Arbeitslos, Single, Frühchen?

30. Mai 2016
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Babys, die deutlich zu früh geboren wurden, haben im späteren Leben größere Schwierigkeiten einen Partner und einen Job zu finden. Die Studie zeigt aber auch, dass für Frühchen ein geringeres Risiko besteht, im Verlauf ihres Lebens eine Drogen- oder Alkoholsucht zu entwickeln.

Für die Studie wurden Erwachsene, die zu früh geboren wurden und bei der Geburt unter einem Kilogramm wogen, mit Personen verglichen, die ein normales Geburtsgewicht hatten. Dabei konnte gezeigt werden, dass Menschen, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, eine höhere Wahrscheinlichkeit hätten in ihrem Leben mal arbeitslos zu werden.

Dafür haben zu früh Geborene ein geringeres Risiko eine Drogen- oder Alkoholsucht zu entwickeln. Im vierten Lebensjahrzehnt würde dann die Schere zwischen Normal- und Frühgeburten wieder enger und die Probanden erreichten ein etwa gleich hohes Level an Intelligenz und Zufriedenheit in Partnerschaften.

Nachtrag: In der Studie hatten 20 % der Frühgeborenen neurologische Beeinträchtigungen. Schließt man diese Personengruppe aus, sind die Unterschiede bei Berufstätigkeit, Sozialhilfe, Familienstand und Nachkommen nicht mehr signifikant.

Lesen Sie hier den Volltext der kanadischen Studie.

11 Wertungen (3 ø)

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5 Kommentare:

Ärztin

Der Artikel sollte heißen : Menschen mit neurologischen Beeinträchtigungen finden seltener Lebenspartner und Beruf.
Auf Grund der Betreungsbedürftigkeit und entsprechender Zuwendung kommt es seltener zu Suchterkrankungen. Ehemalige Frühchen mit Geburtsgewich kleiner 1000g können einer solch entscheiden Gruppe zugehören. Mehr nicht.

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Gudrun Maydorn
Gudrun Maydorn

Liebe DocCheck News Redaktion,

vielen Dank für die Bearbeitung.

Gudrun Maydorn (Medizinische Übersetzerin)

#4 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Sehr geehrte Frau Maydorn,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Text dementsprechend bearbeitet.
Die DocCheck News Redaktion

#3 |
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Gudrun Maydorn
Gudrun Maydorn

Ich zitiere aus der Studie:

Neurologic impairments were present in 20 premature participants (20.0%).

After exclusion of individuals with neurosensory impairments, differences in employment, social assistance, marital status, and reproduction were no longer significant.

Auf Deutsch (zusammengefasst): 20 Prozent der Frühgeborenen hatten neurologische Einschränkungen. Nach Ausschluss der Personen mit neuro-sensorischen Einschränkungen waren die Unterschiede bei Berufstätigkeit, sozialer Unterstützung, Familienstand und Nachkommen nicht mehr signifikant.

Diese Schlussfolgerung ist in dem obigen Artikel einfach unter den Tisch gefallen.

Und wen wundert es, dass es bei den Probanden, die als extrem leichte Frühchen zwischen 1977 und 1982 geboren waren, teilweise zu neurosensorischen Einschränkungen gekommen ist. Die Frühgeborenenmedizin war damals längst noch nicht so weit wie heute.

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Angelika Ulrich
Angelika Ulrich

Interessante Ausführung – wenn ich daran denke, dass mein Mann deutlich zu früh (ca. 28. SSW) zur Welt kam und ohne bleibende Schäden überlebt hat, in seinem Leben noch keine Tag arbeitslos war und wir seit Jahrzehnten verheiratet sind- alles gut gegangen!

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