Menstruation: Rettung vor der Flut?

13. Juli 2016
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Mehr als ein Drittel aller Frauen durchleben jeden Monat eine heftige Regelblutung. Eine mögliche Ursache scheint nun gefunden. Wider Erwarten hängt diese jedoch nicht mit dem Hormonhaushalt der Frauen zusammen, sondern mit einem Protein im Uterus.

Frauen verlieren während ihrer Menstruation im Durchschnitt etwa 40 Milliliter Blut. Circa 30 % aller Frauen verlieren jedoch mindestens einmal in ihrem Leben bis zu 80 Milliliter. Viele Patientinnen suchen deshalb einen Arzt auf. Zwar können Krankheitsbilder wie Endometriose und Fibrose die Blutungen verstärken, häufig finden die behandelnden Ärzte aber keine eindeutige Ursache.

Forscher der University of Edinburgh konnten nun herausfinden, dass der Transkriptionsfaktor HIF-1 mit einer verstärkten Blutung während der Periode in Verbindung stehen könnte. Der Hypoxie-induzierte Faktor, kurz HIF, ist wichtig für die Reaktion einer Zelle auf eine Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie). Im Fall einer Hypoxie aktiviert HIF-1 mehr als 60 Gene, die in Verbindung mit der Geweberegeneration stehen.

Eine solche Hypoxie tritt während der Menstruation auch im Uterus auf. Das Team um Jackie Maybin entschied sich daher, die Rolle von HIF-1 im Zusammenhang mit der Regeneration der Gebärmutterschleimhaut zu untersuchen.

Spurensuche im Uterus

In regelmäßigen Abständen entnahmen die Wissenschaftler Zellproben des Uterus von acht Probandinnen über einen Zeitraum von einem Monat. Die Hälfte der Studienteilnehmerinnen litt regelmäßig unter heftigen Blutungen. Die Untersuchung der Zellen zeigte, dass die Frauen mit einer normal starken Blutung während der Menstruation ein vermehrtes HIF-1-Vorkommen zeigten – anders als die Probanden mit starken Blutungen.

Anschließend führten die Wissenschaftler bei einer Gruppe von normalen, weiblichen Mäusen und solchen, die durch eine Genmodifikation nicht in der Lage waren, HIF-1 zu produzieren, künstlich eine monatliche Blutung herbei. Bereits 16 Stunden nach Ende der Blutungen, begann der Uterus der nicht genmodifizierten Mäuse sich zu reparieren. Die Mäuse ohne HIF-1 hingegen zeigten selbst nach 24 Stunden kein Anzeichen einer Uterus-Regeneration.

HIF-1 gegen starke Blutungen

Die Ergebnisse legen nahe, dass HIF-1 bei der Erneuerung der Uterusschleimhaut und dem damit verbundenen Stopp der Blutungen eine entscheidende Rolle spielt. Ist das HIF-1-Vorkommen hingegen sehr gering, halten starke Blutungen länger an als üblich. Bestätigt wird diese Schlussfolgerung durch die Tatsache, dass Frauen mit starken Blutungen häufig eine länger andauernde Periode haben als üblich.

Die Studienergebnisse wurden Anfang Juli auf einer Konferenz der European Society of Human Reproduction and Embryology in Helsinki vorgestellt. Zwar handelt es sich um eine verhältnismäßig kleine Studie mit einer geringen Stichprobenzahl, trotzdem könnten die Ergebnisse langfristig Hoffnung für betroffene Frauen schaffen.

Lesen Sie hier weitere Informationen zu den neuen Studienergebnissen.

41 Wertungen (3.07 ø)
Gynäkologie, Medizin

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10 Kommentare:

Yvonne Müller
Yvonne Müller

Schade, ich dachte dass endlich Hilfe in Sicht ist und dann sowas – einfach nur enttäuschend :(

#10 |
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Koza
Koza

Irreführung hin oder her, welchen therapeutischen Ansatz gibt es???

#9 |
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Ich finde die Überschrift irreführend. Zuerst dachte ich es geht um die Schmerzen während der Blutung. Es geht aber um eine vermehrte Blutungsneigung. Ist denn der Zusammenhang zwischen vermehrten Schmerzen und Mehrblutung evident? Schließe mich meinen Vorrednern an.

#8 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben es im Artikel angepasst.

#7 |
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Gast
Gast

Sehr schön verwirrend! Wer kreiiert hier nur die Überschriften? Diese impliziert, dass es um Dysmenorrhoe (=schmerzhafte Menstruation) geht. Es geht aber dann um einen netten kleinen Tierversuch und mögliche Mechanismen der Hypermenorrhoe (=starke Menstruation).
Wieder einmal ein Paradestück für wissenschaftsjournalistischen Alltagsblödsinn! Ich erzähle gerne meinen Studenten davon in einer Vorlesung.

#6 |
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Schade, die hormonellen Ursachen wurden nicht ausreichend gewürdigt. Die Praxis zeigt, dass dieser Ansatz sehr häufig zum Erfolg führt, z.B. bei Östradioldominanz. Ich finde dieser Artikel leitet die Leser ein Stück weit in die Irre.

#5 |
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Der Artikel ist miserabel geschrieben und recherchiert, voller Uneindeutigkeiten und irritierender Pseudozusammenhänge; ich schließe mich da den Vorkommentaren gerne an. Dazu kommt, dass die Bildillustrationen traditionell bei doccheck völlig trivial und ohne jeden medizinischen Background sind (Ausnahmen bestätigen die Regel).

#4 |
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Was für ein blöder Quatsch mal wieder !!!!

#3 |
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Heilpraktiker

Sehr interessanter Artikel, aber:

“Wider Erwarten hängt diese jedoch nicht mit dem Hormonhaushalt der Frauen zusammen, sondern…”
…oder einfach nur myofasziale Verspannungen im Beckenboden / Mesos.

“Zwar können Krankheitsbilder wie Endometriose und Fibrose die Blutungen verstärken, häufig finden die behandelnden Ärzte aber keine eindeutige Ursache.”
… aber dann meistens die Osteopathen.

Außerdem ist der Regelschmerz NICHT zwingend in Korrelation zur Blutungsmenge zu sehen.

#2 |
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Medizinfotograf / Designer

Sind den RegelSCHMERZEN gleich mehr Regelblutung? Die Überschrift irritiert.

#1 |
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