Multiple Sklerose: Spurensicherung im Darm

7. Juli 2016
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Die Darmflora hat großen Einfluss auf das Wohlergehen des Menschen. Nun wurde auch ein direkter Zusammenhang zwischen Darmflora und Multipler Sklerose nachgewiesen. Menschen mit MS weisen demnach ein anderes Mikrobiom auf als Gesunde.

Schlechte Darmbakterien werden oft mit Beschwerden wie Verstopfung, vermehrter Gasbildung und Diarrhö in Verbindung gebracht. Forscher ergänzen nun, dass ein Überschuss schlechter bzw. ein Mangel guter Darmbakterien ebenso in einem direkten Zusammenhang mit Multipler Sklerose stehen könnte.

„Jeder Mensch trägt Trillionen von Bakterien in seinem Darm (Mikrobiom) und jüngste Erkenntnisse der Forschung zeigen, dass diese kleinen Passagiere eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gesundheit des gesamten Körpers darstellen“, sagt Ashutosh Mangalam, Assistenzprofessor der Pathologie an der University of Iowa Carver College of Medicine.

Da die Bakterien als gesundheitsfördernd gelten, fragten sich Mangalam und seine Kollegen, ob Menschen mit einer chronischen Autoimmunerkrankung wie Multipler Sklerose dann nicht ein anderes Mikrobiom aufweisen müssten als gesunde Menschen. In einer Studie, die online im Scientific Reports veröffentlicht wurde, wurde diese Annahme nun von dem Forscherteam bestätigt.

Verändertes Mikrobiom bei MS Patienten

„Obwohl wir gerade erst mit der Studie begonnen haben, deuten die Daten darauf hin, dass Patienten mit MS reduzierte Mengen an guten Darmbakterien aufweisen, die gesundheitliche Vorteile für den gesamten Körper haben und durch den Verzehr gesunder Nahrung wie Sojabohnen und Leinsamen gewonnen werden können“, sagt Mangalam, der auch Senior Autor der Studie ist.

Forscher der Mayo Clinic in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota führten zuvor Analysen des Mikrobioms in Stuhlproben von MS-Patienten sowie von gesunden Kontrollpersonen durch. „Wir haben bestimmte Bakterien identifiziert, die verglichen mit den gesunden Probanden erhöht oder reduziert im Darm der MS-Patienten vorzufinden waren“, sagt Mangalam. Es sei eine weitere Erforschung notwendig, um die Ergebnisse auf die Bevölkerung übertragen zu können.

Originalpublikation:

Multiple sclerosis patients have a distinct gut microbiota compared to healthy controls
Ashutosh Mangan et. al; Scientific Reports, doi: 10.1038/srep28484, 2016

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3 Kommentare:

TanjA
TanjA

Ich kann auch nur bestätigen, dass eine gesunde Darmflora sich auf das ganzheitliche Wohlbefinden auswirkt. Ich habe nämlich manchmal große Probleme auf der Toilette, mein Geschäft vollständig zu erledigen. Ich habe schon einige Stunde auf der Toilette verbracht und das gewünschte Ergebnis konnte mit der 90 Grad Stellung einfach nicht erreicht werden. Seit ich einen Toilettenhocker für meine regelmäßige Darmentleerung verwende, klappt es erstaunlich gut. Die Hocke ist einfach die ganz natürliche sowie ursprüngliche Sitzhaltung. Mit der Hocke lassen sich zudem einige Darmkrankheiten wirksam behandeln.

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alte Weisheit aus Japan: 100 Krankheiten wohnen im Darm.
Drastischer aus Deutschland: der Tod wohnt im Darm.

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Dr. rer. nat. Mandy Laube
Dr. rer. nat. Mandy Laube

nun die gängigen MS-Medikamente nehmen ja auch einen großen Einfluss auf den Magen/Darmtrakt, daher ist fraglich was Ursache und Wirkung ist

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