Fasten bei MS: Nebenwirkungen erwünscht

6. Juni 2016
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Multiple Sklerose-Patienten leiden häufig unter Lähmungserscheinungen oder Sehstörungen. Eine Fasten-ähnliche Diät führte zu einer Reduzierung von MS-Symptomen. Die Studienergebnisse legten auch nahe, dass die Fastenkur die Regeneration von Myelin fördert.

Ob ketogene Diäten, Mittelmeer-Kost oder Fastenkuren, mit fast jeder Ernährungsumstellung sollen Pfunde purzeln und Schritt für Schritt zum Traumgewicht führen. Dass eine Fastenkur aber auch zu einer Reduzierung von Multiple Sklerose- (MS) Symptomen führen kann, zeigten nun Forscher der University of Southern California (USC) am Longevity Institute.

Für den ersten Teil ihrer Studie setzten die Forscher eine Gruppe von Mäusen mit einer Autoimmunerkrankung auf eine dreitägige Fasten-ähnliche Diät, die alle sieben Tage wiederholt wurde. Dieser Zyklus wurde drei Mal wiederholt. Zum Vergleich wurde eine Kontrollgruppe auf eine herkömmliche Diät gesetzt. Die Fastenkur der autoimmunkrankten Nager zeigte, dass Krankheitssymptome reduziert wurden und bei 20 Prozent der Mäuse sogar für eine vollständige Erholung sorgte.

Die Studienergebnisse legten auch nahe, dass die Fastenkur die Regeneration von Myelin fördert. Bei Myelin handelt es sich um eine Hülle aus Proteinen und Fetten, die Nervenfasern in der Wirbelsäule und dem Gehirn isoliert. Bei MS-Patienten wird die Myelinschicht durch T-Zellen angegriffen und die freiliegenden Nervenfasern werden dabei beschädigt.

Verbesserte Lebensqualität

Doch nicht nur im Mausmodell, sondern auch beim Menschen wurde die potenzielle Wirksamkeit des Fastens getestet. Markus Bock und sein Team von der Berliner Charité untersuchten in einer Pilotstudie die Wirksamkeit des Fastens auf 60 MS-Patienten. Die Probanden wurden in Gruppen eingeteilt, in denen sie über mehrere Monate unterschiedliche Diäten durchführten.

Das Ergebnis der Studie zeigte, dass Teilnehmer, die eine Mittelmeer-, Ketogene-, oder Fasten-ähnliche Diät machten, ihre Lebensqualität und ihr Gesunheit sowohl geistig, als auch körperlich verbesserten. Valter Longo, Leiter der Studie am USC Longevity Institute, empfiehlt daher in größeren Studien den Diät-Effekt auf Autoimmunerkrankungen weiter zu überprüfen.

Lesen Sie weiter, wie das Fasten MS-Symptome mindern kann.

29 Wertungen (4.93 ø)

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7 Kommentare:

Sonstige

wie besprochen. leibe grüsse

#7 |
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Zurück zu den Wurzeln :
Je schwerer die Erkrankung , desto wichtiger die Ernährung und entsprechende
Variationen – hier Fasten.
Noch wichtiger siehe Beitrag ist die Erhöhung der Lebensqualität.
Eine Aufgabe für den Patienten – eine lohnenswerte Herausforderung .

#6 |
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Gast
Gast

Was genau soll beim Fasten nach Buchinger schädlich sein, Dr. Reinwald?
Ich faste nach Buchinger seit zwei Jahren, zwei bis drei mal im Jahr und meine Schübe halten sich seit dem deutlich in Grenzen. Schädlich für mich war Cortison, mit dem man mich vollgepumpt hat. und gebracht hat es, bis auf viele Nebenwirkungen, rein gar nichts.

#5 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Inwiefern kann die Studie der Charité etwas über die Wirkung speziell auf MS-Patienten aussagen? Genau dieselben Ergebnisse kenne ich aus ähnlichen Studien an Gesunden oder bei irgendwelchen anderen Erkrankungen.

Diese Idee bezgl. Myelin kommt ja bloß aus dem Mausmodell, das hat nicht viel zu sagen.

Aus meiner Sicht wird hier basierend auf einer ganz dünnen Datenlage maßlos übertrieben. Das ist unseriös.

#4 |
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Gast
Gast

Gleich gut ist fasten bei Carcinomen…ist alles nicht neu
doch irgendwie erstaunlich, daß solche Ergebnisse tatsächlich veröffentlicht werden, wo sie doch keinerlei Gewinne für die Pharmaindustrie zeitigen…..

#3 |
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Heilpraktiker

fasting like diet heißt KETOGENE ERNÄHRUNG mit nutritional ketosis instead of fasting or starvation ketosis …. Buchinger ist schädlich, ketogene Ernährung nicht

#2 |
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Dr Claudia Tullius
Dr Claudia Tullius

Bereits seit langem beschrieben: u.a.

Wilhelmi de Toledo, F.: „Therapeutisches Fasten nach Buchinger und Immunsysten. Erfahrungen und Hypothesen.“ In: Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren. 1990, 36 (5). Seite 331-341

#1 |
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