Diabetes: Das Antikörper-Frühwarnsystem

5. August 2016
Teilen

Für präzisere Aussagen über den Krankheitsverlauf von Diabetes Typ 1 bei Kindern untersuchten Forscher die Verhaltensmuster von Antikörpern binnen größerer Zeitspannen. Damit konnten die Experten den Zeitpunkt des Frühstadiums bereits vor Ausbruch der Erkrankung ermitteln.

Typ-1-Diabetes entwickelt sich in den meisten Fällen schon in den ersten Lebensjahren. Deshalb haben Wissenschaftler vom Institut für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum München einen Test entwickelt, mit dem bereits aus einem Tropfen Blut nachgewiesen werden kann, ob entsprechende Antikörper vorhanden sind, die ein Frühstadium der Erkrankung kennzeichnen.

„Zusätzlich kompliziert wird die Diagnose allerdings dadurch, dass es sich insgesamt um vier verschiedene Antikörper handelt“, erklärt Dr. Peter Achenbach, stellvertretender Leiter des IDF.

Antikörper kommen und gehen

„Darüber hinaus sind nicht alle Antikörpertypen in der Phase der Krankheitsentwicklung permanent vertreten, sondern die einzelnen Antikörper verhalten sich dynamisch – sprich sie können auch kommen und gehen“, so Achenbach weiter.

In der aktuellen Studie wollten die Wissenschaftler genau dieses komplexe Verhalten untersuchen und herausfinden, ob sich aus den jeweiligen Antikörperverläufen möglicherweise präzisere Aussagen herausfiltern lassen als bisher. Für ihre Analysen kooperierten die Forscher eng mit Experten der Abteilung Scientific Computing (ASC) und deren Leiter Dr. Wolfgang zu Castell.

„Unser neuer Ansatz, Muster im Zeitverlauf zu analysieren, erlaubt es nicht nur festzustellen, ob die Antikörper da sind oder nicht, sondern auch, Verläufe verschiedener Antikörper zu beobachten und Kinder mit ähnlichen Profilen zu gruppieren und das dann mit der Krankheitsentstehung in Beziehung zu setzen“, beschreibt Erstautor Dr. David Endesfelder die Studie, in der die Forscher 88 Kinder untersuchten, die jeweils mehrere verschiedene Antikörper entwickelt hatten und im Rahmen der BABYDIAB-Studie über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren beobachtet wurden.

Besseres Verständnis für Facetten der Erkrankung

Durch die neuen Analysemethoden konnten die Forscher beispielsweise beschreiben, dass bei einigen Kindern, die aufgrund ihrer Antikörperkonstellation bisher zur Hochrisikogruppe für eine schnelle Krankheitsentwicklung gezählt wurden, erst mit deutlicher Verzögerung eine klinisch symptomatische Diabetes auftrat.

„Das war sehr überraschend und zeigt uns, dass wir mit dem neuen Ansatz nicht nur Einsen und Nullen, also Antikörper vorhanden oder nicht vorhanden, unterscheiden, sondern dass wir beginnen, die verschiedenen Facetten der Entstehung von Typ-1-Diabetes auch im Detail immer besser zu verstehen“, so Achenbach.

Künftig wollen die Forscher diese Analysen weiter vertiefen, um präzisere Aussagen zum Krankheitsverlauf, den zugrunde liegenden Faktoren und Mechanismen, aber auch zu möglichen Therapieaussichten wie etwa durch die vom IDF durchgeführte Insulinschluckimpfung für junge Risikopatienten, treffen zu können.

Originalpublikation:

A novel approach for the analysis of longitudinal profiles reveals delayed progression to type 1 diabetes in a subgroup of multiple-islet-autoantibody-positive children
David Endesfelder et al.; Diabetologia, doi: 10.1007/s00125-016-4050-0; 2016

9 Wertungen (4.67 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

1 Kommentar:

Susan Wolf
Susan Wolf

Es i st ja ml wieder typisch. Da wird herausgefunden welche Antikörper für den Diabates verantwortlich sind und am ende wird noch einmal über eine Insulinschluckimpfung gesprochen. Das ich nicht lache!
Vielleicht sollte im Rahmen solcher Studien aucheinmal untersucht werden, ob diese ganzen Kinder nicht vielleicht als Säuglich geimpft worden sind, so dass sich deren Immunsystem verändert und dan entsprechende Krankheiten enstehene können, wo sich Antikörper anders verhalten als normal.
Und immer wieder neue Impfungen, wahnsinn. Geht es hier eigentlich auch noch einmal irgendwann um wirkliche Gesundheit??? Die so in meinen Augen nicht wirklich zu erreichen ist.
Achtet auf die Ernährung der Schwangeren und Kinder und lasst Impfungen weg und schon haben wir deutlich mehr gesunde Kinder als vorher.

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: