Grundlage für neuen Impfstoff geschaffen

5. Juni 2013
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Möglichst preisgünstig, effektiv und leicht zu verabreichen - wesentliche Anforderungen an moderne Impfstoffe. Eine Erfindung von Forschern erfüllt diese Kriterien. Die Immunisierung gegen Atemwegserkrankungen bei Mensch und Tier ist zum Patent angemeldet.

Bestimmte Gruppen von krankheitserregenden Bakterien verfügen über eine zweite äußere Zellmembran, die abgestoßen werden kann. Dieses so genannten Außenmembranvesikel – kurz OMV – ist das Faksimile des lebenden Bakteriums. „OMVs besitzen exakt die Antigene in der natürlichen Anordnung und sind daher als Impfstoff perfekt geeignet“, erklärt Assoz.Univ.-Prof. Dr. Stefan Schild, einer der führend Projektbeteiligten. Menschen und Tiere produzieren also Antikörper und Gedächtniszellen, ohne zu erkranken. Dem Biowissenschafter gelang es, unter anderem die abgestoßenen Membranen von Erregern von Atemwegserkrankungen zu isolieren und für weitere Anwendungen bereitzustellen. „Konkret handelt es sich um Stämme der Pasteurellaceae, die zum Beispiel Rindergrippe, Geflügelcholera oder beim Menschen Erkrankungen der oberen Atemwege auslösen“, präzisiert Schild.

Bis dato musste bei betroffenen Tierfarmen in der Regel der gesamte Bestand getötet werden, Menschen konnten nur mit Antibiotika behandelt werden. „Das erhöht aber die Gefahr von Resistenzen signifikant“, ergänzt Joachim Reidl. Besonders bei Leuten, die etwa an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD leiden, wird dies zunehmend zum Problem. Da aber die einzelnen Stämme der Pasteurellaceae so unterschiedlich sind, konnte bislang noch kein wirksamer Impfstoff gefunden werden. Eine Behandlung mit OMVs bietet allerdings – so die überraschende Entdeckung des Grazer Forscherteams – umfassenden Schutz gegen verschiedene Erreger derselben Spezies. Ein weiterer enormer Vorteil des neuen Vakzins ist seine Haltbarkeit. „OMVs müssen zudem nicht gekühlt werden, was die Kosten reduziert und den Einsatz in Entwicklungsländern ungemein erleichtert“, betont Reidl. Außerdem kann der Impfstoff oral oder intranasal verabreicht werden. „Diese Methode ist nicht nur für Menschen wesentlich angenehmer, auch LandwirtInnen können das Mittel selbst anwenden – eine zusätzliche Ersparnis“, so Schild.

Originalpublikationen:

Immunogenicity of Pasteurella multocida and Mannheimia haemolytica outer membrane vesicles
Stefan Schild et al.;  IJMM, doi: 10.1016/j.ijmm.2013.05.001; 2013

Lipopolysaccharide-modifications of a cholera vaccine candidate based on outer membrane vesicles reduce the endotoxicity and reveal the major protective antigen
Stefan Schild et al.; Infect Immun., 2013

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Forschung, Medizin

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2 Kommentare:

Tierarzt

Wohl schon, aber die (Landwirte) können einen solchen Impfstoff einfach ihren Tieren applizieren. Es geht hier wie oben beschrieben auch um Rindergrippe und andere seuchenhaft verlaufende Erkrankungen in Tierbeständen. Die erfordern zwar nicht unbedingt die Keulung des Bestandes aber einen hohen Antibiotikaeinsatz um das Leben der Tiere zu retten.

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Sind LandwirtInnen keine Menschen?

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