Statistik: Zu 10% liegen Sie 50% falsch

14. April 2011
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Zahlen sind tückisch - vor allem in der Medizin. Denn je nach Interesse können sie Hoffnung verbreiten oder Ängste schüren. Im mathematischen Dschungel absoluter und relativer Risikowahrscheinlichkeiten geht auch so mancher Arzt verloren.

Schon der Britische Premier-Minister Benjamin Disraeli sagte vor mehr als hundert Jahren: „Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, infame Lügen und Statistiken.“ Dass Statistiken zu falschen Erwarten führen können, zeigt nun auch ein neues Cochrane-Review.

Dabei geht es vor allem um drei Darstellungsformen, die sich gut an einem sehr bekannten Beispiel aufzeigen lassen: Dem Nutzen der Brustkrebsvorsorge. Immer wieder wurde öffentlichkeitswirksam damit geworben, dass die Teilnahme an dem Mammografie-Screening das Sterberisiko von Frauen um 25 Prozent senkt. Einen ganz anderen Eindruck vermittelt diese Zahl: Die Teilnahme an dem Programm senkt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um 0,1 Prozent. Beide Zahlen sind richtig und stammen aus der gleichen Analyse. Denn von 1000 Frauen, die am Screening teilnehmen, sterben drei an Brustkrebs. Ohne die Untersuchung sind es Studien zufolge vier. Drei von vier, das ist eine relative Risikoreduktion von 25 Prozent, und eine absolute Reduktion von 0,1 Prozent. Die relativen Angaben sind um ein Vielfaches größer. Aber lassen sich die Patienten auch davon beeinflussen?

Risiko ist nicht gleich Risiko

Um das zu untersuchen, sichteten Dr. Elie Akl von der Universität Buffalo in New York und ihre Kollegen alle Studien, die sich mit dem Einfluss von Statistiken auf Ärzte und Patienten haben. Bei der Auswertung der Cochrane-Studie zeigte sich, dass wir die absolute Risikoreduktion besser verstehen als die relative Risikoreduktion. Die relativen Angaben sind allerdings deutlich überzeugender. “Menschen, denen Informationen anhand des relativen Risikos vermittelt werden, sind eher bereit, ein Medikament zu nehmen und eine Behandlung zu beginnen“, sagt Dr. Elie Akl

Doch nicht nur Patienten tun sich schwer damit, ihr Risiko mit diesen Zahlen realistisch einzuschätzen. Zu Beginn eines Fortbildungskurses über Risikokommunikation fragte der Direktor des Harding Zentrum für Risikokompetenz, Gerd Gigerenzer, vor einigen Jahren 150 Gynäkologen, was die 25-prozentige Risikoreduktion beim Brustkrebsscreening bedeute und wie viele der 1000 untersuchten Frauen weniger an Brustkrebs sterben. Die Befragten konnten sich in einer TED-Abfrage zwischen den Antworten 1, 25, 100 oder 250 entscheiden. Mehr als ein Drittel der Ärzte hat eine falsche Antwort gewählt. 16 Prozent tippte auf 25 Frauen, 15 waren sogar der Meinung, es sterben so 250 Frauen weniger. Genau diese Ärzte haben jahrelang ihre Patientinnen bei der Frage beraten, ob eine Mammografie für sie sinnvoll ist oder nicht.

Auch die Vorteile von anderen Vorsorgemaßnahmen werden aktiv verzerrt. Im März 2009 kam eine große europäische Studie zu dem Schluss, dass ein PSA-Screening von 1000 Männern die Anzahl derer, die an Prostatakrebs sterben, von 3,7 auf 3 reduziert. Viele Zeitungen titelten anschließend jedoch nicht mit diesen Zahlen, sondern mit der relativen Risikoreduktion von 20 Prozent. Nicht erwähnt wurde häufig auch, dass die Gesamtsterblichkeit, in der auch andere Todesursachen eingeschlossen wurden, nicht sank. Ebenso wenig wurde darüber aufgeklärt, dass durch das Screening 30 von 1000 Männern überdiagnostiziert wurden und mitunter Behandlungen erhielten, die sie nicht brauchten.

ELISA kostete Menschen Leben

Will ein Patient eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen, muss er jedoch alle Fakten kennen. Denn wird die Sicherheit einer Methode falsch kommuniziert, kann das dramatische Folgen haben. Im Jahre 1987 nahmen sich einige Blutspender das Leben, nachdem sie mit dem ELISA-Suchtest HIV-positiv getestet wurden. Die Spezifität und Sensitivität dieser Tests liegt zwar im Bereich von 99,5 Prozent. Doch unter den Millionen Blutspenden befinden sich wenig Menschen mit einer HIV-Infektion. Ohne Risikofaktoren sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei einem positiven Testergebnis so teilweise auf 50 Prozent. Zahlreiche Studien kamen anschließend zu dem Schluss, dass selbst viele Ärzte nicht um dieses Dilemma wissen und nicht in der Lage sind, aus den vorliegenden Statistiken des Risiko für ihren Patienten herauszulesen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich Mitte der Neunziger Jahre in Großbritannien. In Zeitungen und Magazinen warnten Experten vor der Antibabypille der dritten Generation. Sie erhöhe das Risiko für eine Thromboembolie um 100 Prozent. Viele verunsicherte Frauen beendeten sofort die Einnahmen der Pille. Die Folge der Pillenpanik: schätzungsweise 13.000 zusätzlichen Abtreibungen und 800 zusätzlichen Schwangerschaften bei unter 16-Jährigen. Die Kosten für das nationale Gesundheitssystem betrugen geschätzte 4 bis 6 Millionen britische Pfund. All das hätte vermieden werden können, wenn man das Problem mit realen Zahlen geschildert hätte. Denn bei den Antibabypillen der zweiten Generation erlitt eine von 7000 Frauen eine Thromboembolie. Bei der neuen Pillengeneration waren zwei betroffen. Das hätte die Frauen nicht so verängstigt.

Blind vor Zahlen

Diese Zahlenblindheit kann jedoch nicht nur den Ärzten angelastet werden. Das Lesen und Verstehen von Statistiken sowie die Risikokommunikation werden im Studium der Medizin vollkommen vernachlässigt und auch im Arztberuf kaum geschult.

Hinzu kommen medizinische Fachzeitschriften, deren Studien meist nicht alle wichtigen Zahlen nennen, sondern die Zahlen einsetzen, die ihr Ergebnis unterstreichen. Und so braucht es auch nicht zu verwundern, dass auch Pharmafirmen Statistiken für ihre Zwecke nutzen. In Informationsbroschüren für Ärzte lassen sie den Nutzen eines Medikaments möglichst groß aussehen und das Risiko von Nebenwirkungen verschwindend gering. Es ist eben ein Unterschied, ob in dem Infomaterial steht: Das relative Risiko mit dem Cholesterinsenker XY an einem Herzinfarkt zu sterben, sinkt um 22 Prozent. Oder: Das absolute Risiko sinkt um 0,9 Prozent. Der einzige Ausweg aus dieser Situation ist die gewissenhafte Schulung von Ärzten und Patienten, kritisch mit medizinischen Informationen umzugehen.

183 Wertungen (4.65 ø)

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24 Kommentare:

Dr. med. dent. Thomas Trautmann
Dr. med. dent. Thomas Trautmann

Wer einmal erlebt hat, wie sich Statistiker über die “richtige” Auswertung und Interpretation von Daten erlebt hat, wundert sich über gar nichts mehr. In Zeiten der evidenzbasierten Medizin tritt der patient als Individuum in den Hintergrund und Erfahrungen von Ärzten zählen auch fast nichts mehr.

#24 |
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Hans-Werner Steinberg
Hans-Werner Steinberg

@17 Gefährlich, gefährlich – ich hoffe doch, dass der Umkehrschluss hier nicht gilt, oder glaubst du etwa einer Statistik, die du selbst gefälscht hast?

Den Artikel insgesamt kann ich nur begrüßen

#23 |
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Dr Joachim Gartzke
Dr Joachim Gartzke

Der Graben war durschnittlich 60 cm tief und trotzdem ist die Kuh ersoffen. Soviel zur falschen Anwendung der Statistik

#22 |
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Anne-Katrin Klink
Anne-Katrin Klink

@19: Grundsätzlich haben Sie natürlich recht, dass jeder Abiturient ein gewisses Wissen über Statistik mit auf den Weg bekommt. Allerdings trifft man in der Schule wohl kaum auf statistische Darstellungen, die EIN erklärtes Ziel untermauern wollen. Für mich macht es absolut Sinn, nach der Schule noch zu lernen, wie man eine statistische Auswertung auf tendentiöse Darstellung und “Löcher” (also gezielte Ausklassungen) untersucht. Das ist dann Lernen fürs Leben.

#21 |
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Mitarbeiter Industrie

Vielen Dank für den guten Artikel. Egal in welchem Bereich, wenn Statistiken veröffentlicht und besprochen werden feheln oftmals die Basisdaten. Und die Erklärungen. Deshalb ist Transparenz so wichtig.

#20 |
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Der Artikel ist, bis auf die angesprochenen Fehler, sehr gut, legt er doch die Finger in die Wunde einer unzureichenden Ausbildung.
Die Stochastik (Wahrscheinlichkeitsrechnung) ist Thema im Mathematikunterricht der 11. oder 12. Jahrgangsstufe im Gymnasium.
Die dort gelehrten Zusammenhänge und Berechnungen sind Grundlage für viele Studiengänge in Naturwissenschaft und Technik ebenso wie in VWL und BWL.
Also sollte wer mit Abitur studiert in der Lage sein, Statistiken und mathematische Aussagen zu bewerten und einzuordnen.

Abgesehen davon ist Medizin zum einen Teil sicherlich naturwissenschaftlich geprägt, aber zum großen Teil als Erfahrungswissenschaft anzusehen.
Die Bestrebungen über Statistik, Aussagen zu generieren spricht dafür und die EbM-Bemühungen zeigen ebenfalls das Bemühen, den Erfahrungen einen naturwissenschaftlichen “Impuls” zu geben.

#19 |
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Diplompsychologe Axel Lohse
Diplompsychologe Axel Lohse

@ Beitrag 9, Herr Dr. Bayerl machen Sie es sich da nicht etwas einfach in ritterlicher Inschutznahme der Ängstlichen und Verteufelung der ‘Angstmacher’. Angst ist ein alltäglicher Begleiter eines jeden Menschen, nur wird er unterschiedlich wahr- und ernstgenommen. Der eigenen Angst nicht gebührend Aufmerksamkeit zu schenken, schränkt die Umgangsmöglichkeiten damit ein, manchmal bis zur Handlungsunfähigkeit. Sich den eigenen Ängsten zu stellen und Fähigkeiten zur Überwindung, nicht zur Vermeidung von Angst zu entwickeln, fördert soziale Kompetenz und schränkt manipulative Einflussnahme der ‘Angstmacher’ ein. Nicht die anderen sind für meine Angst und den Umgang damit verantwortlich! Wenn Sie so wollen, ist Kompetenz im Umgang mit Angst eine wichtige Größe um überhaupt überleben zu können. Ein angstfreies Leben, wie es in vielen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft angestrebt wird, wird eine Illusion bleiben und verführt eher dazu, sich nicht mit seinen Fähigkeiten zum Umgang mit dem Phänomen Angst auseinander zu setzen und sie verkümmern zu lassen. Oft bemerken wir diesen Prozess gar nicht. Werden wir in unserem Leben dann mit Sitautionen konfrontiert, die unsere Bewältigungskompetenz übersteigen, sind wir der Angst ausgeliefert. Spätestens das ist dann die große Chance für Angstmache(r). Wehret den Anfängen!

#18 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

“glaube keiner statistik, es sei denn du hast sie selber gefälscht!”

#17 |
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#16 |
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Dr. med Karen Awiszus
Dr. med Karen Awiszus

“…16 Prozent tippte auf 25 Frauen, 15 waren sogar der Meinung, es sterben so 250 Frauen weniger…”
15 Prozent oder 15 Ärzte?

#15 |
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Danke für diesen so mutigen wie nötigen Artikel.
Sollte bei jedem lediglich statistisch untermauerten Effekt einer Medikation beherzigt werdem.

#14 |
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Chris Heidenreich
Chris Heidenreich

Vielen Dank für den tollen Beitrag

#13 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Schiller hatte es als Professor für Geschichte in Jena schwer.
Das arme Herzogtum Sachsen-Weimar zahlte ihm kein Gehalt. Er
mußte von den Hörergebühren leben. Zuletzt saßen ihm nur noch
wenige Studenten zu Füßen. Einem On-dit zufolge sollen es dann
nur noch zwei gewesen sein davon einer sehr groß war.- Etwas gehässig zuletzt nach der Zahl seiner Hörer gefragt war seine Antwort: “Heute war die größere Hälfte meiner Studenten da!”
Hoffen wir, daß ü b e r die Hälfte, verehrte Frau Simon
aus Ihrem guten Beitrag heute gelernt hat. Ich nehme an, ein
gewaltiger Erfolg ist Ihnen statistisch sicher!

#12 |
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Dr. Erich Behrendt
Dr. Erich Behrendt

Ein sehr wichtiges Thema, was in dem Beitrag behandelt wird. Ich möchten einen Aspekt ergänzen: Mittelwertbetrachtungen bei Menschenkollektive sollten nicht einfach auf ein Individuum übertragen werden. Es kann sich schnell um einen statistischen (ökologischen) Fehlschluss handeln. Das Risiko kann durch bekannte Kontextmerkmalsausprägungen beim Patienten ganz anders beurteilt werden.

#11 |
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Medizinjournalistin

Herr Beluchin und Dr. Bertsch,
sie haben natürlich vollkommen recht. Es muss heißen: 0,1 Prozentpunkte. Vielen Dank für den Hinweis!

#10 |
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im übrigen muss man sagen:
nicht ELISA kostet Leben, oder Statistik, sondern ANGST,
und es gibt im Leben immer die Ängstlichen und schlimmer,
die ANGSTMACHER!
Das betreiben besonders in Deutschland viele mit Begeisterung, leider auch einige Ärzte, wie wir durch den Kernkraftwerkunfall gelernt haben.

#9 |
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Doktor Georg Dorn
Doktor Georg Dorn

Einfach erschütternd.

#8 |
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Ein interessanter Beitrag, der allerdings für “den Mensch als solchen” gilt, nicht nur für Ärzte.
Bei den Ärzten ist es allerdings besonders wichtig, da die Medizin nach wie vor (hoffe ich doch, liebe Kollegen) zur Naturwissenschaft gezählt wird. “Naturwissenschaft” fängt erst an mit Zahlen.
Andererseits darf man deshalb noch lange nicht zu “Komputer-gläubig” sein, die ganzen hoffnungsvollen angeblich lernfähigen Komputerdiagnosesysteme (“künstliche Intelligenz”) haben letztlich doch versagt, warum?
Der ERFAHRENE Arzt ist, z.T. durch das Training seines Unterbewusstseins selbst ein unschlagbares Komputer, der ein besseres “Feingefühl” für den Einzelfall mitbringt, als jeder Rechner. :-), jedenfalls auf dem Gebiet, mit dem er sich fast täglich beschäftigt.

#7 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

ich schließe mich Kommentar 1 an; wenngleich ich auch anmnerken möchte, dass es Prof. Gigerenzer ist, der seit Jahren predigt, mit den Patienten in absoluten Häufigkeiten zu sprechen. Aber dass der Bayes oder im Notfall auch ein Baumdiagramm nicht verwendet werden, um Wahrscheinlichkeiten mal kurz durchzugehen, und somit aufgelöste falsch-postiv befundete Patienten eine Erleichterung zu geben, habe ich nie verstanden und werde es auch nie verstehen. Man muss kein Matheprofi sein, um das mal schnell durchzugehen.

#6 |
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@2+3: Eigentlich belegt der Artikel (wenngliech sicher unfreiwillig) damit doch nur die eigene Aussage.
Solange im Studium Kommunikation und statitische Methoden derart stiefmütterlich oder gar nicht unterrichtet werden, bleibt leider alles beim alten.
Hier hilft nur eine deutliche Verbesserung der Lehre (quantitativ und qualitativ; Lehre hat ja praktisch keinen Stellenwert (Wie habe ich gelernt: “Wer lehrt geht leer aus” (wenn es um Professuren etc. geht)). Wir verschwenden wertvolle Zeit im Studium mit Homöpathiepflichtkursen und ähnlichem und vernachlässigen solche Kernkompetenzen.
Investitionen hier würden dem System und den Patienten mehr ersparen als die Gesundheitsreformen der letzten 10 Jahre zusammen.

#5 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Ich finde den Beitrag gerade in diesem Forum brilliant. Selbst im Studium der Pflegewissenschaft lernt man das. EbM bzw. EbN will gelernt sein!
Ich denke in Anbetracht des Wandels unseres Patientenklientels von den Gläubigern der “Götter in Weis” zu emanzipierten Patienten, die selbst über ihre Behandlung entscheiden möchten, steht das Empowerment des Patienten zu einer Entscheidungsfähigkeit an erster Stelle.
Sicher ist es eine Herausforderung EbM in diesem Sinne umzusetzen, doch anscheinend ist die erste Hürde noch nicht genommen. Diese besteht darin, dass sich sowohl Ärzte als auch Pflegende und andere Berufsgruppen zunächst selbst der Herausforderung stellen müssen, ihrer – vom Gemeinwesen vorausgesetzten – Verpflichtung, sich selbst auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zu halten, nachkommen müssen. Denn auch dazu muss man Studien lesen und verstehen können.
Die zweite Hürde ist die Übersetzung der, für den Patienten relevanten, Informationen für das Patientengespräch, denn immer noch ist es für die meisten Patienten unmöglich die Fachsprache der Mediziner zu verstehen. Wir alle müssen uns bewusst werden, dass wir unser Fachvokabular ganz automatisch benutzen und ein nickender Patient noch lange kein verstehender Patient ist.
Die dritte Hürde ist die, dem Patienten auf Basis der erwähnten kommunikativen und fachlichen Ebene die für ihn relevanten Zahlen so zu kommunizieren, dass sie der Wahrheit entprechen und auch für den Patienten einschätzbar und verstehbar sind.

#4 |
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Naturwissenschaftler

Herr Beluchin hat recht. Deshalb wird der aufklärende Zweck des Artikels gleich im ersten Absatz konterkarriert. “Die Teilnahme an dem Programm senkt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um ein Prozent.” hat noch einen weitern Fehler. Erst die Zehnerpotenz, dann ist “Prozent” auch der falsche Begriff.

Eine Tote von 1000 weniger ist ein Promille weniger, wie sich aus Herrn Beluchins Zahlen richtig ergibt! Das absolute Risiko wird weder um Prozente oder Promille gesenkt. Das wären nämlich die richtig angegebene 25 Prozent (relative)Reduktion. Absolut wird das Risiko um 0,1 Prozentpunkte reduziert. genauso wie bei Wahlen ein Rückgang des Stimmenanteils von beispielsweise 10 % auf 5 % eine Stimmenverlust von 5 Prozentpunkten und eben nicht von 5 % sondern 50 % ist.

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Jewgenij Beluchin
Jewgenij Beluchin

Vielleicht stehe ich gerade auf der Leitung, aber meiner Ansicht nach entsprechen 3 bzw. 4 von 1000 nur 0,3 bzw. 0,4 %, was den Unterschied demnach noch dramatischer darstellt.

#2 |
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Dr. Martin Kauer
Dr. Martin Kauer

DANKE!!!
Das musste endlich mal gesagt werden!!!

Kleine Anekdote am Rande:
Ich selbst wurde bereits 2 x nach Blutspenden mit Elisa falsch + HIV getestet! Da mir der Umstand bekannt war und ich mein eigenes Risiko auf gegen Null gehend einschätzen konnte, konnte ich seelenruhig den (-) Virustest abwarten. Da mein kreuzreagierender Antikörper auf Dauer wohl ein bisschen zu teuer für die Uni-Blutbank werden könnte (der Virustest kostet im vergleich zum Elisa-Antikörpertest etwa das 100-fache!), beschloss ich das Spenden einzustellen …

#1 |
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