Fachkräftemangel: Die Apo-Kalypse

26. August 2016
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70.000 Euro Jahresgehalt, 35 Wochenstunden – mit diesen Bonbons hat ein Inhaber erfolglos Filialleiter gesucht. Ähnlich dramatisch ist die Lage bei PTA und PKA. Die Branche gerät mehr und mehr an ihre Grenzen. Lösungen sind möglich, aber schmerzhaft.

Trotz seines lukrativen Angebots fand ein Inhaber aus dem westfälischen Gronau zunächst niemanden, der seine Filiale leiten wollte. Zum Vergleich: Das Tarifgehalt liegt für Approbierte bei maximal 48.000 Euro. Zuschläge für leitende Angestellte kommen noch on top. Trotzdem gelingt es immer seltener, vakante Positionen zu besetzen. Das zeigen aktuelle Studien.

Die Offizin leert sich

Jetzt hat das Institut für Handelsforschung (IFH) aus Köln rund 220 Apothekenleiter nach ihren Erfahrungen befragt. Sie haben meist PTA (45 Prozent), Approbierte (24 Prozent) und PKA (21 Prozent) angestellt. Rund 41 Prozent arbeiten in Vollzeit. Bei Approbierten waren zuletzt 36 Prozent in Vollzeit tätig, bei PTA 38 Prozent und bei PKA 39 Prozent.

160815_Apothekenpersonal in Voll- und Teilzeit

In zwei von drei Apotheken gestaltet sich insbesondere die Suche nach Vollzeitkräften schwierig. Probleme treten auf, weil zu wenige Bewerber bereit sind, tagtäglich zu arbeiten (67 Prozent Zustimmung) oder weil geeignete Kandidaten generell fehlen (64 Prozent Zustimmung). Besonders dramatisch ist die Lage bei pharmazeutischem Personal. Etwa 87 Prozent aller Chefs erwarten, dass sich die Situation generell verschlimmern wird.

Nur nichts investieren

Was steckt dahinter? Markforscher identifizierten zwei große Themen. Nachdem sich gleich mehrere Bundesländer aus der Förderung von PTA-Fachschulen zurückgezogen haben, steht die Finanzierung auf tönernen Füßen. „Wären Sie bereit, die PTA-Ausbildung beziehungsweise die PTA-Schulen monatlich finanziell zu unterstützen?“, wollte das IFH wissen. Rund 56 Prozent lehnten jegliche Bezuschussung ab. Mit weniger als 50 Euro würden sich 11,9 Prozent beteiligen. Und 21,9 Prozent könnten sich vorstellen, genau 50 Euro lockerzumachen. Bei 100 Euro waren es nur noch 6,5 Prozent, bei 200 Euro 3,0 Prozent und bei höheren Summen 1,0 Prozent.

Es geht aber nicht nur um rein materielle Dinge. Apotheken bilden kaum noch PKA aus. Bereits 2014 ergab eine IFH-Befragung, dass sich immer weniger Jugendliche bewerben (63 Prozent Zustimmung) und die Qualität der Bewerber stetig abnimmt (69 Prozent Zustimmung). Jetzt liegen neue Zahlen vor: 75 Prozent gaben an, zumindest früher PKA ausgebildet zu haben, aber aktuell nicht mehr. Rund 19 Prozent finden keine geeigneten Jugendlichen. Immerhin planen 22 Prozent, in Zukunft wieder aktiv zu werden.

Personal auf Abwegen

Mit der Akquise ist es aber nicht getan. Genauso wichtig ist, gutes Personal an die Apotheke zu binden. Dazu ein paar Zahlen: PTA erhalten ein tarifliches Einstiegsgehalt von 1.968 Euro, und bei PKA sind es 1.710 Euro. Einer aktuellen Umfrage von ADEXA zufolge erhalten 70 Prozent aller Angestellten in Sachsen einen Lohn unter Tarif. Seit Jahren haben Tarifverträge im Kammerbezirk keine Gültigkeit, da sächsische Inhaber aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten sind. Wer vom mageren Salär den eigenen Haushalt führen muss, hat wenig zu lachen. Bleibt nur, nebenbei zu kellnern, noch bei den Eltern oder in einer WG zu wohnen.

Wenig überraschend, dass sich im Job keine große Motivation einstellen wird. Laut Schätzungen des Bundesverbands PTA (BVpta) kehrt jede zweite PTA öffentlichen Apotheken nach fünf Jahren den Rücken, um in anderen Branchen zu arbeiten, ein besseres Salär inklusive. Pharmazeutische Hersteller zahlen deutlich besser, während öffentliche Institutionen mit geregelten Arbeitszeiten locken. Zu PKA gibt es keine Zahlen, aber ähnliche Beispiele. Und approbierte Filialleiter sehen ihre Anstellung oft als Vorbereitung auf die eigene Apotheke. Kaum haben sie ihre Stelle angetreten, sind sie weg.

Kohle, Klima, Kita

Immer wieder veröffentlichen Forscher neue Studien, um herauszufinden, welche Faktoren Angestellte wirklich schätzen. Zuletzt erschien der „Job Happiness Index 2016“. An erster Stelle rangiert die Work-Life-Balance, danach das Verhalten von Vorgesetzten, die Kultur, Entwicklungsmöglichkeiten und auf Platz fünf das Gehalt. Bei PTA oder PKA darf man den Wert solcher Untersuchungen stark bezweifeln. „Geld ist unwichtig, solange das Gehalt stimmt“, schreibt der Coach Dr. Bernd Slaghuis. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS):

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Wie bewerten Firmen unterschiedliche Maßnahmen, um Angestellte zu binden? 1 bedeutet „unwichtig“, 5 „sehr wichtig“. Quelle: BMAS

Die Empfehlung lautet, unterschiedliche Maßnahmen individuell zu kombinieren, um den maximalen Erfolg zu erzielen: ein übertarifliches Gehalt, Zuschüsse zu Fahrtkosten oder zum Kindergarten, ein kleines Geburtstagsgeschenk oder auch mal ein zinsloser Kredit, falls Angestellte in einer Notlage sind.

Gerade junge Eltern freuen sich über Teilzeitangebote oder über flexiblere Modelle beispielsweise ohne Arbeit am Samstag, wenn die Kita geschlossen hat. Filialleiter sollten noch stärker über erfolgsabhängige Prämien gebunden werden – vorausgesetzt, sie haben überhaupt Handlungsspielraum, um die Apotheke voranzubringen. Auch bei anderen Kollegen lohnt es sich, gezielt Prämien zu vergeben. Zur Umsetzung bieten sich Mitarbeitergespräche und Zielvereinbarungen an.

Für kleine Apotheken ist es hart, die Modelle umzusetzen. Ihnen bleiben kaum Alternativen. Das haben die letzten Monate gezeigt.

85 Wertungen (4.31 ø)

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26 Kommentare:

Gotthilf Bürger
Gotthilf Bürger

Mein Tipp: wechseln Sie die Stelle. Es gibt genügend Chefs und Chefinnen, die hinter ihrem Personal stehen und ihm den Rücken stärken – auch wenn Kundschaft dann mal flöten geht.
Wir helfen gern – aber wer sich grundlos daneben benimmt, für den gilt “zu Diensten” eben nicht.

#26 |
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Ketzer-PTA
Ketzer-PTA

Der vorherige Beitrag stammt auch von mir, #25.
Noch einmal fix: Herr Frey, exakt dieses von Ihnen so trefflich geschilderte “Schulterklappengedöns” ist mir im Laufe meiner Tätigkeit auf die eine oder andere Weise immer und immer und immer wieder begegnet, häufig in Verbindung mit einem extrem ausgeprägten, persönlichen Minderwertigkeitskomplex.
Ich erinnere mich (un)gerne an eine Apotheke, in der sogar die Form und die Anzahl sowie die Farbe der Knöpfe exakt festgelegt war:
-Eppendorfer Kittel mit goldenen Knöpfen, ausgestellt: Nur dem Chef und seine promovierten Vetreterin vorbehalten
– Eppendorfer Kittel mit silbernen Knöpfen: Ausschließlich für die Approbierten
– Einfacher Kittel ohne Gehschlitz, mit Plastiknöpfen: Für PTAs
– Sehr kurzer Kittel mit Knopfverbot, auch im Winter: PKAs

#25 |
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Gast
Gast

Verehrter Herr Frey, bereits im Studium und auch nach meiner Ausbildung lag mein wesentliches Interesse immer bei der Galenik und ist es bis heute geblieben.
So habe innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens tausend Rezepturen hergestellt, die Tätigkeit im Sterillabor nicht mit eingeschlossen.
Das Thema des Kompetenzentzuges ganz besonders im Labor und in der Rezeptur ist mir also nicht fremd.
Aber vielen Dank für dieses Anmerkung und den Versuch der Diskreditierung, der aber leider nach hinten losging.
All diese Fächer, die Sie aufzählen, könnten innerhalb von zwei Jahren in angemessener Länge vermittelt werden, zumal ein Großteil wie Analytik und pharmazeutische Biologie bereits an PTA-Schulen gelehrt wird.
Wozu brauche ich in der öffentlichen Apotheke noch Analytik?
Die Eingangstoffprüfung ist aufgrund von akutem Zeit- und Personalmangel doch zu einem Protokoll-Ausfüll-Nachmittag verkommen, zumindest in den Apotheken, die ich bereits von innen gesehen habe.
Ich kenne keinen Kollegen, der sich tatsächlich einmal in der Woche hinstellt und nasschemische Untersuchungen durchführt oder gar eine DC.
Wissen Sie, warum?
Dem Chef ist die Entsorung der Altchemikalien zu teuer!
Ihren anderen Seitenhieb, Herr Kollege, kann ich auch entkräften: Es gab mal eine Zeit für PTA, die war nicht besonders rosig, speziell wenn man nebenbei noch studieren musste und keine reichen Eltern hat wie die meisten aus meinem Semester.
Da musste man nehmen, was man kriegen konnte, daher die Arbeit in der Versandapotheke.
Noch einmal: Eine schlimme Erfahrung, die ich noch nicht einmal meinem schlimmsten Feind wünschen würde.

Herr Bürger: Ich bin von Ihrem persönlichen Einsatz und Ihrer im besten Sinne buddhistischen Einstellung überzeugt und beeindruckt. Es ist nicht einfach, alles negative einfach zu ignorieren und sich am positiven festzuhalten. Ganz besonders, wenn, wie Sie selber sagen, jeden Tag Flutwellen an Sch** in das tägliche Apothekendasein gespült werden, die Sie und ich ausbaden müssen.
Aber vielleicht etwas zum nachdenken: Auf einem Kommunikationsseminar habe ich gelernt, man müsse wörtlich “immer zu Diensten sein”, selbst denjenigen, die pöbeln, spucken und versuchen in HV in Schutt und Asche zu legen (alles schon erlebt).
Ganz ehrlich, spätestens wenn es um meine körperliche Unversehrtheit und derselben meiner Kollegen geht, verstehe ich keinen Spass mehr.
Wissen Sie, was die Antwort der Chefin war?
“Lassen Sie ihn, der ist Privatpatient!”. Ohne Worte.
Oder anders ausgedrückt. Wer immer nur gibt und nie empfängt, wird krank.

Frau Funke: Danke für Ihre netten Worte. Gut zu sehen, dass es noch Vorgesetzte wie Sie gibt.
Der benannte Pharmazierat ist in Norddeutschland tätig.

#24 |
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Apothekerin

Hallo Ketzer-PTA, es ist traurig, dass Sie in der öffentlichen Apotheke so immens schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich denke allerdings, dass man sich bei der derzeitigen Arbeitmarktsituation den Chef suchen kann, der einen verdient (und das sowohl als PTA und auch als Apotheker).
Ich bin seit 24 Jahren selbstständig, bin durch viele Höhen und Tiefen gegangen, aber das immer gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen. Ich habe 3 PTAs die sich weiterbilden wollen und auch müssen, denn sie müssen die Patienten und Kunden gut und auf dem neuesten wissenschaftichen stand beraten können. Logisch, dass dafür am Personal nicht gespart werden kann und dass ich die PTAs auch nicht in den Keller stecken kann. Einen Pharmazierat, der meint, dort gehörten sie auch hin, findet man bei uns in Sachsen-Anhalt wohl nicht. Wo findet man so viel Überheblichkeit ?! Von meinen 3 PTAs wären zumindest 2 sehr gut in der Lage, die Zügel in der Apotheke für eine gewisse Zeit ohne approbierte Unterstützung fest in der Hand zu halten – wenn sie dürften.
Ich wünsche Ihnen für die Zeit nach der Apotheke alles Gute uns appeliere an die, die sich in ihrer Apotheke nicht wohl fühlen – verändert euch !

#23 |
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Gotthilf Bürger
Gotthilf Bürger

Liebe Ketzer-PTA, ist ja schön, dass Sie mir “Selbsttäuschung” andichten wollen – darunter leiden ich und mein Team leider(?) nicht. Dass die Arbeit in der Apo kein Zuckerschlecken ist, ist uns bewusst – und natürlich gibt es auch frustrierende Erlebnisse. ABER: ob man sich davon herunterziehen läßt oder nicht, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Wer freundlich mit sich, seiner Umgebung, seinen Angestellten, seinen Kunden umgeht – erhält dies meist zurück. Das ist meine Philosphie, um den Alltag mit Re-re-prä-und-post-und-überhaupt-qualifizierung zu meistern. Der Bürokratie-Overkill nervt uns alle, also: So weit wie möglich diesen Quatsch reduzieren und sich nicht davon den Tag verderben lassen. Kunden beraten ist wichtiger.

#22 |
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Apotheker Wolfgang Frey
Apotheker Wolfgang Frey

@Ketzer-PTA;
ich für meine Person betrachte weder den PTA noch den PKA-Beruf als billigen “Handlanger”-Job und dazu dürfen Sie meine PTAs und PKAs sehr gerne befragen. Schade das Sie das Studium nicht beendet haben wäre Ihnen gerne behilflich die Sinnhaftigkeit des jeweiligen Berufsstandes nahe zu bringen.
Pharmakologie, Chemie, Analytik, Physik, Mikrobiologie, pharm. Technologie, pharm. Biologie – alles sinnvoll zu gebrauchen. Hingegen bei Mathematik hätte ich Ihnen seinerzeit sicherlich recht gegeben. Stattdessen wäre eine klassische IT-Ausbildung mittlerweile mehr als wünschenswert um lästige EDV-Probleme selbstständig beheben zu können. Ehrlich gesagt brauche ich zur Rezepturbeurteilung und Beratung auch jeglichen o.a. Bereich. Aber vielleicht stört Sie ja als arbeitsintensiven Bereich die Rezeptur an sich von vornherein – war aber sicherlich in der Internet-Apotheke nicht erforderlich.
Ängste habe ich in der Apotheke nicht und ein “Approbierten-King” ist bei uns sowieso nicht wünschenswert (Begriff King erinnert mich irgendwie an frühere Zeiten bei der Bundeswehr. Schulterklappengedöns usw.).
Ich für meinen Teil denke mir das Sie einfach zur falschen Zeit an den falschen Orten waren. Aber da ja in der Rezepturwahrnehmung Fachpersonal zu blöde scheint einen 70%-Isopropanol herzustellen sollte wohl ein GKV-Schubladenzieher besser in die Offizin passen als wirklich freie Heilberufler.

#21 |
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Ketzer-PTA
Ketzer-PTA

@8: Ich freue mich sehr für Sie, dass Sie diesen Kreislauf durchbrochen haben und der öffentlichen Hölle, ähm Apotheke(r) den Rücken gekehrt haben!
Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer so glücklich bleiben.
Auch meine Zeit in der öffentlichen neigt sich zum Glück dem Ende zu, ich kann es kaum erwarten!

#20 |
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Ketzer-PTA
Ketzer-PTA

Verehrter Herr Kollege Frey (ich erdreiste mich das jetzt mal, obwohl ich kein Apotheker bin, ich hoffentlich okay): Niemand redet im Entferntesten davon, dass die PTA-Ausbildung das Studium ersetzen soll!
Es ist eher so gedacht, dass PTAs, die nicht ihr Leben lang als billige Handlanger Ihrer Standeskollegen betrachtet werden möchten, eine Möglichkeit des Aufstieges haben.
Nicht mehr und nicht weniger.
Was spricht denn dagegen, noch zwei Jahre anzuhängen?
Und nun mal wirklich ehrlich: Ich habe selber auch Pharmazie studiert, musste aber aus monetären Gründen aufhören. Was im Pharmaziestudium ist WIRKLICH wichtig (essential to know) und was ist nicht wichtig (nett to know), um in einer öffentlichen Apotheke zu arbeiten?
Die PTA-Ausbildung ist ein guter Grundstock, um darauf aufzubauen.
Aber ich habe es bereits vorher geschrieben: Das wird niemals passieren, wie Ihr eigener Beitrag deutlich zeigt.
Was sind Ihre Ängste?
Dass die Kunden darunter leiden, wenn die Person, die sie belustigt nicht über die Cahn-Ingold-Prelog-Konvention referieren kann?
Nein, daran liegt es nicht, denn die pharmazeutische Sicherheit wäre auf jeden Fall gegeben, würde man das Wissen in den zwei Jahren auf das notwendige beschränken.
Sie, verehrter Herr Kollege, haben vermutlich Angst, dass man Ihnen die Butter von Brot nehmen möchte und Sie dann nicht mehr der “Appro-King” sind und sich Ihre Mitarbeiter womöglich erdreisten, mehr Gehalt zu fordern, was Sie sich selbstverständlich nicht erlauben können.
Daher weht der Wind.
Was nicht zwingend bedeutet, dass Sie ein schlechter Mensch oder Apotheker wären, Sie sind nur eben m.E nach dem Standesdünkel verhaftet, wie so unzählbar viele Ihrer Art.
PS: Ich habe selber in einer Internet – Apotheke arbeiten müssen, das war die schlimmste Erfahrung von allen für mich.

@ Herrn Bürger: Ich freue mich sehr für Sie, dass Sie eine Möglichkeit gefunden haben, dem alltäglichen Wahnsinn, denn Sie selber beschrieben haben, durch Selbsttäuschung zu entkommen.
Aber leider ist die Realität nicht flauschig und rosa, so wie Sie sie darstellen.
Selbstverständlich gibt es auch einige ganz tolle Kunden, das hat mir jahrelang die Kraft gegeben, diesen Job überhaupt auszuhalten.
Aber ganz ehrlich: Abhängig von Standort und sozialer Einflüsse geht es auch ganz anders.

#19 |
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Apotheker Wolfgang Frey
Apotheker Wolfgang Frey

Soso, zu guter letzt sind die Apotheken (bzw. deren Inhaber) selber schuld an den so gravierend schlechten Verhältnissen in Apotheken. Da möchte ich nicht nachstehen und auch meinen “Senf” dazugeben. Selbst und ständig beschäftigt seit 2001 habe ich bereits auch die ein oder andere Personalerfahrung gemacht. Ich gebe den Vorschreibern recht indem die Tarifbindung absolut zwingend sein sollte. Dann sollte auch der Besuch von pharmazeutischen Weiterbildungen (v.a. im PTA-Bereich!) unabdingbar nachweispflichtig und zwar wie von Kammern gefordert absolut herstellerneutral werden! Aber auch mitfinanzierbar durch die PTA. Ein Apotheker oder ganze Sippschaften sollten auch jeder wieder nur eine Individualapotheke führen dürfen um so die verlangte persönliche Präsenz zeigen zu können. So gerne ich der schreibenden Zunft rechtgeben wollte – ein Pharmaziestudium ist wirklich nicht durch eine PTA-Ausbildung ersetzbar!
Liebe Leute, ich verstehe mich als Heilberufler und will eigentlich von dem ganzen kaufmännischen Kram nichts wissen. Jedoch finanziert sich eine Präsenzapotheke nunmal über den Handel mit Medikamenten. Seit Jahren zeichnet sich nun durch mangelhafte Rabattverträge der Kassen, QMS-Rahmen und Apothekenvorschriften (insbesondere derzeit die zunehmend scheinbar straffreie mangelnde Verfügbarkeit von Fertigarzneimitteln) ein extremes Spannungsfeld in der Versorgungslandschaft ab welche es bislang so noch nicht gegeben hat. Ist doch logisch das sich ein solches Spannungsfeld auch auf Apotheken überträgt. Mißmutige Kunden, Retaxationen, nicht erreichbare Ärzte, genervte Apothekeninhaber….usw., usw. Jetzt wird die ureigenste Aufgabe der Pharmadoku auch noch den Ärzten ermöglicht. Wie gerne würde ich stattdessen über Nahrungsergänzung, diverse Medizinprodukte oder auch functional food einen “Sch…. des Monats” titulieren aber v.a. die älteren approbierten Kollegen wissen wohin das seinerzeit führte. M.E. wäre dies sogar eine honorierbare Tätigkeit der PTA. Dies nachweisbar durch Gesprächsdauer der Beratung……..
In meiner Wahrnehmung werden nach und nach Keile zwischen das Arzt-Patienten-, Apotheker-Kunden- und PTA-Kunden-Verhältnis getrieben. Nachhaltig, grausam und somit sicher in einer Apo-Kalypse mündend. Wenn nun durch Zahlenbeispiele auch noch eine Neiddiskussion erforderlich sein sollte immer weiter so. Bitte über Horizont hinaus auf weitere Berufsgruppen ausdehnen und unter Berücksichtigung des Arbeitszeiteinsatzes bewerten (schnell landet da die Apotheke samt Team und Inhaber auf einem der hinteren Plätze).
Personaltechnisch geht die Suche inzwischen soweit das sich einzelne Krankenkassen melden und als Vermittler Ihre “Gesundheitsberaterinnen” als PKA-Ersatz anbieten. Quo vadis Personal?

Vielleicht noch ein Schmankerl zum Schluß: In meinen Notdiensten häufen sich nach 22.00 Uhr die persönlichen Anfragen nach Identitätsüberprüfung, Importbestätigung und Arzneimittelsicherheiten von verschiedenfarbigen “Pillen” welche über Internet bezogen wurden an Nachtdienstschalter. Ein Schelm wer Böses dabei denkt…..

#18 |
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Gotthilf Bürger
Gotthilf Bürger

Mutiert hier ja langsam zum Tummelplatz der Frustrierten… zum Glück gibt es da genügend positive Gegenbeispiele! Eins stimmt natürlich: in Apotheken gibt es keine Reichtümer mehr zu verteilen und die Entlohnung ist deutlich zu gering für motivierte und engagierte PTAs und PKAs. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es auch nur extrem begrenzt. Der Bürokratiewahnsinn treibt immer seltsamere Blüten – trotzdem gibt es immer noch empathische Kunden und Angestellte. Und das ist auch gut so.

#17 |
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Gast
Gast

Und wer berät Sie?

#16 |
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Gast
Gast

In vielen Apotheken reicht ein ­Mausklick aus, um ein gewünschtes Medikament aus dem Lager in den ­Verkaufsbereich zu transportieren. Das ist perfekt. Wenn Apotheker und PTA eliminiert und der Tresen zu einem Medikamenten-Automat gemacht werden würde, könnten gewaltig Kosten eingespart werden. Die Wartung könnte von einem Mechatroniker übernommen werden und die smarte Lagerverwaltung könnte nachbestellen, wenn etwas ausgeht. Medikamente würden vermutlich nur noch 50% kosten.

#15 |
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Ketzer-PTA
Ketzer-PTA

By the way: Wer Mitglied der Kammer und dem Verband ist, sollte einen speziellen Ethik-Katalog bekommen, der unter Eid verpflichtend ist.
Dazu gehört neben der modernen Personalführung auch die Verpflichtung, den Tarifverträgen beizutreten.
Wer das nicht kann oder will oder noch besser, dem Verband mit allen Vorteilen beigetreten ist aber die Mitgliedschaft der ADA gekündigt hat, wird auf einer öffentlichen Liste geführt, damit man gleich weiß, wo man sich auf keinen Fall bewerben darf.
Ich verstehe nicht, warum die Kollegen aus Sachsen sich zum Billigtarif verkaufen müssen.
Als examiniertes Fachpersonal verdienen wir im wahrsten Sinne des Wortes mehr als einen Stundenlohn von 10-13 Euro.

#14 |
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Ketzer-PTA
Ketzer-PTA

Lieber Herr Kunzer, Ihr Kommentar ist sinnvoll und plausibel.
Sie vergessen da aber einen wichtigen Faktor: Die Apotheker.
Denen wird ja schon schlecht, wenn man den Gedanken überhaupt wagt zu denken, dass die PTAs mehr Kompetenzen bekommen.
Warum ist das so?
Die Apotheker sind eine Kaste für sich und unter sich.
Eine Aufwertung des PTA-Berufes wird es niemals geben, solange es derart ausgeprägte Standesdünkel gibt (“Jetzt zeige ich Ihnen mal, wer hier die Approbation hat!”).
Ich traue es meinen Standeskollegen durchaus zu, nach einem zweijährigen Aufbaustudium alleine eine Apotheke führen zu können.
Was ist dafür nötig?
Das, was die heutigen angehenden Apotheker im Studium lernen?
Chemische Formeln auswendig lernen, lustig bunte Analysen kochen und sterbenslangweilige wie unnütze Vorlesungen besuchen?
Nein.
Nötig sind vor allem pharmazeutischer Sachverstand bezüglich Pharmakologie, Chemie und Anatomie.
PTAs haben schon zwei Jahre “studiert” (oh je, Blasphemie, ich weiß!).
Warum sollten sie nach weiteren zwei Jahren nicht fähig sein, auf dem nötigen Wissensstand wie ein Apotheker zu sein?
Ich sage es Ihnen: Die Apotheker haben Angst, dass man ihnen die Butter vom halben Brötchen nehmen könnte.
Ausserdem können und dürften die billigen Handlanger und HV-Narren dann ja mehr Geld verlangen!
Das ist ein Skandal!
Wie sagte ein Pharmazierat mal?
“Wo ist denn die PTA Frau Müller?”
Chef: “Im Keller”.
Pharmazierat: “Da gehören die (!!) ja auch hin!”
Mir ist bewusst, dass meine Einstellung verstörend und kontrovers ist.
Ich freue mich schon auf angeregte Diskussionen bezüglich meiner Meinung.
Ich bitte alle Kollegen, die sich nicht angesprochen fühlen, ordentliche Arbeitgeber mit gutem Charakter sind und ihre Angestellten zumindest versuchen, wie Menschen zu behandeln: Fühlt euch bitte nicht auf den Kittel getreten!
Es gibt auch wirklich gute Apotheker (m/w), aber die sind, besonders in Chefpositionen, extremst selten, meiner Erfahrung vielleicht einer von hundert.
Fazit: Es lohnt sich nicht.
Die Apotheker werden merken, dass ihre jahrelange Strategie des Ignorierens und Missachtens bald nicht mehr hilft.
Ein Apotheker kann nicht ohne seine Crew arbeiten, er ist von seinen Mitarbeitern abhängig.
Erkennt die Zeichen und handelt rasch, sonst könnt ihr eure Apotheken bald mutterseelenallein führen.
Ich wünsche mir, dass die Apothekerschaft endlich so richtig einen vor den Bug bekommt, damit sie den Wert ihrer Mitarbeiter erkennt.
Wie wäre es mit einem einwöchigen Streik?
Mal schauen, ob der Chef gleichzeitig seine Kunde belustigen, Salbe rühren, telefonieren und bestellen kann.
Dafür aber fehlt uns der Mut, der Mut der Geknechteten.
Lieber beugen wir unsere Knie vor unseren “Meistern” und lassen uns weiter ausbeuten.

#13 |
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Ketzer-PTA
Ketzer-PTA

Ich kann mich meinen Vorrednern nur zu 100% anschließen.
Ich wollte immer Apotheker werden und habe beschlossen, es über den zweiten Bildungsweg ohne Abitur zu machen.
Mein Traum wurde bereits im Praktikum zum Alptraum.
Meine Lehrchefin war das Böse in Person und hatte mich nur aufgenommen, um mich bis aufs Blut zu quälen.
Auch danach habe ich nur Approbierte als Vorgesetzte gehabt mit immer wiederkehrenden Gedankenmustern.
Meine Erfahrungen:
-PTAs sind nichts wert und werden auch so behandelt
– Überstunden ohne Ende, aber ohne jeglichen Ausgleich
– Allmachtsphantasien
– absolute emotionale Kälte und Unfähigkeit Personal zu führen und zu halten
– Gier und Geiz, seine Mitarbeiter keinen Cent mehr gönnen, aber jedes Jahr ein neues, dickes Auto
– Choleriker, Männer wie Frauen. Dadurch Angst vor Fehlern
– speziell bei weiblichen Approbierten: Angst vor männlichen PTAs, dadurch enormer Druck und “beweisen, wer hier approbiert ist”,
– unmögliche Arbeitszeiten, am besten noch mit zwei Stunden Mittagspause
– vollständiger Kompetenzentzug, ganz besonders in der Rezeptur und ein Zettel mit dem Titel “Beratungsbefugnis”.
Hallo, wir sind examiniertes Fachpersonal und keine Trottel,
– ständige (Über-)kontrolle
– regelmässige Rechtfertigungen im Büro, warum man Schlabbersaft A und nicht B abgegeben habe, weil man für B 0,00005% mehr Einkaufsrabatt bekommen hat
– wöchentlicher Rapport, wieviel wovon an wen verkauft wurde
– keinerlei Bereitschaft, Fortbildungen zu fördern oder gar zu bezahlen
– extreme Erwartungshaltung, dazu gehört auch PTAs als PKAs einzusetzen, obwohl die meisten von kaufmännischen Sachen keine Ahnung haben dürften
– Mobbing im Team, speziell vom Chef
– bösartge, pöbelnde Kunden, vor den selbst der Chef buckelt
– Beleidigungen und Beschimpfungen bis hin zu körperlicher Gewaltandrohung im HV
– Apothekenschlüssel dürfen nur an Approbierte herausgegeben werden, wobei bekannt ist, dass diese erst drei Minuten vor Eröffnung da sind
– Preisdumping und Verkaufszwang
– Verbot der Beratung bei kritischen Arzneimitteln (Wick Medinait für alle, auch für Hypertoniker)
– bei QMS-Sitzungen spricht nur der Chef
– Betriebsstrukturen sind seit 50 Jahren in Stein gemeisselt, die Personalführung entspricht dem späten 19. Jahrhundert
– enorme Mehrbelastung: Gleichzeitig HV, Rezeptur, Labor, Telefon und Warenannahme
– Terror durch die Krankenkasse
– Arztangst, unplausible Rezepturen werden angefertigt
– zu guter Letzt: Für unsere Arbeit und Verantwortung eine absolut lächerliche Bezahlung, jeder Krankenpfleger verdient mehr. Das Gehalt einer/s PTA reicht nicht annährend, eine Familie zu ernähren, geschweige denn etwas zurückzulegen.
Nein, das ist nicht mehr der Beruf, den ich gelernt habe.
Das Problem ist ausschließlich hausgemacht, von den Apothekern (m/w) und der Kammer.
Für mich ist es bald zu Ende, denn ich gehe ganz raus aus der Pharmazie.
Weit ab der Hölle Apotheke(r).
Hört mich an, lieber Nachwuchs: Geht auf keinen Fall in die Apotheke und gebt eure Intelligenz ab!
Lernt etwas mit Zukunft.
PS: Auch PTAs sind Pharmazeuten und keine billigen Handlanger des Apothekers.

#12 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

35 Stunden Arbeitszeit als Leiter einer Filialapotheke lässt die Verpflichtung zu Bereitschaftsdienst oder Mehrarbeit nicht zu. Ein Gehalt mit 15% über Tariflohn setzt alle Nebenzusagen der Tarifparteien außer Kraft, und müssen deshalb zusätzlich bestätigt werden. Klauseln sind Gift für Verhandlungen bei Arbeitsangeboten. Klüger ist es auf Forderungen der Arbeitssuchenden, außer Mindestwunsch, mit Kompromissen einzugehen, als astronomische Gehälter anzubieten.

#11 |
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Apotheker

Das wundert mich kein Bisschen. Die Arbeitsbedingungen in den Apotheken sind konstant schlecht. Cholerische, geldgierige Inhaber, denen die Gesundheit ihrer Angestellten völlig egal ist. Respektlose Patienten, die meinen sie könnten ihren ganzen Frust an uns auslassen. PHIPs die wie Laufburschen behandelt werden. (Verständlicherweise) Unmotivierte Mitarbeiter. Querälen mit Ärzten, Krankenkassen und Praxispersonal. Ich wollte nie in die Offizin, habe ihr trotzdem eine Chance gegeben, weil ich finde das Patienten anständig versorgt werden sollten und wurde bitter enttäuscht. Nun werde ich mich schleunigst nach etwas anderem umsehen.

#10 |
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Gast
Gast

Nach fast 25 Jahren Berufserfahrung als Angestellter u.a. auch einige Jahre als Filialleiter kann ich nur zu dem Schluss kommen: Alles hausgemacht! Menschlich wie kaufmännische Nieten als Chef sind eher die Regel als die Ausnahme. Solange an den Universitäten nur wissenschaftliche aber keine soziale noch kaufmännische Kompetenz vermittelt werden wird sich daran auch leider nichts ändern.
Meine Motivation ist auf jeden Fall nicht mehr die beste.
Schade…

#9 |
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Gast
Gast

Es gibt keinen Fachkräftemangel. Nur Arbeitgeber, welche den Facharbeiterlohn nicht zahlen wollen. Nach 10 Jahren Apotheke als PTA habe ich die Branche gewechselt. Sprüche wie :”Wenn ich das gewußt hätte, daß Sie ein Kind aufziehen, hätte ich Sie gar nicht eingestellt!” gehören nun auch der Vergangenheit an. Mittlerweile bestelle ich auch online. Trotz gutem Zeugnis 2,1 Schnitt war es für mich nahezu unmöglich eine Stelle in Vollzeit zu bekommen. Mir tut es leid um die alten Apotheker, aber diese Personen die ich so als Vorgesetzte kennen gelernt habe, war eher eine Abschreckung. Als einzige PTA mt nem Azubi im Praktikum zusammen eine Apotheke rocken, und das jeden Tag -> och nööö Danke. Keinen Cent über Tarif und dabei die Arbeit von 2 Vollzeit PTAs leisten. Das Problem ist definitiv hausgemacht.

#8 |
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Apotheker Matthias F. Heufer
Apotheker Matthias F. Heufer

Hätte ja gern bessere Gehälter gezahlt, wenn es die Ertragslage hergegeben hätte – lebe schon 3 Jahre von meiner Rente und am 2.1.17 ist dann endlich Schluss für mich mit der Selbstausbeutung – dann schließt eine weitere Apotheke für immer…

#7 |
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Als Apotheker, Approbation 1971, bin ich immer noch tätig, sowohl in der Industrie, freiberuflich, wie auch 2 – 3x wöchentlich in öffentlichen Apotheken.
Den Mangel an Fachkräften kann ich nachvollziehen – die Gründe dafür auch.
In der Apotheke werden die Anforderungen immer höher – Dokumentationsterror, aggressive Kassen, ApothekenleiterInnen ohne Gespür dafür, dass man gute Leistung auch entsprechen “übertariflich” honorieren sollte. USW ….
Bei meinen KollegInnen stelle ich immer wieder fest, dass das Wichtigste für einen Arbeitsplatz ist 1. Würdigung der Leistung, 2.angemessene Freizeitregelungen , familienfreundlich, und Möglichkeiten zur Fort/Weiterbildung.
Der Apothekenleiter, der meint, mit Teilzeitkräften dauerhaft über die Runden , der irrt sich gewaltig: PKA’s z.B. die an drei Tagen/Woche arbeiten können keinen Überblick über das Lager und das Bestellverhalten haben. Eine ordentliche Vollzeitkraft macht sich spätestens nach einem halben Jahr sehr positiv bei der Lagerhaltung bemerkbar. Ich denke, das, was man bei Gehältern einspart verliert man schnell im Warenlager und beim Kundenzuspruch.
Leider aber sind die meisten Probleme der Apothekerschaft “hausgemacht”,
durch eine wenig tätige und aktive Berufsvertretung.
Angesichts des schlimmen Drucks durch Kassen und Behörden wäre es an der Zeit, die Öffentlichkeit durch gezielte Aktionen für unsere Belange zu interessieren. Dann gäbe es vielleicht auch Verständnis für gezielte Kampfmaßnahmen. Nur fürchte ich, dass Solidarität für viele KollegInnen ein Fremdwort ist.

#6 |
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Christopher Kunzer
Christopher Kunzer

Schauen Sie sich mal die Durchfallquote im ersten Semester an der Uni Saarbrücken an, da verliert doch jeder vernünftige junge Mesch die Lust auf ein Pharmaziestudium.(und jetzt sag bloss keiner bei einem NC von mindestens 2,1, die jungen Leute wären zu doof für das Studium).
Wo sollen da junge Kollegen herkommen, wenn Sie in einem Studiengang, der vollkommen an der Praxis vorbeigeht, selbst bei gutem Willen hängen bleiben.
Und zum Thema PTA; wer bezahlt 600,00 Schulgebühr um dann in der Offizin zuarbeiten ohne große Aufstiegschancen.Eröffnet den PTAs die Möglichkeit, wenigstens bei entsprechendem Verdienst in den Rang der früheren Vorexaminierten zu gelangen.

#5 |
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Apotheker

Wie man hört, wurde die Förderung von PTA Schulen vom Land NRW gekürzt bzw. gestrichen, weil die Quote der Abgänger in den Beruf zu gering war. Das mag an den hohen monatlichen Schulgeldern liegen. Und die wiederum an der geringen öffentlichen Förderung.
Natürlich ist da die Politik gefragt. Aber das muß der Politik von Standespolitikern begreiflich gemacht werden. Und dort müssen Profi-Politiker hin auf die Posten, nicht “nur” Apotheker. Das funktioniert sonst nicht, der Politiker -Sprech und die Politiker-Denke sind eben anders, sonst ist der handelsübliche Politiker nicht erreichbar.

#4 |
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Gast
Gast

70.000 Euro Jahresgehalt bei 35 Wochenstunden! Kauft bei Online-Apotheken …

#3 |
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Gast
Gast

Bald gibts eh nur noch eine Apotheke pro Stadt. Dann reicht das vorhandene Personal wieder ;)

#2 |
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Barbara Berninger
Barbara Berninger

Warum werden Fachschulen nicht vom Staat finanziert, Hochschulen aber schon ?
Hier ist die Politik gefragt!

#1 |
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