Hh-Signalweg: Umleitung auf die Fett-Route

2. Juni 2016
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Eine verminderte Funktion des Hh-Signalweges kann die Entstehung einer Fettleber hervorrufen. Bestimmte Faktoren können eine Verfettung durch Stimulierung des Signalweges jedoch verhindern. Einen Zusammenhang mit der Ausbildung einer Insulinresistenz will man künftig klären.

Die Fettleber gehört zu den häufigsten Lebererkrankungen. In Europa sind rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Zu viel Alkohol, fettes Essen und zuckerhaltige Limonaden, aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente können zu einer vermehrten Fetteinlagerung in der Leber führen. Forscher der Universität Leipzig gingen jetzt der Frage nach, inwieweit die Signalübertragung der Zellen die Stoffwechselprozesse der Leber steuern können.

Bestimmte Faktoren mindern Verfettung der Leber

Im Rahmen einer Studie konnte Dr. Madlen Matz-Soja nachweisen, dass eine verminderte Aktivität des sogenannten Hedgehog (Hh)-Signalweges die Energiegewinnung der Zellen vermindern und die Bildung von Fetten steigern kann. Bisher hatten Wissenschaftler dieses Hh-Signalmolekül kaum mit der Stoffwechselregulierung in Verbindung gebracht. Hh-Signalmoleküle wurden bislang insbesondere mit der Entwicklung des Embryos und Organbildung in Verbindung gebracht.

Weiterhin konnten die Wissenschaftler zeigen, dass durch eine Stimulierung bestimmter Faktoren des Hh-Signalweges, beispielsweise des GLI3-Faktors, die Verfettung der Leber verringert werden kann. Inwieweit sich durch diese Ergebnisse neue therapeutische Strategien entwickeln können, wollen die Forscher in Zukunft klären.

Wechselwirkung mit anderen Signalwegen

„Die Ergebnisse der Studie können uns ganz neue Wege für zukünftige Behandlungstherapien aufzeigen. Verbreitete Volkskrankheiten der Wohlstandsgesellschaft, wie die Fettleber und deren Begleiterkrankungen, können wir nun besser verstehen und eventuell effektiver heilen“, erläutert Matz-Soja.

Zusätzlich sollen in zukünftigen Studien auch Wechselwirkungen mit anderen Signalwegen eingebunden werden, beispielsweise die von Insulin. Die Leipziger Forscher wollen damit klären, ob der Hh-Signalweg auch einen Einfluss auf die Ausbildung einer Insulinresistenz haben kann. Dies könnte neue Wege in der Diabetestherapie aufzeigen.

Originalpublikation:

Hedgehog signaling is a potent regulator of liver lipid metabolism and reveals a GLI-code associated with steatosis
Madlen Matz-Soja et al.; eLife, doi: 10.7554/eLife.13308; 2016

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1 Kommentar:

Dr. med. Irmela Eckerlin-Wirths
Dr. med. Irmela Eckerlin-Wirths

Wieso bringt man den Leuten nicht bei, sich vernünftig zu ernähren? Die Wissenschaft sollte eine unangemessene Lebensweise nicht noch unterstützen, sondern sich lieber den Krankheiten widmen, die nicht durch Eigeninitiative beeinflussbar sind.

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