Röteln – völlig menschlich

6. April 2011
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In Teil 5 der Kinderkrankheiten-Serie, erfahrt Ihr alles Wichtige über Röteln - einen Virus, der ausschließlich Menschen befällt und schwere Folgen haben kann, wenn Schwangere daran erkranken.

Röteln sind eine Viruserkrankung, welche meist im Kindsalter und eher selten im Erwachsenenalter auftritt. Sie macht sich bemerkbar durch Fieber, einen für Röteln typischen Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten. Häufig verlaufen Röteln aber auch symptomlos, sodass sie oftmals gar nicht bemerkt werden.

Röteln sind eine weltweit verbreitete Infektionserkrankung, welche von bestimmten Viren ausgelöst und durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Wie auch Masern oder Mumps gehören Röteln zu den sogenannten Kinderkrankheiten.

Virus

Röteln entstehen nach der Infektion mit dem so genannten Rubivirus. Dieser Virus besitzt als Erbmaterial einsträngige RNA und gehört zur Familie der Togaviridae. Dieser Virus ist weltweit verbreitet, kann außerhalb des Körpers nur kurzzeitig überleben und der Mensch ist sein einziger bekannter Wirt. Wer einmal an Röteln erkrankte, ist ein Leben lang immun gegen den Erreger. Ihre Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion wie zum Beispiel durch Niesen und Husten. Darüber hinaus können Röteln auch während einer Schwangerschaft über die Plazenta an das Ungeborene übertragen werden. Dies kann zu schweren Folgeschäden für das ungeborene Kind führen.

Verlauf und Symptome

Röteln äußern sich zu Beginn nur durch schwache Symptome wie zum Beispiel vergrößerte und schmerzlose Lymphknoten, entzündete Schleimhäute und leichtes Fieber. Nach kurzer Zeit wird das typische Anzeichen der Röteln sichtbar, der sogenannte kleinfleckige Hautausschlag. Der Ausschlag beginnt erst hinter den Ohren und breitet sich schnell über Gesicht und Hals über den ganzen Körper aus. In dieser Phase treten des Weiteren vergrößerte, oft schmerzhafte Lymphknoten vor allem im Nackenbereich und hinter den Ohren auf. Weitere Symptome der Röteln können starke Gelenkschmerzen, eine Bindehautentzündung und eine vergrößerte Milz sein. Der für Röteln typische Ausschlag klingt nach mehreren Tagen wieder ab. Bei einigen infizierten Kindern verlaufen Röteln auch komplett ohne Symptome.

Bei Erwachsenen können die Symptome bei einer Rötelinfektion schon etwas schwerwiegender sein. Oftmals treten Entzündungen des Gehirns, die sogenannte Enzephalitis auf, des Weiteren können kleine Gefäßschäden, welche zu Blutungen unter der Haut führen, entstehen. Außerdem können sehr starke Gelenkentzündungen auftreten.

Aber die am meisten gefürchtete Komplikation ist die Infektion mit dem Rötelnvirus während der Schwangerschaft. Ist die Mutter mit Röteln infiziert, kann auch das ungeborene Kind über die Plazenta angesteckt werden. Dies kann unter anderem zu starken Organmissbildungen des Embryos führen. Mögliche Folgen einer Infektion des ungeborenen Kindes sind Spontanabort, Frühgeburt, Fehlbildungen in Form von Herzfehlern wie zum Beispiel ein offener Ductus Botalli, Septumdefekte und die sogenannte Fallot-Tetralogie. Weitere Folgen einer Infektion sind eine Trübung der Augenlinse und Innenohrschwerhörigkeit. Eine Kombination all dieser Schädigungen wird auch Gregg-Syndrom genannt und entsteht bei einer Rötelninfektion ungefähr in der vierten Schwangerschaftswoche. Weitere Schädigungen sind ein niedriges Geburtsgewicht, eine Blutungsneigung aufgrund verminderter Blutplättchenzahlen, die sogenannte Thrombozytopenische Purpura, Enzephalomeningitis, Leberentzündung, Vergrößerung von Leber und Milz, Herzmuskelentzündung oder verminderter Kopfumfang.

Im Allgemeinen zeigen Röteln einen guten Verlauf, auch bei Komplikationen. Wer einmal Röteln hatte, infiziert sich in der Regel kein zweites Mal, denn nach überstandener Erstinfektion besteht bei den Betroffenen eine lebenslange Immunität gegen Röteln. Nur wenn die Erstinfektion oder Impfung sehr lange zurückliegen, können die Röteln gelegentlich erneut auftreten. Eine Neuinfektion ist aber sehr selten und verläuft bei vielen Menschen sogar ohne Krankheitssymptome oder mit nur leichten Beschwerden, wie bei einer Infektion der oberen Atemwege. Spätestens nach einer Neuinfektion besteht bei den Betroffenen ein sicherer Schutz vor Röteln.

Therapie und Impfung

Gegen die Erkrankung selbst gibt es leider noch kein direkt wirkendes Medikament. Daher zielt die eingesetzte Therapie darauf ab, die vorliegenden Beschwerden zu lindern.

Die Impfung gegen Röteln ist ebenso eine gute Maßnahme zum Vorbeugen dieser Virusinfektion. Geimpft wird ein Kombipräparat, welches aus dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff besteht und intramuskulär oder subkutan verabreicht wird. Dieser enthält abgeschwächte und lebende Viren, welche sich in der geimpften Person vermehren und nicht auf Kontaktpersonen übertragen werden können. Diese Impfung schützt optimal vor einer Rötelinfektion. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher eine Impfung in Betracht ziehen, um eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft direkt auszuschließen. Auch für Männer macht die Impfung Sinn, denn so kann die Ausbreitung der Krankheit eingedämmt werden.

Fazit

Röteln sind sehr ansteckend und können bei Schwangeren schwere Folgen für das Ungeborene haben. Bei einer entsprechenden Erkrankung sollte man sich also möglichst von Personen fernhalten, die die Röteln noch nicht hatten oder nicht dagegen geimpft sind.

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