Apothekenübernahme: Goliath gewinnt

3. Juni 2016
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Bei Apothekenverkäufen ist der Kampf David gegen Goliath längst entschieden: Große Apotheken oder ganze Filialverbünde wechseln ohne viel Federlesens den Inhaber, während kleine Betriebsstätten zu Ladenhütern verkommen.

In ihrer neuesten Ausgabe von „Zahlen, Daten, Fakten“ zeigt die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, womit Kollegen in Zukunft rechnen müssen. Die Zahl an Einzelapotheken verringerte sich von 2005 (19.148 Betriebsstätten) bis 2014 (13.223) drastisch. Im gleichen Zeitraum gewannen Verbünde mit einer Filiale (989 versus 2.187), mit zwei Filialen (94 versus 592) oder mit drei Filialen (17 versus 267) drastisch an Bedeutung. Wenig überraschend zeigen sich bei Umsatzzahlen ähnliche Effekte. Durchschnittliche Apotheken kommen laut Dr. Eckart Bauer, Abteilungsleiter Wirtschaft und Soziales der ABDA, auf 2,110 Millionen als Nettoumsatz. Zirka 61 Prozent liegen – teils deutlich – unter diesem Wert.

Die Masse macht’s

Dieser Trend bleibt nicht ohne Folgen. Laut Analysen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) übernahmen Kollegen in 2014 jede sechste Apotheke im Verbund. Ein Jahr später war es bereits jede fünfte. Auch der Prozentsatz an Filialen stieg auf 29 Prozent. Berücksichtigt man fünf Prozent an Neugründungen, machen Filialen insgesamt ein gutes Drittel aller finanzierten Apothekengründungen aus. Einzel- beziehungsweise Hauptapotheken bleiben mit 55 Prozent nach wie vor die wichtigste Form der pharmazeutischen Existenzgründung.

Übernahme im Verbund

Investition in die Zukunft

Dazu noch ein paar betriebswirtschaftliche Eckdaten. Verbünde umfassten bei der Übernahme im Schnitt 2,2 Apotheken. Der Preis lag bei bei 837.000 Euro zuzüglich Warenlager und Investitionen. Als Gesamtsumme ergaben sich 1.046.000 Euro. „Diese Einheiten sind meistens gut organisiert und aufeinander abgestimmt, daher durchaus attraktiv als Komplettübernahme“, erklärt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank. Er sieht auch Chancen für bereits niedergelassene Kollegen, die sich mit einer Expansion im örtlichen Markt besser behaupten wollen. In 2015 lag der durchschnittliche Übernahmepreis für Apotheken als neue Filialen bei 321.000 Euro, sprich 13 Prozent mehr als noch in 2014. Das Gesamtinvestitionsvolumen erhöhte sich von 417.000 Euro auf nunmehr 436.000 Euro.

Niederlassungen nach Apothekenlage

Auch bei der Lage setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort. Kollegen entschließen sich immer häufiger, eine Apotheke in Großstädten zu gründen. Mittelgroße Städte büßen deutlich an Attraktivität ein, während sich Kleinstädte und ländliche Regionen etwas verbessern.

13 Wertungen (4 ø)

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1 Kommentar:

Apotheker

nun ja,

dass ist ja nichts neues! kleine land-apo sind nicht mehr viel mehr als bestell-centers fuer die immer aelter werdende bevoelkerung, die mit dem internet so vertraut ist!

lagerhvorhaltung lohnt sich wegen der sataendig wechselnd rabatt-vertraege auch nicht mehr! also wir sind nur noch anlaufstellen um zu gucken, ob der/die aerzte ned ne absolute kontraindikation aufgeschrieben hat (was auch nur klappt, wenn man ne grosse kundenkartei hat), aber ansonsten ist, nur bestellung aufnehmen und abholschein ausgeben….und ab und an mal ne rezeptur machen, was aber auch immer seltener wird!

die buerokratie die wir nebenher so haben wird nicht vergolten, beratungsecke (ich lach mich fast tod), und jetzt sollen wir auch noch kontrollieren, ob der patient wirklich beim arzt war oder da nur ein rezept bestellt hat….nur keiner sagt uns so wirklich, wie wir das bewerkstelligen sollen!

aber immerhin durfen wir jetzt die telefonnummer des arztes erganzen, wenn er seinen stempel noch ned umgestellt hat ;) ….baby steps!!!

gruess und viel spass im alltaeglichen wahnsinn der kleinen landapos,

christian becker (apotheker)

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