Dr. med.: Titel oder Titelchen?

9. März 2011
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Reine pro forma-Forschung für das Türschild der Arztpraxis oder elementarer Bestandteil der wissenschaftlichen Ausbildung? Die medizinische Doktorarbeit wird unter Akademikern kritisiert und belächelt. Ist sie noch zeitgemäß?

80% aller Medizinabsolventen promovieren. Ein immenser Wert, vergleich man ihn mit anderen Fächern wie zum Beispiel den Ingenieurwissenschaften. Hier setzen nur 12,8% ihrem Studium noch eine Doktorarbeit auf1. Das mag bei den Medizinern am deutlich geringeren Umfang und wissenschaftlichen Anspruch liegen oder daran, dass sie schon während des Studiums angefertigt werden kann. Aus diesem Grund wird sie auch nicht vom European Research Council als gleichwertig mit Dissertationen anderer Fächer oder gar dem im angelsächsischen Raum üblichen PhD-Titel anerkannt.

Wissenschaftsrat gegen derzeitige Form

Auch der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung hinsichtlich der strukturellen und inhaltlichen Entwicklung von Hochschulen, Forschung und Wissenschaft berät, bemängelt die Praxis der Verleihung von medizinischen Doktortiteln immer wieder. “(…) es hat sich eine Art akademisches Gewohnheitsrecht entwickelt, demzufolge die Verleihung des Doktorgrades weitgehend unabhängig von der Qualität der Promotionsleistungen erfolgt”, so der Wissenschaftsrat schon in 20042. Er fordert weiterhin die Bindung der Verleihung des Doktorgrades an entsprechende Maßstäbe, die mit den übrigen Naturwissenschaften vergleichbar sind.

Alles nur Prestige?

Aber ist das die Lösung des Problems? In der Bevölkerung ist die Gleichsetzung der Begriffe “Doktor” und “Arzt” weit verbreitet. So reicht im Krankenhaus oft das tragen eines weißen Kittels um mit Herr oder Frau Doktor angesprochen zu werden. Umgekehrt werden promovierte Patienten zunächst panisch gefragt ob es sich bei ihnen um Fachkollegen handle. Fragt man junge Mediziner, befürchten sie gerade als niedergelassene Ärzte einen Ansehensverlust wenn kein “Dr. med.” auf ihrem Praxisschild stände. Die Zeiten, in denen die Promotion einen Vorteil im Bewerbungsgespräch darstellte, sind dank des Ärztemangels schon seit einiger Zeit vorbei. Allerdings ist sie prestigesteigernd wie kaum in einem anderen Fach. Chefarzt zu werden, gerade an einem Uniklinikum, ist ohne einen Doktortitel praktisch unmöglich. Und das obwohl es unter den promovierten und nichtpromovierten Kollegen sicherlich kaum einen Kompetenzunterschied gibt.

Der Dr. med. ist kein “richtiger” Doktor

In akademischen Kreisen wird der medizinische Doktortitel belächelt. Nicht zu unrecht, so ist die Arbeit meist vom Umfang her mit Diplom- oder Masterarbeiten zu vergleichen und auf gar keinen Fall mit Dissertationen in anderen naturwissenschaftlichen Fächern. Dennoch tun sich viele Medizinstudenten mit dem Abschluss ihrer Arbeiten schwer. Wird eine aufwändigere Arbeit angefertigt, um zum Beispiel später in die Forschung gehen zu können, ist eine Verlängerung der Studienzeit auf Grund der Doppelbelastung fast immer unausweichlich. Nicht selten wurden vor dem erfolgreichen Abschließen einer Promotion schon die eine oder andere abgebrochen. Das liegt zum einen am zeitlichen Aufwand, der dann doch nicht parallel zum Studium aufwendbar ist, oder an einer unzureichenden Betreuung. Die starken Unterschiede in Qualität und wissenschaftlicher Relevanz, machen eine einheitliche Wertschätzung unmöglich.

Quo vadis Doktorarbeit?

Während viele die Abschaffung der traditionellen Form und die Vergabe des Titels mit Abschluss des Studiums befürworten, plädieren andere für das Erlernen von wissenschaftlichem Arbeiten durch die Anfertigung der Doktorarbeit. Auch unter den Studenten herrscht Uneinigkeit bei dem Thema. Als eine Möglichkeit sehen einige die Anlehnung an das US-amerikanische System. Die direkte Vergabe des Titels an Absolventen in Form eines MD (Medizinischer Doktor), der dem Namen angehängt wird. Qualitativ hochwertige Forschung könnte trotzdem, beispielsweise in Form eines PhDs, belohnt werden. An einigen Universitäten ist es sowieso schon seit einiger Zeit Gang und Gäbe, dass die Studenten wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen des Studiums anfertigen müssen und die Lehre akademischer Arbeitstechniken damit bereits Teil des normalen Curriculums ist.

Fazit

Sowohl die Deutsche Forschungsgesellschaft als auch der Wissenschaftsrat kritisieren die derzeitige Situation. Aber die deutsche Hochschulmedizin ist träge und traditionell geprägt. Auf Veränderungen werden wir wohl noch lange warten müssen. Als Studenten stehen wir auch weiterhin vor der schwierigen Entscheidung ob es wichtiger ist, sich auf sein Studium zu konzentrieren, keine Zeit zu verlieren oder einen nichtssagenden Titel vor dem Namen zu tragen. Professoren und Klinikchefs sollten sich daher in Zukunft noch mehr fragen: Was sagt ein Doktortitel wirklich aus?

Quellen

1 Quo vadis Promotion? Doktorandenausbildung in Deutschland im Spiegel internationaler Erfahrungen, www.hrk.de (Datei)
2 Empfehlungen zu forschungs- und lehrförderlichen Strukturen in der Universitätsmedizin, Wissenschaftsrat (2004)

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Allgemein

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13 Kommentare:

Sara Klingebiel
Sara Klingebiel

nun, so deutlich wie linda würde ich es nicht sagen wollen, aber…

@ alfons: (weiß zwar nicht, ob Ihre aussage auch auf meinen kommentar bezogen war, aber egal) ich habe ja nicht gesagt, dass man durch anfertigen einer doktorarbeit keinen kompetenzzuwachs erhält – ganz im gegenteil. ich meine nur, dass eben personen, die zwar medizin studiert haben, aber keine doktorarbeit geschrieben haben, im berufsleben nicht benachteiligt werden sollten (ob nun von patienten, die denken, dass es keine richtigen ärzte sind oder bei bewerbungen für eine höhere stelle). denn ich denke, die für das arbeiten im krankenhaus wichtigen kompetenzen bekommt man auch ohne doktorarbeit (sh. kommentar von ¿endlich arzt!¿) ¿ sonst wär es ja unverantwortlich, dass jetzt ja schon ärzte ohne ¿doktor¿ auf die patienten losgelassen werden. natürlich, wissenschaftliches arbeiten lernt man sicher bei einer doktorarbeit, aber z.b. belastbarkeit, kritisches denken usw. kann man sich auch anders aneignen und patientenumgang lernt man nun wohl eher weniger beim promovieren.
dass jemand eine doktorarbeit geschrieben hat oder nicht, sollte natürlich schon eine rolle spielen, z.b. bei der stellenvergabe in der forschung. da macht, denk ich, so was eher sinn, weil dort natürl. wissenschaftl. arbeiten grundlage ist und man auch eher mit so was wieder zutun hat.

@ Dr. Katy Düsterhöft: ja, eine Kennzeichnung des doktortitels wäre sicher auch sinnvoll, wenn zwischen experimentell und statistisch so große unterschiede liegen, macht aber die sache insgesamt viell. nicht einfacher und vergleichbarer mit anderen doktortiteln
zu Ihrer aussage, dass der doktortitel wichtig ist, weil patienten ärzte mit dem titel bevorzugen: das meine ich ja ¿ das sollte so nicht sein!! erst recht, wenn in anderen ländern die ärzte gleich den titel bekommen mit abschluss des studiums und hier nicht. natürlich ist da die oma von nebenan verwirrt und geht lieber auf ¿nummer sicher¿, aber das sagt mal wieder nichts über die qualitäten des arztes ohne titel aus. deswegen fände ich ja einen titel direkt nach studienabschluss sinnvoll (so wie im text oben beschrieben). wäre anfangs sicher auch verwirrend, aber nach einer gewissen übergangszeit sicher ganz sinnvoll. und wie ¿kai¿ beschreibt, ist nun ein doktortitel durch eine dissertation zumindest keine gewähr, ein guter arzt zu sein.

zu Ihrer aussage, wo das wissen dann herkommt, wenn keiner mehr eine doktorarbeit schreibt: ich denke ja nicht, nur, wenn es z.b. ein berufsdoktorat geben sollten, dass dann niemand mehr eine doktorarbeit schreibt. denen, denen eben dieses wissenschaftl. arbeiten wichtig ist, die würden es trotzdem und v.a. mit engagement machen und sich dann ihren zusätzl. titel verdienen. und die, die eine arbeit nur des titels wegen geschrieben hätten, hätten wahrsch. auch nur eine statistische arbeit in so kurzer zeit wie mögl. verfasst, deren ¿neue erkenntnisse¿ die wissenschaft wohl auch nicht so viel weiter bringen würden. vielleicht kann ich das auch nicht richtig einschätzen, aber ich denke, die wissenschaft würde deswegen nicht ¿verhungern¿ ¿und in andern ländern geht es ja auch so.

#13 |
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Linda Neumann
Linda Neumann

man soll sich also in medizinischen berufen der wissenschaft offen gezeigt haben… ok. erstens liest man studien, zweitens kann man auch so artikel und paper veröffentlichen, ohne promoviert zu haben oder zu wollen. oder sehe ich das falsch?
es kommt mir teilweise so vor, als würde sich der ein oder andere promovierte mensch ans bein gep*sst fühlen, wenn man es für sich nicht als wichtig empfindet, eine diss geschrieben zu haben.

“…und dan wird es irgendwann gar keine promovierten ärzte mehr geben”
pff, na und???

da stehen die dummen “nur-approbierten” ja fast so dar, als wären es menschen und ärzte zweiter klasse.

#12 |
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Zahnärztin

Immer das Gleiche, die keinen Titel haben sind der Meinung er ist nicht wichtig für den Beruf. Die, die Einen haben aber schon, weil erstaunlicher Weise Patienten, bei der Wahl lieber einen Arzt mit Titel nehmen, als ohne Titel. Eine wissenschaftliche, experimentelle Arbeit durchzuziehen, erfordert schon ein sehr hohes Maß an Aufwand und Fähigkeiten, die durchaus einen guten Arzt ausmachen können! Das reicht zwar nicht aus, aber ist sehr hilfreich.
Doktorarbeiten können auch Spass machen, selbst mit hohem Aufwand.
Nach wie vor bin ich für eine Kennzeichnung wissenschaftlich, oder statistisch! Das hat wirklich eine Andere Wertigkeit und sollte auch so unterschieden werden.

#11 |
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Zahnärztin

Etwas ärgerlich eine solche Debatte über medizinische Doktertitel und deren Bewertung unter anderen Akademikern.
Sicherlich gibt es große Unterschiede in Themen und deren Anspruch, doch da wir Mediziner keine Diplomarbeit, sondern ein Staatsexamen absolvieren, werden wir auch nicht zum wissenschaftlichem Arbeiten genötigt. Was bei Leibe nicht bedeutet wir hätten es leicht im Studium gehabt, aber im normalen Berufsleben halte ich es trozdem für unverzichtbar zu mindest eine gewisse Zeit der Wissenschaft offen zu begegnen. Und das geht nunmal über die Erlangung des Doktortitel. Außerdem sind Doktorarbeiten in der Medizin wichtig für den Wissenszuwachs, wie soll sonst das Wissen rekrutiert werden?
Ich finde man sollte den erworbenen Titel kennzeichen, ob es eine wissenschaftliche Arbeit war oder eben nicht!!!
Dann muss man sich nicht solchen Bewertungen aussetzen, die ich teilweise sogar verstehen kann.

#10 |
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Linda Neumann
Linda Neumann

@ wolfgang: genua das finde ich auch und genau das meint wohl auch mein chef mit ärzten und medizinern. …trotzdem isser prof. dr. ;)

#9 |
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wolfgang mathes
wolfgang mathes

Die Frage ist warum man als Chefarzt auf einer nicht Uni Klinik einen Dr. benötigt? Forschung und Lehre gibt es hauptsächlich auf den Unikliniken. Vielleich wäre es sinnvoll stärker zwischen Klinik und Forschung zu differenzieren.

#8 |
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Linda Neumann
Linda Neumann

ich muss mich sara anschließen.
jeder muss selber wissen, wo er hin möchte und was er dafür braucht oder auch nicht.
ich möchte nicht in die forschung, ich bin nicht karrieregeil und sehe mich in 10 jahren als chefärztin und ich bin gut in dem was ich mache und brauche einfach keinen titel. und wenn ich lust habe, mich mit einer aufgabenstellung länger zu beschäftigen und daraus eine dissertation zu machen, dann kann ich das auch neben der arbeit und das ist dann noch anstrengender als neben dem studium, denn da hat man selten mal nacht- und wochenenddienste und kommt auch mal erst nach 3 überstunden raus. viele bekannte haben das so gemacht und das sind super ärzte und werden nicht noch besser dadurch, dass sie dann nach 4 jahren berufserfahrung noch dr. med. aufm schildchen stehen haben.
mal abgesehen davon wird man mit kittel und stethoskop auch im pj schon als frau dokter bezeichnet oder oder eben als “schwester, kommen sie mal …” und das passiert auch den frauen, die dr. med. sind.
also, wozu, wenn man nichts mit forschung und karriere am hut hat, sondern nur arbeiten möchte?
mein chef unterschied einmal zwischen ärztin und medizinern.
ich gehör wohl eher zu den ärzten und auch ohne diss weiß er, dass ich aufgaben lösen und mich reinhängen kann.

sicher gibt es tolle dissertationen, in denen die leute wichtiges zu tage fördern und ihr studium verlängern müssen. die haben es auch verdient. im endeffekt ist glaub ich der md/phd-pfad die beste lösung.

ich werd mich weiterhin von standesdünkeln nicht unter druck setzen lassen und wünsch den promovierenden unter uns viel erfolg.

#7 |
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Kay Trenkmann
Kay Trenkmann

Das Problem ist, dass sobald zwei Titel innerhalb der Medizinn existieren, automatisch ein Run auf den besseren Titel anläuft. Chefarzt wird man dann wahrscheinlich eher mit einem dem Dr. rer. nat. vergeleichbaren Titel.

Und im übrigen wissen doch auch alle, sowohl Mediziner als auch Naturwissenschaftler, dass der medizinische Titel weniger aussagt. Insofern ist das kein Argument.

Ich habe übrigens eine experimentelle Doktorarbeit in der Grundlagenforschung durchgezogen. Dauerte ca. 3 Jahre nebenbei, und um zu schreiben brauchte ich ein Forschungssemester. Ich finde, dass unter diesem Hintergrund meine Arbeit schon qualitativ hochwertiger ist, als eine retrospektive, die eh keinen interessiert. Aber in Bewerbungsgesprächen und so kann man das ja einsehen. Und bewertet wird sie ja (hoffentlich) auch besser.

#6 |
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Sara Klingebiel
Sara Klingebiel

Ich bin der Meinung, wenn man eine Doktorarbeit machen möchten, dann ist das natürlich super. Aber wenn man keine macht und dann halt nur “Arzt” ist, sollte das keine Nachteile für denjenigen im Krankenhaus bedeuten, z.b. ebne schlechtere Chancen auf einen guten Posten. Denn sicherlich zeigt eine Doktorarbeit, dass man wissenschaftl. arbeiten kann und belastbar ist. Aber zeigt denn ein (in angemessener Zeit) abgeschlossenes Medizinstudium nicht auch, dass man belastbar ist?
Ich finde, das sollte auch anerkannt werden (z.B mit so einem MD-Titel) und es sollte nich dieser unterschwellige Zwang bestehen, eine Doktorarbeit schreiben zu müssen, nur, damit man später evtl. mal Chefarzt werden kann. Denn ich denke, die eigentlichen Kompetenzen hat auch jemand, der eben nicht Bakterienkulturen untersucht hat, sondern in der Zeit viell. mehr über Krankheiten gelernt hat.
Ich selbst bin eig. nicht “scharf” auf eine Doktorarbeit, da ich bei Bekannten gesehn habe, was es für ein zeitl. Aufwand ist, wie es sich in die Länge zieht usw. Diese Zeit möchte ich z.B. lieber für ein Auslandssemester nutzen, oder viell. später auch, um ein Kind neben dem Studium aufzuziehen, wo man jawohl auch belastbar sein muss. Von daher kann ich gerne auf eine Doktorarbeit verzichten und, wie im Artikel beschrieben, ist es ja nicht so, dass man garnicht wissenschaftlich arbeitet während des Studiums.
Für Studenten, die aber z.B. in die Forschung gehen möchten, ist es natürlich sinnvoll, eine Doktorarbeit zu schreiben, und dann viell. auch in etwas größerem Maße, so dass sie mit Dissertationen in anderen Fächern vergleichbar ist.
Ich versteh auch nicht ganz, warum man eig. Doktorarbeiten nach dem Studium schreibt (oder zum. zum Ende hin) und bei Medizin aber eig. immer während des Studiums (bzw. es dann zumindest finanziell besser unterstützt wird, habe ich gehört). Ich find diese Doppelbelastung nicht unbedingt sinnvoll!

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Michael Müller
Michael Müller

“In akademischen Kreisen wird der medizinische Doktortitel belächelt. Nicht zu unrecht, so ist die Arbeit meist vom Umfang her mit Diplom- oder Masterarbeiten zu vergleichen und auf gar keinen Fall mit Dissertationen in anderen naturwissenschaftlichen Fächern. ”

Und wenn schon ;-)
mag sein. Aber würde das alles so lange dauern wie in anderen Fächern, gäbe es bald keine promovierten Ärzte mehr.
Die ganze Ausbildung ist schon ein Zustand der Ausbremsung. Würde das jetzt auch noch bei der Doktorarbeit vorherrschen, dann kann ich mit 40 anfangen zu arbeiten.
Man muss einfach auch berücksichtigen, dass die Rahmenbedingungen bei Medizinern einfach anders sind, als in anderen Wissenschaften. Klinik, Forschung und Lehre suffizient unter einen Hut zu bekommen ist eben ohne Abstriche in manchen Bereichen kaum möglich.
Abgesehen davon spricht hier mal wieder – typsich deutsch – der Neid anderer.
Zu Diplomzeiten konnte man beispielsweise ein BWL Studium in 7-8 Semestern abschließen. Da hatte man danach auch noch 2 jahre Zeit um zu promovieren und hatte dann das selbe Alter wie ein frisch approbierter Arzt.

Von mir aus sollen die Doktorarbeiten den selben Umfang bekommen, aber nicht ohne das Studium zu kürzen.

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Nicolas Hohmann
Nicolas Hohmann

Das ist allerdings kein Argument in der Diskussion, ob die Arbeit für einen medizinischen Doktortitel äquivalent zu der für einen Dr. rer. nat ist.

Klar ist eine Doc-Arbeit nervenaufreibend, anstrengend, eine zusätzliche Belastung und man kann vom erfolgreichen Abschluss auf Qualitäten der Person schliessen. (Um er Frage vorweg zu greifen, ich habe eine axperimentele Arbeit angefertigt und dafür das Studium um 1 Jahr verlängert). Dazu knüpft man auch schon wertvolle Kontakte fur die Zukunft

Man soll aber auch anerkennen, was Biologen oder Chemiker für ihre Promotion leisten: 3 bis 4 Jahre Vollzeitarbeit auf einer halben Stelle ebenfalls unter den widrigen Laborbedingungen und dazu haben die meistens noch Lehrverpflichtungen.

Die Einschätzung des deutschen Wissenschaftsrates ist schon korrekt, wenn die medizinische Promotion mit einer nat-wissenschaftlichen Diplomarbeit verglichen wird (im Mittel, mit Ausreissern nach unten und nach oben).

Meine Position in der Sache ist eine klare: Der medizinische Doktortitel muss aufgewertet werden. Heisst: Möglichkeit zur naturwissenschaftlichen Promotion nach dem Examen auf einer Stelle im Labor oder zur klinisch-medizinischen Promotion auf einer Weiterbildungsstelle. Dazu ein strukturiertes Doktorandenprogramm in dem man das wissenschaftliche Arbeiten lernt.

#3 |
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Student der Humanmedizin

Ich sehe es genauso wie Matthias.Zunächst stellt sich doch die Frage was für eine Doktorarbeit man schreibt,sprich experimentell oder doch eher statisch.Schließlich gibt es gravierende Unterschiede bezüglich Zeitaufwand, Stress und Frustrationstoleranz.Absolviert man die Doktorarbeit auch noch parallel zum Studium,ist das ganze kein Zuckerschlecken mehr.Aber schafft man es durchzuhalten,so ist die Wahrscheinlichkeit groß auch später unter Belastung adäquat arbeiten zu können.

#2 |
  4

Mich würde interessieren ob der Autor aus seiner eigenen Erfahrung mit einer medizinischen Doktorarbeit berichtet oder selbst keine schreibt.
Eine experimentelle Doktorarbeit parallel zum Studium anzufertigen erfordert eine Menge zusätzlichen Aufwand, Verzicht auf Freizeit und ein gehöriges Maß an Frustrationstoleranz. Ich denke schon, dass die Art der Doktorarbeit etwas über die Belastbarkeit und Ausdauer ihres Verfassers aussagt. Wer bereit ist während des Studiums an einer etwas aufwändigeren Arbeit “rumzudoktern” ist vielleicht auch im Beruf später eher bereit mit verschiedenen gleichzeitigen Anforderungen klarzukommen.

#1 |
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