Gröhe gibt das Hanf frei

13. Juli 2016
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Ab 2017 sollen Patienten mit schweren Krankheiten Cannabis-Präparate als Kassenleistung erhalten: ein geschickter Schachzug von Hermann Gröhe, um das BfArM vor weiteren Klagen zu bewahren. Wer von Medizinalhanf profitiert, bleibt umstritten.

Fußballturniere sind bei Politikern beliebt, um strittige Gesetze auf den Weg zu bringen. Sie haben beim Sommermärchen 2006 die Mehrwertsteuer erhöht und bei der Weltmeisterschaft 2010 höheren Krankenkassenbeiträgen den Weg geebnet. Am vergangenen Donnerstag – Tag des Halbfinales Deutschland gegen Frankreich – wiederholte sich das Prozedere: diesmal mit Cannabis zu therapeutischen Zwecken. Im hohen Haus stand ein Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften auf der Tagesordnung (Drucksachen 18/8965 und 18/6361). Alle Reden der ersten Lesung wurden zu Protokoll gegeben, um Abgeordneten ihren Fußballabend nicht zu verderben.

Gröhe unter Zugzwang

Medical_cannabis

Medizinalhanf aus den USA. In Deutschland ist eine arzneimittelrechtliche Sondergenehmigung erforderlich. Wikipedia

Dass Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ein aus Unionssicht wenig attraktives Thema forciert, kommt nicht von ungefähr. Für Patienten mit Schmerzen oder Spastiken ist der Leidensdruck groß, sollten etablierte Therapien versagen. Viele hoffen zu Recht oder zu Unrecht auf Cannabis, kämpfen aber mit hohen Hürden.

In Deutschland gibt es Sativex® Spray als einzige Fertigarznei – zum Preis von 597,63 Euro (N1). Dronabinol und Nabilon können laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, verordnet werden. Darüber hinaus haben 779 Patienten spezielle Genehmigunge, um Cannabisblüten oder -extrakte zu erwerben. Für sie ist Paragraph 3 Absatz 2 Betäubungsmittelgesetz (BtMG), relevant. GKVen erstatten die Kosten nicht, was Betroffene vor existenzielle Probleme stellt. Bleiben noch heimische Zuchten als Plan B.

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig (BVerwG 3 C 10.14) musste das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einem schwer kranken Patienten deshalb erlauben, Cannabis für eigene Zwecke selbst anzubauen. Die Sache begann, aus dem Ruder zu laufen.

Rechtlicher Rundumschlag

Doch Hermann Gröhe hatte eine Idee. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, erklärte der Bundesgesundheitsminister. Sein Regierungsentwurf sieht Änderungen im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) vor, um die Erstattungsfähigkeit auszudehnen, inklusive Cannabis-Blüten.

Als Voraussetzungen nennt die Bundesregierung schwerwiegende Erkrankungen ohne Alternativtherapie sowie Hinweise auf positive Effekte. Gröhe: „Außerdem wollen wir eine Begleiterhebung auf den Weg bringen, um den medizinischen Nutzen genau zu erfassen.“ Er verpflichtet Ärzte, Daten zur Diagnose, Therapie, Dosis und zu Nebenwirkungen dem BfArM anonymisiert weiterzuleiten.

Nehmen Mediziner oder Patienten nicht an der Studie teil, wird auch kein Geld fließen. An diesem Passus stören sich vor allem Vertreter der Länder. Gröhes Gesetz ist jedoch nicht zustimmungspflichtig. Der Bundesgesundheitsminister hofft langfristig auf eine Nutzenbewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Dünne Studienlage

Genau hier liegt die eigentliche Problematik. Durch gesetzliche Hürden war das Interesse von pharmazeutischen Herstellern, nach möglichen Indikationen zu suchen, eher gering. Auch der Anbau unter hohen Sicherheitsvorkehrungen schreckte eher ab.

Kein Wunder, dass mögliche Indikationen derzeit recht überschaubar sind. Eine ältere Übersichtsarbeit nennt vor allem Spastiken bei Multipler Sklerose. Darüber hinaus eignen sich Cannabis und Cannabinoide zur Behandlung von Schmerzen bei Krebs, AIDS oder Neuropathien. Naturstoff-Extrakte aus der Pflanze sollen auch gegen Kachexien, Übelkeit und Erbrechen bei Tumorerkrankungen helfen.

Dem gegenüber stehen negative kognitive Effekte und Psychosen – vor allem bei der Gabe größerer Mengen. Und beim Rauchen von Joints klagten Studienteilnehmer über Zahnfleischprobleme. Alle Studien zu unerwünschten Effekten haben ihre Schwachstellen. Sie schließen Konsumenten ein, die Hanfprodukte in hoher Dosis als Rauschmittel einsetzen. Auch die Galenik spielt eine entscheidende Rolle.

infografik_cannabis

Quelle: http://www.securetec.net

Bionorica wagte trotz aller Widrigkeiten den Schritt mit Kachexol®, einem Dronabinol-haltigen Fertigarzneimittel für Krebs- und AIDS-Patienten, scheiterte aber bei der Zulassung. Professor Dr. Michael Popp, Vorstandsvorsitzender bei Bionorica, erklärte gegenüber der Wirtschaftswoche, das BfArM verlange umfangreiche Studien an Patienten. Sein Unternehmen hatte lediglich eine vergleichbare Wirkung von Kachexol zum identischen US-Präparat Marinol belegt. Jetzt muss das Verwaltungsgericht Köln entscheiden. Zeitgleich führt Popp neue Untersuchungen durch, was drei bis vier Jahre dauern kann.

Hersteller in Lauerstellung

Neue Zulassungen und einfachere Möglichkeiten der Abgabe bleiben nicht ohne Folgen. Experten rechnen mit einem steigenden Bedarf an Medizinalhanf, wobei sich genaue Mengen kaum abschätzen lassen. In Kanada, einem Land mit 36 Millionen Einwohnern, erhalten 60.000 Menschen Cannabis auf Rezept. Damit käme Deutschland rein rechnerisch auf 137.000 Patienten.

Grund genug für Hermann Gröhe, regulatorische Aufgaben an eine staatliche „Cannabisagentur“ am BfArM zu übertragen. Sie soll Aufgabe rund um den Anbau, den Ankauf, die Weitergabe und die Preisgestaltung regeln. Zeitgleich haben Apotheker Monographien für Cannabisblüten, Cannabidiol und Dronabinol veröffentlicht, um Qualitätsstandards zu definieren.

Bis Zulieferbetriebe den Bedarf decken, wird mindestens eine Saison vergehen. DocCheck hat erfahren, dass mehrere pharmazeutische Hersteller bereits jetzt Gespräche mit Betrieben in den Niederlanden aufgenommen haben. Dort wird Medizinalhanf in hoher Qualität seit Jahren angebaut. Kanada bietet ähnlich günstige Voraussetzungen. Auch aus wirtschaftlicher Sicht beginnt Medizinalhanf, interessant zu werden.

97 Wertungen (4.63 ø)

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36 Kommentare:

Mitarbeiter von DocCheck

Sehr geehrte Nutzer,

da bereits zwei Mal darauf hingewiesen wurde, dass wir in der Überschrift den falschen Artikel vor „Hanf“ verwendet haben, möchten wir auf das Lied von Stefan Raab verweisen, das sich wiederum auf ein Zitat des Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele bezieht: https://de.wikipedia.org/wiki/Gebt_das_Hanf_frei!

Unsere Überschrift spielt mit besagtem Lied resp. Zitat. Robert Frei liegt mit seinem Hinweis also völlig richtig.

Wir wünschen einen guten Start in die Woche

Die DocCheck News Redaktion

#36 |
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Student der Pharmazie

An alle die sich an der Headline (das Hanf) stören:

“Gebt das Hanf frei” bezieht sich auf einen gleichnamigen Song des Komikers Stefan Raab.

#35 |
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Wenn man schon Artikel schreibt, sollte “der Artikel” von Hanf stimmen: der Hanf und nicht “das Hanf”. Armes Deutsch(land) …

#34 |
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Der Gröhe, wie immer von nichts eine Ahnung aber große Töne spucken! Diese Typen verkommenen Drogentypen arbeiten doch genial! Damit eine vollkommene Legalisierung und damit ein grandioser Preisverfall unmöglich wird, wollen sie erstmal extrem teure Varianten legalisieren lassen, ein paar Jahre absahnen und dann, nachdem der Markt wie in den USA vollkommen geöffnet ist, diesen komplett beherrschen. Denn nach Phase eins sind alle möglichen Konkurrenten ausgeschaltet! Da sollte niemand mitmachen indem sie/er diesen Dreck auf ein Rezept schreibt!

#33 |
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Gast
Gast

Erste Erfolg! Guter Artikel.

#32 |
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Gast
Gast

Warum macht man so ein Affentheater wegen Cannabis, Cannabis-Öl, kann
eventuell bei Krebs helfen, es gibt so viele Pillen auf dem Markt, die weitaus
größere Nebenwirkungen haben, soweit ich informiert bin, sterben Tausende
Patienten Jährlich an den Nebenwirkungen dieser Pillen Kultur, dagegen sagt
kein Politiker etwas und warum, weil es um Multi Milliarden Euro und Dollar
Profit geht, wenn man Cannabis legalisiert, gibt es keine Drogen-Clans mehr,
warum wird das nicht gemacht, wegen den Profiten der Pharma-Mafia.

#31 |
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woewe
woewe

16 Jahre haben Gesetzgeber, Fachverbände und Arzneimittelhersteller Zeit gehabt von der ersten Klage von Michael F. bis zu seinem Eigenanbau-Genehmigungsurteil vor dem BVerwG. Für ihn extrem lange Jahre, für die o.genannten verschlafene Jahre mit sinnlosen Diskussionen über die berauschende Nebenwirkung, über den Schutz der Restbevölkerung, über über … aber anstelle Forschungen und Studien dazu anzustoßen, um dann Fakten für eine reguläre Versorgung der Patienten in der Hand zu haben, wird die Not dieser schlicht ignoriert und gewartet, bis sie sich selber gerichtlich 2014 in Köln und in diesem Frühjahr vor dem BVerwG Leipzig durchgesetzt haben – nun ist guter Rat teuer und ich empfinde gar keine Häme, wie jetzt GKV, Ärzteverbände und andere Aussitzer aufgeregt mit der Situation umzugehen versuchen.

#30 |
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Peter Klein
Peter Klein

Gast
zu #27
…die Klempner sind Klugsch…….
…haben sonst wohl nichts zu sagen…

#29 |
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Positiv an Cannabis-Präperate gegen Schmerzen finde ich, dass sie Appetit machen und nicht wie so viele andere Schmerzmittel Übelkeit und Appetitlosigkeit. Mit Appetit noch essen können, trotz schwerer Krankheit ist ein Stück verbleibende Lebensqualität. Beispielsweise bei Demenz in der letzten Phase gibt es häufig Schmerzen zu beobachten, wenn man genau hinschaut (BESD-Schmerzscreening), da die üblichen Screeninginstrumente (numerische Skalen) ja nicht funktionieren. Für diese Gruppe wird Cannabis gar nicht diskutiert? Warum? Hat man Angst die Hirnleistung noch mehr durcheinander zu bringen?

#28 |
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Es heißt ” der Hanf ” und nur “der “

#27 |
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Gast
Gast

600€ für ein Medikament ohne das mein Leben nachweislich in seiner Qualität eingeschränkt ist. Menschlich gesehen sind wir bald am absoluten Tiefpunkt angekommen.

Die sogenannten Nachteile ” negative Kognitive Effekte” wie sie hier genannt werden, sind in welcher Studie genau erhoben? In welchem Zeitraum und mit welchen Vergleichsdaten? Die ganze Verbotspolitik ist sehr kritisch zu sehen.

Und vorallem unter welcher Maske wird denn dann eigentlich seit Jahren der klinische Drogendeal betrieben? Opiode für alle? Das alles ist so scheinheilig.

#26 |
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Medizinphysiker

Sinken dann die Mondpreise dafür?
Das dürfte doch nicht teurer werde als die Teeherstellung?

#25 |
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Im Übrigen: gegen legalisierte Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke kann keiner was haben, der auch heftigere Medikamente verschreibt. Dazu gehören schon orale Opioide.

#24 |
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Sandromeda.de
Sandromeda.de

Dank Bedrocan und Bediol kann ich mich besser bewegen und kann besser pinkeln “GEHEN” .. und vor allem auch besser auto fahren :-)

#23 |
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@ #16:
Schon wieder die Zuckertheorie. Es wird zwar langsam unterhaltsam, aber auch langsam eintönig. Wer ist eigentlich “Wir”, Herr Zink? Ist das eine renommierte Forschergruppe, ist das der Pluralis majestatis oder eine gespaltene Persönlichkeit? Das wäre mal langsam interessant.
Also egal, ob wir hier über Kuchenbacken oder A.backen reden, kommt immer der Zucker. Ist das nicht langsam auch für Sie langweilig? Würden Sie interviewt über die Schüsse in Amerika, würden Sie vielleicht auch sagen: das liegt an den Donuts der Polizisten? Langsam glaube ich es echt. Aber ich habe ja nur 126 gegenüber 152. Vielleicht können Sie uns ja mit Ihrer Weisheit überstrahlen.

#22 |
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Gast
Gast

#19: Ja,Menschen sind individuell. Daher dosiert man dann z.B. nach Gewicht. In Milligramm z.B.
In der Einheit “Blüten” geht das halt nicht so gut. Gar nicht mal so schwer,oder?
Gibt’s auch bei anderen Pflanzen, z.B. Johanniskraut. Da kommt doch auch keiner auf die Idee die Blüten zu futtern statt der Tabletten.

#21 |
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Gast
Gast

Selbstverständlich muß Cannabis endlich den legalen Weg zum Patienten finden. Also ganze Droge.
Nebenbei: Die Rezepturen sind schwer herzustellen und bringen der Apotheke unter derzeit gültigem Berechnungssystem in der Summe leider ein Minusgeschäft. Wie so Vieles.
Es sollten jedoch begleitend einige Fragen geklärt werden.
Wie zum Beispiel: Wie wird das mit dem Autofahren gehandhabt ?
Und selbstverständlich: Die gesetzlichen Krankenkassen müssen die Kosten im Rahmen einer nachvollziebaren Therapie in vollem Umfang erstatten.

#20 |
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Almira
Almira

Sehr geehrter Herr Dr. med. Georg Schätzler,

Sie mögen in Teilen Ihrer Ausfürung Recht haben.
Aber gerade bei Naturprodukten kann es keine Standards geben! Jeder, der den Eigenanbau bevorzugt, kümmert sich individuell um seine Pflanze. Es gibt inzwischen auch Studien, die besagen, dass Pflanzen auf den Menschen reagieren…

Ich habe wirkliche ein Greuel entwickelt, wenn ich Aussagen über “Qualität, Standardisierung, exakte Dosierung und Galenik” lese.
Wer gibt Diese denn eigentlich vor? Besonders bei “Standardisierung” heben sich bei mir nicht nur die Nackenhaare… die Menschen sind sooo was von Verschieden, da kann es gar keine Standardisierung geben! Das ist Wunschdenken!
Die Pharma, die Behörden, usw. das ist doch Alles so ein großer Sumpf geworden, da gehören natürlich ganz viel DIN’s her und weiterer Quatsch – eben STANDARDISIERT! – Der größte Müll seit viele Zeiten!!!!!!!!!!!QQ

#19 |
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… gibt den Hanf frei, denn es heißt lt. Duden “der Hanf”, nicht “das Hanf”.

#18 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Das war schon lange überfällig. Kranke aus der Illegalität holen. Ebenfalls schwer kranke vorm finanziellen Ruin retten. Toll wenn man die Wahl hat: Gebe ich mein Geld für Essen aus oder bin ich schmerz- oder beschwerdefrei?!

#17 |
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Medizinischer Fachhändler

Cannabis bringt nur eine Lösung von Schmerzen , aber keine Heilung.
Der THC im Cannabis Gehalt ist von ausschlaggebender Bedeutung für die Verträglichkeit und postiver Wirksamkeit im ganzen gesehen
Unseren langjährigen Analysen und Nachforschungen nach sind über 90 % aller Zivilisations Krankheiten ernährungsbedingt.
ADHS, MS, Arthrose, Depressionen, Krebs, Diabetes, Leber- Galle – Nierenkrankheiten ….
Doch auch hier gibt es nur eine dünne Studienlage.

Sinnvoll wäre erst mal von oberster Politik – Instanz, den zugesetzten Industrie – Zuckergehalt von vielen Fertigpräparaten ( auch Getränke) von ca. 14 – 46 % auf unter 4 Prozent zu senken. Auch Weißmehl und Milchzucker haltige Präparate gehören nicht in unsere Nahrungskette.
Das wäre die eigentliche Hauptaufgabe – Hausaufgabe.
Dazu kommt das starke Defizit in unserer Nahrung an Bitterstoffen und Chlorophyll.

Zuckerprodukte und auch Kuhmilch verursachen schwere Krankheiten mit entzündlichen und kausal bedingten schmerzhaften Zuständen und psychische und neurologischen Folgekrankheiten.
Dann noch extra Alkohol ( auch Zucker) – und der Supergau beginnt in unserem Körper.
Aber es passiert Nichts. Eigentlich der neue Skandal – er wird kommen.
Wir arbeiten längst daran, diese Miss – Zustände zu erfassen
So wie VW und Andere, die sich Freiräume schafften, ohne offensichtlich zu erkennen, dass sie uns belogen haben. Ob vorsätzlich oder wegen unklaren Bestimmungen. Das lassen wir einmal als offene Frage stehen.
Da gibt es auch einige sehr gute neue Studien aus England .
Ja auch hier hat die EU – Politik ihre Arbeit nicht gemacht.
Wieder nicht und wieder nicht. Sie haben einfach wieder Nichts getan.
Aber die Zuckerlobby macht das derzeit noch möglich. 6 Milliarden Umsatz dieser Gattung
haben eine Marktmacht. Doch wir haben längst erfahren über die Verflechtungen zwischen Nahrungsmittel – Industrie und Pharma – Industrie .
Wenn sich nur Einige hier so viel Arbeit mit den Einblicken wie wir gemacht hätten , würden sie erschrecken. Erschrecken über Zustände, die bei uns nicht sein dürften.

#16 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Wenn Händler Pfefferminzteeblätter, Kamillenblüten etc. vor dem Verkauf zumindestens stichprobenmäßig genauen Prüfungen unterziehen müssen, obwohl noch nie, außer einer Korbblütlerallergie auf 100Tsd. Benutzer vorgekommen sein soll, dann ist es wohl mehr als Recht, auch Haschisch in seinen Anwendungsformen unter die wissenschaftliche Lupe zu nehmen, und Mindestgehalte oder Standardisierung zu fordern. Leider kostet das Geld. Wenn man die Aktien Fresenius u.ä. die boomen betrachtet, ist das Infusionswasser auch zu teuer, aber vielfach lebensrettend.

#15 |
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Medizinischer Fachhändler

Hallo Gast
Der Artikel stinkt hinten und vorne!
Sie haben es auf den Punkt gebracht.
Der THC Gehalt ist tatsächlich sehr evident .

#14 |
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Gast
Gast

Der Artikel stinkt hinten und vorne!
Hier wird wieder einmal wild zwischen den Wirkungen und Nebenwirkungen von THC und CBD gemischt und Cannabis als ganzes gesehen.
Diese beiden Stoffe gehören getrennt betrachtet!
CBD = LEGAL z.B. als Öl-Extrakt mit festem Wirkstoffgehalt, viele positive Wirkungen, kein Rausch …
THC = VERBOTEN, viele positive Wirkungen, wenige negative, Rausch

Von einem Journalisten der nichts anderes tut als sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, erwarte ich eine differenziertere und gründlichere Recherche.
“Negative Kognitive Effekte” das mag für THC (!) unter Umständen gelten für Menschen bei denen das Risiko einer Psychose gegeben ist.
Aber, und jetzt kommen wir zum springenden Punkt, ganz im Gegenteil hat der Stoff CBD (Cannabidiol) der legal erwerbbar ist eine antipsychotische Wirkung. Es ist geradezu pervers und ein Kardinalsfehler Cannabis als Wirkstoffkomplex einseitig zu betrachten. Blöd nur, dass die Journallie Meinungsbildner für viele ist, und so hat man leider immer mit nachblabberern und Zeitungsgebildeten zu tun, die einfach nicht die Wahrheit kennen.
Sogar viele Ärzte bilden sich wohl über die Zeitung oder über manipulierte Ärztemagazine. Was hier teilweise durcheinandergeworfen wurde ist beängstigend…. Sachkompetenz 0.. Auswendig durchgekaut durchs konservative Studium 100%…
Das Problem ist, dass viele kleinere Hersteller mittlerweile dabei sind CBD als ÖL zu isolieren sich aber keine sau teuren Studien leisten können.
Was passiert ist, dass nur die jenigen Studien zustande kommen, die nach dem Gusto der zahlungskräftigen Pharma-Unternehmen gestaltet sind.
Hier versagt meines erachtens das Gesundheitsystem der BRD, welches eher eine Art Moneystream-keeper für die Pharmaindustrie ist. Alles was dem Profit schaden kann wird abgewimmelt, egal ob es den Menschen mehr nützt wie die dreckige Chemie!

Es sollte daher Aufgabe des Gesundheitsministeriums sein, potentiell gesundheitsfördernde Stoffe mit Studien untersuchen zu lassen.
Somit könnten alle Patienten unmittelbar profitieren, aber darum geht es anscheinend nicht.

Ich spreche hier aus Erfahrung. Mein Vater hat Epilepsie, und die konventionellen Mittel haben extreme Nebenwirkungen und helfen auch nicht.
Kein Arzt ist bereit eine CBD-Therapie auszuprobieren, da es als Epilepsie-Therapie nicht in den Leitlinien für die Behandlung von Epilepsien aufgenommen ist. Studien wollen die Ärzte seit über einem Jahr Oddyssee auch keine anbieten, weil einfach keiner welche Veranstalten will oder KANN!

In diesen Leitlinien, die von Ärzten erarbeitet werden, welche teilweise von Pharmaunternehmen gefördert werden stehen dann die Mittel drin die mit viel Antriebsgeld angefüttert worden sind. Man muss die Cash Cow früh mästen damit, sie schön dick und fett wird und alle ernährt.

Wenn sich mal mehrere Kontrollgremien das Deutsche Gesundheitssystem unabhängig anschauen würden und Einblick in ALLES erhalten, dann würde es mal einen großen Knall geben. Korruption soweit das Auge reicht.
Ja teilweise haben wir die Skandale ja bereits, aber niemanden juckts.

Da wird das Unternehmen Bayer als Deutsches Vorzeigeunternehmen dargestellt. Bayer welches nachweislich schrott als Medizin verkaufte und uns IHR Heroin als gesundheitsfördernd verkaufen wollte. Nach Heroin kam Aspirin und auch hier wurde dafür gesorgt, dass Nebenwirkungen unter den Tisch fallen und Wirkungen in den grünen Klee gelobt wurden.
Damit soll sich unsere Gesellschaft also identifizieren? Sollen das Vorbilder sein?
Es ist schon ein Paradox des Kapitalismus, dass die Unternehmen die uns Gesund machen sollen, gerade davon profitieren, wenn wir nicht gesund sind.

Ich sag nur Zucker, Bisphenol A, Vitamin D, Blutspenden, Glyphosat.

Dann kommen wir noch zu diesem Punkt:
“Dünne Studienlage
Genau hier liegt die eigentliche Problematik. Durch gesetzliche Hürden war das Interesse von pharmazeutischen Herstellern, nach möglichen Indikationen zu suchen, eher gering. Auch der Anbau unter hohen Sicherheitsvorkehrungen schreckte eher ab.”

Das Interesse von pharmazeutischen Herstellern nach dem finden von Indikationen ist deshalb so gering, weil sie genau wissen, dass jeder ihrer Stammkunden sich zuhause eine Pflanze züchten kann, die die selbe Wirkung und eventuell sogar noch eine etwas höhere clusterwirkung, aufweisen würde, wie ein isoliertes Präparat, das eine Unmenge an Investition kostet.

Der einfachere Weg ist hier das berühmte THC in der Illegalität zu halten und Cannabis als Pflanze zu verteufeln, und zu hoffen, dass die Macht ausreicht, dass die Wahrheit nicht siegen kann.

Aber die Wahrheit wird siegen

#13 |
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Gast
Gast

Dass die Wirkstoffkombination eines Phytotherapeutikums einzeln isolierten Wirkstoffen überlegen ist, mag sein, das ist ja bei diversen Präparaten so.
Dass man eine Pflanze so züchten und anfplanzen könne, dass in jeder Blüte der exakt gleiche Wirkstoffgehalt steckt, stimmt aber nicht.
Da braucht man dann schon noch ein paar Produktionsschritte. Das ganze muss dadurch dann im übrigen (wie man ja auch an den Preisen anderer Phytotherapeutika sieht) nicht unbedingt fürchterlich teuer werden.
Natürlich muss der Hersteller aber die Möglichkeit haben, Zulassungsverfahren, Qualitätssicherung etc. sicherzustellen.

#12 |
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Gast
Gast

In vielen Staaten der USA werden schon seit Jahren gute Erfahrungen mit medizinischem Cannabis gemacht. Es ist den lizenzierten Betrieben dort möglich, Blüten mit gleichbleibendem Wirkstoffgehalt zu gewinnen.

Blüten müssen übrigens nicht geraucht werden, sondern können mittels eines Inhalators oder Vaporizers inhaliert werden. Eine Einnahme per Inhalator ist nicht gesundheitsschädlich und erlaubt eine sehr genaue Dosierung. Die Kosten bleiben verhältnismäßig gering.

Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Wirkstoffkombination aus der Blüte dem isolierten Wirkstoff eines Präparates überlegen sind.

Ferner scheinen sich unterschiedliche Sorten für unterschiedliche Symptomkomplexe/Krankheitsbilder zu eignen.

#11 |
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Bundestag in der ersten Lesung “stoned”?

Wenn der Deutsche Bundestag letzte Woche einen Gesetzentwurf zur Änderung betäubungs­mittel­rechtlicher und anderer Vorschriften in erster Lesung nur zu Protokoll gegeben und nicht beraten hat, um u. a. bestimmten Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen im Einzelfall mit ärztlich verordnetem Cannabis als Therapiealternative besser helfen zu können, ist das illusionäre Verkennung der Tatsachen und bedauerliche Vernachlässigung parlamentarischer Pflichten.

Die bisher erteilten Genehmigungen zum Eigenanbau von Cannabis vernachlässigen wesentliche, lebenspraktische Hürden: Wie soll jemand, der schwer krank, Teilhabe-gemindert, Mobilitäts-, Belastungs- und Schmerz-eingeschränkt ist, die relativ komplizierte und aufwändige Cannabis-Anbau-Logistik bewerkstelligen? Ist er dann gar nicht so schwer krank?

Soll bei der “Verordnung häuslicher Krankenpflege” nach GKV-Vordruckmuster 12a etwa der Pflegedienst diese Aufgabe mit übernehmen? Was ist, wenn der Cannabis-Eigenanbau nur minderwertige Erntequalität bringt, unsachgemäß weiterverarbeitet oder unwirksam wird? Wenn Patienten bettlägerig ihren “Stoff” gar nicht mehr erreichen und ernten können?

Haben alle Beteiligte etwa zu viel im “Handbuch für biodynamische Selbstversorger” gelesen? Antibiotika-Pilze werden doch auch nicht zu Hause, im Wintergarten, auf Balkon, Terrasse oder im Gewächshaus in der Petrischale (Nobelpreis A. Fleming für die Penicillinentdeckung) gezüchtet.

Sondern wie bei allen Medikamenten kommt es auf Qualität, Standardisierung, exakte Dosierung und Galenik an. Damit wird ausschließlich auf medizinisch-schmerztherapeutische Effekte fokussiert. Denn es geht nicht um Permissivität oder Förderung von Drogenkarrieren (“legalize it”?), sondern um die Erweiterung palliativ- und schmerzmedizinischer Handlungsoptionen.

In meiner hausärztlichen Praxis habe ich in einigen Einzelfällen mit (teurem) Tetrahydrocannabinol (THC) als Dronabinol (ATC A04AD10) und seinen antiemetischen, appetitstimulierenden, schmerzlindernden, entzündungshemmenden, muskelentspannenden, dämpfenden und psychotropen Eigenschaften als Heil- und Linderungsversuch gearbeitet, wenn mögliche Alternativen unwirksam waren. Doch Vorsicht: Es wirkt zentral sympathomimetisch. Die Wirkung setzt in ca. 60 Minuten ein. Psychotrope Effekte halten 4-6 Stunden, die Appetitstimulation bis zu 24 Stunden an.

Das Betäubungsmittelrezept (BTM) kann mit dem Rezepturarzneimittel folgendermaßen ausgestellt werden:

BTM-Rezeptur für Dronabinoltropfen in Neutralöl 2,5 %:
Dronabinol 0,25 g
Neutralöl ad 10,00 g NRF 11,4 (Oleum neutrale Miglyol 812)

Dosierung einschleichend beginnend mit 2 x 3 Tropfen (2 x 2,5 mg) tgl.

Zur Beachtung: In der GKV n i c h t erstattungsfähig (Regress!). Ausschließlich privat verordnungsfähig. Dosierung gemäß schriftlicher Gebrauchsanweisung.
Die höchstmögliche Verschreibungsmenge beträgt 500 mg Dronabinol pro Monat.
Hersteller von Dronabinol: Bionorica Ethics und THC Pharm.

Wo also liegt das Problem, wenn die GKV-Kassen ihren GKV-Versicherten doch nur die Arzneimittel-Kosten erstatten und uns Vertragsärzte in Ruhe unsere Arbeit machen lassen würden?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Vgl.: http://news.doccheck.com/de/blog/post/2115-cannabis-mit-medizinischem-biss/

#10 |
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Gast
Gast

Es geht dabei ja nicht nur um “Veredelung”, sondern um Standardisierung zum Zwecke einer kontinuierlich gleichbleibenden Therapie, sowie Qualitätssicherung etc.
Ein Preisvergleich mit unreinem Straßenhanf mit sehr schwankendem Wirkstoffgehalt ist da m.E. eine ziemliche Milchmädchenrechnung. Davon abgesehen sollen es doch gerade die Kassen übernehmen.
Wie man dann noch (aus m.E. rein ideologischen Gründen) verlangen kann, dass das unverarbeitete Zeug geraucht werden muss und bloß keine Pharmafirma ein Medikament daraus herstellen darf, ist mir schleierhaft.
Insbesondere angesichts der großen Schnittmenge der Hanf-Befürworter und der TTIP-Gegner, deren schlimmste Sorge dort wiederum die Senkung europäischer Qualitäts- und Sicherheitsstandards ist.

#9 |
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Mitarbeiter Industrie

Ich höre aus der jetzigen Sachlage nur heraus: Wie kann die Pharmaindustrie und Angehörige das meiste Geld auf Kosten der Betroffenen raushauen?
Es wird ein Lamento gemacht über Legalisierung und Bereitstellung der “Droge”, von Gefahren geschwatzt und kein Wort über die Patienten verloren, denen das Leben erwiesenermassen deutlich erleichtert werden kann.
Die Beschwerde von #2 ist nicht sinnvoll; bei vielen Medikamenten ist ebenfalls Autofahren untersagt, und das ist auch gut so, will man nicht einen Unfall verursachen, der andere ins Elend stürzen kann.
So lange ich zurückdenken kann, konnte man Hanfprodukte leicht auf der Strasse erwerben. Ich würde nicht zögern, als Schmerzpatient diese für ein paar Euro auf der Strasse zu kaufen anstatt zu leiden und vielleicht mal gnädigerweise für ca. 500 Euro eine Portion zugeteilt zu bekommen.
Alleine die Tatsache, daß die Kassen wieder höchst offiziell durch Unsummen an Zusatzkosten belastet werden, halte ich für unvernünftig, wenn das Zeugs doch seit ewig (illegal) angebaut und genutzt wird, ohne daß Katastrophen durch Nebenwirkungen bekannt wurden. -Von der Drogenszene mal abgesehen-.
Aber da könnte man gegensteuern, indem die legalen Preise moderat bleiben und nicht durch pharmazeutische “Veredelungsmetoden” in astronomische Höhen getrieben werden.

#8 |
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Gast
Gast

#6: Und statt Digitalis bauen sich Herzkranke dann Fingerhut an? Es hat einen guten Grund, auch Phytotherapeutika kontrolliert anzubauen und zu Präparaten mit halbwegs gleichbleibendem Inhaltsstoff zu verarbeiten. Zumindest wenn man die medizinische Wirkung will, nicht dir Rauschwirkung.

#7 |
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Gast
Gast

Eine Anbauerlaubnis für Patienten könnte die Kosten drastisch senken, ist für deutsche Verhältnisse aber zu wenig reguliert. Was wäre das auch für ein Desaster, wenn sich Patienten in Deutschland – wie in anderen europäischen Ländern – selbst mit Cannabis versorgen würden. Das liefe eindeutig aus dem Ruder. #kopfschüttel#

Hoffentlich wird wenigstens der geregelte Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland erlaubt, sonst verschenken wir auch noch die Möglichkeit eigene Daten zu gewinnen, Know-how zu erwerben, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu realisieren.

#6 |
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Heilpraktiker Wolfgang Markowsky
Heilpraktiker Wolfgang Markowsky

Wenn ich täglich sehe, was Alkohol für Schäden verursacht, körperlich wie seelisch,
dann verstehe ich den ganzen Wirbel um Hanf nicht.

#5 |
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Gast
Gast

Ich weiss nicht warum nun die Konzernmedizin die Medizinische Indikation des uralten Arzneimittels so darstellt als wäre es die Prohibition von Alkohol?!

#4 |
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Gast
Gast

Das dauert mir zu lange, ich habe Schmerzen, die ich nicht mehr aushalten kann. Letztes Jahr habe ich Morphin entzogen, jetzt hänge ich da mit Medikamenten die nicht helfen. Ich glaube, ich besorge mir selbst was zu rauchen, mal sehen, ob das hilft.

#3 |
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Gast
Gast

Schaun wir mal was draus wird, den Klang der Worte hör ich wohl…..
Ich habe in den mittlerweile ca. 4 Jahren, in denen ich mit Dronabinol die
Schmerzzustände meiner rheumatischen Erkrankung behandle, überwiegend positive Erfahrungen damit gemacht.
Was mich an der Sache psyschich am meisten belastet, ist die Problematik mit der Fahrerlaubnis. Hier muß schnellstens etwas für die Patienten geschehen um den psyschichen Druck des ” Illegalen” von den ohnehin schon hängenden Schultern zu nehmen!!
Die Hoffnung stirbt zuletzt…..

#2 |
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Hanfblättchen Redaktion
Hanfblättchen Redaktion

Wer auf weitere Informationen möchte und in der Thematik Cannabis als Medizin auf dem laufenden sein möchte, findet im Hanfblättchen Blog hier auf Doccheck viele nützliche und interessante Artikel. Jede Woche wird unter dem Motto “cannabinoide Fach-&Sachgeschichten” ein neuer Beitrag über Cannabis als Medizin veröffentlicht.

http://news.doccheck.com/de/blog/551-das-hanfblaettchen-cannabinoide-fach-und-sachgeschichten/

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