Krankenhausbelegung: Alles muss raus

1. August 2016
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Jahr für Jahr sinkt die Verweildauer im Krankenhaus. Die ursprünglich aus ökonomischen Zwängen geborenen Kürzungen gelten als zweischneidiges Schwert: Werden ältere Patienten rasch mobilisiert, sinkt ihre Mortalität. Doch „blutige Entlassungen“ bergen auch Gefahren.

Vor knapp 15 Jahren ächzten Deutschlands Klinken unter dem bislang stärksten Strukturwandel. Seit März 2002 gilt das Gesetz zur Einführung des diagnoseorientierten Abrechnungssystems nach Fallpauschalen. Zum 1. Januar 2004 kamen verbindliche Fallpauschalen (DRGs) hinzu. Sie ersetzen die zuvor genutzten Tagessätze. Konsequenzen blieben nicht aus: Bei gleicher Fallpauschale steigen die Kosten pro Patient mit steigender Aufenthaltsdauer.

Einrichtungen versuchten deshalb, Patienten so früh wie möglich nach Hause oder in die ambulante Weiterbehandlung zu entlassen. Entsprechende Trends halten bis heute an, berichtet das Statistische Bundesamt (DESTATIS). Von 1991 (14 Tage) bis 2014 (7,4 Tage) hat sich dieser Zeitraum nahezu halbiert. Was Gesundheitsökonomen freut, ist bei Ärzten äußerst umstritten.

 

Krankenhausbelegung

Entwicklung der Krankenhaus-Zahlen und der Verweildauer. © DESTATIS / Screenshot: DocCheck. 1Berichtigte Werte für 2005, soweit (einmalig) Angaben für gesunde Neugeborene enthalten waren.

Erträge maximieren

„Es gilt, den maximalen Erlös zu erzielen – je mehr und je schwieriger die Fälle bei mittlerer Verweildauer sind, desto besser“, berichtet Professor Dr. Gabriele Schackert von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). „Die Zeit, die man mit den Patienten verbringt, schlägt sich hingegen nicht in der Vergütung nieder.“

Weil viele Kliniken um ihr nacktes Überleben kämpfen, reduzieren sie die stationäre Verweildauer auf ein Minimum und sparen am Personal. „Es ist bereits üblich, Patienten am Tag des Eingriffs direkt nüchtern in den OP-Saal kommen zu lassen“, so Schackert. „Das setzt nicht nur eine hervorragende Organisation bei der Vorbereitung voraus, sondern sorgt häufig auch für zusätzlichen Stress bei den Patienten.“ Die stationäre Aufnahme findet erst nach dem Eingriff statt. Und später folgen „blutige Entlassungen“. So berichten Orthopäden aufgrund der frühen Entlassungen über mehr Wundheilungsstörungen und Hämatome. Und Kardiologen verzeichnen häufiger auftretende Perikard- und Pleuraergüssen. Dies führt zu neuen Behandlungen und weiteren Kosten. Damit haben Krankenversicherungen ihr selbst gestecktes Ziel, Geld zu sparen, ad absurdum geführt.

Grund genug für Jacques D. Donzé aus Bern, einen Risikoscore zu entwickeln. Basis waren knapp 120.000 Patientenaufzeichnungen. Für eine Wiederaufnahme innerhalb von 30 Tagen spricht ein stark erniedrigter Hämoglobin-Wert oder ein veränderter Natrium-Spiegel im Blut. Weitere Risikofaktoren sind die Klassifikation als onkologischer Patient, die Einweisung als Notfall sowie die Zahl stationärer Aufenthalte in den letzten zwölf Monaten.

Nur nicht liegen bleiben

Trotzdem sind lange Verweilzeiten nicht der Weisheit letzter Schluss. Julia R. Berian aus Chicago hat jetzt Folgen chirurgischer Eingriffe bei älteren Patienten untersucht. Als Basis zog sie Daten von 4.895 Personen heran. In der Gruppe zwischen 65 und 74 Jahren verlor jede zweite Person ihre Unabhängigkeit – nicht durch die OP an sich, sondern durch den stationären Aufenthalt, wohlgemerkt. Hier reichte das Spektrum von weniger Mobilität bis hin zur Unterbringung im Pflegeheim.

Nahm Berian die Gruppe zwischen 75 und 84 Jahren unter die Lupe, waren 67 Prozent betroffen, und jenseits des 85. Geburtstags sogar 84 Prozent. Neben postoperativen Komplikationen führte die nachlassende Mobilität an zweiter Stelle zur erneuten Hospitalisierung. Welche Faktoren dazu führen, haben Forscher nicht mit letzter Gewissheit verstanden. Tatsache ist, dass lange Liegezeiten das Thromboserisiko vergrößern, aber auch zum Verlust von Muskelmasse führen. Ärzte versuchen deshalb, Patienten früh zu mobilisieren – und früh nach Hause zu schicken. Dies sollte aus medizinischen Erwägungen, aber nicht aus Kostengründen geschehen.

Sparen, aber richtig

Um Gelder einzusparen, gibt es Alternativen zur Kürzung der Verweildauer. Die AOK berichtet über immer mehr ambulante OPs. Experten fanden rund 20 Versorgungsformen – von Hochschul- und Notfallambulanzen über ambulantes Operieren im Krankenhaus bis hin zur Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV). „De facto werden hier identische Leistungen in verschiedene Rechtsformen verpackt und dann auch noch unterschiedlich vergütet“, sagt Prof. Dr. Jürgen Wasem, Duisburg-Essen. Er fordert einen einheitlichen Ordnungsrahmen.

Das IGES-Institut hat sich im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ebenfalls auf die Suche nach versteckten Reserven begeben. Das Ergebnis: Vermeidbare stationäre Notaufnahmen in Krankenhäusern summieren sich auf knapp 4,8 Milliarden Euro jährlich.

Krankenhaus-IGES-ZI

© Zi/IGES

„Mehr als die Hälfte aller vermeidbaren Krankenhausfälle werden ohne ärztliche Einweisung aufgenommen. Betrachtet man das Geschehen an Werktagen, entsteht rund die Hälfte der Aufnahmen ohne ärztliche Einweisung zu den üblichen Praxisöffnungszeiten“, sagt der Geschäftsführer des IGES-Instituts, Dr. Martin Albrecht.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen erklärt das Phänomen: „Patienten wählen von sich aus den direkten Weg ins Krankenhaus, entweder weil das Krankenhaus als Anlaufpunkt sichtbarer ist, weil die Klinikambulanz eventuell aktiv beworben wird oder der Patient eine Komplettversorgung aus einer Hand erwartet.“ Er bringt ambulante Anlaufstellen als „Gatekeeper“ in das Gespräch. Diese sollten direkt bei Klinken Patientenströme per Triage kanalisieren. Ohne eine Stärkung der ambulanten Versorgung wird sein Konzept kaum aufgehen.

66 Wertungen (4.38 ø)

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20 Kommentare:

Gast
Gast

Da hier auch das Thema Nutzung der Rettungsstellen ohne hinreichende Indikation angesprochen wird, auch dazu ein paar Worte…

Es gibt sicher viele Patienten, die mit Bagatellen die Rettungsstellen verstopfen. Das ist nicht zu leugnen. Aber warum ist das so? Zum einen habe ich das Gefühl, dass viele Menschen zu wenig über ihren Körper und Erkrankungen wissen. Doch es gibt auch noch ein weiteres Problem… Versuchen Sie mal, schnell einen Termin bei einem Hausarzt oder Facharzt zu bekommen. Den dann noch mit der Arbeitszeit unter einem Hut zu bringen. Hilfreich wäre, wenn Ärzte z.B. Abends und an den Samstagen Sprechstunden abhalten würden, was Berufstätigen sicher helfen würde. Dann ist es mir absolut unklar, warum z.B. in Berlin die gesamte Versorgung in Notfällen bei den Krankenhäusern liegt. Warum zum Teufel machen die normalen Praxen keine Notdienste? Die haben die Routine bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit und ein Chirurg muß sich nicht mit einer Grippe beschäftigen. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch preiswerter wäre.

Die Rettungsstellen müssen entlastet werden. Das geht nur über die niedergelassenen Praxen. Sogenannte Portalpraxen sind m. E. unnötig. Eine ausreichende Anzahl Praxen in den Bezirken / Orten und die Sache ist erledigt. Das funktioniert doch auch in anderen Regionen, warum nicht in Berlin?

#20 |
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Gast
Gast

Guten Tag,

Frage: Was nützt dem Patienten ein längerer Aufenthalt, wenn auf Station ohnehin fast keine Zeit für seine Betreuung ist? Ich hatte gerade das “Vergnügen”. Ärzte sah ich meistens nur an mir vorbeirennen, die Visite war in einer Minute erledigt. Das Pflegepersonal gab sich Mühe, hetzte aber auch von einem zum anderen. Die Physiotherpeutin ging ein paar Minuten mit mir spazieren und ersetzte dankenswerter Weise auch gleich noch den Psychologen, denn sie konnte gut zuhören und Rat geben. Unglaublich wertvoll, wenn man allein ist.

Je früher aus dem Krankenhaus raus, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion mit irgendwelchen Keimen. Allein wenn ich an die Zimmerreinigung denke, gaust mir. Das WC habe ich selbst geputzt, bevor ich es nutzen konnte u.s.w. Dazu die ganzen Eindrücke, Einlauf und Blutentnahmen während der Mahlzeiten, nein Danke. Den ganzen Tag Lärm von der Laderampe vor dem Fenster und zahlreiche Isolierzimmer auf Normalstation. Da quäle ich mich lieber daheim allein herum.

Selbstverständlich sind meine Erfahrungen nicht generalisierbar.

Viel wichtiger wäre – aber vielleicht habe ich da auch nur Pech gehabt – eine wesentlich bessere Versorgung nach dem stationären Aufenthalt. Z.B. Haushaltshilfe für Singles ohne soziales Umfeld, die Reduzierung der Bürokratie, mehr und schnellere Termine bei Ärzten und Physiotherapeuten. Da klemmt es leider sehr oft (auch nur aktuelle Erfahrung). Dazu dann noch fehlerhafte Entlassungsbriefe und OP-Berichte. X-faches Anfordern von Befunden. Warum können die Krankenhäuser, obwohl seit 1.1.16 es rechtlich möglich ist, keine AU-Bescheinigungen ausstellen? So rennt Patient faktisch frisch operiert durch die Gegend, fährt in die Praxis, geht in die Apotheke und kämpft mit der Verwaltung seiner Krankheit.

Die schlimmste Krankheit unseres Gesundheitswesens ist das Profitstreben der Klinikbetreiber, der Kostendruck und das Sparen überall. Outsourcing an x-Firmen, die rings um den Patienten tätig sind. Vermutlich unzureichend ausgebildete Reinigungskräfte. Bei Mehrbettzimmern nur einmal am Tag das Bad zu reinigen ist verflucht wenig. Das aber auch im Rahmen eines sportlichen Zeitramens. Die Putzfrau macht auch gleich noch den Nachttisch vom gerade entlassenem Patienten sauber. Zeitarbeitskräfte in der Pflege. Keine elektronische Patientenakte. Stress ohne Ende für das Personal, dass kaum Zeit für die Betreuung der Patienten hat (auch mal für ein Schwätzchen und aufmunternde Worte).

Das System fährt gegen die Wand. Soweit von einem Patienten, der gerade 10 Tage in einem berühmten Krankenhaus verbracht hat und dort operativ versorgt wurde.

Achso, letztes Jahr sagte mir ein Arzt in einer Rettungsstelle, für die Psyche haben wir hier keine Zeit. Ich war gerade niedergeschlagen worden. Dieses mal entlies mich eine Rettungsstelle mit zerbrochenen Wirbelkörper ohne den Bruch zu erkennen. Vor 2 Jahren Mitternacht auf die Straße mit Gehhilfen geschickt, Verbot den Fuß zu belasten. Keine Familie, niemand der helfen konnte. Wie ich in meine Wohnung gekommen bin, weiß ich bis heute nicht.

Ich höre lieber auf zu schreiben, sonst erschreckt sich noch jemand. Und ich möchte nicht, dass das Personal Ärger bekommt. Die sind auch nur Opfer dieses auf Profit orientierten Systems, bei dem der Mensch auf der Strecke bleibt.

#19 |
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Dr. med., Dipl.oec.troph. Monika-Magdalena Blume
Dr. med., Dipl.oec.troph. Monika-Magdalena Blume

Spätestens jetzt möchte ich dem Kollegen Schätzler meinen tief empfundenen Dank für seine Kommentare aussprechen.
Möge der Herr Doktor diesem Forum noch lange erhalten bleiben.

Dr. Monika-Magdalena Blume
Ärztin, Ernährungswissenschaftlerin

#18 |
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Internist
Internist

Viele Selbsteinweisungen vor allem bei alten Leute erfolgen, weil:
1. ein Teil der Hausärzte keine häusliche Besuche machen wöllen.
2. Hausarzt findet sich nicht im Erdgeschöß.
3. Der Patient soll selber bezahlen bei der Fahrt zum Hausarzt
4. Ein Rettungswagen ist bequemer für alte bettlägerige Patienten.

In viele Fällen sind keine Notaufnahme erforderlich, wenn eine reglemäßige hausärztliche ambulante Betreuung möglich wäre.
Die Mehrheit unserer stationären Notaufnahme in der Innere Medizin sind:
erniedrigter Natriumspiegel oder Exsikkose als Folge von wassertreibendem Mittel oder den Gegenteil Wassereinlagerung. Die Vorbeugung ist nicht schwer: Regelmäßige Labor- und Gewichtskontrolle. Eigentlich viele Krankenhäuser leiden an Bett- und Personalmangel. Oft haben wir Flurbetten. (Das heißt die Patienten müssen im Gang bleiben).

#17 |
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Alexander Feidel
Alexander Feidel

Ich kenne allein schon aus meinem privaten Umkreis drei Pneumonie-Fälle aus jüngster Zeit, in denen stationär behandelte alte und behinderte Patienten nicht auskuriert (in einem Fall nicht einmal entfiebert) nach wenigen Tagen entlassen wurden. Die Anschlußbehandlung zuhause oder im Pflegeheim wurde vom Krankenhaus nicht sichergestellt. Z.B. heißt Entlassung ins Pflegeheim am Wochenende: kein Arzt, kein Rezept, keine Fortführung der Antibiose, Kurzbrief wurde vom Wochenendpersonal nicht richtig interpretiert. Auch Angehörige zuhause waren überfordert, schnell genug ein Rezept zu beschaffen. Alle drei wurden mit Rezidiven und zusätzlichen Komplikationen wieder aufgenommen.

#16 |
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Gast
Gast

Sicherlich sollte das – sogar intensiv – hinterfragt werden, aber es geht doch nicht um ” abgebildet “, sondern die tatsächlichen Verläufe. Wird das überhaupt nachgehalten ?

#15 |
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Dr. med. Hannes Rietzsch
Dr. med. Hannes Rietzsch

Wenn die Verweildauer immer weiter verkürzt wird, fragt man sich schon, ob eine krankenhausbegleiteter Heilungsprozess überhaupt noch abgebildet wird. Bei einer immer älter werden Bevölkerung und zunehmenden Komorbiditäten ist das ganz offensichtlich zu hinterfragen.

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hm, ich vermisse eine realitätsnahe Aussage angelehnt zu folgender selbst erlebter/erlittener Chronologie und ob dabei die einleitend gegebene Diskussion um Selbsteinweisungen dabei eine entscheidende Rolle spielen könnte:
– Anfang 2011 VP-Shunt-Re-Implantation in KH1 auswärts.
– Mitte 2011 Selbsteinweisung in KH2 am Heimatort, trotz immer wieder schlechter Erfahrungen, jedoch die akute Appendizitis dazu zwang und auch sehr klar war.
Nach drei Tagen und schlechtem Allgemeinzustand Entlassung.
Nach noch einmal einen Tag erneute Selbsteinweisung dort.
Weigerung zur Revision und Hoppla-Hop-Überführung in KH1.
Dort Notfall-Revision aufgrund einer akuten Peritonitis.
Nach drei Wochen Entlassung, nach dann noch einmal zwei Wochen diesmal Notfallarzt-Einweisung in KH1.
Meningomyeloenzephalitis, Revision des Abdomens, VP-Shunt-Explantation, Intensivstation, später nach Keimfreiheit wieder Neu-Implantation.
Und das alles wg. der aufgestiegenen Keime, was ja immer geschehen kann.
Hierbei nun aber schon sicher wg. der mutmaßlich vermeidbaren Peritonitis, die schließlich in KH1 nie diagnostiziert wurde, dann also wg. der anfänglichen schlechten Versorgung und noch schlechteren Nachsorge.
Es wurde auch ordentlich von KH2 gelogen und diese Lügen in KH1 kopfschüttelnd offenbar wurden udn diese sehr direkt etwas mit der Vermeidung so einer Infektion im Zusammenhang standen.
Aber na ja, was sollte ich da auch machen, außer immer wieder nur zu konstatierern, dass meine Heimatstadt ein guter Ort zum Sterben bleibt.
Von daher erscheinen mir solche Themen wie hier ja geradezu als eine Bestätigung dafür, dass die Notfallversorgung also doch dem angeblichen Kostendruck weit untergeordnet sein wird.
Oder wie könnten sich solche und andere Realereignisse sonst erklären lassen?

#13 |
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Gast
Gast

Ich kann mich der Meinung und den Erfahrungsberichten von Fr. Jutta Becker nur anschließen. Als Mitarbeiterin einer großen psychiatrischen Universitätsambulanz und Medizinerin wünsche ich mir viel häufiger, dass sog. Experten viel häufiger und lange genug(!) in den Krankenhäusern/medizinsichen Einrichtungen/Arztparaxen/Rettungseinsätze etc. (gilt im übrigen auch für Schulen/Kindergärten/Krippen etc.!) einfach mal mitlaufen und sich selbst ein Bild von der Schwere der Arbeit, den täglichen Entscheidungen und vielem mehr machen. Hier fehlt es eindeutig an Respekt vor den eigentlichen Leistungsträgern – nämlich Ärzten und Pflegepersonal und natürlich auch an Geld und personellen Ressourcen! Da auch die psychiatrischen Kliniken mittlerweile einem hohen Leistungsdruck unterliegen und in den kommenden Jahren “wirtschaftlich” arbeiten müssen, sehe ich hier große Risiken auf uns zukommen. Schon jetzt ist es eine Lüge, zu behaupten, die stationäre Verweildauer würde im psychiatrischen Sektor sinken – ja das tut sie schon, aber nur weil sie schlichtweg auf den teilstationären/tagklinischen/ambulanten Sektor verschoben worden ist, weil das m.E. mehr Geld zukünftig bringt … Die Patienten bleiben trotzdem länger (halt tagklinisch!) oder genauso lange … Und die Drehtürpsychiatrie grüßt auch freudig! Denn wenn sie Depressionspatienten früher entlassen, kommen diese oftmals schnell wieder, nicht immer ins eigene Klinikum, aber es gibt ja auch genug andere … Ich finde, hier lügt man sich in die eigene Tasche …

#12 |
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Susanna
Susanna

Hallo,
viele der Gedanken kann ich aus meiner aktuellen Situation heraus bestätigen. Vor einigen Tagen hatte ich einen stationären Krankenhausaufenthalt mit zwei Übernachtungen, geplant war ursprünglich nur eine am OP-Tag. Für dieselbe Art OP (Entfernung mehrerer Bauchmyome) hatte ich vor vielen Jahren einen Aufenthalt von 2 Wochen.

Problematisch an der meines Erachtens zu frühen Entlassung ist, dass man noch keineswegs gesund ist (Wundfluß ohne Drainage, Schwindel als Narkosenachwirkungen, Schmerzen und dadurch starke Bewegungseinschränkung etc.) und völlig auf fremde Hilfe angewiesen ist – glücklich der, der hilfsbereite Menschen in seiner Umgebung hat. Diese damalige soziale Leistung wurde somit wegrationalisiert, die organisatorische Verantwortung diesbezüglich dem Patienten übertragen.

Außerdem besteht im Allgemeinen noch immer die Ansicht, dass Patienten bei Entlassung schon weitgehend gesund seien, sodass das soziale Umfeld (Arbeitgeber, Freunde, etc.) eine Erwartungshaltung bzgl. der Aktivität des Entlassenen hat, der er nicht entsprechen kann. Eine vollständige Genesung braucht je nach OP manchmal Wochen und nicht nur Tage. Gerade in unserer Leistungsgesellschaft mit möglichst effektiven Zeitmanagement wird so mancher der “Ausgelagerten” dem äußeren und dem eigenen inneren Druck zu arbeiten nachgeben und viel zu früh die so wichtige Zeit der Schonung und Gesundung abkürzen. Die Entlassung sollte daher nicht vorzeitig erfolgen, damit die weitere Belastbarkeit der Patienten besser wie früher von erfahrenen Ärzten geprüft werden kann. Nicht jeder Patient hat die Fähigkeit und das Wissen, die richtigen Entscheidungen für seine Gesundheit zu fällen und die Kraft, diese allen Widerständen zum Trotz umzusetzen.

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Dr. med.univ. Helmut Benda
Dr. med.univ. Helmut Benda

Es wäre dem wissenschaftlichen Anspruch zuträglich, die angeführten Zitate auch mit den entsprechenden Literaturstellen auszuweisen. Über Derartiges ist schon mancher Minister gestolpert. Alles andere bleibt Journalismus mit dem Hinweis auf “gut informierte Kreise”. Solcherart werden nur Verschwörungstheorien gefördert. Sachlich korrekte Information hat andere Maßstäbe.

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Altenpflegerin

Guten Abend Zusammen

einige Worte zum Abschnitt des sehr interessanten Artikels:

Nur nicht liegen bleiben – Verlust der Unabhängigkeit bei Senioren

Die schnelle Entlassung eines hochbetagten Menschen ist eindeutig eine “Milchmädchenrechnung”. Lebt der Senior alleine oder mit entsprechend ebenfalls hochbetagtem Ehepartner, so zeigt meine Erfahrung aus der Zeit in der ambulanten Pflege, daß die Tendenz zu Einbußen von früheren Ressourcen durch zuwenig Kräfteaufbau, dadurch bedingte fehlende Möglichkeiten der sicheren Eigenmobilisation, warten auf den ambulanten Dienst, damit wenigtens morgens bei der Grundpflege jemand mit dem Betreffenden ins Bad läuft, bis hin zur Angst vor Stürzen und tatsächlichen Stürzen extreme hoch sind. Das die entstehenden Folgekosten mit Sicherheit höher ausfallen dürften, als einige Tage längerer Krankenhausaufenthalt, kann jeder Laie sich denken. Ein Sturz mit Folgen  erneuter KH-Aufenthalt mit OP – Folgekosten und Leiden. Zustand danach noch schwächer  frühzeitig entlassen – zu der noch eingeschränkteren Mobilität kommen Inkontinenz, Mangelernährung und drohende Dehydration hinzu – Notfall  erneuter Krankenhausaufenthalt  jetzt muss der Mensch in ein Pflegeheim – noch mehr Folgekosten. Im vollstationären Pflegebereich, wo ich seit Jahren tätig bin, findet zwar aktivierende Pflege statt, externe Krankengymnastik und Co. jedoch höchstens 2 x die Woche. Das dies nicht ausreichend ist, braucht man wohl nicht näher zu erläutern. Macht nichts – die Pflegerlein werden geschult, Kraft- Balance-Training mit den Senioren durchzuführen, damit langfristig externe Krankengymnastik eingespart werden können.
Mein Beispielsenior ist aber auch zufällig noch multimorbid, hat einige Grunderkrankungen, die vor der staatlich geförderten Mobilitätseinschränkung bereits bestanden. Jetzt geht es ihm in der Nacht mal richtig schlecht, Bereitschaftsarzt wird alarmiert, je nach Schilderung wird geraten, lieber direkt den Notarzt zu rufen.
Bingo – noch mehr Folgekosten.
Bekanntermaßen kostet der Versicherte in den letzten Jahren seines Lebens die Kasse mehr, als das gesamte Leben zuvor. Wundert das nun etwa jemanden? Alt werden ist nun mal mit gewissen “Abnutzungserscheinungen” verbunden.
Vergleichen wir kurz den Menschen mit des deutschen liebstes Spielzeug: dem Auto. Ersatzteile für etwas ältere Modelle sind, wenn überhaupt lieferbar, teuer in Anschaffung und Einbau, wie immer, und die Inspektion muss auch in immer engeren Abständen erfolgen. Anspringen tut das verflixte Auto trotzdem nicht immer sofort….. Das weiß jedes Kind, das versteht jeder. Warum nur glauben dann die Rechengenies an den Schreibtischen, ein Senior wäre so schnell wieder fit, wie ein Jugendlicher?

Bevor nun Rufe nach der Bildung eines Expertengremiums laut werden, welche eine Studie über diese Vorgänge erstellen sollten, hätte ich da einen extrem viel preisgünstigeren Vorschlag:
Man setze einen selbsternannten Experten 8 Stunden in eine richtig gut gehende Arztpraxis und nehme ihm die Möglichkeit, zu fliehen, wenn ihm von all den vielen Informationen, die er aufnehmen und fachlich korrekt einstufen soll, schwindelig wird. Einen anderen Experten laden wir in die Notaufnahme eines Krankenhauses ein, einer wird für eine Tagschicht Pflegehelfer auf der vollsten Station im Krankenhaus, ein weiterer darf Rettungseinsätze begleiten und ich schnappe mir einen und nehme ihn mit auf die gerontopsychiatrische Wohnebene.

#9 |
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Bei manchen “Krankenhäusern” ist es auch von Vorteil wenn die Kassen nur wenige Wochen zahlen.
Da ist es für Gesundheit der Patienten nur förderlich wenn sie schnell wieder entlassen werden.
siehe z.B.
http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-psychiatrisches-krankenhaus-emmendingen

#8 |
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Man hätte die Themenkomplexe “vollstationäre Versorgung” und “missbräuchliche Inanspruchnahme von Selbsteinweisung und ambulanter Notfallversorgung im Krankenhaus” m. E. eher trennen sollen.

Denn Klinik-Notfallversorgung und Selbsteinweisung finanzieren sich weitgehend selbst und sind für Klinikkonzerne ein lukratives Zusatz-Geschäft. Laut IGES–Institut Berlin (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) gebe es 3,4 Millionen vermeidbare stationäre Notaufnahmen. Nach weiteren IGES-Berechnungen belaste dies das Gesundheitssystem mit jährlich 4,8 Milliarden Euro. Das wären durchschnittlich 1.412 € pro Krankenhaus-Fall, der eigentlich gar keiner sein sollte!
Dies bedeutet auf der anderen Seite, dass Krankenhäuser Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit im vermeintlichen Notfall der Selbsteinweisung mehrere Tage stationär behandeln und über mehrere Tage (“diagnosis-related-groups”) DRG-Pauschalen abrechnen, die ihnen eigentlich wegen eindeutiger Fehlallokationen gar nicht zustehen. Kein Wunder, dass sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu diesem alternativen Finanzierungsmodell seiner Mitglieder nicht selbstkritisch äußern will. Krankenhäuser wollen nur allzu offensichtlich fehlgesteuerte, sich selbst einweisende Patienten erst einmal selbst “einsacken”.
Das Zentralinstitut für die K a s s e n ä r z t l i c h e Versorgung in Deutschland (ZI) ist allerdings so blauäugig und naiv-nachplappernd, die gesamte ambulante Vertragsärzteschaft bloß zu stellen: Wie sollen denn bitteschön, vielbeschäftigte Haus-, Fach- und Spezialärzte, die mit vollem Einsatz ihre Patientinnen und Patienten für unterirdisch niedrige Quartalspauschalen behandeln und 3 Monate lang damit die “flatrate-” und all-you-can-eat”-Mentalität der GKV-Versicherten befriedigen sollen, dafür zusätzliche Personal- und Materialressourcen hernehmen? W i r müssten doch dann jährlich 4,8 Milliarden Euro zusätzlich als Umsatzhonorar bekommen, um diese irrlichternden Notfälle einzufangen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, versuche S i e doch mal tagsüber und nachts einen Akut-Termin beim vertragsärztlich niedergelassenen Kardiologen, Pneumologen, Pädiater, Gynäkologen, Neurologen, Psychiater, Radiologen, Angiologen, Endokrinologen, Diabetologen, Rheumatologen, Orthopäden usw. usf. zu kriegen, der dafür seinen laufenden Praxisbetrieb einstellen müsste?
Und wir Vertrags-Hausärztinnen und -Hausärzte, die wir jederzeit taggleich oder am Folgetag Neu- und Akut-Patienten sichten und in die Versorgung inkludieren, sollen mit 35 bis max. 60 € Quartalsumsatz (!) und Sprechstundenarbeit bis zum Anschlag abgespeist werden. Wir können nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, dass andere für jeden einzelnen fehl-allokierten Patienten knapp 1.500 Euro erhalten?
Quelle:
http://www.zi-berlin.de/cms/index.php
“22. Juli 2016 – Vermeidbare Notfälle kosten das Gesundheitssystem Milliarden Euro
Vermeidbare stationäre Notaufnahmen in Krankenhäusern kosten das Gesundheitssystem jährlich Milliarden Euro. Auch während der regulären Praxisöffnungszeiten suchen häufig Menschen auf Eigeninitiative und ohne ärztliche Einweisung die Krankenhäuser auf. Wie das IGES Institut im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) berechnet hat, summieren sich die Kosten für die Aufnahme und die stationäre Behandlung dieser Menschen, denen ein niedergelassener Arzt gut hätte helfen können, auf knapp 4,8 Milliarden Euro jährlich”. (Pressemitteilung)

#7 |
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Zur vollstationären Patientenversorgung:
Krhs.-Report 2016 mit Milchmädchenrechnungen!

Prof. Dr. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), einer der Autoren des Barmer GEK-Krankenhausreports 2016, ist Wirtschaftswissenschaftler und Mathematiker. Und das ist auch gut so, wenn es um Zahlen, Daten, Fakten geht.

Doch wenn seit 2006 die Zahl der Krankenhausfälle von 203,8 pro 1.000 Versicherte angeblich um etwa 7 Prozent auf 218,3 pro 1.000 Versicherte im Jahr 2015 angestiegen sein soll, ist das, wie ich schon mehrfach bei früheren Krankenhaus-Reports kommentiert habe, eher eine für die Autorenschaft peinliche “Milchmädchenrechnung”: Das sind in 10 Rechnungsjahren (2006 u n d 2015 zählen mit) ein jährlicher “Anstieg” von nur 0,7 Prozent. Dieser ist durch den demografischen Faktor bzw. die Weiterentwicklung von Medizin, Technik, Pharmazie (Überalterung, Multimorbidität, Zuzug ausländischer Mitbürger/-innen bzw. höhere Anspruchshaltung, mehr diagnostische/interventionelle Möglichkeiten etc. allein gar nicht ausreichend abgebildet. Es kamen zunehmende Arbeitsverdichtung, Pflegenotstand, Liegezeitverkürzung, Rationalisierung und Rationierung in dieser Dekade hinzu. Anders ließe sich ein derart geringer Anstieg von Krankenhausleistungen um 0,7 Prozent pro Jahr gar nicht ausreichend erklären!

Stutzig machen auch die angeblich so großen Unterschiede bei den stationären Krankenhaus-Kosten je Versicherten: Diese sind doch eher klein. Zwischen 780 Euro in Baden-Württemberg und 960 Euro in Thüringen liegt der Mittelwert für alle Bundesländer etwa bei 870 €. Die Abweichungen davon betragen grob gerechnet plus/minus 10 Prozent!

Weitere rechnerische Ungereimtheiten: Die Kosten während eines vollstationären Krankenhaus-Aufenthalts sollen im Jahr 2015 je weib­lichen Versicherten im Durchschnitt bei 882 Euro und je männlichen Versicherten bei 917 Euro gelegen haben. Gleichzeitig betrug (!) die mittlere Verweildauer nur 7,7 Behandlungstage. Eine krasse Fehlberechnung! Vollstationäre Tagestherapiekosten von 114,55 € bis 119,10 € wären nun wirklich eine “Lachnummer” für jede gemeinnützige Krankenhausverwaltung oder privatwirtschaftlich organisierte Klinikkonzerne.

Tüpfelchen auf dem “I”: Unter Federführung von Prof. Dr. Boris Augurzky kommt eine im Auftrag des Zentralinstitut für die K a s s e n ä r z t l i c h e Versorgung in Deutschland (ZI) erstellte Studie des IGES–Instituts Berlin (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) zu dem Schluss, es gebe 3,4 Millionen vermeidbare stationäre Notaufnahmen. Nach weiteren IGES-Berechnungen belaste dies das Gesundheitssystem mit jährlich 4,8 Milliarden Euro. Das wären durchschnittlich 1.412 € pro Krankenhaus-Fall, der eigentlich gar keiner sein sollte!
http://www.zi-berlin.de/cms/index.php
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/bedarfsplanung/?sid=916527

Merke: „Traue keiner Krankenhaus-Statistik, die Du nicht selbst oder von Dritten hast fälschen lassen“!

#6 |
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Kerstin Knuth
Kerstin Knuth

Dass es zu einem Verlust an Unabhängigkeit bei insbesondere älteren Patienten kommt, je länger ein Krankenhausaufenthalt dauert, ist ja schön und gut. Aber statt die Patienten mehr zu mobilisieren, werden Physiotherapiestellen immer mehr gestrichen und die Patienten in die Kurzzeitpflege abgeschoben…. ja, da wird das mit der Mobilisation garantiert besser klappen…!
Allein schon die Tatsache, dass wir in unserer Klinik auf Normalstation keine Ergotherapie und in der Regel auch keine Logopädie bekommen: das heißt, Patienten, die von der Stroke unit kommen und sich dort unter o.g. Therapien super gebessert haben, kommen dann auf die Normalstation, bis endlich die Reha oder was auch immer genehmigt ist, also durchaus manchmal 1 Woche oder länger – und verlieren in der Zeit 70% des bisher mühsam wieder Erlernten wieder! Weil keiner mit ihnen übt. Wo soll das denn bitte zu Kostenersparnis bei den Krankenkassen führen, wenn man so mehr Pflegefälle generiert als sein müssten????
Und das Pflegepersonal wir auch dermaßen eingespart, dass es in der Klinik wiederholt vorgekommen ist, dass selbst schwerst pflegebedürftige Patienten nicht gewaschen werden konnten, weil es im ganzen Frühdienst nur 2 Schwestern für 27-28 Patienten gab. Das ganze System ist doch krank, es geht doch gar nicht mehr um die Gesundheit der Leute, nur noch um finanzielle Gewinne! Und da wundert man sich, wenn uns unser Idealismus und unsere Motivation abhanden kommen!

#5 |
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Gast
Gast

Oder es hat sich langsam herumgesprochen, dass das System kassenärztlicher Notdienst seinen Namen nicht verdient, da hier Ärzte aller Fachrichtungen eingesetzt werden.
Wie soll ein Patient einschätzen, ob evtl. eine ernste Erkrankungen vorliegt und somit eine Versorgung im Krankenhaus nötig ist ?
Oder es wird bewusst außerhalb der Sprechzeiten das Krankenhaus gewählt, weil man hofft, in einem KH eher auf einen qualifizierten Arzt zu treffen.

#4 |
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Gast 37
Gast 37

Alle Versuche etwas zu Verbessern scheitert an der naiven Haltung der Beteiligten, die glauben, sie könnten den “Bürger/Patienten” ändern, anstatt das System richtig auszustatten bzw. das System an sich zu ändern.

“Oder dass das System kassenärztlicher Notdienst Bundesweit nicht gut funktioniert.
>>>Oder dass die Bevölkerung nicht gut darin ist, einzuschätzen, welche Erkrankungen / Verletzung tatsächlich einer Versorgung im Krankenhaus bedürfen.
>>>Oder die Bevölkerung hat keine Lust, ewig auf einen Facharzttermin zu warten und weiß, dass es im Krankenhaus schneller geht.
>>>Oder es wird bewusst außerhalb der Sprechzeiten das Krankenhaus gewählt, weil man keine Lust hat, so lange beim Hausarzt zu warten.”

#3 |
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Rettungsassistent

Wer behauptet, auf solch eine komplexe Problematik eine einfache Antwort zu haben, hat entweder die Tragweite des Problems nicht verstanden oder hofft, dass niemand genau nachfragt. Eine gute Lösung, die allen gerecht wird, ist unfassbar kompliziert.

Fast die Hälfte der ASK fanden mit Einweisung durch den Hausarzt statt, der größte Teil ohne Einweisung fand außerhalb der Öffnungszeiten von Hausärzten statt. Aus diesen Zaheln lassen sich ja diverse Spekulationen ableiten, u.a., dass Hausärzte zu oft zu reinen Abklärungen Patienten ins Krankenhaus einweisen.
Oder dass das System kassenärztlicher Notdienst Bundesweit nicht gut funktioniert.
Oder dass die Bevölkerung nicht gut darin ist, einzuschätzen, welche Erkrankungen / Verletzung tatsächlich einer Versorgung im Krankenhaus bedürfen.
Oder die Bevölkerung hat keine Lust, ewig auf einen Facharzttermin zu warten und weiß, dass es im Krankenhaus schneller geht.
Oder es wird bewusst außerhalb der Sprechzeiten das Krankenhaus gewählt, weil man keine Lust hat, so lange beim Hausarzt zu warten.

Welcher dieser Spekulationen ist nun zutreffend?

#2 |
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Gast
Gast

schade, dass sie keine Referenzen angeben, das wäre hilfreich

Gruß

#1 |
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