How to med it: Knietotalprothese

9. März 2011
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Dem Arzt bei der OP über die Schulter schauen - das geht jetzt auch von zu Hause aus. In der Reihe "How to med it" zeigen wir Euch diesmal in Bildern und einer Schritt-für-Schritt-Beschreibungen, wie eine Knietotalprothese eingesetzt wird.

Bei einer OP zuzuschauen ist für viele Studenten besser als Kino, schließlich sieht man hier endlich mal, wie bestimmte Eingriffe, die man aus Büchern kennt, in der Praxis aussehen. In der Reihe “How to med it” geben wir Euch Einblick in diverse Operationen, in Form von Bildern, Videos und Schritt-für-Schritt-Beschreibungen. Dieses mal zeigen wir Euch, wie eine Knietotalprothese eingesetzt wird:

Primäre Knietotalprothese (Sigma/ PFC curved)

Die häufigste Ursache für den Einsatzes einer Knietotalprothese ist die Arthrose. Im Falle einer Arthrose am Knie spricht man dabei von einer Gonarthrose. Diese ist eine langsam progrediente, nicht-entzündliche, degenerative Veränderung (Arthrose) des Kniegelenks, die zu einer progressiven Zerstörung des Gelenkknorpels und anderer Gelenkstrukturen führt. Ziel der Knietotalprothese ist die Wiederherstellung der Belastbarkeit, der Beweglichkeit und der Stabilität.

Operationsverlauf

  • Anlegen einer sterilen Blutsperre.
  • Antero-lateraler Längsschnitt in Flexion des Kniegelenkes, Mediale Arthrotomie.
  • Darstellen des medialen Tibiakopfes. Ablösen der Kapsel lateral und Eversion der Patella.
  • Unterfahren der proximalen Seitenband– und Popliteusinsertionen mit den Langenbeckhaken.
  • Das vordere Kreuzband ist noch intakt. Markieren des Eintritts für den femoralen, intramedulären Zielstab ventral des hinteren Kreuzbandes.
  • Bohren des Eintrittsloches und Einführen des intramedullären Zielstabes nachdem zuvor mit dem dünnen Stab der Markraum entlastet wurde.
  • Entlang der Schablonen für den distalen femoralen Schnitt wird gesägt, distale Resektion.
  • Messen der femoralen Grösse mit der Schablone und markieren der Rotation mit zwei Pins.
  • Die Referenzierung erfolgt ventral. Überprüfen der medialen und lateralen Bandspannung in Flexion entlang der vorgehaltenen Tibiaresektionslehre.
  • Aufsetzen des Kombiblockes für die ventro-dorsalen Schnitte sowie die Schrägschnitte für den Femur.
  • Darstellen der Tibia. Einbringen des extra-medulären Tibia-Zielinstrumentes.
  • Tibiale resektion.
  • Aufspreizen des Flexion-Gaps mit dem Arthrodesenspreizer und Resektion der posterioren femoralen und tibialen Osteophyten mit dem gebogenen Osteotom.
  • Die, in Flexion und Extension rotationsfreie, Position des Probe-Tibiaplateaus wird mit dem Elektrocauter markiert.
  • Patella wird reseziert. Zur Zentrierung der Patella wurde das Lig. patello-femorale lateral durchtrennt.
  • Zementiert wird mit Palacos. Nach Aushärten des Zementes, entfernung von überstehendem Zement. Sorgfältiges Reinigen der Gleitflächen.
  • Öffnen der Blutsperre, Kontrolle der Blutstillung. Einlegen einer Handyvac Redon Drainage. Naht der medialen Retinacula mit je einem Stich nicht resorbierbarem Nahtmaterial, proximal und distal der Patella.
  • Fortsetzen dieser Naht mit Einzelknopf Nähten. Subcutane Naht atraumatisch und fortlaufend und Hautverschluss mit Klammerapparat.

Quelle

Bilder und Beschreibung wurden von Yvonne Rotzler, operationstechnische Assistentin, bereitgestellt. Die ganze OP gibt es auch im Flexikon nachzulesen.

Die Carotis Thrombendarteriektomie von Dr. med. Karl-Heinz Günther, die ebenfalls schon “How to med it”-Thema war, könnt Ihr Euch hier nocheinmal ansehen.

7 Wertungen (4.57 ø)
Allgemein

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1 Kommentar:

Operationstechnische Assistentin

Hallo Alex
Ja die Implantation der Prothese findet sogar ganz in Flexion des Knies statt, nur zum testen der Probeprothese und danach am Schluss beim Wundverschluss wird das Bein gestreckt.
Viele Grüsse
Yvonne Rotzler

#1 |
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