Demenz: Versuchskaninchen wider Willen

17. Juni 2016
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Nach wie vor warten Health Professionals auf den Durchbruch bei der Therapie von Demenzerkrankungen. Deshalb will Hermann Gröhe Tests mit Patienten ausweiten, die weder zustimmen können noch selbst von einer Studie profitieren.

Weltweit bleiben Demenzen eine der großen Herausforderungen für Gesundheitssysteme. Das geht aus dem Welt-Alzheimer-Report 2015 hervor. Experten zufolge leben in den USA 9,4 Millionen Menschen mit der Erkrankung, in Europa 10,5 Millionen, in Asien 22,9 Millionen und in Afrika 4,0 Millionen. Waren dem Bericht zufolge in 2015 noch 46,8 Millionen Menschen weltweit betroffen, rechnen Forscher bis 2030 mit 74,7 Millionen Patienten. In 2050 sollen es sogar 131,5 Millionen sein. „Die steigenden Kosten von Demenz werden eine ernsthafte Herausforderung für die Gesundheits- und Sozialsystem in aller Welt darstellen“, kommentiert Marc Wortmann von der Organisation Alzheimer´s Disease International (ADI) seinen Bericht.

 

World Alzheimer Report

Grafik: Welt-Alzheimer-Report 2015

Deutschland wird dement

Deutschland ist ebenfalls stark betroffen. Laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) leben bei uns aktuell 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. „In Abhängigkeit von statistischen Grundannahmen (zum Beispiel zur zukünftigen Entwicklung der altersbezogenen Prävalenzraten) könnte sich die Zahl der demenziell erkrankten Menschen bis zum Jahr 2050 verdoppeln“, heißt es in einer Mitteilung. Die Krankheiten, allen voran die Alzheimer-Demenz, lassen sich bis heute nicht heilen. Viele Projekte sind in den letzten Jahren gescheitert. Deshalb setzt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) große Hoffnungen in die Forschung. Beim Pharmadialog kündigte er an, die Forschung zu intensivieren. Jetzt werden seine Pläne konkret.

Forschen um jeden Preis

Dazu ein Blick auf Gröhes Entwurf des Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften (AMG-E). In die Novelle flossen etliche Ideen von Professor Wolfgang Maier ein. Mair ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Bonn, und Sprecher der Steuerungsgruppe für die Entwicklung der S3-Leitlinienentwicklung „Demenzen“.

„Die gegenwärtige gültige Fassung des AMG schließt beim Fehlen der Einwilligungsfähigkeit (…) die Teilnahme an ausschließlich gruppennützigen klinischen Studien aus“, so Maier. „Diese Regelung behindert vor allem auch die Entwicklung von wirksamen Therapien bei Demenzen im fortgeschrittenen Stadium (mittelgradige oder schwere Demenzen), da krankheitsbedingt meist keine Einwilligungsfähigkeit mehr vorliegt.“ Gruppennützige klinische Studien seien angesichts mangelnder aktueller Therapiemöglichkeiten jedoch notwendig.

Hermann Gröhe griff die Ideen auf. Künftig soll ein „Nutzen für die repräsentierte Bevölkerungsgruppe, zu der die betroffene Person gehört“, ausreichen, falls Patientenverfügungen dies gestatten. Jetzt melden sich mehr und mehr kritische Stimmen zu Wort.

„Mensch zum Nutzen anderer instrumentalisiert“

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Kommissariat der deutschen Bischöfe kritisieren Gröhes Pläne in einer gemeinsamen Stellungnahme. Sie stören sich vorrangig an gruppennützigen Studien mit nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen gemäß Paragraph 40b Absatz 4 AMG-E. „Derartige klinische Prüfungen bergen die Gefahr in sich, dass der Mensch zum Nutzen anderer instrumentalisiert wird, zum bloßen Objekt herabgestuft und benutzt wird“, schreiben beide großen Kirchen. „Dass  eine derartige Verzweckung des Menschen gegen dessen Würde verstößt, steht für uns außer Zweifel.“

Hermann Gröhe. Bild: Christliches Medienmagazin pro / Wikipedia

Hermann Gröhe © Christliches Medienmagazin pro/Wikipedia

Signalisieren Patienten ihr grundsätzliches Einverständnis vor Ausbruch einer Demenzerkrankung, steht der Teilnahme an Studien nichts im Wege. Die konkrete Einwilligung kommt schließlich vom Betreuer selbst. Vordrucke enthalten derzeit keine Felder zu Fragen rund um Arzneimittelstudien. „In Patientenverfügungen kümmert man sich um sich selber und nicht um das, was in der Forschung passiert“, erklärt der Vorsitzende der Ethikkommission Berlin, Professor Martin Hildebrandt.

Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Bundestages und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, ergänzt: „Menschen mit geistiger Behinderung dürfen nicht zu Versuchskaninchen werden.“ Auch der VFA distanziert sich: „Die forschenden Pharma-Unternehmen benötigen daher für ihre Entwicklungsarbeit keine Gesetzesänderung.“ Klinische Studien würden so konzipiert, dass demenzkranke Teilnehmer einen individuellen Nutzen hätten.

Ethik-Kommissionen ausgehebelt

Neben der Rekrutierung von Patienten enthält Hermann Gröhes Entwurf noch weitere heikle Passagen. Ethikkommissionen seien nur noch „maßgeblich zu berücksichtigen“. Bisher war deren Zustimmung eine zentrale Voraussetzung. „Wir geben zu bedenken, dass die Formulierung ‚maßgeblich zu berücksichtigen’ absehbar in der Praxis dazu führen dürfte, dass die Bundesoberbehörde unter Verweis auf den im deutschen wie im europäischen Recht verankerten Gleichheitssatz Voten der Ethik-Kommissionen auch darauf hin prüfen wird, ob sie in vergleichbaren Konstellationen auch zu vergleichbaren Ergebnissen gelangen werden“, schreiben EKD und Bischöfe. Dies gehe weit über „Ausreißer“ bei offensichtlichen Verstößen gegen Grundsätze der Wissenschaftlichkeit hinaus. Kirchen schlagen deshalb vor, an der generellen Zustimmung von Ethikkommissionen festzuhalten. Deren Registrierung solle „durch eine andere Stelle als die Bundesoberbehörde“ vorgenommen werden.

Kommt Zeit, kommt Rat

Hermann Gröhe rechtfertigte seine Pläne umgehend. Der Wille und der Schutz der Patienten stünden „zu jedem Zeitpunkt an erster Stelle“, sagte der CDU-Politiker. „Zugleich eröffnen wir die Möglichkeit für Studien, die helfen können, zum Beispiel demenzielle Erkrankungen besser zu verstehen und zu behandeln.“ Trotzdem rudern Union und Sozialdemokraten zurück. Wann es zur abschließenden Beratung im Bundestag kommt, ist noch offen. Experten arbeiten derzeit an einem Kompromissvorschlag.

52 Wertungen (4.62 ø)

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17 Kommentare:

Psychologin Gabriele Schwabenland-Altgeld
Psychologin Gabriele Schwabenland-Altgeld

Menschenverachtend. Hatten wir das nicht schon einmal. Herr Gröhe kann es gerne an sich selbst testen…

#17 |
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Gast
Gast

Zum Kommentar #9 vom 17. Juni:
Es darf vorausgesetzt werden zu wissen, daß Kohlendioxid CO2 sich in Wasser löst zu Kohlensäure H2CO3. Nach Herrn Laudenbach jedoch entsteht stattdessen eine der chem. Terminologie völlig fremde Verbindung, die bisher unbekannte “Kohlendioxidsäure”.
Diese bislang unbekannte Verbindung, hinter der sich jedoch nur die Kohlensäure verbirgt, wird zudem als äußerst gefährlich beschrieben: sie löst Nervenstränge auf, die bis dato das Eiweiß schützten !! Donnerwetter ! Nun wissen wir´s: daher also Demenz-Alzheimer. Was diese neue Säure nicht alles macht !

Weiterhin: wenn nur alle Studenten wüßten, daß man allein im Nach(t)schlaf lernt. Dies tägl. Gepauke vor den Examina! Unnötig: Buch unters Kopfkissen, schlafengehen und das Eingepaukte setzt sich. Aber vorher muß man gepaukt haben.
Haben wir´s doch alle schon geahnt und probiert: nur schlafen bringt nichts.

Schließlich noch von dem, der mehr wissen will, die Frage: wer verbirgt sich hinter der angegebenen flc@live.de ? Mit wem korrespondiere ich da gegebenenfalls ? Macht man nicht gern mit no-name-Adressaten.

#16 |
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D.M.Buchta
D.M.Buchta

Dr.Henrich hat recht, Tote brauch man nicht mehr retten. Wir brauchen Prävention, bitte diese Forschung finanzieren. Alles andere ist rausgeschmissenes Geld, nur dann ist doch die Pharmaindustrie nicht die richtige Adresse, oder?
Habe meine demenzkranke Mutter 8 Jahre gepflegt. Diese Erfahrung prägt mein Leben, insbesondere auch meine Ernährung.
Dr.rer.pol. Doris Maria Buchta

#15 |
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Gast
Gast

Mit den Impfungen gibts Autisten en masse und die pflegen dann die Alzheimerkranken…..Dank der Pharmaindustrie

#14 |
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Weitere medizinische Berufe

Das Gesundheitswesen ist in seiner Organisation bankrott.
Wir haben eine Chip Karte, die wird nicht als Datenträger genutzt
Damit entstehen irre Kosten und Verzögerungen!
Die Gesundheitsminister sind Politiker und haben keine Ahnungen was da liegenbleibt und die Kanzlerin ist auf diesem Gebiet genau so Ahnungslos!
Wenn man schon unfähig ist das meist kontraproduktive Datenschutzgesetzt abzuschaffen, so sollte man den Kunden das anbieten mit Widerspruchsrecht.
Ich würde sofort die Karte nutzen wollen in allen Bereichen des Datentranfers von der Adresse zu Krankheiten, Medikamenten, Arzneimitte einschl. Rezepte, Facharztberichte, Impfungen usw.
Das Gesundheitswesen wurde damit 20 – 30 % an Kosten sparen!

#13 |
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Rolf Höhl
Rolf Höhl

Das ist mal wieder so eine Aktionismusrakete aus dem Gesundheitsministerium von dem man nichts hört wenn es um wenn es um Erkenntnisse geht die möglcherweise der Grossindustrie lästig werden könnten.
– Was ist mit der totalen Pharmaabhängikeit des grössten Teils von Lehre und Fotschschung

#12 |
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Barbara Lammers
Barbara Lammers

Ich durfte gerade miterleben, wie ein medizinischer Sachverständiger die Einwilligungsfähigkeit eines Petienten (zum Vorteil des behandelnden Arztes) aufteilte: nicht einwilligungsfähig allgemein, jedoch einwilligungsfähig in die medizinische Behandlung.Noch setzte ein Richter ein Veto gegen dieses Manöver- wie lange noch ?
Waere doch ein Modell für die Bundesregierung ?.

#11 |
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Eva Kurzweil
Eva Kurzweil

Da ist doch jeglicher Kommentar überflüssig!

Siehe die beiden Bücher “Die Alzheimer-Lüge” und “Alzheimer ist heilbar” bd. von Dr. med. Michael Nehls und “Alzheimer vorbeugen und behandeln” von Mary Newport.

Die ganze Forscherei diesbezüglich ist vermutlich für die Katz´, doch Big-Pharma lässt nicht locker und spekuliert auf riesigste Gewinne!! Unterstützt von unserem völlig ahnungslosen Gesundheitsminister. Er könnte sich ja schon vorab mal zur Verfügung stellen.

Ein Riesenthema zu dem es noch vieles zu sagen gäbe, von der Ernährung und Betreuung alter Menschen in Pflegeheimen bis zur Nahrungsmittelindustrie, Veröffentlichung von Studien (sollen wir etwa nicht informiert werden ?) und sooo vieles mehr……………….

Prävention ist das A und O unserer Zivilisationserkrankungen. Doch da müsste die Politik ans “Eingemachte”. Deutschland schläft….!!!!!!!!! oder will schlafen?

Eine ehemalige Landrätin aus Franken forderte seinerzeit Fachleute bzw. Fachgremien für die entsprechenden Posten in Berlin (z.B. Gesundheitsminister, Wirtschaftsminister etc.) und wurde prompt “abgesägt”.

Da hätte sich ja Sachverstand mit den entsprechenden Folgen breitgemacht.

“Was ist das Schwerste von allem? Was dir am leichtesten dünkt. Mit den Augen zu sehen was vor dir liegt” J.W. v. G.

#10 |
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franz laudenbach
franz laudenbach

Franz Laudenbach
An Demenz-Alzheimer Erkrankte als Versuchskaninchen verwenden anstatt ihnen zu helfen:
Dazu: Schlafapnoe Syndrom (OSAS/ZSA) erzeugt essentielle Hypertonie in der Zeit des Schlafes. Mit sogenannten ‘blutdrucksenkenden Medikamenten’, die zu Massen auf dem Markt sind, werden Apnoiker fehl-therapiert.
Dazu: Schlafapnoe wird z.B. in Krankenhäusern nicht untersucht, weil vom Gesetzgeber so veranlasst (07.2010) Wird nicht untersucht: “Weil wird nicht bezahlt” (mehrfach wurde es mir so mitgeteilt)!
Problem: Sogenannte ‘blutdrucksenkende Medikamente’ senken nicht den Blutdruck! Ausschließlich frieren sie die Herzfrequenz ein, mach so ein Anwachsen des systolischen Blutdruck überflüssig.
Problem: Schlafapnoe in Kombination mit ‘Blutdrucksenker’, führt zu hohem AHI. AHI = Apnoe Hypopnoe Index = Anzahl der Erstickungsanfälle gefolgt von Arousel (Not-Wecken) pro Stunde.
Ab AHI ~ 40 ist mit Desorientierung zu rechnen.
AB AHI ~ >47 bis >55 ist mit erheblichen Gedächtnisschwierigkeiten zu rechnen.
Darüber hinaus; Je höher der AHI, desto weniger gelingt korrekte Ab-Atmung.
Betroffene schnappen nur noch nach Luft.
Folge: Nicht abgeatmetes Kohlendioxidgas löst sich in Kohlendioxidsäure.
Kohlendioxidsäure wird über Leber und Nieren abgebaut. Offensichtlich nur bei gesundem Schlaf.
Kohlendioxidsäure überwindet die Bluthirnschranke.
Kohlendioxidsäure löst Eiweiß schützende Nervenstränge auf.
Folge: Demenz-Alzheimer.
Wo bei ich der Auffassung bin: Gedächtnisschwierigkeiten ergeben sich auf Grund gestörtem Nacht-Schlaf.
Nur im Nachschlaf lernt man (Prof. Jan Born UT).
Wollen Sie mehr wissen!
flc@live.de;

#9 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

das gesamte Gesundheitswesen ist doch falsch aufgestellt ,Nahrungsmittel werden immer schlechter , Medikamentennebenwirkungen sind normal (? nil nocere ? …was ist das denn ),neueste Forschungen ( Cytokine, Interleukine, Mitochondrien ) finden selten Eingang , was nicht aus der Mainstreamforschung kommt ist per se ……Gene in jeder Form sind auf dem Altar des Erntedankfestes , Naturheilkunde ( o `Gott ), Metalle/ Schwermetalle wie elektromagnetischer Müll regt doch schön an ( ADHS- Kinder usw ), Hormone : ja zur Verhütung geht alles jut ,Chronische Entzündungen –da gibt es ja noch kein Gen u. so weiter -nein , lieber und so heiter , denn ein Pharmamittel , das dies alles kompensiert wird es nie geben ………

#8 |
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Marie-Luise Licht
Marie-Luise Licht

Selbst wenn man bedenkt, dass es den schon betroffenen patienten nichts mehr hilft, sollte man doch bedenken, dass die forschung vielleicht hilft in zukunft anderen alzheimer patienten das leiden zu erleichtern. Ich selbst betreue meine an alzheimer erkrankte mutter

#7 |
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Klaus Samer
Klaus Samer

Es gibt eine öffentliche Petition im Deutschen Bundestag die die Aufrechterhaltung des Vetorechts der Ethikkomissionen und eine entsprechende Änderung des Gesetzesentwurfs fordert:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2016/_05/_18/Petition_65801.nc.$$$.a.u.html

Mitzeichnungsfrist 4 Wochen wer das für sinnvoll hält mag sich beteiligen.

#6 |
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Man braucht sich nur einmal einige Studien zu Demenz und Alzheimer anzuschauen, dann erkennt man sofort, wie dumm und kurzsichtig eine schwerpunktmässige pharmazeutische Forschung auf diesem Gebiet ist: http://nutritionfacts.org/video/alzheimers-and-atherosclerosis-of-the-brain/
Zudem ist es absurd, erst einmal das Kind in den Brunnen fallen zu lassen, um dann viel Geld dafür auszugeben, das bereits gestorbene Kind retten zu wollen. Aber weil keiner an Prävention (insbesondere durch Ernährung) verdient und vermeintliche Verbesserung durch Pharmaka Milliardengewinne versprechen, resultiert so ein Unfug.
Da ja bekannt ist, wie oft Studien in der Medizin gefälscht oder hingebogen werden, scheinen die Profite durch vermeintlich minimal wirksame Medikamente gesichert. Ein offensichtlich ahnungsloser Gesundheitsminister ohne Fachkenntnisse macht mit.

#5 |
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Gast
Gast

Demenz

#4 |
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Bundesundheitsminister, den Titel sollte er schnellstens ablegen, Wirtschaftsminister ohne Moral träfe es wohl eher. Ich dachte, solches Gedankengut gehört wirklich der Vergangenheit an, das hatten wir doch alles schon mit den bekannten Auswirkungen in unserer nicht mehr ganz so jungen Geschichte!
Die Ethikkommissionen zu nur noch zu berücksichtigenden Figuren deklassieren, hallo, wo ist der Aufschrei der Mediziner, der Ethiker, der Politiker, der Presse??? Haben denn alle Ihren hippokratischen Eid und Ihre Moral und Ethik am Eingang abgegeben? Patienten zu willenlosen Versuchskaninchen zu machen, nur, weil bei ihnen “ein Fehlen der Einwilligungsfähigkeit” vorliegt ? Wer meint denn, dass diese Kranken kein Gefühlsleben mehr haben, nichts mitkriegen? Wo zur Hölle leben wir?
Als ehemaliger CRA war es meine allererste und dringendste Aufgabe, vor Beginn jedweder Studie, das Vorliegen der Einverständniserklärung des Patienten zu prüfen, Stichwort ICH-GCP! Wo soll das hinführen, wenn wir jetzt solche internationalen Standards einfach mal so unter den Tisch fallen lassen. Heute sind es die Demenzerkrankten, wer oder was ist morgen dran? Wann fällt die gesamte Hemmschwelle für Studien? Niedrig genug ist sie eh schon, wenn man sich die Auslagerung vieler Studien in Entwicklungsländer vor Augen hält!

#3 |
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PD Dr. med. Reinhard Schlenzka
PD Dr. med. Reinhard Schlenzka

Hat der Bundegesundheitsminister keinen beratenden Statistiker gefragt? Es gibt keine inhomogenere Gruppe als demente Menschen über 80 Jahre. Geht es hier um eine seriöse Frage oder möchte man das AMG für über 80 Jührige aushebeln?

#2 |
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Dr. med. Michael Traub
Dr. med. Michael Traub

Primär geht es nicht um die Behandlung der schweren Demenz – da ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen -, sondern um eine therapeutische Vermeidung dieses Stadiums. Und
da gibt es immer noch das Problem der Diagnostik von Frühstadien, in denen bereits ein
Aufhalten der Erkrankung ein Erfolg wäre.

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