Eine (Um)frage des Vertrauens

10. Juni 2016
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Apotheker genießen in der Bevölkerung viel Vertrauen. Das zeigen aktuelle Befragungen des BAH und der GfK. Konsumenten schätzen beim Apothekenbesuch eine gute Beratung und persönlichen Kontakt mehr als schnelle Rabatte.

Korrupte Kollegen: In Mainz standen Apotheker vor Gericht. Ihnen wird zur Last gelegt, mit teuren Krebsmedikamenten Krankenkassen betrogen zu haben. „Panorama“ und „Stern“ kamen weiteren Skandalen auf die Spur. Ein Arzt sollte Rezepte für Chemotherapeutika-Rezepturen bevorzugt bei einem bestimmten Apotheker einreichen – gegen ein kostengünstiges Darlehen des zweiten Apothekers. Der nächste Fall kommt aus Frankfurt. Staatsanwälte ermitteln gegen eine Ärztin, ihren Partner und gegen einen Apotheker. Auch hier ist von Abrechnungsbetrug die Rede. Jeder Skandal schlug hohe Wellen. Verbraucher schätzen die Straftaten folgerichtig als Einzelfälle ein. Sie bringen Apothekern nach wie vor hohe Vertrauenswerte entgegen.

Top-Werte für Pharmazeuten

Das geht aus repräsentativen Befragungen hervor. Wie der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) jetzt berichtet, vertrauen 72 Prozent aller Interviewten ihrem Apotheker. Unter allen 15-29-Jährigen sind sogar knapp 82 Prozent dieser Meinung. Das ist der beste Wert seit Beginn entsprechender Erhebungen vor drei Jahren. Mit Abstand folgen Ärzte (61 Prozent) und gesetzliche Krankenkassen (44 Prozent). Zu ähnlich guten Werten kommt die GfK beim „Trust in Professions Report 2016“:

Infografik Trust in Professions Report.

Trust in Professions Report: Apotheker schneiden auch hier exzellent ab. Quelle: obs/GfK Verein

Kompetent beraten

Doch zurück zur BAH-Umfrage. Hier zeigt sich auch, welche Stärken Präsenzapotheken haben. Rund 82 Prozent aller chronisch Kranken schätzen ihre Stammapotheke. Ansonsten sind es 61 Prozent, die auf langfristige Bindungen zum Pharmazeuten ihres Vertrauens bauen. Rund 93 Prozent geben an, ihnen sei die fachliche Kompetenz des Apothekers wichtig. Und 75 Prozent schätzen, wenn er sich Zeit für die Beratung nehmen: Aspekte, die Kunden aller Altersklassen anführten. 75 Prozent legen Wert auf Wohnortnähe. Dieses Kriterium war speziell älteren Menschen wichtig. Für viele Kollegen vielleicht überraschend: Vergünstigungen wie Kundenkarten oder sonstige Boni halten lediglich 29 Prozent der Befragten für besonders wichtig. „Also spielen beim Apothekenbesuch die Qualität der Beratung und des persönlichen Kontaktes sowie die Erreichbarkeit eine größere Rolle als wirtschaftliche Vorteile“, kommentiert der BAH seine Studie.

8 Wertungen (4.88 ø)

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9 Kommentare:

Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Umfragen kosten auch immer Geld. Fernsehbilder von” kritischen” Untersuchungen können solange wiederholt werden, bis ein Produkt kostengünstig erscheint, und dann gesendet wird. Auch ein GFK-Verein kann manipuliert sein. Kennen Sie den GKV-Verein bis im letzten Detail?

#9 |
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Gast
Gast

Ich vermisse in der Aufzählung den GFK-Verein, und wenn der Bundesverband der Arzneimittelhersteller so ein Ranking macht, da wird wohl Misstrauen nicht ganz abwegig sein!
Umfragen sind in der Regel ein Mittel der Manipulation, so siehts aus!

#8 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

Warum sind Neun eigenverantwortliche Berufsgruppen unter den zehn Besten bei obiger Statistik, und auch die Polizisten sind dies weitgehend? Bei den Letzten der Aufzählung sind Manipulationen die Regel.

#7 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

ad 3+5) : Auch Internetapotheken werden von Apothekern geleitet, sofern nicht nur OTC-Ware verhökert wird.
Versuchen Sie doch mal eine Stelle im Finanzamt, der Bundeswehr, oder Architekturbureau mit angemessenem Lohn zu finden. Leistungsgerechte Beförderung oder Liegestütze oder Mobbing dürften Ihnen sicher sein! Bei ersterem Berufszweig dürften Sie sich freuen, dass für andere Angestellte Gehaltskürzungen oder Entlassungen folgen.
Anonymität ist ein Zeichen von Furcht.

#6 |
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Gast
Gast

Für meine Dauermedikamente brauch ich keine Apotheker, da nehm ich die Internetapotheke.

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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

ad 3) : Sie kennen meine langjährigen (20Jahre2x und 15 Jahre und 10Jahre) nicht im Geringsten. 4Jahre nach Geschäftsende waren wir gestern wiederholt zu privatem Gespräch und Essen friedvoll zusammen. 2 Angestellte haben mir bei einer nicht ernst genommenen Lungenentzündung vor 1,5 Jahren das Leben gerettet und mich während meinem 12 tägigen Koma und auch danach immer wieder besucht und mitgezittert. Sowohl meine Pächterin mit 3 Kindern, die Akademiker wurden ,als auch meine Angestellten wurden überdurchschnittlich entlohnt. Hass war bei uns ein Fremdwort, Selbsständiger Einsatz und Hilfsbereitschaft waren Selbstverständlichkeiten, was ich bei Ihnen jedoch zu vermissen glaube.

#4 |
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Gast
Gast

Arrogante Apotheker wie Sie verehrter Herr Kollege sind einer der Hauptgründe warum wir keinen Nachwuchs in die Apotheken bekommen!
Sie betrachten Ihre Angestellten bestimmt auch als Handlanger bzw. als Untergebene.
Grausam.
Ohne die PTAs und PKAs würde die Apotheke als solches zusammenbrechen.
Zeit für Sie das zu erkennen und sich vor allem um ein respektvolles Miteinander bemühen.
Ihr Kommentar trieft vor Selbstglorifikation.
Die Pharmazie besteht nicht nur aus Apothekern.

#3 |
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Manfred Lothar Dietwald
Manfred Lothar Dietwald

ad 1) : Angestellte maßen sich gern mehr Kompetenz auf Grund von Gesetzestexten in schwankender Anzahl oder Gefühlen an. Die Verantwortung trägt allein der geschäftsführende Appotheker. Grobe Machenschaften sind natürlich verwerflich. Ein gesundes Betriebsklima hängt von beiden Parteien ab, und es gilt für beide Seiten die alte Weisheit: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch zurück.

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Gast
Gast

Beten wir zum Himmel dass die zum Teil richtig fiesen und gemeinen Machenschaften zwischenmenschlicher Natur, speziell gegen PTAs und PKAs von Seiten der erlauchten Approbierten niemals an die Öffentlichkeit gelangen.
Wenn mehr Kunden wüssten was der eine oder andere Chef (m/w) seinen Mitarbeitern an Behandlung zukommen lässt wären viele deutsche Apotheken geschlossen.
Zwischenmenschlich und emotional völlig erkaltet ohne jede Führungskompetenz.
Das aber sehen die Kunden nicht.
Wenn da mal Team Wallraff berichten würde…

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