Kernkraft: Die Iodid-Idiotie

21. Juni 2016
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Unrealistische Evakuierungspläne und Iodidtabletten für die Bevölkerung: Bei der Vorbereitung auf etwaige Ernstfälle wie etwa beim belgischen AKW Tihange sind Behörden schlecht aufgestellt. Viele Maßnahmen gehen über reinen Aktionismus nicht hinaus.

Das belgische Kernkraftwerk Tihange kommt nicht aus den Schlagzeilen. Aufgrund von Problemen mit einem Turbinenmotor ging es im Juni erneut vom Netz. Seit 2012 häufen sich die Pannen. Ende 2015 erlaubten belgische Atomaufsichtsbehörden den weiteren Betrieb trotz unzähliger Materialfehler in Reaktordruckbehältern.

„Höchste Sicherheitsanforderungen“

Deutschlands Politiker reagieren angesichts dieser Ignoranz mehr als empört. Rund 30 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl und fünf Jahre nach der Havarie von Fukushima lassen sich lebensbedrohliche Risiken der Kernenergie nicht mehr leugnen. Dass die Bundesregierung alle heimischen Kernkraftwerke bis 2022 abschalten will, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Bis zu diesem Zeitpunkt gehen von heimischen Anlagen ebenfalls gefahren aus. Pannenanfällige AKWs wie Tihange oder Doel nahe der Grenze machen die Sache nicht besser.

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AKWs in Deutschland und in grenznahen Regionen. UVP: Umweltverträglichkeitsprüfung, SUP: Strategische Umweltprüfung. © Umweltbundesamt Österreich

 

Belgische Behörden lehnten es ab, ihre Meiler bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. Die Kraftwerke erfüllten „höchste Sicherheitsanforderungen“. Da kein Gesetz des Nachbarlands verletzt wird, lässt sich wenig unternehmen. Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen fanden einen recht dünnen Ansatzpunkt. Sie beschwerten sich sowohl bei der EU-Kommission in Brüssel, als auch beim ESPOO Implementation Committee in Genf über fehlende grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen. Diese hätte Belgien angesichts der Grenznähe durchführen müssen, bevor die Laufzeit von Block 1 um zehn Jahre verlängert wurde. Jetzt fordert eine Allianz aus 80 Kommunen von der Europäischen Kommission sämtliche vorliegenden Informationen zu dem Reaktor. Aufgrund von zahllosen Rissen gelten Doel und Tihange in Deutschland als gefährlich. Doch was würde bei einem Störfall tatsächlich passieren?

Kleinteiliger Katastrophenschutz

„Der Katastrophenschutz bei einem AKW-Unfall mit Freisetzung radioaktiver Spaltprodukte ist veraltet und zu kleinräumig ausgelegt“, kritisierten die „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) bereits 2012. Wesentliche Punkte haben sich seither nicht geändert. Zwar unterscheidet die Strahlenschutzkommission (SSK) in ihren Rahmenempfehlungen zwischen einer Zentralzone (fünf Kilometer Radius um die kerntechnische Anlage), einer „Mittelzone“ (20 Kilometer) und einer „Außenzone“ (100 Kilometer). Die schwäbische Gemeinde Gundremmingen unweit des AKW Gundremmingen kommuniziert beispielsweise nur Aufnahmeräume bis zu einem Abstand von zehn Kilometern. Weitere Planungen enden nach dem Kilometer 25.

Die Verfrachtung radioaktiver Spaltprodukte endet nicht in diesem Bereich, schreiben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie. Mehr als 90 Prozent des freigesetzten Isotops Caesium-137 passieren die 50-Kilometer-Marke, und mehr als 50 Prozent legen sogar über 1.000 Kilometer zurück, bevor es zur Deposition kommt. „Das bedeutet, Unfälle haben großflächige, grenzüberschreitende Folgen“, schreibt der MPI-Forscher Johannes Lelieveld im Artikel.

Aktionismus aus der Pillenpackung

Ähnlich unglaubwürdig wie die aktuellen Sektoren sind Empfehlungen, „Notgepäck für sich und die Angehörigen für zwei bis drei Tage“ zusammenzustellen oder „Iodidtabletten zur Blockade der Schilddrüse bei staatlichen Stellen abholen“. Das Salz soll verhindern, dass radioaktives Iod-131 aufgenommen wird. Aachen lagerte alle Packungen zunächst im Klinikum am westlichen Stadtrand, Apotheken spielen keine Rolle. Hier hat sich der Gesetzgeber mit einem weiteren Musterbeispiel deutscher Bürokratie abgesichert: der Kaliumiodid-Verordnung.

Sollte es in Tihange zu einer Havarie kommen, rechnen Experten je nach Wetterlage bereits drei Stunden später mit Nukliden in Aachen. Ein Abregnen der radioaktiven Wolke ist in der Eifel und östlich von Köln am Fuße des Bergischen Landes zu erwarten. Wie schnell die Kommunikation länderübergreifend funktioniert, bleibt ungeklärt. Macht Kaliumiodid dann noch Sinn?

Dalli, dalli

„Die WHO empfiehlt 130 Milligramm als Einmalgabe ein bis zwei Tage vor Eintreffen der radioaktiven Wolke“, schreibt Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in seinem Blog. „Drei Stunden nachher hat sie nur noch 50 Prozent, zehn Stunden später keine Wirkung mehr. Noch später kann sie sogar schaden, da dann das durch die Atmung schon aufgenommene radioaktive Jod langsamer ausgeschieden wird.“ Belgien hat diese Problematik erkannt. Demnächst sollen alle elf Millionen Einwohner Iodidtabletten als Vorrat für zu Hause erhalten. Nordrhein-Westfalen lagert nur große Mengen an Kaliumiodid-haltigen Präparaten ein. Ob sich diese Tabletten im Katastrophenfall angesichts verstopfter Autobahnen und flüchtender Bürger rasch genug verteilen lassen, darf bezweifelt werden.

Ein Kessel Buntes

Kernspaltung

Schema der Kernspaltung. Neben Krypton- und Bariumisotopen entstehen unter anderem Xenon-, Iod- und Caesium-Isotope. © Wikipedia

Neben Iod-131 mit einer Halbwertszeit von acht Tagen spielen Caesium-Isotope wie Caesium-137 bei Kontaminationen eine entscheidende Rolle. Caesium-137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Erst nach zehn Halbwertszeiten, sprich 300 Jahren, sind nahezu alle Kerne physikalisch zerfallen. Radioaktive Edelgase, etwa Krypton-85 (Halbwertszeit zehn Jahre) oder Xenon-133 (Halbwertszeit fünf Tage) werden ebenfalls an die Umwelt abgegeben. Über längere Wegstrecken betrachtet spielen Kernbrennstoffe wie Uran oder Plutonium jedoch keine Rolle.

Bei einer Kontamination bleibt als Ultima Ratio nur, kontaminierte Gegenden zu räumen. Tschernobyl und Fukushima sind auf lange Sicht unbewohnbar geworden – trotz aller vorbeugenden Maßnahmen von Betreibern kerntechnischer Anlagen.

148 Wertungen (4.65 ø)
Gesundheitspolitik, Medizin

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45 Kommentare:

Gast
Gast

Interessant sind die Hinweise zum Schutz des Wohnraums ( z.B. Schleuse im Eingang).Ob Bettlaken als Filter ausreichen? Das würde mich wundern. Trotzdem Vielen Dank für diese einfach umzusetzenden Tipps die im Ernstfall vielleicht zumindest etwas schützen.

#45 |
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Gast
Gast

Wes wäre an der Zeit, mit größtem Nachdruck die Abschaltung dieser AKW durchzusetzen.

Ich gehöre zur Generation Abschreckung, d. h., ich habe in der DDR die sog. Zivilverteidigungsausbildung genossen. Auch wenn vieles dabei Nonsens war… es war wenigstens ein Versuch den Leuten etwas zum Verhalten bei ABC-Gefahren beizubringen. M. E. sollte man das wieder einführen. Selbst die Existenz eines Bundesamtes für den Zivilschutzschutzes dürfte kaum bekannt sein.

#44 |
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Christina
Christina

Ich habe mich bislang noch nicht sehr viel mit diesem Thema befasst. Leider… ich bin froh das der Text und die Kommentare auch halbwegs verständlich für Laien sind. Es macht mir Angst was auf uns zukommen kann. Ich wohne Luft Linie ca 50km vom AKW Fessenheim entfernt.

Es gibt zwar Möglichkeiten sich zu schützen aber wie sieht es mit Schwangeren aus und wie sicher sind die Pillen wirklich? Viele Menschen werden erst über die Folgen nachdenken wenn es zu spät ist.

Wer ist denn dafür verantwortlich, dass im Fernsehen so wenig darüber berichtet wird?

#43 |
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@ # 41:
Und was ist mit den Mischoxid-Brennelementen (MOX), die Plutonium enthalten, mal als geniale Idee gefeiert, in vielen KKW benutzt?
Sind die Ihrer Meinung nach genauso unbedenklich? Dann lassen Sie uns doch so einen “Fat Man” einfach mal so über Europa zünden.
http://www.zeit.de/2011/15/Plutonium-Fukushima

#42 |
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Dr. Hans Stange
Dr. Hans Stange

Herr Dr. Lorenz,
nur wegen der Korrektness, Fat Man (Nagasaki) war die erste Plutoniumbombe, und damit noch viel “giftiger” als die Uranbombe.

#41 |
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Selbstst. Apotheker

Kaliumjodid”Lannacher”65mg kann über den pharmazeutischen Großhandel bezogen werden und ist frei verkäulich. Eine geringe Menge halte ich in meiner Apotheke stets vorrätig.

#40 |
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Medizinphysiker

Karin Müller, MdL?

#39 |
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@ # 30:
Vielleicht erklärt uns Herr Professor, warum eine Masse des Urans bei “Fat Man” (Nagasaki – die größere der beiden Bomben) von 108 kg ein kleiner Unterschied ist zum Inhalt spaltbaren Materiales eines durchschnittlichen Atomreaktors von 136 Tonnen! Wie sind Sie denn über Ihren Professor gestolpert? Daß Fukushima und Tschernobyl in menschlichen Zeitdimensionen nicht mehr bewohnbar sein werden, müsste dann selbst Herrn Professor auffallen! Wieviel zahlt Ihnen die Lobby für Ihre Märchen? Unerträglich!!!
http://www.atommuell-lager.de/informationen/13_Uranbilanz_Gundremmingen.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Fat_Man

#38 |
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Dr. Hans Stange
Dr. Hans Stange

Der Wehrdienst im nationalen Interesse für junge Leute wurde ausgesetzt (abgeschafft), wie wärs jetzt mit einem Energiedienst im nationalen Interesse bei AKW Unfällen (Dekontaminierer und Hilfstruppen, Jodidverteiler usw.) für alte Leute , die ohnehin nicht mehr lange leben und den ganzen Schlamassel zu verantworten haben ? Frau Merkel schafft das !

#37 |
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Karin Müller
Karin Müller

Herr Jas,
Ich denke, dass das Thema immer wieder aktuell wird. Was mich erschreckt ist das Halbwissen bezüglich Nuklearphysik. Selbst einfachste Dinge sind Behörden und Ärzten unklar.
Hatte jahrelang in verschiedenen Kernlabors geforscht.
Im Gegensatz zu chemischen Unfällen kann man Radioaktivität leicht messen und mit geringem Aufwand bei einem Unfall zumindest die eigene Belastung drastisch reduzieren.
Doch wenn ich dann sehe, wie nachlässig medizinisches Personal oft mit Radiotherpeutika umgeht, wundere ich mich eigentlich, dass so wenig passiert.

#36 |
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Bernd Jas
Bernd Jas

Na denn Frau #29 Müller, können wir uns ja gepflegt zurücklehnen und den cout down mitzählen.
Ist denn auch schon eine after GAU-Party geplant?

#35 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Ad 12 : Kaliumjodid zerfällt in deren Jonen, aber Radioaktives Jod kann nicht nur atomar oder molekular, sondern auch ionisiert radioaktiv sein. Wenn ein Jodisotop eine Halbwertzeit von 5 Tagen besitzt, so ist es nicht nur mittels Atomexplosionen entstanden. Der Zerfall eines raioaktiven Teilchen, kann in geringer Menge auch andere Atome radioaktiv machen. Protonen und Neutronen reichern sich nicht ewig isoliert an.
Ad 29) : Vermehrt durch Regen kam nach Tschernobyl die Radioaktivität zu uns und somit auch mit dem Leitungswasser mittels gelöster Materie. Sinnvoll wäre somit eine Destillation und Wegtransport der Rückstände. Dies ist jedoch nicht realisierbar für Wäsche und Körperreinigung.

#34 |
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BI Bernd Rathgeber
BI Bernd Rathgeber

Man kann heute noch keine Pilze essen die in den Wäldern wachsen und Wild ist immer noch radioaktiv von Tschernobyl. Gebiete werden noch hunderte … von Jahres verseucht sein. Bei der Bundeswehr reicht ein Regenponcho um zu überleben. :) Was will man dazu noch sagen. Die Menschen werden doch von vorne bis hinten veräppelt, wenn man ihnen weiß machen will, dass irgend welche Medis im Ernstfall etwas bewirken. Es müsste eine Internationale unabhängige Kommission geben die die Rechte hat ein Kraftwerk zu schließen, wenn gewisse Vorgaben nicht eingehalten werden können. Es müsste einheitliche überall geltende gesetzliche Richtlinien geben.

#33 |
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Sehr geehrter Herr Prof. Hilmar Prange,
wer möchte denn GERNE dort leben, wenn es woanders das eigene Leben schont?

#32 |
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Gisela Post
Gisela Post

Danke für ein offenes Wort.

#31 |
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Prof. Hilmar Prange
Prof. Hilmar Prange

Dr. Egnarp:
Erklären Sie doch bitte dem staunenden Publikum, warum Hiroshima und Nagasaki nicht unbewohnbar sind. Meinen Kenntnissen nach sind die Lebenserwartungen der Bevölkerung nicht niedriger als im übrigen Japan – also höher als in Deutschland im Durchschnitt.

#30 |
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Karin Müller
Karin Müller

Gast

Wirkungsvoller Schutz bei AKW Unfall ist recht einfach:
Jodtabletten gegen i131 (HWZ 8 Tage) UND I129 (HWZ 17mio Jahre).

Endfenster Geigerzähler, um auch alphas und Betas zu erfassen nebst Absorberplatten und ein wenig Wissen um radioaktive Messtechnik, sonst nutzt das GM Zählrohr eher wenig.

Der Körper kann von aussen recht viel Gammas ab, kritisch werden Inkorporationen.

Also, wenn ein Akw nicht im Nahbereich hochgeht, sofort das Kaliumjodid schlucken ( vorher(!) mit Arzt abklären ob sinnvoll).
Dann alle Fenster und Türen dicht geschlossen halten.
ImEingangsbereich Barriere einrichten, dort muss die Aussengarderobe nebst Schuhen gewechselt werden.
Handwaschmöglichkeit vorhalten.

Mit GM Zähler Wohnung auf Kontamination prüfen, Lüften nur mit Laken als prov. Filter (dies nach jeder Benutzung in Beutel tun und in Waschmaschine erst herausnehmen, Kleidung evtl mitwaschen.

Cave Nach Regen bilden sich in verdunstenden Pfützen teilw. Hochreadioaktive Hotspots, die bei Trochnung vom Wind verweht werden.

Mit diesen einfachsten Maßnahmen hatte ich mein Haus nach tschernobyl frei von Nukliden gehalten, Messungen bei Nachbarn ergaben tlw. erschreckend hohe Kontaminationen.
Einen wunderschönen Arbeitstag noch

#29 |
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Im übrigen empfehle ich jedem den Film “Das China Syndrom” – schon aus dem Jahr 1979 !!!
Pfusch am Bau ist ubiquitär. Wie kann man nur so träumerisch sein, zu glauben, das gäbe es bei der Atomkraft nicht? Wie kommen denn die ganzen Risse in den belgischen Reaktor, bitte schön? Pfusch! Und wenn es “Materialermüdung” sein sollte, auch egal. So eine Bombe muß vom Netz, es gibt kein einziges logisches Argument, diesen Schrottreaktor weiter zu betreiben, es sei denn, die Betreiber sorgen für eine ausreichende “Schmierung” der Behörden. Neulich sagte mal ein entfernter Bekannter zu mir: “Wissen Sie, Geld macht nicht glücklich. Viel Geld aber schon.” Jodid-Tabletten für das gemeine Volk sind eine Verarschung ohne Ende.

#28 |
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Viele der Kommentare gehen schlichtweg am Thema vorbei. Die “friedliche” Nutzung der Atomkraft ist in vielen Ländern eine absolute Farce. Eine Havarie (und davon gab es genug!) eines KKW verursacht eine in menschlich absehbaren Zeiträumen weiträumige Verseuchung großer Landstriche. Dabei ist es egal, ob es ein belgisches oder anders KKW ist. Wenn zusätzlich ein Schrottreaktor wie in Belgien, die es aber auch in Frankreich oder Tschechien gibt, das Placet der lokalen Behörden bekommt, kann man das nur damit erklären, daß die korrupten Verantwortlichen schon rechtzeitig in einen Schutzbunker gelangen können, um das Gröbste zu überstehen oder weit genug entfernt sind. Wer möchte sich schon bei realistischer Gefahreneinschätzung auf ein Pulverfaß setzen? Es ist bei den Verharmlosern und Befürwortern der Kernenergie schon ein bemerkenswertes Phänomen. Es geht einfach um viel, viel Geld. Die Kernenergie ist NICHT beherrschbar, weil es keine Technik gibt, die diese immensen Gewalten im Zaum halten kann. Pure Verdummung und Russisches Roulette.

#27 |
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Gast
Gast

Ich kenne einen jungen Mann mit Schilddrüsenkrebs, die Mutter war zur Zeit, als Tschernobyl strahlte mit diesem schwanger. Da hätten wohl Jodtabletten auch nichts gebracht.
Dem jungen Mann musste die Schilddrüse entfernt werden.

#26 |
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Dr. Joachim Bedynek
Dr. Joachim Bedynek

Jodtabletten sollen zwar “n u r” Schilddrüsenkrebs verhindern, doch dieser tritt sonst am meisten auf !
Langfristig können die Menschen ihre Energieprobleme nur durch die Kern- f u s i o n lösen, die aber noch nicht praxisreif ist. Die Kern- s p a l t u n g ist, so zynisch das klingt, eine nötige Vorbereitung dazu.

#25 |
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Sabine van Heek
Sabine van Heek

Kaliumjodid Tbl. mit 65 mg sind in Deutschland zugelassen und über den österreichischen Hersteller zu beziehen. Siehe http://www.iodblockade.de

#24 |
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Gast
Gast

@14:
Kaliumjodid ist zwar frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen, aber nicht in der hohen Konzentration, die zum Schilddrüsenschutz nötig ist!

#23 |
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Jens Nicolay
Jens Nicolay

Lieber Herr Perlitz,

Bei allem Respekt, Ihr Beitrag ist nicht zynisch, sondern schlichtweg unangebracht und unsachlich. Bei jedem Erdbeben wird es Überlebende geben. Sie können nicht dialektisch eine Katastrophe durch eine andere ersetzen. Außerdem geht es hier nicht um Erdbeben.

#22 |
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Schlommski
Schlommski

Hinzu kommt, das es kein Katastrophenschutzpersonal gibt! Verantwortlichsind die Betreiber, aber wer will einen Selbstmord-Job um im Fall der Fälle in den havarierten Reaktor einzusteigen. In Tschernobyl gab es einen General der willfährige Soldaten reinschickte, sojemand wird sich hier nicht finden…..

#21 |
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Dr. med. Volker Perlitz
Dr. med. Volker Perlitz

Lieber Herr Landau,

Ihr Hinweis trifft den Nagel der Hysterie gelungen auf den Kopf: Aus Angst vor dem Tod suchen diese Zeitgenossen lieber den Freitod…

Winand von Petersdorf FAZS) hat einen Sakrileg begangen: Er hat einmal die Gegenposition zur AKW beogenen Teutonenhysterie eingenommen. Es gab dort keinen einzigen Toten. Wohl ca. (s. Die Zeit) 1.000.000 Verkehrstote weltweit.
Nun mein O-Ton: Trotz aller techn. Mängel am AKW Tihange, und einmal völlig unberücksichtigt der Frage, dass regenerative Energien PLUS Energiesparen natürlich besser als jedes Kraftwerk (inkl. AKW) ist, ist dennoch keine Panik angesagt. Sollte es hier im Raum Aachen zB zu einem Erdbeben à la Fukushima kommen, brauchen wir keine KWs mehr: Bei deutschlandweit üblicher Stahlbetonbauweise gibt es wegen der Wohnungszerstörungen ohnedies kaum Überlebende. Klingt das zynisch? Es ist definitiv nicht so intendiert, sondern soll nur zur Deeskalation, hin zur rationalen Beurteilung der Sachlage beitragen.

#20 |
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Wie ist das eigentlich mit “jodempfindlichen” Menschen? – Vertragen die die etwa 1000-fache Menge der täglichen Normaldosis? – Es wäre doch absurd, wenn jemand in der vagen Hoffnung, vielleicht “ein bisschen geschützt” zu sein, eine für ihn tödliche Dosis einnehmen würde…

#19 |
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Ärztin

Ehe man ernsthaft darüber nachdenkt Jod an die Bevölkerung auszugeben, sollte man das Kraftwerk schon längst abgeschaltet haben!

#18 |
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Dr. med. Marc Heydenreich
Dr. med. Marc Heydenreich

In der Info der Österreichischen Apothekerkammer findet sich der Hinweis: Personen über 40 Jahre sollten Kaliumiodid-Tabletten nicht mehr einnehmen, da ihr Risiko an strahlenbedingtem Schilddrüsenkrebs zu erkranken sehr gering, das Risiko von schweren Nebenwirkungen durch die Iodzufuhr aber hoch ist.

#17 |
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Dumm nur, dass nur die Schilddrüse geschützt wird. Der Rest des Menschen ist der Strahlung und den andren Isotopen ausgeliefert. Die Jodtabletten dienen nur dazu, die Bevölkerung in einer falschen Sicherheit zu wägen.

#16 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

…auch erwähnenswert: bitte nicht bei Regen die Kaliumjodidtablette holen gehen- radioaktiver Fallout, “Black rain” dürfte noch unangenehmer sein….

#15 |
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Lisa Fritz
Lisa Fritz

Kaliumjodid ist freiverkäuflich in jeder Apotheke zu bekommen. Wer Kinder hat sollte einfach selbst vorsorgen, die sind nämlich am meisten gefährdet.

#14 |
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NurGastAufDieserWelt
NurGastAufDieserWelt

Der Wahnsinn des sich anmaßenden Menschen wird glaube ich so lange weitergehen bis er sich selbst endgültig ausgerottet hat…So lange findet er keine Ruhe.

#13 |
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Dr. Joachim Bedynek
Dr. Joachim Bedynek

# 7 fehlt Fachwissen.
“radioaktiviert”, d.h. ionisiert wird ein Stoff nur, wenn er von der NIGA (neutroneninduzierte Gammaaktivität) getroffen wird. Die tritt nur bei A- oder H- Detonationen auf und nur dort, wo andere Auswirkungen wie Gamma- und Hitzestrahlung schon lange tödlich sind.
Auch “zerfällt” Kaliumjodid nicht.

#12 |
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Elke Engelhardt
Elke Engelhardt

Das alles ist pure Heuchelei, solange wir in Deutschland skrupellos AKW Strom aus anderen EU Ländern nutzen!

#11 |
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Apotheker

Im Schnitt kommen auf eine Apotheke etwa 3000 Einwohner, d.h. die Apotheke müsste etwa 3000 Packungen “Notfalljod” griffbereit an Lager haben. Ist das realistisch und sinnvoll ?

#10 |
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Medizinphysiker

Die physikalische HWZ ist wohl länger als die biologische. Und solange das Jod noch in der Umgebung ist wird es inkorporiert.

#9 |
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Medizinphysiker

Die Österreicher sind da schon deutlich weiter wie wir… obwohl sie kein einziges AKW haben…

http://www.apotheker.or.at/Internet%5COEAK%5CNewsPresse_1_0_0a.nsf/webTop/B94DDBDCF25393BAC125737D0025F675!OpenDocument

Die Tabletten werden übrigens (für 2,75 €) auch an deutsche Urlauber verkauft…

#8 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Kaliumjodid hilft über 45-jährigen kaum noch. Ist insbesondere bei Regen diese Altersgruppe bereit, diese “Arznei” auszuliefern und sich vom etwas geschützten Heim zu entfernen? Zudem birgt die mit sich getragene, höhere Menge an Jod, das sich dann etwas radioaktiviert und in kurzr Zeit zerfällt, ein zusätzliches Strahlungsrisiko.

#7 |
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zu spät ist zu spät. Kaliumjodid mind. 24h vor dem Ereignis. Bleiben aber immer noch viele andere lustige Isotope.

#6 |
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Artikel ist zu oberflächlich! Es interessiert nicht die physikalische HWZ z.B in der Leiche, sondern die Biologische HWZ im Lebenden.

#5 |
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Psychotherapeut

Abschalten! Das sicherste AKW ist (war) Sventendorf in Österreich (ist nie ans Netz gegangen!

#4 |
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Heilpraktiker

… Tschernobyl … Fukushima … Tihange? Und dann …

#3 |
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Medizinphysiker

Die Kaliumjodid-Pillen werden erst auf Veranlassung der Behörden verteilt (wenn es zu spät ist?), so dass ein lustiges Einwerfen nicht so ohne weiteres möglich ist.

#2 |
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Micaela Werner
Micaela Werner

was spricht dagegen als Apotheke die Jodid-Kapseln selber herzustellen,
vom Gesundheitamt die Gebrachsanweisung runterzu laden und die Kapseln nur gegen Kunden-Unterschrift rauszurücken, dass der die Sicherheitsbelehrung verstanden hat und nicht einfach lustig Jodid.Kapseln in sich reinwirft?
hätte da noch jemand eine Idee zu?

#1 |
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