PJ: Einheitlichen Standard setzen

5. Juni 2013
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Die Medizinstudierenden des Hartmannbundes und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) plädieren im Nachgang zum 116. Deutschen Ärztetag für eine bundesweit einheitliche monatliche Vergütung für Studierende im PJ.

Die Delegierten des 116. Ärztetages hatten sich in der vergangenen Woche mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die derzeit 597 Euro monatlich – gemäß dem BAföG-Höchstsatz – nur eine Mindestgrenze sein sollen und die Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser ihren PJ-Studierenden ohne Einschränkungen auch mehr Vergütung zahlen können.

„Mit diesem Votum ist nichts gewonnen“, sagt Kristian Otte, der Vorsitzende der Medizinstudierenden im Hartmannbund. „Der Wettbewerb unter den Universitätskliniken und Lehrkrankenhäusern wird dadurch nur noch weiter angeheizt.“ Stattdessen sollten sich die Ausbildungsstätten an ihrer Ausbildungsqualität und nicht an finanziellen Vorteilen messen lassen, fordert Otte.

Auf einer Linie

In dieser Einschätzung sehen sich die Medizinstudierenden des Hartmannbundes auf einer Linie mit der bvmd, die sich – wie der Hartmannbund – seit der letzten Änderung der Approbationsordnung im Jahr 2012 für eine bundesweit einheitliche PJ-Vergütung einsetzt. „Studierende sollen sich auf ihr PJ konzentrieren und auf Nebentätigkeiten verzichten können“, erläuterte Michael Geßner, Pressesprecher der bvmd. „Durch eine einheitliche Vergütung versprechen wir uns eine höhere Wertschätzung der PJ-Studierenden, eine Verbesserung der Patientensicherheit sowie den Ausgleich struktureller Benachteiligungen.“

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Humanmedizin, Pharmazie, Studium

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1 Kommentar:

Gast
Gast

In den vergangenen 12 Monaten PJ in Hamburg habe ich verschiedene Abteilungen des Universitätsklinikums untereinander und mit unterschiedlichen Abteilungen des großen Konkurrenten aus der Asklepios-Gruppe vergleichen können.
Ich muss feststellen, dass die Ausbildungsbereitschaft vor allem in der Uniklinik unfassbar unterirdisch war! Darüber hinaus wurde einem dort beinahe jeder Feierabend missgönnt, die Feiertage verwehrt und für das Essen musste selbstredend gezahlt werden. Die viel genannten PJ-Studientage alle zwei Wochen darf man „ausnahmsweise“ nehmen. Den mittleren „freien Freitag“, den die Asklepios-Gruppe meist gewährt, natürlich nicht.
Mein Fazit, und das deckt sich mit den Einschätzungen vieler Kommilitoninnen und Kommilitonen, war folgendes: Wir PJ-Studenten sind kostenlose Arbeitskräfte zum Blutabnehmen, Zugänge legen und Haken halten. Als Gipfel der Frechheit wird man stets mit den faulsten unserer Kollegen über einen Kamm geschert und zurückgewiesen, wenn man an Lehre interessiert ist. Diejenigen, die etwas Positives zu berichten haben, hatten meist sehr niedrige Ansprüche an ihre Ausbildung oder hatten –ganz selten- wirklich mal Glück…
Ich zählte mich zu Beginn des Praktischen Jahres zu den motivierteren Studenten. Nach knapp 12 Monaten bin ich nur noch enttäuscht und der alltäglichen devoten Arschkriecherei überdrüssig. Wenn eine Uniklinik plötzlich keine Studenten mehr hätte und die Assistenten plötzlich die ganze Verwaltungs- und Drecksarbeit alleine übernehmen müssten…
…597 Euro sind das Mindeste, das man einem Auszubildenden im 6. Ausbildungsjahr zahlen müsste!

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