Typ-2-Diabetes: Die Diktatur der Uhr

11. Juli 2016
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Der Blutzuckerspiegel von Typ-2-Diabetikern kann nicht nur durch körperliche Einflüsse, sondern auch durch die menschliche Psyche ins Schwanken gebracht werden. Dies zeigte jetzt ein Experiment, bei dem das Zeitgefühl der Probanden gezielt manipuliert wurde.

Ein Team aus Psychologen der Harvard University konnte jetzt beweisen, dass auch die Psyche einen entscheidenden Einfluss auf den Blutzuckerspiegel von Typ 2-Diabetikern hat. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, führten sie Experimente mit insgesamt 47 betroffenen Patienten durch. Alle Probanden durften acht Stunden vor Versuchsbeginn nichts mehr essen. Im Labor angekommen, spielten sie insgesamt 90 Minuten lang Videospiele. Hierbei wechselten sie im Takt von 15 Minuten zwischen drei unterschiedlichen, aber einfachen Spielen.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Im Untersuchungsraum befand sich lediglich eine Uhr, alle anderen Geräte zur Zeitmessung mussten die Studienteilnehmer vor Beginn es Experiments abgeben. Während bei einem Teil der Teilnehmer die von der Uhr angegebene Zeit im normalen Tempo verging, lief die Uhr bei dem weiteren Teil der Gruppe doppelt so schnell. So hatten diese Probanden das Gefühl, der Versuch dauere insgesamt 180 Minuten anstelle der tatsächlichen 90 Minuten. Beim dritten und letzten Teil der Gruppe bekamen die Studienteilnehmer schließlich das Gefühl vermittelt, das Experiment dauere nur 45 Minuten. Die Uhr lief während des gesamten Zeitraums dementsprechend langsamer.

Manipultiertes Hungergefühl

Vor und nach dem Versuch wurde bei allen Probanden der Blutzuckerspiegel gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass bei der Gruppe der Teilnehmer, die das Gefühl hatte, 180 anstatt nur 90 Minuten lang zu spielen, das Glucoselevel im Anschluss deutlich stärker gefallen war als bei den übrigen Studienteilnehmer. Sie zeigten dementsprechend auch ein deutlich stärkeres Hungergefühl. Bei den Probanden, für die das Experiment gefühlt nur 45 Minuten dauerte, senkte sich der Blutzuckerspiegel hingegen am geringsten.

Ausschlaggebend für den Blutzuckerspiegel war also nicht die tatsächlich verstrichene Zeit, sondern die von den Probanden gefühlte Zeit. Der Einfluss der Psyche auf das Glucoselevel sei innerhalb der Studie erstmals untersucht worden, so die Angaben der durchführenden Wissenschaftler. Weitere Anschlussstudien sollen nun zeigen, ob ähnliche Auswirkungen auch bei gesunden Menschen oder Typ-1-Diabetikern auftreten.

Lesen Sie hier mehr zu den neuen Studienergebnissen.

19 Wertungen (4.84 ø)
Allgemeinmedizin, Medizin

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5 Kommentare:

Ehrenamtl.Betreuer Paul Kruza
Ehrenamtl.Betreuer Paul Kruza

merkwürdig Studie-inwieweit ist da verlass -kann man es Medizinisch in Krankenhäusern-Behandlungen bewerten ?

#5 |
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Wie war die letzte Mahlzeit zusammengesetzt l Stress hat immer einen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Nur Videospiele schafft Abweichung. Biorhythmus, Mann , Frau ? Frauen ,in welchem Stand des hormonellen Zyklus .
Für mich eine merkwürdige Studie

#4 |
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Gast
Gast

wie schön, daß Alle es lesen und verstehen können, # 2

#3 |
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Gast
Gast

In June of 2015, it was discovered that I had type 2 diabetes. By the end of the month, I was given a prescription for Metformin. I stated the ADA diet and followed it completely for several weeks but was unable to get my blood sugar below 140. With no results to how for my hard work, I panicked and called my doctor. His response? Deal with it. I began to feel that something wasn’t right and do my own research. Then I found a personal review at http://pozitivereview.com/7-steps-health-big-diabetes-lie-review/ . I read it from cover to cover and I started the diet and by the next morning, my blood sugar was 100. Since then, I have a fasting reading between the mid 70s and 80s. My doctor was so surprised at the results that, the next week, he took me off the Metformin. I lost 30 pounds in the first month and lost more than 6 inches off my waist and I’m able to work out twice a day while still having lots of energy. The truth is we can get off the drugs and help myself by trying natural methods

#2 |
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Gast
Gast

Auch bei Typ-1-Diabetiker kann es bei Disstress zu höheren Zuckerwerten kommen. Wogegen Anstrengung, die als synton empfunden wird ( hier ist nicht d körperl Anstrengung m erhöhtem Energieverbrauch gemeint ) den Glucosespiegel deutlich verringern kann.

#1 |
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