Brustkrebsscreening: MRT gibt 100 Prozent

25. August 2016
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Eine aktuelle Analyse beschreibt die Magnetresonanztomographie als absolut sichere Methode zum Ausschluss von Brustkrebs. Als Zusatzverfahren soll sie Patientinnen zukünftig die schmerzhafte Entnahme des Biopsats weitgehend ersparen.

Bei unklaren Befunden in der Früherkennung von Brustkrebs kann eine Magnetresonanztomographie als Zusatzverfahren einen solchen hundertprozentig ausschließen. Das konnten Forscher der medizinischen Universität Wien in einer Meta-Analyse von über 2.300 Patientinnen aus 14 internationalen Studien weltweit nachweisen.

Auf der sicheren Seite

„Wenn mittels MRT-Abklärung kein Tumor entdeckt wird, ist ein weiteres Risiko quasi ausgeschlossen. Dann können diese Frauen wieder ganz beruhigt schlafen, das nimmt ihre Angst“, erklären Barbara Bennani-Baiti und Pascal Baltzer, zwei der leitenden Studienautoren.

Spezifischere Evaluierungskriterien bringen neue Ergebnisse

Vorangegangene internationale Analysen der MRT hatten auf eine maximal 90-prozentige Sicherheit schließen lassen – damit wäre einer von 10 Tumoren übersehen worden. Die Forscher konnten nun durch eine aktuellere Analyse und neue, spezifischere Evaluierungskriterien zeigen, dass die MRT die beste und absolut sicherste Methode zum Ausschluss von Brustkrebs ist. So kann den Betroffenen weitgehend eine schmerzhafte Biopsie erspart werden.

MRT zeigt sich überlegen

Gleichzeitig konnten die Radiologen zeigen, dass bei der MRT nur etwa elf von 100 Untersuchungen einen falsch-positiven Tumorbefund ergeben, der somit invasiv abgeklärt werden muss. Dieser Wert liegt deutlich unter dem bislang vermuteten Wert und ist konventionellen Methoden wie Mammographie, Tomosynthese und Ultraschall gleichwertig bzw. sogar überlegen.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie legen den Wunsch nahe, dass irgendwann einmal für alle Frauen ab 40 Jahren (wie im Brustkrebsscreening festgelegt) eine MRT möglich gemacht wird, betonen die Forscher.

Originalpublikation:

Diagnostic Performance of Breast Magnetic Resonance Imaging in Non-Calcified Equivocal Breast Findings: Results from a Systematic Review and Meta-Analysis
Barbara Bennani-Baiti et al.; PLOS ONE, doi: 10.1371/journal.pone.0160346; 2016

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5 Kommentare:

Gast
Gast

Als Risikopatientin mit mehrfach erhöhtem Pap-Abstrich bekam ich noch vor zwei Jahren beim Radiologen gesagt, dass ein MRT bei Kassenpatienten nur bei schon vorliegendem Krebsbefund gezahlt wird. Für mich gab es nur Mammografie und die überaus unangenehme und schmerzhafte Galaktografie mit anschließender Brustdrüsenentzündung.

#5 |
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Weitere medizinische Berufe

Zwar ist Gadolinium möglicherweise toxisch, aber es kommt auf die Menge, die Häufigkeit und die spezifische Zusammensetzung an. Für e i n e Untersuchung sehe ich da keine große Gefahr.
dass allerdings “etwa elf von 100 Untersuchungen einen falsch-positiven Tumorbefund” ergeben, erstaunt mich auch; ich werde mir die Originalpublikation daraufhin noch einmal anschauen.

#4 |
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Bianca Bonacci
Bianca Bonacci

Für die Diagnostik ist ja der Einsatz des Kontrastmittels Gadolinium erforderlich, das ja in Verdacht steht, sich im Körper abzulagern (Nieren, Gerhirn) abzulagern. Hier wünscht man sich bessere Untersuchungen, um hier eventuelle Langzeitfolgen auszuschließen.

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Anwältin

Ich kann als ehemals Betroffene nur dafür plädieren, schnellstmöglich bei Verdachtsmomenten ein MRT anzuordnen und auch hierzu die erforderlichen Voraussetzungen (Übernahme durch die KK) zu schaffen. Nachdem ich auf meinem Behandlungsweg sehr viele, junge Frauen mit unter 40 Jahren getroffen habe, halte ich die Altersregelung für nicht gelungen. Ich hoffe und wünsche, dass sich die MRT-Untersuchung durchsetzen wird!

#2 |
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Hm, leider wird hier anscheinend nicht die Standardterminologie verwendet, so dass ich raten muss: Sehe ich etwa eine Spezifität von 89 Prozent?

Für eine Früherkennungsuntersuchung wäre das m. E. katastrophal schlecht (schon die Tastuntersuchung lag bei etwa 97 bis 99 Prozent).

Aber dankenswerterweise geben Sie die Originalpublikation an, in der man sich weiter schlaumachen kann.

#1 |
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