Kliniklärm: Wenn Dr. Krach laut wird

18. August 2016
Teilen

Umweltlärm steht nach Luftverschmutzung auf Platz zwei der krankmachenden Umweltfaktoren. Doch ausgerechnet im Krankenhaus herrscht häufig ein Lärmpegel wie auf einer Straßenkreuzung. Das steigert das Diabetesrisiko, führt zu Bluthochdruck und sogar zum Delir.

In einem europäischen Konsensuspapier wurde Lärm als zweitwichtigstes umweltbezogenes Gesundheitsrisiko eingestuft. Doch auch in der Klinik – einem Ort, wo Menschen gesund werden sollen, gibt es zahlreiche Lärmquellen: Beatmungsgeräte, Monitoralarme, zufallende Türen und Gespräche. Das Öffnen von Einwegverpackungen rangiert ganz oben als Spitzenlärmquelle, auch wenn der Schalldruck nur kurzfristig erfolgt.

Lärmbelastung im Krankenhaus beeinflusst den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Sauerstoffbedarf. Das ist das Ergebnis einer pakistanischen Studie. Eins der Probleme ist: Die meisten geräuschverursachenden Geräte befinden sich in unmittelbarer Nähe des Patienten. Das Alarmsignal sollte nicht auf Ohrenhöhe des Patienten entstehen, wie es bei vielen Infusions- und Ernährungspumpen häufig der Fall ist. Patienten sollten auf jeden Fall über Sinn und Notwendigkeit von akustischen Alarmen informiert werden.

 

Monitor Martin Jäger_pixelio.de

© Martin Jäger, Pixelio.de

 

Lärm steigert Diabetesrisiko

Eine bulgarische Metaanalyse bestätigt, dass Lärm das Diabetesrisiko um 19 Prozent steigern kann, wenn der Pegel längerfristig von unter 60 auf 60 bis 70 dB steigt. Und eine Studie von Tobias et al belegte, dass nächtlicher Lärm die diabetesbezogene Sterblichkeit erhöht. Bei hoher nächtlicher Lärmbelastung stieg jeweils in den darauffolgenden beiden Tagen die diabetesbezogene Mortalität über das sonst übliche Maß hinaus an.

Eine aktuelle Studie hat den Einfluss von Straßenlärm auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes untersucht. In der Studie stieg besonders der Blutdruck bei Frauen signifikant an.

Lärm ist nicht gleich Lärm

Am Meer empfinden wir das Windgeräusch entspannend und bei einem Konzert ertragen wir auch sehr laute Musik. Doch ein leise schnarchender Partner wird hingegen als unerträglich empfunden ebenso wie das hohe Surren einer Stechmücke. Kurt Tucholsky schrieb treffend: „Der eigene Hund macht keinen Lärm – er bellt nur.“  „Es gibt viele Arten von Lärm – aber nur eine Stille“ und „Lärm ist das Geräusch der anderen“.

Geräusche wandeln sich für den Menschen in Lärm um, wenn sie als störend empfunden werden. Der Schweregrad der negativen Auswirkungen auf den menschlichen Körper hängt u.a. vom Schallvorgang (Schalldruckpegel, Frequenzspektrum) und der Dauer der Exposition ab. Außerdem spielt die Gehörempfindlichkeit, die psychische und physische Konstitution und die emotionale Bewertung der wahrgenommenen Geräusche ein Rolle. Gesprächsfetzen des Personals können beispielsweise störender sein als der kontinuierliche Gasfluss eines CPAP-Systems, das sich in unmittelbarer Nähe des Patienten befindet.

Physik to go

„Lautstärke“ kann nicht gemessen werden. Was physikalisch gemessen wird, ist der Schalldruck, der dann in einen Schallpegel umgerechnet und in dB resp. dB(A) angegeben wird. Ein Dezibel ist ein Zehntel eines Bells (B), benannt nach dem Erfinder des Telefons, Graham Bell. Sie reicht von unter 0 Dezibel bis 130 dB. Sie beschreibt die Fähigkeit des Hörorgans, allerleiseste Töne (bis -20 dB) wahrzunehmen und allerheftigste Lautstärke (=enormen Schalldruck) auszuhalten = 130 dB. Aufgrund der Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien wird befürchtet, dass Dauerbelastungen über etwa 65 dB(A) am Tag zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko führen können, so das Bundesministerium für Umwelt.

Um das subjektive Lautstärkeempfinden zu messen, existiert die Einheit Sone. Sie misst die Lautheit eines Tones. Sie ist eine psychoakustische Größe und beschreibt nicht die physikalische Eigenschaft von Schall. Vielmehr wird die Wahrnehmung und Störwirkung des Schalls bestimmt. Die Lautheitsskala in Sone beruht darauf, dass 1 Sone halb so laut ist wie 2 Sone. Diese subjektive Skala bildet das Hörempfinden linear ab. Das Rauschen von Blättern oder ruhiges Atmen entspricht einem Schalldruckpegel von etwa 10 dB, das entspricht 0,02 Sone. Die Geräuschkulisse in einem sehr ruhigen Zimmer beträgt etwa 20 bis 30 dB. (Wer sich darüber hinaus für die physikalischen Gesetzmäßigkeiten interessiert, kann die Informationen beim Bayerischen Landesamt für Umwelt einsehen.)

Rufen über den Stationsflur

Das Krankenhaus, besonders die Intensivstation, ist ein Ort voller Lärmquellen. So soll sogar das Öffnen der Blutdruckmanschette in einen akustischen Bereich fallen, der nach den Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft bereits im Rahmen des Arbeitsschutzes den Mitarbeitern einen Gehörschutz den anbieten muss – ab 85 Dezibel ist das Tragen eines Gehörschutzes sogar Pflicht. Zudem liegt ein Lärmbereich vor, der kennzeichnungspflichtig wäre. Für ihre Messungen auf diesem Gebiet räumte das Team Daniel und Nicole Schrader den 1. Platz beim Thiemepflegepreis ab. Folgende Schalldruckpegel haben sie ermittelt:

 

Geräuschquelle Schalldruckpegel in dB
Konversation von 3 Personen 68
Konversation von 4 Personen (z. B. Visite) 74
Fallen einer Schere aus „Arbeitshöhe” auf einen harten Fußboden 79,4
Öffnen eines Pappkartons 79,5
Aufreißen von steril verpackten Handschuhen 86
Zuschlagen einer Tür 86
Herablassen eines Bettgitters 90
lautes Rufen über den Stationsflur 90
Fallen einer Nierenschale 95
Dekonnektieren eines Gaswandanschlusses (z. B. Druckluft, Sauerstoff) 103
Fallen einer Edelstahlschüssel 108

 

Nach Schrader, D., Schrader, N.: „Lärm auf der Intensivstation und dessen Auswirkungen auf Patienten und Personal“

Lärmampel bremst dB aus

Soundear warnt vor Lärm

Lärmampel soll für Ruhe sorgen © Soundear

Auch eine Projektarbeit im Rahmen der Fachweiterbildung für Intensivpflege und Anästhesie, Kreisklinik Ebersberg, beschreibt das Thema und hat gute Erfahrungen mit einer Lärmampel oder einem Soundear gemacht. Die Geräte messen die Lautstärke und warnen mit Piktogrammen oder Ampelfarben.

Die Uniklinik in Münster probiert, was in der Berliner Charité schon seit fast zwei Jahren getestet wird: einen Adaptive Healing Room. Das Konzept basiert auf zwei verschiedenen Komponenten: Zum einen verhindert ein intelligentes Alarmsystem eine überflüssige Geräuschbelastung . Zum anderen sorgt eine veränderte Raumsgestaltung dafür, dass Ruhephasen und damit Erholung möglich werden. Auch der Tag-Nacht-Rhythmus soll möglichst beibehalten werden, was durch Licht einer bestimmten Wellenlänge, ähnlich dem des Sonnenlichts, simuliert wird.

„Uns geht es speziell um Patienten, die ein hohes Risiko tragen, ein sogenanntes Delir zu entwickeln“, sagt Professor Hugo Van Aken. Nach Angaben des Direktors der Klinik für operative Intensivmedizin in Münster betrifft dies 20 Prozent aller Patienten, bei den über 65-Jährigen sogar fast die Hälfte.

Zum Delir komme es als Folge der ständigen Unruhe und Geräuschkulisse. Viele Patienten reden Unsinn, fallen aus dem Bett und sind für Angehörige und Pflegepersonal eine zusätzliche Belastung. Wissenschaftlich nachgewiesen sei, so Professor Björn Ellger aus Münster, dass diese Kranken schlechtere Aussichten auf Heilung hätten.

Lärm spielt auch bei der Entstehung von Delirzuständen eine entscheidende Rolle. Die S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin betont: „Die schlaffördernden Maßnahmen in der Nacht bestehen nicht nur aus allgemeiner Reduktion von Lärm und Licht in den Behandlungszimmern, sondern können zum Beispiel auch bei nicht-deliranten Patienten aus dem Angebot von Schlafbrillen und Ohrstöpseln bestehen“.

Ohren auf!

Die Fachkrankenpflegerin Ise Hirsch hat für ihre Facharbeit „,Ohren auf! auf der Intensivstation“ im Jahr 2015 den Thiemepflegepreis erhalten. Sie gibt folgende Ratschläge zur Vermeidung von Lärmbelastung auf einer Intensivstation:

  • Volumen- und Spritzenpumpen frühzeitig wechseln, bevor sie Alarm geben
  • Anwendung von Gehörschutzstöpseln (dies verstärkt zudem die „Basale Stimulation)
  • Ohren mit einem Handtuch abdecken, um die Geräusche zu dämpfen.
  • Tragen von Kopfhörern
  • Bauliche Maßnahmen für eine reduzierte Geräuschkulisse
  • Planerische Maßnahmen zur Geräuschreduzierung, beispielsweise Auffüllen von Pflegewägen außerhalb des Patientenzimmers, keine Lagerhaltung im Zimmer des Patienten, keine Putz- und Auffüllarbeiten in der Nacht vornehmen etc.
  • Absaugung, Sauerstoff- und andere Geräte bei Nichtgebrauch abschalten.
  • Anzahl der anwesenden Personen in einem Patientenzimmer auf das Nötigste reduzieren.
  • Keine lauten Schuhe tragen (Unfallverhütungsvorschriften beachten).
  • Keine laute Musik oder Dauerberieselung durch Fernseher oder Radio.
  • Speziell im Patientenzimmer sollte darauf geachtet werden, dass man nur leise spricht.
  • Umverpackungen nicht direkt neben dem Patienten öffnen
  • Telefone und die Türklingel nur so laut wie nötig einstellen – zügig darauf antworten
  • Pflegemaßnahmen sollten zeitlich gebündelt und geplant werden, um den Patienten dazwischen Ruhephasen zu gönnen.
  • Das Anbringen einer „Lärmampel“ stellt eine weitere Möglichkeit zur Lärmreduzierung dar.

Die Maßnahmen können zu einer Reduzierung des Geräuschpegels von 2-4 dB führen, was zuerst als nicht besonders viel erscheinen mag, aber einen deutlich spürbaren Effekt hat. Aufgrund der logarithmischen Darstellung der Dezibelskala entsprechen 3 dB einer Lärmreduzierung um die Hälfte.

Nur Empfehlungen, keine Gesetze

In der Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV) ist in §15 der Schutz gegen Lärm geregelt. In Arbeitsräumen ist der Schallpegel so niedrig zu halten, wie es nach der Art des Betriebes möglich ist. Der Beurteilungspegel am Arbeitsplatz in Arbeitsräumen darf auch unter Berücksichtigung der von außen einwirkenden Geräusche höchstens betragen:

  1. bei überwiegend geistigen Tätigkeiten 55 dB(A),
  2. bei einfachen oder überwiegend mechanisierten Bürotätigkeiten und vergleichbaren Tätigkeiten 70 dB(A),
  3. bei allen sonstigen Tätigkeiten 85 dB(A); soweit dieser Beurteilungspegel nach der betrieblich möglichen Lärmminderung zumutbarerweise nicht einzuhalten ist, darf er bis zu 5 dB(A) überschritten werden.

Der maximale Lärmpegel auf einer Intensivstationen sollte 55dB nicht übersteigen. Für Deutschland sind das nur Empfehlungen, Bestimmungen gibt es nicht.

Eine Richtlinie der US Environmental Protection Agency gibt maximale Schalldruckpegel von 45 dB tagsüber bzw. 35 dB nachts für Intensivstationen vor, eine weitere Empfehlung des International Noise Councils schlägt 45 dB tagsüber, 40 dB am Abend und sogar nur 20 dB während der Nacht vor.

In der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bei den Informationen zur Neu- und Umbauplanung im Krankenhaus unter Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes (BGI/GUV-I 8681) werden folgende maximale Schallpegel beschrieben (DIN EN 13779).

  • Im OP und in Fluren: 45 dB
  • In sonstigen medizinisch genutzten Räumen: 35 dB
  • In Büros: 40 dB
  • In Wäschereien: 60 dB

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ebenfalls für Patientenräume einen Geräuschpegel von maximal 35 dB(A). Also in der Klinik daran denken: Leise ist weise.

57 Wertungen (4.65 ø)
Allgemeinmedizin, Medizin

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

13 Kommentare:

Gast
Gast

Mich hat der laute Kliniokalltag (40J lang. Krankenschwester) extrem belastet und letztendlich krank gemacht .Herz- Kreislaurprobleme usw. 2012 dann Apoplex und Schicht im Schacht. Keine Grüße von der Pflegedienstleitung, kein tut uns leid . Ich lebe mit Einschränkungen ganz gut, Jeden Tag glücklich , den ich selbständig aufstehen und mich selbst versorgen kann. Und kein Dienst mehr, Gott sei Dank. Obwohl ich sehr gerne in der Pflege gearbeitet habe.
Liebe Kollegen , achtet bitte mehr Eure Mitmenschen, im übrigen hört man lautes Geschwätz durch die Zimmertür!!!

#13 |
  0
Altenpflegerin

dem kann ich nur zustimmen, ich versuche vor allem in der Nacht so leise wie möglich in den Patientenzimmern zu hantieren, aber es lässt sich eine gewisse Geräuschkulisse leider nicht vermeiden. Besonders schlimm ist es, wenn sich ein instabiler Patient und ein etwas weniger Betroffener, ein Zimmer teilen müssen. Was ich aber auch als absolut störende empfinde ist die Tatsache, dass viele Kollegen die ganze Nacht durch mit voller Beleuchtung in den Zimmern arbeiten. Ich persönlich könnte unter diesen Voraussetzungen kein Auge zumachen.

#12 |
  0

Bereits architektonisch wird der Lärmschutz zumeist vernachlässigt: Schallreflektion, stehende Wellen, Resonanzen v.a. in Fluren und Treppenhäusern. Das ist fahrlässige Körperverletzung!

#11 |
  0
Maria, Ärztin
Maria, Ärztin

kann den gedankenlosen Umgang mit Lärm und dem, was man Patienten zumutet nur bekräftigen. Meine 90jährige Mutter lag nach Cholecystektomie frisch operiert in einem Zimmer, das sich direkt über einer Station befand, die gerade umgebaut wurde. Es wütete den ganzen Tag der Bosch-Hammer und es war ein irrer Lärm. Vom Pflegepersonal hörte ich, das ginge schon seit Tagen so! Nicht nur die Patienten, sondern das Pflegeteam sei erherblich gestresst.
Das Ganze ereignete sich nicht etwa irgendwo auf der Welt, sondern Anfang des Jahres 2016 im Lehrkrankenhaus einer Universitätsklinik in Deutschland!

#10 |
  0
Barbara
Barbara

Der Bericht ist interessant.
Allerdings gibt es, außer in der Nacht, in den stationären Bereichen, keinerlei Gedanken an Rücksicht in Punkto Geräusche:
Jeder Mitarbeiter hat seinen Arbeitsablauf, und der ist gut gefüllt mit Arbeit. Warum soll man jetzt eventuell sein Verhalten verändern?
Rücksicht ist in den Krankenhäusern durch die Mitarbeiter nicht möglich, es sei denn, es wird als Arbeitsvorschrift deklariert und geahndet.
Es ist auch in anderen stationären Einrichtungen nicht anders (Heime). Soweit wird nicht gedacht, schließlich wird dort gearbeitet!

#9 |
  4
Gast Geli Mener
Gast Geli Mener

Ich hasse zeitweise meinen Hausarzt, weil er regelmäßig oft die Türen schmeißt! Das ist eine Zumutung! Bei den anderen Mitarbeitern klappen die Türen auch laut, aber beim Arzt ist es extrem wuchtig.

#8 |
  0
Zahnarzt

Guter Artikel.
Aber was tun, wenn auch noch der Start und Landeanflug des Rettungshubschraubers von nebenan unerträglich wird? Abgesehen davon, dass der Eingeflogene anschließend wegen Überfüllung der eigenen Klinik im RKW bis zu 40 km umhergefahren wird?
Ein System, das sich nur durch Neustrukturierung lösen lässt – und das ist in dieser wirtschaftsorientierten Gesellschaft nicht erwünscht, da es viel Geld kosten wird. Das Geld, das zwar da ist, aber lieber in Spitzengehältern einfließt.
Schade um diese Welt…man könnte soviel machen.
Dann werden eben ein paar mehr krank; dafür haben wir wieder Tabletten…”the show must going on”

#7 |
  0
Nichtmedizinische Berufe

Das ist sooo richtig. Aber die schlimmste Lärmquelle wurde noch gar nicht erwähnt: Radio- und Fernsehgeräte , die ohne Kopfhörer laufen ( ist in manchen Kliniken wie beispielsweise Ostseeklinik Damp aber auch der Schmerzklinik Kiel ( und die ist für Leute, die an MIGRÄNE leiden!) üblich. Wenn man dann noch mit einer schwerhörigen alten Dame auf dem Zimmer ist, die am liebsten Die Lange Nacht Der Volksmusik anschaut – gräßlich. Der Blutdruck ist auf 180. Und dann Besucher. Wieso müssen bei manchen Patienten Großfamilien mit Kindern ums Bett stehen, die dazu noch stunden bleiben? Ich war frisch operiert und ungefähr fünfmal die Stunde ist eine der Besucherinnen mit ihrem dicken Bobbes an mein Bett gestoßen – neee. Da lobe ich mir doch, wie es früher war: kein Fernseher, kein Gedudel und feste Besucherzeiten.

#6 |
  1
Gast
Gast

Dass Lärm pathogenetisch bei der Entstehung von Krankheiten ein Kausalfaktor und/oder Multiplikator ist, dürfte hinreichend bekannt sein.
Das Ausweichen auf oder Eibeziehen von technische(n) Tricks und Finessen entspricht unserem modernen Denkverhalten.
Wie wäre es aber, wenn wir uns selbst und unsere klinischen Mitarbeiter dafür stimulieren “weniger Lärm zu bereiten” um rücksichtsvoller mit Patienten und Kollegen umzugehen!?
Es gibt und gab schon einige Berichte in unseren Fachzeitschriften von Kollegen und Mitarbeitern, die sich dieses Themas annahmen, aber immer erst, wenn sie selbst als Patienten unangenehm davon betroffen waren.
Plötzlich bemerken sie, dass die Türen zu geschlagen und nicht “geschlossen” werde,, dass die Uhr im Zimmer oder auf dem Flur “sehr” laut tickt, der Essenwagen “unmöglich” quietscht (geölt werden müsste) etc. D.h. die Tagesroutine macht zu sehr “betriebsblind + taub”.
Also ändern wir es endlich “sehend + feinfühlig” alle miteinander!
MfG dokuet

#5 |
  0
ulrich sick
ulrich sick

Interessant. Bereits 1998 habe ich den Lärmpegel am Arbeitsplatz auf der Chirurgie in der Uniklinik angesprochen. Meine Anstrengungen verliefen im Sande – um so mehr freut es mich, dass es endlich Thema zu werden scheint. Mal sehen – die Strömungsgeräusche in Heimbeatmungssystemen wie CPAP-Maschinen werden ja auch hingenommen, sind aber ein erheblicher Störfaktor für den Anwender.

#4 |
  0
Gast
Gast

…und die Lärmbelastung endet nicht auf der Arbeit. Zu Hause geht es weiter. Und dann gibt es noch die Nachbarn, Rasenmäher, Laubaufsauger, Bohrmaschinen, Kreissägen….

#3 |
  1
Studentin der Humanmedizin

Oh, danke Herr Klüsener für den App-Tipp.

#2 |
  0

Der deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte gibt eine sog. LärmApp heraus, runterzuladen auf Smartphone oder iPad. Zur schnellen Orientierung des jeweiligen Umgebungslärm in dB angegeben. Anmachen, hochhalten in Augenhöhe und man sieht in “Grün” oder “Rot”, was es auf die Ohren gibt.
Jeder Arzt der sich zwischen Krankenhauswänden bewegt dürfte ein Smartphone in der Tasche haben.
Die Intention des Artikels ist zwar gut, aber jeder der, wie ich auch, jahrelang in Kliniken “gelebt” hat, weiß daß zwischen Wunsch und Realität derzeit noch tiefe Gräben sind.
Infos: http://www.hno-aerzte-im-netz.de

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: