DocCheck) genossen habe. Dazu kommt die Erfahrung durch den Umgang mit den Kräutern der traditionellen chinesichen Medizin( und der Akupunktur). Dazu kommt die Erfahrung mit der Elektroakupunktur nach Voll. Die genannten Verfahren sind Expertentherapien, d.h. in den Händen des geübten erfolgreich, aber leider für die Masse der Kollegen verschlossen. Diabetes II läßt sich ( in wieviel Prozent ? )mit den Kräutern behandeln, in der Fachliteratur gibt es etliche Arbeiten darüber. In der orthopädischen Praxis sind es wenige Patienten, die diese Leistung nachfragen, aber ich hatte meine Erfolge.
Spannender ist die andere Beobachtung. In der ElektroAkupunktur nach Voll kann in Sekundenschnelle abgeschätzt werden, ob eine Therapie Erfolg haben wird oder nicht, also ein Sofort- oder Sekundeneffekt. In DocCheck wurde schon einmal über die Magen-Op bei Diabetes geschrieben. Und auch hier zeigte sich ein Soforteffekt. Nämlich unmittelbar nach Eingriff, unmittelbar heißt bei den ersten Laborkontrollen, war HbAC1 normal, Glucose im Serum normal, Insulin normal. Dies kann folgendes bedeuten ( Hypothese):In Jejunum und Magen sind hormonproduziernde Zellen, deren Produkte den Stoffwechsel Richtung Diabetes II steuern und nicht auf Diät reagieren. Diese Hormone sind bislang unbekannt. . Durch den Eingriff kommt es zu einem Ausfall dieser Hormone, der Stoffwechsel kann sich normalisieren.
Hypothese II: Diese unbekannten hormonproduzierenden Zellen werden durch epigenetische Prozesse gestartet, sind deshalb auch a) durch epigenetische Verfahren wie z.B. Pflanzentherapie zu beeinflußen oder b) durch Chirurgie zu entfernen. b) stützt a); a) ist eleganter und hat weniger Nebenwirkungen. Zum Schluß sei noch angemerkt, natürlich gibt es in jedem Kollektiv verschiedene Gruppen, die eine säuft und frißt und schimpft auf die unfähigen Diabetolgen, eine weitere hält sich konsequent und erfolglos an die Anweisungen und ist traurig über das Ergebnis. Diese letzte Gruppe verdient die Bemühungen der Forschung, billige Polemik hat diese Gruppe jedenfalls nicht verdient.

#25 |
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Heike Hampel
Heike Hampel

ich hatte mit 28 Jahren Schwangerschaftsdiabetes, der nach der Schwangerschaft beendet war. Ab 35 Jahre Prädiabetes. Ich habe sofort meine gesamte Ernährung umgestellt auf
” hasenfutter” Konnte damit ganze 15 Jahre das ererbte Gen ( gesamte Familie betroffen) “in Schach” halten. Jetzt ist alles zu spät und der Diabetes hat “zugeschlagen” … was sollte ich jetzt noch umstellen ? Hier schließe ich mich der Meinung meiner Vorgänger an…..mehr forschen wo die wahren Ursachen liegen. Magenverkleinerung halte ich nicht für sinnvoll. Würde ich zumindetens bei mir nicht machen lassen, da ich sowieso wenig esse und fast 0 Kohlenhydrate zu mir nehme.

#24 |
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Bitte: Der Diabetes! Maskulinum! Auch mir dreht sich hier der Magen um!

#23 |
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Katja Weissenfeldt
Katja Weissenfeldt

Ich bin selber davon betroffen und seit dem 21.11.12 Inhaber eines Magenbypasses! Ich habe mich IMMER Gesund ernährt! Leider habe ich sooo viele versch. Erkrankungen…
Fakt ist, dass ich u.a. durch die vielen Lebensmittelunverträglichkeiten, hormonell bedingten Krebs, Insulinresistenz, usw. einen Körper hatte, der trotz gezielter Ernährung und ohne Glucose oder Süßstoffe und schlecht verwehrtbaren KH immer dicker wurde! Trotz Sport und Bewegung war mein Stoffwechsel total runter gefahren! Ich aß fast nur noch Eiweiß, weil nichts anderes mehr ging….. Die Ernährungsberater/Diabetoloen wussten auch nicht mehr weiter!
Drei Tage nach der OP war mein Nüchtern Glucose TOPP! Eine Woche später bekam ich das erste Mal meine Regelblutung! Nach 10 Jahren! Meine Blutwerte sind noch NIE so gut gewesen!
Das finde ich gut! Natürlich weiß ich auch, dass es in ein paar Jahren anders aussieht bzw. aussehen kann! Aber für diesen Moment und für diese Jahre wurde mir sehr geholfen!
Ich habe natürlich lange überlegt und abgewägt! Aber es war bei mir persönlich einfach kein anderer Weg mehr zu gehen! Und ich bereue bis jetzt nichts! Auch, wenn es erst 7 Wochen her ist! Dank meiner Kenntnisse in der Ernährung und der alternativen Heilmethoden komme ich super damit zurecht! Manch einer sollte den Blick über den Tellerrand ruhig einmal wagen!!!!
Und ob ich nun lebenslang Vitamine etc. einnehme oder andere Med….das ist doch letztendlich egal!!!

#22 |
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Ich denke zu einer solchen Operation wird man sich erst entsckließen wenn alle anderen Möglichkeiten (Diät,Bewegung,usw.)ausgeschöpft sind.Diabetiker sind leidgeprüft genug ich glaube nicht daß Diese die Op. favorisieren um wieder “fressen und Cola trinken ” zu können.

#21 |
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Michael Fietzek
Michael Fietzek

“Zwei Drittel der Patienten waren ihre (Plural?) Diabetes kurz nach der Operation wieder los.” – So einfach ist das. Spätestens an dieser Stelle hat sich mir der Magen umgedreht!

#20 |
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angelika dettmer
angelika dettmer

natürlich kann ich als “Nichtfachfrau” das nicht beurteilen, jedoch finde ich solch einen Eingriff bedenklich und schließe mich der Meinung an, mit mehr Bewegung und gesundes Essverhalten erreicht man den selben Efekt ohne OP.

#19 |
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Prof. Dr. med. Christian Albrecht May
Prof. Dr. med. Christian Albrecht May

Schulmedizinische Frage die übrigbleibt: wurde die Studie mit Sham-OPs durchgeführt? Wenn die Patienten (wie ausgeführt) sich nach der OP gesundheitsbewusster ernährt haben, könnte das bereits eine Veränderung herbeiführen.
Prakisch-ärztliche Frage: wie ist die ganzheitliche Nachbeobachtung der Operierten? Nur auf einen Wert zu gucken (in diesem Fall Diabetes in Zusammenhang mit Übergewicht) ist nicht state of the art. Ein Kommentar erwähnte vermehrt Darminfektionen; wie steht es generell mit diesen Menschen nach 5-10 Jahren? Dazu gehört besonders die Beobachtung von Patienten, bei denen es nicht klappte. Die werden meist links liegen gelassen.

Eine bessere Recherche und umfassendere Darstellung seitens des Journalisten wäre wünschenswert.

#18 |
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Traurig, hier ziehen alle an einem Strang, die eine kostenträchtige Methode als ach so überraschendes Non-plus-ultra verkaufen wollen (auch wenn man nicht weiss, warum das angeblich wirken soll). Was da noch nach kommt, weiss keiner. Aber das spielt natürlich keine Rolle. Zustimmung zu allen entsprechenden Kommentaren

#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

Im Jahre 2005 habe ich meinen Diabetes Typ 2 selber entdeckt.
Ich fühlte mich seit einigen Monaten nicht gut und konnte mir nicht erklären warum. Irgendwann kam ich auf die Idee den nüchtern Blutzucker zu messen und der lag bei 170 der HbA1c bei 8,3 sofort habe ich alles Süße verbannt und eine strenge Diät eingehalten. Dadurch konnte ich den Zuckerspiegel soweit senken, dass ich ohne Medikamente auskomme. Mein jetziger NZ liegt bei 75, der HbA1c-Wert bei 4,3. Was besonders wichtig ist, die täglöiche Bewegung mindestzens 3 km zu Fuß gehen. Das wäre eine Alternative für viele Diabetiker mit Typ 2 und würde auch zur Gewichtsreduzierung beitragen.

#16 |
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Medizinjournalist

Was mir im Artikel fehlt sind Verweise auf aktuelle Studien, nach denen der Diabetes nach OP entweder gar nicht zurück ging oder nach ein paar Jahren wieder zurück kam: siehe zum Beispiel hier:

“The study found that many obese Type 2 diabetics who undergo gastric bypass surgery do not experience a remission of their disease, and of those that do, about a third redevelop diabetes within five years of their operation.”
http://well.blogs.nytimes.com/2012/11/28/weight-loss-surgery-may-not-combat-diabetes-long-term/?ref=health#_jmp0_

#15 |
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Ursula Glauser
Ursula Glauser

Eine Bekannte von mir hat einen Magenbypass. Anfänglich war sie begeistert, die Kilos purzelten in Rekordgeschwindigkeit, die Energie kehrte zurück. Sie fühlte sich jung und stark. Doch dann kamen die Darminfekte, einer nach dem andern. Antibiotika, doch keine wirkliche Besserung. Eine Folge des umgangenen Magens? Dort wird der Speisebrei ja auch desinfiziert.

#14 |
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Matthias Loeb
Matthias Loeb

Als Betroffener sehe ich die Sache anders. Ich hatte aufgrund meines regelmäßigen Cortison Bedarfes eine ausgangs Situation in der ich 380 IE Insulin / Tag gespritzt habe bei genau 1000 kcal die ich pro Tag gegessen habe und dabei lag mein Hba1c bei ~10. Die OP ist vor 12 Monaten geschehen, und obwohl ich immer noch regelmäßig Cortison nehme brauche ich kein Insulin mehr mein Hba1c war jetzt bei 4,7 ich esse heute 2000 kcal pro Tag, habe das was ich in den letzten Jahren unter Insulin zugenommen habe wieder abgenommen und habe eine um ein vielfaches höhere Lebens Qualität. Abschließend vielleicht noch so viel zu den Kritikern wen ich zusammen rechne was meine Behandlung in den letzten 12 Monaten vor der OP gekostet hat und was meine Krankenkasse seit dem eingespart hat glaube ich das sie ein Verdammt gutes Geschäft gemacht hat.

#13 |
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Beate Rösch
Beate Rösch

Ganz ehrlich, ich finde das menschenverachtend und wer solche OPs vornimmt begeht Körperverletzung!
Natürlich veschwindet der Diabetes wenn der Magen ruiniert ist. Aber Diabetes 2 ist eine Insulinresistenz und damit reine Ernährungsfolge. Wenn ein Pateint nicht auf den Weg geführt werden kann sein Verhalten zu ändern ist Körperverletzung doch keine Alternative. Und ich wage zu bezweifeln, dass alle die da verstümmelt werden tatsächlich austherapiert sind. Wobei die Frage offen bliebe was “austherpaiert” wirklich heisst.

#12 |
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Weitere medizinische Berufe

Wenn sich die Ärzte einmal mehr Mühe geben würden, wären derartige OP´s nicht nötig. Ich bin Typ I Diabetiker, mir wurde die OP angeboten und ich habe dankend abgelehnt. Nach 5maligem Diabetologenwechsel innerhalb 5 Monaten wurde eine Umstellung der Insulintherapie mit Pumpe vorgenommen. Diese Umstellung hat mir innerhalb knapp 2 Monaten einen Gewichtsverlust von 15 kg sowie einen HBA1C von damals 12+- auf derzeitige 7% beschert. Der Hunger wurde auch weniger. Diabetologen, strengt Euch mehr an kann ich dazu nur sagen!

#11 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

das Problem – gerade auch der Sulfonylharnstoffe – dürfte im FINETUNING/ Anregen des Gasotransmitters Schwefelwasserstoff liegen .Die Überlast führt zum Absterben der Zellen .
Metformin hat keine Schwefelgruuppe .

#10 |
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Arzt

Bei Patienten ohne Complince ist es die beste Lösung zum Schluß…

#9 |
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Arzt

Zu 1: Das muss unbedingt in den Leistungskatalog aufgenommen werden, weil so eine Therapie viel günstiger und vorteilhafter auf dauer ist. Deutschland schleppt wie immer nach und wartet auf alle möglichen Studien und wird es danach noch mal 1000 Mal überprüfen.
In Amerika macht man es schon längst und mit Erfolg.
Die Indikation muss nur richtig gestellt werden mit entsprechenden Chance für konservative Therapien.
Auf Dauer spart man richtig Geld wenn die Dauerfolgen der DM II ausbleiben (als Chirurg kennt man die unendliche Liste der Folge-OPs eines schlecht eingestellten DM II).

#8 |
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Leider hat es sich nicht noch nicht herumgesprochen dass Diabetes wesentlich genetisch bedingt ist. Übergewicht entsteht also häufig in Folge und nicht zwingend als Ursache der Erkrankung. Schuldzuweisungen sind in keinem FAll weiterführend. Ob eine MAgenop hier der richtige Weg ist muss natürlich auch genau abgewogen werden damit der Schaden nicht den Nutzen überwiegt.
Bitte auch auf die Schilddrüse achten, da häufig bei Diabetes eine autoimmune Unterfunktión der Schilddrüse besteh und zusätzlich zu Gewichtszunahme führt.
Die allerwenigsten Fressen(kein nettes Wort- Punktabzug) und trinken Cola.

#7 |
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Dr. med. Hans-Peter Buthut
Dr. med. Hans-Peter Buthut

Wieviel kostet denn die konservative Therapie des Diabetes? Hier läßt sich wohl kein Geld verdienen? Hier handelt es sich um eine wissenschaftliche Studie, die gerade klären soll, ob dieses Verfahren wirklich besser ist. Also bitte weniger Polemik! Antidiabetika kosten auch mehr asl Einlüfe und Aderlässe.

#6 |
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Rettungsassistent

Herzlichen Dank an alle die wieder mal den Diabetiker an den Pranger stellen. Ich fresse natürlich seit Jahren und der Colaumsatz ist dank meiner Behühungen jählich gestiegen.
Trotz vieler Versuche meines- übrigens sehr guten Diabetologen- meine Zuckerwerte in den Griff zu bekommen spritze ich (reichlich) . Meine Dosis stegt fast monatlich -( mein Gewicht auch) und sicherlich würde ich mich auch unters Messer legen damit wenigstens der Rest des Lebens noch erträglich wird.

#5 |
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Altenpfleger

Dieses akademische Rumgejammer … alle Diabetes betroffenen Pat. sind unmotiviert , krankheitsuneinsichtig und therapieresistent ….
Wie armseli und einseitig ist diese Pauschalierung eigentlich …?

#4 |
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Manuela Schultz
Manuela Schultz

jetzt ist nicht nur die Ernährung industrialisiert, nein, jetzt wird auch noch die Medizin industrialisiert. Es dauert nicht mehr lange, dann wird das ganze Leben industrialisiert und so kann vom Anfang bis zum Ende alles ausgebeutet werden.
Nur scheint der Mensch auf Dauer das nur schlecht zu überleben. Immer mehr Menschen erkranken viel tiefgreifender an Leib und Seele und das ist Kostenspielig/unbezahlbar und kein Scherz. Ist die Frage an alle Menschen, egal welcher Beruf, ob sie diesen Weg so weitergehen wollen oder wieder zurück zum natürlichen Leben, wo es normal ist keine Medikamente zu nehmen…….. ;-)und das Essen selber zu kochen und selbst zu bestimmen,was drin ist und was mir gut tut und was nicht.

#3 |
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Siegunde Schuster
Siegunde Schuster

Welche Selbstverantwortung hat der Patient/tin noch?
Welche Krankeheitseinsicht ?

#2 |
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Genau, das ist wieder typisch. Statt den Kohlenhydratverzehr zu reduzieren, soll die Glucoseaufnahme mittels Magenverkleinerung verringert werden. Diese OP sollte auf keinen Fall in den Leistungskatalog der gesetzlilchen Krankenkassen aufgenommen werden! Das unterstützt die Patienten noch in der Ansicht, daß sie sich um die richtige Diabeteseinstellung gar nicht mehr kümmern müssen und weiter fressen und Cola trinken können wieviel sie wollen. Furchtbarer Artikel! Klar, an fast 10 Millionene Diabetikern lässt sich auch einiges mit so einer OP verdienen!

#1 |
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