Fracking: Gesund oder gesund gebetet?

7. Juli 2016
Teilen

Chemie-Cocktails fließen weiter in Gesteinsschichten, wenn auch mit Einschränkungen. Das ist der Kompromiss, zu dem sich der Bundestag jetzt durchgerungen hat. Auf gesundheitliche Risiken gehen Politiker nur am Rande ein. Dabei sind Krebsrisiken nur ein Teil der Wahrheit.

Am 24. Juni haben Union und Sozialdemokraten einen umstrittenen Gesetzesentwurf zum Fracking verabschiedet. Bei diesem Prozess gewinnen Konzerne Erdgas und Erdöl aus tiefen Gesteinsschichten. Sie pressen Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden, um undurchlässige Schichten zu perforieren. Die Regierung verbietet unkonventionelles Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel- oder Kohleflözgestein im kommerziellen Bereich. Konventionelle Lagerstätten auf Sandstein-Basis klammern Politiker jedoch aus. Oppositionsvertreter befürchten Verunreinigungen des Grundwassers mit Gefahr für die Gesundheit – nicht ohne Grund.

Kontroversen um Krebs

Im Landkreis Rotenburg an der Wümme, Niedersachsen, häufen sich seit einigen Jahren Krebserkrankungen, speziell in der Samtgemeinde Bothel. Dem Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen (EKN) zufolge sind zwischen 2003 und 2012 genau 41 Männer an Leukämien beziehungsweise Lymphomen erkrankt. Normal wären in diesem Zeitraum 21 Fälle zu erwarten gewesen, sagte Joachim Kieschke, ärztlicher Leiter der Registrierungsstelle des EKN in Rotenburg, gegenüber dem NDR. Er sprach von „statistisch deutlich erhöhten“ Zahlen.

In Rotenburg selbst liegt die Rate bei Männern jenseits der 60  rund 30 Prozent über dem Durchschnitt. Und in Kirchlinteln, Langwedel sowie in Sottrum sind es zehn Prozent. ExxonMobil fördert vor Ort Erdgas, teilweise auch per Fracking. Um politisch Druck zu machen, haben sich 200 Ärzte mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet. Sie fordern Geld für unabhängige Analysen – bekanntlich wird es nicht einfach, den Zusammenhang zu belegen oder zu widerlegen. Mittlerweile haben Behörden im Landkreis Bothel 8.000 Fragebögen verteilt, und 5.000 kamen ausgefüllt zurück.

„Leukämie und Lymphdrüsenkrebs sprechen jedenfalls sehr auf Benzole an, die bei den Bohrungen frei werden können“, vermutet der Umweltmediziner Dr. Matthias Bantz. Klar ist, dass Gordon J. Getzinger aus Durham, North Carolina, in der Umgebung von US-Fracking-Sites neben aliphatischen Kohlenwasserstoffen und Polyethoxylaten auch aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol und Toluol fand.

Spermien in Nöten

Mögliche Krebsrisiken sind nur ein Teil der Wahrheit. Susan Nagel aus Missouri, Columbia, hat 24 häufig beim Fracking eingesetzte Chemikalien hinsichtlich ihrer biologischen Wirkung untersucht. Fast alle wirkten im Testsystem als endokrine Disruptoren. Sie interagierten unter anderem mit Rezeptoren für Östrogene, Androgene, Progesteron, Glukokortikoide und Schilddrüsenhormone.

Daraufhin bestimmte Nagel die Konzentration dieser Chemikalien in Fracking-Abwässern aus Colorado. Erhielten männliche Mäuse einen Cocktail mit Substanzen in der gleichen Konzentration, verminderte sich die Zahl an Spermien. Gleichzeitig vergrößerten sich die Hoden, und es wurde mehr Testosteron produziert. Ihre Befunde interpretiert die Forscherin als Warnung, dass Abwässer in Fracking-Regionen speziell die Zeugungsfähigkeit von Männern beeinträchtigen könnten, kann aber keine präzisen Angaben machen. Daten aus epidemiologischen Studien liegen nicht vor, und Experimente aus Tieren lassen sich nur bedingt auf Menschen übertragen.

Problematische Schwangerschaft

Ähnlich diffus fällt eine Studie zu Komplikationen während der Schwangerschaft aus. Brian S. Schwartz und Kollegen aus Baltimore haben für ihre Arbeit Daten von knapp 9.400 werdenden Müttern aus dem Norden Pennsylvanias analysiert. Ihre Studie lief von Anfang 2009 bis Anfang 2013. Regierungsinformationen zufolge gab es im Bundesstaat vor zehn Jahren lediglich 100 Fracking-Bohrstellen, heute sind es mehr als 8.000. Schwartz fand heraus, dass Schwangere in der Nähe großer Bohrstellen ein um 40 Prozent höheres Risiko für Frühgeburten hatten. Auch hier bleiben Forscher ratlos. „Wir wissen nicht genau, auf welche Weise die Gasförderung mit den Frühgeburten zusammenhängt, aber ein Zusammenhang ist eindeutig da“, räumt Brian Schwartz ein. Er denkt weniger an Chemikalien als an Stress durch höheres Verkehrsaufkommen.

Keine heile Haut

Meredith H. Stowe aus New Haven, Connecticut, hat Hautreizungen und Beschwerden der oberen Atemwege untersucht. Ihr ist es zwar gelungen, per Fragebogen Assoziationen zu ermitteln. 39 Prozent aller Interviewten, die  weniger als einen Kilometer von Fracking-Bohrstellen entfernt lebten, hatten mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen. In zwei Kilometern Entfernung klagten noch 18 Prozent über die Atemnot und brennende Augen. Hautreizungen traten bei 13 Prozent (Zwei-Kilometer-Zone) auf, verglichen mit drei Prozent, die weiter entfernt lebten. Auch diese Arbeit hat methodische Schwächen. Alle Teilnehmer mussten selbst Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen; ärztliche Untersuchungen gab es nicht. Wie schwer ihre Erkrankungen tatsächlich waren und ob andere Ursachen denkbar wären, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen.

Einflussnahme auf allen Ebenen

Die wissenschaftlich unbefriedigende Situation hat mehrere Gründe: Mineralölkonzerne versuchen, störende Einflüsse zu beseitigen. Beispielsweise hat Chevron (damals Texaco) Patente für Direkt-Auflade-Batterien gekauft, um Elektroautos auszubremsen. Und über Stiftungsprofessuren machen sich etliche Unternehmen Hochschulen gefügig.

Viel schwerwiegender ist die weltweite Einflussnahme auf Politiker. Hier reicht das Spektrum vom Versprechen, neue Arbeitsplätzen in strukturschwachen Regionen zu schaffen, bis hin zu Parteispenden. Letztlich wäre es Aufgabe von Regierungen, den Einsatz von Chemikalien zu erforschen, aber auch zu reglementieren. Hier bestehen große Informationsdefizite. Um Fracfluide individuell anzumischen, stehen bis zu 1.000 Substanzen zur Verfügung. Die genaue Zusammensetzung bleibt ein Firmengeheimnis – Inhaltsstoffe unter 0,1 Prozent des Gesamtvolumens müssen in vielen Ländern nicht deklariert werden. Durch Hitze und hohe Drücke kommt es im Bohrloch zu weiteren Reaktionen – mit bislang unbekanntem Ergebnis. Ein weiteres Problem: Je nach Gesteinsschicht gelangen mit dem Spülwasser unerwünschte Stoffe ans Tageslicht. Beispielsweise enthält schwarzer Schiefer neben organischem Material auch Schwermetalle und radioaktive Nuklide.

Ein kleiner Schritt

Zurück nach Deutschland. Gesundheitliche Aspekte thematisiern Regierungsvertreter im Gesetz nur ansatzweise. „Nach meiner Lesart wird für neue Genehmigungen verpflichtend eine Umweltverträglichkeitsprüfung eingeführt und es werden bestimmte Schutzgebiete ausgenommen“, sagt Dr. Martin Elsner vom Institut für Gewässerökologie, Helmholtz Zentrum München. „Bestehende Genehmigungen sind nach meiner Lesart davon allerdings nicht betroffen.“

96 Wertungen (4.32 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

19 Kommentare:

Heilpraktikerin

@#16 Fr. Grigat:
Sie sprechen da einen sehr interessanten Aspekt an mit dem pH-Wert des Leitungswassers und der Wirkung auf Kupferrohre. Können Sie mir Quellen nennen, wo ich mich näher darüber informieren kann?
Im Labor, in dem ich meine Blutanalysen vornehmen lasse, ist allerdings auch bekannt, was ich häufig beobachte: Bei Frauen, die Kontrazeptiva einnehmen, steigt der Kupferwert im Blut an. Kupfer ist ein Entzündungsmarker und auch Stress setzt Kupfer aus den Zellen frei.

#19 |
  0
Medizinjournalist

Diese Salami-Scheibe ist nichts anderes als ein erster Schritt in Richtung “mehr”. Er soll jetzt als Kompromiss das dumme Volk weiter verdummen und verarschen und – vor allen Dingen – ruhig halten. Unsere Politik muss/will einer starken Lobby Rechnung tragen und sendet jetzt nach beiden Seiten Signale. Erst mal sind beide Lager zufrieden. Später wird nur noch ein Lager zufrieden sein. Aber sicher nicht jenes des “dummen Volkes”. Aber jenes dummer Tierärzte, für die Chemie keinesfalls karzinogen ist?

#18 |
  0
Gast
Gast

Das eine Problem des atomaren Mülls ist noch nicht gelöst, schon schaffen wir ein Neues. Deutschland ist in der Flächen zu klein für solche Experimente, wir können keine Landschaft einfach brach liegen lassen, wie in der USA, wenn die Sache schief geht und wir haben die Verantwortung für kommende Generationen eine lebensfähige Welt zu hinterlassen. Wirtschaft hat nur ein Interesse:” Ausbeutung ”
und zurückgeben ist nicht angesagt .Nun vielleicht leben die Lobbyisten und deren Kinder auf einem anderen Planeten.
Unsere Natur hat die Obergrenze der Belastbarkeit erreicht, siehe Erderwärmung. Grundwasserverseuchung mit Schweinegülle in Bayern, Autoabgasüberschreitungen VW, Glyphosat usw.
Deshalb brauchen wir einen starken Gegenpol von Menschen, die für unser Überleben kämpfen.
Unsere Natur ist schon längst aus dem Gleichgewicht geraten.

#17 |
  0
Michaela Grigat
Michaela Grigat

Mal ein einfaches Beispiel für die ewigen Skeptiker: Gehen wir einfach einen Schritt zurück und denken an die Zeit des “Sauren Regens”. Wo sind die die Stoffe hin, die damals die Bäume zerstörten? Sie kommen jetzt aus unserem Wasserhahn! Egal wo wir in Brandenburg und Sachsen das “Trinkwasser” mit einem einfachen pH-Test (Aquaristikbedarf) untersucht haben: nirgendwo hatte das Wasser 7,5 pH, wie es für den Organismus am Besten wäre. Wir fanden stets saure Werte, bis runter auf 5,5 und 5,8 pH. Die Wasserinstallateure beobachten diese Entwicklung seit Jahrzehnten (ab 6,8 pH dürfen nämlich (eigentlich) keine Kupferleitungen mehr verlegt werden, sondern Plastikleitungen. Vielleicht ein Grund warum bei deutschen Frauen in der Haarmineralanalyse häufig zu hohe Kupferwerte nachgewiesen werden?
Jedenfalls kommt das Zeug – und zwar egal welches wieder zurück – und wir, unsere Kinder und alle Lebewesen, die diesen Planeten mit uns teilen, haben das auszubaden.

#16 |
  0
Angela Leyrat
Angela Leyrat

Unsere “lieben” Politiker, oder sollte man besser Lobbyisten sagen? Nein besser wäre zu sagen, die Politiker sind die Sklaven der Lobbyisten. Ihr Job ist es die Bevölkerung mit anderen Themen abzulenken, in der Hoffnung, dass das Volk nichts merkt, nicht meutert… Hoffen kann man nur, dass diese Strategie immer weniger akzeptiert wird.

Nicht jammern – aktiv werden:

https://www.bund.net/aktiv_werden/aktionen/fracking_stoppen/

https://www.campact.de/fracking/

Noch mehr Info:

Rettet #Schwedeneck! Keine Ölförderung im geschützten Küstengebiet der Eckernförder Bucht.
von Prof. Dr. Linda Maria Koldau · 83.485 Unterstützer/innen
NEUIGKEIT ZUR PETITION

Herr „Umwelt“-Minister Habeck: Uns Bürgern reicht es!

Prof. Dr. Linda Maria Koldau
Schwedeneck, Deutschland

7. JULI 2016 — Umweltminister Dr. Robert Habeck hat gestern verkündet, dass Schleswig-Holstein sich am Freitag nicht daran beteiligen wird, das umstrittene Fracking-Gesetz der Großen Koalition in den Vermittlungsausschuss des Bundesrats zu schicken. Aus Sicht von Minister Habeck reicht das Verbot des Frackings in „unkonventionellen“ Lagerstätten aus, um das Land vor Fracking zu schützen. Aufgrund der geologischen Bedingungen in Schleswig-Holstein bestehe – so der Minister – keine Gefahr, dass unter dem neuen Gesetz gefrackt würde.

Habeck hat 2013 in seiner Doppelrolle als Umweltminister und oberste Fachaufsicht des länderübergreifenden Bergamts (LBEG) mehreren Ölkonzernen die Genehmigung erteilt, in Gebieten, die insgesamt ein Drittel der Landesfläche Schleswig-Holsteins ausmachen, nach Öl zu suchen oder es zu fördern. Man sollte meinen, dass er sich deswegen mit den geologischen Bedingungen in Schleswig-Holstein auskennen würde, die er im Hinblick auf das neue Fracking-Gesetz ja als unproblematisch bezeichnet.
Auf die gestrige Frage des Landtagsabgeordneten Dr. Patrick Breyer, in welchem Gestein denn diese Firmen nach Öl suchen, antwortete der Minister: „Das weiß ich nicht.“

Offensichtlich ist dem Minister also nicht bekannt, dass diejenigen Gebiete in Schleswig-Holstein, in denen eine Ölförderung nunmehr unmittelbar droht, zu den sogenannten „konventionellen“ Lagerstätten zählen – und dafür hat die Bundesregierung gerade eine Freikarte zum Fracking erteilt.
Minister Habeck zufolge ist das völlig in Ordnung – er jedenfalls erhebt gegen das Gesetz (gegen das alle seine dort anwesenden grünen Parteifreunde im Bundestag gestimmt haben) keinerlei Einspruch.

Als Umweltminister des Bundeslandes Schleswig-Holstein schien Minister Habeck bei der heutigen Diskussion nicht darüber informiert, dass in den Fördergebieten Schwedeneck, Waabs und Plön bereits früher vielfach gefrackt worden ist (https://landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/0400/drucksache-18-0457.pdf). Auf ausdrückliche Rückfrage hin wurde das dann doch eingestanden – aber plötzlich hieß es, die Technologie habe sich ja inzwischen geändert, heute sei Fracking für das Ausschöpfen der Restvorkommen gar nicht mehr nötig.

Wie lange sollen wir Bürger noch für dumm verkauft werden?

Die Bundesregierung verabschiedet ein Fracking-Gesetz, das Fracking in Schleswig-Holsteins Lagerstätten ausdrücklich zulässt. Geschützte, hochsensitive Naturgebiete sind von „Umwelt“-Minister Habeck bereits der Ölaufsuche (und damit der klar intendierten Ölförderung) preisgegeben worden. Die DEA hat schriftlich erklärt, dass sie nicht fracken will – im klaren Bewusstsein, dass eine solche Erklärung juristisch keinerlei Wert hat. Im Betriebsstättenantrag Sterup dagegen sind für die erzwungene Herausgabe der Akten Sätze unkenntlich gemacht worden, die auf eine Fracking-Absicht der Firma Central Anglia hinweisen. Denn neben der Erdölförderung im Sandstein soll ausdrücklich auch in Kalksteinschichten gesucht werden, aus denen nur mittels Fracking Erdöl gewonnen werden kann.

Für wie dumm halten Politiker und ihre Behörden uns Bürger eigentlich?
Und: Wollen tatsächlich die Grünen, dass sie ein solcher „Umwelt“-Minister – zurzeit Kandidat für die Urwahl der Grünen – in Zukunft als Spitzenpolitiker auf Bundesebene repräsentiert? Wir können das nicht glauben und wollen es jedenfalls nicht!

Übrigens: Mit den 100 Bohrschlammgruben in Schleswig-Holstein geht der Umweltminister genauso nonchalant um. Unten finden Sie dazu eine aktuelle Pressemeldung, die alles sagt.
Wir Bürger sind gezwungen, mit unserem Auto jedes Jahr zum TÜV zu gehen, um zu prüfen, dass das Fahrzeug keine Gefahr für uns und unsere Umwelt wird. Mit den Bohrschlammgruben liegt bereits eine klar identifizierte Zeitbombe vor – aber Umweltminister Habeck verschließt die Augen und weigert sich, die konkrete Gefahr, die von diesen Bohrschlammgruben ausgeht, zu untersuchen und zu unterbinden. Stattdessen dürfen Ölfirmen in Gebieten, wo diese Zeitbomben ticken, Untersuchungen anstellen – und, wie gemäß der bisherigen Politik zu erwarten ist, in Kürze dann auch Öl fördern.

Uns Bürgern reicht es – das hier ist keine Politik mehr, denn Politik bedeutet Verantwortung. Stattdessen sollte man lieber von Verrat reden – Verrat an der Umwelt und somit an den grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung.

Prof. Dr. Linda Maria Koldau
1. Sprecherin der Bürgerinitiative „Hände weg von Schwedeneck“

Pressemeldung der PIRATEN
(derzeit die einzige Partei im schleswig-holsteinischen Landtag, die es wagt, den Umweltsünden der Regierung auf den Zahn zu fühlen)

„Patrick Breyer zu giftigem Bohrschlamm: Mit Intransparenz und Scheuklappen schützt man unser Wasser nicht“

Schleswig-Holsteins grüner Umweltminister Habeck berichtete heute dem Umweltausschuss des Landtags, dass das angekündigte Gutachten zur Prüfung von 100 Standorten potenziell giftigen Öl- und Bohrschlamms aus der Erdölförderung in Schleswig-Holstein erst in einem halben Jahr vorliegen soll. Altbohrungen soll der Gutachter nicht prüfen.

Nach Informationen der PIRATEN soll der Gutachter die Ablagerungen zudem nur lokalisieren, ohne ihre Gefahren zu untersuchen. Auch soll nur an vorher festgelegten Verdachtsorten gesucht werden, ohne die Bevölkerung zur Meldung noch unbekannter Altflächen aufzurufen.

Das Umweltministerium will nach uns vorliegenden Informationen hinter verschlossenen Türen ein Gespräch mit dem Gutachter und den Erdölkonzernen führen. Außerdem ist ein Erfahrungsaustausch mit dem niedersächsischen Umweltministerium geführt, wo schon seit langem systematisch nach giftigem Bohrschlamm aus der Erdölförderung gesucht wird.

Der Abgeordnete Patrick Breyer (PIRATEN): “Mit Intransparenz und Scheuklappen schützt man unser Wasser nicht! Bis heute werden die potenziell vergifteten Flächen geheim gehalten – selbst wo sie in Trinkwassereinzugsgebieten liegen. Vielfach werden nicht einmal die Eigentümer informiert. Anders als in Niedersachsen wird die Bevölkerung auch nicht aufgerufen, Hinweise auf noch unbekannte Altdeponien zu geben. Und bei den über 1.000 Altbohrungen wird weggesehen.
Umweltminister Habeck verharmlost die Risiken und wiegt die Bürger in falscher Sicherheit. Die Erdöl-Bohrschlämme vergiften unser Wasser jetzt noch nicht, aber das kann sich jederzeit ändern, und dann ist es zu spät. Schadstoffe bahnen sich nach und nach ihren Weg zu unserem Grundwasser, aus dem sich unser Trinkwasser speist. Das giftige Erbe der Ölförderung, die Umweltminister Habeck ernsthaft ‘vergleichsweise umweltverträglich’ nennt, ist bis heute völlig ungeklärt.”

©2016, Change.org, Inc.Zertifizierte B-Corporation

#15 |
  0

Warum steht das so nicht in der Lokalpresse? Die Ein- und Anwohner der Kaiserbäder auf der Insel Usedom wären dann etwas schlauer,

#14 |
  0
Karin Peters
Karin Peters

So machen wir den Planeten frei für Computerwesen. Wollen wir das wirklich?
Jetzt ist noch Zeit der Vergiftung unseres Lebensraumes Einhalt zu gebieten. Wie lange noch? Beseitigen wir lieber die, die unvernünftig sind.

#13 |
  0
Claudia Sengenberger
Claudia Sengenberger

Wie realitätsfern muss man eigentlich sein, um zu begreifen, dass sich Flüssigkeiten, und vor allem giftige, nicht an einem Platz aufhalten, sondern mit der Zeit ausbreiten. Wir sehen nicht, was wir für die nächsten Generationen hinterlassen. Eine Erde, die nicht nur mit Glyphosat verseucht ist sondern nun auch in der Erde, die einen Teil unserer Grundwasservorräte in sich trägt und vor allem die unsere Nahrungsmittel wachsen lässt, so nach und nach verseucht wird. Wir versuchen Krankheiten, wie Krebs zu heilen, schaffen aber immer neue Voraussetzungen dafür, dass der Krebs und andere Krankheiten nie ausstierbt. Ich hoffe, dass bei allen Regenwaldrodungen, Frackingdiskussionen, die zunehmende Luftverschmutzung in China,…. und was uns Menschen noch so alles einfällt, um uns unsere Lebensgrundlage Luft und Wasser zu vergiften endlich Menschen aufwachen und sehen, dass wir so nicht weitermachen können. Irgendwann sitzen wir auf einem mächtigen Giftkocktail und wundern uns, warum es uns immer schlechter geht. Wacht endlich auf und tut was dafür, dass unser Lebensraum erhalten bleibt und wir uns und unseren Kindern unseren Planeten so erhalten, dass ein Leben darauf in absehbarer Zeit und in Zukunft noch möglich ist.

#12 |
  1
Jörg Bindewald
Jörg Bindewald

Wann begreifen manche Menschen endlich, dass das Einbringen von giftigen Substanzen in die Erde zwangsläufig eine Vergiftung unseres Lebensraums bedeutet?

#11 |
  1
Angela Leyrat
Angela Leyrat
#10 |
  2
Battenbrook
Battenbrook

In den von Krebshäufung ( und anderen Erkrankungen) betroffene Gasfeldern der niedersächsischen Region Rotenburg (Wümme) ist das größere Problem die gigantische Menge an Stoffen und hochsalzigen Formationswassern, die mit dem Gas zutage treten. Zwar wurde hier in den vergangenen jahrzehnten bereits vielfach “gefrackt”, jedoch tritt mit dem Gas Salzwasser, Quecksilber, Benzol und anderes aus dem Untergrund zutage. Die Gesamtmenge an Benzol, das aus dem Anlagensystem diffundierte wird von ExxonMobil (Umweltbericht) mit errechneten 47 Tonnen angegeben, diesen Stoffen waren die Anwohner im Laufe der jahrzehnte ausgesetzt, die Erkrankungen treten mit Zeitverzögerung auf. Ebenso ist Quecksilber ein hochgiftiges Nebenprodukt der neuerdings “konventionell” genannten Gasförderung aus ca. 5.000 m Tiefe – in Niedersachsen ca. 20 Tonnen jährlich. Hier eine Karte, die dies veranschaulicht: “Gasindustrie und Krebscluster” https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1hu8G7jrQ1GVNTBseo88ZMYATo0M&hl=en_US

#9 |
  2
Mitarbeiter Industrie

Es geht doch um Geld. Die, denen es zugute kommt, befürworten Fracking, die anderen üben sich in Empörung. Eine recht wertfreie Schilderung der Vorgänge steht unter z.B. http://www.lerntippsammlung.de/Fracking.html.

#8 |
  1
Helmut Wronna Heilpraktiker
Helmut Wronna Heilpraktiker

Der Ausstieg aus der Atomenergie wurde mit Zustimmung fast aller Parteien in windeseile umgesetzt. Die neuen Methoden der Energiegewinnung wie z.B. das Fracking bringen beinah noch mehr Unheil. Völlig unverständlich ist aus meiner Sicht die Haltung der Politik. Sie unternimmt zu wenig, um Gefahren der Bevölkerung die in der Nähe dieser Anlagen wohnen zu vermeiden. Wenn man vergleicht wie hoch die sicherheitstechnischen Auflagen in der Atomenergie sind oder waren, haben die Firmen die mit den neuen Energiegewinnungsverfahren arbeiten fast Narrenfreiheit. Als betroffener befürworte ich solch bedenkliche Energiegewinnung niemals.
Wir haben nur eine Erde, sie mit diesen Methoden zu verseuchen ist der falsche Weg. Weniger von dieser aufrechtgehenden Affenart – genannt Mensch – auf dieser Erde wäre ein gutes Ziel. Dann könnten wir auf solche Maßnahmen in jeder Hinsicht verzichten. Denn keine Kreatur vor uns hat diesen einst wunderschönen Planeten so geschädigt wie wir selbst.

#7 |
  6
Mitarbeiter Industrie

Der brennende Wasserhahn aus der Gasland Fiction hat wohl wieder zugeschlagen ?! Fracking wurde und wird in Deutschland sowohl für alternative Energiegewinnung wie Geothermie (laut Technology Review Juli 2011 alleine im Jahr 2008 ca. 50000 mal angewendet, 2011 aktuelle Projekte wie GeneSys Hannover) als auch für die Nachexploration alter Öl und Gasfelder und auch für die Gasförderung in Niedersachsen seit ca. 60 Jahren eingesetzt. Im Fazit einer großen Untersuchung in den USA “Impact of Shale Gas Development on Regional Water Quality” R. Vidic et al., Science 340, 1235009 (2013). DOI: 10.1126/science.1235009 heißt es “Since the advent of hydraulic fracturing, more than 1million hydraulic fracturing treatments have been conducted, with perhaps only one documented case of direct groundwater pollution resulting from injection of hydraulic fracturing chemicals used for shale gas extraction”. Da Schiefergas auch natürlich an die Oberfläche tritt (Oracel von Delphi) muß man bei der Bewertung solcher “Studien” und “Zusammenhänge” sehr vorsichtigt sein und sollte sich vielleicht erstmal über Herbizidverseuchte Bahndämme, Kölner Kerosin Raffinerien oder auslaufende und ausgasende Biogasanlagen in Deutschland Gedanken machen. Krebscluster mußten schon für so ziemlich alles herhalten vom AKW Krümel/Hamm Uentrop über Biogasanlagen und neuerlich für Glyphosatgefahren oder die Infraschallgefährdung durch die Windkraftindustrie…..Man kann natürlich den Kopf in den Sand stecken und darauf warten, daß die Nachbarländer (NL, Poland) unter unseren Füßen explorieren und hoffen, daß die USA umweltfreundlichere Frackingflüssigkeiten entwickeln…

#6 |
  12
Nichtmedizinische Berufe

Fracking setzt unbestrittenermassen hochgiftige Substanzen ins Wasser frei. Denn die Natur macht keinen Unterschied zwischen gewöhnlichem Wasser und Trinkwasser; früher oder später wird alles Wasser Trinkwasser. Aber solange wir uns von Kohlekraftwerken verseuchen lassen und Fahrzeugabgase täglich tief einatmen, erscheint Fracking relativ gesehen schon fast gesund.

#5 |
  16
Dr. med. Michael Bentler
Dr. med. Michael Bentler

@ Dr.med. Thomas Fix
Empfehle dringend Informationsnachschub bevor Sie so einen Quatsch von sich geben. Genauer Lesen wäre auch eine Maßnahme
Christiane Heinold

#4 |
  9
Stefan Kaa
Stefan Kaa

@ Dr. med. Thomas Fix?
Kann es sein, dass Sie “Fix und Fertig” sind?
Selten so einen quatsch gelesen.

#3 |
  7
Andreas Ekkert
Andreas Ekkert

Diese Seifenblase in USA schon längst kaputt. Nur uns erklärt mann, das Fracking was gutes und günstiges ist.

#2 |
  5

Unhaltbare Behauptungen, denn Fracking findet in nicht Grundwasser führenden Schichten statt. Witerhin wird das Verfahren seit über 50 Jahren betrieben.

#1 |
  31


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: