Drogen-Igel vs. Gröhe-Hase

28. Juni 2016
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Noch nie drängten so viele neue psychoaktive Substanzen (NPS) auf den Markt wie in den letzten Jahren. Es gibt etwa legales synthetisches THC oder Cathin. Im Internet sind Opiate sogar straffrei zu beziehen. Ein neues Gesetz hat den NPS den Kampf angesagt, leider nicht allen.

Bisher musste eine als Droge verwendete Substanz analysiert werden und wurde dann als „nicht verkehrsfähiges und nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel“ in die Anlage der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) eingruppiert. Änderten die Hersteller nur eine einzige Molekülgruppe, war diese Substanz plötzlich legal – Igel trifft Hase. Damit ist seit dem 5. Mai 2016 Schluss.

NPS im Überfluss

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) hat im Rahmen des europäischen Frühwarnsystems mehr als 560 neue psychoaktive Substanzen (NPS) ermittelt. Synthetische Cannabinoide, Phenethylamine und Cathinone machen zwei Drittel aller neuen Stoffe aus, die über das europäische Frühhwarnsystem gemeldet werden. Die Drogen werden oft verharmlosend als Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert, verpackt und verkauft.

In einer Übersichtsarbeit von Schifano et al. wird betont, dass viele der Substanzen nicht wirklich neu sind. Einige wurde bereits vor Jahrzehnten, teils als Arzneimittel, entwickelt und schlummerten bei der Industrie und bei Untergrundchemikern. Das Arsenal der noch nicht auf den Markt gedrängten Substanzen ist fast unerschöpflich groß. Auch über den Einsatz von NPS als Arzneimittel wird diskutiert.

Neues Gesetz: Schluss mit Lustig?

Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 10. Juli 2014, nach dem bestimmte NPS nicht unter den Arzneimittelbegriff fallen, können NPS in der Regel nicht mehr als Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes (AMG) eingeordnet werden. Damit entstand ein rechtliches Vakuum, das Herstellung und Vertrieb Tür und Tor öffnete. Österreich hat es uns vorgemacht und vor fast vier Jahren ein Gesetz erlassen, das dieses Vorgehen nun strafbar macht.

Das neue Gesetz macht es den Untergrundchemikern nun schwerer. Bislang werden NPS einzelstofflich (enumerativ) in die Anlagen des BtMG aufgenommen und dadurch strafbewehrt. „Es ist verboten, mit einem neuen psychoaktiven Stoff Handel zu treiben, ihn in den Verkehr zu bringen, ihn herzustellen, ihn in den, aus dem oder durch den Geltungsbereich dieses Gesetzes zu verbringen, ihn zu erwerben, ihn zu besitzen oder ihn einem anderen zu verabreichen“, so der Gesetzestext.

Die Neuregelung war überfällig. Nun werden nicht mehr einzelne Substanzen als illegale Betäubungsmittel (BtM) eingestuft, sondern chemische Gruppen. Diese werden als Strukturelemente definiert. Nun sind bestimmte Ringsysteme per se als BtM eingestuft und es werden Duzende Radikal-Gruppen benannt, die nicht an andere Moleküle angehängt werden dürfen. Klingt kompliziert – ist es auch. Nur Chemiker können beurteilen, ob eine NPS illegal ist, oder nicht.

Im neuen Gesetz werden zwei Grundstrukturen als illegal eingestuft. Alle Verbindungen mit einer 2-Phenylethylamin-Grundstruktur und weiter im Gesetz definierten „Resten“ sind nun verboten. Darunter zählen beispielsweise Amphetamine und Cathinone. In diese Gruppen lassen sich weit über 2.000 Derivate eingruppieren. Die zweite Gruppe sind synthetische Cannabinoide, die bekanntesten Vertreter sind beispielsweise SPICE und SPACE.

Lücken im Gesetz

Insgesamt weist der Gesetzentwurf in die richtige Richtung. Dennoch werden zahlreiche Molekülvarianten gar nicht erfasst. Das Gesetz wird den Erfindungsreichtum der Chemiker anheizen, NPS zu entwickeln, die auf einer anderen Zusammensetzung basieren.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist überzeugt: „Mit dem weitreichenden Verbot neuer psychoaktiver Stoffe durchbrechen wir endlich den Wettlauf zwischen dem Auftreten immer neuer chemischer Varianten bekannter Stoffe und daran angepassten Verbotsregelungen im Betäubungsmittelrecht. Damit geben wir das klare Signal: Legal Highs sind verbotene und hochgradig gesundheitsgefährdende Stoffe.“ Die Drogenbeuaftragte Mortler betonte beim internationalen Anti-Drogengipfel: „Abhängigkeit ist kein moralisches Fehlverhalten, sondern eine Krankheit“.

MXE – Licht am Ende des Tunnels

Zwei NPS machen derzeit besonders von sich reden: MXE und K2. Methoxetamin (2-(3-methoxyphenyl)-2-(ethylamino)cyclohexanone) oder kurz MXE wurde von einem Chemiker gezielt als Droge entwickelt und zeigt eine strukturelle Verwandtschaft zu Ketamin und PCP. Bei dieser „Vermählung“ graust es dem Kenner. Ketamin ist ein in der Tier- und Humanmedizin verwendetes Narkoanalgetikum. Schon in den 1970er Jahren experimentierten zahlreiche User mit der Substanz und berichteten über todesnahe Erfahrungen (near-death-Erleben, NDE). Die Konsumenten beschrieben als Wahrnehmung ein Licht am Ende eines Tunnels, dem sie entgegengingen. Auch heftige Albträume wurden zahlreich in den Foren beschrieben. Um diese Wirkungen in der Medizin abzuschwächen, wurde das Racemat in seine Enantiomere getrennt und als S-Ketamin vertrieben. Ketamin als Droge missbraucht kann zu Blasenschäden führen, der Erfinder von MXE beschreibt seine Droge als „blasenfreundlich“.

Eine schlimmere Kombination als mit PCP ist kaum vorstellbar. Nahezu alle Drogen, die in den USA vertrieben werden, schaffen es nach Deutschland. Nicht so PCP. Die Warnungen dieser „Horrordroge“ sind wohl so drastisch, dass es „Angeldust“ nicht bis zu uns geschafft hat. Chemisch betrachtet ist es 1-(1-Phenylcyclohexyl)Piperidin. Es wirkt halluzinogen, sedierend, euphorisch, löst ein Gefühl der Unwirklichkeit aus. Die Konsumenten beschreiben eine Verzerrung des räumlichen und zeitlichen Empfindens und Störungen der kognitiven Wahrnehmung.

Es erschreckt, wie sich die strukturelle Ähnlichkeit von MXE auf die Neurobiologie der Wahrnehmung auswirkt. In Foren beschreiben es die Konsumenten in der Tat so, als hätten Sie Ketamin und PCP zusammen eingenommen. Die Marketingabteilungen der Untergrundchemiker und Dealer haben kreative Arbeit geleistet, die Bezeichnungen sind vielfältig: 3-MeO-2-Oxo-PCE, MXE, Mexxy, M-ket, MEX, Kmax, Special M, Minx, Jipper oder Roflcoptr.

MXE spielt mit zahlreichen Transmittern

Methoxetamin ist ein Dopamin-Wiederaufnahmehemmer und wirkt als Kanalblocker an den NMDA-Rezeptoren (N-methyl-D-aspartat). Außerdem zeigt es eine starke Affinität an Opiatrezeptoren. Die Substanz wird geschluckt, geschnieft, gespritzt (i.v. oder i.m.) oder rektal appliziert. In Tierversuchen erfolgt der hepatische Metabolismus über CYP2B6 und CYP3A4 , weshalb Interaktionen mit zahlreichen Arzneimitteln zu erwarten sind.

User beschreiben Euphorie, Halluzinationen, die Identifikation mit Objekten („ich bin eine Teekanne“) und immer wieder das Gefühl der „gesplitteten Wahrnehmung“. Unter dem Einfluss der Droge fühlt man sich wahnsinnig und psychotisch, kann aber sein Erleben reflektieren und weiß, dass der Trip vorübergeht. Andere Konsumenten genießen die Nahtoderfahrungen und freuen sich über eine „Wiedergeburt“. Es erstaunt, dass solche komplexen Gefühle durch eine chemische Substanz reproduzierbar unter differierendem Set und Setting erzeugt werden. Der Chemiker, der die Droge designt hat, gibt anonyme Interviews und rühmt sich mit der Wirkung seiner Entwicklung. Was er verschweigt sind die negativen Effekte: Herzrasen, Mydriasis, Übelkeit, Erbrechen, Hypertonie und Bewusstlosigkeit. In Deutschland unterliegt Methoxetamin dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).

Retortencannabis – potenter als natürlicher Hanf

Nach einer Studie von Hohmann et al. spielen synthetische Cannabinoide bei Intoxikationen eine herausragende Rolle. Nach Angaben des Rechtmediziners Andreas Büttner sind mehrere Jugendliche in Rostock an Legal Highs vom Cannabistyp gestorben. Im Jahr 2009 kam SPICE auf den Markt, war legal, enthielt mehrere synthetische Cannabinoide und erfreute sich großer Beliebtheit. Der „Vater“ der Cannabinoidderivate ist Chemiker, emeritierter Hochschullehrer, heute fast 80 Jahre alt und lebt in North Carolina: John William Huffman.

Er hat fast 500 THC-Agonisten entwickelt, viele tragen seine Initialen. JWH-018 (1-pentyl-3-(1-naphthoyl)indole) ist derzeit in der Szene unter dem Namen K2 oder Scooby Snax total angesagt und besonders in den USA beliebt, sorgt aber auch in der Schweiz für Unruhe unter den Medizinern. Oliver Berg, ärztlicher Leiter vom Zentrum für Suchtmedizin ARUD, warnt vor dem fehlenden sedierenden Effekt: „Im Gegensatz zum natürlichen Cannabis wirkt die synthetische Form kaum noch beruhigend“.

In Foren berichten Konsumenten über eine Rauschwirkung, die der von Cannabis nicht unähnlich ist: Entspanntheit, Euphorie und Lachflashs. Anders als Hanf macht K2 jedoch gewaltbereit und aggressiv. Möglich sind tachykarde Herzrhythmusstörungen, epileptische Anfälle sowie Nieren- oder Herzversagen. Ein Kenner der synthetischen Cannabinoide ist Prof. Volker Auwärter vom Institut für Rechtsmedizin in Freiburg. Er warnt auch vor einem genotoxischen Potenzial der synthetischen Cannabinoide.

Kratom – Supermorphin völlig legal und mit Rabatt

Dass das NPS-Gesetz Lücken aufweist, zeigt beispielsweise die Tatsache, das der Kratom-Baum und seine Inhaltsstoffe nicht zu den verbotenen BtMs gehören. Bereits im Jahr 2010 wurde die Aufnahme von Kratom in das deutsche Betäubungsmittelgesetz durch den Sachverständigen-Ausschuss des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft. Die Beschlussfassung zu der Pflanze „Mitragyna speciosa“ wurde vertagt, wie schon mehrere Male zuvor. Der Baum liefert verschiedene Indolalkaloide. Die Hauptalkaloide Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin wirken als Opiatagonisten, weisen aber auch eine Strukturähnlichkeit zu dem starken Pilz-Halluzinogen Psilocin auf.

Geringe Mengen der gegessenen Blätter wirken analeptisch und cocainähnlich. Größere Mengen wirken sedierend und morphinähnlich. Die Alkaloide wirken am MOR-Rezeptor aber auch agonistisch am serotinergen 5-HT2a-Rezeptor, an postsynaptischen α2 Rezeptoren und an neuronalen Calciumkanälen. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) sieht ein mittleres Abhängigkeitspotenzial bei regelmäßiger Anwendung. Die analgetische Potenz ist, verglichen mit Morphin, 13-Mal so stark. Eine Studie von Pantano et al. warnt vor der Hepatotoxizität von Kratom. Eine tailändische Arbeitsgruppe von Trakulsrichai et al. sieht in Kratom ein potentes Analgetikum oder eine Substanz zur Drogensubstitution.

Es ist sehr verwunderlich, das weder die Pflanze noch die Alkaloide der BtMVV unterstehen. Es ist problemlos möglich, Kratomsamen, die ganze Pflanze oder getrocknete Zubereitungen online zu bestellen. Selbst die Alkaloide werden legal zum Verkauf angeboten.

100 g Extrakt kosten 30,90 €, zzgl. 6,90 € für den Versandt, ab 60,- wird kostenfrei geliefert. Es gibt im Shop 5,- Neukundenrabatt und Gutscheine bei positiver Bewertung. Der Shop ist professioneller gestaltet als mancher Elektronikversandhandel, bietet Rechtsberatung und sogar einen Expressversand an.

Vielleicht sollte man ein Päckchen als Geschenksendung an Herrn Gröhe liefern lassen.
79 Wertungen (4.44 ø)

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42 Kommentare:

Gast
Gast

Hier ist mal ein guter Artikel zum Thema Umgang mit Drogen. Die Karten sind informativ.
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-11/drogen-alltag-deutschland

#42 |
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John Carter
John Carter

@#40
‘Drogen’ sind nicht per se ‘gefährlicher’ als ‘Sport’. Alles bewusst in Anführungszeichen, um die Unschärfe der Begriffe klar zu machen. Wer unwissend, unvorbereitet und mit qualitativ schlechtem Material irgendeine ernstzunehmende Sportart betreibt, und es dabei dann auch noch übertreibt – der MACHT diese Sportart für sich selbst erst riskant und ‘gefährlich’. Dass es Sportarten gibt, die von vorne herein ein grösseres Verletzungsrisiko haben, als andere, ist auch klar. Nur sind das dann oft nicht die, von denen es Otto Normalverbraucher annimmt.
Und stimmt: Fett und Zucker sind nicht verboten und man kann ‘offen’ darüber reden. Der eigentlich Witz dabei ist aber, dass beides trotzdem ein hohes Mißbrauchspotential hat und auch massiv zum Schaden der Gesundheit mißbraucht wird. Und wahrscheinlich ist dieser Schaden um Grössenordnungen höher als alles, was der Drogenkonsum, egal ob legal oder illegal, je anrichten könnte. TROTZDEM wird der Konsum nicht verboten oder auch nur reglementiert! Das Argument der Gefährdung bzw. Schädigung, das in Bezug auf Drogen meist gebracht wird, ist also eigentlich nur vorgeschoben. Wäre der Politik die Volksgesundheit ein so hohes Gut, wie hier immer unterstellt wird, müssten ganz andere Regularien und Verbote einsetzen (vom Alkohol garnicht zu reden) – die natürlich vor allem der Wirtschaft nicht schmecken würden.
Nein, die ganze Debatte auf die Frage der Gesundheit zu verkürzen macht schlicht keinen Sinn: alles Wertvolle und Interessante, was der Mensch im Leben tut birgt auch gewisse Risiken bzw. erfordert gewisse Opfer. Die Frage muss deshalb lauten: wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der der Einzelne selbst darüber bestimmten kann, welche Risiken er für welchen Genuss bzw. Erfahrungsgewinn etc. eingeht – und zwar natürlich möglichst vorher gut informiert und ohne offensichtlich UNNÖTIGE Risiken. Oder wollen wir hier weiter einseitig und aus der reinen ‘Gefährlichkeit’ der Sache selbst nicht begründbar einzelne Interessen extrem stigmatisieren – bis hin zum Verbot, während wir andere Interessen gleichzeitig toll finden und fördern (vielleicht nur, weil die ‘richtigen’ Leute dabei gut verdienen). DAS ist aus meiner Sicht die Gretchenfrage.

#41 |
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Dr. A. Hofmann
Dr. A. Hofmann

Wie bei allen Stoffen macht die Dosis das Gift. Das wird hier wohl ausgeblendet, obwohl es eine Binse ist. Wer Hasch als völlig harmlos darstellt ignoriert die Risiken. Aber bei solch persönlichen Beispielen wie von Christian spielt eben die Dosierung und Häufigkeit eine entscheidende Rolle. 3 g Cannabis pro Tag ist ein Extrembeispiel. Das entspricht 10 oder mehr Vollrauschen unter Alkohol. Also einigen Flaschen Schnaps am Tag. Da weiß ich nachdem ich wieder clean bin natürlich auch, was an meiner Psychose Schuld war. Aber ist dann der Gelegenheitskonsument von Alkohol ein Relativierer der Gefahren?
..
Drogen sind gefährlich, darüber muss man hier glaube ich nicht streiten. Aber was genau macht sie so gefährlich? Die Chemie der Substanz oder der falsche Umgang damit? Umgang könnte man lernen, wenn man mal über Drogen so offen reden würde wie über zu viel Fett oder zu viel Zucker in der Nahrung. Ich sehe in dieser digitalen Herangehensweise, diesem Schwarzweissdenken das Hauptproblem.
.
Was hier auch noch nicht diskutiert wurde: Diese Jagd nach der neuesten Designerdroge ist doch letztendlich eine Folge der Prohibition. Da riskieren manche ihr Leben mit irgendwelchen Badesalzen aus Indien, statt stinknormales indica Grass zu rauchen. Oder man bastelt an irgendwelchen Seitenketten von Psychopharmaka herum, als ob die Bastelarbeiten von Shulgin in den 60ern nicht längst ausreichen würden. Entgegen Pharma geht es hier doch nicht um Patente und Märkte. Der liebe Psychonaut sei mal daran erinnert. dass das Leben endlicher ist als die theoretische Vielfalt des biochemischen Baukastens der Natur. Muss man alles ausprobieren oder reicht nicht das Mutterkorn oder der spitzkegelige Kahlkopf?

#40 |
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Gast
Gast

Na langsam füllt sich das Forum hier ja mit Sachverstand. Hätt mer nit jeglaubt nach der überflüssigen Allohol gegen Dope Debatte.
Vielleicht könnte man auch malverwähnen dat LSD und MDMA auch therapeutische Verwendung finden. Nach 40 Jahren Verpennen jeglicher Forschung auf diesem Gebiet. Es gibt hoch seriöse und ethische Therapeuten damit.
Schon bitter was hier teils für olle Kamelken stehen. Leute informiert euch mal.

#39 |
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Alexander B.
Alexander B.

Durch diese Zwischenüberschrift Supermorphin wird einmal mehr versucht ein im Vergleich zum Alkohol sicheres und mildes Genuss- und Heilmittel namens Kratom zu verunglimpfen und in ein schlechtes Licht zu rücken.
Denn:
…eine 13x stärkere antinozizeptive Wirkung als Morphin hat nun mal überhaupt nichts mit einer 13x stärkeren psychoaktiven Wirkung wie z.B. Euphorie, Sedierung oder Steigerung des Selbstwertgefühls zu tun. Kratom hat eine äußerst milde Wirkung, näher an Kaffee in seiner Intensität als an allem Anderen. Man bleibt klar im Kopf und verspürt nur eine leichte Steigerung des Wohlbefindens.
Kratom führt auch nicht zum Kontrollverlust und es ist noch nie auch nur ein Mensch an Kratom alleine gestorben, da Kratom keine Atemdepression (Atemlähmung) verursacht.
Was man übrigens vom Alkohol nicht sagen kann.

Vielmehr hat es unzähligen Menschen geholfen von hochpotenten Opioiden und Alkohol zu befreien. Sowie von Psychopharmaka wie Antidepressiva, Benzodiazepine oder den sogenannten Z-Drugs. Zu dem besitzt Kratom die Fähigkeit Insulinmedikamente zu ersetzen.
Offenbar saßen diesesmal wirklich Experten im Sachverständigenausschuss des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und haben erkannt, dass ein Verbot nicht nur keine Verbesserung darstellt, sondern sogar mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt.
Wollen wir hoffen, dass das gemeine Volk sich nicht von solch fragwürdigen Artikeln täuschen lässt.
Auch die Anmerkung einer Warnung vor einer eventuellen Hepatotoxizität ist mehr als fragwürdig. Erstens wird in dieser Studie richtigerweise darauf hingewiesen, dass solche Fälle äußerst selten sind und zweitens können selbst die Autoren nicht ausschließen, dass die Ursachen dieser einzigen zwei Fälle nicht andere Gründe haben, wie etwa Verunreinigungen. Auch hier wird wieder einmal mehr mit zweierlei Mass gemessen:
Man sollte diesen Maßstab mal an Alkohol anlegen. Die Einsicht der allgemein schädigenden Wirkung des Alkoholkonsums (cytotoxisch, neurotoxisch, karzinogen, etc.) ist mittlerweile selbst am Stammtisch angekommen.

#38 |
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Gast
Gast

Ach Herr Bastigkeit,
müssen Sie immer so viele Fehler in Ihre Artikel schreiben? Eventuell wären Sie mit diesem Stil bei RTL explosiv besser aufgehoben.

Liebe Leser,
folgende Aussagen sind kritikwürdig/ungenau/ oder einfach falsch:

“Es gibt etwa legales synthetisches THC oder Cathin.” – THC und Cathin sind illegal. Es gibt kein legales synthetisches THC oder Cathin. Ob synthetisch oder als naturprodukt ist auch irrelevant.

“Die Drogen werden oft verharmlosend als Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert.”
Ist es verharmlosend Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger zum menschlichen Konsum zu verkaufen? Nein. Denn sie werden mir sicher zustimmen, dass niemand von einer geringeren Schädlichkeit ausgeht, wenn er Pflanzendünger statt Drogen in die Nase zieht.
Nächstes Mal also nicht einfach aus den Pressemitteilungen der Drogenbeauftragten abschreiben sondern selbst denken.

“Das neue Gesetz macht es den Untergrundchemikern nun schwerer.”
Drogen mögen bei Ihnen mit Untergrund und zwielichtigen Menschen verknüpft sein, die neuen psychoaktiven Substanzen sind es jedoch nicht. Sie werden nicht von Untergrundchemikern hergestellt sondern von mehr oder weniger seriös arbeitenden Firmen in Asien. Sollten Sie eigentlich wissen, steht so ja auch im Drogenbericht der Bundesregierung oder ähnlichen Publikationen.

“Nur Chemiker können beurteilen, ob eine NPS illegal ist, oder nicht.”
Nein.

“Das Gesetz wird den Erfindungsreichtum der Chemiker anheizen, NPS zu entwickeln, die auf einer anderen Zusammensetzung basieren.”
Die wesentlichen Impulse in der “Entwicklung” (Methylgruppen anzuhängen lässt sich nur schwer als Entwicklung bezeichnen) neuer, den Gesetzten entsprechenden Substanzen kamen aus UK. Der deutsche Markt interessiert niemanden. Verkauft wurde nach Verboten in Deutschland einfach, was vorhanden und noch legal ist. Neu “entwickelt” aufgrund von deutscher Gesetze wurde nichts. Das Gesetz wird also höchstwahrscheinlich nicht den Erfindungsreichtum der Chemiker anheizen. Auch wenn sich diese Räuberpistole natürlich gut verkaufen lässt.

„Abhängigkeit ist kein moralisches Fehlverhalten, sondern eine Krankheit“.
Dass man diese Krankheit, (bzw. den Besitz von Drogen, der Ausdruck bzw. Bedingung dieser Krankheit ist, eine zwingende Folge dieser Krankheit mit dem Strafrecht therapiert kann man Ihrer Meinung also unkommentiert so stehen lassen?

“Zwei NPS machen derzeit besonders von sich reden: MXE und K2.”
Kann ich mir schwer vorstellen. Erstens ist MXE in fast allen westlichen Ländern bereits illegal, 2. mittlerweile auch in China und dadurch praktisch nicht mehr zu bekommen. War wohl eher so um 2012. K2 ist übrigens keine Substanz.

“MXE…zeigt eine strukturelle Verwandtschaft zu Ketamin und PCP. Bei dieser „Vermählung“ graust es dem Kenner.”
Bei diesem Unsinn graust es dem Kenner, wirklich Unsinn erster Güte.
MXE ist keine Vermählung von Ketamin und PCP. MXE ist strukturell in keinster Weise näher mit PCP verwand als Ketamin. Beide basieren auf dem Arylcyclohexylamin-Grundgerüst auf dem ein Großteil der NMDA-Antagonisten basiert.

“Eine schlimmere Kombination als mit PCP ist kaum vorstellbar.”
Wollen Sie damit sagen, die Vermischung der Struktur zweier Moleküle (bzw. die Substituierung des einen um die fehlenden Reste des anderen – die hier wie oben gesagt übrigens nicht vorliegt) würde dafür sorgen, dass ein Molekül die Wirkung beider Ursprungsmoleküle hat? Das ist so dermaßen unsinnig, einfach nur nein.

“Außerdem zeigt es eine starke Affinität an Opiatrezeptoren.”
Falsch. Es hat praktisch gar keine: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/119087/methoxetamine2012.pdf

“Es erstaunt, dass solche komplexen Gefühle durch eine chemische Substanz reproduzierbar unter differierendem Set und Setting erzeugt werden.”
Nein, eigentlich sind das die typischen Effekte von NMDA-Antagonisten. Siehe z.B. die Arbeiten von Vollenweider zu Ketamin.

“Was er verschweigt sind die negativen Effekte: Herzrasen, Mydriasis, Übelkeit, Erbrechen, Hypertonie und Bewusstlosigkeit. In Deutschland unterliegt Methoxetamin dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).”
Oh wow, mir schlottern die Beine.
Negative Effekte von Sport: Herzrasen, Mydriasis (negativer Effekt??) Übelkeit, Erbrechen, Hypertonie und Bewusstlosigkeit.
Ohne Angabe der Häufigkeit ist diese Aussage ohnehin sinnlos.

“Kratom – Supermorphin”
Diese Aussage – Superunsinn. Dosis Morphin 10mg, Dosis Kratom 3-10g.
Die Wirkstärke verhält sich ungefähr so wie Amphetamin zu Kaffee.

“Die Alkaloide wirken […] agonistisch am serotinergen 5-HT2a-Rezeptor”
In der Literatur lässt sich meines Wissens ausschließlich die Erwägung (!) einer eventuellen antagonistischen (!) Wirkung finden, wenn überhaupt.

“Die analgetische Potenz ist, verglichen mit Morphin, 13-Mal so stark.”
1 Gramm Kratom ist also soviel wie 13 Gramm Morphin?

“Eine Studie von Pantano et al. warnt vor der Hepatotoxizität von Kratom.”
Es bietet sich an die Artikel die man zitiert auch zu lesen. Das steht so nämlich nicht drin.

“Es ist sehr verwunderlich, das weder die Pflanze noch die Alkaloide der BtMVV unterstehen.”
Zweifeln Sie am Sachverstand des Sachverständigen-Ausschuss? Sehen Sie sich selbst als größere Autorität in diesem Gebiet?

“Der Shop ist professioneller gestaltet als mancher Elektronikversandhandel, bietet Rechtsberatung und sogar einen Expressversand an.”

“Vielleicht sollte man ein Päckchen als Geschenksendung an Herrn Gröhe liefern lassen.”
Noch eine bessere Idee: man sollte Ihnen ein Pharmakologie-Lehrbuch zukommen.

#37 |
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Are you experienced?
Are you experienced?

#31: sehr gute Übersicht zu den Zahlen bei Alkohol. Danke
#32: Christian. Das ist ein extremer Standpunkt. Sie sind vergleichbar einem trockenen Alkoholiker, der früh mit dem Trinken angefangen hat, viel mit anderen Alkoholikern zusammen war und jetzt immer noch Alkoholiker betreut. Dass sie zu Cannabis eine zu recht kritische Meinung vertreten ist nachvollziehbar aber nicht objektiv.
#33 und #34: danke für die Klarstellung

Ein paar Fakten? Weltweit haben 10% aller Konsumenten von illegalen Drogen ein “problematisches” Verhältnis mit Drogen. Wie übrigens auch beim Alkohol. 90% haben also ein unproblematisches Verhältnis. Nachzulesen für jeden im world drug report der UN. Google hilft.

#36 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

@34: Kein Verkauf kann den Privatheimgenuss und den friedlichen Ablauf garantieren. Deshalb sind gesetzliche Regelungen mit all ihren Unzulänglichkeiten nötig.
Are You experienced: Auch Forschungsergebnisse sind anzweifelhaft, denn wer bürgt für Vorurteilsfreiheit einer Doktorarbeit z.B. ? Man will den Doktorgrad und das Thema ist vorgegeben oder subjektiv gewählt, und dann ist das Thema noch spezialisiert oder einseitig.

#35 |
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Dr. M. Mundorff
Dr. M. Mundorff

@ 32:
Ich pflichte hier John Carter bei. Es geht hier doch nicht um die mißbräuchliche Anwendung von Cannabis, d.h. von regelmäßigem, täglichem Konsum von mehreren Gramm. Das dies schädliche Nebenwirkungen haben kann und in (psychische) Abhängigkeit, besonders bei labilen Personen führen kann sei unbestritten. Dieses Problem ist ja bei Alkohol das gleiche. Wer jeden Tag seine Pulle Korn braucht (trinkt) ist eben auch alkoholabhängig bzw. wird es schnell werden (und wer sich kein Dope beschaffen kann greift dann eben zu der legalen Droge Alkohol).
Es geht um den gelegentlichen, selbstbestimmten Konsum von Cannabis durch Erwachsene ohne Gängelung und staatliche Bevormundung. Und zwar mit dem gleichen Selbstverständnis wie man sich ein Glas Wein oder eine Flache Bier gönnt ohne gleich Angst haben zu müssen wegen einer kriminellen Handlung bestraft zu werden. Selbstverständlich nicht in der Öffentlichkeit und auch nicht im Straßenverkehr (Regelung wie bei Alkohol). Wenn dies aber im privaten Umfeld, hinter verschlossenen Türen geschieht und ohne Belästigung bzw. Beeinträchtigung oder gar Gefährdung anderer, so hat sich die Staatsmacht gefälligst herauszuhalten (Kiffer sind meistens friedlich im Gegensatz zum Volltrunkenen). Ebenso klar ist selbstverständlich auch der Schutz von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden (auch genau wie bei Alkohol).

#34 |
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John Carter
John Carter

@#32:
Hallo Christian, Du schiesst da trotz nachvollziehbaren Argumenten übers Ziel raus. Erstens ist das immer dieselbe Story vom Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, der mit seinem Dope nicht haushalten konnte, es dann übertrieben und grade noch mit 30 den Absprung geschafft hat. Und der dann als erfahrener ‘Mahner’ durch die Lande zieht und all jenen Panikmachern Wasser auf die Mühlen kippt, die von der Materie null Ahnung haben. Mal ehrlich: wenn man alles verbieten oder miesmachen würde, was JUNGE Leute nicht, oder nicht unkontrolliert betreiben sollten, würde ne ganz ordentliche Liste raus kommen.
Ausserdem: der grösste Teil des Mißbrauchspotentials diverser Substanzen entsteht doch in Wahrheit durch ihre Illegalität, die es nahezu unmöglich macht, den Gebrauch in einen gesellschaftlichen Rahmen einzubetten, wo sich die Leute wenigstens einigermassen gegenseitig kontrollieren und stabilisieren können. Wenn ich mich mit meinem Zeug eh ‘verstecken’ muss bin ich doch schon auf halbem Weg zum Verlust jeglicher Kontrolle.
Zweitens: ob etwas übertrieben oder sogar missbraucht wird hängt praktisch immer von den Umständen und der Persönlichkeit ab – und nur selten von der Sache, oder in diesem Fall von der Substanz selbst. Wer Gründe hat aus der Realität zu flüchten, weil er ein mieses Leben hat, keinen Job, kein Geld, keine Freunde, keine Hobbies etc. – oder wer als Schüler Probleme in der Schule oder Ärger mit den Eltern hat, oder wer einfach nur beruflich überfordert ist, oder Schwierigkeiten in der Beziehung hat – der ist natürlich viel eher anfällig für schwerwiegende bzw. andauernde ‘Realitätsflucht’, wenn er die eigentlichen Ursachen nicht so einfach beheben kann.
Diese Flucht betreibt dann halt jeder ein bisschen anders – und manche Arten sind gesellschaftlich akzeptierter (Arbeit! Sport!), und andere weniger (TV-Serien! Essen! Computerspiele!) oder garnicht (Drogen!). Letztlich kann man sich in so gut wie alles ‘flüchten’, alles übertreiben und mißbrauchen. Da gibt es Hobbies, die enorme Summen verschlingen, die dann an anderer Stelle fehlen. Kenne ich einige Leute, bei denen das so ist. Beliebt sind Sportarten, die enorme Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, und auch massgeblichen Einfluß auf das Sozialleben haben, so dass man mit Leuten, die nicht dasselbe betreiben kaum mehr richtig kommunizieren kann. Dass Leute, die sich in sowas ‘flüchten’ oft in ihrer ganz eigenen Welt leben ist wohl auch Fakt – und wird nur nicht aus dem komplett negativen Blickwinkel, den man beim Thema ‘Drogen’ reflexartig einnimmt, betrachtet.
Ärgerlich ist vor allem, dass sich die öffentliche Wahrnehmung bisher praktisch überhaupt nicht um die kontrollierten Konsumenten kümmert, die eben aufgrund von Alter, Reife und Lebenssituation nicht in das übliche Klischeebild passen, weil sie ihren Konsum gut in ihr Alltagsleben integriert haben – die sich aber aufgrund der gesetzlichen Lage trotzdem verstecken müssen!

#33 |
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Christian
Christian

Als ehemaliger Konsument von Cannabis resp. Piece (12 Jahre, täglich bis zu 2-3gr) kann ich die stetige Relativierung seitens der Kiffer nicht mehr hören. Wenn ihr heiliger Gral kritisiert wird, kommen immer die gleichen Argumentationsmuster zum Vorschein: Alkohol ist schlimmer, Cannabis ist Medizin, der Konsum war früher normal etc. bla bla. Ich habe 12 Jahre meines Lebens mit dem Rotz verschwendet, hatte immer viel Ärger Rund um die Droge und habe viele Menschen übelst abstürzen sehen. Ein Drittel meines Lebens war ich stoned. Ich gehöre also nicht zu den Menschen, die keinen Plan von der Materie haben. Erst mit Anfang 30 habe ich die Kurve bekommen und betreue jetzt zum Teil Menschen, die sich mit der “harmlosen” Droge Cannabis ihr Leben zerstört haben. Substanzinduzierte Psychosen, meistens irreversibel. Natürlich liegt hier eine gewisse Disposition vor, eine Psychose zu bekommen. Die Frage ist nur, wäre es ohne Cannabis auch dazu gekommen? Kiffer relativieren auch an dieser Stelle. Interessant ist der Umstand, dass die Betroffenen selbst die Ursache genau dort sehen, im Cannabis. Natürlich erst nach einer gewissen Zeit der Karenz und erfolgter Selbstreflexion. Drogenkonsum, egal in welcher Form, ist im Grunde immer Missbrauch. Und an dieser Stelle schließe ich Alkohol nicht aus. Ich verteufel aber auch nicht, denn es gibt den bewussten Umgang mit Drogen. Dieser Grat ist allerdings ein schmaler, denn bei regelmäßigen Konsum leidet fast immer die Selbstreflexion. Aus eigener Erfahrung, aber auch aus der Beobachtung heraus und meinem jetzigen Beruf kann ich sagen: Es ist nur ein kleiner Anteil aller Konsumenten, die noch objektiv denken können. Hört auf zu relativieren, ihr seid einfach nur Suchtis. Seid ehrlich zu euch selbst. Kifft, wenn ihr wollt. Nur verarscht euch nicht selbst, denn das macht ihr. Jeder Rausch, mag die Droge auch noch so schwach sein, ist Realitätsflucht. Wer vor der Realität flieht, egal aus welchen Beweggründen, missbraucht.

#32 |
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Gast
Gast

Nette Debatte hier. Mal ein paar Zahlen aus Deutschland

– 96,4 % der Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahren trinken Alkohol.
– Etwa 1,61 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren trinken missbräuchlich Alkohol.
– Rund 1,77 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind alkoholabhängig.
– Im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gibt es schätzungsweise 74.000 Todesfälle jährlich.
– Die Kosten alkoholbedingter Krankheiten werden pro Jahr auf 26,7 Milliarden Euro geschätzt.
– Im Jahr 2012 registrierte das Statistische Bundesamt 15.0130 Unfälle im Straßenverkehr, bei denen mindestens einer der Beteiligten (Fahrer oder Fußgänger) unter Alkoholeinfluss stand. Dabei wurden 338 Menschen getötet.
– Insgesamt haben 280.351 Tatverdächtige ihre Tat unter Alkoholeinfluss begangen. Das sind 13,4 Prozent aller Tatverdächtigen.
– 2012 wurden insgesamt 55.448 Gewalttaten unter Alkoholeinfluss verübt. Das ist ein Drittel aller aufgeklärten Fälle im Bereich der Gewaltkriminalität. Insbesondere bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung prägt Alkoholeinfluss weiterhin die Tatbegehung in erheblichem Umfang.

Ja Leute wir habn ein Drogenproblem. Nur nicht das was viele denken…

#31 |
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Are you experienced?
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Ich denke die Debatte dreht sich jetzt im Kreis und bringt nichts mehr. Was sie da unter #29 zu Haschisch schreiben ist Unsinn. Keine Ahnung wo sie das abgeschrieben haben, denn persönlich erlebt haben sie es so sicher nicht.
Zum Kulturkreis #26: Das ist doch stark verkürzt dargestellt. George Washington hat Cannabis geraucht, Queen Victoria hat es genommen. Lesen sie mal Wilhelm Busch “Krishan mit der Pfeife”! Der sogenannte “starke Tobak” von damals war nichts anderes als ein Joint. All das in unserem Kulturkreis, nicht im Orient. Hanf und damit Cannabis war bis in den 2. Weltkrieg überall in Europa verbreitet.
Geächtet wurde es aus rassistischen und wirtschaftlichen Gründen in den USA, nicht aus gesundheitlichen. Können sie alles nachlesen. Die anti Cannabis Propagandafilme von Harry Anslinger aus den 30er Jahren über “Reever Madness” beschreiben ungefähr das was sie 80 Jahre später hier immer noch schreiben.
Alles längst als Unsinn entlarvt. Nochmals, informieren sie sich aus der aktuellen Fachliteratur, nicht aus Büchern aus ihrer Stidienzeit oder aus der Laienpresse. Aus dem Bauch heraus sollte man so eine Debatte nun wirklich nicht führen.

#30 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Eine Überdosis an Alkohol führt erst zu leichter Enthemmtheit, zu Gang- und Gleichgewichtsstörung,und Fahrunsicherheit. Dann tritt entweder Schläfrigkeit mit der Gefahr der Erfrierung und Organschädigung bis letztendlich Atemzentrumlähmung ein oder Gewaltbereitschaft gegen vermeintliche Problempersonen und deren Folgen. Nach Haschischgebrauch sind Sinnestäschung und Verlust der Anerkennung physikalischer Gesetze die Regel. Waffen werden als Spielzeug erkannt, was einem Alkoholiker fremd ist. Das dürfte für sich und Andere im Zusammenspiel die Gefährlichkeit bis zur Abwehrwaffenbeschaffung steigern. Und in der Cancerogenität sehen Sie ein Problem?

#29 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Alle Achtung, wenn Sie alles Geforschte an sich ausprobiert haben!

#28 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Hätten die Erfinder der Automobilisierung vorausgesagt, wieviel Tote und welche Zubetonierung der Landschaft erfolgt, dann —-

#27 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Mißverständnis pur. Ich habe nicht behauptet, dass Alkohol besser als Haschisch ist, sondern eine Erweiterung für problematisch angesehen. Bisher hat jeder Kulturkreis ein Rauschmittel akzeptiert. Eie Umstellung oder Entzug scheiterten bisher immer( Opiumkrieg, Prohibition). Die römische Weltmacht scheiterte nicht an Exzessen, sondern an Bleivergiftung. Kiffende oder berauschte GIs gewannen nicht den Vietnamkrieg. Drogentote werden als Pychosefolgen statistisch erfaßt. Mitmenschen, die durch Ausrasten geschädigt wurden, erfaßt man als Opfer oder mystische Fälle. Sobald Alkohol im Spiel, wird diesem die Schuld zugewiesen, da leicht nachweisbar. Kennen Sie belegte Zahlen, wieviel Araber mit Haschischkonsum Opfer wurden?
Der Abbau von jeglichen Nahrungsmitteln im Organismus erfolgt mit Katalysatoren bzw, Enzymen über Acetaldehydstufen, Sulfonierung, Phosphorilierung und Zuckeranlagerung. Dabei treten kurzzeitige Instabilitäten auf, die eine Krebsauslösung zur Folge haben können. Da wir recht lange leben, ist die Wahrscheinlichkeit gering. Aber warum plädieren Sie dann nicht für Zuckeraustauschstoffe, die um ein vielfaches süsser sind? – Weil das nichts bringt! Das Verlangen des Gehirns danach läßt sich nicht so leicht austrixen. So verhält es sich auch mit Haschisch, das mit Alkohol und Tabak korreliert bis letzere nicht mehr erhältlich sind. Wenn jeder Mitmensch den Alkoholmissbrauch ächten würde, dann — Aber der Beginn eines Alkoholgenusses ist in Gesellschaft angenehm und geistreich bis die Grenze überschritten wird.

#26 |
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Are you experienced?
Are you experienced?

Zu 23:
Hier eine Debatte über die Gefahren von Alkohol zu führen ist nun wirklich nicht mehr notwendig. Das ist alles hinreichend dokumentiert, vom Krebsrisiko bis zu den vielen jährlichen Toten.
Wenn man das nun relativiert, weil man persönlich Erfahrung hat, und seinen Alkoholkonsum unter Kontrolle hat, dann ist das verständlich und auch ok. Prost auf ein gesundes und langes Leben!
Was aber nicht ok ist: Ohne persönliche Erfahrung und ohne echte Faktenkenntnisse hier eine “andere Drogen sind viel gefährlicher” Debatte zu führen! Das ist fachlich einfach falsch, selbst wenn das eigene “Bauchgefühl” einen dazu treibt.
Wenig hilfreich sind auch Vergleiche der Reinheit von Alkohol gegenüber Straßendrogen. Gerade als Apotheker sollte einem doch klar sein, dass man die meisten heutzutage verwendeten Drogen jederzeit in reiner Qualität analog anderer pharmakoligischer Substanzen kontrolliert anbieten könnte. Das nicht zu tun hat in erster Linie politische Gründe. Aber auch hier ist die gesellschaftliche Debatte doch schon viel weiter als ihr Beitrag das vermuten lässt.

Aber selbst Straßendrogen werden immer reiner und billiger.
Partydrogen wie MDMA werden ab 3 Euro angeboten. 99.9% reiner Wirkstoff, wie in massenspektrometrischen Analysen vor den Clubs getestet. Qualität wie aus Pharmalabors, inklusive eigenes Branding.
In New York kostet eine Dosis Heroin inzwischen 5-10 Dollar und es ist so rein, dass es von middle class Konsumenten geraucht werden kann und nicht von Junkies iv genommen werden muss. Für den Preis bekommen sie dort kein Bier. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass der “Krieg gegen Drogen” trotzt der zig Milliarden, die jährlich in den USA allein ausgegeben werden, die Drogen reiner und billiger gemacht hat. Dazu wie zu Al Capones Zeiten die Unterwelt immens reich. Was für ein Irrsinn! Sogar die UN und WHO fordert hier ein Umdenken der Drogenpolitik, an der Spitze viele prominente Politiker. (Die alle nicht mehr zur Wahl stehen und jetzt endlich ehrlich ihre Meinung sagen können, ohne politischen Selbstmord zu begehen).
Wenn man sich hier mal fortbilden möchte, ist doch inzwischen alles einen Mausklick entfernt…

#25 |
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John Carter
John Carter

zu #23:
Guten Tag Herr Dietwald, dass Otto Normal-Alkoholkonsument das Thema verharmlost und alle anderen Substanzen dämonisiert lässt sich aus historischer und interessen- und wirtschaftspolitischer Perspekte inzwischen leicht erklären. Wenn Leute ‘vom Fach’, d.h. Ärzte, Apotheker und Gesundheitspolitiker etc. dann in dasselbe Horn stossen ist das vor allem ein Zeichen dafür, wie erfolgreich die Forschungsverbote und Desinformationskampagnen der vergangene 5 Jahrzehnte waren.
Es ist ärgerlich genug, dass man immer wieder das einfache Faktum erklären muss, dass ‘Droge’ nicht gleich ‘Droge’, ‘Droge’ nicht gleich ‘Sucht & gesundheitlicher Ruin’, und natürlich die Dosierung ein ganz entscheidender Faktor für die jeweilige Wirkung und den Grad der Schädlichkeit ist (so eine Überraschung!?). Genauso ärgerlich ist es, dass der sensationsgierige Blickwinkel der Medien sich bei illegalen Substanzen fast ausschließlich auf den Missbrauch richtet, und die prozentual absolut überwiegende Zahl der Menschen, die ihren Konsum so problemlos in ihr Alltagsleben integriert haben, wie andere ihre Mitgliedschaft im Sportverein, niemanden interessiert.
Seis drum – dieser verzerrte Blickwinkel wird sich wohl zu unseren Lebzeiten und auch darüber hinaus noch nicht grundsätzlich ändern. Die Welt hat ja auch andere Sorgen.

Gut, man kann heute, zur Jahresmitte 2016, noch über sehr vieles in diesem Themenkomplex streiten – ABER worüber man NICHT mehr streiten kann ist, dass der Konsum von Alkohol eine der grössten selbstverschuldeten Gesundheitsgefährdungen überhaupt darstellt und jährlich weltweit für Millionen von Todesopfern ganz direkt, und für eine noch viel höhere Zahl von Unfällen, Gewalttaten und sozialen Abstiegen indirekt verantwortlich ist. Und dass dem gegenüber der Konsum eines Rauschmittels wie Cannabis (vor allem wenn er nicht mit Tabak verbunden wird) bereits jetzt als sehr viel unbedenklicher bezeichnet werden kann – und sich das noch verstärken ließe, wenn die Kosumenten sich nicht in der Illegalität mit all ihren bekannten Seiteneffekten bewegen müssten. Und was für Cannabis gilt, gilt für noch weniger schädliche bzw. nicht suchterzeugende Substanzen wie diverse Halluzinogene natürlich noch mehr.

Fazit: Ich kann persönlich gerade noch akzeptieren, dass jemand ein ‘Recht auf Rausch’ bzw. die ‘Notwendigkeit’ einer Berauschung aus seinem Menschenbild heraus anzweifelt oder ablehnt. Aber sich so wie Sie es hier tun ausgerechnet zum Fürsprecher des Alkohols, und gleichzeitig aus anderen Substanzen Schreckgespenster zu machen – treibt die Fakten-Agnostik dann doch etwas zu weit.

#24 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Zu 22) De Herstellung von Alkohol wurde im Laufe von vielen Jahrtausenden verfeinert und perfektioniert. Das Bier und der Wein noch des Mittelalters würde heute wohl keiner mehr konsumieren falls er nicht abhängig ist. Haschisch, Mohn und Kokablätter können bei Freigabe ohne großen Aufwand mit viel Gewinn (weil Abhängigkeit der Abnehmer) in den Handel gebracht werden. Preisfestlegungen und Kontrollen der Staaten sind wirkungslos, allein schon wegen der Minimaldosen und Streckungsmöglichkeiten. Zudem besteht in der Wirkung von zahlreichen chemischen Gemischen keine Wirkungssicherheit. Ich erinnere nur an die Zeitspanne bei Acetylsalicylsäure bis zur Entdeckung der Blutgerinnungsstörung, oder die Fetalmissbildungen nach Contergan. Anlagerungen an organisches Material ist noch kaum gründlich erforscht.
Die Mengenangaben bei Alkoholgenuss habe ich nur erwähnt, weil Sie generell von Cancerogenitätsfolgen gesprochen haben. Übrigens hatte ich nach 12 Tagen Koma wegen Lungenentzündung in der Notfallambulanz Kontakt mit 2 jammernden und schwerkranken Patienten, die Haschisch und Opiate mißbräuchlich konsumiert hatten . So harmlos sah ich das nicht. Übrigens ist die Reihenfolge der Menge am Getränkekonsum in Deutschland Kaffee, Tee, Bier, Mineralwasser, Fruchtsäfte, Wein, Sekt und hochprozentige Alkoholika. Dazu kommen Genussmittel, wie Tabak und Zucker. Die Chancen der unnötigen Ausweitung werden bald vehement propagiert, wenn man Ihnen folgt.

#23 |
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Are you experienced?
Are you experienced?

An 21: Ich kann nicht nachvollziehen auf welcher Basis sie hier Alkohol und “Haschisch” vergleichen. Auf Gramm Basis? Wer konsumiert 20 g Cannabis am Tag? Ihr Glas Wein entspricht 100 mg Cannabis. Bitte mal fachlich bleiben.

Ein Genuss von Haschisch ist fatal? An einer akuten THC Intoxikation ist noch niemand gestorben. Ich kenne nicht mal einen case report! Aber jeden Tag erleben sie akute Alkoholintoxikationen in der Notaufnahme.

Alkohol ist klar gefährlicher als Cannabis! Das hab ich nicht erfunden und ich gönne dennoch jedem sein Weinchen am Abend. Aber wie viele Menschen sterben pro Jahr an den Folgen von Alkohol im Vgl zu Cannabis? Informieren sie sich. World Drug Report 2015 der UN ist als pdf online.

Ihre persönliche Erfahrung mit Alkohol in Ehren, aber sie sind offensichtlich nicht auf der Höhe der Zeit was den wissenschaftlichen Hintergrund zu Drogen angeht. Mit dem Glas Wein in der Hand auf Kiffer herabzublicken mag zu Christiane F. Zeiten noch funktioniert haben, heute ist es eher amüsant.

#22 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Zu 18) Oxidiert man Formaldehyd, so erhält man Ameisensäure, die schwer abbaubar ist. Reduziert man Formaldehyd so erhält man Methanol. das sicher toxischer als Aethanol ist. Bei Acetaldehyd erhält man entsprechend Essigsäure, bzw.Aethanol(Weingeist, Spiritus). Da mit steigernder Kohlenstoffzahl chemische Reaktionen langsamer werden (Paraffin= wenig angreifbar), dürften Ihre Behauptungen gefärbt sein. Genuss und Gefahr liegt bei Frauen bei täglich 20 Gramm und bei Männern 30-40 Gramm reinem Aethanol als Grenze für körperliche Folgeerkrankung(en). Meine Werte liegen weit darunter, und selten darüber. Ein Genuss von Haschisch in diesen Mengen sind sicher fatal. Mit 72 Jahren bin ich als Apotheker Wissenschaftler genug.

#21 |
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John Carter
John Carter

@Rückert #8:
“Substanzen […] die psychische und/oder physische Hilflosigkeit bzw. Kritiklosigkeit oder Unfähigkeit zu situationsangepasstem Handeln bewirken, sind als “Drogen” zu ächten”

Interessant: wo geht da die Dosierung ein, und wo verorten Sie z.B. moderat dosiertes MDMA? Da ist man wacher, offener, kommunikativer, freundlicher – und sogar im Strassenverkehr defensiver und ruhiger, weil man sich nicht ärgern und stressen lässt. Mit einer entsprechenden Dosis LSD ist man konzentrierter, kreativer, aktiver – und hinterfragt selbst Dinge, die man sich ein Leben lang aus reiner Gewohnheit, bzw. gesellschaftlich-politisch-wirtschaftlich-religiöser Manipulation hat gefallen lassen. Die Kritikfähigkeit steigt also enorm an.
Das Thema ‘Wirkungen’ ist eben nicht so trivial – und schon garnicht eindeutig oder pauschal bewertbar.

#20 |
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Gast
Gast

Ich kenne Erwachsene, die ihren regelmäßigen Alkoholkonsum (den ja jeder gerne euphemistisch als “normal” definiert, selbst wenn es täglich zwei Bier oder Gläser Wein sind) deutlich reduziert haben, nachdem sie mal andere Drogen nur ausprobiert haben. Statt täglich Alkohol ab und zu Cannabis am Wochenende, hat unter dem Strich einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden und die Gesundheit. Insbesondere die Nebenwirkungen (hang over nach Alkohol) sind bei moderater THC Dosierung deutlich angenehmer. Daher sehe ich nach einer Legalisierung nicht den Untergang des Abendlandes, sondern unter dem Strich weniger Alkoholiker und weniger Tote.
Und noch eine Randbemerkung. Es ist ein Skandal, dass die meisten Ärzte wenig bis keine Ahnung von Drogen haben, und dass selbst die Erforschung dieser weit verbreiteten Drogen gar nicht möglich ist! Versuchen sie mal eine Studie zum recreational use von Cannabis durchzuführen. De facto unmöglich, und sie riskieren ihre Karriere. Wenn man nur an die spektakulären Ergebnisse mit LSD in den 50er und 60er Jahren denkt. Es gibt Studien in denen Alkoholiker nach einmaliger LSD Gabe unter Aufsicht trocken blieben. Ähnliches zum Rauchen. Lohnt sich da angesichts der vielen Betroffenen nicht eine Wiederholung mit modernen Methoden? Aber welcher Arzt fasst schon LSD an, zumal es keine Pharmafirma als Sponsor gibt?

#19 |
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Are you experienced?
Are you experienced?

#16: Alkohol ist ein Zellgift, mit dem der Körper nichts anfangen kann. Kein Rezeptor etc. Zudem ist Alkohol krebserregend. Nicht “möglicherweise” wie Glyphosat, sondern klar belegt. Wenn man dieselben Regeln an Alkohol anlegt, wie an andere carcinogene Substanzen (zb Formaldehyd), wäre Alkohol allein aus diesem Grund verboten. Alkohol profitiert von einer Gesetzeslücke, die von alkoholischen Getränken keine Angabe der Inhaltsstoffe erfordert. Auf keiner Tütensuppe dürfte Alkohol als Inhaltsstoff stehen!
Cannabis und viele andere Drogen hingegen wirken auf existierende Rezeptoren. Die Dosis macht das Gift, aber niedrig dosiert ab und zu genommen sind viele harmloser als Alkohol. Ist doch alles längst bekannt. Siehe u.a. Lancet paper von David Nutt. Dort kommt Alkohol ganz schlecht weg und rangiert in den Top Drei der schädlichsten Drogen.
Vermutlich haben sie mit einem Glas Alkohol persönliche Erfahrung und deswegen keine solchen Bedenken. Und mit einer MDMA oder Cannabis oder anderen eher harmlosen Stoffen eben nicht. Daher die persönliche Meinung. Verständlich aber nicht wissenschaftlich.

#18 |
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Gast
Gast

#14: Beim Sraßenverkehr vergleichen sie Äpfel mit Birnen. Ein alkoholisierter Fahrer ist mindestens genau so gefährlich wie ein bekiffter. Zudem spielt doch der Grund für die Freigabe da keine Rolle. Oder ist ein bekiffter Fahrer, der aus medizinischen Gründen kifft, weniger kritisch als einer, der zur Entspannung kifft? Nein, hier sollten klare “Promillegrenzen” wie beim Alkohol eingeführt werden. Die heutige Regelung ist übrigens Unsinn. THC über der Nachweisgrenze der Methode führt zum Verlust der Fahrerlaubnis. Schweiz und USA zeigen wie es gehen kann.

#17 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Sinn machen Drogen nur heilend gesehen – nicht im High-Sein. Alkohol in Maßen schadet höchstens Schwangeren und deren Frucht. Tabak- und Haschischgebrauch läßt den Körper mit einer Vielzahl von chemischen Stoffen, von denen viele problematisch sind, auseinandersetzen. Opiate führen meist zur Sucht, was auch für Codein (Morphinnachweis im Darm) gelten mag. Aus Erfahrung werden die Wenigsten klug oder gar weise. Schwimmen in stark strudelnden Wasser macht dagegen nicht süchtig, aber kann gefährlich sein. Das Leben kann lang und voller Überraschungen sein, warum es also verkürzen oder qualvoll enden lassen.

#16 |
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Daniela
Daniela

#13 Barbara: Ich bin der Meinung, dass man nicht Andere für die Suchtprobleme im späteren Leben verantwortlich machen kann.
Natürlich sollten Erwachsene die Kinder quälen oder sonstwie misshandeln zur Rechenschaft gezogen werden (auch wenn die “Kinder” dann schon erwachsen sind), aber nicht als “Verursacher der Suchterkrankung”. Und selbst dann dies in diversen Therapien aufarbeiten, soweit möglich.
Allerdings ist man doch trotzdem selbst verantwortlich für sein Handeln und seinen Drogen- bzw. Alkoholkonsum. Niemand wird schließlich gezwungen Drogen oder ähnliches zu nehmen. Man hat selbst die Wahl.

#15 |
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Medizinjournalist

#2: mittlerweile existieren Schnelltests für synthetische Derivate. Die Kaufmotivation der sehr wohl verfügbaren Substanzen ist die extrem hohe Potenz. Ich möchte klar Stellung beziehen: ich bin für eine Legalisierung von Cannabis für die medizinische Anwendung (MS, Anorexie u.v.a), aber klar GEGEN die Freigabe als Rauschmittel. Das Problem von Cannabis ist nicht die Toxizität, da ist Ethanol und Nikotin potenter. Das Problem ist die unkalkulierbare Beeinflussung des Reaktionsvermögens. Wenn der Konsument mit der Reaktionszeit eines toten Hasen mit 30 km/h über die Autobahn “rast”, gefährdet er nicht nur sich sondern viele andere Unbeteiligte! Einigeln hilft hier nicht….

#14 |
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Barbara
Barbara

Ich bin der Meinung,dass wir das Übel der Sucht und damit allen Folgen in der Kindheit begegnen müssen. Die Suchtmittel, begonnen bei der Zigarette über Alkohol bis hin zu Medikamenten oder harten Drogen sind die Folge von seelischen Katastrophen.
Es ist zwar verwerflich, dass Menschen Suchtkranke werden, allerdings sind die Verursacher solcher Erkrankungen wie der der Sucht, nach wie vor kein Thema und diese werden auch nicht zur Rechenschaft gezogen.
Solange man aber diesen Weg geht, werden wir auch junge Menschen nicht von den “erlösenden” Suchtmittel abhalten können.
Bestrafen wir doch diejenigen, die die Erkrankungen in der Kindheit, und dass schon ganz früh, verursachen

#13 |
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Dipl.-Inf.Wirt Michael Haaker
Dipl.-Inf.Wirt Michael Haaker

Man werfe alles was man nicht kennt, Angst macht und aufgeladen genug ist dass der geneigte Leser sich gleich mal auf den Schrecken einen “Doppelten” oder ein “Viertelchen” zur Beruhigung eingiessen möchte in einen Topf (Cannobinoide werden mittlerweile erfolgreich in der Krebsbehandlung zusätzlich eingesetzt, Ketanest zählt seit vielen Jahren zu den sicheren Betäubungsmitteln u.a. in der Tierheilkunde, Kratom wird, wie der Artikel auch sehr richtig erwähnt, als Mittel zum Entzug von Opioidsüchtigen eingesetzt. Die geschickt formulierte Gesetzes-Regel: Was nicht erlaubt ist, ist automatisch verboten, dürfte es schwer haben, sich als Regulativ für gesunde, selbstbestimmte und mündige europäische Bürger durch zu setzen.

Der Eindruck, der in diesem Artikel erweckt wird, liest sich wie eine gelungene Zusammenfassung der versammelten Pharmalobby, die auf dem Rücken hysterischer und letztlich völlig uninformierter Moralapostel ihre Pfründe, sprich Märkte für die eigenen Psychopharmaka/ Schmerzmittel aus sogenannter berufener Hand zu verabreichen sich nicht scheut zu sichern und einmal mehr die neu geschmückte Sau durchs Dorf jagt. Und sage bitte keiner, dass eine Sucht mit Benzodiazepinen oder verwandten polycyclischen organischen Verbindungen harmlos sei.

Aufklärung, Information, Beratung, Abwägen und Kontrolle der letztlich tonnenweise den Weltmarkt durchdringenden Substanzen unterschiedlichster Genese ist mit Sicherheit, wenn man den Schutz des Bürgers, der Jugendlichen Konsumenten tatsächlich im Fokus hätte, das Gebot der Stunde.

Alles andere ist Kosmetik und wird langfristig zum Scheitern verurteilt sein, aktuelle Recherchen zum Drogenkonsum zeichnen tatsächlich ein völlig anderes Bild:
So sind MXE, Ketamin wie auch zahlreiche Amphetamin Derivate (nebst nach wie vor Cannabis) zwischenzeitlich europaweit fest etabliert und das Wissen um die Wirkungen, Nebenwirkungen wie auch die damit verbundenen Gefahren (die es bei j e d e r Droge gibt, auch Koffein führt zu Herzrasen, trinken Sie mal ‘ne Kanne auf “ex”) wird bedauerlicherweise teuer durch Erfahrungsaustausch erkauft statt durch eine vernünftige Beratung die notwendig wäre statt nach wie vor die Verbotskarte zu ziehen und auf Augen zu und durch zu setzen.

Mit diesem erhobenen und als gespalten wahrgenommenen Zeigefinger der etablierten Vorturner, die dadurch jegliche noch vorhanden Restautorität bei den Betroffenen verloren haben, wird das Gegenteil von dem erreicht was eigentlich bewirkt werden könnte. Verbote haben noch nie in der Geschichte eine Minderung bewirkt, jede Prohibition steigert bekanntlich das Interesse, ein Blick in die jüngere amerikanische Geschichte zeigt das Ausmass dieses Irrtums deutlich.

Ohne eine neue Betrachtung die zu mehr Eigenverantwortung, Freiheit des Einzelnen bei der Auswahl seiner Genuss und Rauschmittel führt, wird sich dieser Hase und Igel Wettkampf bis in alle Zeit fort setzen, gehört doch der Rausch seit der Frühzeit zum Menschen – und wird sich auch, da sind sich die Experten einig, lediglich verschieben, keinesfalls aber beseitigen lassen.

Zumal jeder Versuch, den Bürger vor sich selbst zu schützen, geradezu grotesk erscheint in einer Welt, die dem Einzelnen immer mehr Verantwortung abverlangt und gleichzeitig restriktiv agiert und vorschreiben will, wie dieser mit sich selbst, dem letztlich eigenen Hoheitsgebiet, umzugehen hat.

#12 |
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Dr. Marco Mundorff
Dr. Marco Mundorff

Man bedenke: Zieht sich einer sein Hanfpflänzchen auf der Fensterbank, erntet das Zeug und konsumiert es ganz friedlich in privater Umgebung handelt er kriminel und die Polizei hat das Recht auf Wohnungsdurchsuchung, mit allem pipapo. Zieht einer Pefferminze für seinen Tee stört`s niemandeni. Und kippt sich ein anderer ne Pulle Korn hinter verschlossenen Türen hinter die Binde und wird zur Alkoholleiche interessiert es die Staatsmacht auch herzlich wenig….ist ja selber Schuld! Wann hört der Staat endlich auf Erwachsene zu Bevormunden und zu Gängeln und überläßt ihnen selbst die Entscheidung über ihr Genußverhalten…………natürlich dann auch in voller Eigenverantwortung und mit allen (negativen) Konsequenzen!

#11 |
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Gast
Gast

Beim Gröhe-Hasen wird deutlich, daß die Redaktion wird nun doch immer spaßiger wird. Warum ?

#10 |
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Psychloytischer theapeut
Psychloytischer theapeut

Immer diese verbote in deutschland, ich darf nur im ausland praktizieren da psycholytische therapie in deutschland verboten ist,das ganze geht in erster linie von der pharmaindustrie den human medizinern und der Mortler /CDU aus.Man muss alle substanzen legalisieren denn jeder erwachsne mensch sollte selbst entscheiden dürfen mit welchen mitteln er/sie sich behandeln lässt.

#9 |
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Rückert
Rückert

Die Hauptsache ist der Effekt! Substanzen, die bei den meisten Menschen Wirkungen auslösen, die psychische und/oder physische Hilflosigkeit bzw. Kritiklosigkeit oder Unfähigkeit zu situationsangepasstem Handeln bewirken, sind
als “Drogen” zu ächten. Ausnahmen sind anerkannte medizinische Anwendungen.
Die Einstufung als “Droge” darf nicht nur nach chemischen Gesichtspunkten erfolgen, sonst läuft man der Entwicklung ständig hinterher. Es ist an der Zeit,
andere Verfahren und Tests zu entwickeln, den Drogenrausch zu erkennen und
strafbewehrt zu verfolgen, incl. der Dealer und Hintermänner/-frauen.

#8 |
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Zahnarzt

Dieses Katz- und Mausspiel immer mit dem Verbieten. Entweder Tabak und Alkohol ebenfalls verbieten oder alles legalisieren.

#7 |
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Gast
Gast

Sehr informativ. Aber wohin soll diese zunehmende Verschärfung eigentlich führen? Soll alles was auf Erden kreucht und fleucht und ggf. als Droge in Frage kommt unter die Kontrolle des Staates kommen? Und event. Konsumenten in den Knast? Das Beispiel mit den synth. Cannabinoiden zeigt doch gerade die Sinnlosigkeit dieses Weges.
Wozu jetzt auch Exoten wie Kratom in den Fokus bringen? Die Urwälder sind voll von solchen Pflanzen. Mal bei Dr. Rätsch nachlesen. Vielleicht mal den Verbietungswahn auf echt giftige Pflanzen ausrichten, wie den blauen Eisenhut, der in jedem Gartenzenter verkauft werden darf.

#6 |
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Peter Kuntze
Peter Kuntze

Sehr gute Beschreibung und trotzdem werden wir von der Chemie systematisch physisch und psychisch zerstoert.
Gedankenblockaden und Handlungsverbote
Lassen gruessen. Ein kleiner Gauner wird bestraft, aber unsere Aertze lassen sich ihr Broetchen herzhaft schmecken.

Peter Kuntze

#5 |
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Gast
Gast

Frage an den Autor:
Was denn nun: Gesetz? oder Gesetzentwurf?
Gültiges und verbschiedetes Gesetz oder noch nicht gültiger Entwurf?
Sie benutzen unterschiedliche Bezeichnungen in Ihrem Artikel.

#4 |
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Chemiker

“Supermorphin” 7-Hydroxymitragynin mag zwar 13mal so wirksam sein wie Morphin. Superopioide sind aber nochmals 1000mal so wirksam… ;)

#3 |
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ReginaldJuriDavis
ReginaldJuriDavis

“Es gibt etwa legales synthetisches THC oder Cathin.”
Wo soll man da anfangen?
1. THC ist trotz nachgewiesener medizinischer Wirkung ein illegale Substanz in Deutschland – egal, ob natürlichen oder synthetischen Ursprungs
2. THC kann auf verschiedenen Wegen synthetisiert werden – aber wozu sollte man sich die Mühe machen und die Kosten auf sich nehmen? Das Zeug wächst auf Bäumen! Wortwörtlich!
3. Künstliche Cannabinoide sollen u.A. den Zweck erfüllen, dass sie bei Drogenscreenings übersehen werden, daher ist für die Konsumenten, die zu legal highs greifen, der Wirkstoff THC äußerst uninteressant.
4. Der “normale Kiffer” will keine “Chemie” konsumieren und meidet die legal highs, der Legal High´er ist bereit sich unerforschten Neben- und Langzeitfolgen zu unterwerfen, um bei Screenings gut dazustehen, dafür darf es jedes beliebige künstliche Cannabinoid sein – aber eben nicht das THC selbst.

Folglich ist die Verfügbarkeit von “synthtischem THC” auf dem Markt gleich null, weil die Nachfrage gleich Null ist.

Darüber hinaus ergeben neueste Studien zu physischen Schädlichkeit von Cannabislangzeitkonsum ein pysiologisches Schadensbild, dass etwa dem entspricht, dass einem Nichtkonsument bei Unterlassung der Nutzung von Zahnseide aufweist.
Im Vergleich zu den bereits bekannten Todesfällen durch die Legal Highs sollte man ernsthaft die aktuelle Drogenpolitik überdenken – und bedarfsweise über den Haufen werfen. In Colorado scheint es ganz gut zu funktionieren, in Portugal und Spanien auch. Und von Holland…

#2 |
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Christian Becker
Christian Becker

“Bisher musste eine als Droge verwendete Substanz analysiert werden und wurde dann als „nicht verkehrsfähiges und nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel“ in die Anlage der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) eingruppiert.”
Das ist eine Anlage des BtMG, auf die sich die BtMVV aber bezieht.

Ansonsten interessanter Artikel. Vielen Dank.

#1 |
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