Homöopathie & Co.: Keine Evidenz – kein Geld

13. September 2016
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Nach dem Tod mehrerer Krebspatienten durch die Behandlung eines Heilpraktikers laufen Standesvertreter Sturm. Sie fordern, Therapien ohne Evidenz zu verbieten – sogar für Selbstzahler. Auch der Druck auf Gesundheitspolitiker wächst.

Vor mehreren Wochen hatten sich in einer alternativen Krebs-Praxis in Brüggen am Niederrhein fünf Patienten behandeln lassen. Drei von ihnen starben kurz darauf, und zwei mussten mit lebensbedrohlichen Symptomen in eine Klinik gebracht werden. Der Heilpraktiker hatte 3-Bromopyruvat als experimentellen Wirkstoff verabreicht, um den Zuckerstoffwechsel zu regulieren. Damit trat er eine bundesweite Diskussion über Grenzen seines Berufsstandes los.

Zweierlei Maß

Die Staatsanwaltschaft Krefeld erklärte, der Heilpraktiker sei grundsätzlich berechtigt gewesen, den nicht zugelassenen Stoff zu verwenden. Aus der fehlenden Zulassung den Schluss zu ziehen, seine Anwendung sei deshalb verboten, sei nicht korrekt. Heilpraktiker dürften in Deutschland derartige experimentelle Verfahren anwenden, solange sie nicht verboten seien.

Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bunds, entgegnet: „Es gibt im Arzneimittelrecht keine Bestimmung, die diese bindenden Regelungen für sämtliche klinischen Studien im Fall von Heilpraktikern außer Kraft setzen würde.“ Er verweist auf geeignete Einrichtung von angemessen qualifizierte Prüfer beziehungsweise Studienleiter. „In meinen Augen wäre es ein massiver Wertungswiderspruch, wenn Ärztinnen und Ärzte sich an all diese Bestimmungen halten müssten, Heilpraktiker sich aber darüber hinwegsetzen könnten“, ergänzt Henke.

„Keine Überlegenheit gegenüber Placebos“

Mehr und mehr Politiker teilen seine Sichtweise. „Wir wissen nichts über das medizinische Wissen dieser Leute, nichts über ihre Methoden, nichts über die Komplikationen ihrer Therapien“, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegenüber dem Spiegel. Er fordert von Heilpraktikern, Behandlungen zu dokumentieren, wie dies bei Ärzten schon längst üblich sei.

Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt“, erklärte er gegenüber der FAZ. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs müsse eine homöopathische Therapie auch Selbstzahlern untersagt werden können, so lange die Wirksamkeit nicht mit Studien belegt worden sei. Hecken fordert „klare Verbote“, auch bei der Homöopathie. „Es gibt keine Überlegenheit gegenüber Placebos“, sagt er mit Hinweis auf eine australische Studie.

Unterstützung erhält Hecken vom Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Ohne nachgewiesenen Nutzen dürfe es keine Finanzierung durch GKVen geben, so Gassen. Das Geld solle eher in die unterfinanzierten ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen der Regelversorgung fließen.

Gesetze neu überdenken

Rudolf Henke wünscht sich jetzt, „die Regelungen des Heilpraktikerwesens völlig neu zu überdenken“. Zum Hintergrund: Das Heilpraktikergesetz und die erste Durchführungsverordnung gelten in weiten Teilen noch in ihrer Fassung aus dem Jahr 1939. Entsprechende Hürden – ein „Volksschulabschluss“, Gesundheit, keine Vorstrafen und eine Prüfung – sind vergleichsweise niedrig. Im Examen selbst werden klassisch-medizinische Inhalte, aber kaum alternative Therapien, abgefragt. Jetzt ist der Druck auf Gesundheitspolitiker groß, endlich aktiv zu werden.

33 Wertungen (4.79 ø)

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24 Kommentare:

Gast
Gast

Die ier vertreteren Heilprakterinnen sind ja süß….

[Kommentar wegen Beleidigung gekürzt]

#24 |
  1
Torquemada
Torquemada

Uih…., großes Kino, aber der Spruch ist so alt und kalt.
Was ist daran noch spannend? Gääääähn

“Die Großinquisitoren des “Homöopathie Netzwerks” sind mal wieder auf den Plan gerufen worden.” Dann meldet sich der Großinquisitor doch mal persönlich.
Ehre wem Ehre gebührt.
Wenn es wieder mal um die HP-Märtyrer-Pflege geht, ist das doch das mindeste, was wir tun können. Taschentücher gefälligst?

Angenehm und hilfreich ist natürlich für potenzielle Opfer, dass die Branche ihre geistige Unbeweglichkeit, ihr SEHR limitierten „Argumente“ und Gesinnung dokumentiert. Soweit, so gut.

Nur ist das laaaaaaaaaaangweilig.
Kann sich die Szene noch nicht einmal einen vernünftigen Demagogen leisten?
Also so wird das nichts. Jämmerlich.

Wenn HP’s anfangen zu jaulen, ist das genauso, als wenn jemand mit einem Nudelholz zur Schießerei geht.
Dabei habe ich mir extra ein 10 m tiefes Loch gegraben, um intellektuell auf euer Niveau zu kommen…. Und dann kommt so was.
Jetzt habe ich keine Kraft mehr in den Armen. Ihr müsst mir schon ein wenig entgegenkommen.
Ich weiß ihr könnt das.
Verleumden, Beleidigen, Behaupten, Bedrohen sind doch die Stützpfeiler der Branche.
GEBT EUCH MAL GEFÄLLIGST ETWAS MÜHE!

#23 |
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K.H.
K.H.

Alles klar. Die Großinquisitoren des “Homöopathie Netzwerks” sind mal wieder auf den Plan gerufen worden. Mal ne spannende Frage: Wer finanziert eigentlich EUCH???

#22 |
  18
Lanzelot
Lanzelot

“Einige onkologische Kliniken bieten zu schulmedizinischen Verfahren integrative Heilmethoden an.”
“Kliniken” wie die des Hr. Ross?
Obwohl, der hat ja gänzlich ohne Medizin gewurstet, mangels Qualifikation.
Nur wenn sie Kühlhäuser brauchen für die Toten, dann kommt die Klinik.

So sieht die Grundlage seriösen Handelns aus.
http://www.ccc-netzwerk.de/onkologische-spitzenzentren.html
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html

Und wenn wir Patienten verlieren, ist das in jedem einzelnen Fall eine Niederlage. Kein HP und irgendeine seiner ganzheitlichen, feinstofflichen und “integrativen” Schwurbel-Methoden wird daran etwas ändern.

Eine grotesk anmaßendes Selbstverständnis von medizinischen Laien.
Aber keine Seltenheit, begründet auf anekdotischer Evidenz.
Und unter fleißiger Gestaltung der HP-Märtyrer-Rolle.

#21 |
  2
Karin Mittermeier
Karin Mittermeier

Einige onkologische Kliniken bieten zu schulmedizinischen Verfahren integrative Heilmethoden an. Sie stellen so in Absprache mit dem Patienten die Therapie zusammen und versuchen das jeweils Beste im individuellen Fall herauszuholen mit allen beteiligten Therapeuten.
Schade,dass viele nur das eine oder andere sehen, nicht das sowohl als auch.
Die Kommunikation mit dem Patienten und eine ehrliche Aufklärung was die einzelnen Therapien für ihn leisten können und welche Risiken sie bergen ist eine der wichtigsten Komponenten in der Arbeit mit einem Patienten, egal welche Therapeuten daran beteiligt sind.
Gott sei Dank gibt es sowohl auf Seiten der Ärzte und der Heilpraktiker Menschen, die dazu bereit sind.
HP

#20 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Ad 15) Da der Name des Patienten immer geheim bleibt, kann man alles Mögliche behaupten, was insbesondere Erfolge oder Nebenwirkungen betrifft. Das Erstgepräch wird immer unter mindestens 4 Augen geführt. Erst wenn besondere Methoden für notwendig erachtet werden, sollten Zeugen hinzugezogen werden mit Einverständnis des Patienten, um objektiver urteilen zu können. Die Zeugen brauchen den Namen des Patienten nicht zu wissen.

#19 |
  0
zumindest…
zumindest…

… wissen wir inzwischen, dass Lauterbach jahrelang im Rhön-Aufsichtsrat mitgemischt hat. In Regierungsverantwortung hätte er ja mal seinen Worten Taten folgen lassen können und das deutsche Gesundheitswesen reformieren können. Aber er schreibt wohl lieber Bücher, gibt (kritische?) Interviews und beglückt die Fernsehnation in Talk-Pfofilierungs-Shows…

#18 |
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Mr. Evidenz
Mr. Evidenz

Schaut euch mal diesen Beitrag an: http://blog.gwup.net/2016/09/14/karl-lauterbach-kritisiert-die-typischen-heilpraktiker-marchen/

Eso-Barbara möchte doch wirklich die Heilpraktiker durch ein Studium adeln. Es glaubt doch niemand, dass das Studium auf Grundlage von Wissenschaft und evidenzbasierter Medizin zu tun hat.

Ich zitiere mal aus dem GWUP Blog Beitragm Karl Lauterbach wird sagt:
“Wir haben hier eine riesige Rechtslücke. Die über 40 000 Heilpraktiker in Deutschland dürfen alles einsetzen, was nicht nachgewiesenermaßen schädlich ist. Wir wissen nichts über das medizinische Wissen dieser Leute, nichts über ihre Methoden, nichts über die Komplikationen ihrer Therapien. Es ist alles eine riesige Blackbox.”

Und so geht es weiter:

Spiegel: Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens von den Grünen unterstützt die Idee, dass Heilpraktiker in Zukunft ein Studium absolvieren sollen. Was halten Sie von dieser Idee?

Lauterbach: Nichts. Ich warne sogar vor der Pseudoaufwertung dieses Berufs. Warum sollte man ein Fach mit einem universitären Abschluss belohnen, dass sich nicht an die Regeln der Wissenschaft hält? Ich bin ja auch gegen einen Master in Astrologie oder Alchemie.””

#17 |
  2
cand. pharm.
cand. pharm.

Ich bin enttäuscht, dass noch keiner der Pseudomedizinbefürworter “Wer heilt hat Recht” in den Raum geworfen hat.

Heilpraktiker und Homöopathie sind einer aufgeklärten Gesellschaft (oder auch nicht, schaut man sich solchen Hokuspokus an) im 21. Jahrhundert unwürdig.

#16 |
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Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

@Manfred Lothar Dietwald
Ihren Beitrag verstehe ich nicht. Er ist mir doch etwas zu einfach gestrickt.

#15 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Wer neuartige Heilungen versucht, sollte mindestens 2 Zeugen, die alles Wesentliche zeitnah dokumentieren, vorweisen können. Nur so lassen sich etwas objektivere Berichte verfassen. Diese Zeugen müssen unparteiisch sein. Suggestion und Hypnose sind damit ausgeschlossen. Wenn der Patient oder ein Zeuge eine ärztlche Weiterbehandlung für erforderlich hält, sollte dieser Meinung stattgegeben werden. Es gibt soviel homöopathisches Wissen, dass dieser Forderung nachgegeben werden kann. Krebsbehandlung sollte ohne Wenn und Aber in die Hände von Ärzten gehören.

#14 |
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Nicht lustig
Nicht lustig

Plötzlich wünschen sich die Unheilpraktiker und Homöo-Schwurbler eine sachliche Diskussion? Nö, wozu das denn plötzlich?
Ihr gepflegtes edles Image in Gefahr
Die überall gescheiterten, nicht mehr im weißen Kittel mit Stehtoskop um den Hals
Nicht die feine Klinge, sondern die Kelle ist angesagt

“”Wir wissen in diesem Fall Gottseidank nichts weiter außer,””
Wieso Gott sei dank? Freuen sich die HP jetzt schon, das es womöglich, an der nicht exakt nachvollziehbaren Ursache scheitert, wie widerwärtig ist das denn

Kommen auch noch die üblichen HP- und Homöo-Sprüche wie:
“Die wären sowieso gestorben” oder “er hat seine inneren Konflikte nicht beseitigt” Hatten wir alles schon

Geht direkt weiter, sind die nächsten Substanzen schon am Start??
Ach nee, das macht ja nur die pöse Farmer-Indsutrie
Und danach werden die Opfer der HP-Branche wieder zum Sterben ins Krankenhaus geschickt. Same Procedure

“werden nicht in der Presse verhandelt”
Warum nicht, nur weil es um die Mimimi-Branche geht, nachdem sie keine Gelegenheit auslassen, sich als bessere Mediziner zu verkaufen, ohne jede Qualifikation

Ich hoffe, das die Diskussion nicht sachlich verflacht, denn die Branche hat sich über Jahre mit Unsachlichkeit profiliert

Die bösen Ärzte und die Farmer-Industrie, die alle krank halten
Sich nicht kümmern und nur Medis verschrieben, wollen alle nur Geld
Kaum ein Tag wo nicht eine Schlagzeile lanciert wurde, die vielen Toten, Chemotherapie, Impfen, alle werden vergiftet.
Man sollter einige HP- und Homöo-Seiten mal flächendeckend verlinken, damit der normale Kunde ein Bild davon bekommt, wessen Geistes Kind in der Branche wohnt
NIEMALS musste einer der HP-Verleumder einen Beweis liefern
Alles durfte einfach behauptet werden

Während der Gut-Mensch aus der HP-Branche selbstredend kostenlos arbeitet
Und an seiner Märtyrer-Rolle arbeitet

Sie haben jahrelang Proaganda betrieben und wollten sich als Alternative zur Medizin etablieren
Finden sie sich damit ab, dass sind sie nicht und werden sie nie
Eine gute Gelegenheit wieder in die Realität zu finden
Werden sie endlich erwachsen

Und wenn es existenziell wird, egal. Geht es halt zurück zum Jobcenter
Machen sie eine Ausbildung zum Pfleger, das wird gebraucht, kein Möchtegern-Alternativ-Mediziner

#13 |
  11
Paja
Paja

@11: Jens Behnke, Lobbyist der Globuli-Industie
Da haben Sie sich ja richtig Mühe gegeben mit der neuen Website.
War wohl bitter nötig aufgrund des Gegenwindes der Herren Henke, Lauterbach und Gassen sowie seitens INH (http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/)
Welche der beiden Webseiten wohl die wissenschaftlich seriöseren Informationen bereitstellt? (Sie dürfen nicht dreimal raten!)
Kommt nur raus aus Eurem “Elfenbeintürmchen”, ihr irrgläubigen Verschüttler und Verdünnisierer, klärt Eure Patienten auf, legt “Eure” Fakten auf den Tisch.
Es kann nicht schaden, wenn die Leute endgültig erkennen, dass dieser Kaiser nackt ist.
Beispiel der Unseriösität aus ihrer Website gefällig? Zitat: “Einsatz des homöopathischen Mittels Oscillococcinum zur Behandlung von Grippe. Die Studie hat nachgewiesen, dass Oscillococcinum wirksam in der Behandlung von Grippe”
Oscillococcinum??? Das ist nicht Ihr Ernst! Nichts Besseres gefunden oder zahlt Boiron was dafür? Sie liegen doch nachts wach und müssen dabei kichern, wenn Sie an Oscillococcinum denken, diese 20-Millionen-Dollar-Ente, die mit Abstand größte Patienten-Verarsche in der homöopathischen Glaubenslehre:
http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Oscillococcinum

#12 |
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Jens Behnke
Jens Behnke

“Prominente Personen des öffentlichen Lebens äußern sich oft sehr kritisch gegenüber der Homöopathie, aber nur sehr wenige Menschen hatten bisher die Gelegenheit, selber die Fakten zur Homöopathie-Forschung nachzulesen.

Nachfolgend geben wir die am häufigsten wiederholten Aussagen zur Homöopathie wieder und schauen im Anschluss, inwiefern sich diese mit den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen decken.”

https://www.hri-research.org/de/homeopathy-faqs/

#11 |
  24
Erwin Schmitz
Erwin Schmitz

@Lars Mischer hier geht es nicht um Misserfolge der Schulmedizin, sondern um eine mögliche Gesetzeslücke sowie Gefährdung von Menschen. Beschweren Sie sich bei einem Artikel über Bananen auch, dass die Mango nicht ausreichend gewürdigt wurde? Verweisen Sie dann auch auf die Milliarden von Menschen, die in der Geschichte der Medizin geheilt bzw. gerettet wurden im Gegensatz zur Homöopathie, die nachweislich gar nichts bringt außer Haushaltszucker mit 600% Aufschlag zu verkaufen?

Ein Fingerzeig auf Fehler in der Schulmedizin macht die Probleme im homöopathischen Sektor nicht besser, sondern ist lediglich der billige Versuch vom Thema weg auf einen Nebenkriegsschauplatz auszuweichen.

Wir sollten froh sein, dass die Wirkungslosigkeit von homöopathischen Medikamenten sowie die Befähigung von Heilpraktikern endlich auf dem Prüfstand steht. Warum sollte die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten finanziell für einen Hokuspokus geradestehen?

#10 |
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Mr. Evidenz
Mr. Evidenz

Das Problem ist vielschichtig.
Fakt ist, es gibt Medizin und Pseudomedizin. Es gibt keine Alternativmedizin. Entweder ist die Wirkung belegt oder nicht. Wenn sie belegt ist, ist es Medizin. Natürlich gibt es Medikamente, deren Wirkung nicht sauber belegt ist oder viel schlimmer, deren scheinbarer Effekt ein statistisches Artefakt ist (File-Drawer-Problem etc.). Daher gibt es nur einen sinnvollen Maßstab. Ist die Evidenz vorhanden oder nicht. Ist das belastbar belegt.

Gerade Heilpraktiker und viele Anhänger der “Alternativen Medizin” haben ein erschreckend geringes Verständnis davon, wie man sich vor Täuschung und Selbsttäuschung schützt, was wissenschaftliche Methoden sind und wie man diese auch mißbrauchen kann, wie man kritisch denkt und wie man gute von schlechten Ideen unterscheidet. Die Naiven, Unreflektierten fabulieren dann a la “Ich hab aber die Erfahrung gemacht”, was leider methodisch ein Armutszeugnis ist, zumindest wenn man von Confirmation Bias, Dunning-Kruger-Effekt, kognitiven Verzerrungen/Täuschungen etc. noch nie gehört hat. Das würde für eine bessere methodische Ausbildung sprechen. Solange Heilpraktiker und Homöopathen aber glauben, dass sie das bessere, ganzheitliche Verständnis von Krankheit, Gesundheit, Heilung etc. haben, muss man klare Worte finden. “NEIN – DAS HABT IHR NICHT”. Ihr seid auf dem Irrweg.

Die Grundannahmen der Homöopathie sind falsch.
Weder gibt es in der Natur das Phänomen “Ähnliches durch Ähnliches heilen” noch wirkt ein Mittelchen besser, je stärker es verdünnt (potenziert) ist. Das ist Aberglaube aus der Zeit in der es noch keine wissenschaftliche Medizin gab. Aberglaube schlägt Vernunft und Verstand und mit der Haltung lässt man diese Menschen auf Patienten los.

Man kann nur hoffen, dass die Politik endlich handeln, aus ethischer Verantwortung den Bürgern gegenüber. Schützt uns Patienten vor Heilpraktikern und Homöopathen und bezahlt Ärzte endlich wieder dafür, dass sie mit dem Patienten auch mal sprechen können.

#9 |
  5
Anton Abelard
Anton Abelard

wie im Titel angedeutet Homöopathie und Co, muss zu allererst gesagt werden, dass es sich nicht im geringsten um eine homöopathische Therapie gehandelt hat. Da versuchen Unkundige bewusst oder unbewusst eine Therapieform zu diskreditieren, die in diesem Kontext definitiv nichts damit zu tun hat. Ansonsten sollte sich Herr Hecken intensiver mit dem Thema auseinandersetzen bevor er Halb- und Falschwissen über die Homöopathie hinaus brüllt. Aber Vorurteile zu kolportieren ist gegenwärtig en Vogue in unserer Gesellschaft und der Politik.
Des Weiteren sollte man ohne Kenntnis der Umstände nicht einen gesamten Berufszweig in Bausch und Bogen verdammen. Wir wissen in diesem Fall Gottseidank nichts weiter außer, dass es sich um eine auch in der sogenannten wissenschaftlichen Medizin in der Erprobung befindliche Substanz handelt. Die Umstände, wie es zu den Todesfällen gekommen ist, werden nicht in der Presse verhandelt sondern sind für die Ermittlungsbehörden wichtig.
Folglich sollte man mit verbalen Rundumschlägen zurückhaltend sein.
Ob Arzt oder Heilpraktiker sollte man immer seine Grenzen kennen und sich im Austausch mit anderen befinden um nicht seinem eigenen Wahn aufzusitzen.

#8 |
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Gast
Gast

Schützt endlich Patienten vor Scharlatanen und Ihren Fantasiemethoden und Fantasiediagnosen usw. Was wirkt muss belegt sein. Wunschdenken ist unethisch .

#7 |
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Es müsste doch zu denken geben, dass zu Lande (Auto- und Bahnverkehr), zu Wasser und in der Luft immer ausgerufen wird: “IST EIN ARZT AN BORD?” und nie “ist ein Heilpraktiker an Bord?” Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

#6 |
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Arzt
Arzt
#5 |
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Chemiker

Herr Mischer, hier geht es nicht um Misserfolge. Vor denen ist keiner gefeit.
Es geht hier darum, ob jemand ohne medizinische und pharmakologische Ausbildung einfach so irgendwelche Chemikalien an Menschen ausprobieren darf. Heilpraktiker dürfen, Ärzte nicht.
Soll Ersteres etwa so bleiben?

#4 |
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Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

@Dr. Andreas Madaus
Ganz ungeniert und ohne jede Hemmung gehen Sie mit persönlicher Diffamierung gegen Kritiker vor.

Sie sollten sich schämen.

Egal was Herr Hecken macht oder nicht, ob mit Erfolg oder ohne Erfolg, es hat keine Bedeutung. Von Bedeutung ist, ob ein Mittel oder eine Methode wirkt oder nicht.
Ein Erklärung dafür, warum etwas bezahlt werden soll, dass nachweislich nicht wirkt, haben Sie nicht gebracht.

#3 |
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Lars Mischer
Lars Mischer

Leider werden wieder einmal Misserfolge einzelner Heilpraktiker in Ihrer Therapie als Misserfolge ganzer Berufszweige dargestellt um diese zu denunzieren. Es verliert hierbei keiner ein Wort über die Misserfolge der Schulmedizin und die daraus resultierenden Folgen für Betroffene. Aber das sind wir ja in unserer Gesellschaft bereits gewohnt. Man sollte niemals vergessen das die Heilung oder Besserung einer bestehenden oder entstehenden Störung IMMER VOM EIGENEN KÖRPER realisiert wird!!! Alle Therapien, alternativ und schulmedizinisch, stellen lediglich eine Unterstützung der Körpereigenen Heilenergien dar.

#2 |
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Apotheker

Herr Hecken ist weder Pharmazeut noch Arzt. Er sollte daher sich in dieser Sache doch einmal zurückhalten. Aber als bisher eher erfolgloser Politiker, muss er sich überall einmischen

#1 |
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