Herzschwäche: Richtige Ernährung hilft

4. Juni 2013
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Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass Herzschwäche-Patienten durch die Art ihrer Ernährung bedeutend zu ihrer Genesung beitragen können. Im Zuge der Studie wurden 318 Patienten, die auf ein Spenderherz warteten, zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.

Zwischen den Ernährungsgewohnheiten der Patienten, die auf ein Spenderherz warten, und der weiteren Entwicklung ihrer Erkrankung gab es vor allem zwei auffällige Zusammenhänge: Wer viele salzige Speisen zu sich nimmt, hat ein hohes Risiko, dass bei ihm später eine Herztransplantation in hoher Dringlichkeit durchgeführt werden muss. Salziges Essen geht dabei oft einher mit der Aufnahme vieler gesättigter Fettsäuren und großer Mengen Flüssigkeit.

Umgekehrt kann eine Ernährung mit vielen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (etwa in Pflanzenöl, Fisch und Meeresfrüchten) das Risiko stark verringern, frühzeitig an der Herzerkrankung zu sterben oder wegen einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von der Warteliste für eine Organtransplantation gestrichen zu werden. Wer diese Fettsäuren „mehrfach pro Woche“ statt „gelegentlich“ zu sich nimmt, kann dieses Risiko um 50 Prozent senken, so die Studie. Die festgestellten Zusammenhänge sind unabhängig von der Schwere der Herzinsuffizienz und von anderen Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Patienten.

Große Übereinstimmung

Die Wissenschaftler befragten Patienten an einem österreichischen und 16 deutschen Krankenhäusern, die neu auf die Warteliste für ein Spenderherz gesetzt wurden. Von 33 Speisen und fünf alkoholischen Getränken wurde erfasst, wie häufig die Patienten sie zu sich nahmen (täglich, mehrmals pro Woche, gelegentlich, nie). Auch andere Faktoren wie Rauchen oder eingenommene Medikamente wurden erhoben.

Um zu überprüfen, wie ehrlich die Antworten sind, wurden die Aussagen zu Lebensmitteln mit vielen gesättigten Fettsäuren mit den Cholesterinwerten der Patienten verglichen. Die Daten zeigten eine große Übereinstimmung, die Patienten waren also überwiegend aufrichtig.

Einen anderen Zusammenhang – wenn auch nicht ganz so deutlich – fanden die Forscher beim Verzehr von Früchten, Gemüse und Hülsenfrüchten: Patienten, bei denen diese häufig auf dem Speiseplan stehen, erhöhen ihre Chance wegen eines verbesserten Gesundheitszustands sogar ohne Herztransplantation weiter leben zu können.

Wer mehr trinkt, erhöht das Risiko

Während gesunde Menschen viel trinken sollten, wird Herzpatienten mit Rücksicht auf ihr krankes Organ empfohlen, wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das Forscherteam fand auch hier einen Zusammenhang zwischen der Menge der Flüssigkeit in Verbindung mit der Herzleistung. Dabei gilt: Wer mehr trinkt, erhöht sein Risiko, sich einer Transplantation mit hoher Dringlichkeit unterziehen zu müssen.

Von den befragten Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren waren 82 Prozent männlich. Von allen Studienteilnehmern brauchten 36,6 Prozent im Laufe der Untersuchung (April 2005 bis Januar 2009) sehr dringend eine Transplantation. 25,5 Prozent mussten von der Warteliste gestrichen werden, weil sie starben oder sich ihr Gesundheitszustand so massiv verschlechterte, dass an eine Transplantation nicht zu denken war. 13,3 Prozent erlebten eine reguläre Transplantation aufgrund ihres Platzes auf der Warteliste. 10,6 Prozent konnten die Warteliste verlassen, weil sich ihr Gesundheitszustand deutlich verbessert hatte. 12,4 Prozent der Befragten standen im Januar 2009 noch auf der Warteliste.

Originalpublikation:

Dietary habits are related to outcomes in patients with advanced heart failure awaiting heart transplantation
Heike Spaderna et al.; J Card Fail., doi: 10.1016/j.cardfail.2013.02.004; 2013

59 Wertungen (3.92 ø)
Kardiologie, Medizin

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6 Kommentare:

Petronella Wöllner
Petronella Wöllner

Interessant, allerdings: Was heißt denn in diesem Zusammenhang “wenig” bzw. “viel” trinken ?
Ist in der Publikation hinsichtlich der Trinkmenge etwas erwähnt ?

#6 |
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Dr. med. Jürg Kuoni
Dr. med. Jürg Kuoni

Die Ansprüche an eine medizinische Publikation scheinen sich immer näher gegen “anything goes” zu verschieben. Korrelationen mit kleinen Fallzahlen werden zu Kausalitäten. Unabhängig von der Aetiologie der Herzinsuffizienz soll EIN Faktor, die Ernährung, die Prognose wesentlich mitbestimmen, was für ein Unsinn! Die reduzierte Salz-Zufuhr macht mindestens theoretisch noch Sinn, was jedoch gar nichts beweist. Die vermehrte Aufnahme von PUFA und MUFA soll die Prognose dieses komplexen Leidens unterschiedlichster Aetiologie verbessern, also gewissermassen therapeutisch wirken? Obwohl MUFAs und PUFAs Teil einer vernünftigen Erährung sind, steckt in dieser Hypothese deutlich mehr Ideologie als kritische Vernunft.

#5 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Zu bewussteren Essen stimme ich eindeutig zu, was aber die Trinkmenge betrifft, scheinen sich hier wohl die Geister zu streiten.
http://www.springermedizin.de/akute-herzinsuffizienz-strenge-natrium–und-fluessigkeitsrestriktion-ohne-nutzen/4425316.html

#4 |
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Medizinjournalist

Wenn ich das richtig verstanden habe, warten einige lieber auf eine Herztransplanatation, als sich an vernünftiges Essen heranzumachen.

Heißt das nicht, dass wir noch viel mehr exogene Gesundheitsassistenz von außen in der Zukunft aller zivilisierten Menschen zu erwarten haben, als Selbstverantwortung, wenigstens für die Kosten, die man Faulheitshalber der Solidargemeinschaft auferlegt.

Was sagt uns das über Gesundheitskosten und über Beitragssolidarität?

Erstere werden weiter expoldieren und von Solidaritt kann keine Rede sein.

#3 |
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Matthias Nägele
Matthias Nägele

Wer die China Study verstehen will sollte mal den Blog von Denise Minger aufmerksam lesen.

Aus dieser Studie kann man nicht ableiten was gesund und was schädlich ist.

Warum sie PUFA+MUFA in eine Gruppe gepackt haben ist mir ein Rätsel, denn beide Fette unterscheiden sich sehr in ihrer Biochemie und Wirkung.

Besser wäre auch eine aufschlüsselung nicht nach fetten sondern nach lebensmitteln gewesen.

#2 |
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Angelika Engelhard
Angelika Engelhard

Wie schön, wenn hier mal die etablierte Medizin zu ähnlichen Ergebnissen kommt wie die so genannten Alternativmediziner. Ich empfehle die Lektüre von Rüdiger Dahlke “peace food” und / oder der China study!

#1 |
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