Supplemente – zuviel des Guten

25. März 2011
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Die Bevölkerung leidet allgemein an einem Vitamin-D-Mangel, so die gängige Meinung bislang. Die Versorgung ist ausreichend, meint das US-Institute of Medicine (IOM). Eine Überversorgung auch mit Kalzium sei unnötig, wenn nicht gar schädlich.

Vitamin D und Kalzium – ein Mangel in der Bevölkerung wird seit Jahren festgestellt und erfolgreich propagiert. Kaum eine gesundheitliche Gefahr, der man mit einem entsprechenden Vitamin- und Kalzium-Spiegel nicht vorbeugen könnte. Osteoporose, Herzkreislauf- und Autoimmunerkrankungen, sogar Krebs lassen sich angeblich vorbeugen, wenn Vitamin D und Kalzium ausreichend vorhanden sind. Nahrungsmittel sind mit Vitamin D versetzt und in jeder Supermarktkette finden sich entsprechende Supplemente unterschiedlicher Dosierungen, womit sich die Versorgung sicherstellen lässt.

Auch ohne Sonne ist Bedarf gedeckt

Ganz anders beurteilt das IOM die Lage. In einem Bericht des Institutes Ende letzen Jahres heißt es, dass Supplemente bei der US-Bevölkerung meist unnötig wären. Die Mehrheit der US-Amerikaner und Kanadier erhielten ausreichend Vitamin D und Kalzium. Den Empfehlungen zufolge reichen täglich 600 internationale Einheiten (IU) 25-Hydroxy-Vitamin D und bei über 70-Jährigen 800 IU aus, um die Gesundheit zu erhalten. In Abhängigkeit vom Alter sollte die Kalziumaufnahme 700 bis 1.300 mg/Tag betragen. Grundlage dieser Empfehlung waren annähernd 1.000 Studien. Die vom IOM ermittelten Werte gelten für Menschen mit geringer Sonnenexposition.

Die meisten Nordamerikaner weisen nationalen Beobachtungsdaten zufolge einen ausreichend hohen Blutspiegel an Vitamin D von 20 ng/ml (50nmol/l) oder mehr im Blutserum auf, so das IOM. Verwirrung stifteten die in den letzten Jahren ermittelten Blutwerte. Die Messungen von Grenzwerten ausreichender Blutwerte oder eines Mangels in klinischen Labors basierten nicht auf strengen wissenschaftlichen Studien und wären nicht standardisiert. Fehlende Übereinstimmungen führten dazu, dass ein und dieselbe Person in Abhängigkeit des untersuchenden Labors mal als defizient, mal als ausreichend versorgt betrachtet würde.

Was nun: Mangel oder Überversorgung?

Das Robert Koch Institut schätzt die Versorgung der Deutschen auf Basis des Deutschen Gesundheitssurveys 1998 und des Kinder- und Jugendsurveys mit Vitamin D als unzureichend ein. Bevölkerungsbasierte Stichproben an über 10.000 Kindern und Jugendlichen sowie über 4.000 Erwachsenen hatten ergeben, dass über 62 Prozent der Jungen und Mädchen und über 57 Prozent der Erwachsenen einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. Im Winter sei es noch schlimmer. Besonders betroffen wären Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie ältere Frauen.

Nun liegen unsere Empfehlungen der täglichen Vitamin D-Zufuhr deutlich unter den Werten, die das IOM ermittelte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 200 bis 400 IU pro Tag. Das halten aber viele Wissenschaftler für völlig unzureichend und auch ein Blutwert von 20 ng/l wird häufig zumindest zum Erhalt der Knochengesundheit nicht als ausreichend erachtet. Unter Zugrundelegung der gleichen Daten, die das IOM benutze, empfiehlt die International Osteoporosis Foundation (IOF) zumindest bei älteren Personen einen Zielwert von 30 ng/ml entsprechend 75 nmol/l.

Ist weniger am Ende mehr?

Das IOM dagegen ist der Meinung, dass höhere als von ihrem Komitee ermittelte Werte hinsichtlich des Erhalts der Knochengesundheit nicht nötig sind. Nahrungsmittelanreicherungen und die verbreitete Einnahme von Supplementen führten zu einer hohen Aufnahme der Nährstoffe. Zu bedenken sei, dass ein Zuviel an Vitamin D und Kalzium mit möglichen Gesundheitsrisiken verbunden sei. Kalzium könne Ursache von Nierensteinen sein und möglicherweise der Arteriosklerose Vorschub leisten. Die Verabreichung hoher Vitamin-D-Dosen sei möglicherweise mit chronischen Erkrankungen und einem höheren Todesrisiko verbunden. Bevor definitive Aussagen zu den Risiken einer erhöhten Vitamin- und Kalziumzufuhr gemacht werden könnten, sollte die Bevölkerung nicht mehr als die im Bericht ermittelten Mengen einnehmen, fordert das IOM.

Denn bereits in der Vergangenheit hätte sich gezeigt, dass manch erfolgversprechende Therapie zur Prävention von Krankheiten nicht wirkt oder aber selbst gesundheitschädigende Einflüsse hat. Als Beispiel führt das IOM die Hormonersatztherapie und hochdosierte Beta-Carotintherapie an.

Es zeigen sich weder national noch international Übereinstimmungen von Blutserumzielwerten, Testungen, empfohlenen Tagesdosen und Einschätzungen des Nutzens wie auch der Risiken. Eine Supplementierung empfiehlt die DGE deshalb nicht allgemein, aber für ältere Personen mit Risikofaktoren der Osteoporose oder verminderter Knochendichte.

137 Wertungen (3.69 ø)

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17 Kommentare:

Diätassistentin

Meinen Beitrag s. 18 möchte ich kurz ergänzen. Er soll hinweisen, dass eine Kooperation von Arzt und Diätassistenz (Diätologin) notwendig ist.

Zu Calcium:
Calciumsupplemente sollten nur bei nachgewiesener unzureichender alimentärer Calciumzufuhr, ohne dass Aussicht auf Verbesserung der Versorgungslage besteht, verabreicht werden und dann lediglich in moderater Dosierung.

Zu Vitamin D:
Buch: Klinische Ernährungsmedizin, (Hrsg.) Dr. med. M. Ledokowski, Univ-Dozent
Springer-Wien-New-York, Ausführliches zu Vitamin D auf S. 743 – 755

#17 |
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Mit einer “gesunden Ernährung”, was immer dass auch heißen soll, kann mann nie im Leben ausreichende 25(OH)VitD erreichen. Die Sonnenexposition reicht in Deutschland auch nicht aus. Bei älteren Menschen ist der Bedarf noch gravierender. Das Endprodukt 1,25(OH)VitD ist kein Vitamin mehr sondern ein Masterhormon der viele regulierende genetische Eigenschaften hat.

#16 |
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Diätassistentin

Meine Antwort aus ernährungsmedizinisch-diaetologischer Sicht auf die Frage nach Erfordernissen von Supplementen lautet: JA und Nein; es kommt darauf an.

Wer sich gesund ernährt, braucht im Normalfall meist keine Supplemente. Ausnahmen gibt es immer wieder. Z.B. erhalten ohnehin alle Säuglinge Vit. D zur Rachitisprophylaxe. Auch ältere Menschen benötigen meist Vit. D. Der geschulte Blick auf eine fachlich durchgeführte Ernährungsanamnese lässt schnell einen Mangel durch fehlerhaftes Verhalten erkennen. Der behandelnde Arzt erhält (bei Kooperation mit einer Diätassistentin) eine entsprechende Rückmeldung, ob die D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr überschritten oder unterschritten werden. Bei Bedarf können gezielt Supplemente erfolgen, sofern dies über eine normale ausgewogene Ernährung nicht möglich ist. Wichtig für übergeordnete Vorgaben wie D-A-CH-Referenzwerte ist, dass die DGE die richtigen Kooperationsexperten hat, um alle Vor- und Nachteile in Betracht zu ziehen und die richtigen Konsequenzen für die Wissenschaft ziehen zu können. Die Bevölkerung benötigt in Bezug auf Essen und Trinken 1. mehr Vorbildfunktion, 2. Verhaltens- und Verhältnisprävention, 3. eine gute Grund-Orientierung für richtige Ernährung und 4. Der einzelne Bürger sollte wissen, was normales Essen und Trinken (bedarfsgerecht – für Leib und Seele gesund) ist. Eine Diätassistentin (Diätologin) sollte heutzutage in keiner Praxis und keinem Ernährungsteam mehr fehlen. Auch kann sie schnell individuelle praxisnahe Esskonzepte erstellen, die auch leicht umgesetzt werden können und Patientenbedürfnisse befriedigen. Leider gibt es neben Unkenntnis auch sehr viele Missverständnisse, die durch ein Nachfragen einerseits oder eine Klarstellung andererseits beseitigt werden könnten.
Genauso wie neuerdings die Ernährungskette vom Erzeuger bis zum ¿Agri-Food¿-Endverbraucher geregelt wird, sollte die Gesundheitsförderung durch gezielten Einsatz von Lebensmitteln (präventiv und therapeutisch) durch die Berufsgruppe staatlich anerkannter Heilberufler: Diätass./Diaetologen ¿ Experten für Ernährungsberatung und Diättherapie – erfolgen.

#15 |
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Dr. Isabelle Pätz
Dr. Isabelle Pätz

sorry, natürlich 3x wöchentlich geschwommen, aber auch sonst viel in der Sonne gewesen….
Ich glaube, dass es eine hohe – genetisch bedingte – Varianz gibt. Betreue Dialysepatienten, die unterschiedliche Dekristol Dosierungen benötigen, um den Spiegel anzuheben.

#14 |
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Dr. Isabelle Pätz
Dr. Isabelle Pätz

Ich habe vor einigen Jahren mal meinen Vitamin D 25-0h Spiegel bestimmt, er lag bei 15 ng/ml, das Jahr drauf bei 19 ng/ml. Bestimmt im Juli, nachdem ich seit dem 1. Mai mindestens 3x täglich 1 Stunde in der Mittagszeit geschwommen bin, kein Lichtschutzfaktor, da ich mich am Rücken nicht einschmieren konnte. Mein Vater (Altenheim) braucht eine Dosis von 2×20 000 IE Dekristol /Woche, dann ist der Spiegel gerade mal im unteren Bereich. Alte Patienten mit Niereninsuffizienz haben alle einen Mangel (habe erst 1 Ausnahme bei einer 80 jährigen erlebt, sie ernährt sich sehr bewußt und ißt auch viel Fisch. Dekristol 20 000 IE ist preisgünstig, da Pat. Tabletten zählen, hier nur eine geringe “Belastung” mit z.B. 1×1 Kps alle 1-2 Wochen. Bedarf liegt bei 2000-4000IE /d nach meinen Informationen, dies wird bei uns oft nicht mal zur Hälfte erreicht.

#13 |
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Da die deutsche Ärzteschaft nach meiner Erfahrung herzlich wenig über Vitamin D3, oder besser 25-OH-VitD3 weiss, ist es sicherlich verdienstvoll dieses Thema zur Diskussion zu stellen. Allerdings sollte man den IOM-Report (IOM 2011, Dietary Reference Intakes for Ca and Vit D,Washington DC.The National Academies Press) nicht zitieren ohne auch Korrektheit, Genauigkeit und Kongruenz der einzelnen Empfehlungen und Statements genau unter die Lupe zu nehmen. Allen Interessierten ist in diesem Zusammenhang der Kommentar von Michael F. Holick “The D-batable Institute of Medicine Report: A D-lightful Perspective”(Endocrine Practice, Vol. 17, No.1,2011) zu empfehlen.
Hilfreich ist auch die unmittelbare Stellungnahme nach Veröffentlichung des IOM Reports von Robert P.Heaney und M.F.Holick im Journal of Bone and Mineral Research
© 2011 American Society for Bone and Mineral Research
DOI 10.1002/jbmr.328
Ich bestimme bei meinen Patienten routinemässig den 25-OH-VitD3 Spiegel und bin immer wieder erstaunt wie- viele Pat.VitD3 Spiegel <20 ng/ml haben und wieviele sogar < 10 ng/ml liegen. Der niedrigste von mir bestimmte Wert lag bei 5 ng/ml, definitiv ein gravierender Mangel. Ich substituiere mit 6000 IE /d bis die Werte bei 40 ng/ml liegen. Ansonsten kann ich nur Herrn Gröschel zustimmen. Viele seiner Fragen sind allerdings in der von M.F.Holick zitierten Literatur beantwortet.

#12 |
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“Wer sich gesund ernährt , braucht keine Vitalstoff-Substitution”.Diese als gefährlich einzustufende Ansicht wird durch DGE und andere immer noch kommuniziert.Fragen wir jedoch unsere Patienten, wieviel Obst und Gemüse sie täglich verzehren,werden im Durchschnitt maximal 2 Portionen/Tag angegeben.Bei der aktuellen Qualität dieser Nahrungsmittel müssten wir 7-10 Portionen pro Tag essen, und zwar ungekocht.Ein Apfel ist zwei Tage nach der Ernte weitgehend vitaminfrei.Durch die derzeitigen auf Masse angelegten Anbaumethoden, zu frühe Ernte, Transport und Lagerung und dann zuletzt durchs Kochen ergeht es allen anderen Früchten und Gemüsesorten ebenso.Das sind doch schon seit Jahrzehnten bekannte und nicht mehr zu ignorierende Tatsachen.
8 von 10 Patienten in meiner Praxis weisen z.B.einen defizitären 5OH D3-Spiegel auf, nicht nur die Osteoporose-Patienten.Mit 2×1 Vigantoletten 1000 lassen sich die Spiegel zuverlässig anheben. Calcium ist selten defizitär. Bei der Calcium- Substitution übt man ja seit längerem Zurückhaltung, da durch Mineralwässer (Geroldsteiner zB), Broccoli u.a. der Bedarf offenbar gedeckt wird.Bevor wir locker, weil relativ einfach, zum Rezeptblock greifen, sollten wir versuchen wieder causaler zu denken und uns überlegen,ob es nicht sinnvoller ist, zunächst das zu ersetzen, was fehlt. Das gilt für Vitalstoffe, Hormone, Östrogene natürlich transdermal, Neurotransmitter gleichermassen.Ein weites und dankbares Betätigungdfeld. Das alles praktisch ohne Nebenwirkungen.Bei konsequenten Kontrollen sind Überdosierungen kaum möglich, da wir ja Mühe haben, bei den verbreiteten Defiziten erst einmal die Norm zu erreichen.
Unsere Pharmagläubigkeit sollte auch immer wieder hinterfragt werden.Die Patienten sind dafür heutzutage sehr aufgeschlossen, inbesondere angesichts der tausenden von Toten jährlich durch nicht oder falsch indizierte und falsch kombinierte Medikamente.Nach 40 Jahren in Klinik und Praxis kommen doch Zweifel.

#11 |
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in diesem Zusammenhang wäre wichtig daß das ” Gefasel ” über Notwendigkeit der Vitaminzufuhr bzw.die Gefahren des Vitaminmangels in Zeitschriften und Illustrierten aufhört.

#10 |
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Dr.med Raimund von Helden
Dr.med Raimund von Helden

Was wir beim Thema Vitamin D benötigen ist nichts als ein klares wissenschaftliches vorgehen:>>> 1) Zweifeln an der schönen “IOM”-Welt >>>2) Vitamin D-Spiegel messen >>> 3) Den Spiegel auf ein Niveau bringen, das die abbauende Wirkung von PTH beruhigt: mindestens 40 ng/ml >>> 4) erkennen, dass der Vitamin- D-Spiegel mit Baby-Dosierungen von 400 E sich nicht von der Stelle bewegt. >>> 5) erfahren, dass ein Steroidhormon durchaus mit 5 mg dosiert werden darf, nur dass das beim Vitamin D 200.000 E sind. >>> 6) die Spiegel -Korrektur mit einer sauber berechneten Pharmakokinetik als “Vitamin-D-Setup Therapie” (VDS) verordnen >>> 7) erkennen, das dieses VDS die meisten Symptome der vegetativen Dystonie wirksam und ursächlich beseitigt. (Quelle: http://www.vitaminDelta.de). Dies schreibe ich als Allgemeinmediziner mit 25 Jahren Berufserfahrung.

#9 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Entschuldigung bitte für Ihren vertippten Namen Frau
Schlumbohm! Sorry eht.-

#8 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Verehrte Frau Schluzmbohm, Ihr guter Vorschlag bedarf noch
einer Erweiterung zum Wohl der vielen Halbnackedeis auf
nächtlichen Medien-Events.Ab sofort sind mit gesundheits-gesetzlicher europa- wenn nicht weltweiter Verfügung , solche attraktiven Rummel- Veranstaltungen nur noch auf den Kanaren bei Tage durchzuführen! Im Rahmen der Gender-Gleichberechtigung dann aber für die Männer statt Frack Badehosenzwang! Basta!

#7 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Danke Frau Spangenberg, frei von allen Ismen läßt sich die
US-Situation nicht 1 zu 1 auf Deutschland übetragen und
auch nicht einmal auf ganz Europa oder Amerika!
Im übrigen mahne ich unsere Freunde von DocCheck zum wieder-
holten mal , Abkürzungen jeweils zu erklären. Es gibt gegen
den Morbus Abbreviitis weltweite Pflicht dazu !
“KW” = Kennen wir !.-(???) Vor vielen Jahren gab die CIBA-
Foundation jedes Jahr einen ABC-Band mit Abkürzungs-
Erklärungen heraus der an alle Ärzte verschickt wurde.
Nachdem die Abkürzungs-Seuche überhand nahm endete diese
Wohltat mit Bedauern.
Vom Googeln müde werde ich heute abend mich wieder
erschöpft in meinen KWANG*)legen! Ich träume dann davon,
perfekt nur noch chinesisch zu denken und alles besser zu wissen als alle anderen Europäer! *) Kwang = Bett

#6 |
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Dr. med. Uwe Hommel
Dr. med. Uwe Hommel

Ich messe fast tgl. bei meinen Patienten im Rahmen der Orthomolekularsprechstunde u.a. Vitamine und Mineralstoffe und kann bestätigen, daß bei 7 von 10 ein Mangel an Vit. D (25-OH-D3) vorliegt, bei vieren ein schwerer!
Nur nebenbei, weitere kritische Werte finde ich regelmäßig bei Folsäure, Vit. B12, Selen und Vit C!
Das im Artikel die Hormonersatztherapie mit möglichen Überdosierungen von Vitaminen verglichen wird, ist lächerlich.
Immer wieder wird über (ernste) NW von Vitaminsupplementen polemisiert. aber wer weist auf die Zigtausent Toten hin, die jährlich in Deutschland an den NW von Medikamenten sterben?

#5 |
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Dr. Christina Schlumbohm
Dr. Christina Schlumbohm

Liebe Frau Hoffmann,
Sie zeigen sehr schön die Problematik der Festlegung eines Richtwertes auf. Die endogene Produktion von 25-(OH)D3 und des aktiven Hormons, des Calcitriols wird bei einer normalen Zufuhr von Vitamin D reguliert. Was jedoch ist eine normale Zufuhr? Die normale Zufuhr wäre eine ausreichend hohe Vitamin D Synthese in der Haut unter der Einwirkung natürlicher UV-Strahlung. Da wir aber nicht mehr Jäger und Sammler sind und die meisten Menschen einer Tätigkeit in geschlossenen Räumen nachgehen, ist bei vielen Menschen ein Mangel vorprogrammiert.

Die Problematik der Erhebung eines Normalwertes für 25 (OH)D3 kann man relativ leicht lösen, indem man Menschen untersucht, die sich über einen langen Zeitraum im freien aufgehalten haben und bei denen große Hautpartien der Sonne ausgesetzt waren. Am Ende des Sommers sollten sich doch einige Angestellte von Freibädern, Mitarbeiter des DLRG, Menschen, die im Straßenbau oder im Baugewerbe arbeiten oder auch Landwirte für eine Plasmaspende finden, um einen Normalwert zu generieren. Danach sollte man die Empfehlungen für die tägliche Vitmain D Zufuhr, entsprechend anpassen oder ggf erhöhen.

Noch eine Anmerkung: In Ihrem Artikel schreiben Sie über die US-Empfehlumg 600 I.E. 25-OH-D3 zu sich zu nehmen – und weiter unten von einem Vitamin-D Blutspiegel von 20ng/ml. Ich nehme mal an, Sie haben hier die Begriffe Vitamin D und 25(OH)D3 vertauscht.

#4 |
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Rolf Hedderich
Rolf Hedderich

Immer wieder werden durch die Medien Meldungen verbreitet, dass die Bevölkerung
durch die im jeweiligen Land zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel ausreichend mit Vitalstoffen und Mineralien versorgt sei und eine zusätzliche Substitution nicht erforderlich sei.
Das Ministerium für Gesundheit und deren Institute beruhigen ständig die Bevölkerung, diese sei optimal mit wichtigen Nährstoffen versorgt.
Genauso wie die Regierung uns ja auch ständig beruhigt, unsere AKWs seien sicher.
Parallel dazu hören wir aber ständig Horrormeldungen über Lebensmittelskandale, Gammelfleisch, verseuchtes Gemüse, Obst, Dioxin in Eiern etc.
Die Werbung der Vitalstoffhersteller zielt auf den mündigen Bürger, der nicht mehr daran glaubt, was uns vorgepredigt und anhand von Statistiken vorgerechnet wird, wie viel Milligramm und Mikrogramm wir zur Gesunderhaltung brauchen.
So wie den Vitaminkonzernen Lobbyismus vorgeworfen wird, kann man ebenso
auch die Gemüse- und Obstindustrie verdächtigen, Studien in Auftrag zu geben, um mit den Ergebnissen das Substitutionsverhalten der Bevölkerung zu minimieren.

Fakt ist doch aber, dass ein großer Teil der Bevölkerung hier wie auch in den USA sich generell sehr schlecht mit Fastfood ernährt. Sei es aus schlechter Gewohnheit oder auch aus Not heraus. Die Argumentation, Vitamintabletten seien doch viel zu teuer, man solle lieber Obst und Gemüse kaufen, kann nur von Leuten stammen, die noch nie Einkaufen waren oder aber nicht rechnen können.

Statt ständig vor gesundheitlichen Risiken durch Vitalstoffe zu warnen, sollte man sich lieber auf die wirklichen Gifte konzentrieren, die da sind: Alkohol, Nikotin, Kaffee, Medikamentenmissbrauch und zu viel Fett und Zucker in der Ernährung.

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Selbstst. Apothekerin

Die Vitamin D Versorgung in den USA ist mit Deutschen Verhältnissen nicht vergleichbar, da in den USA Lebensmittel mit Vitamin D versetzt sind. So ist es dort kaum möglich Milch oder Joghurt ohne Vitamin D Zusatz zu bekommen. Außerdem liegen die USA geographisch betrachtet deutlich südlicher als Deutschland (New York liegt ungefähr auf der Höhe von Rom). Daher ist die Sonneneinstrahlung in großen Teilen des Landes viel intensiver als in Deutschland, was ja auch für eine bessere Vitamin D Versorgung via Eigenproduktion verantwortlich sein dürfte.

#2 |
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Dr. med. Helma Gröschel
Dr. med. Helma Gröschel

Wie kann man “der Meinung sein”, daß soundso viel Vitamin D ausreichend ist? Weiß man es, ist es belegt, oder ist es das nicht? Ab welchser Dosierung “kann Kalzium beim gesunden Menschen Nierensteine fördern”, und ab welcher Dosierung und auf welche Art und Weise ist belegt, daß Kalzium Arterioskleorse fördert? Aussagen auf diesem Evidenzlevel sind eine Katastrophe für die gesicherte Ernährungsmedizinische Beratung, und letztendlich für den Verbraucher, der dann erst recht zum Patienten wird.

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