Zika-Virus: Endlich Land in Sicht

6. Juli 2016
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Eine Infektion mit dem Zika-Virus kann vor weiteren Infektionen schützen. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher jetzt anhand einer an Rhesusaffen durchgeführten Studie. Eine Schwangerschaft hingegen kann die Zeit, die das Virus im Körper verbleibt, drastisch verlängern.

Ziel der vom Wisconsin National Primate Research Center durchgeführten Studie war es herauszufinden, wie sich das Zika-Virus im menschlichen Körper bewegt und entwickelt. Auch bereits existierende epidemiologische Studien sollten so verifiziert werden. Zu diesem Zweck wurden insgesamt acht Rhesusaffen mit dem Zika-Virus-Typ infiziert, der in Südamerika erstmals 2015 auftauchte.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass Rhesusaffen bereits zehn Wochen nach ihrer ersten Infektion resistent gegen eine weitere Infektion des gleichen Zika-Stammes waren. Dies seien gute Neuigkeiten für die Entwicklung neuer Impfstoffe, so Professor O’Connor, Leiter der Studie. „Es zeigt, dass diese Art der Immunität, die natürlicherweise auftritt, anscheinend ausreichend ist. Wenn wir diesen Prozess in einer Impfung nachahmen können, dann hätten wir einen sehr erfolgreichen Impfstoff“, sagt O’Connor.

In Afrika zirkuliert das Virus bereits über einen längeren Zeitraum als es in Südamerika der Fall ist. Anders als zum Beispiel in Brasilien, wurden hier kaum Probleme beobachtet, die im Zusammenhang mit der Virusinfektion während der Schwangerschaft auftreten. Dies scheint die Studienergebnisse zu bestätigen: Die Menschen in Afrika kommen mit dem Virus hauptsächlich dann in Kontakt, wenn sie noch jung sind. So werden sie schon früh immun und sind später, wenn sie Kinder bekommen, geschützt.

Verlängerter Infektionszeitraum durch Schwangerschaft

Die Forscher konnten außerdem nachweisen, dass die Zika-Infektion im Blut schwangerer Rhesusaffen mit bis zu 70 Tagen wesentlich länger nachweisbar war, als bei männlichen und nicht-schwangeren weiblichen Affen. Hier waren die Tiere in der Regel nach zehn Tagen wieder frei von Infektionen. Der verlängerte Infektionszeitraum hat auch Auswirkungen auf die Folgen des Zika-Virus für eine Schwangerschaft: Bereits im Vorfeld wurde das Virus für Probleme wie Mikrozephalien bei Neugebornenen verantwortlich gemacht. Eine mögliche Erklärung hierfür sei das beeinträchtige Immunsystem der werdenden Mütter, so eine Vermutung der beteiligten Forscher. Eine andere Hypothese bei der Suche nach einer möglichen Ursache geht hingegen von einer längeren Infektion des Fötus aus.

 


Wissenschaftler der UW-Madison über die Bedeutung der disziplinübergreifenden Zika-Forschung.

 

Für all jene Menschen, die nicht schwanger sind und in abesehbarer Zeit auch nicht schwanger werden, ist das Zika-Virus also aller Voraussicht nach unbedenklich. Allerdings ist die Tragweite der Zika-Infektion für Kinder, die bereits während der Schwangerschaft vom Virus betroffen sind, nach wie vor unklar. Um mögliche kognitive Einschränkungen in der Entwicklung der in Brasilien betroffenen Kinder besser einschätzen zu können, müssen diese erst über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet und untersucht werden. Die ältesten in Brasilien infizierten Kinder sind derzeit etwa ein Jahr alt.

Bereits im Juni hat die US-Arzneimittelbehörde FDA einer Studie zugestimmt, die den Impfstoff GLS-5700 gegen das Zika-Virus am Menschen testen soll. Der Probandenkreis umfasst 40 gesunde Patienten.

Mehr über die an den Rhesusaffen durchgeführte Studie und ihre Bedeutung für die Impffoschung erfahren Sie hier.

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Forschung, Medizin

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7 Kommentare:

dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

kein Land in Sicht ;dh. Impfbereich u. Auftreten der Problematik nicht deckungsgleich zwischen Auftreten der Mikroenzephalopathie u.Verbreitung des Zika-Virus .
Während BOOSTRIX an der Th1/ Th2 – Schiene Einfluß nimmt u. in der Fachinfo Enzephalopathien ” irgendwo, irgendwie erwähnt werden über den Pertussis -Anteil !?

tja,tja

#7 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

danke,Frau Hönscher , werde das mal abzuklären versuchen.
Wichtig ist für mich bzgl. Wirkort u. Interventionsmöglichkeit die Frage des Virion u. des Tropismus

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Dr. Carina Hönscher
Dr. Carina Hönscher

Ach, sorry, Herr Stute – da habe ich zu schnell gelesen ;-) Das scheint Boostrix von GlaxoSmithKline zu sein.

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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

danke, Frau Hönscher ,
allerdings meinte ich die Mehrfachimpfung Diphterie , Tetanus, Keuchhusten

#4 |
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Dr. Carina Hönscher
Dr. Carina Hönscher

@ Herr Stute: Der Name steht im letzten Abschnitt: GLS-5700. Die Phase-I-Studie wird von Inovio Pharmaceuticals und GeneOne Life Science durchgeführt. Zur genauen Zusammensetzung finde ich nicht viel, außer “GLS-5700 is a synthetic DNA plasmid vaccine”, “GLS-5700 contains a single plasmid containing DNA encoding for pre-membrane and envelope (prME) proteins of the Zika virus” (https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02809443?term=zika)

#3 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

berechtigte Frage ,vielleicht gibt es ja noch ein paar Affen zum Impfstofftest . Weiß jemand wie der Impfstoff heißt u. wer ihn liefert u. welche Zusammensetzung u. Zusatzstoffe ?

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Susan Wolf
Susan Wolf

AAH da ist sie ja endlich die Impfung gegen Zicka. Ich habe schon so lange darauf gewartet. Aber nach shcon einem Jahr doch irgendwie ganz schön schnell. Mann sollte meinen, das ist wieder so ein Virus aus dem Labor, den man freigesetzt hat um wieder Geld mit einer neuen Impfung zu kassieren.
Wie verhält es sich denn mit dem Zusammenhang von einer Impfung der Schwangeren in Brasilien gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten- des Nestschutzes wegen? Im Oktober 2014 wurde diese eingeführt und ups kamen 2015 Babys mit Mikrocephalie auf die Welt. In meinen Augen alles Quatsch mit dem Zicka tohuwabohu.

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