Synthetischer Zucker: Zum Light des Kindes

13. Mai 2016
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Zuckerfreie Getränkevarianten erfüllen nicht immer den gewünschten Effekt und beruhigen oft nur das Gewissen. Insbesondere in der Schwangerschaft können Light-Produkte den BMI von Kindern negativ beeinflussen und zu späterem Übergewicht führen.

Mit Süßstoff versetzte Tees oder zuckerfreie Cola sollen den typischen Zuckergeschmack ersetzen und zudem kalorienarm sein. Doch genau diese Produkte können einen erhöhten Body Mass Index (BMI) für Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Light-Getränke trinken, bedeuten. Dies zeigten Forscher der Universität Manitoba in Kanada. Der Vergleich ergab, dass Kinder von schwangeren Müttern mit starkem Light-Getränke-Konsum doppelt so häufig als übergewichtig eingestuft wurden wie Kinder von Müttern, die auf gesüßte Erfrischungsgetränke verzichteten. Jedoch zeigte sich auch, dass das Geburtsgewicht dieser Kinder zunächst unbeeinflusst blieb. Erst nach der Geburt, und mit steigendem Alter, wurden die Auswirkungen des künstlichen Zuckers in Form von Übergewicht deutlich.

Laut Studie nahmen 30 Prozent der Mütter währen der Schwangerschaft künstlich gesüßte Getränke zu sich – 5 Prozent sogar täglich. Auch in anderer Hinsicht zeigten die Frauen abweichende Verhaltensweisen: Neben einem erhöhten BMI rauchten sie eher, stillten kürzer und fütterten ihre Neugeborenen früher mit fester Nahrung.
Bei Jungen ist der Zusammenhang von künstlichem Zucker und späterem Übergewicht außerdem deutlich stärker zu beobachten als bei Mädchen.

Lesen Sie weiter, wie sich der Konsum von künstlich gesüßten Getränken auf die Entwicklung des Kindes auswirkt.

27 Wertungen (3 ø)

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9 Kommentare:

Intensivmediziner
Intensivmediziner

“angeblich”, weil Coca-Cola das tatsächlich geheim hält, ziemlich frech,
in Cola zero soll etwas mehr drin sein, als in Cola light.

#9 |
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Intensivmediziner
Intensivmediziner

Wer Süßstoff mit Zucker gleichsetzt, der muss das schon begründen,
immerhin wird heute ja auch permanent viel viel Trinken gepredigt.
2 Liter Cola (oder eine andere Limo) ist da schnell weg, ich kenn auch Übergewichtige die schaffen drei.
Bei 11% Zucker sind das 880 Kcal., bzw. 1320 Kcal.
#5 ist richtig, von allen Süßstoffen hat ausgerechnet nur Aspartam im Cola, auch als “NutraSweet”, “Canderel” oder einfach als E 951 bekannt ein minimales Restrisiko. Es wird als einziges vom Stoffwechsel abgebaut, wobei Phenylalanin (50%) und ein bischen Methanol entsteht. Die erlaubte max.Tagesdosis beträgt in der EU 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, das sollen angeblich 12 330ml-Dosen bei 60kg sein. Phenyketonurie ist eine extrem seltene angeborene Stoffwechselstörung, nur die sollten es konsequent meiden.
Die EU ist eher streng, ich denke bei Neuzulassung würde es vielleicht durchfallen.
Alle anderen werden unverändert ausgeschieden, sind also besser. Alles, was z.B. in den Kaffee kommt ist kein Aspartam, weil das nicht mal hitzestabil ist.

#8 |
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Gast
Gast

Nein Frau Apothekerin,
NICHT “egal ob mit oder ohne Zucker”.

#7 |
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Apothekerin
Apothekerin

Die Begründung liefert die Binsenweisheit, daß die Dosis eine Rolle spielt. Bei Zucker auf jeden Fall; bei Süßstoffen sind geringe Mengen nach allem, was derzeit bekannt ist, ungefährlich, aber was ist mit Dauerkonsum großer Mengen? Und ab wann beginnt eigentlich viel? Da ist es, denke ich, ehrlicher und letztlich auch entspannter, auf die Gesamtmenge an Süßkram zu achten, egal ob mit oder ohne Zucker. Alle paar Tage ein Glas Cola ist mit Sicherheit kein Problem, täglich zwei Liter wahrscheinlich schon, zumal sich das, was man an Süßem ißt oder trinkt oft auch darauf auswirkt wieviel anderes (gesünderes?) man sonst noch aufnimmt. In speziellen Situationen wie Schwangerschaftsdiabetes haben Süßstoffe sicherlich ihren Nutzen, aber man sollte sie nicht als Freifahrtschein zu übermäßigem Naschen betrachten.

#6 |
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med. Ernährungsberaterin/DGE
med. Ernährungsberaterin/DGE

Bei erhöhtem BMI, Rauchen etc. ist es eher günstig, Getränke ohne Zuckerzusatz und sei es mit Süßstoff gesüßte Getränke zu bevorzugen. Diese Verbindung sehen wir tatsächlich fast täglich in der Beratung bei Diabetes und metabolischem Syndrom.
Solche Studien werfen für mich mehr Fragen auf, als dass sie zur Klärung beitragen. Jede Studie sollte erst mal kritisch überprüft werden, bevor wir sie einfach so als behauptete Tatsache in der Welt weiter verbreiten

#5 |
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Gast
Gast

“dennoch” muss man schon begründen können, gerade wegen der altbekannten Falschbeschuldigung der Süßstoffe, die immer wieder aufgewärmt werden,
da kommt dann regelmäßig auch die Schweinezucht etc.

#4 |
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Apothekerin
Apothekerin

Die genannten anderen Faktoren spielen mit Sicherheit auch eine Rolle, das zu trennen, dürfte nicht ganz einfach sein. Dennoch ist es sinnvoll, eine Ernährungsweise zu pflegen, die sowohl den Zucker- als auch den Süßstoffherstellern nicht gefallen dürfte: Maß halten mit Süßem. Fällt mir selbst momentan schwer (Streßnascher), habe ich aber in der Schwangerschaft (und phasenweise auch außerhalb) durchgeführt, ohne daß ich das Gefühl hatte, auf viel verzichten zu müssen. Es ist ja nichts verboten, man sollte die Tafel Schokolade nur nicht auf einmal essen und den Eistee lieber selber machen (wird weniger süß).

#3 |
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Gast
Gast

Die Zuckerindustrie war immer der erbitterte Feind der Süßstoffe, nicht nur in USA schon vor über 100 Jahren.

#2 |
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Arzt
Arzt

aha: “Neben einem erhöhten BMI rauchten sie eher, stillten kürzer und fütterten ihre Neugeborenen früher mit fester Nahrung.”
dacht ichs mir doch.

#1 |
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